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Hinweise:
Diese Story ist eine Original-Fiktion und mein geistiges Eigentum. Noch mal zur Erläuterung Original heißt, dass die Charaktere meiner Geschichte keinerlei Ähnlichkeit mit dem uns alle sehr bekannten Duo haben.

Sex:
In dieser Geschichte wird hin und wieder eine gleichgeschlechtliche, oder besser gesagt lesbische, sexuelle Beziehung erwähnt, doch sie wird nicht grafisch beschrieben. Wenn ihr noch nicht volljährig seid, oder wenn euch die Liebe zwischen Frauen stört, oder ihr euch davon abgestoßen fühlt, dann macht auf euch die Suche nach etwas passenderem.... Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

 

 

Anmerkung der Webmistress:
Hallo Leute, ich wollte Euch nur darauf hinweisen, das dies Karinas erste Versuch ist, eine Fanfiktion zu schreiben. Und ich mich wirkliche freue, das sie mir gestattet hat diese Story auf meiner Webseite zu veröffentlichen. Smilie

Eure Meinung dazu ist immer willkommen, doch schreibt bitte keine bösartigen Kommentare, es geht auf dieser Welt schon rau genug zu und sie landen ja ohnehin im Mülleimer. Wenn ihr also etwas zu der Story sagen wollt, dann könnt ihr dies unter:
Karina_Krause83@web.de

Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen. Smilie

   

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Labyrinth der Liebe
by Karina

Prolog

Das Jahr 2000 war an und für sich ein durchschnittliches Jahr, doch auf mich sollte das nicht zutreffen.

Ich heiße Samantha Maria Wagner und bin zur Zeit stellvertretende Marketingleiterin einer großen Firma. Mein Markenzeichen... ein roter Jaguar und eine teure Vierzimmerwohnung. Ich bin 30 und was will man denn so mit 30? Na was wohl? Das Leben in vollen Zügen genießen und eine Party nach der anderen feiern. Jedoch hin und wieder gab es Probleme. Wie oft kann man es sich schon leisten betrunken im Büro zu erscheinen? Einmal? Zweimal? Oder war es keinmal?

Ich hatte keine Ahnung.

Nachdem man mir mitgeteilt hatte, das ich entweder meinen Lebenswandel ändern oder mir einen neuen Job suchen kann, musste ich notgedrungen meine Aktivitäten einstellen. Wie kann man sich denn ein lasterhaftes Leben ohne Geld leisten?

Nun ja, das wollte ich nun wirklich nicht herausfinden und schränkte meine Eskapaden ein wenig ein und habe nur noch an den Wochenenden über die Stränge geschlagen. Letztendlich wollte ich auch nicht alleine sein, denn was wäre ein lasterhaftes Leben ohne Sinnlichkeit?

Es wäre mehr als langweilig. Klar habe ich mich in mehrere Flirts geschmissen, oder besser gesagt ins Bett, doch wie soll man sonst seine Erfahrungen machen? Aus Büchern? Ne das war dann doch nicht mein Ding. Von Geburt an war ich schon praktisch veranlagt und Übung macht ja bekanntlich den Meister, oder die Meisterin. Immerhin hat sich noch niemand beschwert.

Doch nun sitz ich hier in einem Restaurant und erzähle einer Bekannten wie sich mein Leben innerhalb einiger Wochen vollkommen verändert hatte.

Linie

Es war Freitag und ich hatte diese elendige Woche endlich hinter mich gebracht, oh... wie ich diesen Tag liebe. Heute werde ich mal wieder so richtig auf den Putz hauen, vielleicht ein netter Flirt oder One Night Stand?!

Auf der Heimfahrt bekam ich einen Anruf von meiner Freundin Nadja, die mich fragte ob wir an diesem Abend zusammen einen draufmachen. Wie hätte ich bei einem solchen Knackpo nein sagen können?

Was ich jedoch nicht wusste, war, dass sie sich in meiner Wohnung häuslich eingerichtet hatte, und normalerweise wär meine Kinnlade bis zum Boden gefallen. Doch ich hatte ausgesprochen gute Laune und sie demnach nicht sofort vor die Tür gesetzt.

"Sag mal, wo warst du eigentlich solang?" Fragte sie mich, nachdem ich eingetroffen und mir einen Kaffee gemacht hatte.

"Im Büro. Wo soll ich denn sonst gewesen sein?" Erwiderte ich unschuldig.

"Im Büro? Du hast doch schon um Vier Schluss und nicht erst um Acht." Entgegnete sie folgerichtig.

Erst im diesem Augenblick fiel mir auf wie viel Zeit vergangen war. "Ich habe eine Bekannte getroffen und anscheinend haben wir uns etwas verquatscht." Log ich sie an.

"Du hast mit einer Frau gesprochen? Was ist denn mit dir los? Das ist doch sonst nicht deine Art." Bemerkte sie mich ungläubig von oben bis unten musternd.

So viele Fragen waren nicht ganz mein Ding und ich verzog mich ins Bad, schließlich musste sie ja nicht alles wissen. Obwohl sie eine ganze Menge über mich wusste.

Als ich dann aus dem Bad kam war sie Gott sei Dank mit sich selber beschäftigt. Also ging ich in mein Schlafzimmer und suchte mir etwas passendes zum Anziehen, als sie auch schon durch die Wohnung plärrte. "Sam? Wo bist du?"

"Hier." Antwortete ich, meine Augen verrollend. Wie konnte man nur so penetrant sein? "Was willst du denn?" Rief ich dann.

"Ich wollte dir nur sagen, das es mal schön wäre, wenn du keinen Anzug trägst." Bekam ich dann zu hören.

"Wie? Seit wann stört es dich was ich trage?" Erwiderte ich nun leicht sauer.

"Es stört mich nicht, aber vielleicht verdrehst du in einem etwas liederlicheren Look weniger Frauen den Kopf." Entgegnete sie hysterisch lachend.

"Warum war ich mit dir noch mal befreundet?"

"Weil ich die einzige war die dir, nachdem du sie flach gelegt hattest, nicht mehr von der Seite gewichen ist."

"Ja, aber nur, weil du jemanden getroffen hast, der meine Handynummer hatte." Maulte ich zurück.

"Um die Wahrheit zu sagen hatte ich deine Sekretärin angerufen, nur um deinen Knackarsch wiederzusehen. Immerhin hast du meine Gefühle verletzt und nun werde ich dich für den Rest deines Lebens zu Tode nerven." Erklang ihre Stimme dicht an meinem Ohr und ich drehte mich zu ihr um. Nur um dann in ein breites Grinsen zu schauen. "Bist du jetzt endlich fertig? Soll ich dir bei irgend etwas helfen?"

Immer noch nicht ganz begreifend was sie eigentlich von mir wollte, sah ich sie nur perplex an. Sie zeigte mit ihrem Finger auf meine Wenigkeit und dann aufs Bett.

"Nein! Ich werde gerade noch so verzichten können." Erwiderte ich mit einem gezwungen Lächeln. Ich gab ihr einen Klaps auf ihren Hintern und schickte sie raus. Erst gegen 23.00 Uhr trafen wir dann auf der Party ein, leider musste ich eingestehen, das wir nicht mehr ganz nüchtern waren. Eine Bekannte von mir schmiss diese Fete, ihre Ellis besaßen soviel Schotter, das fast jede Woche ne Party statt fand. Nadja versuchte noch die Klingel zu finden, da wurde auch schon die Tür geöffnet und meine Bekannte stand ihrem knappen Mini vor uns, sie sah einfach zum anbeißen aus. Schade das sie Hetero war, denn obwohl es ihr gefallen hatte bevorzugte sie Männer und mehr als diese eine Nacht war nicht drin. Es war mir im Grunde egal, schließlich hatte ich sie nach etlichen Gläsern Hochprozentigem ins Bett bekommen, und mehr wollte ich letztendlich nicht.

Linda hieß die blonde Schnecke und drückte mir zur Begrüßung zwei Bussi's auf die Wange während sie mich zur Bar zog.

Nadja hatte sich bereits auf die Tanzfläche verzogen, während Linda mich in Beschlag nahm und wir einen Wodka-Lemmon-Mix trunken. Wie das Zeug hieß, wusste ich in diesem Moment schon nicht mehr. Wahrscheinlich war ich zu diesem Zeitpunkt schon so betrunken, das sie es irgendwie geschafft hatte mich auf die Tanzfläche zu ziehen.

Wie lange wir getanzt hatten weiß ich nicht, doch plötzlich fand ich mich, unter einer dunkelhaarigen Frau liegend, auf der Toilette wieder. Gelegenheit macht Diebe... oder heißt es Liebe... egal, jedenfalls kann ich mich noch erinnern das wir es dort ganz schön getrieben haben. Selbstverständlich hatte ich danach auch ihre Handynummer und natürlich war klar, dass ich mich keinesfalls bei ihr melden würde. Auch wenn ich sie zu diesem Zeitpunkt darüber im unklaren ließ... frei nach dem Motto... was eine Frau nicht weiß, macht sie nicht heiß.

Es war glaube ich, gegen Vier, als ich sternhagelvoll und allein an der Bar stehend noch ein Bier zu trinken wollte, als plötzlich eine Frau neben mir stand und sich auch ein Bier bestellte. Ich habe keine Ahnung was ich danach gemacht habe, da es mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sehr gut ging, doch ich kann mich erinnern, das sie anfing zu labern. Alles andere weiß ich nur aus den Erzählungen von Nadja am nächsten Morgen.

Als Nadja mich weckte dachte ich zumindest es wäre der nächste Morgen. Doch da ich einen vollen Tag komaartig verschlafen hatte, war es in Wirklichkeit bereits Sonntagnachmittag, und mir brummte furchtbar der Schädel.

"Was ist danach noch alles passiert?" Erkundigte ich mich, nachdem ich paar Aspirin eingeworfen und meinen schmerzenden Körper in eine sitzende Position gebracht hatte.

"Glaub mir, Sam! Du willst es nicht wissen."

"Dann hätte ich nicht gefragt!" Entgegnete ich genervt.

"Möchtest du wissen was nach dem Gespräch mit dieser Frau passiert ist, oder lieber das, was noch später geschehen ist?" Erkundigte sie sich grinsend.

"Was gleich nach dem Gespräch passiert ist..."

Sie überlegte einen Augenblick, bevor sie antwortete. "Wie soll ich es dir sagen? Mich interessiert nicht was sie zu dir gesagt hatte, doch du hast ihr mitten ins Gesicht gekotzt und das fand sie gar nicht lustig. Sie hat dir vor sämtlichen Partygästen dermaßen eine gescheuert, dass du dein Gleichgewicht verloren hast!" Erklärte sie in einem äußerst belustigten Unterton.

"Ich habe was gemacht?" Fragte ich sie ungläubig.

"Du hast sie vollgekotzt und das war noch harmlos zu dem, was du danach gemacht hast!" Entgegnete Nadja, die nun augenscheinlich sauer wurde.

"Ich will es gar nicht wissen," bemerkte ich kleinlaut.

"Danach hast du sie auf der Toilette abgefangen und angefangen sie zu begrapschen, wofür du gleich noch eine gescheuert bekommen hast! Was war denn nur los mit dir? So kenne ich dich gar nicht." Erklärte sie entrüstet. "Früher hast du dir wenigstens die Mühe gegeben, das Herz einer Frau zu brechen... ach ich weiß noch, wie du es bei mir gemacht hast." Fügte sie hinzu.

Jetzt wurde es unangenehm... wenn Nadja ins Schwärmen kann sollte man sie stoppen bevor sie so richtig in Fahrt kam. "Nadja! Schon gut... ich weiß was ich mit dir gemacht habe. Und auf deine Frage hab ich keine Antwort." Im Grunde hatte ich eine, doch die wollte ich ihr nicht unter die Nase binden.

"Aber!" Wandte sie ein.

"Aber was? Was denn noch?"

"Ich weiß nicht, warum sie es getan hat. Dein Charme war es mit Sicherheit nicht, doch sie hat ihre Nummer in dein Jackett gesteckt und gesagt, dass du dich bei ihr melden sollst, sobald du wieder nüchtern bist!"

"Ihre Nummer ist in meinem Jackett?" Bemerkte ich grinsend und fügte dann hinzu. "Was soll ich damit? Sie glaubt doch nicht, dass ich mich bei ihr melde, oder?"

"Ich muss schon sagen, du wirst von Jahr zu Jahr gefühlskälter."

In dem Maße wie mein Grinsen vom Gesicht verschwand wurde ihres breiter. "Zum krönenden Abschluss dieses Abends sind wir noch gar nicht gekommen!" Offenbarte sie mit ihrem typischen hysterischen Lachen.

"Was war denn so komisch daran?" Fragte ich nun gereizt, und meine Laune sank auf den Nullpunkt.

"Oh... ich hab vergessen, dass du dich an nichts mehr erinnern kannst. Diese Frau, ihr Name ist übrigens Andrea, die hatte einen... hmm... sagen wir mal, einen sehr eifersüchtigen Freund und der hatte da wohl etwas falsch verstanden. Glücklicherweise wurde dir gerade im richtigen Augenblick wieder schlecht und du hast ein wenig deines Mageninhalts über ihn verteilt. Ihm war das so peinlich, das er fluchtartig die Party verlassen hat."

Warum beschlich mich das Gefühl, dass sie mir nicht alles erzählte? "Nun ja, ich danke dir für diesen Rückblick. Wenn du willst, kannst du ihre Nummer haben... ansonsten landet sie im Mülleimer. Ich geh jetzt duschen." Erklärte ich und wollte schwerfällig meinen Körper in Bewegung setzen, als sie mich aufs Bett zurück drückte.

"Schatz? Hast du nicht etwas vergessen?" Fragte sie leicht gereizt.

"Nein, ich wüsste nicht was?" Entgegnete ich übermütig.

"Willst du dich nicht bei ihr entschuldigen?"

"Nein! Das wäre ja noch schöner. Du spinnst wohl, ich setz mich doch nicht freiwillig in die Nesseln und treff sie auch noch. Ach, und noch was... das wollte ich dich schon gestern fragen... warum bist du noch nicht zurück gefahren? Ich meine, die Fahrt dauert acht Stunden und du musst morgen arbeiten und du bist noch immer hier."

"Da ich das Gefühl hatte, dass du mal wieder über die Stränge schlägst, hab ich mir ne Woche Urlaub genommen und bei dir einquartiert!" Gab sie mir augenzwinkernd zu verstehen.

"Hast wohl wieder mit deinem Freund Zoff, wie? Was habe ich dir gesagt? Nimm dir eine Frau, die ist nur halb so anstrengend wie ein Mann." Bemerkte ich, meine Freundin kennend und fing an zu lachen. Was ich aber sofort unterließ, da es meinem angeschlagenen Kopf nicht besonders gut tat.

"Nein danke. Ich könnte es nicht ertragen ein Leben wie du führen zu müssen... schon alleine wegen dem schlechten Gewissen und so. Hoppla, hab ich ja ganz vergessen, so was kennst du ja nicht." Antwortete sie bissig. "Bei der Süßen auf der Toilette musst du aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, denn sie hat bei Linda ausführlich darüber geschwärmt... nach der Dauer muss es ein tiefsinniges Gespräch gewesen sein." Erklärte sie mit vor Eifersucht triefender Stimme.

"Sie hatte eben viel zu erzählen, da kann es schon mal vorkommen, das es länger dauert. Bist du eifersüchtig, oder was soll das Ganze?" Meine Frage war unnötig.

"Nein! Nicht wirklich, die Kleine tut mir zwar nicht leid, aber dessen ungeachtet könntest du deinen Lebenswandel ändern. Hast du mal daran gedacht, dass auch du älter wirst? Und dir irgendwann einmal, die Frauen nicht mehr hinterherlaufen?"

"Nein! Ich denke positiv und hoffe das ich, bevor ich alt und schrumplig bin das zeitliche gesegnet habe." Nadja hätte es ja doch nicht verstanden... warum also unnötig über die Vergangenheit reden?"

Du bist ein solcher Macho! Ich wünschte, du würdest dich Hals über Kopf verlieben und diejenige würde dich dann fallen lassen, damit du es am eigenen Leib erfährst."

Ihre Worte ließen mich kalt. "Das kann mir nicht passieren, ich bin abgehärtet und verlieben werde ich mich nie wieder." Konterte ich und sprang wütend vom Bett um mich zu duschen.

Das Kalte Wasser an meinem Körper herunterlaufen lassend regte ich mich wieder ab. Erst nach einer Stunde kam ich aus dem Bad und betrachtete mich im Spiegel. Hmm... eine schlanke Figur, größer als die meisten und die Männerkleidung die ich trug betonte meine maskulinen Gesichtszüge. Damals hatte ich langes dunkles Haar, doch als ich bei meinen Eltern ausgezogen war, hatte ich es sofort abgeschnitten. Meine äußere Erscheinung war recht nett, nur meine Augen funkelten kalt. Lang, lang ist her. Mein Handy klingelte und obwohl ich die Nummer nicht kannte, nahm ich ab. Wie blöd kann man eigentlich sein?

"Hallo!" Meldete sich eine bekannte Stimme am anderen Ende. Ich erwiderte nichts, da mir die Worte im Hals stecken blieben. "Hat es dir die Sprache verschlagen? Ich nehme mal an, dass du meinen Namen nicht mehr weißt, wie?"

"Doch, dein Name ist Andrea." Gott sei Dank hatte ich vorhin Nadjas Ausführungen zugehört. "Hör mal, ich..." meine Entschuldigung einfach unterbrechend sagte sie stattdessen. "Morgen um Punkt 19 Uhr will ich dich beim Italiener sehen. Bis dann."

"Hey warte..." doch ich hörte nur ein Tut... Tut... Tut... und legte auf. Sie wollte mich sehen? Das konnte ich beim besten Willen nicht verstehen... was mich aber noch mehr interessierte, war... woher hatte sie meine Nummer? Die antwort darauf kam mir entgegen als ich zur Küche ging.

"Willst du dir nichts drüber ziehen? Könnte etwas kalt werden." Ich schaute an mir herunter und sah, das ich immer noch im Bademantel war. "Na, du siehst ja so blass im Gesicht aus, hast du einen Geist gesehen oder hat Andrea angerufen?" Fragte sie mich amüsiert.

Da hatte diese Frau mich doch tatsächlich an die Wand gestellt. Wie käme ich denn dazu irgend jemanden meine Nummer zu geben und schon gar keiner Frau. Und diese Person hat ihr doch tatsächlich meine Nummer gegeben. So sieht also die Strafe Gottes aus... ich war schon drauf und dran mir eine neues Handy zu kaufen und niemandem mehr meine Nummer zu geben... und sie krönte das Ganze auch noch. Auch der Süßen von der Toilette hatte sie meine Nummer gegeben und wie auf Stichwort piepste auch schon mein Handy. Ich nahm ab, und wie sollte es anders sein?

"Sam? Hi, ich bin es, Clarissa!" Ertönte ihre Stimme an meinem Ohr und ich hätte mich übergeben können.

"Hi, wie geht es dir denn?" Erkundigte ich mich recht desinteressiert.

"Mir geht es gut. Hast du etwas dagegen, wenn ich dich besuchen komme? Ich würde dich gerne wiedersehen."

"Ja klar, komm ruhig vorbei." Hörte ich mich sagen und hätte mir am liebsten die Zunge abgebissen.

"Okay, danke. Bis gleich. Ich hab dich lieb."

"Ich dich auch!" Antwortete ich und da hatte sie auch schon aufgelegt. Ein Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit. Woher sollte sie denn wissen, wo ich wohne? Zufrieden ging ich ins Schlafzimmer und zog mich an. Als ich ins Wohnzimmer kam musterte mich Nadja.

"Willst du dir nichts anderes anziehen?"

"Warum? Ich bin hier zu Hause, oder darf ich nicht mehr anziehen, was ich will?" In dem Moment klingelte es an meiner Wohnungstür und einem Nervenzusammenbruch nahe fiel meine Kinnlade runter. Mir kam in den Sinn Nadja umzubringen, doch darüber musste ich mir keine Gedanken mehr machen, denn Clarissa schmiss sich mir an den Hals und drückte mir einen Kuss auf die Lippen. Ich schaute sie argwöhnisch an... war sie gestern nicht älter? "Hey, das ging aber schnell." Versuchte ich höflich zu sein, was nicht so ganz klappte.

"Hey, ich freue mich so." Strahlte sie, während Nadja neben uns stand und uns abwechselnd anblickte. Bei meinem Gesichtsausdruck wäre sie beinahe in schallendes Gelächter ausgebrochen und machte sich aus dem Staub.

"Sam!"

"Hm?" Ich hatte die vor mir stehende Clarissa völlig vergessen.

"Ich kann heute nicht lange bleiben. Können wir uns am Mittwoch treffen?"

"Wenn du willst, gerne. Und wo sollen wir uns treffen?" Fragte ich ohne zu wissen warum ich das überhaupt fragte. Sag jetzt bitte nicht, Gymnasium. Dieses junge Gemüse wurde man nicht wieder los. Eigentlich hätte ich mich über ihre Antwort freuen sollen, aber es war genau das Gegenteil. Wir sollten uns morgen um 15 Uhr an der Realschule treffen. Sie war 16... wie besoffen muss man eigentlich sein, um das nicht zu erkennen? Nun ja, auf der Toilette sah sie wesentlich älter aus. An und für sich wollte ich ihr eine Abfuhr erteilen, doch einer Schülerin konnte ich nie das Herz brechen, und irgendwie tat sie mir leid. Lange konnte ich meinen Gedanken nicht nachhängen, denn sie schmiegte ihren Körper gegen meinen und flüsterte mir etwas ins Ohr, von dem ich nur verstand, ob man hier irgendwo allein sein konnte.

Am nächsten Morgen wachte sie in meinem Bett auf und ich fragte mich, ob sie kein Elternhaus hatte? Ich war bereit aufgestanden und im Bad verschwunden, als sie hinter mir stand. "Sam kannst du mich in die Schule fahren? Ich bin etwas spät dran." Fragte sie mich lächelnd.

"Hm." Morgens war ich nie sehr gesprächig und mir meinen weißen Anzug anziehend gingen wir zum Auto. Nur weil sie sich nicht von mir lösen konnte wäre ich beinahe auch zu spät gekommen. Abgehetzt und gestresst von meinem Wochenende kam auch gleich meine Sekretärin auf mich zu.

"Guten Morgen, Sam. Hier sind die Unterlagen... Ach ja, der Chef will dich sehen." Rief sie mir noch hinterher.

In meinem Büro stapelten sich die Unterlagen und Aufträge und ich war kaum drin, da klingelte auch schon mein Telefon. "Wagner." Meldete ich mich recht barsch. Wieder ein neuer Auftrag und ich hatte so schon eine Menge zu tun. Ungeachtet dessen, nahm ich ihn an und versuchte die Aufgaben gerecht zu verteilen. Das Gespräch mit meinem Chef verlief nicht so gut, da ein Auftraggeber überhaupt nicht zufrieden war... Er wollte ein Logo für ein Liebesnetz und mir fiel dazu einfach nicht das passende ein... worauf mein Chef meinte, das ich gefühlskalt und herzlos wäre. Blöde vor mich hinlächelnd versteinerte sich meine Miene und dann meinte mein Chef auch noch, ich solle mir einen Assistenten suchen. Kurz gesagt, es klappte nichts. Sybille anweisend eine entsprechende Anzeige in der Zeitung zu schalten ging ich in mein Büro zurück und nippte an meinem Kaffee.

Der gesamte Tag entwickelte sich zu einer Katastrophe und als dann endlich gegen 18 Uhr meine Wohnung betrat, da viel mir wieder etwas ein... Die Verabredung mit Andrea, und das schon in einer Stunde. Aufstöhnend ließ ich mich auf die Couch fallen. So wie es aussah war Nadja nicht da und wenn ich Glück hatte, dann kam sie erst um 21 Uhr wieder. Natürlich war dem nicht so, denn kaum als ich meine Augen geschlossen hatte, da stand sie auch schon im Wohnzimmer.

"Hast du nicht etwas vergessen?" Ich tat so, als ob ich ihre Frage nicht gehört hätte.

"Samantha Maria Wagner!" Schrie sie mir ins Ohr und ich viel vor Schreck von der Couch.

"Was soll das Ganze?" Fuhr ich sie wütend an.

"Du wirst jetzt zu Andrea fahren und alles mit ihr klären. Vielleicht lässt sie dich dann in Ruhe. Und wickle sie nicht ein, bei ihr wird das nicht funktionieren. Und wenn du nicht wieder in Ungnade fallen willst, dann beeil dich jetzt. Deine Andrea wartet auf dich. Viel Spaß und versuch diesmal deinen Mageninhalt nicht über ihr Gesicht zu verteilen, ich nehme an das das die erste Frau ist, die nach solch einer Begebenheit auch noch mit dir reden will. Ach ja, hier sind die Blumen für sie, du warst gestern ja verhindert! Und nun mach deinen Mund zu und fahr los!" Bemerkte sie aus dem Wohnzimmer verschwindend, doch in der Tür drehte sie sich noch einmal kurz um. "Und noch eins... wehe du schläfst gleich mit ihr... lass dir sagen, dass man eine Beziehung nicht so anfängt!"

So was verfrorenes hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt und wütend die verdammten Blumen schnappend stieg ich in meinen Jaguar. Um nicht zu spät zu kommen musste ich mich wirklich sputen und an einer roten Ampel richtete ich meine Haare und setzte meine Sonnenbrille auf... sie musste meine Gefühle ja nicht gleich in den Augen ablesen können. Dafür hatten Frauen... außer mir natürlich... ein Gespür. Meinen Wagen auf dem Parkplatz abstellend ging ich, mit dem komischen Gefühl einer Frau hinterher zurennen, zum Italiener. Wo ich doch jede haben konnte, was sollte das Ganze also? Meine Gedanken zur Seite schiebend drehte ich mich um, und bekam eine Ohrfeige. Andrea stand vor mir und starrte mich wütend an. Verdutzt fragte ich sie, was das solle und sie meinte das wäre die Strafe für Freitagabend.

"Aber da hast du mir doch schon eine geknallt!" Erwiderte ich trotzig.

"Ja, doch die hast du nicht wirklich gemerkt." Entgegnete sie und mir schwante, das dies noch nicht alles war. Und prompt knallte sie mir noch eine und ohne zu fragen wusste ich, das die fürs Fummeln war.

"Wie wäre es jetzt mit einem Hallo?!"

"Hallo, du hast zum Nüchtern werden ja eine ganze Weile gebraucht."

"Ja, und für all das was vorgefallen ist entschuldige ich mich bei dir."

"Du erinnerst dich also, das du dich mit meinem Exfreund geprügelt hast?"

Ich sah sie perplex an. "Ich habe was gemacht?" Wiederholte ich die Frage, in der Hoffnung, das ich mich verhört hatte.

"Du hast dich mit meinem Exfreund geprügelt, oder denkst du, die vielen blauen Flecke stammen von meinen Ohrfeigen?" Fragte sie mich überrascht.

"Ähm, ja natürlich." Erklärte ich unbehaglich, während sie mich die ganze Zeit fixierte. "Was willst du eigentlich von mir?" Die Frage lag mir schon eine Weile auf der Zunge.

"Du wirst mir helfen... Bei meinem Umzug."

"Aha... Wollen wir reingehen?" Fragte ich zum Italiener deutend.

"Nein! Wir gehen zu mir. Und glaube ja nicht, das du mich wie die anderen Tauben, einwickeln und ins Bett kriegen kannst. Ich finde es nur schade, wenn die Blumen vertrocknen würden... immerhin sind sie von Nadja." Erwiderte sie recht kühl.

Sie sprachlos anstarrend, überlegte ich woher sie das alles wusste. Noch beim Grübeln fiel mir ein, das ich in der Hektik die Verabredung mit Clarissa völlig vergessen hatte. Und prompt klingelt mein Handy. "Ja." Meldete ich mich genervt.

"Hey Sam! Hast du nicht etwas vergessen? Clarissa war vor ein paar Minuten hier... und wie sollte es auch anders sein... sie war sauer. Morgen um 16 Uhr sollst du sie an der Realschule abholen. Ich habe für dich zugesagt, das schaffst du doch, oder?" Hallte es ironisch an mein Ohr. Ich hätte ihr den Hals umdrehen können. Doch weiter kam ich mit meinen Gedanken nicht, denn Andrea tippte mich mit einem seltsamen Blick von hinten an und ich legte einfach auf. "Falsch verbunden!"

Einen Augenblick musterte sie mich von oben bis unten. Dann trabte sie los und ich drehte mich einfach um. Die kann mich mal. Ging es mir durch den Kopf. Ich schaffte es nicht mal bis zu meinem Wagen, als eine kleine Hand schmerzhaft mein Ohr packte und mich zu ihrer Wohnung zog. Erst vor der Treppe ließ sie mich los, und deutete mir an voranzugehen. Keine Anstalten machend die Treppe hinaufzusteigen, drohte sie mir mit ihrer Hand und ich marschierte zögernd nach oben. "Pah... Weiber." Murmelte ich leise. Ihren Blick und die hochgezogenen Augenbraue Andreas konnte ich in meinem Nacken spüren.

Wir betraten ihre Wohnung, die für meinen Geschmack zu romantisch eingerichtet war und konnte mir nicht verkneifen zu fragen, ob das hier ihr Liebesnest sei.

Ich hatte den Eindruck, das sie für ein paar Sekunden perplex war, was jedoch nicht lange anhielt als sie ausholte. Als ich mich duckte sagte sie: "Du hast Angst vor einer Frau? Das sieht dir gar nicht ähnlich. Und um auf deine Frage zurückzukommen... ich finde es so gemütlich." Mein Gesicht verziehend dachte ich nur, das es kitschig war.

Immer noch im Flur stehend machte keine von uns beiden Anstalten weiterzugehen. Warum hast du dich von deinem Freund getrennt?" Fragte ich sie unverblümt.

"Weil er mir zu gewalttätig war. An diesem Abend dachte ich er bringt dich um, und obwohl du es eigentlich verdienst hättest, bin ich dazwischengegangen, weil ich keine Lust hatte vor Gericht als Zeugin aussagen zu müssen." Von dem was sie sagte und dem Klang ihrer weichen Stimme hätte man annehmen können, es handelte sich um zwei verschiedene Personen.

"Oh ha... wie großzügig von dir, also schulde ich dir jetzt was?" Kommentierte ich süffisant.

"Du kannst dir gar nicht vorstellen wie tief du in meiner Schuld stehst, und glaube ja nicht das dies alles mit diesem Treffen bereinigt ist. Als erstes kannst du mir bei meinem Umzug helfen!"

"Ach ja? Und wie kommst du darauf, das ich dir helfe?" Fragte ich, sie ungläubig anstarrend.

"Weil ich dich sonst anzeige." Kam die unverblümte Antwort, und was mich am meisten auf die Palme brachte war, das sie auch noch recht hatte. Solchen Argumenten hatte ich nichts entgegenzusetzen. Diese Frau kämpfte mit harten Bandagen.

"Und warum willst du umziehen?"

"Wegen meinem Exfreund! Zuzuhören ist nicht gerade eine herausragende Eigenschaft von dir, wie?" Fragte sie schnippisch.

"Jetzt reicht's mir aber! Du bist doch nicht ganz dicht! Warum bin ich überhaupt hier? Ich wollte mich entschuldigen...!"

Und da machte sie es schon wieder, mitten im Satz unterbrach sie mich einfach. "Du bist gekommen, weil ich dich hierher geschleppt habe, denn von dir aus hättest du dich niemals gemeldet. Und genau aus diesem Grund hatte mir Nadja deine Nummer gegen, damit du endlich einmal etwas zuende bringst. Wenn du schon ins Gesicht kotzt und anschließend über mich herfallen willst, dann stehe gefälligst dazu! Wie lange hat es denn bis jetzt eine Frau bei ausgehalten? War es eine Nacht, oder doch ein ganzer Tag?" Fragte sie mich ungerührt.

Mir platzte der Kragen, und ich schrie sie an. "Weißt du überhaupt wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren? Denkst du, ich bin schon seit meiner Geburt so? Vor zehn Jahren hatte ich eine Freundin mit der seit dem Kindergarten zusammen war. Erst während unserer Pubertät hatten wir erkannt, was wir füreinander empfinden. Wir waren glücklich, bis ihre Eltern dahinter kamen und sie nach Australien zu Verwandten geschickt haben! Dort hat sie sich das Leben genommen und ich wusste, das ich sie nie wiedersehen würde. Warum soll ich nicht andere verletzen, wenn man mich verletzt hat? Kannst du mir darauf eine Antwort geben, oder hat es dir die Sprache verschlagen?" Rief ich, nur mühsam meine Trauer unterdrückend. Wie lange war es her, das ich an sie gedacht habe?

Mein Körper zitterte, doch tief aus- und einatmend bekam ich mich schnell wieder unter Kontrolle und zog meine Fassade wieder hoch. Uns unentwegt anstarrend, hätte ich Nadja erst recht umbringen können.

Doch plötzlich bemerkte ich, wie eine Last von mir abfiel und mein Herz leicht wurde. Mir fiel ein, das ich nie mit jemandem darüber gesprochen hatte. Das einzige was mich daran störte war, das es ausgerechnet Andrea sein musste.

Um Fassung ringend kam Andrea auf mich zu. Doch anders als erwartet, packte sie mich unsanft an meinem Kragen und zog mich zu ihrem Gesicht herunter. "Selbst wenn dir das wiederfahren sein sollte, was ich nicht glaube. Dann hast noch lange nicht das Recht, Frauen wie Spielzeug zu behandeln!" Erwiderte sie immer lauter werdend. "Ich glaube, das deine Geliebte dich verlassen hat, weil du so herzlos bist! Sie hätte dich mal richtig rannehmen sollen. Vielleicht hättest du dann menschlichere Züge!"

Während ich spürte, wie ich meine Kontrolle verlor, trommelte sie, irgendetwas murmelnd, mit ihren Händen auf meinen Brustkorb ein. Ich wollte nur noch raus, und voller Panik ergriff ich ihre Hände und riss mich von ihr los. Wir sahen uns kurz an, dann stürmte ich hinaus. "Das einzige was du kannst ist wegrennen, du Feigling!" Schimpfte sie hinter mir her, doch das war mir völlig egal. Fix und fertig setzte ich mich in mein Auto und meine Tränen unterdrückend saß ich nur da und wollte nur noch nach Hause.

Die Nacht war sehr kurz und mein Schlaf war auch nicht ruhig. Eigentlich schlief ich nicht wirklich... Andrea erinnerte mich an irgend etwas. Einfallen wollte es mir nicht und so stand ich auf und ging unter die Dusche. Noch bevor Nadja mit mir ein Wort wechseln konnte, war ich verschwunden. Im Büro lief es auch nicht gut, seit ich Andrea kennen gelernt hatte, geriet mein Leben aus allen Fugen. Dann folgten ein paar Vorstellungsgespräche, doch keiner wurde den Anforderungen gerecht. Im Laufe des Tages wurde meine Laune etwas besser, sie würde mich in Ruhe lassen. Kurz vor 15 Uhr bekam ich dann einen Anruf. "Wagner?"

"Hey Sam! Ich wollte dich daran erinnern, das Clarissa auf dich wartet. Wenn du nicht zu ihr fährst, schicke ich sie in dein Büro."

"Bitte nicht! Ich habe noch zu tun und keine Zeit."

"Nichts da, beeile dich." Sagte sie nur und legte dann auf. Ich beschloss doch zu fahren, denn wenn die Kleine in meinem Büro erscheinen würde, gäbe es noch mehr Ärger. Also fuhr ich los und holte den One-Night-Stand ab.

Und die war auch noch pünktlich, um sie herum ein Haufen Freunde. Auch das noch. Ich verdrehte meine Augen und schob die Sonnenbrille ein Stück höher. "Hallo!" Sagte ich betont lässig.

"Hi du! Das sind meine Freunde, die wollten dich mal kennen lernen."

Jetzt ganz lieb lächeln und nur nichts anmerken lassen. Nach dem dritten Namen hörte ich dann auf zu zählen. Clarissa drückte mir einen Kuss auf die Lippen und flüsterte. "Du, können wir jetzt fahren? Ich habe noch etwas anderes mit dir vor. Außerdem will dich mein Vater kennen lernen."

Toll... Schwiegerpapa kennen lernen, mein größter Wunsch. Ich hielt ihr die Tür auf und sie stieg ein. Lieber noch mal ins Bett mit ihr, als den Rest der Hühner zu ertragen. An einer großen Villa hielten wir an und sie zog mich durch den Eingang. Die Hütte war wirklich groß, plötzlich kam mir jemand entgegen, den ich nur all zu gut kannte.

"Papa das ist Sam!" Missbilligend schaute er mich an... und ich wusste, das sich meine Karriere ihrem Ende neigte.

"Guten Tag... Hi...!" War das einzige was ich herausbekam, was musste mir denn noch alles passieren? Erst legte ich ne Minderjährige flach, und dann stellt sich raus das ihr Vater mein Chef ist! Er ging an mir vorbei und packte mich an der Schulter.

"Ich will Sie Morgen in meinem Büro sehen! Haben wir uns verstanden?" Zischte er mir leise ins Ohr.

"Aber gerne." Erwiderte ich deutlich schluckend. Dann ging er zum Auto und fuhr davon. Das hatte ich auch vor, und zwar schleunigst. Schließlich musste ich mich nach einer neuen Arbeit umschauen.

"Sam komm wir gehen rein, oder willst du hier Wurzeln schlagen?" Hätte ich nicht einfach umfallen können, und tot liegen bleiben? Nein natürlich nicht, sie zog mich ins Haus und das hatte einiges zu bieten. Damit meinte ich nicht nur die kleine Schnecke. An einem großen Pool blieb sie stehen und entblößte Stück für Stück von ihren Körper. Hmm! Ich kann mir ja auch nach dem Schäferstündchen eine neue Arbeit suchen. Entspannung braucht der Körper auch. Dachte ich grinsend und machte mich auf den Weg.

Bevor ihr Vater zurückkam, war ich schon über alle Berge und lag nun entspannt in meiner Wanne. Anscheint wusste Nadja nichts von den neusten Ereignissen, folglich konnte sie mir auch keine Vorwürfe an den Kopf werfen. Irren ist menschlich, sie saß nämlich mit hochrotem Kopf in meinem Schlafzimmer, und keuchte so laut, das man hätte meinen können sie hätte gerade einen Orgasmus. Diese Vorstellung brachte mich zu lachen, was ihre Wut aber nicht minderte. Da ich keine Lust hatte zu diskutieren, ignorierte ich sie einfach und mir ein Buch schnappend stiefelte ich in die Wohnstube. Sie folgte mir auf den Fuß folgt und setzte sich neben mich, ihrem Blick konnte ich nicht lange standhalten und gab schließlich auf. "Was ist?" Wollte ich kurz und bündig wissen.

"Hast du mir nichts zu sagen? Was hast du nun wieder angestellt?" Platzte sie heraus und sprang auf.

"Nichts!" Erwiderte ich gereizt. "Mir ist der Kragen geplatzt und ich hab mich einfach aus dem Staub gemacht. Ende und Aus. Und weil Clarissa die Tochter von meinem Chef ist, werde ich ab Morgen auch keinen Job mehr haben."

Ihre einzige Reaktion war ein hysterisches Lachen. "Du hast die Tochter deines Chefs flach gelegt? Da hast du dir aber ein schönes Süppchen eingebrockt." Gluckste sie zwischen Lachanfällen.

"Wenn ich mich recht erinnere, dann hast du mir diese Suppe eingebrockt!" Konterte ich nun ebenfalls aufspringend.

"Ach Sam! Auf eine andere Weise hättest du wahrscheinlich auch keine Lehre daraus gezogen. Andrea will, dass du dich bei ihr meldest."

"Darauf kann sie lange warten. Die kann mich mal kreuzweise."

"Wenn du dich nicht bis Morgen bei ihr gemeldet hast, zeigt sie dich an."

"Weißt du was? Dann soll sie es machen, ich habe keine Lust mich von ihr mit soviel Verabredungen erpressen zu lassen, bis ich letztendlich freiwillig in den Knast gehe. Warum also warten?" Mit diesen Worten ging ich in mein Schlafzimmer und schloss die Tür hinter mir ab.

Am nächsten Morgen betrat ich mit gemischten Gefühlen mein Büro. Doch ich bekam noch eine Gnadenfrist als Sophie mir mitteilte, dass mein Chef erst am nächsten Tag wieder da sei. Einen Tag länger einen Job und das wichtigste davon, am Leben. Ich schlürfte meinen Kaffee und wartete auf das letzte Vorstellungsgespräch. Die Mappe hatte ich mir noch nicht zu vorgenommen, da das Gespräch ja eh eine Zeitverschwendung sein würde. Grübelnd, ob ich gerade einen Fehler begehen würde klopfte es an der Tür. Vor Schreck ließ ich meinen Stift fallen, und während ich ihn aufhob sagte ich herein. Ich sah von unten zwei wunderschöne Beine, die auf meinen Schreibtisch zusteuerten. Dann hörte ich eine liebliche Stimme, und ich stieß mir den Kopf an der Unterseite meines Schreibtischs. Als ich vom Schreibtisch hoch sah, viel mir fast die Kinnlade runter.

"Sieh mal einer an... du bist also Sam Wagner?" Bemerkte sie, nun nicht mehr so lieblich.

"Andrea." Rief ich überrascht. "Was machst du denn hier?"

"Der Job, aber nun ich habe kein Interesse mehr daran."

"Okay dann eben nicht." Es war mir nur recht.

Sich wütend umdrehend ging sie zur Tür, blieb aber kurz davor stehen und kam zu meinem Schreibtisch zurück. "Hast du überhaupt einen Blick auf meine Bewerbung geworfen?"

"Wenn ich das getan hätte, glaubst du dabb allen Ernstes, ich hätte dich in mein Büro gelassen?" Konterte ich.

"Eine bessere Assistentin kannst du gar nicht bekommen. Und wer will schon mit solch einem Widerling arbeiten?" Erklärte sie, immer noch sauer.

"Das erhöht nicht gerade deine Chancen auf diesen Job." Bemerkte ich mit dem Versuch gelassen zu wirken.

"Dann sieh dir die Unterlagen an." Forderte sie mich auf.

Während ich ihre Bewerbungsunterlagen las musste ich feststellen das sie immer selbstsicherer wurde. Ich dagegen fing langsam an zu zweifeln... sie war wirklich die Beste. "Es gibt noch andere Bewerber, die sind genauso gut."

"Und warum bin ich dann die Letzte, die zu einem Vorstellungstermin geladen wurde?"

Mann... die wurde richtig unerträglich. "Was verlangst du von mir? Soll ich vor dir niederknien und dich anflehen in unseren Konzern zu kommen?" Fragte ich spöttisch.

"Du wirst noch angekrochen kommen." Drohte sie.

Aufgebracht sprang ich auf. "Ich werde dir mal was sagen! Morgen werde ich keinen Job mehr haben. Ich wäre ja schön blöd, wenn ich dir jetzt einen Gefallen tun, und dich einstellen würde. Du kannst ja eine neue Bewerbung als Marketingleiterin abgeben. Und jetzt verlass auf der Stelle mein Büro!"

Verletzt funkelte sie mich an. "Komm schon, gib mir den Job und ich vergess die andere Sache."

"Nein! Zeig mich ruhig an, was habe ich denn noch zu verlieren? Warum willst du denn unbedingt diesen Job?"

"Ich brauche das Geld. Nach meiner Selbständigkeit bin ich pleite gegangen und muss nun einen Haufen Schulden abbezahlen."

"Mir kommen die Tränen." Kaum gesagt, hatte sie mir wieder eine gescheuert... warum konnte ich meinen Mund nicht halten?

"Du bist ein solch selbstgefälliges Arschloch." Beschimpfte sie mich.

"Sagst du das allen Leuten an deinen ersten Arbeitstag?" Ich weiß nicht was mich da geritten hatte, aber ich musste sie einstellen. Sie war wirklich die Beste und wenn ich schon meinen Job verlieren sollte, dann wäre sie für diese Stelle am geeignetsten.

"Wie meinst du das?"

"Du hast den Job. Ich gebe es zu, das du die Beste bist, und auch wenn ich noch ein Jahr hier sitzen würde, dann würde trotzdem keine bessere kommen. Du kannst Morgen anfangen, sei gegen 9 Uhr hier. Dann unterschreibst du den Arbeitsvertrag und kannst anfangen." Erklärte ich, mich geschlagen gebend. Außerdem hatte ich auch keine Lust mehr, mich mit ihr zu streiten. Ich rieb mir meine Schläfen während sie mich musterte. "Sie können jetzt gehen Miss..." Ich schaute in die Unterlagen und dann ihr ins Gesicht. "Kronberg." Sagte ich tonlos.

Sie stand auf und sah mich kalt an. "Dann sehen wir uns Morgen. Ich werde um Neun da sein. Auf Wiedersehen Frau Wagner." Verabschiedete sie sich, meinen Namen besonders betonend.

"Hm! Tschüss." Entgegnete ich und verlor mich in meinen Gedanken. Plötzlich wurde meine Tür aufgerissen und Sybille stand aufgeregt mit einem Fax wedelnd vor mir. "Frau Wagner! Frau Wagner! Der Chef ist tot!"

"Wie... Was?"

"Sein Flugzeug ist abgestürzt und niemand hat überlebt. Was wird jetzt aus dieser Firma? Verlieren wir alle unsere Jobs?"

"Nun beruhigen Sie sich erst einmal. Trinken sie einen Schluck Tee und setzen sie sich." Andrea stand noch in der Tür und beobachtet mich. Ich ignorierte sie und gab Sybille den Tee. "Die Firma wird nicht geschlossen. Sie werden ihren Job behalten. Ich denke mal das er einen Manager vorgeschlagen hat, der das Geschäft weiterführt bis seine Kinder alt genug sind um diese Firma übernehmen zu können. Ich werde mich diesbezüglich mit den Behörden in Verbindung setzen. Miss Kronberg! Kommen Sie bitte noch einmal in mein Büro!" Sie kam tatsächlich und Sybille ging sofort. Ich konnte es nicht fassen, mein Job war auf eine sehr makabere Art gerettet und niemand wusste etwas davon. "Ich muss die Stelle erst einmal streichen. So lange wie wir nicht wissen wer als Geschäftsführer eingesetzt wird und wie es weitergeht, kann ich dir diese Stelle nicht geben." Erklärte ich ihr, innerlich froh darüber. Sie sagte nichts, und sah mich bloß an, als ob sie es geahnt hatte und verließ ohne ein weiteres Wort das Büro. Mein Tag war gerettet und besser konnte es schon fast nicht mehr werden. Aber es wurde besser. In seinem Testament stand, das ich als Geschäftsführer eingestellt werden soll, bis Clarissa ihr Studium abgeschlossen hatte und das würde noch Jahre dauern.

Übermütig fuhr ich an diesem Abend nach Hause und umarmte sogar Nadja.

"Was ist denn mit dir passiert?" Fragte sie, mich argwöhnisch ansehend, während ich mir einen Kaffee eingoss. "Mein Chef ist heute mit dem Flugzeug abgestürzt."

"Und darüber freust du dich? Ich sagte es ja... du wirst immer gefühlskälter." Bemerkte sie verbittert.

"Nein, darüber freue ich mich nicht. Aber es hat meinen Job gerettet und ich wurde nun Geschäftsführerin dieses Unternehmens, bis Clarissa mit ihrem Studium fertig ist."

"Du bist Geschäftsführerin geworden? Wie kann man nur so viel Glück haben?"

"Das war schon ein Wunder. Jetzt entschuldige mich, ich möchte diesen Tag in Ruhe ausklingen lassen." Sprach ich und rannte sofort in mein Schlafzimmer.

In den nächsten Tagen lief alles super, bis ich an einem Tag in meinen Briefkasten geschaut habe. Eine schriftliche Vorladung wegen sexueller Belästigung. Diese kleine Schlange hatte mich tatsächlich angezeigt. Ich grollte innerlich und fuhr mit einem Affenzahn zu ihr. Nach mehrmaligen Klingeln öffnet sie die Tür und schaute mich verächtlich an. "Du hast mich tatsächlich angezeigt? Statt deinen Lover anzuzeigen hast du mich angezeigt, obwohl nichts passiert ist?" Brüllte ich außer mir vor Wut.

Sie zog mich unsanft in die Wohnung. "Ja ich habe dich angezeigt! Dir war es doch egal, oder nicht!"

"Schatz? Wer ist denn da?" Rief ein junger Mann, der unrasiert, mit fettigen Haar, und schmutzigem T-Shirt auf uns zugetorkelt kam.

"Das ist nur eine Bekannte. Geh wieder ins Wohnzimmer." Erwiderte sie ängstlich.

"Würdest du jetzt bitte gehen?" Bat sie eindringlich.

"Nein! Zuerst nimmst du diese Anzeige zurück! Mir ist es völlig egal was er mit dir macht." Das war gelogen, doch das musste sie ja nicht wissen.

"War das dein Bekannter? Hm! Seit wann hast du diesen Schönling als Bekannten?"

"Seit in paar Wochen."

"Könnten Sie uns bitte in Ruhe lassen?" Gab plötzlich dieser Bekannte von sich und meine Geduld war zu Ende... seine Hemmschwelle anscheinend auch. Mit einem Ruck zog er mich gegen die Wand, und für einen Moment war ich sprachlos. "Mein Gott wie viel hast du denn getrunken oder arbeitest du in einer Schnapsbrennerei?" Wollte ich wissen, da sein Atem wirklich widerlich war.

"Deine Bekannte hat eine ganz schön große Klappe. Wer ist sie wirklich?" Raunzte er Andrea an.

"Wir waren doch auf dieser Party..." Weiter kam sie nicht, denn ihm war wohl ein ganzer Kronleuchter aufgegangen.

"Du hast doch meine Freundin angebaggert! Du Scheiß Lesbe."

"Hey... ich war betrunken und da kann man schon mal etwas über die Stränge schlagen."

"Du hast mich angekotzt!"

"Auch so was kann passieren. Hätte schlimmer sein können." Mir wurde es langsam zuviel. Zuerst die Tussi... dann der durchgeknallte Lover... was kam als Nächstes?

"Will die dich schon wieder anbaggern?" Er ließ mich los, schnappte sich aber zeitgleich Andrea und drückte sie an die Wand.

"Du tust mir weh." Rief sie und zum ersten Mal tat sie mir leid.

"Hey, komm schon, lass sie los. Ich wollte ihr bloß sagen, das sie morgen um Neun im Büro sein soll. Die Stelle des Marketingleiters ist frei geworden." Ich griff nach seiner Schulter... ein dummer Fehler. Ohne zu Zögern rammte er mir seine Faust in den Magen... mir wurde schlecht und ich schnappte nach Luft. Mein Gott, das waren Schmerzen. Jämmerlich sackte ich zu Boden, und nach einer kleinen Verschnaufpause trat ich gegen sein Knie. Überrascht durch diese Attacke ließ er sie los. Ohne zu überlegen packte ich ihre Hand und zog sie aus der Wohnung, direkt in mein Auto und fuhr davon. "Wo soll ich dich raus lassen?"

"Du hast mich mitgeschleppt, also fahren wir zu dir nach Hause."

"Vergiss es! Ich habe dich mitgeschleppt, weil ich dich als Marketingleiterin brauche, nicht aber als Wohngenossin."

"Ich bin pleite, er hat mein restliches Geld. Wo soll ich bitte schön hin?"

"Okay... gut. Meinetwegen! Dann kommst du eben mit zu mir, aber halte bitte den Mund. Gleich morgen wirst du dir ne neue Wohnung suchen. Ich kann es nicht ertragen mit dir in einer Wohnung zu leben."

"Denkst du vielleicht ich? Warum hast du ihm erzählt, ich würde Marketingleiterin werden?"

"Weil du es wirst."

"Und wo arbeitest du dann?"

"Ich bin Geschäftsführerin geworden und diese Stelle ist nun mal frei. Du kannst sie annehmen oder es sein lassen, es liegt bei dir."

"Ich nehme sie an. Ich sehe dich ja nicht jeden Tag. Damit sollte ich leben können."

"Geht mir genauso, würde es dir außerdem etwas ausmachen, die Anzeige zurückzunehmen?" Sie grummelte irgend etwas, das ich jedoch nicht verstehen konnte.

Zu Hause sah uns Nadja perplex an und gesellte sich auch gleich zu uns.

"Sie wird in deinem Zimmer schlafen! Zeige ihr alles... sie wird sich morgen eine eigene Wohnung suchen. Ich will weder Fragen noch Kommentare hören. Und von dir möchte nur noch wissen, wann du meine Wohnung verlassen möchtest?" Nadja musste gespürt haben das ich verdammt wütend war und bemerkte nur, das sie sich eine neue Bleibe suchen würde. Damit war mein Gespräch beendet, ich ging sofort unter die Dusche, wo ich sah, das ich einen riesigen blauen Fleck abbekommen hatte. Der tat auch noch verdammt weh, und ich begann über alles und jeden zu fluchen. Morgen war auch noch die Gedenkfeier für meinen verstorbenen Chef und ich hatte dort zu erscheinen. Ich hatte das Gefühl irgend etwas vergessen zu haben. Wollte mir aber keine Gedanken mehr machen und schlürfte müde, kaputt und mit den Nerven am Ende in mein Bett.

In dieser Nacht hatte ich einen seltsamen Traum... in dem Andrea vorkam, doch sie schien jemand anderes zu sein. Am nächsten Morgen schüttelte ich meinen Kopf, so als ob ich das alles von mir abschütteln wollte und stand auf. Niemand anderes war wach, so dachte ich zumindest.

"Guten Morgen!" Der kühlen Stimme nach konnte es sich nur um Andrea handeln. "Morgen!" War meine einzige Reaktion und verschwand sofort ins Bad.

Nadja klopfte nur kurz danach an die Tür, und rief etwas von dem ich dachte, das es Frühstück bedeuten sollte. "Was hast du gesagt?"

"Es gibt Frühstück! Beeil dich bitte."

"Frühstück?" Fragte ich verwirrt.

"Ja Frühstück... du weißt schon, Kaffee, Brötchen, Eier, Marmelade und Butter. Ich weiß, das das für dich ist das ein Fremdwort ist. Komm einfach."

Mit Jeans und einem T-Shirt bekleidet setzte ich mich dann an den Tisch und musterte beide. "Erzähl mir jetzt nicht das du Frühstück machen kannst, Nadja?" Frotzelte ich.

"Kann ich auch nicht, es wäre mir auch nie eingefallen, für dich Frühstück zu machen. Du isst ja nur unterwegs oder im Büro. Andrea hat Frühstück gemacht, bedanke dich bei ihr."

"Danke."

"Schon gut." Nadja sah uns beide an... die Spannungen zwischen uns waren so aufgestaut, das man sie hätte schneiden können.

"Soll ich vorsorglich einen Notarzt rufen?" Erkundigte sich Nadja, ironisch grinsend.

"Und wieso?" Fragte ich leicht sauer.

"Weil man bei euch beiden das Gefühl hat, als ob ihr gleich aufeinander losgehen würdet. Seit ihr sicher, das ihr zusammen arbeiten wollt?"

"Nenne es freiwilligen Zwang. Ohne Job nimmt sie die Anzeige nicht zurück. Übrigens... Hab ich mich schon bei dir für das alles bedankt? Ich hätte dir den Hals umdrehen sollen!"

"Was ist dein Problem?" Mischte sich nun zu allem Überfluss auch noch Andrea ein.

"Warte einen kleinen Moment..... Vor zwei Wochen hatte ich ein tolles Leben, dann kam dieses verfluchte Wochenende. Ich hatte eine Minderjährige flach gelegt, die mir seitdem auf die Nerven geht und deren Vater mein, nun verstorbener, Chef war. Dann musstest du mich, obwohl ich völlig betrunken war, auch noch ansprechen. Im Normalfall hält so etwas Frauen ab, doch dich anscheinend nicht. Ich hab mich übergeben müssen, und das geradewegs in dein Gesicht, dann habe ich dich angebaggert und dann noch eine Prügelei mit deinem Lover oder Ex angefangen. Dann gibt Nadja dir meine Nummer, du rufst an und ich weiß nicht so recht was du willst. Dann zeigst du mich an, weil ich dir diesen Job nicht gegeben habe, ich fahre zu dir, da ist dein Lover, betrunken und gewalttätig, der mich zudem noch angreift und ich nehme dich letztendlich mit... seit diesen zwei Wochen weiß ich nicht mehr wo mir dir Kopf steht." Erklärte ich mit meiner Faust auf den Tisch schlagend. "Und da fragst du was mein Problem ist?"

Andrea war völlig ruhig geblieben. "Warst du je bei einem Therapeuten?"

"Was?"

"Hast du jemals darüber gesprochen was vor zehn Jahren passiert ist?"

"Das geht niemanden etwas an."

"Du hast es mir erzählt."

"Weil du mich zur Weißglut gebracht hast."

"Liebst du sie noch immer?"

"Was geht dich das an?"

"Du hattest mal ne Freundin?" Fragte Nadja, völlig aus dem Häuschen.

"Ja, das hatte sie und nicht nur das, sie hat sie sogar geliebt. Das hätte sie mir, wie sie gerade erwähnte, nie erzählt, wenn ich sie nicht provoziert hätte."

"Was ist denn aus ihr geworden?"

"Sie ist tot." Mir wurde schwindlig und ich verschwand im Bad. Leise kamen mir die Tränen, vielleicht sollte ich mal Urlaub nehmen. Seit ihrem Tod hatte ich mich in Arbeit gestürzt... wollte mich nicht mehr daran erinnern und doch schlich sich immer häufiger die Erinnerung ein. Als ich mich wieder gefasst hatte, zog ich mich um und ging dann noch einmal in die Küche. "Wir müssen los oder willst du an deinen ersten Arbeitstag zu spät kommen."

Andrea sah mich mit einer Mischung aus Mitleid und Unverständnis an. Wie ich solche Blicke hasste. "Ich bin fertig." Sagte sie und wir fuhren schweigend in die Firma. Ich wusste auch nicht, was ich ihr hätte sagen sollen.

"Guten Morgen Chefin." Kam mir Sophie gut gelaunt entgegen, das wirkte immer wie ein Wunder.

"Guten Morgen Sybille. Ich möchte das Sie Frau Kronberg ihr Büro zeigen und dann rufen Sie diese Nummer an und sagen der jungen Frau das Sie gegen 11 Uhr in meinem Büro sein soll."

"Wird erledigt. Kommen Sie Frau Kronberg."

Das Weinen am Morgen hatte gut getan und ich war nun richtig gut gelaunt. Die Arbeit ging voran und auch die Mitarbeiter brachten vollen Einsatz. Pünktlich auf die Minute klopfte es an meiner Tür und Nadja stand in meinem Büro. "Du wolltest mich sprechen?" Fragte sie unsicher und ich bat sie sich zu setzen.

"Ich weiß, das du dich von deinem Freund getrennt hast, ich folgere daraus das du keinen Job hast und deshalb hier eine neue Bleibe suchst. Ich biete dir an, als Sekretärin von Andrea anzufangen. Du kannst das, und ich habe keine Lust eine Stellenausschreibung rauszugeben."

"Ist das dein Ernst? Du willst, das ich hier arbeite? Hast du Fieber?"

Verdattert schaute ich sie an. "Nein, habe ich nicht. Und wie du weißt ist meine Geduld nicht grenzenlos..."

"Ich nehme den Job. Solltest du doch ein Herz haben?" Es sollte witzig klingen, aber sie hatte recht. Ich musste mich sehr verändert haben, warum hatte ich es nie bemerkt?

"Morgen um Neun fängt dein Tag an. Deinen Vertrag mache ich fertig und bringe ihn heute abend mit. Außerdem kannst du etwas für mich bestellen." Ich schrieb alles auf einen Zettel und reichte ihn ihr.

"Ist das dein Ernst?"

"Ja."

"Okay, ganz wie du möchtest." Sie verließ mein Büro und für einen Moment lauschte ich dem Gezwitscher der Vögel. Das Leben konnte auch schön sein. Mein Telefon klingelte und ich nahm gut gelaunt ab.

"Hallo? Wer ist denn dran? Ich möchte Frau Wagner sprechen." Ertönte die andere Stimme und ich verkniff mir ein lautes Lachen.

"Was kann ich für dich tun Andrea?" Für einen Moment hörte man nur das Rauschen der Leitung.

"Ich blicke in deinem alten Büro nicht durch und deine Sekretärin anscheinend auch nicht."

"Du wolltest fragen ob ich kurz bei dir vorüberkommen könnte?"

"Ja." Mich um etwas zu bitten schien ihr ganz und gar nicht zu gefallen.

"Ich bin in fünf Minuten bei dir."

"Okay." Erwiderte sie verdutzt und legte auf. Ich nahm einen kleinen Schlüsselbund und lief zum Aufzug.

"Hier sind die Schlüssel, die hatte ich vergessen. Und zudem brauche ich bis Ende der Woche eine Idee für dieses Thema." Ich zeigte ihr meinen Entwurf für das Logo des Liebesnetzes und sie musste wirklich lachen. "Ich denke, das müsstest du bis Ende der Woche schaffen können. Morgen kommt dann deine neue Sekretärin."

"Danke, und wer ist das?"

"Nadja." Sie fasste mir an die Stirn. "Was habt ihr Beide eigentlich? Ich bin nicht krank und Fieber habe ich auch nicht. Heute werden wir noch Essen fahren. Das war doch eine deiner Bedingungen. Ich hole dich gegen 18 Uhr ab." Erklärte ich und sie willigte ein. Was war denn mit mir los? So gut hatte ich mich noch nie gefühlt, alles schien von alleine zu gehen. Verdutzt blickte sie mir hinterher und schüttelt dann ihren Kopf. Sybille hatte es mir nach der Gedenkfeier erzählt.

Zu dieser Gedenkfeier waren viele seiner ehemaligen Freunde gekommen, und im Büro hatte ich eine Schweigeminute angeordnet. Ich sah Clarissa und ihre Mutter, beide standen mit betretenen Mienen an seinem Grab. Ich versteckte mich etwas und hörte dem Pfarrer zu. Er war zwar ein guter Chef, aber irgendwie war ich auch erleichtert, das er nicht mehr unter uns weilte. Bevor mich noch irgend jemand ansprechen konnte, fuhr ich nach Hause. Ich wollte nur schnell duschen und mich umziehen und dann wieder zurück. Durch die Möbelpacker hatte sich das heraus gezogen und ich musste mich beeilen. Um 16 Uhr kam ein neuer Auftraggeber. Doch als ich in mein Büro kam, wartete dort eine Überraschung auf mich.

"Chefin! Die Witwe und ihre Tochter sind hier." Mein Herz blieb für einen Moment stehen. Mit trockenem Mund betrat ich mein Büro und die beiden starrten mich an.

"Guten Tag. Ich bin Frau Walter-Schmidt und das ist meine Tochter Clarissa."

"Guten Tag. Setzen Sie sich bitte." Der Blick von Clarissa klebte auf meinen Gesichtszügen, doch sie sagte nichts.

"Mein Mann hat sie als Geschäftsführerin vorgeschlagen und er wird dafür seine Gründe gehabt haben. Diesen Wunsch werden wir respektieren. Doch ich wollte sie darüber informieren, das diese Firma verkauft wird, da meine Tochter Kunstgeschichte studieret und diesen Konzern nicht übernehmen wird."

"Das können Sie doch nicht machen! Hier arbeiten Hunderte von Menschen und sie wollen diese Firma dicht machen?"

"Bis wir einen Käufer gefunden haben läuft die Firma normal weiter. Auf Wiedersehen." So schnell wie sie gekommen war, verschwand sie auch wieder. Es war ungerecht, ihr Mann hatte jahrelang nur für diese Firma gelebt und sie wollte sie nun sofort verkaufen. Meine Laune wurde auch nicht besser, als ich Andrea abholte. Sie bemerkte dieses sehr schnell und nach einiger Überwindung klärte ich sie auf.

"Jetzt lass uns diesen Abend genießen und morgen können wir uns den Kopf darüber zerbrechen."

"Du hast Recht. Wir fahren zu diesem Italiener, da wo du mir eine gescheuert hast." Sagte ich lächelnd zu ihr.

"Okay, du kannst gerne einen Nachschlag haben. Danach fahren wir aber tanzen."

"Muss das sein? Ich tanze nur im volltrunken Zustand." Stöhnte ich.

"Nichts da! Heute bleibst du nüchtern und wir werden tanzen." Ich ergab mich meinem Schicksal, da es ja eh keinen Sinn hatte darüber zu streiten. Wenn sich Frauen etwas in den Kopf gesetzt hatten, dann wollten sie das bekanntlich auch. Bei mir traf dieser Spruch wohl nicht zu.

Gleich nach diesem üppigen Mal wollte sie in ein kleines Lokal fahren und ich fuhr das Auto zu einem abgelegenen Parkplatz. Im Lokal war die Luft stickig und mit Rauch erfüllt. Es brannte fürchterlich in den Augen, gerade wollte ich wieder raus, als Andrea meine Hand packte und mich zu einer Tanzfläche schleifte. Nach einer Weile machte es auch mir Spaß und erst gegen Zwei verließen wir das Lokal wieder. Zum ersten Mal verließ ich solch eine Lokalität nüchtern, doch diesmal war Andrea etwas angeheitert. "Ich lade dich ein. Wir fahren noch zu einer Bar."

"Du willst jetzt noch in eine Bar?"

"Ja. Bitte! Wie ich schon sagte, ich lade dich ein."

"Ich denke du hast kein Geld."

"Das war eine kleine Lüge, ich wollte nicht das du mich einfach an der nächsten Pension raus schmeißt. Ich wollte noch einmal mit dir reden."

"Nun gut. Es lohnt sich nicht darüber zu streiten. Wo genau möchtest du hin?" Sie erklärte mir den Weg und schließlich standen wir vor dem Radisson SAS. "Hier willst du an die Bar? Dann war das aber keine kleine Lüge." Stellte ich etwas überrascht fest.

"Ich erkläre es dir bei einem Cocktail. Komm einfach mit." Widerwillig ließ ich mich in das Hotel ziehen, Frauen konnten so erbarmungslos sein.

Wir fuhren in den fünften Stock und irgendwie hatte ich das Gefühl das wir wohl keinen Cocktail trinken würden. An einer großen Suite machen wir Halt und sie schloss die Tür auf. "Wenn du hier einen Cocktail trinken willst, bin ich mir nicht sicher ob das eine so gute Idee ist."

Statt zu antworten schob sie mich in die Suite. "Wer hat denn gesagt, das wir hier einen Cocktail trinken werden?" Flüsterte sie mir ins Ohr. Ich bekam eine Gänsehaut, und zum ersten Mal nahm ich mir die Zeit, und musterte sie genau. Ihren wohlgeformten Körper, die Beine, die ich vor ein paar Wochen gesehen hatte, sie bewegte sie schwungvoll und elegant. Zum ersten Mal spürte ich ein Kribbeln im Bauch, eins, das ich schon lange nicht mehr hatte. Irgendwie erinnerte sie mich an jemanden, so, als ob ich sie kennen würde. Mit einem Glas Champagner kam sie wieder auf mich zu und reichte ihn mir. "Setz dich und entspann dich. Oder mache ich dich womöglich nervös?" Schnurrte sie noch immer in diesem Flüsterton. Ich erstarrte in meinen Bewegungen und schnappte leicht nach Luft.

"Du fängst an, dich zu erinnern was?" Fragte sie plötzlich. Ich verstand nicht ganz, was sie von mir wollte. "Wir haben uns fast zehn lange Jahre nicht gesehen und du hast dich sehr verändert. Aber deine Augen, haben schon immer deine Gefühle wiedergespiegelt." Immer noch stand ich wie eine Salzsäule im Wohnbereich. "Ich hatte mich auf unser erstes Treffen gefreut, da wusste ich aber noch nicht das du betrunken warst und deinen Magen über mich entleerst. Dein Benehmen war wirklich unter aller Sau. Wenn ich dich nicht kennen würde, hätte ich niemals den Kontakt zu dir gewollt. Wie konntest du denn die anderen Frauen nur so schnell einwickeln?"

"Mit Charme und Leidenschaft." Antwortete ich, schließlich meine Stimme wiederfindend und konterte aufgebracht. "Man hatte mir erzählt, du seiest tot. Aber wie ich sehe bist du es nicht. Weißt du wie lange ich darunter gelitten habe?" Fragte ich sie, nicht mehr fähig meine Emotionen unter Kontrolle zu halten.

"Ach Sam..." Das hatte sie schon früher gemacht, immer dann wenn sie mein Temperament zügeln wollte.

"Nein, ich will es gar nicht hören!" Unterbrach ich sie wütend. Sie kam auf mich zu, und Panik erfüllte meinen Körper. Ich wollte es nicht noch einmal erleben, schon gar nicht den Schmerz und die unerfüllte Sehnsucht. Hastig schaute ich mich um, mein einziger Gedanke war Flucht. Ich wollte nur noch raus aus dieser Suite und aus diesem verdammten Hotel. Jedoch ich kam nicht all zu weit, die Tür war abgeschlossen. Natürlich! Hätte ich etwas anderes erwarten sollen?

"Ich lasse dich erst gehen, wenn du mir zugehört hast."

"Gut ich höre dir zu. Verlange aber nicht das ich es dir abkaufe." Antworte ich bitter. Schließlich setzte ich mich, und sie ließ sich Zeit mit ihrer Geschichte.

"Wo soll ich nur anfangen?" Sie sah mich ratlos an.

"Wie wäre es mit der Wahrheit?"

"Das war zynisch Sam! Aber im Grunde war ich tot."

Es entstand eine Pause, und ich begriff erst jetzt was sie sagen wollte. "Und dann bist du wieder auferstanden, oder wie soll ich das verstehen?"

"Ich lag im Koma." Antwortet sie nüchtern. "Fünf lange Jahre war ich von Dunkelheit umgeben, und das einzige was mich am Leben erhalten hatte, das warst du. Als ich dann endlich aufgewacht bin, musste ich alles wieder neu lernen, ich erinnerte mich an Bruchstücke aus meiner Vergangenheit. Immer wieder sah ich dein Bild vor Augen, konnte es aber nicht einordnen. Erst vor ein paar Monaten konnte ich mich an alles erinnern. Ich wusste wieder wer ich einmal war und ich wusste wer du bist. Meine Eltern haben mir dann erzählt das du immer noch hier lebst und das du einen hohen Posten bekleidest. Sofort bin ich hierher gekommen, nur um dich zu suchen. Und dann sehe ich dich nach zehn langen Jahren und du entsogst deinen Mageninhalt über mich." Erzählte sie mit leicht erhobener Stimme.

"Wie lange willst du mir das noch unter die Nase reiben? Ich habe es verstanden und es tut mir leid. Und seit wann zeigen deine Eltern Verständnis für deine Gefühle?" Entgegnete ich immer wütender werdend.

"Beruhige dich wieder Sam, oder hast du vergessen welche Methoden ich angewandt habe um dich zu besänftigen?" Bemerkte sie mit einem zaghaften Lächeln auf ihrem süßen Gesicht.

"Zum ersten Mal in meinem Leben, ist mir der Appetit auf Sex vergangen." Rief ich und lief zur Tür. "Und jetzt lass mich hier raus!"

Ihre Arme umfassten meine Taille und ich spürte ihren Atem auf meinem Genick. "Ich kenne dich Sam... wenn es um Sex geht, bist du unersättlich." Erwiderte sie verführerisch... es war beinahe wie früher.

Mich in ihren Armen umdrehend sah ich in funkelnde dunkle Augen und ihre Nasenspitze berührte zärtlich meine. "Komm schon Sam... bitte." Ihre Nähe bereitete mir Unbehagen, doch gleichzeitig hatte ich das Gefühl etwas lang gesuchtes gefunden zu haben. Einen Moment meine Augen schließend ließ ich die Vergangenheit an mir vorüberziehen.

Ihre weichen Lippen holten mich in die Gegenwart zurück. Der Kuss war zaghaft und schüchtern, und ihren Hintern umfassend küssten wir uns noch einmal, diesmal jedoch öffnete sie ihre Lippen einen Spalt und meine Zunge spielte mit der ihren. Während sich eine Hand zärtlich in mein Haar krallte, griff die andere nach meiner Jacke und schob sie von meinen Schultern, während sich meine Hände verselbstständigten und den Reißverschluss ihres Kleides öffneten. Für einen Moment unterbrach sie den Kuss und lächelte mich an. "Ich weiß einen besseren Ort dafür." Sagte sie mir zublinzelnd und zog mich ins Schlafzimmer. Dort angekommen ließ sie sich aufs Bett fallen und ich schaute auf sie hinunter. "Wir sollten das nicht tun." Wandte ich ein und konnte nicht glauben, was ich da von mir gab.

"Warum nicht? Bei den anderen Frauen machst du es doch auch, warum nicht mit mir?"

"Komm schon, mit dir ist es etwas anderes. Die anderen waren mir gleichgültig, dich habe ich geliebt. Ich konnte doch nicht wissen, das du noch lebst! Und nun stehst du vor mir, und nachdem du mein Leben innerhalb einiger Wochen auf den Kopf gestellt hast, willst du Sex? Das bringt unsere Vergangenheit auch nicht zurück." Erklärte ich, kurz davor in Tränen auszubrechen.

"Willst du denn, das es so wie früher wird? Ich will es nicht! Ich kenne dich und von Jahr zu Jahr bist du schöner geworden. Kein Wunder, das dir die Frauen hinterhergelaufen sind. Schlaf mit mir und lass uns die Vergangenheit einen kleinen Moment vergessen." Sagte sie mit einem aufreizenden Blick. Mein Widerstand brach in sich zusammen und ich zu ihr aufs Bett. Hungrig suchten ihre Lippen meine während ihre Hände schnell fanden nach was sie gesucht hatten. Wir schliefen miteinander... Es war wild, hemmungslos und leidenschaftlich.

Am nächsten Morgen war ich, bis ich aufwachte, der glücklichste Mensch auf der Welt. Sie war verschwunden! Spurlos! Das Einzige was sie hinterlassen hatte, war ein Zettel auf meinen Klamotten.

Linie

"Und was ist dann passiert? Was hat sie gemacht?" Wollte mein Gegenüber wissen und sah mich fragend an.

Eine traurige Miene aufsetzend überlegte ich meine nächsten Worte genau. "Sie hat mir alles genommen. Meine Freiheit! Meinen Körper! Meinen Job."

"Oh mein Gott! Was hat sie getan?"

"Sie hat mich geheiratet! Wir haben den Konzern gekauft und leiten ihn nun gemeinsam, und unsere Angestellten quittieren diese Geste indem sie eine verdammt gute Arbeit leisten." Erwiderte ich lachend und mein Gegenüber fing kurz darauf auch zu lachen an.

"Und was ist aus Clarissa geworden?"

"Hmm... Ich habe sie seit diesem Gespräch in meinem Büro nie wieder gesehen, doch ich habe gehört, dass sie ein Studium begonnen hat. Was wohl auch das Beste ist, denn ein weiterer Kontakt mit ihr, hätte Andrea wahrscheinlich nicht toleriert."

"Deine Frau hat dich anscheinend fest im Griff, wie?"

"Oh ja, das hat sie."

"Sam!! Komm jetzt endlich und hör auf zu flirten! Also wirklich, hast du nichts besseres zu tun? Wir wollen doch unseren Adoptivsohn abholen."

"Beruhige dich, Darling! Das ist nur eine Bekannte und da du noch beim Einkaufen warst habe ich mich eben nett unterhalten." Erklärte ich ihr und fragte mich, ob sie wohl jemals ihre Eifersucht ablegen würde. Kopfschüttelnd verabschiedete ich mich von meiner Gesprächspartnerin und flüstere nochmals zu ihr. "Oh ja, das hat sie."

Sie anlächelnd nimmt sie mich kurz in den Arm. "Lass uns Steven abholen und ihn seiner Tante Nadja vorstellen." Bemerkt sie, sich bei mir einhakend und wir fuhren von dannen.

 

~~~ ENDE ~~~

 

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