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Lest bitte die allgemeinen Hinweise im Kapitel 1!

 

Widmung:
Danke Janna, für Deine Korrekturlesung. Du machst eine großartige Arbeit. Ich bin so froh, dass Dein Englisch besser als meines ist!

Danke TCB, für das liebevolle bewahren meines Herzens und meiner Seele. Du bist der hellste Stern in meinem Universum. Du bedeutest die ganze Welt für mich.

Fühlt Euch bitte frei mir mitzuteilen wie ihr über die Story denkt, ihr könnt das unter: loisk@hotmail.com

 

 

The Reef - Kapitel 4

   

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The Reef
by Lois Kay

Kapitel 4

 

"Also, sie haben ihn nicht erkannt?" Fragte Carol Wong zum zweiten Mal während sie Sam mit aufmerksamen Augen betrachtete. Als Sam ihren Kopf schüttelte klopfte sie mit ihrem Füller nachdenklich auf ihren Notizblock. "Würden sie ihn erkennen, falls sie ihn wiedersehen würden?"

"Das glaube ich nicht," antworte Sam schulterzuckend. "Es war dunkel und es geschah alles so schnell. Ich hatte keine Möglichkeit einen Blick auf ihn werfen zu können."

"Haben sie ihn gesehen, Miss McDonnell?"

"Nennen sie mich bitte Jody. Nein, das habe ich nicht, ich stand hinter Sam. Sie hat mir gesagt ich solle zurückbleiben."

Ein paar sehr neugierige Augen schweiften von Jody zu Sam und wieder zurück. Carol Wong sagte nichts, sie schien ein wenig abwesend zu sein, doch ihr Gehirn machte Überstunden.

"Warum haben sie das zu ihr gesagt, Miss Stevens?"

"Sie können Sam zu mir sagen, und ich habe Jody gesagt zurückzubleiben, weil ich spürte, dass etwas nicht stimmte," antwortete Sam wahrheitsgemäß, wobei ihre blauen Augen dem prüfenden Blick Carol Wong's unerschütterlich standhielten. "Als ich versuchte die Tür zu öffnen, bemerkte ich, dass sie nicht abgeschlossen war. Jody schließt immer ab."

"Sie hören sich sehr überzeugt an."

"Das bin ich." Antwortete Sam kühl. Sie war müde, wusste das Jody erschöpft war und wollte nur noch eine Sache: Schlafen gehen. Carol Wong war freundlich und Sam mochte die asiatisch-australische Polizistin, aber sie hatte von den Fragen die Nase voll.

"Können wir bitte gehen? Es wird bereits hell und wir sind fix und fertig. Ich wäre glücklich, wenn ich später bei ihnen vorbeischauen könnte um einige Dinge zu klären, aber wir brauchen dringend etwas Schlaf."

Carol Wong legte ihren Notizblock beiseite und nickte, während sie ein Blick zu Jody warf, die darum kämpfte ihre Augen offen zu halten. Hin und wieder blickte Sam sie besorgt an.

"Wo werden sie wohnen?"

"Ein paar Meilen, die Küste hinunter haben wir Freunde. Sie sind bereit uns unterzubringen. Ich werde ihnen meine Telefonnummer geben, für den Fall das sie noch Fragen haben. Fühlen sie sich bitte so frei dort anzurufen."

Carol Wong schrieb die Nummer auf und lächelte.

"Danke, dass sie sich die Zeit genommen haben und ich werde auf ihr Angebot zurückkommen... Sam."

Jody bekam den Blickwechsel ihrer blonden Freundin und der Polizistin nicht mit. Die erstere von beiden sah unschuldig, beinahe gleichgültig aus, während letztere ein argwöhnisches Funkeln in ihren Augen hatte, so als ob sie die Antworten die sie bekommen hatte, nicht zufriedengestellt hätten.

Sam nickte Carol Wong kurz zu, legte ihren Arm um Jody's Schultern und führte sie zum Fahrstuhl.

"Auf geht's Jody, ich werde dich zu Sarah und Megan bringen. Wenn du willst, kannst du im Wagen schlafen, ich denke, dass ich den Weg alleine finden kann."

"Es ist nicht so schlimm," murmelte Jody schläfrig. "Ich kann noch ein wenig länger wachbleiben."

Sam lächelte, zog ihre Freundin ein wenig näher zu sich und gab ihr einen Kuss auf den Kopf.

"Ich weiß, dass du das kannst, Honey. Aber es ist in Ordnung."

Die Fahrstuhltüren schlossen sich und mit einem verwirrten Blick sah Jody zu Sam, die nachdenklich die Wand anstarrte. Anscheinend war sie tief in ihren Gedanken versunken.

"Du hast ihr nichts über die Disketten erzählt. Warum?"

Überrascht drehte sich Sam schnell zu Jody um. Ihre blauen Augen wurden größer, als sie plötzlich in ein Paar gar nicht so schläfrige grüne Augen sah, die sie klar und hellwach anblickten. Das hatte sie nicht erwartet und für einen Moment konnte sie nichts sagen.

"Ähm... nun... ähm... Gott, wachst du schnell auf! Wie machst du das?"

"Ich bin müde Sam, sehr müde sogar. Aber ich bin nicht blöd," antwortete Jody leicht beleidigt. "Carol Wong war kurz davor den dritten Grad bei dir anzuwenden. Ich weiß wirklich nicht warum, aber es könnte etwas mit den Informationen zu tun haben die du ihr vorenthalten hast. Ich dachte, dass sie uns gehen lassen würde, wenn ich beinahe auf ihr eingeschlafen wäre. Hör also auf meinen Fragen auszuweichen. Warum hast du ihr nichts von den Disketten gesagt?"

Sam wusste, dass Jody sie direkt durchschauen konnte und auszuweichen war keine Option.

"Ich will zuerst selbst herausfinden was es mit ihnen auf sich hat," antwortete sie, ohne Jody in die Augen zu blicken. "Nenn mich starrköpfig, blöd, eigensinnig, voreingenommen oder was du willst, aber ich habe so ein Gefühl in meinem Darm diesen Weg einzuschlagen."

"Da muss es mehr geben, Sam," erwiderte Jody. "Ich kenn dich, beleidige also nicht meine Intelligenz."

"Das tu ich nicht, Jody," entgegnete Sam leise, während sie darauf wartete, dass sich die Fahrstuhltür öffnete. "Ich glaube, dass diese Sache größer sein könnte, als ich dachte. Ich brauche zuerst einige Informationen, das ist alles. Sobald ich sie habe, werde ich Carol Wong davon erzählen."

Sie schritten aus dem Fahrstuhl und gingen zur Haustür welche Sam öffnete. Sie machte Platz, damit Jody an ihr vorbeigehen konnte während sie die Umgebung mit einem scharfen Auge überflog.

"Machst du das alles um den guten Namen der Steven Inc. zu schützen?" Fragte Jody plötzlich, ohne die Bitterkeit in ihrer Stimme verbergen zu können. Aus dem Augenwinkel konnte sie sehen, wie sich Sam versteifte und ein schmerzerfüllter Ausdruck das Gesicht der größeren Frau überquerte. Jody wünschte sich, sie hätte diese Worte nicht gesagt, und biss auf ihre Lippe während sie wegschaute da sie ihrer Freundin nicht in die Augen sehen wollte.

Von allen Bemerkungen, die du machen konntest, hast du dir gerade diese herausgesucht. Toll, Jody, gute Arbeit. Nun ist sie wirklich sauer. Herzlichen Glückwunsch, Miss McDonnell, du hast hier gerade einige Punkte gemacht!!

"Sam ich..."

"Wenn du mir die Schlüssel gibts, Jody, dann werde ich fahren," bot Sam schmerzhaft höflich an. Ihre Lippen verzogen sich, während sie ihre Hand ausstreckend wartete und sich plötzlich sehr distanziert verhielt. "Ich bin müde und nicht in der Stimmung für eine sinnlose Diskussion."

"Sam ich..." Versuchte es Jody wieder, doch Sam unterbrach sie.

"Ich bin nicht in der Stimmung dafür, Jody."

Ich möchte mich nur bei dir entschuldigen. Ich weiß nicht warum ich das gesagt habe, Sam, aber es tut mir leid. Wirklich.

Sich auf ihre Lippe beißend, um zu versuchen ihre Tränen zurückzuhalten, reichte Jody Sam die Schlüssel und stieg geknickt in den Wagen. Sie sah zu der Frau auf ihrer Rechten, aber Sam konzentrierte sich auf die Strasse und ignorierte sie völlig. Sie hatte ihre Geschäftsmine aufgesetzt und dies war etwas mit dem Jody nicht vertraut war.

In der Zwischenzeit versuchte Sam den Sturm der durch ihren Kreislauf fegte zu beruhigen. Äußerlich sah sie vollkommen ruhig aus, aber innerlich konnte sie eine Wut fühlen, die sie schon seit Jahren nicht mehr gefühlt hatte. Alles was sie im Augenblick tun konnte, was sich zu sammeln, weil sie auf keinen Fall Jody anraunzen wollte.

Die Worte ihrer Freundin waren an diesem Abend sprichwörtlich der Tropfen gewesen, der das Fass zum überlaufen brachte. Sie wusste, dass es Jody leid tat und ihre Freundin es nicht so gemeint hatte, aber nichtsdestoweniger hatten die Worte ihr einen Stich versetzt. Und da Sam noch dabei war, sich über Jody's demolierte Wohnung zu beruhigen, war es einfach zuviel. Sie verlor selten ihre Beherrschung, aber wenn sie es tat war es mit einer Intensität, die ihr einen legendären Ruf bei ihrer Familie eingebracht hatte. Ihr Bruder Tom sagte gewöhnlich: Wenn Sam ihren Siedepunkt erreicht, dann ist das schon schlimm genug. Aber lass sie nicht explodieren, oder du wirst eine Menge aufwischen müssen.

Erst nachdem Sam den Wagen auf die Zufahrt von Sarah's und Megan's Haus fuhr, wagte sich Jody wieder zu sprechen. Sie hatte Sam aus dem Augenwinkel betrachtet und bemerkt, dass die größte Anspannung, die unverkennbar vorhanden war, sich gelegt hatte. Sie sah vollkommen am Boden zerstört und müde aus und hatte dunkle Ränder unter ihren Augen.

"Sam, was ich vorhin gesagt habe, hatte ich nicht so gemeint, es tut mir leid." Jody's Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber Sam konnte die unvergossenen Tränen heraushören, die sie versuchte zurückzuhalten. "Ich... ich weiß nicht woher das kam, aber... aber es war dumm so was zu sagen. Entschuldige bitte."

Jody ließ ihren Kopf hängen als ihre Freundin nicht auf ihre Entschuldigung reagierte, und sie befürchtete, dass der Zorn von dem sie dachte, dass er verschwunden war, noch immer in ihr brodelte. Sie bemerkte die sanften Augen und das kleine müde Lächeln das Sam ihr zuwarf nicht.

Sam parkte den Wagen, öffnete die Tür und stieg schnell aus um die Tür auf der anderen Seite zu öffnen. Jody schaute nach oben als sich ihr eine Hand entgegenstreckte um ihr beim Aussteigen zu helfen. Bereitwillig nahm sie die Hand und ließ sich von Sam zum Haus führen, bei dem die Lichter in der Küche bereits angeschaltet waren. Auf halbem Weg des kleinen Blumengartens blieb Sam stehen und legte ihre Hand auf die Schulter der kleineren Frau.

"Wenn es dir recht ist, werden wir später darüber reden," sagte sie leise. "Ich bin nicht wütend auf dich, Jody, ich bin nur wirklich müde. Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich meine Gründe habe, aber wir können später darüber reden."

Jody sah mit einem dankbaren Lächeln, das ihre Gesichtszüge erhellte, zu ihrer Freundin auf und nickte langsam. Sie drückte Sam's Hand, legte ihren Kopf gegen eine sehr bequeme, sehr vertraute Schulter und seufzte schwer. Augenblicklich legte Sam ihren Arm um sie.

"Es tut mir leid, Sam, ich wollte wirklich nicht..."

"Es ist okay, Liebling," unterbrach sie Sam. "Ich weiß das. Komm schon, lass uns rein gehen, bevor wir zusammenbrechen."

Sobald sie die Veranda betraten, wurde die Küchentür geöffnet und eine besorgt aussehende Megan, direkt von Sarah gefolgt, schritt nach draußen. Sie wurden fast ins Haus geschleppt und fest auf je einen der Küchenstühle gesetzt. Währendessen stellte Sarah eine Kanne dampfenden Tee vor sie. Sam warf ihr einen dankbaren Blick zu.

"Seid ihr Mädchen in Ordnung?" Fragte Megan, der die Besorgnis ins Gesicht geschrieben stand. "Ich denke nicht, dass ich eure Nachricht wirklich verstanden habe. Jemand ist in dein Apartment eingebrochen, Jody? Sie haben es verwüstet?"

"Ja, so ist es," seufzte Jody ihre Augen reibend. "Alles ist in Stücke gerissen und ich..."

Sie biss auf ihre Lippe, schluckte heftig und versuchte die aufsteigenden Tränen wegzublinzeln, was es ihr unmöglich machte klar zu sehen.

".... alles was ich besitze ich einfach zerstört worden," endete sie leicht heiser. "Meine ganzen Sachen, meine Kleidung, meine Bücher, einfach alles. Bei mir sieht es aus, als ob ein Tornado oder so durchgefegt ist."

Eine einsame Träne entfloh ihrem Auge und glitt an ihrer Wange herunter. Ungeduldig versuchte sie sie wegzuwischen, aber Sam hatte ihre Hand bereits in einem festen Griff.

"Jody, weinen macht nichts," sprach sie leise. "Du hast in letzter Zeit soviel durchgemacht. Friss nicht alles in dich hinein. Lass es raus. Du wirst dich danach besser fühlen."

"Ich will nicht weinen, Sam, weil ich glaube, dass ich nicht mehr aufhören kann, wenn ich es tue."

Jody sah zu ihrer Freundin, die immer noch ihre Hand hielt auf, und obwohl sie entschlossen war den Tränen nicht nachzugeben, brach dieser liebevolle Ausdruck in jenen kristallklaren Augen jeglichen Wiederstand. Schließlich ließ sie sich gehen und mit einem unter die Haut gehenden Schluchzen fingen die Tränen an zu fließen.

Sam stellte ihre Tasse ab, warf einen Blick zu Megan und Sarah, die auch kurz vorm Weinen waren, und zog Jody einfach von ihrem Stuhl auf ihren Schoss. Im geheimen hoffte sie, dass der Küchenstuhl diesen Angriff überleben würde. Er tat es. Jody begrub ihr Gesicht an Sam's Hals und weinte sich all die Qual und Anspannung weg, durch die sie seit dem Telefonat ihrer Schwester den Abend vorher, gegangen war. Sam sagte kein Wort. Ihre Arme waren um den Körper ihrer Freundin geschlungen, hielt sie fest und versuchte ihr soviel Trost zugeben wie sie konnte.

Aus dem Augenwinkel bemerkte Sam, dass Sarah und Megan leise verschwinden wollten, doch Sam sah langsam ihren Kopf schüttelnd zu ihnen. Sie wollte nicht, dass ihre neuen Freundinnen, wegen ihnen, ihre eigene Küche verließen.

"Es ist okay," flüsterte sie.

Ihre linke Hand fuhr nach oben und sie begann mit ihren Fingern sanft Jody's Nacken zu massieren. Dies schien einen beruhigenden Effekt zu haben, das Schluchzen wurde weniger und verlor seine Intensität, bis Jody schließlich herzergreifend seufzte. Sie war völlig erschöpft.

"Ihr zwei solltet etwas schlafen," durchbrach Sarah's Stimme die Stille." Wir können über das, was geschehen ist, später reden. Und was wir deswegen tun können. Du siehst furchtbar aus, Sam."

Ein kurzes Lächeln überquerte Sam's Gesicht und ein kleines schelmisches Funkeln fand seinen Weg zu ihren Augen.

"Oha, danke Sarah," erwiderte sie trocken. "Komisch, ich bin erst seit... 13:00 Uhr gestern Nachmittag auf den Beinen. Ich glaube ich brauche eine Menge an Schlaf, wie?"

"Sam hat auch eine Schnittverletzung die man ansehen muss," erklang plötzlich eine erstickte Stimme von Sam's Schulter. Jody hob ihren Kopf und sah bittend zu Megan. "Könntest du einen Blick darauf werfen, Megan? Bis jetzt gab sie mir keine Möglichkeit dazu."

"Weil es nur ein Kratzer ist," protestierte Sam. "Es ist wirklich okay."

"Ich werde trotzdem einen Blick darauf werfen," sagte Megan und war bereits auf dem Weg zu einem der Küchenschränke wo sie ihre Hausapotheke aufbewahrte.

Sam seufzte und sah auf Jody herab, die zu allem bereit war außer von ihrem Schoss zu gehen. Sie fühlte sich dort sehr behaglich und kuschelig und sah aus wie ein zufriedenes kleines Mädchen.

"Du wirst jetzt auf deinen eigenen Stuhl zurückgehen müssen," bemerkte Sam lässig. "Megan kann sich meine Schulter nicht ansehen, wenn du um mich herum drapiert bist."

"Mmm, das ist ein gutes Argument," antwortete Jody ohne sich einen Zentimeter zu bewegen.

Sam lächelte und schob eine Harrsträhne weg, die ihre grünen Augen verdeckte. Sie war glücklich zu sehen, dass dieser matte, leere Blick wieder verschwunden war. Jody sah noch immer sehr müde aus und ihre Augen waren vom Weinen geschwollen, aber das kleine Funkeln war wieder zurückgekehrt.

"Du kannst später auf meinem Schoss sitzen," neckte Sam. "Wenn du willst kann ich dir auch ein paar Kinderlieder vorsingen."

Jody's legte ihr Gesicht wieder an seien ursprünglichen Platz zurück, doch Sam konnte ihr Kichern spüren.

"Das wäre ein Bild für die Götter," antwortete ihre Freundin. "Ich würde es lieben."

Megan war an den Küchentisch zurückgekehrt und durchsuchte ihre Hausapotheke, nahm verschiedene Gegenstände heraus und legte sie auf den Tisch. Mit weit aufgerissen Augen sah sich Sam die Sachen an.

"Megan, mich hat kein LKW überfahren!"

"Nun, bei dir kann man das nie wissen," entgegnete Megan. "Diese Geschichte mit deiner Balkonkletterei hat bei mir irgendwie den Eindruck hinterlassen, dass du eine Draufgängerin bist. Ich kann nichts dem Zufall überlassen, oder doch? McDonnell, mach das du da verschwindest! Setzt dich auf deinen Stuhl. Du beschlagnahmst meine Patientin."

Jody kicherte, doch gehorsam kletterte sie von Sam's Schoss auf ihren Stuhl zurück, während Megan sich, mit einem strengen Blick, über Sam beugte.

"Das Shirt muss runter, verstehst du," sagte sie auf den Blutfleck zeigend. "Ansonsten komm ich nicht an die Wunde. Du bist doch nicht schüchtern, oder?"

Als Antwort schnaufte Sam nur und zog ihr Shirt über ihren Kopf, wobei sie den Blick auf eine lange, rote Schnittwunde freigab, die vom Ansatz ihrer Schulter bis zu ihrem Schlüsselbein verlief. Sie war nicht so tief, dass sie genäht werden musste, aber sie sah mit den angeschwollenen, roten Striemen, trotzdem sehr schlimm aus.

"Sieht bös aus, Sam," sagte Megan ihre Augen verengend. "Ich denke, das die Reinigung der Wunde schmerzhaft sein wird."

Jody keuchte nur und warf Sam einen verärgerten Blick zu.

"Sam, du bist so schrecklich! Du hättest jemanden einen Blick darauf werfen lassen sollen. Das könnte eine Infektion geben."

"Jetzt schaut ja jemand drauf," antwortete Sam. "Es ist okay, Liebling, es sieht schlimmer aus als es ist. Glaub mir."

"Okay, Kriegerprinzessin, mach dich bereit," warnte Megan, während sie einen mit Alkohol getränkten Tupfer nahm um den Schnitt zu desinfizieren.

Jody's Augen konzentrierten sich auf Sam's Gesicht und suchten beständig nach irgendwelchen Anzeichen für Schmerzen, doch nur das gelegentliche verdunkeln ihrer Augen zeigte ihr Unbehagen.

"Fertig," sagte Megan schließlich, nachdem sie die Schnittwunde mit einem sterilen Verband bedeckt hatte. "Du musst diesen Verband mehrmals am Tag wechseln, Sam. Pass auf, dass der Verband beim Wechseln nicht festklebt und die Wunde wieder zu bluten anfängt."

"Ja, Schwester," blödelte Sam während sie ihr Shirt wieder anzog. "Ich werde darauf achten. Danke."

"Okay, ihr zwei, ab ins Bett," sagte Sarah. "Ihr müsst etwas Schlaf bekommen, weil wir nämlich die ganze Geschichte später hören wollen. Okay? Auf geht's ich werde euch eurer Zimmer zeigen."

Gehorsam kamen Sam und Jody auf ihre Füße um Sarah auf den Flur zu folgen. Während sie an Megan vorbeigingen blieb Jody stehen und umarmte ihre Freundin.

"Danke für deine Hilfe Meg. Ihr zwei seid die Besten."

"Das ist in Ordnung, Süße. Wir sind Freundinnen, richtig? Nun beeil dich und geh zu Bett. Du siehst aus, als ob du jederzeit umfallen könntest."

Jody lächelte und folgte Sarah und Sam auf den Flur, wo sie vor einer Tür stehen blieben. Sarah öffnete sie, schritt in den Raum und ließ ihre Freundinnen eintreten.

"Irgendwie habe ich mir gedacht, dass es euch beiden nichts ausmachen würde, euch einen Raum zu teilen," sagte sie blinzelnd und zeigte auf das sehr bequem aussehende Doppelbett. Sie ignorierte Jody's Erröten und öffnete die Tür vom Kleiderschrank. "Hier sind Handtücher, Waschlappen, Shirts, Seife und alles was man so braucht. Das Gästebadezimmer ist dort, also, wenn ihr das Bedürfnis auf eine Dusche habt, dann könnt ihr das tun. Wenn ihr irgendetwas braucht, dann lasst es uns wissen. In Ordnung? Fühlt euch bitte wie zu Hause."

Sarah klopfte ihr auf den Rücken und lächelte zu Sam.

"Bekommt etwas Schlaf ihr zwei. Wir sehen uns später."

Sie verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich. Sam und Jody waren nun allein. Sie standen mitten im Raum und plötzlich fühlte sich Jody ein weinig verlegen, doch als Sam sie anlächelte verschwand das Gefühl und sie fühlte sich nur noch müde, jedoch mit sich selbst im Reinen.

"Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich will nur noch meine Zähne putzen und dann schlafen," seufzte sie ihr Haar zurückschiebend.

"Mir geht's genauso," lächelte Sam. "Ich bin so müde, dass ich umfallen könnte. Putz du zuerst deine Zähne, ich werde zusehen, ob ich ein Shirt finden kann, dass mir passt. Ich kann in diesen schmutzigen Klamotten nicht schlafen."

Jody ging ins Badezimmer und als sie zurückkam hatte Sam bereits ein sauberes Shirt an, das ihr kaum bis an ihre Hüften reichte. Sie lächelte schüchtern als sie Jody's amüsierte Augen sah und zuckte einfach mit ihren Schultern.

"Was besseres konnte ich nicht finden. Ich hab dir ein Shirt aufs Bett gelegt, von dem ich glaube, dass es dir besser passen wird."

Jody nickte und gähnte.

"Heb nur nicht deine Arme hoch," hänselte sie. "Oder dein Shirt wird alles offenbaren."

"Sehr komisch," erwiderte Sam als sie das Badezimmer betrat. "Pygmäe."

"Das hab' ich gehört," entgegnete Jody in vorgetäuschten Ärger. "Bohnenstange."

Die einzige Antwort war ein halb erwürgtes Schnaufen und grinsend kletterte Jody ins Bett. Sie streckte ihren erschöpften Körper aus und als Sam hereinkam fand sie ihre Freundin bereits halb schlafend vor.

Sam stieg auf der anderen Seite ins Bett und als sie schließlich lag, spürte sie wie ihr Körper vor Erleichterung beinahe seufzte. Endlich lag sie in einem weichen, bequemen Bett. Sie streckte ihre Hand aus, um eine rotblonde Strähne beiseite zu schieben und bemerkte wie ein Paar sehr schläfrige Augen sie betrachteten.

"Darf ich mich ankuscheln?" Fragte Jody hoffnungsvoll.

Sam antwortete nicht, sondern streckte einfach ihren gesunden Arm aus, und augenblicklich kroch Jody enger an sie heran, bis ihr Kopf auf Sam's Schulter lag und ihr Arm um ihre Taille geschlungen war.

"Oh, das fühlt sich so gut an," seufzte sie und schloss in völliger Zufriedenheit ihre Augen. "Ich bin vollkommen fertig, Sam, tut mir leid... des... wegen."

Amüsiert bemerkte Sam, dass Jody bereits schlief. Sie lächelte und küsste zärtlich ihre Stirn, die so nah an ihren Lippen war.

"Schlaf tief, Liebes, süße Träume," flüsterte sie, bevor sie ihre eigenen Augen schloss.

Innerhalb weniger Minuten konnte man als einzigen Ton das friedliche Atmen zwei schlafender Leute hören.

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"Ich kann es nicht glauben, ich kann es wirklich nicht. Muss ich denn alles selber machen? WAS HABT IHR EUCH DABEI GEDACHT?"

Joseph Michaels schritt durch den Raum und warf einen grimmigen Blick zu den zwei Männern die neben der Tür standen, bereit bei Bedarf zu fliehen. Fred zupfte nervös an seinem Hemd und drehte den Stoff zwischen seinen Fingern, während Klein Steven außer seinen heftig blinzelnden Augen ruhig zu sein schien.

"Die Disketten waren einfach nicht da, Joe. Ich schöre, dass ich sie gefunden hätte, wenn sie dort gewesen wären."

"Ich rede nicht über diese Disketten," zischte Joe durch zusammengebissene Zähne. "Wie konntet ihr euch von ihnen so ÜBERRASCHEN lassen, ihr IDIOTEN? Gott, ihr zwei seid solche Amateure. Ich hätte es selbst machen sollen. SEHT EUCH DOCH AN."

Klein Steven berührte vorsichtig seine Nase und zuckte bei dem Kontakt zusammen. Sam hatte ihn sehr hart getroffen, und obwohl er äußerst wütend war, bewunderte er die Kraft und die schnellen Reflexe der holländischen Frau.

"Ich... ich... ich... hab' sie nicht ankommen gesehen, Mr. Michaels," stammelte Fred. "Sie waren ganz plötzlich einfach da, die müssen zu Fuß gegangen sein oder so..."

"Oder so," wiederholte Joe zynisch." Ihr zwei seid so blöd, ich... schon gut. Ich werde euch zwei noch eine Chance geben. EINE. Vermasselt auch die und ihr seid in WIRKLICHEN SCHWIERIGKEITEN. VERSTANDEN?"

Zwei Köpfe nickten gleichzeitig und beide atmeten erleichtert aus.

"Bekommt heraus wohin die beiden gegangen sind. Offensichtlich trägt Blondi die Disketten bei sich. Ich will sie, und ich will sie schnell. Es interessiert mich nicht wie ihr sie bekommt, verstanden? Solange ihr nur diese Disketten beschafft. Nur... hinterlasst kein Chaos. Räumt danach auf. Ich will nicht, dass die Polizei herumschnüffelt."

"Ja, Joe," antwortete Klein Steven lammfromm, froh darüber eine zweite Chance bekommen zu haben.

"Macht es diesmal besser." Grollte Joe. "Fangt schon an. Bewegt euch."

Seine zwei Laufburschen verschwanden schnell und schlossen vorsichtig die Tür hinter sich. Ihr Boss starrte derweil mit Sorgenfalten zwischen seinen Augenbrauen aus dem Fenster.

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Die Sonne stand hoch am Himmel und verbrannte die Erde mit ihrem Licht. Die Hitze hatte alle Lebewesen im Busch dazu gebracht sich im Verborgnen zu halten. Nur die Schlangen und andere Reptilen sonnten sich in der Hitze und wärmten ihre Körper auf, bevor sie sich auf ihre Nahrungssuche machten. Zuweilen durchdrang der Schrei einer Elster die Stille, während eine leichte Brise vom Ozean die Blätter von den mannigfaltigen, immergrünen Bäumen bewegte. Geduldig wartete die Natur auf die späten Nachmittagstunden, die eine höchst willkommene Abkühlung bringen würden und das zarte Gleichgewicht zwischen Versengen und Überleben aufrechterhielt.

Der Raum war fast dunkel. Der große Ventilator an der Decke drehte sich langsam und sorgte für eine angenehme Temperatur, welche den Bewohnern des Raumes ihren viel benötigten Schlaf erlaubte. Ein lockiger, blonder Kopf lag neben einem Rotblonden, und durch die Nähe hatten sich die Haare ineinander verwickelt. Es war ein vollkommen friedlicher Anblick, der unterbrochen wurde als ein Paar schläfrige blaue Augen sich öffneten, um die Welt um sich herum zu betrachten.

Sam bemerkte das sie nicht allein war und vorsichtig drehte sie ihren Kopf um die Person anzublicken mit der sie das Bett teilte und die längsseits an ihren großen Körper geringelt war. Ein Kopf lag an ihrer Schulter und ein Arm war besitzergreifend um ihre nackte Taille drapiert. Augenblicklich erkannte sie, dass das Shirt das sie trug, hinaufgerutscht sein musste und somit ihren Unterleib entblößte.

Ein kleines Lächeln erhellte ihr Gesicht, als sie sich eingestand, dass die Position in der sie sich befand, alles in allem nicht so schlecht war. Jody schlief noch fest, ihr Atem war tief und gleichmäßig und das Letzte was Sam wollte, war, sie aufzuwecken. Aber die Natur rief und auf dem Rücken zu liegen während der Arm ihrer Freundin auf ihrer Blase lag war nicht sehr bequem. Vorsichtig versuchte sie sich von dem zärtlichen Griff zu befreien, doch sofort fing Jody an sich zu bewegen und murmelte etwas unverständliches während sie ihren Griff straffte. Sam zuckte zusammen und biss auf ihre Lippe um nicht loszulachen.

So hab' ich es mir nicht vorgestellt zusammen aufzuwachen, Liebes. In meiner Fantasie hatte ich keine volle Blase.

Sam versuchte nochmals Jody's Arm hochzuheben, schob sich an den Bettrand und dieses Mal war sie erfolgreich. Mit einem erleichterten Seufzer stieg sie aus dem Bett und ging ins Badezimmer. Als sie einige Minuten später zurückkam beobachteten ein Paar grüne Augen ihren Gang durch den Raum und folgten ihr als sie vorsichtig wieder ins Bett stieg.

"Ich bin wach, weißt du," sagte Jody trocken zu einer überraschten Sam. "Du musst nicht auf Zehenspitzen gehen."

Sam lächelte und klopfte mehrmals ihr Kissen, bevor sie sich wieder hinlegte.

"Es tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe, aber ich musste wirklich gehen."

"Einige Dinge werden sich niemals ändern, oder?" Schnaufte Jody verspielt. "Ich erinnere mich daran, dass du mich beinahe jeden Morgen geweckt hast, weil du gehen musstest."

"Nun ja, ich kann für meine Blase nicht verantwortlich gemacht werden," grinste Sam. "Sie hat ihren eigenen Willen. Und wenn sie voll ist, ist sie voll. Oder, wenn du das andere vorziehst: Wenn man gehen muss, muss man gehen."

Jody lachte, streckte ihren Körper und gähnte mit weitaufgerissenem Mund was einen Satz perfekt weißer Zähne enthüllte. Sie ringelte sich wieder an sie und warf einen liebevollen Blick zu Sam.

"Guten Morgen," sagte sie mit funkelnden Augen.

"Guten Morgen," antwortete Sam, unfähig ihre Augen von den wunderschönen grünen Augen wegreißen zu können. "Hast du gut geschlafen?"

"Perfekt," seufzte Jody. "Ich habe nie besser geschlafen."

Und du meine Freundin, hast eine Menge damit zu tun. Ich habe die Art, mit meinem Kopf an deiner Schulter und deinen Arm um mich gelegt, einzuschlafen, einfach geliebt. Es war göttlich. Ich könnte mich daran gewöhnen.

Sam lächelte nur und blickte in das Gesicht, dass so nah war, dass sie den Atem auf ihrer Haut fühlen konnte. Für eine lange Zeit bewegte sich keine von beiden. Sie lagen einfach nur eng beieinander und genossen die Nähe der anderen. Bis sie sich beide, als wenn sie eins wären, näher rückten, so dass ihre Lippen nur noch einen Atemzug voneinander entfernt waren. Quälend langsam kamen sie näher bis sich schließlich ihre Lippen zu einem Kuss trafen, der beiden den Atem raubte. Es war eine langsame, sehr zarte Verbindung, die beinahe zögernd anfing und sich allmählich zur Leidenschaft steigerte. Jody's Hände wanderten zu Sam's Schultern und zogen sie näher, damit sie ihre Arme um ihren Hals legen konnte. Jody stöhnte als sie spürte wie Sam ihre Arme um ihre Taille legte und sie auf sich zog. Sie nahmen sich die Zeit, sich gegenseitig zu erforschen, indem sie sich leidenschaftlich und zärtlich küssten und ein Feuer entzündeten, dass sie nicht länger leugnen konnten. Als Sam fühlte wie Jody's Zungenspitze ihre Lippen berührte entfloh ihr eine kleines Wimmern und augenblicklich verstärkte Jody den Druck während sie spürte wie Sam den Griff um ihren Körper straffte. Als das Knie eines langen Beines gehoben wurde, keuchte Jody und unfreiwillig, so als ob ihr Körper ein Eigenleben entwickelt hätte fing sie an ihre Hüften zu bewegen um den konstant aufbauenden Druck im unteren Teil ihres Körpers freizuassen.

"Oh Gott, Sam," keuchte sie, als sie fühlte wie die Hände der anderen Frau ihre Hüfte führten. "Sam, ich..."

Doch sie wurde durch ein Paar Lippen unterbrochen, die hungrig nach ihren suchten, eine starke, geschmeidige Zunge drang in ihren Mund ein und liebkoste sie mit solch einer Zärtlichkeit, dass es ihr den Atem nahm.

Als Sam den Druck ihres starken Schenkels steigerte, wurde Jody plötzlich sehr still und bewegungslos. Sam lehnte sich ins Kissen zurück und beobachtete wie Jody's Augen sie mit einem glasigen Blick anstarrten. Dieser Blick veränderte sich schnell zu reiner Ekstase als ihr ganzer Körper bis zum Kern anfing zu zittern und von den Höhen herunterkam zu der sie Sam genommen hatte.

Jody brach zusammen und sank in ein paar starke Arme die sie fest hielten und träge ihren Rücken streichelten, bis der donnernde Herzschlag langsam wieder normal wurde. Sie blieben so für eine lange Zeit, bis Jody langsam ihren Kopf hob und in klare blaue Augen sah, die soviel Liebe und Zärtlichkeit ausstrahlten, das es ihr Tränen in die Augen trieb.

"Das was du mit mir machst, Sam," seufzte sie. "Ich brauche nur eine Berührung von dir und..."

"Und du kommst zum Höhepunkt," erwiderte Sam augenzwinkernd und lächelte. "Ich liebe dies an dir, Liebling. Ich liebe es diejenige zu sein, die das bei dir verursachen kann. Du bist so schön wenn du deinen Höhepunkt hast, ich habe es das letzte Mal nicht mitbekommen, weil es so dunkel war."

Jody kicherte und vergrub ihr Gesicht an der weichen Haut ihres Halses. Sie seufzte mit purer Zufriedenheit und fühlte sich vollkommen geliebt und entspannt.

"Ich fühl mich bei dir so behaglich und nichts davon hat sich in den Jahren verändert," murmelte sie und platzierte winzige Küsse auf jeden Teil ihrer Haut die sie erreichen konnte.

"Ich bin froh darüber," antwortete Sam während sie eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern drehte, und genoss die Empfindungen die ihren Körper so lebendig fühlen ließen. Sie vergrub ihr Gesicht in das duftende Haar, das ihr Gesicht kitzelte und saugte die Aufmerksamkeit, die sie empfing, in sich auf.

"Sam, denkst du das...."

Ein gellender Schrei und der Klang von brechendem Glas durchdrang die Stille. Sie erstarrten, doch das dauerte nur einen Augenblick, und durch das ansteigende Adrenalin sprangen beide aus dem Bett und rannten zur Lärmquelle.

Sam betrat als erste die Küche. Erstaunt sah sie, wie Megan mit blassem Gesicht und Schweißperlen auf ihrer Stirn, auf dem Küchentisch stand.

"Was zum Teufel..." fragte Jody als sie an Sam vorbei in die Küche schritt.

Mit zitternden Fingern zeigte die dunkelhaarige Frau auf den Boden neben dem Küchenschrank. Jody folgte ihrem Blick und schrak reflexartig zurück als sie den Umriss einer riesigen Schlange sah.

"Wo ist Bindi?" Fragte sie, wobei sie sich auf den Hirtenhund bezog, der ein außergewöhnlich guter Schlangenfänger war.

"Sarah hat ihn mit in die Stadt genommen," antwortete Megan mit zittriger Stimme. "Jody, bitte schaff das Ding raus, du weißt wie sie hasse."

Jody holte tief Luft und schritt nach vorne, doch sie wurde durch Sam's festen Griff an ihrem Arm zurückgehalten.

"Was machst du da?" Fragte die blonde Frau, die versuchte ihre Aufmerksamkeit zwischen ihrer Freundin und der Schlange zu teilen, die offensichtlich einen der Schränke untersuchte, wobei sie ihre kleine Zunge benutzte um den Weg zu finden.

"Ich werde sie rauswerfen," erklärte Jody sachlich.

"Wie?"

Jody sah nach oben und war überrascht in ein paar besorgte blaue Augen zu sehen.

"Ich werde ihr sagen, dass sie gehen soll?" Flachste sie.

Sam behagte diese Bemerkung nicht und eine kleine Falte erschien auf ihrer Stirn.

"Mach dir keine Sorgen, Sam, ich werde sie einfach... fangen und rauswerfen."

"Wie? Mit deinen Händen? Was, wenn sie beisst?"

"Sie wird nicht beißen," schnaufte Jody voller Selbstvertrauen. "Es ist nur ein Teppichpython, sie sind harmlos."

"Bist du dir da sicher?"

"Ja Jody," flüsterte Megan. "Woher willst du wissen, dass es nicht eine von diesen Kreuzungen ist? Wie du weißt, könnte sie auch zum Teil eine giftige Braunschlange sein."

"Hört schon auf damit," lachte Jody. "Ihr zwei seid fürchterlich. Aber in Ordnung, ich werde sie nicht hochheben. Liebling, würdest du mir bitte diesen Besen geben?"

Sam warf einen argwöhnischen Blick zu dem erbetenen Gegenstand und zog eine Augenbraue in die Höhe.

"Was willst du damit machen? Sie zu Tode fegen?"

Leicht verärgert nahm Jody ihr den Besen aus der Hand und schüttelte ihren Kopf.

"Ich werde sie dazu bringen zu gehen, in Ordnung? Ich habe nicht vor sie zu töten. Sie ist wunderschön und sie ist harmlos. Ihr werdet es sehen."

"Ich will sie hier nicht im Haus haben, Jody," schrie Megan. "Sie muss hier raus."

Seufzend drehte sich Jody um und verschwand ins Schlafzimmer und kam mit einem Kissenbezug wieder. Mit einigen Schritten stand sie neben der Schlange und betrachtete eingehend ihre Färbung.

"Es ist ein Teppichpython," erklärte sie und stieß mit dem Besenende vorsichtig an das Reptil. Die Schlange bewegte sich und hob, nach ihrem Gegner Ausschau haltend, ihren Kopf, doch sie versuchte nicht anzugreifen.

"Komm her, Steve Irwin," rief Jody zu Sam. "Halte diesen Kissenbezug damit wir sie hineinstecken und rausbringen können."

Sam schritt, ständig die Schlange beobachtend näher heran, sie fühlte sich bei der ganzen Situation nicht wohl. Sie hasste es, dies zugeben zumüssen, aber bei Schlangen lief es ihr kalt den Rücken runter.

"Kann ich den Besen halten?" Fragte sie ein wenig verlegen.

Jody blickte auf und versuchte das Grinsen, das sich auf ihr Gesicht schlich, zu unterdrücken.

"Okay Liebling, schieb sie einfach sachte zu mir und ich werde sie in den Kissenbezug stecken, in Ordnung?"

Sam nickte nur, nahm den Besen aus Jody's Hand und schob gehorsam die Schlage zum Kissenbezug. Die Schlange war eindeutig verärgert, doch sie ließ sich wegschieben und innerhalb weniger Minuten, ohne zu wissen was eigentlich mit ihr geschah, war sie im Kissenbezug.

"Seht ihr, ich habe euch doch gesagt, dass ihr euch keine Sorgen zu machen braucht," kicherte Jody. "Sie war genauso erschrocken, wie ihr es wart."

"Nun ja, ich bin froh, dass du sie hast," seufzte Megan und kletterte vom Tisch herunter. "Sie verursachen bei mir eine Gänsehaut."

"Sie wandern gewöhnlich zusammen," sagte Jody beiläufig während sie den Boden mit ihren Augen überflog.

Megan die das schelmische Blinzeln nicht sah, hopste schnell auf den Tisch zurück und rieb nervös ihre Hände gegeneinander.

"Ich weiß über Schlangen nicht viel, aber du lügst," kicherte Sam und kitzelte Jody in der Rippengegend.

Jody lachte und winkte Megan, dass sie wieder herunterklettern sollte.

"Es ist okay, Meg. Ich hab' nur Spaß gemacht. Du kannst dich jetzt entspannen, ich werde die Schlange zurück in die Wildnis bringen."

"Bitte," seufzte Megan während sie sich über ihre Stirn wischte. "Ich kann es nicht glauben. Der Hund ist immer hier und genau dann, wenn Sarah beschließt ihn mitzunehmen, taucht eine Schlange auf."

"Vielleicht war das der Grund," antwortete Sam trocken während sie zusah wie Jody nach draußen ging und den Garten durchquerte um die Schlange wegzubringen.

Megan folgte ihrem Blick und versuchte erfolglos ein Lächeln zu verbergen.

"Ich hab' euch doch nicht geweckt, oder doch? Ich meine, ihr zwei seid nicht gerade vollständig angezogen."

Zum ersten Mal bemerkte Sam, dass sie und Jody nur Ihre Shirts und Schlüpfer trugen. Sie sah an ihrem großen Körper herab und fing an zu kichern als sie ihre nackten Beine und Füße sah.

"Ich glaube, wir ziehen uns besser was an," erwiderte sie. "So können wir nicht herumlaufen."

Sie warf einen Blick auf ihre rothaarige Freundin und lächelte. Jody hatte ein dunkelgrünes Shirt und einen hautfarbenen Schlüpfer an. Ihre, schlanken, jedoch muskulösen Beine waren unbedeckt und Sam musste zugeben, dass es ein wunderschöner Anblick war, wie sie fast unbekleidet, durch das Gras ging.

"Ich hoffe, das ich nicht bei irgendetwas gestört habe?" Kicherte Megan, als sie den Blick auf Sam's Gesicht sah.

"Das hast du tatsächlich," antwortete Sam ehrlich. "Aber ich denke, das es das wert war. Ich mag Schlangen auch nicht besonders."

"Also meinst du es ernst?"

Verwirrt drehte sich Sam zu Megan um. Die andere Frau wich dem prüfenden Blick nicht aus, sondern erwiderte ihn einfach mit einem ehrlichen Ausdruck ihrer dunkelbraunen Augen.

"Was meinst du?"

"Meinst du es ernst mit Jody?" Fragte Megan sehr direkt. "Ich glaube nicht, dass sie es überwinden würde, wenn sie dich wieder verlieren würde, Sam."

"Genauso wenig wie ich," antwortete Sam leise. "Es gibt da noch eine Menge aufzuarbeiten, aber ich will sie nicht verlieren, Megan. Nicht nochmals."

Megan nickte und war von dem geschmerzten Ausdruck auf Sam's Gesicht berührt. Sie legte eine Hand auf die Schulter der anderen Frau und drückte sie beruhigend.

"Ich bin sicher, dass ihr dass schafft," lächelte sie, während sie zusah wie Jody wieder die Veranda betrat. "Es ist an der Zeit, dass sie jemand glücklich macht. Ich weiß, dass ich es nicht konnte. Sie hatte immer dir gehört, Sam, immer."

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"Verdammt Steve, wir sitzen hier jetzt seit Stunden und nichts ist geschehen. Ich fühle mich wie ein kompletter Idiot."

"Du siehst auch wie einer aus," antwortete Klein Steven ohne seine Augen von dem Eingang des Gebäudes der Apartments abzuwenden.

"Dies bring uns nicht weiter, wir müssen diese Sheila's finden! Wenn wir nicht machen was der Boss sagt, dann verspeist er uns zum Frühstück."

"Ich glaube nicht, dass er uns zum Frühstück haben will, Freddy Boy. Aber die Haie bestimmt."

Fred sah zu seinem Begleiter und spürte wie er blass wurde. Ganz plötzlich drehte sich sein Magen um und er musste mehrmals schlucken, um die Galle, die in seine Kehle gestiegen war runterzuschlucken. Klein Steven's Gesicht zeigte keine Emotionen und Fred fragte sich ob er es ernst meinte.

"Du machst... Witze. Richtig?" Stammelte er. "Der Boss würde sicherlich nicht..."

"Das würde er," antwortete er knapp. "Darum will ich, dass diese Sache nicht schief läuft, verstehst du? Ich will nicht als Haifischfutter enden. Also werden wir einfach hier bleiben und warten. Letztendlich werden sie hierher zurückkommen, und dann gehören sie uns."

"Also, was machen wir dann? Ich meine, wir können nicht einfach... ich weiß nicht."

"Fred, hat dir schon jemand gesagt, dass zu zuviel redest?"

"Nein, aber..."

"Halt die Klappe, Fred. Ich kann nicht..." Klein Steven verengte plötzlich seine Augen und lächelte schwach.

"Ich will verdammt sein... sieh mal wer da ist."

Fred folgte seinem Blick und sah wie eine junge Frau vor dem Gebäude der Apartments aus dem Wagen stieg. Ihr folgte ein großer Mann.

"Oh Mann, sieht die heiß aus," kicherte Fred. "Sieh dir diese ewig langen Beine an. Kennst du sie?"

"Das ist McDonnell's Schwester. Ich hab sie einmal zusammen gesehen. Sie ist eine Frau die man nicht so schnell vergisst."

"Wer ist der Macker?"

"Ich weiß es nicht, könnte ein Bruder sein, er sieht der Rothaarigen sehr ähnlich. Unsere Geduld hat sich gelohnt, Freddy Boy."

"Was machen wir jetzt? Nimmst du an, dass sie wissen wo Blondi ist?"

"Jawohl. Wir warten hier und wenn sie herauskommen, werden wir ihnen einfach folgen. Ich wette, dass sie uns direkt zum richtigen Ort führen werden."

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"Manchmal verstehe ich dich wirklich nicht, Luce," seufzte Gerald. "Ist es deine Neugier? Warum willst du unbedingt einen Blick in Jody's Apartment werfen, obwohl du doch weißt, dass es demoliert ist?"

"Weil..... okay, ich bin neugierig, in Ordnung! Ich kann es nicht glauben, bis ich es mit eigenen Augen gesehen habe. Ich verstehe nicht warum jemand so was machen sollte."

Lucy drückte die Tür auf und betrat den Flur auf dem sich Jody's Apartment befand. Auf dem Flur war es ruhig und man konnte keine Anzeichen von dem erkennen, was letzte Nacht hier geschehen war. Sie nahm den Schlüssel, den Jody ihr einmal gegeben hatte und öffnete die Tür.

"Oh mein Gott," rief sie aus und hielt sich am Arm ihres Bruders fest. "Sieh dir das an."

Gerald sah hinein und fühlte wie sein Magen sich senkte. Die Zerstörung war vollkommen und er fühlte wie Tränen in seine Augen traten als er begriff, dass seine Schwester einfach alles verloren hatte was sie einmal besaß.

"Wir gehen besser nicht hinein," flüsterte er. "Es könnte sein, dass die Polizei hier noch nicht fertig ist."

"Wer sollte so was machen?" Presste Lucy hervor. "Jody hat doch keine Feinde. Gott Ger, sie ist die freundlichste Person die ich kenne. Das ist nicht fair."

"Nein, das ist es nicht," antwortete Gerald, schloss die Tür und führte seine Schwester zum Fahrstuhl zurück. "Vielleicht kann uns Jody mehr darüber erzählen. Wir fahren einfach zu Megan und Sarah, okay?"

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Sam saß auf der Veranda, ihre Füße hatte sie auf einen Stuhl vor sich gelegt und ihr Laptop lag auf ihren Knien. Schweigend überflog sie alle Daten die über den Monitor liefen, während ihr Gehirn jede Information verarbeitete die sie erfassen konnte. Ihre Augen waren auf den Bildschirm fixiert und sie war darin so vertieft, dass sie nicht zu bemerken schien, dass sie jemand beobachtete.

Jody studierte das Gesicht ihrer Freundin mit scharfem Interesse, bemerkte jedes geringe Zucken, Stirnrunzeln und verengen der Augen. Sie liebte es Sam zu beobachten und dies konnte sie nicht oft, da sich ihre Freundin für gewöhnlich vollkommen auf sie konzentrierte. Jody lächelte als Sam ihre Nase rieb, eine Gestik von der sie wusste, dass es völlige Konzentration bedeutete. Sie biss sich auf die Lippe und Jody könnte hören wie sie Luft holte. Ein Lächeln strahlte über ihr Gesicht und plötzlich war sie von ein Paar blauen Augen völlig gefangengenommen.

"Magst du was du siehst?" Schnurrte Sam amüsiert über Jody's überraschten Blick.

"Oh ja," lachte Jody. "Ich mag es sehr. Du meine Güte Sam, ich dachte du konzentrierst dich."

"Das habe ich auch," stimmte Sam blinzelnd zu. "Aber ich konnte den Blick deiner Augen fühlen und das machte es mir schwerer mich zu konzentrieren."

"Hast du was irgendetwas gefunden?"

"Ja, das glaube ich. Ich denke, wenn du mir noch fünf Minuten gibst, dann kann ich es dir zeigen."

"Na schön," lächelte Jody. "Ich werde dir was zu Trinken bringen. Was möchtest du?"

"Mmmm... was? Oh, ich hätte gern etwas von diesem Zitronen-Kürbis Zeugs."

"Okay, ich werde dir etwas bringen." Stimmte Jody zu und stand auf. "Lucy und Ger könnten auch bald hier sein. Sie hatten gesagt, dass sie kommen würden."

Sam nickte und ohne auf die Worte ihrer Freundin zu reagieren sah wieder auf ihren Monitor. Doch plötzlich kam ihr ein Gedanke und sie sprang augenblicklich auf ihre Füße, wobei sie beinahe ihr Laptop heruntergeschmissen hätte.

"Jody!"

Jody die gerade die Küche betrat, drehte sich herum als sie Sam's besorgte Stimme hörte. Sie runzelte ihre Stirn, als sie in ein Paar erschrockene blaue Augen sah.

"Sam, was ist..."

"Lucy und Ger kommen? Jetzt?"

"Ja," antwortete Jody völlig verwirrt über die Reaktion ihrer Freundin. "Sam, was ist?"

"Glaubst du, dass Lucy einen Blick in dein Apartment werfen würde?"

"Neugierig genug ist sie ja," grinste Jody. "Somit besteht die Möglichkeit, ich......"

Sie schwieg, als ihr Gehirn die erschreckende Möglichkeit ihrer Worte registrierte. Ihr Gesicht wurde blass und plötzlich sehr nervös werdend ballte sie ihre Hände zu Fäusten.

"Sam, du denkst doch nicht, dass...?" Fragte sie und befeuchtete ihre Lippen da sie Angst hatte ihren Satz zu beenden.

"Ich weiß es nicht. Aber ich will keinerlei Risiko eingehen," antwortete Sam mit einem grimmigen Blick. "Wo ist mein Handy? Es könnte noch nicht zu spät sein."

 

~~~ ENDE - Kapitel 4 ~~~

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Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 5 lesen.

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