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Lest bitte die allgemeinen Hinweise im Kapitel 1!

 

Cyndi, Du bist meine Lebensretterin. Recht herzlichen Dank für Deine Hilfe! Ich bin so glücklich eine Freundin wie Dich zu haben.

T., was soll ich sagen? Du bewegst meinen Himmel und meine Erde, ohne Dich wäre ich verloren. Du hast mein Leben so verändert, dass ich mich kaum erinnern kann wie es vorher gewesen ist. Der Tag an dem ich Dich getroffen habe, ist der Tag an dem mein Leben wirklich begann. Dafür danke ich Dir.

Feedback? Selbstverständlich! Schickt mir Eure Zeilen einfach an
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The Reef - Kapitel 6

   

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The Reef
by Lois Kay

Kapitel 6

 

Mit ihren Händen in den Hosentaschen blickte Sam in die Ferne. Lässig gegen einen der vielen schattenspendenden Bäume gelehnt, sah es für jeden der an ihr vorbeiging so aus, als ob sie den Ausblick genoss. Ihre hellblauen Augen hoben sich von ihrem gebräunten Gesicht und dem blonden Haar ab und gaben ihr einen betäubenden Anblick, dessen sie sich nicht bewusst war.

Ihr Gehirn versuchte einen Plan zu entwerfen, um an die Informationen zu kommen, die so verzweifelt wollte. Sie wusste, dass sich Gerald und Lucy um ihre Mutter und Schwester kümmerten, so dass sie nicht versehentlich zusammenstoßen würden. Doch damit war ihr ursprünglicher Plan ruiniert. Es gab keine Möglichkeit herauszufinden ob jemand Lucy und Gerald gefolgt war, und wer er oder sie waren.

Schwer seufzend zuckte Sam mit ihren Schultern.

Dieser Plan ist im Eimer. Was jetzt? Vielleicht sollte ich zurückgehen und mit Jody darüber reden. Vielleicht sollte ich Carol Wong diese Disketten geben und Schluss damit machen. Lass sie es heraubekommen. Solange sie sicherstellen, dass Jody in Sicherheit ist.

Die Anspannung in Sam's Gesicht verlor sich und wurde durch ein gefühlvolles Lächeln ersetzt, während sie sich daran erinnerte wie sie an diesem Morgen aufgewacht waren. Unfreiwillig fing ihr Herz an zu hämmern als sie sich plötzlich an den Blick in Jody's Augen erinnerte als diese ihren Höhepunkt erreichte. Sam schluckte heftig als ein warmes Prickeln durch ihren Körper strömte. Schlagartig sehr genau wissend was sie tun sollte richtete sie sich zu ihrer vollen Größe auf.

Lass sie doch die mühsame Arbeit für den kurzen Prozess machen. Ich will meine Zeit nicht damit verbringen die klägliche Entschuldigung eines Detektivs zu sein. Ich werde Carol Wong diese Disketten geben und sicherstellen, dass Jody in Sicherheit ist. Sie können diesen Schlamassel allein bewerkstelligen.

Erleichtert, da sie endlich eine Entscheidung getroffen hatte ging Sam zu der Ecke zurück, die sie vor kurzen eiligst umrundet hatte. Mit dem Wissen zum Haus ihrer Freundinnen zurückzukehren, wo Jody auf sie wartete, fühlte sie sich wesentlich besser. Mit glücklich federnden Schritten ging Sam um die Ecke. Augenblicklich erkannten ihre scharfen Augen die Szenerie vor ihr und mit katzenhafter Anmut schritt sie außer Sichtweite hinter einen Zeitungskiosk.

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Fiona genoss noch immer den weichen, salzigen Geschmack ihrer Lakritze als ein Wagen vor sie fuhr. Ihre grünen Augen blickten zu dem Fahrer und Beifahrer und fast unsichtbar, genau wie es ihre ältere Schwester getan hätte, hob sie eine Augenbraue.

Der Anblick der kauenden Vierzehnjährigen mit einem vollkommen gelangweilten Gesichtsausdruck ließ Fred beinahe laut herauslachen. Sie war eine Persönlichkeit. Es tat ihm fast leid, dass sie in ihre Pläne verwickelt war. Grinsend nickte er zu ihr.

"Hallo."

Fiona starrte ihn verärgert an, so als ob er ihr die Sicht versperren würde. Geistig schüttelte sie, erstaunt wie dreist manche Männer waren, ihren Kopf.

Oh Gott, Kumpel, ich bin Vierzehn. Sieh mal klar hier! Außerdem, selbst wenn ich älter wäre, dann wärst du nicht mein Typ!

"Hallo," erwiderte sie und wollte in den Laden zurück zugehen.

"Hey warte," reagierte Fred schnell. "Ich will dich nur etwas fragen, okay?"

Fred's Gehirn machte Überstunden um mit einer vernünftigen, echt klingenden Frage aufzuwarten. Bereit sich umzudrehen und zurückzugehen, sah ihn Fiona mit ihrem sommersprossigen Gesicht einfach nur ungeduldig an.

"Ähm... mein Kumpel und ich suchen nach einem... ähm... einer Tankstelle. Wir kennen uns hier nicht aus und uns geht das Benzin aus, also..."

Fiona schielte ihn an und glaubte ihm nicht eine Sekunde, doch um ihn loszuwerden, war sie Willens ihm mitzuteilen wo sich die nächste Tankstelle befand.

Sie zeigte zur Straßenecke.

"Fahren sie diesen Weg entlang und wenn sie die Schnellstraße erreichen, dann biegen sie nach rechts ab. Ich denke, das es ungefähr einen Kilometer entfernt ist. Viel Glück."

Sie drehte sich herum, um zu ihrer Familie zurückzukehren, doch plötzlich rief Fred nach ihr. Die Frustration in seiner Stimme veranlasste sie sich umzudrehen und sie sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

"Es tut mir leid, ich... ich bin ein wenig schwerhörig. Könntest du das bitte noch mal wiederholen? Könntest du vielleicht ein bisschen näher herankommen?"

Fiona wollte gerade seiner Bitte nachkommen als sie erstarrte. Ein sehr bekannter Pfiff, einen, den sie seit Jahren nicht mehr gehört hatte, ließ sie abrupt stehen bleiben.

"Sam, du musst mir beibringen wie man das macht," bettelte Fiona während sie an Sam's T-Shirt zog.

Sam sah, mit offen gezeigter Zuneigung in ihren Augen, auf das kleine Mädchen hinunter.

"Das würde ich gerne Fi, wirklich, doch dir fehlen im Augenblick die Hälfte deiner Zähne. Somit gibt es keine Möglichkeit, dass du derart pfeifen kannst." Zog sie Fiona auf.

"Doch, ich kann das," wandte Fiona ein. "Hör zu."

Sie legte zwei Finger in ihren Mund und fing an zu blasen. Dabei produzierte sie einen kleinen Ton und eine Menge Spucke.

Sam lachte und wischte recht übertrieben ihr Gesicht ab.

"Okay, okay, ich glaube dir. Du solltest wissen, dass ich heute morgen schon geduscht habe!" Sie faltete ihre große Gestalt zusammen, um sich neben der Sechsjährigen hinzuknien und blickte sie verschwörerisch an.

"Ich werde es dir beibringen," flüsterte sie. "Aber das ist unser Geheimpfiff. Okay?"

Mit vor Aufregung funkelnden, dunkelgrünen Augen nickte Fiona begeistert.

"Hör zu..." fing Sam an, und ein blonder und dunkler Kopf steckten eng zusammen.

Wieder drang ein deutlicher Pfiff an ihre Ohren und ohne ein zweites Mal nachzudenken drehte sich Fiona herum und rannte, dem Ton folgend, zu der Ecke.

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Sam hatte die Szene vor ihr mit Furcht in ihrem Herzen beobachtet, um Handeln zu können wenn es erforderlich wäre, waren ihre Hände zu Fäusten geballt und ihr ganzer Körper war in Alarmbereitschaft. Sie konnte die Unterhaltung zwischen der kleinen Schwester ihrer Freundin und dem Fremden im Wagen nicht hören, doch innerlich wusste sie, dass es nur Ärger bedeuten konnte. Geistig schlug sie sich dafür, dass sie Fiona nicht gesagt hatte im Laden nah bei ihrer Mutter und ihrem Bruder zu bleiben. Wenn Lucy und Gerald nach ihrem Besuch von Jody's Apartment verfolgt worden waren, wäre es für diejenigen leicht zu erkennen, das Fiona Lucy's Schwester war. Sie sahen sich einfach zu ähnlich.

Sie war erleichtert als sie sah wie Fiona sich umdrehte, doch augenblicklich blieb ihr Herz stehen als das Mädchen stoppte und sich wieder umdrehte um näher an den Wagen zu treten.

Nur durch ihren Instinkt geleitet pfiff Sam den Geheimpfiff, den sie Fiona vor Jahren beigebracht hatte und betete, dass sich das Mädchen daran erinnerte. Und sie tat es. Sam sah, wie der dunkle Kopf des Mädchens zurückschnellte und Fiona's Körper komplett erstarrte. Sam pfiff wieder und zu ihrer großen Erleichterung drehte sich die Vierzehnjährige herum und rannte zu der Ecke, wo Sam auf sie wartete.

Ohne auf den Weg zu achten rannte Fiona um die Ecke, und fühlte wie ein paar starke Arme sie außer Sichtweite zogen.

"Lass uns gehen," zischte Sam, ohne eine weitere Erklärung abzugeben. Sie wusste nicht, wie die zwei Männer im Wagen reagieren würden und sie hatte kein Interesse es herauszufinden. Nicht mit Jody's kleiner Schwester in der Nähe.

Während sie die Umgebung mit der Präzision eines Habichts überflog, zog sie Fiona durch den Hintereingang des Eckladens. Es war ein normaler Souvenirladen mit einer Menge an Mützen, T-Shirts, Postkarten und anderem Nippes. Ohne Fiona's Arm loszulassen und ohne weitere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ging Sam in den hinteren Ladenbereich, von wo aus sie beide Eingänge im Auge behalten konnte. Schließlich blieb sie stehen, drehte sich herum und warf dem jungen Mädchen einen besorgten Blick zu.

"Bist du in Ordnung?" Fragte sie mit sorgenerfüllten blauen Augen.

Fiona nickte nur und starrte sie mit aufgerissenen Augen an.

"Was haben sie gewollt?"

Fiona rieb sich ihr Gesicht, während sie versuchte sich daran zu erinnern was der junge Mann im Wagen sie gefragt hatte. Es war nicht leicht für sie, da Sam's Pfiff und ihre Gegenwart, sie vollkommen aus dem Konzept gebracht hatte.

"Ähm... Er... sie haben eine Tankstelle gesucht und ich habe ihnen gesagt wo sie eine finden können. Doch dann hat er zu mir gesagt, dass er ein wenig schwerhörig wäre und bat mich näher heranzukommen. Ich... Sam, was zum Teufel ist hier los?"

Diese letzten Worte wurden so stark wie mit der Frustration eines Erwachsenen ausgesprochen, dass Sam lächeln musste. Die Angst in ihren Augen wurde durch ein schwaches Funkeln ersetzt und sie musste einfach lächeln.

"Oh Mann, du bist erwachsen geworden," flachste sie.

Fiona erwiederte das Lächeln und streckte ihre Hand aus um Sam's Arm zu berühren.

"Du bist es wirklich, oder nicht?" Fragte sie vollkommen verdutzt. "Sam, ich habe immer gehofft, dass du zurückkommen würdest. Du solltest wissen, dass ich dich vermisst habe. Genauso wie Jody und Luce... ich meine, es war uns verboten über dich zu reden, aber ich weiß, dass sie dich vermisst haben. Wie du weißt, ist Jody homosexuell. Dad ist dagegen."

Nach dieser kleinen Demonstration von Teenager-Unverblümtheit blickte Sam verblüfft und sie konnte spüren wie sie starrte und in diesem Augenblick nicht besonders intelligent dreinschaute.

Fiona blickte zu ihr auf und zog ihre Augenbrauen zusammen.

"Du hast das gewusst, oder nicht? Ich habe meine Schwester doch nicht bloßgestellt. Oder hab ich das doch?"

"Nein," antwortete Sam, die ihre Stimme schließlich wiedergefunden hatte. Kichernd strubbelte sie liebevoll über Fiona's Haar. "Ich wusste es, Dummerchen, es ist nur das... du hervorragend das Thema wechseln kannst, weißt du das?"

Fiona kicherte, schob verspielt Sam's Hand weg und nahm sie zwischen ihre eigene.

"Ich werde versuchen bei der Sache zu bleiben," versprach sie während ihre dunkelgrünen Augen funkelten. "Was haben diese Kerle gewollt, Sam?"

"Das ist eine lange Geschichte, Fi und ich werde sie dir erzählen, jedoch nicht hier. Lass mich nur soviel sagen, sie hatten keine guten Absichten. Okay? Ich werde dir den Rest später erzählen."

"Bitte mach das," murmelte Fiona. "Es macht mich krank, das ich wie der Familientrottel behandelt werde. Nie sagt mir einer etwas. Sie denken alle, dass ich eine Baby bin oder so was. Nur Jody behandelt mich wie einen Menschen."

"Oha, und ein Baby ist kein Mensch?" Blödelte Sam gutmütig.

Fiona lachte und streckte ihre Zunge zu Sam heraus, die ihr dafür in die Nase zwickte.

"Ich vermute, dass ich mir etwas einfallen lassen muss," grübelte Sam während sie weiterhin die Tür im Auge behielt. "Wir müssen hier raus, aber ich will nicht, dass diese Männer uns sehen. Sie könnten immer noch da draußen warten. Außerdem muss ich Ger und Lucy warnen."

"Hast du kein Han... aha, wie ich sehe hast du ein Handy," sagte Fiona die beobachtete wie Sam das Gerät aus ihrer Tasche zog. "Gut, ich bin froh, dass du einer jener zeitgemäßen Menschen bist."

"Frechdachs," antwortete Sam lächelnd.

Schnell wählte sie eine Nummer und innerhalb weniger Sekunden sprach sie mit Lucy.

"Lucy, ich bin's, hör mir zu. Ich bin in dem Laden an der Ecke und Fiona ist bei mir. Wir... nein, sie ist in Ordnung... ja, das hat sie, sofort..." Sam blinzelte zu Fiona. "Nein... Lucy... Lucy, hör bitte zu, ich werde es dir später erklären. Ich möchte, dass du, Ger und deine Mom zu deinem Wagen gehen. Lasst euch Zeit, in Ordnung?... Nein, ich habe einen Plan, warte einfach. Geh zum Wagen und du wirst es sehen... Was? Ja, sie sind noch da draußen. Nein... okay, wir werden dich draußen treffen... Es ist okay Luce, ich werde mit deiner Mutter zurechtkommen, mach dir keine Sorgen. Wir sehen uns gleich."

"Sie redet zu viel, oder nicht," grinste Fiona als sie Sam's resignierten Gesichtsausdruck betrachtete.

"So wie du," brummte Sam, was Fiona zum Lachen brachte. "Komm mit, wir müssen los."

"Was werden wir machen?"

Sam blickte auf das neben ihr stehende junge Mädchen herab und ein schelmischer Glanz trat in ihre Augen.

"Etwas von dem ich schon immer geträumt habe," grinste sie. Sie ging zur Ladentheke, wo sie eine ältere Frau erwartungsvoll anblickte.

"Hallo," begrüßte Sam sie. "Diese Kappen hinter der Theke, hängen die auf einem Nagel?"

Die Frau sah sie völlig fassungslos an und konnte für einige Sekunden nicht sprechen.

"Wenn dem so ist," fuhr Sam fort. "Dann möchte ich sie kaufen. Alle Kappen, aber den Nagel brauche ich auch."

"Du weißt noch was ich dir gesagt habe, Fi?" Fragte Sam während sie der Jungendlichen direkt in die Augen sah. Fiona nickte und zeigte mit ihrem Kopf in die Richtung der Straßenecke.

"Ich werde, damit sie mich sehen können, direkt dort die Strasse überqueren und ich werde zu Mom und den anderen gehen. Aber Sam, wie willst du wissen, dass sie dich nicht sehen werden?"

"Ich bin mir nicht sicher Fi, aber ich glaube, dass sie zu beschäftigt sein werden, dich und deine Familie zu beobachten, um Augen für eine tollpatschige Touristin zu haben, die einen Stapel Baseballkappen fallen lässt."

"Ich hoffe, dass du recht hast," entgegnete Fiona, beeindruckt von Sam's Zuversicht. "Ich setz mich dann besser in Bewegung, wie?"

Sie wollte sich herumdrehen, doch Sam stoppte sie und sah sie eindringlich an.

"Falls irgendetwas schief geht, dann gehst du direkt zu Gerald. Komm nicht zurück. Okay?"

Fiona senkte ihre Augen und nickte gehorsam.

"Ich will, dass du es sagst, Fi," drängte Sam. "Versprich es mir."

"Ich verspreche es, Sam," wiederholte Fiona leise. "Sei vorsichtig, Sam. Okay?"

"Natürlich," Sam grinste. "Ich werde dich in einigen Minuten sehen. Sag Lucy sie soll mich am Ende des Einkaufszentrums auflesen."

Fiona nickte und aufmerksam von Sam beobachtet ging sie zu der Straßenecke, außerdem behielt Sam ein Auge auf den Wagen mit den zwei Männern, der immer noch am selben Fleck parkte. Sie sah, wie sie Lucy und Gerald beobachteten und sich plötzlich aufrichteten, als Fiona die Strasse überquerte.

Sam verschwendete keine Zeit. Sie schritt nach draußen, und da ihr Gesicht von dem Stapel Kappen verdeckt war konnte sie unbemerkt an ihrem Wagen vorbeigehen. Plötzlich ließ sie die Kappen auf den Bürgersteig neben dem Auto fallen.

Leise murmelnd kniete sie hinunter, um jede einzelne Kappe aufzusammeln und betete, dass die Männer im Wagen sie ignorieren würden. Sie taten es, und als sie den letzten Artikel aufgehoben hatte, platzierte sie den großen Nagel gegen einen der Hinterreifen. Sobald sich der Wagen in Bewegung setzte, würde er mit großer Wahrscheinlichkeit das Gummi durchdringen und dafür sorgen, dass der Reifen innerhalb weniger Sekunden platt war.

Danach erhob sie sich schnell, und noch immer unbemerkt machte sie sich auf ihren langen Beinen davon.

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"Ich hab dir doch gesagt, dass sie letztendlich auftauchen würde," sprach Klein Steven mit klar erkennbarem Stolz in seiner Stimme.

Schulterzuckend warf Fred einen Blick zu seiner Rechten. Seit mindestens fünf Minuten hatte ihn sein Partner, nachdem Fiona abgehauen war, beschimpft und ihm mit allen Seuchen, die die Menschheit kannte gedroht, falls er es wieder vermasselt hätte.

"Ich frage mich, wo sie hingegangen ist," grübelte Fred.

"Du wirst diese Kinder nie begreifen," antwortete Klein Steven. "Vielleicht hat ihr Freund oder so nach ihr gerufen."

Ihre Augen schwankten von Fiona's schlanker Figur zu ihrer Familie, die an der gegenüberliegenden Straßenecke auf sie wartete, neben dem Restaurant wo Lucy und Gerald vorher gewartet hatten.

"Behalte sie im Auge, Freddie," grollte Klein Steven. "Wir dürfen sie jetzt nicht verlieren. Wir werden ihnen folgen egal wohin sie gehen werden. Hast du das kapiert?"

Fred nickte schweigend und verengte gegen das helle Sonnenlicht seine Augen. Aus einem Augenwinkel sah er wie eine große Gestalt am Wagen vorbeiging und einen Stapel Baseballkappen fallen ließ.

"Was ist das?" Fragte Steven einen kurzen Blick in seinen Rückspiegel werfend.

"Irgend so ein blöder Bimbo," antwortete Fred geistesabwesend, ohne seine Augen von Fiona zu nehmen, als diese die Strasse überquerte.

Keiner von beiden achtete auf die Frau, die ihre Sachen aufhob die sie fallengelassen hatte, und keiner von ihnen sah, wie sie wegging, ein breites Lächeln bedeckte ihr Gesicht und ihre hellblauen Augen funkelten während ihr Verstand das Kennzeichen auf dem Nummernschild registrierte, das nun in ihr Gedächtnis eingebrannt war.

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"Fiona, wo in Gottes Namen warst du?" Fragte Joan McDonnell ihre Tochter sobald sie in Hörweite war.

"Ich war draußen, Mom," versuchte Fiona zu erklären, als sie sich daran erinnerte, dass Sam sie ermahnt hatte, noch nicht zu erwähnen, dass die beiden sich getroffen hatten. "Ich bin in den Laden an der Ecke gegangen."

Das war keine Lüge, dachte Fiona als sie mit unschuldigen, dunkelgrünen Augen zu ihrer Mutter blickte.

Joan seufzte und legte ihre Hand auf Fiona's Schulter während sie ihre Tochter mit sich zog.

Lucy und Gerald tauschten Blicke aus und Erstere schritt schnell nach vorne.

"Mom?"

Joan McDonnell hörte die Anspannung in Lucy's Stimme und drehte sich mit einer Falte auf ihrer Stirn herum.

"Ähhm, ich... Jody ist in etwas Ärger gerannt und..."

"Welche Art von Ärger?" Unterbrach ihre Mutter sie mit einem besorgten Blick. "Ist sie in Ordnung? Warum hast du mir das nicht früher gesagt? Wo ist sie?"

"Mann, so viele Fragen," versuchte Lucy zu scherzen, doch die durchdringenden Augen ihrer Mutter blickten sie direkt an. "Sie ist in Ordnung, Mom, wirklich. Ich dachte du möchtest sie sehen. Ich weiß, dass sie dich sehr gerne sehen würde."

"Liebling, du hörst dich wirklich nicht trostreich an," antwortete Joan McDonnell, die ihre ansonsten zuversichtliche Tochter nicht wiedererkannte, die sehr sorgfältig überlegte was sie sagte.

"In Jody's Wohnung ist eingebrochen worden," übernahm Gerald das Gespräch, da er wusste, dass seine Mutter einfach mehr Informationen brauchte um sich zu beruhigen. "Jody war zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause und im Augenblick ist sie bei Sarah und Megan. Tatsächlich waren wir gerade auf dem Weg zu ihr."

"Dann werde ich mit euch kommen," sprach Joan McDonnell ohne zu zögern, was ihre Kinder überraschte, da sie wussten, dass ihre Eltern sich normalerweise nicht in die Gesellschaft von homosexuellen Leuten begaben. Nun, ihr Vater tat es nicht, ihre Mutter hatte darüber niemals ein Wort geäußert. "Lasst uns gehen."

"Wir müssen noch... einige Dinge vom Einkaufszentrum abholen," erklärte Lucy, die sich wie eine Verschwörerin vorkam. "Warum fährst du nicht voraus?"

"Ich weiß nicht wo sie wohnen," antworte Joan McDonnell simpel, was Fiona veranlasste zu kichern.

"Dann werde ich mit dir fahren," bot Gerald als Lösung an. Die Augen seiner kleinen Schwester sahen ihn flehend an und er schaffte es kaum ein Lächeln zu unterdrücken.

"Fi, wie wär's, wenn du Lucy Gesellschaft leisten würdest?"

Die Antwort war ein breites Grinsen und Gerald lachte über den erwartungsvollen Ausdruck in dem sommersprossigen Gesicht seiner Schwester. Er folgte seiner Mutter zum Wagen und bevor er einstieg drehte er sich herum, um Lucy anzublicken.

"Sei vorsichtig," sprach er tonlos und seine Schwester nickte kurz lächelnd zu ihm.

"Auf geht's Zwillingsschwester," blödelte sie, während sie verspielt an einer ihrer Haarsträhnen zog. "Lass uns Sam auflesen."

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"Okay Fred, sie machen sich auf den Weg. Nun müssen wir ihnen nur folgen, um herauszufinden wo die Rothaarige steckt, und wenn wir damit keinen Erfolg haben, dann haben wir immer noch die kleine Schwester, die uns helfen kann."

"Welchem Wagen folgen wir? Es gibt zwei."

"Was denkst du?" Spottete Klein Steven. "Den zwei Schwestern natürlich. Gottweiß wo die zwei anderen hinfahren. Wir müssen ein Auge auf diese Kleine behalten. Erinnerst du dich? Sie ist unsere Eintrittskarte."

Klein Steven's Augen folgten Lucy und Fiona, die zu Lucy's Wagen ging und sich dabei anscheinend Zeit ließen während sie miteinander scherzten und redeten. Fred musste lächeln als er sah auf welche Weise die zwei Schwestern miteinander umgingen. Es erinnerte ihn an seine eigene Schwester, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Nicht mehr, seit ihn sein Vater fürchterlich verprügelt hatte und er sich entschloss von zu Hause wegzulaufen. Er war niemals zurückgekehrt. Zum erstenmal seit Jahren erinnerte er sich an das Gesicht seiner Schwester als er aus der Tür gegangen war, und es bildete sich ein Kloß in seiner Kehle. Fred schluckte heftig und schaute aus der Autoscheibe während er krampfhaft versuchte seine Fassung wiederzugewinnen.

"Bist du bereit?" Fragte Klein Steven in seiner schroffen Art und Weise.

"Klar, ich bin bereit," erwiderte Fred mit vor Emotionen heiserer Stimme.

Klein Steven warf ihm einen neugierigen Blick zu und zuckte mit seinen Schultern.

"Bist du okay?"

"Alles ist fein," antwortete Fred sich räuspernd. "Ich habe nur Durst, das ist alles."

"Wenn alles nach Plan verläuft, dann spendiere ich dir ein schönes kaltes Foster's," versprach Klein Steven während er den Motor anließ.

Er wartete darauf, dass Lucy's Wagen den Parkplatz verlässt, und als sie losfuhr verfolgte er sie und stellte sicher, dass nie mehr als zwei Autos zwischen ihm und dem verfolgten Wagen waren. Nach einigen hundert Metern bemerkte Klein Steven, dass der Wagen nicht richtig reagierte und er zog am Lenkrad während es um eine Kurve ging. Sofort fing er zu fluchen an, womit er Fred erschreckte, dessen Augen auf den Wagen vor ihnen fixiert waren.

"Was ist los?"

"Verdammter Mist, zum Teufel!! Glaub es oder nicht, aber wir haben eine Reifenpanne."

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"Jody, Liebes, würdest du bitte zumindest versuchen, dich zu entspannen," seufzte Sarah, die zusah wie ihre Freundin zum zigsten Mal über die Veranda schritt. "Du und Megan, ihr seid euch so ähnlich. Immer wenn ihr nervös seid, dann fangt ihr an wie Idioten herumzulaufen. Du machst mich verrückt."

Jody blieb abrupt stehen und sah ihre Freundin entschuldigend an. Seit dem Zeitpunkt als Sam gegangen war, war sie ein nervöses Wrack gewesen und sie wusste es. Sie vertraute Sam und wusste, dass sie vorsichtig sein und kein Risiko eingehen würde. Aber dennoch.

Hörbar grunzend ließ sie sich auf einen Stuhl fallen und schob ungeduldig ihr Haar aus der Stirn. Sie hatte Sam versprochen hier zu warten, doch es brauchte eine sehr große Anstrengung nicht aufzuspringen, den Wagen zu nehmen und loszufahren um ihre Freundin zu suchen.

"Sam ist vollkommen in der Lage auf sich selbst aufzupassen," sagte Sarah liebevoll, bei dem Versuch die zappelnde Frau vor sich zu beruhigen. "Ich denke, sie hat das neulich abends bewiesen, als sie sich gegen diesen Kerl wehrte."

"Ich weiß, ich weiß," seufzte Jody. "Aber dennoch mach ich mir Sorgen."

Was, wenn ihr etwas geschieht? Ich würde damit nicht zurechtkommen. Oh Gott, und ich habe ihr noch nicht mal erzählt, dass... ich hätte es ihr sagen sollen. Es ist ja nicht so, dass ich keine Gelegenheit dafür hatte. Ich hätte es ihr an dem Morgen nach... Jody spürte wie ihre Wangen erröteten, jedoch versuche sie nicht, es zu verbergen.

Natürlich bemerkte Sarah dies und mit einem kleinen Lächeln blickte sie zu ihrer Freundin.

"Glückliche Gedanken?" Frotzelte sie.

"Mmm," war Jody's einzige Antwort, ohne jedoch ihr Lächeln verbergen zu können.

"Willst du darüber reden?" Fragte Sarah mit einem schelmischen Funkeln in ihren Augen.

"Nein," lachte Jody. "Wie du weißt, habe ich vor dir oder Megan wenig Geheimnisse, aber es gibt einige Dinge die ich lieber für mich behalten würde."

Die Frau mit den kastanienbraunen Haaren lachte herzhaft und drückte liebevoll Jody's Knie.

"Ich kann dir dafür keine Vorwürfe machen," stimmte sie mit grauen, funkelnden Augen zu. "Bleib einfach bei diesen Gedanken, ja? Sie passen besser zu dir als ein besorgtes Stirnrunzeln. Ah, da ist unser Teemädchen," sprach sie als Megan mit einem Tablett voller Gläser und einer dampfenden Teekanne, aus der Küche kam. "Der Tee hat dich gerettet, Jo."

"Wer ist vor was gerettet worden?" Erkundigte sich Megan während sie das schwere Tablett auf den Tisch stellte und einen neugierigen Blick zu ihrer Geliebten warf.

"Ich," antwortete Jody lächelnd. "Deine Frau ist eine Plagegeist, Megan."

"Das brauchst du mir nicht zu sagen," brummte Megan während sie sich neben Sarah setzte. "Sie ist eine Expertin darin. Ich glaube sie hat Kurse an der Hochschule genommen. Aber hey, ich liebe sie trotzdem."

Jody anblinzelnd beugte sie sich nach vorne und gab Sarah einen kurzen Kuss.

"Da wir gerade über meine Frau sprechen," fuhr Megan fort. "Du hast nicht die Party nächste Woche vergessen, oder doch? Wir möchten wirklich, dass du und Sam hier seid, wenn wir unser fünften Hochzeitstag feiern."

"Wir werden da sein," lächelte Jody. "Das möchte ich um alles in der Welt nicht verpassen. Ich hoffe nur, das dieser Mist bereinigt ist und ich mein normales Leben fortsetzen kann."

Megan und Sarah tauschten Blicke aus, während die Letztere ihre Gläser mit dem heißen Getränk füllte.

"Was für Pläne hast du, Jody?" Fragte Megan. "Ich meine, mit Sam und dem allen."

Mit einem nachdenklichen Blick starrte Jody auf die Blumen die die Veranda umgaben. Ihre grünen Augen waren dunkel und Megan konnte sehen, wie gegensätzliche Emotionen über ihre ausdruckvollen Gesichtsmerkmale rannten.

"Wir haben darüber noch nicht gesprochen," antwortete sie schließlich. "Zum Teufel, wir haben über noch gar nichts gesprochen. Ich meine, alles ist so schnell geschehen und ich weiß noch nicht mal, ob sie das gleiche wie ich will."

"Was willst du, Jody?" Fragte Sarah liebevoll.

"Ich will Sam nicht aufgeben," entgegnete Jody schnell. "Als ich letzte Woche in sie gerannt bin, da wurde mir klar, dass ich... obwohl ich versucht habe sie zu vergessen, es nicht konnte. Nach acht Jahren fühle ich immer noch das gleiche für sie. Ich habe das Gefühl als würde sie mich vervollständigen. Wahrscheinlich könnte ich ohne sie leben, so wie ich es immer getan habe, aber ich würde nie vollständig sein, ein Teil von mir würde nicht mehr vorhanden sein. Ich habe das Gefühl, als ob nur Sam mir das Gefühl von Vollständigkeit geben könnte. Bis ich sie wieder gesehen habe, hatte nicht realisiert, wie sehr ich Sam vermisst hatte."

Während Jody versuchte die richtigen Worte zu finden, drehte sie eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern und biss auf ihre Unterlippe.

"Ich liebe sie noch immer," sagte sie schließlich. "Das kommt auch noch dazu. Ich glaube nicht, dass ich jemals aufgehört habe sie zu lieben, irgendwie kann ich es nicht."

Sie blickte zögernd zu Megan, doch ihre Freundin lächelte sie warmherzig an.

"Ich habe das immer gewusst, Jody. Entschuldige dich bitte nicht. Wir wussten, dass wir bessere Freundinnen als Geliebte sein würden, und wir sind es. Du hattest nach einer Freundin gesucht, und du hast eine gefunden." Megan ergriff Sarah's Hand und drückte sie fest. "Du hast zwei Freundinnen gefunden," fügte sie hinzu. "Ich denke, dass dies eine Menge wert ist."

"Das ist es," antwortete Jody mit Tränen in ihren Augen. "Ihr zwei seid... einfach wunderbar. Aber das wisst ihr ja."

"Ich weiß, dass ich es bin," reagierte Sarah trocken. "Aber bei der alten Megan hier, bin ich mir nicht so sicher."

"Hey, wen nennst du hier alt?" Rief Megan mit vorgetäuschter Verletztheit aus. Sie griff nach vorne um Sarah's Arm zu schnappen, doch ihre Partnerin war schneller aufgesprungen, als Megan sie überhaupt berühren konnte.

"Nehmt es leicht Kinder," lachte Jody. "Ich glaube nicht, dass........"

Sie hielt mitten im Satz inne, legte ihren Kopf zur Seite und hörte gespannt. Augenblicklich sprang sie auf.

"Da kommt eine Wagen."

Sarah und Megan stoppten ihren Schlagabtausch und gingen zu Jody, die auf dem Weg zur Auffahrt war. Sie hatte gehofft Sam's Rückkehr zu sehen, doch als der Wagen in Sicht kam, ließ sie ihre Schultern leicht hängen, als sie ihre Augen vor der Sonne schützte um eine bessere Sicht zu erhalten.

Megan, die direkt neben ihr stand, konnte ihr Keuchen hören.

"Oh mein Gott, es ist Mom."

Das erste was ihr in den Verstand kam war ihr Vater, doch dann begriff sie, dass ihre Mutter sie angerufen hätte. Außerdem, woher sollte sie wissen wo sie sich aufhielt? Jody konnte erkennen, das Gerald neben seiner Mutter saß, aber Lucy war nirgends zu sehen. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten bis die Handknöchel weiß wurden. Schweigend betete sie, das Sam und Schwester in Sicherheit waren. Ihr Magen hatte sich verknotet als ihre Mutter einparkte und sie und Gerald ausstiegen. Gerald der sofort die Bedenken auf dem Gesicht seiner Schwester bemerkte, lächelte ihr beruhigend zu und konnte sehen wie sie etwas entspannte. Sarah und Megan versuchten nicht zu überrascht auszusehen als sich Joan McDonnell der Veranda näherte.

Die ältere Frau zögerte und ihre Augen wanderten von ihrer Tochter zu dem Paar neben ihr. Die Stille war betäubend, bis Megan nach vorne schritt und ihre rechte Hand ausstreckte.

"Mrs. McDonnell, was für eine Überraschung. Ich bin Jody's Freundin, Megan." Sie lächelte freundlich während sie die schwielige Hand der anderen Frau schüttelte. "Warum kommen sie nicht auf die Veranda?"

"Ähhm... nett sie kennenzulernen, Megan. Ich... ähm... ich habe von Jody's Wohnung gehört und ich wollte sicherstellen, dass sie in Ordnung ist."

"Es geht mir gut Mom," sprach Jody schließlich und schritt von der Veranda herunter, um ihre Mutter zu umarmen. "Aber danke, dass du gekommen bist. Äh... Megan hast du gerade kennengelernt." Sie drehte sich zu Sarah um. "Das hier ist Sarah, Megan's Partnerin."

"Schön sie kennenzulernen, Mrs. McDonnell," lächelte Sarah. "Kommt alle aus dieser Sonne heraus. Hier oben ist es viel angenehmer."

Joan McDonnell erwiderte das warmherzige Lächeln und folgte der Frau mit den kastanienbraunen Haaren bereitwillig die Stufen hinauf und setzte sich hin.

"Ger," zischte Jody, als ihr Bruder an ihr vorbeigehen wollte. "Was zur Hölle ist hier los? Wo sind Sam und Lucy?"

"Sie werden in einer Minute hier sein, Schwesterchen," erklärte Gerald sehr sachlich. "Wir sind an dem Laden mit Mom und Fiona zusammengestoßen."

"Fiona?" Wiederholte Jody. "Wo ist sie?"

"Bei Sam und Lucy," antwortete Gerald, in einer Ausdrucksweise, als ob das selbstverständlich sein würde.

"Was? Nein Ger, halt mal, ich versteh das nicht. Wie bitte?"

Jody war ehrlich verwirrt, und da Gerald Mitleid mit seiner Schwester hatte, klopfte er ihr behutsam auf den Rücken.

"Jody, Sam hat alles unter Kontrolle," beruhigte er sie kichernd. "Sie muss irgendeinen Plan haben, aber ich muss zugeben, dass ich selbst vor Neugier sterbe. Dies wird interessant werden."

"Das ist die Untertreibung des Jahres," entgegnete Jody schwach, sie hatte das Gefühl das ihre Kontrolle, so wie Sand der durch ihre Finger rieselte, gänzlich verloren ging.

Um zu begreifen was ihr Bruder ihr gerade gesagt hatte, arbeitete ihr Verstand rasend.

"Ist Sam mit Mom zusammengestoßen?"

"Nein, mit Fiona," grinste Gerald, der das alles sehr amüsant fand. "Mom weiß nicht, dass Sam hier ist. Noch nicht."

"Oh, du meine Güte," flüsterte Jody, die sich plötzlich sehr benommen fühlte. Sie hatte gehofft diese Konfrontation herauszuschieben, zumindest bis Sam und sie die Möglichkeit gehabt hatten die Dinge zwischen ihnen zu klären.

Wie wird Mom reagieren, wenn sie Sam sieht? Das letzte Mal haben sie sich vor acht Jahren, kurz vor dem Unfall gesehen. Mom hatte danach, so als würde sie gar nicht existieren, nie mehr über Sam gesprochen. Dies könnte scheußlich werden. Mom könnte sie zurückweisen... und ich will nicht, dass Sam wieder verletzt wird. Ich werde das nicht erlauben. Ich werde zu ihr halten, selbst wenn das bedeuten würde, dass ich damit meine Mutter verliere. Oh Gott, ich hoffe Sam weiß was sie tut.

Jody kehrte um und machte sich auf den Weg zurück auf die Veranda, wo ihre Mutter und Megan ein freundliches Gespräch über den Blumengarten führten. Megan spürte die Aufgewühltheit der älteren Frau und versuchte sie zu beruhigen, während sie realisierte, dass Joan McDonnell aus eigenen Stücken hier sein musste, und etwas tat, was nicht dem Willen ihres Mannes entsprach. Sie wusste aus Jody's Erzählungen, was für ein Mensch David McDonnell war, und mit welch eisernem Willen er früher die ganze Familie beherrschte.

Dankbar lächelte Jody zu ihrer Freundin und setzte sich neben ihre Mutter, während sie krampfhaft versuchte nicht das Funkeln in Gerald's Augen zu sehen, der die ganze Situation anscheinend sehr amüsant fand. Jody warf ihm einen düsteren Blick zu und wollte ihre Mutter gerade fragen was sie trinken wolle, als ein Wagen auf die Zufahrt fuhr. Es war Lucy's roter Beetle.

"Ach, da sind Lucy und Fiona," lächelte Joan McDonnel, die Jody's Stöhnen nicht hörte. "Fiona war ganz wild darauf dich zu sehen, Jody, ich... was ist los Liebes? Du bist so blass. Bist du sicher, dass es dir gut geht?"

Sich plötzlich sehr nervös fühlend, konnte Jody konnte nur nicken und schluckte die Galle hinunter, die in ihrer Kehle aufgestiegen war.

"Ich bin okay, Mom. Ehrlich," antwortete sie leise während ihre Augen am Wagen klebten. Sie suchten nach Sam, welche, wie sie sehen konnte neben Lucy saß. Nachdem der Wagen gehalten hatte, blieben sie sitzen und nach ihrer Gestik, konnte Jody erkennen, dass Sam Anweisungen gab.

Oh Gott, Liebling, ich hoffe du weißt was du da tust. Bitte, sei dir deiner Sache sicher.

Schließlich wurden beide Türen geöffnet und Lucy und Fiona stiegen als erste aus, ihre große Gestalt auseinaderfaltend und ihre Muskeln streckend folgte Sam.

Jody sah besorgt zu ihrer Mutter, die mit zusammengezogenen Augenbrauen auf die Dreiergruppe starrte und Jody wusste, dass sie einfach warten musste bis die Erkenntnis bei ihr einsetzte.

Um einen besseren Blick zu bekommen, beschattete Joan McDonnell ihre Augen gegen die Sonne und ihr Gesichtsausdruck wechselte von freudiger Erwartung zu Verwirrung. Als sie Sam erkannte, entwich ihrem Gesicht alles Blut und sogar ihre Lippen wurden weiß.

Die Zeit fror ein als sich die Blicke der zwei Frauen trafen, und wie in Zeitlupe ging Sam, ohne den Blick zu Joan McDonnell zu brechen, auf die Veranda zu. Zu Jody's Erleichterung sah Sam ruhig aus und nur die Art wie sie auf ihre Unterlippe biss zeigte ihre Nervosität.

In der Zwischenzeit flogen Jody's Augen von ihrer Mutter zu Sam und wieder zurück, während sie darauf wartete, dass sie die ersten Worte wechseln würden. Lucy und Fiona standen neben Gerald, der schließlich zu begreifen schien welche Auswirkung dieses Aufeinandertreffen haben könnte. Sich wünschend irgendwo anders zu sein, saßen Megan und Sarah kaum atmend äußerst still da.

Sam blieb an den Stufen stehen und warf ein ermutigendes Lächeln zu Jody, bevor sie wieder Joan McDonnell anstarrte, die schließlich ihre Kraft wiederfand um sprechen zu können.

"Samantha Stevens," Joan McDonnell's Stimme war voller Emotionen.

"Du musst dir um Jody keine Sorgen mehr machen, Liebes," sagte David McDonnell zufrieden. "Sie ist fort."

"Wer ist fort?" Fragte Joan, ängstlich die Antwort zu hören.

"Diese... Heidin. Sie beschmutzte Jody's Verstand mit all diesen perversen Gedanken."

"Aber, David..."

"Nein Joan, mach dir darüber keine Sorgen. Ich habe mich darum gekümmert. Ich und Pater Jamison. Sie wird nicht zurückkommen."

"Aber... was hast du gemach David?" Fragte Joan, während, wegen der Qualen durch die ihre älteste Tochter zu gehen hatte, ihr Herz aufschrie.

"Ich musste gar nichts tun," lachte David. "Sie hat alles selbst gemacht. Sie ist mit ihrem Wagen von der Klippe gestürzt. Sie ist im Krankenhaus und wird wieder okay sein. Sie wird wieder nach Holland zurückkehren."

"Was ist geschehen?" Keuchte Joan.

"Nur ein Unfall," erklärte ihr ihr Mann sehr sachlich. "Ich hab dir gesagt, du sollst dir keine Sorgen machen. Ich habe sichergestellt, dass sie nicht zurückkommen wird. Jody wird sie nie wieder sehen."

"David..."

"Nein Joan, es reicht. Ich will nichts mehr hören. Verstehst du? Dieses Steven's Mädchen ist aus dem Leben unserer Tochter verschwunden und das ist das Beste. Ich werde nicht akzeptieren, dass eines meiner Kinder mit derartigen Leuten verkehrt. Ich verspreche, dass sie Jody nie wieder sehen wird."

"Ja, ich bin's," antwortet Sam leise mit Mitleid in ihren Augen, für die Frau, die niemals ein eigenes Leben hatte. "Es war eine lange Zeit."

"Ja, das war es," war die geflüsterte Antwort.

Joan McDonnell's Augen fuhren zu ihrer ältesten Tochter, die ihre holländische Freundin anblickte, ohne fähig zu sein, den liebevollen, besorgten Blick zu verbergen.

Sie haben sich wiedergefunden. Ich kann es in Jody's Augen sehen. Sie versucht es nicht zu zeigen, doch ich kann es sehen. Mein Gott, wie ist dies alles geschehen, Sam? Und sie sieht so ruhig aus, so reif, so... selbstbewusst. Was war geschehen? Aber... ist es von Bedeutung? Sie ist hier, nach all den Jahren ist sie zurückgekommen. Spielt es eine Rolle was passiert ist? Es ist ja nicht so, das ich es wüsste, David wollte es mir nie erzählen. Jedoch was es auch war, sollte ich nicht vergeben? Sollte ich nicht alle Menschen so akzeptieren wie sie sind? Nur weil einige... anders sind, bedeutet das nicht, das sie schlecht sind. Megan und Sarah scheinen sehr nett zu sein und Sam habe ich immer gemocht. Außerdem könnte ich meine Tochter niemals verleugnen, selbst wenn David darauf besteht. Wenn ich meinen Partner wirklich wie mich selbst liebe, dann kann ihr nicht den Rücken zukehren. Sie hat das nicht verdient. Keiner tut das. Sie ist ein Mensch, nicht besser oder schlechter als ich.

Zum ersten Mal seit ihrer Hochzeit traf Joan McDonnell eine wichtige Entscheidung ganz alleine. Sie erhob sich langsam von ihrem Sitz und ging steif auf Sam zu, die sich noch keinen Zentimeter bewegt hatte, doch Jody konnte sehen wie sie schwer schluckte. Direkt vor der großen, blonden Frau blieb sie stehen und streckte ihre Hand aus.

"Es ist schön dich wiederzusehen, Sam," sprach Joan McDonnell heiser während sie fühlte wie ihre Hand in Sam's größeren gefangengenommen wurde.

Jody's Seufzer war für jeden Anwesenden zu hören während Lucy ihre Augen zum Himmel sandte und ein lautloses Danke sprach.

"Es ist auch schön sie wieder zu sehen, Mrs. McDonnell. Es ist zu viel Zeit vergangen."

"Das stimmt. Kannst du mir sagen was geschehen war? Ich möchte es wirklich wissen. David hat niemals...."

"Mom, es ist keine schöne Geschichte," unterbrach Jody sie, während sie ihre Hand auf die Schulter ihrer Mutter legte und sanft drückte. "Sie ist wirklich nicht schön."

Um ihre Tochter anzusehen, drehte sich Joan McDonnell herum. Dort konnte man in ihren Augen Traurigkeit sehen und Jody sah die Resignation, doch ebenso sah sie ein Flackern von etwas, das sie bei ihrer Mutter noch nie gesehen hatte, Kampfgeist. Ein Funken von Stolz und Widerstand.

"Jody, du musst mich nicht vor der Wahrheit beschützen," sprach sie sehr entschlossen. "Ich möchte wirklich die ganze Geschichte hören. Ich denke, das es langsam Zeit dafür ist."

"Vielleicht sollten wir uns alle hinsetzen," schlug Sam vor.

"Sarah und ich werden euch allen ein paar Sandwiches machen," sagte Megan während sie auf ihre Füße kam und Sarah mit sich zog. "Wir kennen die Geschichte und ich denke, dass es wirklich eine Familienangelegenheit ist."

"Ihr seid meine Familie," wandte Jody ein. "Aber ich würdige den Gedanken Meg, danke."

Megan lächelte und mit Sarah zusammen verschwand sie in die Küche, womit sich Jody und Sam auf die gepolsterte Bank setzen konnten.

Jody verschränkte ihre Finger mit Sam's und stieß sie kurz mit ihrem Kopf an ihre Schulter. Sam lächelte sie an und drückte beruhigend die warme Hand ihrer Freundin.

"Weicheier," blödelte Lucy, die versuchte die Stimmung zu heben, was ihr einen Schubs von der ärgerlich dreinblickenden Fiona einbrachte.

"Ich weiß nicht wo ich anfangen soll," begann Jody, die zu Sam aufblickte. "Es sind so viele Dinge geschehen."

"Der Unfall," schlug ihre Mutter vor. "Ich würde gerne wissen was geschehen war."

"In Ordnung," antwortete Jody und holte tief Luft. "Ich hatte an diesem Morgen auf Sam gewartet die mich abholen wollte..."

Abwechselnd erzählten Jody und Sam Joan McDonnell ihre Geschichte, wobei sie sich manchmal unterbrachen um eine Ergänzung hinzuzufügen. Ihre Stimmen waren weich und melancholisch als sie sich auf die Ereignisse von vor acht Jahren bezogen, jedoch konnten sie die Warmherzigkeit und ihr Glück nicht verbergen, als sie erzählten wie sie sich wiedertrafen und was danach geschah. Als das Gespräch auf den Grund für Sam's Erscheinen und den Einbruch in Jody's Wohnung wechselte übernahm Sam die Kontrolle und mit grimmigem Gesicht erzählte sie den aufmerksamen Zuhörern, einschließlich Jody, was an diesem Morgen geschehen war. Ihre klaren Augen wurden nachdenklich als sie sich auf Fiona niederließen und sie realisierte was dem Teenager alles hätte geschehen können, wenn sie nicht in der Nähe gewesen wäre.

"Aber woher wusstest du, das es Sam's Pfiff war?" Fragte Gerald seine jüngste Schwester, die auf der Armlehne von Lucy's Stuhl saß.

Fiona blickte zu Sam und ein geheimnisvolles Lächeln überquerte ihr Gesicht. Sam kicherte als sie begriff, das Fiona niemandem von ihrem, in ihrer Kindheit erfundenen, Geheimpfiff erzählen würde.

"Das musst du selbst herausfinden. Vogeljunge," ulkte sie. "Du bist der Wissenschaftler in der Familie."

Jody ignorierte die Blödelei ihrer Geschwister und wandte ihren Blick wieder zu ihrer Mutter, die sehr blass geworden war und in deren Augen unvergossenen Tränen schimmerten. Sie griff nach vorne um mit ihrer die zitternde Hand ihrer Mutter zu bedecken.

"Bist du in Ordnung, Mom?"

Joan McDonnell schluckte schwer bevor sie nickte.

"Es ist nur so viel, mit dem ich plötzlich zurechtkommen muss," antwortete sie mit schmerzerfüllter Stimme, während immer wieder die gleichen Worte in ihrem Kopf wiederhallten.

Oh David, wie konntest du nur? Wie konntest du nur?

"Ich kann nicht glauben, dass er das getan hat. Ich wusste nicht, dass er fähig wäre, so etwas... zu tun," seufzte sie. "Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich... ich glaube, das ich über alles nachdenken muss."

"Wirst du ihn damit konfrontieren?" Fragte Lucy, der ihre Mutter und der Situation in der sie war, leid tat.

"Nicht jetzt," antwortete ihre Mutter. "Nicht, solange er wegen seinem Herzen im Krankenhaus ist, aber er wird in ein paar Tagen entlassen. Vielleicht sollte ich einfach seinen Arzt deswegen fragen. Erfahren wann er den Stress... ertragen kann."

"Wirst du ihm von uns erzählen?" Fragte Jody, die sich fühlte, als ob eine stählernes Band um ihren Magen geschlungen war.

"Über Sam und mich?"

Jody's größte Angst war es, dass ihr Vater versuchen würde wieder zwischen sie und Sam zu treten, auch wenn sie ihn seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Doch jetzt wusste sie, dass er zu so etwas fähig war und sie wusste auch, dass ihr Vater ein sehr stolzer und entschlossener Mann war.

"Nicht, wenn du es nicht willst." Erwiderte ihre Mutter während sie ihre Tochter fragend ansah.

Jody senkte ihre Augen und spürte sofort wie Sam's Hand die ihre sanft rieb. Sie lehnte sich in den Kontakt und fühlte wie ein starker Arm um ihre Schultern glitt und sie näher zog. Seufzend legte sie ihren Kopf gegen die vertraute Schulter und schloss ihre Augen.

"Ich weiß es nicht, Mom. Ich glaube, dass ich im Augenblick nichts weiß. Ich... es ist nur... Sam und ich, wir haben uns erst vor kurzem wiedergetroffen und ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass... er... versucht uns wieder derart zu vernichten."

"Wir werden ihn nicht lassen, Liebling, nicht nochmals," drang Sam's Stimme in ihr Ohr und ein Paar grüne Augen trafen auf ein Paar sehr zuversichtliche Blaue.

"Du klingst, als ob du darüber sehr sicher wärst."

"Ich bin mir sicher," lächelte Sam und küsste ihr auf den rotblonden Kopf, es klang wie ein Versprechen und dies brachte Tränen in Jody's Augen.

"Dann denke ich, dass ich es auch sein sollte," lächelte sie und wandte ihren Blick zurück zu ihrer Mutter.

"Sag es ihm, Mom. Wann immer du das Gefühl hast es wäre der richtige Zeitpunkt, dann sag es ihm einfach."

"Ich bin froh, das alles geklärt ist," sagte Lucy plötzlich mit einer so trockenen Stimme, das Sam lächeln musste. "Aber was machen wir mit den Burschen die hinter Fiona her waren?"

 

~~~ ENDE - Kapitel 6 ~~~

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Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 7 lesen.

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