![]() |
Lest bitte die allgemeinen Hinweise im Kapitel 1!
Widmung: T., danke für Deine Inspiration, Deinen Rat, und dass Du immer für mich da bist. In Dir habe ich meine Seelengefährtin, meine andere Hälfte gefunden.
The Reef - Kapitel 7 |
| The Reef Kapitel 7
Ein paar Augen in der Farbe stürmischer Wolken starrten, ohne die Umgebung wahrzunehmen, in die Ferne. Und kräftige, schlanke Finger trommelten nervös auf einen baumwollbekleideten Schenkel, während sich Kiefermuskeln rhythmisch bewegten als Zähne zusammengebissen wurden. William Jensen wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde. Nur noch zwei Tage und er würde frei sein, oder er würde es teuer bezahlen müssen. Es gab keine andere Alternative. Seine Augen folgten den graziösen Windhunden, die eifrig versuchten den Hasen vor sich zu fangen. Ihre Geschwindigkeit war erstaunlich und ihre muskulösen Körper waren eine Augenweide, er bemerkte es jedoch nicht. Seine Augen waren auf den cremefarbenen Hund fixiert, der das Rudel anführte. Er blinzelte noch nicht einmal als sie die letzte Kurve umrundeten. Jede Bewegung und jeder Ton schien verschwunden zu sein. Er hatte eine Augen nur auf diesen bestimmten Hund. Er konnte das Tier, welches sich selbst nach vorne trieb, fast atmen hören. Seine Zukunft hing von dieser eleganten Kreatur ab, die verzweifelt versuchte vor den anderen zu bleiben. Zentimeter um Zentimeter kam ein brauner Windhund näher und näher. William Jensen konnte spüren wie seine Atmung aussetzte, als die zwei konkurrierenden Tiere Seite an Seite rannten während sie auf die Ziellinie zuschossen. Die Stimme aus dem Lautsprecher wurde vor Aufregung heiser und schrie beinahe die Namen der beiden Hunde in die weite, offene Arena. Dies schien die Tiere sogar noch mehr anzuspornen. Der dunkelbraune Hund verstärkte seinen Vorstoß noch ein wenig, und mit seinen zu Fäusten geballten Händen, den Fingernägeln in seine Handflächen eingrabend und schreckerfüllten Augen sah William Jensen wie der Hund, der so wichtig für seine Zukunft war, um einen Zentimeter verlor. Alles Blut war aus seinem Gesicht entwichen, als er den kleinen Streifen Papier, den er in seiner Hand hielt, zerknüllte und auf den Boden warf. Er hatte verloren und es gab für ihn nur noch eine Sache die er tun konnte. Es war seine letzte Möglichkeit, aber er musste sie nutzen. Er hatte nur noch zwei Tage. Und nur eine Chance sein Leben zu retten.
Es war spät als Joan McDonnell und drei ihrer Kinder Sarah und Megan verließen. Jody's Mutter hatte erschöpft ausgesehen und mitleidig hatte Sarah sie gefragt zum Abendessen zu bleiben. Doch Joan hatte freundlich abgelehnt, da sie wusste, dass ihr Mann ihren Besuch erwartete. "Ich muss mir über einige Sachen klar werden," hatte sie, Sarah dankbar anlächelnd, geantwortet. "Da sind so viele Dinge über die ich nachdenken muss, so viele Dinge die ich abwägen muss. Ich vermute, dass ich ein wenig Zeit brauche." "Es tut mir so leid, Mom," hatte Jody geflüstert während sie ihre Mutter umarmte. "Ich wünschte, die Dinge wären anders gelaufen." "Das tue ich auch, Liebes," hatte ihre Mutter geantwortet, zog ihre Älteste nah an sich und strich über ihr langes, dichtes Haar. "Was wirst du jetzt machen?" "Ich weiß es noch nicht, Jody," seufzte Joan McDonnell. "Ich muss die Dinge in die Reihe kriegen, vielleicht werde ich mit dem Herzspezialisten reden, um zu erfahren wie viel dein Vater im Augenblick verkraften kann. Zuerst muss ich gründlich über die Dinge nachdenken." Sam die den Wortwechsel zwischen Mutter und Tochter liebevoll beobachtete, fing Jody's Blick und lächelte sie beruhigend an. "Wenn es irgendetwas gibt, dass ich tun kann, dann lassen sie mich es wissen. Okay?" Sagte sie zu Joan McDonnell. Jody's Mutter nickte lächelnd zu der großen holländischen Frau. "Danke Sam. Du bist sehr nachsichtig." "Sie waren nicht diejenige, die uns getrennt hat." Antwortete Sam nur. "Sie sind, genau wie wir, nur ein Opfer." Sam wandte sich an Gerald, der sich mit Lucy darüber stritt, wer den Wagen fahren sollte. "Ger," rief Sam. "Du weißt was du zu tun hast. Richtig?" Gerald sah mit einem burschikosem Grinsen auf. "Ich behalte meine Augen offen. Fahre nicht direkt nach Hause, sondern mach einen Umweg. Stelle sicher, dass Mom und Fiona nach Hause kommen ohne verfolgt zu werden, indem wir eine Nebenstrasse nehmen, und sorge dafür, dass diese traurige Entschuldigung einer Schwester ihren scharfen Hintern in einem Stück nach Hause bekommt." "Hör sich das einer an, danke," entgegnete Lucy schnippisch und krallte sich überraschend ihre Autoschlüssel aus seiner Hand. "Du bist zu liebenswürdig." "Hey, was soll ich sagen?" Erwiderte Gerald grinsend. "Ich bin dein Bruder."
Im Schlafzimmer war es sehr ruhig. Mit einem leisen Summen drehte sich träge der Ventilator an der Decke. Ein paar smaragdgrüne Augen folgten den Bewegungen, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Jody war so in ihre Gedanken vertieft, die durch ihren Kopf liefen, dass sie noch nicht einmal bemerkte wie Sam aus dem Badezimmer kam und sie anstarrte. "Über was denkst du nach?" Fragte sie schließlich als Jody auf ihre Gegenwart nicht reagierte. "Bist du in Ordnung?" Erschrocken blickte Jody auf und ein warmes Lächeln überquerte ihr Gesicht als ihre Augen aus Sam's trafen. "Ich habe nur darüber nachgedacht was für ein seltsamer Tag das heute gewesen ist," antwortete sie leise. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass, seit wir heute morgen aufgestanden sind, nur ein einziger Tag vergangen ist. So viele Dinge sind geschehen." Seufzte sie schwer. "Es wird mir einfach... schwindlig bei den Gedanken." Sam lächelte und warf ihr Handtuch in den Wäschekorb, ging zum Bett und streckte ihre lange Gestalt neben Jody's kleinerer aus. "Ich weiß," antwortete sie dann. "Es ist ein sehr emotionaler Tag gewesen. Eine Menge unerwarteter Dinge sind geschehen." Jody blickte in ein paar zärtliche blaue Augen auf und als ihre Augen, wie Magneten in diese klaren Tiefen gezogen wurden, hatte sie wieder das Gefühl, als ob die Zeit stehen bleiben würde. Sam streckte eine Hand aus und strich behutsam ein Haarsträhne weg, die einen Teil von Jody's Wange bedeckte. Das Gefühl der warmen, seidigen Haut genießend wanderte sie langsam über die weiche Haut. Als Jody spürte wie sich ihr Herzschlag erhöhte, schluckte sie schwer und versuchte das prickelnde Gefühl, dass Sam's Finger verursachten, zu ignorieren. "Das heute morgen," fing sie zögernd an. "War das für dich auch... unerwartet?" Sam's Finger hörten mit der zärtlichen Liebkosung auf, sie schob sich näher heran und stützte ihren Kopf auf einer Hand ab. "War es für dich Überraschend?" Antwortete sie mit leiser, zärtlicher Stimme. "Du beantwortest eine Frage mit einer Gegenfrage," lächelte Jody und stupste liebevoll gegen die Schulter der größeren Frau. Sam lächelte und nahm Jody's Hand in ihrer gefangen. "Es war überraschend," gestand Sam ein. "Aber keineswegs unwillkommen. Und wie war es für dich?" "Das Gleiche," entgegnete Jody ehrlich. "Unerwartet, jedoch höchst willkommen." Sie starrten sich gegenseitig an, und Sam's Lächeln vertiefte sich, als sie die funkelnden grünen Augen sah, die so nah waren, dass sie sogar die winzigen goldenen Punkte um die Pupillen herum sehen konnte. "Es war etwas, von dem ich dachte, nur davon träumen zu können," bekannte Sam. "Noch vor einer Woche hätte ich jeden, der dies vorausgesagt hätte, für geisteskrank erklärt. Mit dir zusammenzustoßen war die Erfüllung eines Traumes. Ich habe niemals geglaubt dich jemals wiederzusehen, geschweige denn, dass wir unsere Freundschaft wieder herstellen könnten. Alles jenseits davon wäre ein Segen gewesen. Und es ist geschehen," sie lächelte. "Du bist ein Segen." Sam überbrückte die kleine Entfernung zwischen sich und Jody, und ihre Lippen nahmen ein paar ebenso weiche für einen langen, zärtlichen Kuss gefangen. Jody's Lippen waren überaus willig und heftig erwiderte sie den Kuss mit einem, der mehr ausdrückte als Worte es jemals tun könnten. Danach waren beide atemlos und verlangten nach mehr, doch Sam zog sich sanft zurück, während sich ihre Augen mit unausgesprochenem Begehren verdunkelten. "Jody, ich muss dir etwas sagen," flüsterte sie. "Ich möchte, dass du etwas über... meine... Vergangenheit erfährst." "Sam, die Vergangenheit ist mir egal," antwortete Jody, deren Stimme vor Verlangen heiser war. "Das hier ist die Gegenwart und wir sind beide hier zusammen. Das ist, soviel mehr als ich jemals gehofft hatte." "Du musst es wissen," beharrte Sam und sah wie Jody's Blick einen besorgten Ausdruck annahm. "Worum handelt es sich?" Fragte sie während sie mit ihren Fingern durch das unbändige, blonde Haar fuhr. Sam holte tief Luft und nicht fähig Jody anzublicken, da ihre grünen Augen einfach eine zu große Ablenkung waren, senkte sie ihre Augen. "Ich... ähm..." sie räusperte sich und beschloss nochmals anzufangen. "Ich... Oh Gott, das ist so peinlich." Jody, die sah, wie sich ein rosanes Erröten an Sam's Wangen heraufschlich, drehte sich auf die Seite und lehnte sich auf ihren Ellbogen. Sie hatte Sam noch nie so verlegen gesehen und fragte sich wirklich, was wohl der Grund dafür sein könnte. "Sam, du kannst es mir erzählen," ermutigte Jody sie. "Ich werde dich nicht verurteilen. Das würde ich niemals tun." Ein paar blaue Augen hoben sich und Jody konnte darin eindeutig eine Mischung aus Schüchternheit und Humor erkennen. Ein kleines Lächeln verzog Sam's Lippen als sie Jody's Hand nahm und sie zärtlich drückte. "Vor acht Jahren war ich wahnsinnig in dich verliebt," fing sie an. "Glaub es oder nicht, aber im Geheimen hatte ich bereits alle möglichen Pläne für uns gemacht. Wie etwa, dich mit nach Holland zurückzunehmen, zusammen auf die Universität zu gehen, eine Arbeit zu finden, und danach selig zusammenzuleben. Nachdem ich nach dem Unfall nach Hause zuckgekehrt war, dauerte es eine lange Zeit bis sich mein Körper erholte." Sam hielt inne und sah Jody's vollkommen konzentrierten Gesichtsausdruck. "Der Rest meines Körpers brauchte sogar noch länger zum Heilen. Es dauerte Jahre," gestand sie ein. "Kurz bevor ich hierher kam, hatte ich das Gefühl es schließlich überstanden zu haben." Jody blickte Sam einfach nur an und versuchte die Worte in sich aufzunehmen damit sie sie erfassen konnte. "Sam, willst du damit sagen...?" Jody's Augen füllten sich mit Tränen die sie verzweifelt versuchte zu unterdrücken. "Dass es niemand anderen... gegeben hat, Sam?" Sam schüttelte langsam ihren Kopf und wischte schweigend eine Träne weg, die der grünen Gefangenschaft entwichen war und ihren Weg über Jody's Wange gefunden hatte. "Nur dich. Einzig allein dich," erklärte sie nüchtern. Ein solch starkes Schuldbewusstsein fühlend, das ihr beinahe schwindlig wurde drückte sie ihren Kopf gegen Sam's Hand. "Hab kein schlechtes Gewissen, Liebling," versuchte Sam sie zu trösten. "Du hast es nicht gewusst. Genauso wenig wie ich. Bitte!" "Aber Sam, all die Zeit... und ich... ich meine, Megan und ich..." "Schatz, wir haben bereits darüber gesprochen. Ich mach dir deswegen keine Vorwürfe! Es ist ja nicht so, als ob wir ein Gelübde oder etwas ähnliches abgegeben hatten." "Nein das hatten wir nicht," stimmte Jody zu. "Aber in der Zeit als Megan und ich Geliebte waren, fühlte ich mich immer noch mit dir verbunden. Auf eine Art hatte ich Megan geliebt und ich bin froh, dass wir immer noch Freundinnen sind, aber in meinem Herzen habe ich nur dich geliebt. Aber ich dachte dich für immer verloren zu haben." "Dann gibt es nichts über was du dich schlecht oder schuldig fühlen könntest. Wir sind nun zusammen." "Ja, das sind wir," lächelte Jody, während sie Sam's Handrücken küsste. "Das war nicht peinlich, Sam." "Nein," sprach Sam gedehnt. "Aber was nun kommt, könnte ein wenig peinlich sein. Es gab Frauen und auch Männer die an mir interessiert waren. Natürlich habe ich den Männern sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich nicht interessiert wäre und obwohl ich mit einigen von den Frauen ausgegangen bin habe ich... war ich nie mit einer von ihnen zusammen." Jody's Herz schlug so schnell, dass sie sich sicher war, dass Sam es hören konnte. Aber Sam bemerkte es nicht und starrte auf das Laken unter ihrer Hand während sie mit ihren Fingern kleine Muster auf den weißen Stoff zeichnete. Doch dann wurde die Hand von Jody's gefangengenommen, während sie mit ihrer anderen Hand Sam's Kinn hochhob, damit sie Jody in die Augen sehen musste. Sam schluckte schwer als sie sah, dass die smaragdgrünen Augen dunkler geworden waren und solch eine Liebe und Zärtlichkeit ausstrahlten, dass es ihr beinahe den Atem nahm. "Danke Sam, dass du so offen zu mir warst. Das bedeutet mir sehr viel. Frag mich nicht warum, aber ich muss zugeben, dass ich dies nicht erwartet habe. Vielleicht, weil du immer so selbstsicher auftrittst, du bist so selbstbewusst und sogar heute morgen hätte ich... hätte ich niemals gedacht, dass es... das es das erstemal war." "Das zweitemal," korrigierte Sam sie grinsend. "Das zweitemal," lachte Jody als sie sich an die Nacht vor acht Jahren erinnerte. Sie kam mit ihrem Gesicht nah an Sam's heran und küsste ihre Nasenspitze, ihre Wangen und letztendlich ihre wartenden Lippen. Sam's Arm glitt um ihre Taille, zog sie eng an sich und es dauerte nur sehr kurz bis der Kuss intensiver wurde und sich von sanft und zart zu leidenschaftlich und verlangend veränderte. Jody drückte Sam sanft zurück, bis die größere Frau auf ihrem Rücken lag und Jody zur Hälfte auf ihr drauf lag. Jody platzierte weiche Küsse auf Sam's Gesicht und Hals, mit ihren einwandfreien, weißen Zähnen fing sie ihr Ohrläppchen und biss verspielt hinein. "Sam, ich will Liebe zu dir machen," flüsterte sie, während sie spürte wie Sam unter ihrem Körper zitterte. Sam's Hände fanden ihren Weg unter Jody's Shirt, liebkosten die weiche, nackte Haut ihres Rückens und diese bedächtig gezogenen Kreise verursachten bei Jody eine Gänsehaut. "Bitte," antwortete Sam mit belegter Stimme, bevor sie von besitzergreifenden Lippen zum Schweigen gebracht wurde. Und als eine beharrliche Zunge Einlass, zum gründlichen Erforschen ihres Mundes verlange, verlor Sam vollkommen ihre Denkfähigkeit. Das Einzige was es für sie auf der Welt gab, war das Gefühl von Jody's Lippen auf ihren und die kleinen Hände, die ihren großen Körper durchstreiften und sie aufreizend langsam aus ihrem Shirt schälten und dabei ein solch brennendes Verlangen hinterließen, das sie vollkommen zu verzehren drohte. Jody war zärtlich doch leidenschaftlich. Mit Geduld und unglaublicher Selbstkontrolle, ihr eigenes Bedürfnis ignorierend, brachte sie ihre wiedergefundene Geliebte zu einer solch intensiven Ekstase, das Sam schauderte und nach Luft keuchte. Als sie schließlich den Gipfel erreichte und über den Rand ging, flüsterte sie Jody's Namen mit solch einer Intensität, dass sie ihn auch herausgeschrieen haben könnte. Jody sah die Tränen, die aus den nun dunkelblauen Augen herausliefen, und mit einer unglaublichen Zärtlichkeit nahm sie Sam in ihre Arme, küsste die salzigen Tropfen weg und hielt die größere Frau eng an sich, bis ihre Atmung sich normalisierte und ihr donnernder Herzschlag sich beruhigte. Als Sam letztendlich ihre Augen öffnete um Jody anzublicken, lächelte sie und zeigte soviel Glück und Liebe, dass keine Worte nötig waren. Jody küsste einfach die so nah liegenden Lippen und mit dem Gefühl schließlich nach Hause gekommen zu sein, kuschelte sie sich an Sam's Hals. Es war noch immer dunkel und sehr still. Zwei Körper, mit einem dünnen Baumwolllaken, das ihre nackten Körper nur zur Hälfte bedeckte, lagen eng zusammen. Jody's Kopf lag auf Sam's Schulter und ihren Arm hatte sie besitzergreifend um ihre nackte Taille gelegt, während Sam's Arm um den Rücken der kleineren Frau geschlungen war, was ihr Raum genug gab sich so eng als möglich an sie zu kuscheln. Nach, wie es schien, stundenlangen intimen Gesprächen und unermüdlichem Liebesspiel waren sie letztendlich erschöpft jedoch glücklich eingeschlafen. Ihre Körper waren entspannt und befriedigt. Plötzlich wurde die Stille von einen beharrlichen Summen unterbrochen. Jody bewegte sich und murmelte etwas unverständliches, während Sam's Augen aufschnappten und sie ihr Gehirn in Bewegung setzte. Sie brauchte nicht lange um zu erkennen, woher dieser Ton kam. "Liebling," stöhnte sie mit verschlafener, heiserer Stimme als sie versuchte sich von Jody's festem Griff zu befreien. "Es ist mein Handy. Ich geh besser dran." Verschlafene, grüne Augen öffneten sich und wiederwillig löste Jody ihren Griff, damit Sam nach dem immer noch summenden Handy greifen konnte. "Hallo," meldete sich Sam recht unfreundlich. "Oh ha, Schwesterchen, was ist los? Haben wir schlechte Laune?" Augenblicklich erhellte ein strahlendes Lächeln Sam's Gesicht und, nun hellwach, setzte sie sich gerade auf. "Tom! Hey Bruderherz. Was für eine nette Überraschung." "Ich bin froh, das du das denkst," grinste ihr Bruder. "Du hast dich sehr verärgert angehört, kleine Schwester. Ich hatte schon Angst, dass du nicht mit mir reden willst." "Natürlich will ich mit dir reden," lächelte Sam. "Aber weißt du wieviel Uhr es ist, he?" "Sicher. Vier Uhr morgens," antwortete Tom, und Sam konnte sich vorstellen wie seine blauen Augen schelmisch funkelten. "Richtig. Bei dir zu Hause," lachte Sam. "Es ist hier 2.00 Uhr, du Einfallspinsel. Also, wo brennts?" "Nun Sam, ich habe mehrmals versucht dich über E-Mail zu erreichen, aber ich nehme an, dass du heute abend nicht online warst. Du hast mir nicht geantwortet, also habe ich beschlossen dich anzurufen." Sam warf einen Blick auf ihr Laptop in der Ecke des Raumes und bemerkte, das sie vollkommen vergessen hatte diesen Abend ihre Eingangsbox zu kontrollieren. Sie schlug sich geistig vor den Kopf. Sie wollte keinesfalls ihren Bruder beunruhigen, und obwohl er sich entspannt anhörte und herumblödelte wusste sie, dass er sie nie mitten in der Nacht angerufen hätte, wenn er sich keine Sorgen um sie machen würde. "Es tut mir leid, Tom. Ich hab vergessen meine Eingangsbox zu kontrollieren," entschuldigte sie sich. "Das geht schon in Ordnung, Sam, du musst einen guten Grund gehabt haben. Ich bin nur froh, das du okay bist. Hör zu, obwohl ich gerne mit dir rede, hab ich nicht zum Spaß angerufen, aber ich habe die Daten, die du mir zugesandt hast durch einige Programme laufen lassen. Und ich habe sehr interessante Sachen herausgefunden. Ich habe sie dir geschickt. Hast du dein Laptop griffbereit? Ich kann es dir besser erklären, wenn du siehst von was ich rede." "Es ist hier im Schlafzimmer, Tom. Warte einen Moment ich hole es." Bevor Sam aus dem Bett sprang, um ihren Computer hochzufahren, küsste sie Jody kurz auf ihre Lippen. Den Anweisungen ihres Bruders folgend, arbeitete sie sich durch verschiedene Programme und Jody, die nun wach war, sah wie Sam's Gesichtsausdruck von Überraschung, zu Erstaunen, zu Zorn und zuletzt zu grimmiger Entschlossenheit wechselte. Nachdem eine lange Zeit vergangen war beendete sie schließlich das Gespräch, schaltete den Computer ab und drehte sich langsam zu Jody herum. "Du wirst es nicht glauben," seufzte sie. "Die ganze Sache ist noch schlimmer als ich erwartet habe. Unser reizender Manager hat mehr als dreihunderttausend Dollar auf drei verschiedenen Konten, die alle ihm gehören, transferiert." Mit weit aufgerissenen Augen setzte sich Jody kerzengerade auf und sah Sam schockiert an. Sie schob ihr zerzaustes Haar auf die Seite und rieb sich vollkommen verwirrt über ihre Stirn. "Aber Sam, wie konnte er das bewerkstelligen? Ich meine, ich weiß, das er den größten Teil der Buchhaltung selbst gemacht hatte, aber... soviel Geld. Ich hätte es merken müssen." "Nein Liebling, das konntest du nicht. Er war sehr gerissen. Wie Tom sagte, hat er falsche Mitarbeiter angegeben und transferierte ihre Gehaltsschecks auf seine eigenen Konten. Ich weiß, das dies nicht ausreicht um die große Summe zusammenzubringen, die er gestohlen hat." "Wie hat er es dann angestellt?" Sam sah Jody nachdenklich an. Ihre Augen nahmen den Anblick ihrer Geliebten, wie sie mit verschränkten Beinen und ihrem, ihre nackten Schultern bedeckenden, vom Schlaf und Liebesspiel zerzausten Haar auf dem Bett saß, auf. Es war das einzige was ihren nackten Körper bedeckte und Sam hatte es sehr schwer nicht den Faden zu verlieren. "Ähmmm... nun, gab es in der letzten Zeit viele Unfälle. Ich weiß von dem Feuer, aber was war vorher?" "Tatsächlich," sprach Jody gedehnt. "Vor einigen Wochen gab es ein Leck in der Wasserleitung der Fitnesshalle. Das Wasser beschädigte einen großen Teil des Flurs. Und davor gab es ein Kurzschluss in der Küche, wodurch ein kleines Feuer entstanden war." "Hat die Versicherungsgesellschaft gezahlt?" "Ich nehme es an," antwortete Jody. "William hat sich darum gekümmert, er... oh... du meinst...?" "Ich glaube," antwortete Sam. "Das dieses Geld von der Versicherungsgesellschaft auf eins seiner eigenen Konten deponiert wurde." "Aber Sam, der Schaden wurde repariert." "Ich weiß," entgegnete Sam. "Ich vermute, ich werde ihn danach fragen müssen. Ich habe jedoch einen Verdacht. Ich wäre nicht überrascht, wenn er irgendeinen armen, illegalen Einwanderer dafür eingesetzt hätte, oder jemand der ihm noch etwas schuldig war. Tom hat einige von den Konten, die regelmäßig aufgetaucht sind, kontrolliert, und er fand ein Muster. Jensen transferierte jede Woche große Geldbeträge auf das gleiche Konto, und es war nicht seins. Tom glaubt, dass er ernsthafte Schulden hat. Er könnte damit recht haben. Das würde eine Menge erklären." "Sam, hast du vor ihn damit zu konfrontieren? Glaubst, dass das klug sein würde? Vielleicht sollten wir das besser die Polizei machen lassen. Diese Kerle, die meine Wohnung zerstört haben, arbeiten wahrscheinlich für William. Sie meinen es ernst. Ich glaube, dass sie verzweifelt hinter diesen Disketten her sind. Sie machen mir Angst, er zog ein Messer, erinnerst du dich?" Mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck rieb Sam, in Gedanken vertieft, ihre verletzte Schulter. "Sie werden dafür bezahlen, Jody," antwortete sie mit weicher aber entschlossener Stimme. "Es ist nicht nur die Sache mit dem Betrug, sie legten außerdem ein Feuer im The Reef und haben dabei Leben riskiert. Sie haben deine Wohnung zerstört, zogen ein Messer und ich bin mir sicher, dass sie versuchten Fiona zu kidnappen. Sie sind gefährlich, Liebling." "Das ist genau was ich meine, Sam. Du musst dich von ihnen fernhalten. Warum rufst du heute morgen nicht Carol Wong an und gehst zu ihr um mit ihr zu reden? Lass sie die Sache übernehmen. Bitte, Sam?" Jody's Augen hatten einen flehenden Ausdruck und verzweifelt suchte sie in Sam's Gesicht irgendwelche Anzeichen für eine Zustimmung. Sie konnte erkennen, das Sam mit sich debatierte und wartete geduldig, um sie nicht zu sehr zu bedrängen. "In Ordnung," entgegnete Sam schließlich und Jody seufzte erleichtert. "Wir werden Carol anrufen. Ich kann ihr die Daten zeigen, die Tom mir zugeschickt hat. Sie können ab da weitermachen." Jody streckte ihre Hand aus und als Sam sie nahm, zog sie sie langsam aufs Bett, schlang ihre Arme um Sam's Körper und hielt sie eng an sich gedrückt. "Danke Sam," flüsterte sie. "Ich fühl mich nun wesentlich besser."
Zwei Tage, Billie Boy," grinste Joe Michaels, als er den herumzappelnden Manager beobachtete, der an der gegenüberliegenden Seite des Tisches saß. "Hast du schon entschieden wo du hinrennst? Du weißt, dass du dich vor mir nicht verstecken kannst." Den nervösen Mann mit gespanntem Interesse studierend, lehnte sich Joe Michaels lässig in den Stuhl zurück. Seine kalten Augen verengten sich, als William Jensen auf seine Worte nicht reagierte und eindeutig seine durchdringenden, vergeltungssüchtigen Augen meidete. "Wirst du deine Frau mitnehmen? Könnte ein wenig lästig sein, wie? Wenn du willst, könnte ich mich um sie kümmern. Selbstverständlich habe ich für das Kind keine Verwendung." William Jensen setzte sich plötzlich mit lodernden Augen kerzengerade auf. "Ein Finger," zischte er. "Berühr sie mit einem Finger und ich schwöre dir, du wirst den Tag deiner Geburt verfluchen." "Mach dir keine Sorgen Partner," kicherte Joe Michaels. "Sie ist sowieso nicht mein Typ. Aber ich sag dir eins, Billie. Solange du nicht mit dem Geld auftauchst habe ich die ganze Macht. Somit liegt es an dir. Laß dir etwas einfallen!" Der Manager vom The Reef stritt für einige Sekunden mit sich selbst und traf schließlich eine Entscheidung. Er griff in seine Tasche und zog ein ordentlich zusammengefaltetes Stück Papier heraus. Wortlos warf er es vor sich auf den Tisch. Joe Michaels hob überrascht seine Augenbrauen. Seine Augen wanderten von dem Stück Papier zu William Jensen. "Was ist das?" "Wirf einen Blick darauf." Er griff nach vorn, hob den Gegenstand auf, faltete ihn langsam auseinander und strich ihn auf dem Tisch glatt. "Mmm, pfiffige Lady. Deine neue Freundin?" Scherzte er. "Sieh genauer hin." Du Irrer. Joe Michaels hob die Fotokopie hoch und studierte sie eingehend. "Samantha Stevens?" Reagierte er eindeutig überrascht. "Ist sie nicht die Tochter deines großen Bosses? Wo hast du das her...? Warte mal, ist das die Blonde, die meine zwei Affen davongejagt hat?" William Jensen gab keine Antwort, sondern nickte nur, während er angestrengt versuchte, das aufsteigende Schuldgefühl, das sein Gewissen beschlich, zu verdrängen. Ich muss das tun. Ich habe keine andere Wahl. Vielleicht kauft Joe es mir ab und ich bin vom Haken. Ich glaube nicht, dass ich Jody in die Augen blicken könnte, wenn... ich muss es machen! "Willst du damit sagen, dass diese Disketten wirklich in den falschen Händen sind? Mein Gott, William, wie konntest du nur so blöd sein? Um es laut herauszuschreien, sie ist eine Stevens. Wenn sie ihr Geschäft versteht, dann wird sie das mit deinen fingierten Konten herausfinden. Sie wird hinter dir her sein, aber das ist nicht mein Problem. Mein Problem ist, dass sie dann auch hinter mir her sein wird! Du Idiot! Du riskierst mein ganzes Geschäft!!! Ich hätte dich von der Klippe werfen sollen als ich die Möglichkeit dazu hatte. Verdammt!" "Joe, ich habe darüber nachgedacht. Ich habe einen Plan wie wir an diese Disketten und zusätzlich an eine Menge Geld kommen können. Aber ich will, dass du mir eine Sache versprichst." "Ich? Dir etwas versprechen? Du bist nicht ein wenig verwirrt? Ich bin derjenige der die Bedingungen stellt." "Aber ich habe mir einen Plan ausgedacht," hielt ihm William Jensen mutig entgegen. "Ich werde nicht ins Gras beißen und du wirst um einiges reicher sein. Also, wirst du mir etwas versprechen?" "Was?" Grunzte Michaels, der sich, was sehr selten vorkam, von dem Manager in die Ecke getrieben fühlte. "Lass die Finger von meiner Familie." Nach Außen hin ruhig, doch innerlich mit Magenschmerzen, starrte William Jensen in ein paar kalte Augen. Er wusste, dass Joe Michaels nicht viel Gewissen hatte, aber wenn er etwas versprach, dann stand er auch dazu. So fühlt es sich also an, wenn man seine Seele an den Teufel verkauft. Ich weiß, dass ich ein Feigling bin. Es ist jedoch der einzige Weg. Die einzige Chance die ich habe. Es tut mir leid Jody, wirklich, das tut es. Du verdienst das nicht. "In Ordnung, ich verspreche dir, deine Familie in Ruhe zu lassen. Jetzt sag mir was es mit deinem brillanten Plan auf sich hat?"
Es war ein normaler Montag Morgen. Die Strassen waren voller Leute die zur Arbeit gingen, Touristen die es genossen draußen zu sein, bevor die Hitze des Nachmittags sie in die Häuser zwang, und Schulkinder in ihren Uniformen warteten darauf von dem Bus aufgelesen zu werden. Die vom Osten kommende Brise, kündigte bereits die Hitze an und brachte den zwei im Wagen wartenden Männern etwas Erleichterung. "Woher wissen wir, dass dies hier der richtige Ort ist?" Murmelte Fred, der immer noch an den Kopfschmerzen litt, die er von dem langen Warten in dem heißen Wagen am vorherigen Tag bekommen hatte. "Weil Joe es uns gesagt hat, darum," antwortete Klein Steven grollend. "Wie kann er das wissen?" Fragte Fred, sich vollkommen bewusst war, dass er seinen Partner mit seinen Fragen wahnsinnig machte. Aber er hatte genug davon in überhitzten Wagen rumzusitzen, während er die ganze Zeit zusammengestaucht wurde. Bevor Klein Steven antwortete, warf er seinem jüngeren Begleiter einen drohenden Blick zu. "Weil er Nachforschungen angestellt hat. In Ordnung? Zudem ist es mir egal wie er es gemacht hat, also stell keine Fragen! Du machst mich mit all diesen Fragen wahnsinnig." Fred blickte aus der Scheibe während ein kleines Lächeln seine Mundwinkel verzog. Er wusste, dass Klein Steven über ihn verärgert war, doch diesmal störte es Fred nicht. Heimlich war er sehr erfreut darüber, dass er fähig war den älteren Mann zu provozieren. Er hatte so reagiert wie er erwartet hatte, und war für ihn somit berechenbarer geworden. Es gab ihm mehr Selbstvertrauen, um mit der mürrischen rechten Hand von Joe Michaels zurechtzukommen. Etwas, das in naher Zukunft recht praktisch sein könnte. "Okay Freddie, Showtime," unterbrach Klein Steven seine Grübeleien und zeigte auf die Ecke, an der gerade ein Schulbus angehalten hatte. "Befolge einfach den Plan. Ich werde mit dem Wagen direkt hinter dir sein. Innerhalb von zwei Minuten werden wir von hier fort sein." Fred nickte nur und öffnete die Tür zum aussteigen. Während er mit seinen Augen die Umgebung in Augenschein nahm, schlenderte er, ohne sich umzublicken, lässig zur Straßenecke. Es waren nur eine Menge Schulkinder und einige Lehrer da. Sie standen jedoch, eine angeregte Unterhaltung führend, eng beieinander und schienen an der Umgebung nicht sehr interessiert zu sein. Mit einem Vertrauen, dass er nicht spürte, ging Fred zu der Stelle die Klein Steven ihm vorher angezeigt hatte, während seine Augen die vorbeigehenden Kinder überflogen. Sobald er außer Sichtweite war hielt er einen vorbeischlendernden zwölfjährigen Jungen an, der gegen eine leere Bierdose trat und anscheinend das dabei entstehende Geräusch genoss. "Hey Kumpel," rief Fred und der Junge sah ihn neugierig mit seinen braunen Augen an. "Kennst du meine Schwester, Fiona McDonnell?" "Klar," sagte er gedehnt während seine Augen den Mann vor ihm genau betrachteten. "Könntest du mir einen Gefallen tun? Sag ihr, dass ich sie kurz sprechen möchte. Ich bin ihr Bruder Gerald. Sag ihr einfach, dass Jody und Samantha mich schicken." Der Junge, der alle Lektionen, nicht mit Fremden zu reden, gehört hatte, zuckte nur mit seinen Schultern und sah gelangweilt aus. "Warum gehen sie nicht selbst zu ihr?" Fragte er völlig unbeeindruckt. "Weil ich nicht will, dass meine Mutter mich sieht, okay?" Fred's Gehirn machte Überstunden um mit einer logischen Erklärung aufzuwarten. "Sieh mal, wir versuchen eine Party für sie zu organisieren, verstehst du? Sie soll davon nichts erfahren. Frag sie einfach, Kumpel. Es ist für dich doch kein Problem, oder?" "Ich denke nicht," antwortete der Junge, immer noch nicht völlig überzeugt. "Ich werde es ihr sagen." "Danke Kumpel," seufzte Fred. "Ich weiß das zu schätzen." Der Junge murmelte etwas und setzte, die Bierdose am Straßenrand liegen lassend, seinen Weg fort. Fred's scharfe Augen folgten ihm und erleichtert sah er, wie der Junge zu Fiona ging, die der Mittelpunkt in einer Gruppe gleich alter Teenager war. Als der Junge Fiona ansprach und auf die Straßenecke wies, stellte Fred sicher, dass er außer Sichtweite war. Das Letzte was er wollte, war, dass das Mädchen ihn erkannte und Alarm schlug. "Mein Bruder?" Wiederholte Fiona und sah den jüngeren Burschen mit erhobenen Augenbrauen an. "Welcher?" "Gerald," antwortete Robert Finn, der sich unter Fiona's prüfendem Blick äußerst verlegen fühlte und mit seinen Füßen herumschlurfte. "Gerald?" Wiederholte Fiona. "Das ist seltsam. Er sollte heute nach Brisbane gehen. Hat er irgendetwas gesagt?" "Nur das Jody und Samantha ihn geschickt hätten und irgendetwas über eine Party." "Samantha?" Schnaubte Fiona. "Er nennt sie nie so. Vielleicht sollte ich es nachprüfen." "Bist du verrückt, Fi?" Reagierte Suzie Bowden während sie ihre Freundin am Arm ergriff. "Wenn dein Bruder dich sehen will, warum kommt er dann nicht hierher?" "Ja, Fi," stimmte Anne-Marie Gunn Suzie zu. "Das ist eigenartig. Geh nicht. Wenn er dich sprechen will, dann soll er hierher kommen. Außerdem weißt du, dass es uns nicht erlaubt ist, das Gelände zu verlassen." "Der Unterricht hat noch nicht angefangen," entgegnete Fiona. "Ich werde mir das ansehen. Aber ich werde nicht zu ihm gehen, wenn es nicht Ger ist. Wenn es jemand anderes ist komme ich zurückgerannt, okay. Ich werde nur soweit gehen bis ich ihn sehen kann." "Aber Fi, er ist hinter der Ecke," jammerte Suzie, überhaupt nicht glücklich. "Ich denke, du solltest es Mr. Richards erzählen, er könnte mit dir gehen." "Dicky?" Kicherte Fiona. "Nein danke, seit ich ihm, als ich in ihn gerannt bin, versehentlich seine Perücke vom Kopf gerissen habe, hasst er mich. Wenn er die Möglichkeit hätte, würde er mich umbringen. Nein, ich werde mir das ansehen. Behaltet einfach ein Auge auf mich." "Warum gehst du nicht quer über die Strasse?" Schlug Robert vor. "Du musst dann nicht um die Ecke gehen, um ihn zu sehen." Fiona blickte zu dem jüngeren Burschen, der heftig errötete als alle drei älteren Mädchen in schweigend betrachteten. "Toller Einfall, Bob," grinste Fiona schließlich, während sie ihm auf die Schulter klopfte. "Das werde ich machen. Danke." Fiona warf einen Blick auf die Lehrer, die eine belebte Unterhaltung führten und nicht sahen, wie das junge Mädchen das Schulgelände verließ und die Strasse überquerte. Fred jedoch bemerkte es und gab eine Litanei von Flüchen von sich. "Verdammt, dieses Mädchen ist einfach zu gewitzt."
Jody gähnte schamlos und leise stöhnend streckte sie ihren Körper aus. Sie war gerade von einem tiefen Schlaf aufgewacht und als sie den Sonnenstrahl, der durch Jalousie spähte erblickte, realisierte sie, dass es Zeit zum Aufstehen war. Sie rollte sich auf die Seite und warf einen liebevollen Blick auf Sam's schlafende Gestalt. Die größere Frau lag auf ihrem Rücken, ein Arm lag längsseits an ihrem Körper, der andere war um das Kissen gewickelt. Ihr Atem war tief und gleichmäßig und Jody konnte nicht wiederstehen, ihre Hand über die unbedeckte Haut ihres Unterleibes wandern zu lassen. In trägen Kreisen rieb sie über die Haut während sie Sam's Gesicht nach Anzeichen von Wachheit durchsuchte. Aber Sam's Gesicht blieb entspannt und ihre Atmung veränderte sich nicht. Jody's Hand wanderte nach oben bis sie die sanfte Anschwellung einer Brust liebkosen konnte und genoss die Empfindungen, die durch ihren Körper liefen als sie die seidige Weichheit unter ihren Fingern spürte. "Nutzt du immer schlafende Frauen aus?" Durchbrach Sam's amüsierte Stimme die Stille und ein paar funkelnde blaue Augen trafen auf ein paar erschrockene Grüne. Doch Jody erholte sich schnell. "Du Heuchlerin," lächelte sie und kniff in ein sehr empfindliches Körperteil, das sich augenblicklich aufrichtete. "Du warst die ganze Zeit wach, oder nicht?" Sam kicherte und streckte ihre Hand aus, um Jody für einen zärtlichen und sehr langen Kuss an sich zu ziehen. Als sie den Kuss abbrachen waren sie beide atemlos. "Guten Morgen, Schatz," lächelte Sam. "Guten Morgen, Liebling," lächelte Jody zurück und verlor sich beinahe in diesen blauen Tiefen, die so nah waren. "Magnetisches blau," sagte sie plötzlich zu Sam Überraschung. "Was?" "Magnetisches blau," wiederholte Jody während sie mit ihren Fingern an einer von Sam's Augenbrauen entlang fuhr. "Ich habe endlich eine Beschreibung für deine Augen gefunden. Erinnerst du dich an den Morgen vor langer, langer Zeit, als du genauso aufgewacht warst? Ich sagte dir, wie schön deine Augen wären, und du hast dich gefragt, ob mir ein Wort einfallen würde, um sie zu beschreiben? Du hast dich gefragt ob irgendwo in mir eine Dichterin stecken würde." "Ich erinnere mich," antwortete Sam leise während ihre Finger zärtlich Jody's Rücken kraulten. "Magnetisches blau. Mmm, es gefällt mir. Du musst eine Dichterin sein, Liebling." "Nur in deiner Nähe," gab Jody blinzelnd zu und brachte Sam damit zum kichern. "Also, wie fühlst du dich heute morgen?" "Glückselig," antwortete Sam augenblicklich. "Und sehr geliebt." Sie blickten sich eine lange Zeit in die Augen, bis sich Jody für einen flüchtigen Kuss nach vorne beugte. "Ich liebe dich, Sam." "Ich weiß, Baby. Ich liebe dich auch, ich habe dich immer geliebt." Es war eine einfache Aussage, aber mit solch einer Intensität gesagt, das Tränen in Jody's Augen traten. Doch sie lächelte, vergrub ihr Gesicht an Sam's Hals und seufzte zufrieden als sie spürte, wie der Griff von Sam's Armen um sie fester wurde. Eine von Sam's Händen spielte phlegmatisch mit einer Strähne ihres langen Haares und ihre Lippen an Jody's Schläfe drückend küsste sie sie zärtlich. "So wie jetzt könnte ich spielend leicht den ganzen Tag im Bett bleiben," bekannte sie faul und genoss die Wärme zwischen ihnen. "Natürlich könnten die Dinge bei einer bestimmten Sache etwas intensiver werden, aber irgendwie glaube ich nicht, dass es dich stören würde." "Nicht im mindesten," murmelte Jody und Sam konnte spüren wie ihr Körper von einem stillen Gelächter geschüttelt wurde. "Was ist so lustig?" Erkundigte sich Sam neugierig. "Nichts," keuchte Jody. "Ja, sicher," kicherte Sam und kitzelte die unbedeckten Rippen worauf sich Jody wand. "Erzähl es mir Baby. Los, sag schon." Sam kitzelte mit einer Hand heftiger und hielt mit der anderen Jody fest bis diese aufgab. "Okay, okay, ich werd's dir sagen,"" schrie sie lachend. "Ich habe nur darüber nachgedacht, dass du dein erstes Mal recht gut gehandhabt hast. Du scheinst unersättlich zu sein." "Du hast mich bekehrt, Liebling," grinste Sam, zog Jody auf sich und fing ein paar Lippen für einen brennenden Kuss ein, der schnell leidenschaftlich wurde und beide dazu brachte mehr zu wollen. "Gott Sam," keuchte Jody. "Ich will das, ich will dich, aber wir müssen bald auf die Polizeistation gehen. Wir können nicht zu lange warten." "Du hast recht," antwortete Sam heiser und fühlte einen Andrang von Reue. "Aber... kann ich die Sache auf ein andermal verschieben?" "Zweifellos," schnaufte Jody die zu Sam's Lippen hingezogen wurde und sie leidenschaftlich küsste. "Wir werden dies später fortsetzen, Baby," presste sie hervor und zog sich von Sam's Körper zurück, wobei sie versuchte das beharrliche Klopfen zu ignorieren, das ihr Küssen angezündet hatte. "Ich verspreche es."
~~~ ENDE - Kapitel 7 ~~~
Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 8 lesen. Jegliche Kommentare und Feedback sind unter loisk@hotmail.com höchst willkommen!
|