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Lest bitte die allgemeinen Hinweise im Kapitel 1!
Hinweis: In diesem Kapitel kommt es zu Gewalttätigkeit, und es wird flüchtig ein Mord beschrieben. Ich danke meiner Korrekturleserin Cyndi, für ihre Bemühungen, mich
wie eine richtige Bardin aussehen zu lassen
Selbstverständlich ist dieses Kapitel wie immer, meinem ein und alles gewidmet. Danke Liebling, für deinen Rat und die Unterstützung. Ich liebe dich!
The Reef - Kapitel 12 |
| The Reef Kapitel 12
Sam bahnte sich verzweifelt einen Pfad durch das dichte Gestrüpp, und versuchte dabei so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Das Letzte was sie brauchen konnte, war die Aufmerksamkeit von einem Haufen Polizistenmörder. Sie bemühte nicht daran zu denken, was die Männer, die für den Tod von zwei Polizeibeamten verantwortlich waren, alles ihrer Geliebten, deren Familie und ihren Freunden antun konnten. Sam fluchte leise, als sich ihre Baumwollhose in einige äußerst hartnäckige Wandelröschen verfing. Die widerspenstigen, kleinen Dornen durchdrangen den Stoff, und als sie sich davon befreien wollte, stachen sie schmerzhaft in ihre Beine. Gereizt benutzte Sam ihre bloßen Hände, um sich zu befreien und ignorierte die kleinen Schnitte, die sie sich dabei einhandelte. Um die Wahrheit zu sagen, nahm sie die Tatsache kaum wahr. In ihrem Kopf schwebte nur eine Sache: Das Haus rechtzeitig zu erreichen. Und Jody und die anderen dort herauszuholen, bevor dieser Abschaum, der hinter ihr her war, ihr zuvor kam. Sie wusste, dass sie nur ein paar Minuten Vorsprung haben konnten, und da Megan und sie auf ihrem Weg zum Briefkasten nichts verdächtiges gesehen hatten, vermutete sie, dass, wer auch immer es auch war, zu Fuß unterwegs war. Wie hätten sie ansonsten zwei geschulte Polizisten überraschen können? Sam's Magen rebellierte, als sie sich an die grausige Szene am Wagen erinnerte. Zwei jungen Männern war, wie bei einer Hinrichtung, in den Kopf geschossen worden. Ein Schaudern durchlief ihr Rückgrat, als sie an die Kaltblütigkeit dachte, die solch eine Tat voraussetzte. "Lass mich bitte rechtzeitig da sein," flüsterte sie, während sie ein paar Farne auf die Seite schob und vorsichtig weitere Wandelröschen mied. "Ich darf sie nicht verlieren. Ich kann es nicht." Schließlich erreichte Sam nach einiger Zeit, die ihr wie Stunden vorkam, die Lichtung, und hatte einen freien Blick auf das Haus. Sie kroch durch die übrigen Büsche und verbarg sich, auf ihrem Bauch liegend, zwischen einigen dicken Zweigen eines Wildbeerenstrauches. Sich nach irgendwelchen Aktivitäten umsehend, tastete sie mit ihren Augen das Haus und den Garten ab, wobei ihre Muskeln vollkommen angespannt waren und sie jederzeit zum Aufspringen bereit war. Nach einer Weile bemerkte Sam, dass sie ihre Luft anhielt, atmete langsam aus und ersetzte die verbrauchte Luft durch frische, die nach Erde und süßen Blumen duftete. Langsam ein- und ausatmend blieb sie noch einige Minuten reglos liegen, und bemühte sich ihren rasenden Herzschlag zu beruhigen. Gerade als sie nach vorne kriechen wollte, fing ihr Auge eine Bewegung hinter einem der Fenster. Erschrocken musste sie feststellen, dass hinter dem Fenster der Umriss eines großen Mannes zu sehen war, der anscheinend eine Waffe in der Hand hielt. "Oh Gott, nein," stöhnte Sam und fühlte wie Tränen in ihre Augen traten. "Was kann ich nur tun?" Sie schluckte schwer, wischte mit ihrem Handrücken über ihre Augen, und versuchte den hämmernden Schmerz in ihrem rechten Bein zu ignorieren. "Konzentrier dich Stevenson," schrie eine wütende Stimme in ihrem Hinterkopf. "Konzentrier dich! Jetzt ist nicht die Zeit zum Zusammenbrechen. Das kannst du später, aber nicht jetzt. Es muss dir etwas einfallen." "Ich muss sie irgendwie ablenken," beschloss Sam. "Aber wie?" Ihre Augen durchsuchten den riesigen Hof nach irgendetwas, das ihr helfen könnte. Sie blieben bei einem Holzstoss hängen. Ein Feuer. Nein. Das ist keine gute Idee. Ich könnte den ganzen Hügel niederbrennen. Einige Steine. Vielleicht kann ich sie bewerfen... klar, richtig, König David. Er hat eine Waffe. Erinnerst du dich? Moment mal. Dieser Holzstapel ist Feuerholz. Ich wette, dass es dort auch eine Axt gibt. Möglicherweise kann ich sie mir holen, und durch eins der Schlafzimmerfenster ins Haus gelangen, ich könnte... Nun ja, ich hätte das Überraschungsmoment auf meiner Seite. Vielleicht kann ich jemanden damit bewusstlos schlagen. Die Vorstellung, das die Waffe losgehen, und sie oder jemand anderen treffen könnte schob sie beiseite. Sam spürte, dass sie nicht viel Zeit hatte. Und jeder Plan, wenn er sich auch noch so blöd anhörte, war besser als gar nichts. Langsam fing sie an zum Holzstoss zu kriechen. Hoffend und betend das keiner der Verbrecher jetzt aus dem Fenster sehen würde.
Nach einer tollkühnen Fahrt den Hügel hinunter, wobei sie nur knapp einigen riesigen Bäumen ausweichen konnte, hatte eine beinahe hysterische Megan schließlich das Polizeirevier erreicht. Der erste Polizeibeamte in den sie rannte, hatte nicht ein Wort ihrer zusammenhanglosen Geschichte verstanden, doch er realisierte das etwas furchtbares geschehen sein musste. Er hatte sie in ein Büro gebracht und sofort seine Vorgesetzte ausrufen lassen. Innerhalb zwei Minuten kam Carol Wong, gefolgt von zwei weiteren Polizisten, ins Büro gestürmt. Als ihre Augen auf die Frau in dem Stuhl fielen, die sich bemühte ein Glas Wasser in ihren zitternden Fingern zu halten, sank ihr Herz. "Sie sind... Megan, richtig?" Begann sie, zog einen Stuhl heran und setzte sich vor die erschütterte Frau. Megan konnte nur nicken und versuchte ihre Atmung zu beruhigen. Carol verschränkte ihre Hände, lehnte sich nach vorne und sah Megan direkt in die Augen. "Megan, was ist geschehen?" Fragte sie ruhiger, als sie sich eigentlich fühlte. Megan nahm einen Schluck Wasser und holte tief Luft. "Sie sind droben am Haus. Die Polizisten in dem Wagen.... Sam und ich sahen den Wagen als wir vom Briefkasten zurückkamen. Sie sind... tot. Erschossen." Nach diesen Worten wurde Carol Wong kreidebleich, und als sie die Worte begriff, wurde ihr plötzlich schlecht. "Die Polizisten in dem Wagen sind erschossen worden?" Fragte sie. "Sind sie sich sicher?" Megan nickte und spürte wie Tränen an ihrem Gesicht herunter strömten. "Als wir den Wagen entdeckten, warf Sam einen Blick ins Innere. Sie ging zu Fuß zum Haus hoch, und sagte mir ich solle Hilfe holen." Die Inspektorin drehte sich herum und warf einen Blick auf die drei Männer, die neben der Tür standen. Sie sahen blass aus, mit einem Gesichtsusdruck von Schmerz, Wut und Schock. "Ruft Vinnie aus und holt zwei Wagen. Ich werde in einer Minute da sein. Sag Jennifer sie soll hereinkommen und bei der Dame bleiben." Sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder zu der noch immer zitternden Megan und legte eine Hand auf ihre Schulter. "Wir machen uns jetzt auf den Weg dorthin," sagte sie. "Haben sie eine Ahnung wie viele...?" "Nein," unterbrach sie Megan. "Wir haben sie nicht gesehen. Aber es sind fünf Leute in dem Haus und Sam ist auch irgendwo da draußen." "Danke Megan," sagte Carol Wong, sprang auf und drehte sich herum. Sie wollte gerade gehen, doch Megan's Hand stoppte sie. "Bitte. Holen sie sie heil da raus." Flüsterte Megan. "Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht," versprach Carol, und drückte die Hand bevor sie sie losließ. "Bleiben sie auf jeden Fall hier. Jennifer wird ihnen Gesellschaft leisten, und sobald ich etwas Neues weiss, werde ich sie informieren. Das verspreche ich. Jedoch bleiben hier, Megan." Nach diesen Worten verschwand Carol durch die Tür, und lies eine schluchzende Megan zurück.
"Okay, ich frage dich zum letzten Mal: Wo ist Samantha Stevens? Ich weiss, dass sie hier irgendwo ist." Klein Steven sah zu den fünf Frauen vor ihm, und fuchtelte, um dem ganzen Nachdruck zu verleihen mit seiner Waffe vor ihnen herum. "Sie ist nicht da," antwortete Jody zum dritten Mal, wobei sie versuchte die Waffe, die ihr nun bereits mehrere Male fast ins Gesicht gedrückt wurde, zu ignorieren. "Ich schwöre, sie ist nicht hier." "Ich frage mich, ob du immer noch bei dieser Story bleibst, wenn ich... lass mal sehen... deiner kleinen Schwester dort, ein wenig weh tue." Er deutete zu Fiona, die heftig schluckte, jedoch nicht ihre Augen senkte als er sie anblickte. Ohne zu realisieren, dass ihn das nur noch wütender machen würde, warf sie ihm einen trotzigen Blick zu. "Es würde nichts an meiner Geschichte ändern," durchbrach Jody's leise Stimme die Stille. "Weil ich die Wahrheit gesagt habe. Sie ist nicht hier." Während ihr Verstand Überstunden machte, legte sie beschützend einen Arm um Fiona's Schultern und zog sie eng an sich. Wenn er so verzweifelt nach Sam sucht, dann hat er sie und Megan nicht den Hügel hinunterkommen sehen. Das ist gut. Mein Gott, ich hoffe sie haben sie bemerkt und holen Hilfe. Was ist mit den Polizisten geschehen, die Wache halten sollten? Sind sie um sie herumgelaufen? Sind sie von der anderen Seite des Hügels gekommen? Nein, das ist unmöglich. Es gibt nur einen Weg hier hoch. Die andere Seite ist wegen der riesigen Klippe zu steil. Verdammt, was geschieht hier heute morgen? Und wo sind Sam und Megan? Sie müssen wissen, dass etwas nicht stimmt, denn ansonsten hätten sie schon vor einer halben Stunde hier sein müssen! Bitte Gott, lass Sam nichts geschehen sein. Lass sie in Sicherheit sein. Ich darf sie nicht verlieren. Ich kann es einfach nicht. Klein Steven ging zur Küchenspüle, zog ein Messer zwischen dem gestapelten Geschirr hervor und starrte es entschlossen an. Das kleine Lächeln auf seinem Gesicht erreichte seine Augen nicht, als er sich zu den Frauen umdrehte, die alle um den Küchentisch herumsaßen. Als sie die Kälte in seinen Augen sahen zitterten sie unbewusst. Sie brauchten keine Psychologen zu sein, um den wahnsinnigen, beinahe übergeschnappten Blick, in den Augen des großen Mannes zu erkennen. "Alles klar. Okay, jetzt werde ich andere Seiten aufziehen," grinste er. "Mit den Fragen ist es vorbei. Fred, bring das Mädchen hierher." Jody festigte den Griff um Fiona's Schultern, die leise wimmerte und einen Blick zu dem jungen Mann an der Tür warf. Für sie sah er wie ein ganz normaler Junge von nebenan aus, und sie konnte kaum glauben, das er genauso kalt- und unbarmherzig wie sein Begleiter war. Fred wäre beinahe zusammengezuckt, als Klein Steven seinen Namen rief. Er riss seine Augen weit auf und zupfte nervös an seinem Hemdsaum. Die Furcht, die er verströmte, war beinahe spürbar. Seine Augen flogen zu seinem Begleiter und wieder zu dem dunkelhaarigen Mädchen am Küchentisch zurück. Er machte einen so unsicheren Eindruck, wie er sich fühlte und Klein Steven sah in ungeduldig an. "Hast du ein Problem, Freddie Boy?" Grollte er. "Ähm... N... Nein, ich... ich... sie hat gesagt, dass sie nicht hier ist, Steve, also..." "Und du glaubst das, wie? Du bist so entsetzlich blöde, Fred. Jetzt bring dieses verdammte Mädchen hierher, bevor ich meine gottverdammte Geduld mit dir verliere!!!" Fred schritt nach vorne, jedoch der flehende Blick der ozeangrünen Augen ließ ihn abrupt stehen bleiben. Jody wandte ihren Blick nicht von ihm, stattdessen bat sie ihn schweigend um Erbarmen. Fred nahm ihn wahr und zögerte. Wieder wandte er sich mit fragenden Augen zu Klein Steven. "Willst du ein Loch in deinen Kopf, Junge?" Klein Steven zielte mit seiner Pistole auf Fred's Kopf und sie konnten alle sehen, wie er seinen Finger am Abzug anspannte. Fred erstarrte, sogar jetzt, als sein Leben davon abzuhängen schien, konnte er sich nicht bewegen. Seine Angst lähmte ihn, und das einzige zu was er fähig war, war in den stählernen Lauf zu starren, der seinen Tod bedeuten konnte. Es schien so, als ob jeder Anwesende seine Luft anhielt. Keiner bewegte sich, und Lucy spürte wie Sarah, die neben ihr saß, unkontrolliert zitterte. Ohne Klein Steven aus ihren Augen zu lassen, ergriff Lucy Sarah's Hand und drückte sie fest. Fred bemühte sich, sich nicht zu übergeben als er sich daran erinnerte was vor Kurzem auf der Strasse geschehen war. Kleine Steven hatte ihm befohlen still zu sein, und nachdem er ihm gesagt hatte er solle aufpassen, war er unbemerkt zu dem parkenden Wagen geschlichen. Fred hatte nicht wirklich gesehen wie die zwei Polizisten erschossen wurden, doch das leise, ploppende Geräusch hallte immer noch in seinem Verstand und ließ in fast krank werden. Nun wusste er, dass sein Begleiter fähig war, ihn ohne Skrupel zu töten. Und einen Augenblick lang fragte er sich, ob es nicht das Beste sein würde. Sein Leben war ein Chaos. Er hatte sich soviel Ärger eingehandelt, dass er sich fragte, ob er jemals wieder fähig sein würde ein normales Leben zu führen. Mit einer ordentlichen Arbeit und gleichaltrigen Freunden. Fred wollte gerade einen Schritt nach vorne machen, als Klein Steven, mit tiefer Stimme und ohne jegliches Gefühl, wieder sprach. "Finde irgendwo ein paar Stricke," befahl er. "Wir müssen sie alle fesseln. Beweg dich, kleiner Junge, bevor ich wirklich meine Geduld mit dir verliere." Während Fred beinahe aus der Küche stürzte, konzentrierten sich Klein Steven's Augen wieder auf Jody. Er grinste teuflisch und sah sehr selbstzufrieden aus. "Weißt du," sagte er. "Ich glaube, dass du die Wahrheit sagst. Und weißt du was das lustige daran ist? Ich bin mir sicher, dass dieser holländische Käsekopf dumm genug ist hierher zurückzukommen. Wahrscheinlich denkt sie, die Situation retten zu können." Er kicherte und kratzte seinen Zweitagebart mit dem Lauf seiner Pistole. "Und wir werden geradewegs hier auf sie warten. Was denkst du?" Er beugte sich nach vorne und brachte sein Gesicht so nah an Jody's, dass sie seinen faulen Atem riechen und die winzigen Äderchen in seinen Augen sehen konnte. "Würde sie schneller laufen, wenn sie jemanden schreien hört?" Klein Steven kicherte, griff an Jody's Kinn und zog ihr Gesicht nach oben, um ihr direkt in die Augen sehen zu können. "Oder würde sie schnellstens davonrennen!?" Sam würde niemals davonrennen, du dreckiger Abschaum! Sie hat mehr Stil und Courage in ihrem kleinen Finger, als du in deinem ganzen Körper! Oh Sam. Liebling. Bitte bleib weg und lass die Polizei damit fertig werden. Dieser Bursche ist verrückt! Oh mein Gott. Ich bete, das Sam und Megan Hilfe holen. Jody war entschlossen nicht zu provozieren. Sie starrte einfach, äußerlich unbeeindruckt durch die Drohung des großen Mannes, mit einem festen Blick geradewegs zurück. Die Wut in ihrem Inneren ließ ihre Augen dunkler werden, und Klein Steven konnte die Entschlossenheit und das verachtende Aufflackern in den Tiefen ihrer grünen Augen sehen. "Ein keiner Hitzkopf, wie?" Fauchte er. "Vielleicht ist es an der Zeit dir eine Lektion beizubringen! Offensichtlich weißt du nicht mit wem du es zu tun hast, Rote! Ich bin hinter deinem traurigen Hintern nun schon eine Woche her. Dank dir, will mein Boss mir lebend die Haut abziehen und mich den Haien verfüttern! Du begreifst, was ich für dich empfinde. Oder?" Plötzlich wütend, stieß klein Steven mit seiner Waffe fest in ihre Brust, und als er sah wie sie sich krümmte, lachte er. Als ein hämmernder Schmerz eine starke Prellung ankündigte, biss sie auf ihre Lippe um nicht zu schreien. "Das war für deine Neugier und Rechtschaffenheit. Du hast diese Disketten kopiert und sie mitgenommen. Wo hast du sie versteckt, du Miststück? Hast du sie der Tochter von deinem Boss gegeben? Wolltest dich bei ihr einschleimen, wie? Wolltest ein braves Mädchen sein!!! Nun, ich habe Neuigkeiten für dich! Wir sind nicht mehr an diesen Disketten interessiert!" Klein Steven kicherte wieder und senkte seine Stimme. "Wir wollen jetzt Samantha Stevens. Und weißt du warum?" Er sah sich um und kam mit seinem Kopf nah zu Jody's, die krampfhaft versuchte ihre Abscheu nicht zu zeigen. "Sie ist Millionen wert! Hast du das gewusst? Ihre Familie schwimmt im Geld und Joe ist sich sicher, dass der liebe Daddy ein Vermögen zahlen wird, um sein kleines Mädchen.... in einem Stück zurückzubekommen!" Er lachte wieder, nahm eine von Jody's roten Haarsträhnen zwischen seinen Daumen und Zeigefinger und streichelte sie. Offensichtlich war er über die Sanftheit ehrlich erstaunt. "Weißt du, ich wette, das sich Joe auf einen Handel mit dir einlässt, wenn du mir sagst wo die Holländerin ist. Denk darüber nach, Mädchen, du könntest reich werden!" Diese Worte ließen Jody's Temperament durchgehen, und ohne nachzudenken schoss ihre Hand nach vorne, und sie schlug Klein Steven heftig ins Gesicht. "Nicht jeder ist ein unaufrichtiger Mensch" spie sie heftig. "Oder ist ein wahnsinniger, verrückter, gieriger Blutegel." Oh, mein Gott. Was hab ich gerade gemacht? Scheiße, Scheiße, Scheiße! Ich bin tot. Ich weiss, dass ich nun sterben werde. Jody schloss ihre Augen, um Klein Steven's Reaktion nicht zu sehen. Sie war sich sicher, dass er bereit abzudrücken, bereits mit der Pistole auf sie zielte. Oh, mein Gott, bitte schütze Fiona vor ihm. Sam! Es tut mir so leid. Ich liebe dich, Liebling. Du weißt das. Ich wollte mit dir zusammen leben und eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Sam, dir gehört mein Herz, du hast es immer besessen. Aus Jody's geschlossenen Augenliedern trat eine Träne hervor und mit hämmerndem Herzen warte sie....
Fred suchte verzweifelt nach den Stricken, die Klein Steven verlangt hatte. Er hatte bereits einige kleine Stücke gefunden, die groß genug waren um ein paar Hände und Füße zu fesseln. Er brauchte nur noch einige Stückchen. Als er in eines der Schlafzimmer ging, erkannte Fred plötzlich, das wenn er davonrannte, Klein Steven keine andere Wahl hatte als ihn laufen zu lassen. Es wäre für seinen Begleiter unmöglich ihn zu verfolgen und gleichzeitig auf seine Geiseln aufzupassen. Diese Aussicht ließ Fred's Herz schneller schlagen, und erwartungsvoll blickte er zum Fenster. Er brauchte es nur zu öffnen und er würde frei sein. Einfach davonlaufen. Er könnte in den Norden hinaufwandern, oder runter in den Süden und in einer der anonymen großen Städte verschwinden. Er könnte nach Sydney gehen und versuchen eine Arbeit als Taxifahrer zu bekommen. Oder ganz hoch in den Norden in die Nähe von Darwin. Joe würde ihn dort niemals finden. Oder er könnte vielleicht ins Innere des Landes gehen und sich eine Arbeit auf einer dieser riesigen Farmen suchen. Fred öffnete die Tür eines Einbauschrankes, kramte darin herum und zog eine Sporttasche mit Stricken heraus, die einmal fürs Campen benutzt wurden. Mit dem Wissen, dass er mehr Stricke hatte als Klein Steven benötigte, zog er sie automatisch heraus und warf sie aufs Bett. Ein weiterer langer Blick zum Fenster ließ ihn frustriert aus seine Lippe beißen. Da er wissen wollte was in der Küche vor sich ging, spitzte er nervös seine Ohren. Wurde klein Steven schon ungeduldig? Ich könnte einfach aus dem Fenster springen und verschwinden. Warum tu ich es nicht? Ich bin kein Mörder. Ich dachte, ich wäre ein Laufbursche und könnte dabei schnelles Geld verdienen. Ich wollte nie, dass irgendetwas von dem geschieht. Warum sollte ich hier bleiben? Wenn ich hier bleibe, dann werde auch ich für die Morde verantwortlich gemacht. Als er zum Wagen ging, habe ich nichts getan um es zu verhindern. Nur Gott weiss, was er mit diesen Frauen vorhat... Ich werde von hier verschwinden. Fred ging schnell zum Fenster und öffnete es. Aber als er den Vorhang zur Seite schob, tauchte plötzlich die verschwommene Vision eines sommersprossigen Gesichts und ein Paar dunkelgrüne Augen vor ihm auf. Langsam glitt seine Hand vom Fensterbrett und hing schlaff an seiner Seite herunter. Sie ist genauso alt wie meine Schwester. Was würde Nancy von mir halten, wenn ich sie einfach im Stich lassen würde? Ohne sogar den Versuch zu unternehmen, zu helfen? Ich könnte ihnen helfen. Etwas tun. Ich bin der Einzige den sie haben und sie glauben, dass ich genauso ein Verbrecher wie Steve bin. Vielleicht kann ich diesen Umstand benutzen. Fürs erste mach ich was klein Steven will. Vielleicht kann ich etwas tun... Fred ging langsam zum Bett zurück und nahm die Stricke, die er dort hingelegt hatte. Sein Verstand war schon eifrig dabei einen Plan zu entwerfen, wie er Klein Steven aufhalten und begangene Fehler wieder gutmachen konnte. Mit seinen Armen voller Stricke ging er zur Tür zurück und währe beinahe über eine Sporttasche mitten im Raum gestolpert. Er stieß mit seinem Fuß die Tasche weg und traf auf etwas Hartes. Neugierig legte Fred seine Ladung hinunter, kniete sich hin und griff vorsichtig in die Tasche. Seine Finger streiften über etwas Kaltes und plötzlich übersprang Fred's Herz einen Takt und sofort schöpfte er Hoffnung. Das könnte funktionieren. Ich muss nur äußerst vorsichtig sein, aber ich könnte es schaffen. Er steckte sein Fundstück in den Bund seiner Jeans, bedeckte es mit seinem Hemd und machte sich auf den Weg in die Küche zurück. Die blauen Augen, die in direkt vom Fenster her gespannt betrachteten, bemerkte er nicht. Nachdem sich die Tür geschlossen hatte erhob sich die große Eigentümerin dieser Augen und stieg eiligst durchs Fenster.
Das Schweigen in der Küche konnte man fast greifen. Der Ton von Jody's Schlag in Klein Steven's Gesicht, hatte den gleichen Effekt wie ein Schuss. Das Echo hallte in der Luft, und jeder wartete mit angehaltenem Atem auf das Unvermeidliche. Fiona hatte Jody's Hand ergriffen und hielt sie so fest, dass sie die Blutzirkulation in den Fingern ihrer Schwester abschnürte, was jedoch keine von ihnen bemerkte. Klein Steven rieb sich langsam über sein Gesicht, wo Jody's Hand ein rotes Kennzeichen hinterlassen hatte, und während er über seinen nächsten Zug nachdachte, sah er mit zusammengekniffenen Augen zu ihr. "Dafür sollte ich dich erschießen," wütete er mit drohender Stimme. "Aber ich habe das Gefühl, dass du mir noch nützlich sein kannst." Urplötzlich streckte er seinen Arm aus und traf mit seiner großen Faust auf Jody's Gesichtshälfte. Die Wirkung war so enorm, das sie beinahe von Stuhl gefallen wäre. Nur Fiona verhinderte, das sie über den Küchenboden schlingerte. Jody keuchte nach Luft, und gab sich redliche Mühe, von dem heftigen Schlag, nicht in Ohnmacht zu fallen. Sie blinzelte heftig mit ihren Augen und versuchte nicht ihr Bewusstsein zu verlieren. Langsam schüttelte sie ihren Kopf, während die Nervenenden in ihrer Wange und der Seite ihres Kopfes vor Qual aufschrieen. Sie fühlte, wie eine warme, dicke Flüssigkeit an ihrem Gesicht herunterlief und erkannte, dass ihre Augenbraue aufgeplatzt sein musste. Zumindest hat er mich nicht umgebracht. Ich lebe noch, wir alle leben noch! Vielleicht haben wir noch eine Chance. Plötzlich ging die Küchetür auf, und Klein Steven's Aufmerksamkeit wurde von der jungen Frau vor ihm abgelenkt. "Gute Arbeit, mein Junge," grinste er, als Fred zurück in die Küche kam und die verlangten Stricke bei sich trug. "Fessle sie, und zwar fest. Ich will keine Überraschungen erleben." Fred machte sich schweigend an die Arbeit, wobei er mit Joan McDonnell anfing und ihre Hände hinter dem Küchenstuhl fesselte. Er versuchte sie nicht zu fest zu binden, doch plötzlich stand Klein Steven hinter ihm und kontrollierte seine Arbeit. "Schlampige Arbeit Fred," knurrte er. "Sie braucht nur einige Sekunden, um sich von diesem Knoten zu befreien. Mach ihn fester." Gehorsam öffnete Fred wieder den Knoten und zog den Strick fester zusammen. Als er es nachkontrollierte hatte er einen entschuldigenden Blick in seinen Augen, und als Joan McDonnell in ansah, formte er mit seinem Mund ein schweigendes Entschuldigung, womit er sie ehrlich überraschte. Schnell senkte er seine Augen und ging zu Sarah und Lucy, die ihn wie ein Habicht beobachtete. Sie hatte seine Entschuldigung bemerkt, und dies hatte ihre Neugier geweckt. Wenn Fred sogar wiederwillig ihre Hände fesselte, dann könnten sie die Chance haben, ihn dazu zu überreden die Seiten zu wechseln, und ihnen helfen unverletzt aus dieser Lage zu herauszukommen. Als Fred, die letzte Geisel, Fiona, gefesselt hatte, seufzte Klein Steven zufrieden und ging zur Küchentür. "Ich sehe mich draußen um Fred," erklärte er. "Behalte alle im Auge und pass auf, das diese Idioten nichts Dummes versuchen." Mit diesen Worten verschwand er nach draußen, und ließ die Frauen und Fred in einer betäubenden Stille zurück. Der Letztere blickte sich nervös um, und wusste nicht was er mit dem plötzlichen Vertrauen seines Partners anfangen sollte. Fünf Paar Augen beobachteten ihn aufmerksam. Draußen konnten sie die schweren Schritte von Klein Steven hören, der offensichtlich die Fenster kontrollierte. Weil sie gelegentlich hören konnten, wie er einen Fensterladen schloss und ihn von der Außenseite verriegelte. "Sie könnten uns losbinden," flüsterte Lucy plötzlich, da sie Angst hatte das Klein Steven sie hören konnte. "Und was dann?" Entgegnete Fred, der heftig schluckte und seine trockenen Lippen anfeuchtete. "Haben sie seine Waffe gesehen? Ich weiss, dass er sie ohne weiteres benutzten würde. Wenn sie versuchen würden davonzulaufen, würde er auf sie schießen. Das würde er mit Sicherheit tun." Er kratzte sich am Hinterkopf und bemühte sich verzweifelt eine Lösung zu finden. Als durch diese Bewegung sein Hemd hochrutschte, keuchte Sarah auf. "Sie haben meine Pistole gefunden," bemerkte sie, und wusste nicht, ob sie sich darüber freuen oder erschrocken sein sollte. Fred ließ schnell seinen Arm sinken und spürte den kalten Stahl, der in seinem Hosenbund steckte. "Ist sie geladen?" Fragte er mit großen Augen. "Ich hatte keine Zeit es nachzuprüfen." "Ja," antwortete Sarah grimmig. "Ich habe sie gestern, nachdem auf Brian geschossen wurde, gereinigt und geladen. Ich war entschlossen uns alle zu schützen. Ich denke, dass ich mich da geirrt habe," schloss sie bitter. Jody bewegte sich auf ihrem Stuhl und versuchte an dem Seil zu ziehen, das sie festhielt. Es war, dankbarerweise nicht sehr fest gebunden, aber es wäre immer noch sehr schwer sich selbst zu befreien. Jede Bewegung ließ ihren Kopf schmerzhaft hämmern. Sie fühlte, dass ihr rechtes Auge geschwollen war, und ein stetiges Blutrinnsal an ihrem Gesicht herunterlief und in dem Kragen ihrer Bluse verschwand. "Wissen sie, wie man dieses Ding benutzt?" Fragte sie Fred mit heiserer und unsicherer Stimme geradeheraus. "Ich... ich nehme es an," stotterte er. "Was für ein Verbrecher sind sie überhaupt?" Fragte Fiona plötzlich mit lodernden Augen. "Sie machen genau was dieses Stück... Scheiße ihnen sagt, doch in der Zwischenzeit..." "Fiona!" Warnte sie plötzlich Joan McDonnell's Stimme. Fiona verrollte ihre Augen und versuchte ihre Mutter anzublicken, was keine leichte Aufgabe war, da sie sich, mit ihren hinter dem Stuhl zusammengebundenen Händen, kaum nach vorne beugen konnte. "Mom! Verstehst du, das hier ist nicht Die kleine Farm! Das hier ist die Realität und dieser... Kerl da draußen ist ein gefährlicher Mörder. Und ich vermute, dass er außerdem verrückt ist. Er hat Jody gerade höllisch geschlagen. In meinem Jargon heißt das, dass er ein Stück Scheiße ist! Und damit drücke ich mich noch recht freundlich aus." Lucy kicherte nervös und warf einen Blick zu ihrer Mutter, die direkt neben ihr saß. "Mach dir keine Sorgen Mom, das ist der Stress," erklärte sie. "Es ist nicht die Ausdrucksweise, Mädchen," erklärte Joan McDonnell erschöpft. "Ich will nicht, dass wieder jemand misshandelt wird. Nur Gott weiss, zu was sie fähig sind." Die Worte waren an ihre Töchter gerichtet, jedoch ihre Augen sahen zu Fred, der unsicher mit seinen Füssen schlurfte. "Ich werde niemanden verletzen," antwortete er äußerst betreten. "Tatsächlich," er sah zur Tür und senkte seine Stimme. "Tatsächlich, versuche ich eine Lösung zu finden, die uns alle hier raus bringt." "Nicht schlecht," verspottete ihn Lucy. "Wissen sie, sie könnten damit anfangen unsere Fesseln abzunehmen. Das wäre schon sehr hilfreich." "Ich glaube nicht...." Fred's Antwort wurde von einem Geräusch unterbrochen, das sich anhörte, als ob ein schwerer Gegenstand über die Veranda geschleift wurde. Er konnte Klein Steven's Schritte hören und hatte plötzlich Angst, dass sein Begleiter etwas vorhatte was keinem von ihnen gefallen würde. Schnell ging Fred zur Tür und versuchte sie aufzudrücken. Doch die Tür ließ sich nicht bewegen. Stirnrunzelnd versuchte er es nochmals und als er ein irres Kichern hörte, da wusste er, dass Klein Steven die Tür mit einem schweren Gegenstand blockiert haben musste. "Was machst du da, Steven?" Rief Fred mit höherer Stimme als gewöhnlich. "Nach was sieht es denn aus? Ich habe euch eingesperrt, charmanter Junge." Eine kalte Hand schien nach seinem wild hämmernden Herz zu greifen und langsam zusammenzudrücken. Er bekam keine Luft und Schauer liefen über seinen Rücken. "Warum?" Presste er heraus. "Ich brauche keinen von euch," kam die gedämpfte Antwort. "Ich will nur die Blonde. Ihr Burschen seid nur im Weg." Fred's klamme Hände versuchten noch einmal den Türknauf zu betätigen. "Was hast du vor?" Wieder erklang ein abscheuliches Kichern. "Das wird eine Überraschung, Freddie Boy. Warts einfach ab. Und versuch nicht aus dem Fenster zu steigen, weil du es nämlich nicht kannst. Ich habe alle Fensterläden geschlossen. Das hier ist der Letzte." Nach diesen Worten wurde der Fensterladen am Küchenfenster geschlossen und sie saßen im Dunkeln. Ein kratzendes Geräusch machte ihnen allen klar, dass er von Außen verriegelt wurde. Sie waren gefangen. "Fred, direkt neben der Tür befindet sich ein Lichtschalter," erklang Sarah's sehr ruhige Stimme. Sie konnten hören, wie Fred danach griff und innerhalb weniger Sekunden badeten sie in dem weichen Licht der Lampe über dem Küchentisch. "Binden sie uns los Fred," ordnete Joan McDonnell sachlich an. "Ich glaube nicht, das wir noch viel Zeit haben." Gehorsam kniete er sich hinter ihren Stuhl, und versuchte mit zitternden Fingern den Knoten zu öffnen. "In der Spüle liegt ein Messer," schlug Lucy vor, und warf ihrer älteren Schwester, die sich sehr still verhielt und so aussah, als ob sie jede Minute in Ohnmacht fallen würde, einen besorgten Blick zu. Das Blut tröpfelte noch immer an ihrem Gesicht herunter und sie sah unnatürlich blass aus wodurch sich ihre Sommersprossen und Haare stark abhoben. Fred nahm das scharfe Messer und innerhalb weniger Sekunden hatte er den Strick durchgeschnitten und ließ ihn auf den Boden fallen. Lucy kam als Letzte an die Reihe und als sie frei war, sah Fred sie besorgt an. "Wird sie durchhalten?" "Woher soll ich das wissen? Ich bin kein Arzt," fuhr Lucy ihn an, und kniete sich neben ihre Schwester, während ihre Mutter sich an der anderen Seite hinkniete. "Das ist das Werk ihres Freundes." "Er ist nicht mein Freund," fauchte Fred zurück. "Hört auf euch zu streiten," seufzte Joan McDonnell. "Wir haben für so was keine Zeit." "Wir müssen hier verschwinden," sagte Sarah und ging zur Tür die zum Flur führte. "Vielleicht können wir durch eins der Schlafzimmerfenster entkommen. Wenn wir eine Scheibe einschlagen, könnten wir es schaffen, einen der Fensterläden herauszutreten." "Und was, wenn er noch da Draußen ist?" Entgegnete Lucy ruhig. "Er hat eine Waffe, von der er gerne Gebrauch macht. Wahrscheinlich wartet er nur darauf, das wir so was tun." "Wir warten auf die Polizei," murmelte Jody plötzlich mühsam. "Ich bin sicher, das Sam und Megan wissen, das etwas passiert ist. Ich wette, das sie zur Polizei gegangen sind." "Das ist das Beste," stimmte Joan McDonnell zu. "Es kann nicht mehr lange dauern, bis sie hier sind." "Obwohl sie sich besser beeilen sollten," meldete sich Fiona, die neben der blockierten Küchentür stand. "Ich glaube Rauch zu riechen."
~~~ ENDE - Kapitel 12 ~~~
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