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Lest bitte die allgemeinen Hinweise im Kapitel 1!
Wie immer ist diese Geschichte meiner Liebe gewidmet. Liebling, ich wünsche dir alles Liebe zum Jahrestag.
The Reef - Kapitel 13 |
| The Reef Kapitel 13
Sam kletterte vorsichtig durch das Fenster und bemühte sich dabei keinerlei Geräusche zu machen. Ihre langen Beine berührten schnell den Boden, und still dastehend lauschte sie nach Geräuschen. Es gab nichts ungewöhnliches. Aus der Küche konnte sie die gedämpfte Stimme eines Mannes hören, aber sie konnte keine Worte verstehen. Sie betrat den Raum und ging auf Zehenspitzen zu der Tür, die Fred hinter sich geschlossen hatte. Sie legte ihre Hand auf den Türknauf und, betend das die Tür nicht quietschen würde, drehte sie ihn langsam herum. Sie tat es nicht, und Sam versprach, Megan und Sarah später für die gute Instandhaltung ihres Hauses ein Lob auszusprechen. Während sie ihren Atem anhielt, öffnete sie langsam die Tür, wobei sie die Axt fest in ihren Händen hielt. Gegenüber einer Schusswaffe würde sie keine großartige Waffe sein, aber sie folgerte, dass es zumindest besser als gar nichts war. Quälend langsam öffnete sie die Tür und spähte durch einen kleinen Türspalt in den Flur. Auf der gegenüberliegenden Seite konnte sie die geschlossene Küchentür sehen. Besorgt ein Geräusch zu machen und sich zu verraten, wartete sie eine Weile. Ihre Augen auf die Küchentür gerichtet lauschte sie angestrengt. Ihr Herz schlug rasend und sie konnte das Hämmern beinahe hören. Nach einigen Minuten vernahm sie wie eine Tür geschlossen wurde und ihr Kopf schoss nach oben. Irgendjemand hat die Küche verlassen! Das konnte nur eins bedeuten. Einer der Männer hatte das Haus verlassen. Sam berechnete die Entfernung zur Tür und wusste, dass sie nur ungefähr drei Sekunden brauchte, um in die Küche zu stürmen. Aber was, wenn der andere Mann eine Pistole hatte? Und was, wenn er bereit war sie zu benutzen? Laut Carol waren zwei Männer am The Reef, als auf Brian geschossen wurde. Nach den dürftigen Zeugenaussagen hatte der Schütze einen sehr selbstsicheren Eindruck gemacht, wogegen sich sein Begleiter nervös und linkisch verhielt. Sam war sich sicher, dass sie ihn überwältigen konnte. Aber bei dem anderen war sie sich da nicht so sicher. Während sie noch mit sich haderte, hörte Sam außerhalb des Schlafzimmers Schritte, und ohne nachzudenken ging sie in den Flur und schloss die Tür hinter sich.
"Was meinst du damit, du riechst Rauch?" Fuhr Lucy Fiona an und ihre Augen nahmen schlagartig einen besorgten Ausdruck an. "Ich rieche Rauch," wiederholte Fiona, deren Augen fahrig von ihrer Schwester zur Tür wechselten. "Komm her und du kannst es selbst riechen." Mit wenigen Schritten war Lucy an der Tür und schnupperte gewissenhaft. Sie wurde bleich, als sie erkannte, dass ihre jüngste Schwester recht hatte. "Wir müssen hier raus," stellte sie eindringlich fest. "Wie?" Fragte Sarah. "Dieser Idiot ist mit einer Schusswaffe da draußen. Ich bin mir sicher, dass er sie benutzen wird. Er wartet nur darauf, dass wir rauskommen. Außerdem hat er die Tür und alle Fenster blockiert." "Vielleicht nicht alle," meldete sich Fred leicht hoffnungsvoll. Während sie die Lage besprachen, kam der Rauch unter der Küchentür hervor und kleine Kräuselungen stiegen, wie eine Warnung, langsam auf. Sie hatten nicht mehr viel Zeit.
"Halt den Wagen an," befahl Carol Wong als sie den zivilen Einsatzwagen sah, der die Strasse halb blockierte. Bevor der Wagen richtig zum Stehen kam, sprang die Polizistin heraus und rannte zu dem Wagen mit den zwei reglosen Körpern. Noch bevor sie ihn erreicht hatte, wusste Carol, dass Megan recht hatte. Die Männer im Innern waren tot. Ihnen wurde durch den Kopf geschossen. Schlagartig wurde sie von eiskalter Wut erfasst und ihr Gesicht verwandelte sich zu einer schmerzverzerrten und entschlossenen Maske. "Kommst du an dem Wagen vorbei?" "Das glaube ich nicht," sagte der Fahrer Vinnie zu ihr, er blickte hinaus und maß die Entfernung zwischen dem Wagen und dem Straßenrand. "Ich vermute, das wir an der Seite abrutschen, wenn wir versuchen an..." "Komm raus und helf mir diesen Wagen zurück in die Büsche zu schieben," befahl Carol Wong. "Aber... das ist ein Tatort, ich denke nicht..." "Dann lass es sein," fauchte seine Chefin. "Solange du deinen Hintern hierher bringst und mir hilfst. Dort droben auf dem Hügel stehen Leben auf dem Spiel. Beweg dich." So schnell wie der Blitz war Vinnie aus dem Wagen, um Carol Wong zu helfen den Wagen mit den zwei Körpern, die seine Kollegen waren, von der Strasse runter, in den Busch zu schieben. Er bemühte sich nicht durch die Scheibe zu sehen, aber seine Augen wurden von der Szene wie ein Magnet angezogen. Einer der Männer war ein Hochschulkumpel. Er hatte erst vor zwei Jahren geheiratet und wurde vor Kurzem zum ersten Mal Vater. Als Carol Wong ein unterdrücktes Schluchzen hörte, sah sie zu dem großen Polizisten neben sich. Sie schluckte schwer und legte liebevoll eine Hand auf seinen Arm. "Ich weiss Vinnie," flüsterte sie, ohne den Schmerz in ihrer Stimme verbergen zu können. "Lass uns später weinen. Wir müssen das Arschloch, das dafür verantwortlich ist, schnappen." Vinnie nickte langsam und drehte sich zu seiner Chefin um. Sie sah, wie sich sein geschmerzter Gesichtsausdruck in einen grimmig, entschlossnen veränderte. "Los, schnappen wir ihn." Sie gingen zu ihrem Wagen zurück und Carol winkte die zwei Polizeiwagen heran. Sie fuhren die enge Strasse so schnell wie möglich nach oben und ließen eine Staubwolke hinter sich zurück, wobei sich auch eine dünne Staubschicht auf den zivilen Einsatzwagen, am Straßenrand, legte.
Sam hielt sich eng an der Wand, als sie den Flur zur Küchentür überquerte. Falls sich die Tür öffnen sollte, konnte man sie nicht sofort, wie ein Reh im Scheinwerferlicht, sehen. Falls alles gut ging, verschaffte es ihr ein paar zusätzliche Reaktionssekunden. Als Sam langsam näher herankam, wurden die Töne aus der Küche deutlicher. Der feste Griff um den Schaft der Axt ließ ihre Knöchel weiss hervortreten, und kleine Schweißtropfen bildeten sich auf ihrer Stirn und Oberlippe. Sam war so auf das Geschehen in der Küche konzentriert, dass sie nicht einmal bemerkte wie ihr Shirt an ihrem Körper klebte. Ihren Atem anhaltend horchte sie gespannt zu und versuchte den kleinen Wortfetzen einen Sinn zu geben. Unversehens erklang eine laute Stimme, und Sam versteifte sich. Jody!
"So sehr ich es liebe mit euch allen zu Schwatzen, glaube ich, das es Zeit ist damit aufzuhören," bemerkte Lucy sarkastisch. "Ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich habe es nicht so gerne geräuchert zu werden." Sie ging zur Küchentür, wurde aber von Sarah aufgehalten. "Lucy, wir wissen alle, dass wir uns hier in einer prekären Lage befinden," seufzte Sarah. "Aber lass uns zusammenhalten, okay? Es könnte noch eine bessere Möglichkeit geben. Und vielleicht ist die Polizei..." "Polizei?" Höhnte Lucy. "Ich habe noch keinen von diesen, wir sind hier um sie zu beschützen, Beamten hier gehört oder gesehen. Du etwa?" In der Zwischenzeit stopften Fiona und ihre Mutter nasse Handtücher unter die Tür, um zumindest für eine Weile den Rauch abzuhalten. Wortlos arbeiteten sie wie ein gut eingespieltes Team zusammen, während Fred mit blassem Gesicht und zitternden Händen da stand und sie beobachtete. "Ich könnte versuchen herauszukommen," sagte er auf einmal. "Wenn ich durch die Tür stürme, wird Steve mich verfolgen. Das würde ihnen die Zeit geben aus einer der anderen Türen im hinteren Bereich zu verschwinden." "Nein!" Ertönte unerwartet Jody's, beinahe schreiende, Stimme. Sie sprach seit langer Zeit zum ersten Mal und jeder sah sie erschrocken an. Kopfschüttelnd rieb Jody behutsam über ihre wunde Wange. "Wir stecken hier alle zusammen drin. Wir können hier sitzen bleiben und darauf warten, das das Haus wirklich Feuer fängt. Was wissen wir über die Strasse die hierauf führt? Sie könnte auch versperrt sein. Ich stimme Lucy zu, dass wir hier raus müssen. Aber Fred, wir müssen zusammenhalten. Spielen sie nicht den Helden, okay? Überlassen sie das den Filmstars." Plötzlich flog ohne Vorwarnung die Küchetür auf und Sam stürmte, mit weit aufgerissenen, besorgten Augen und einer großen Axt in den Händen, herein. Ihre Augen bohrten sich sofort in Fred's und unbewusst schritt er zurück, bis er hinter sich die Kücheablage fühlte, gegen die er sich lehnen konnte. "Bleib wo du bist," grollte sie, als sie die Angst in seinen Augen sah. Ihre Augen fielen auf Jody, die noch immer auf ihrem Stuhl saß und deren eine Gesichtshälfte böse geschwollen und mit dem Blut verschmiert war, das noch immer langsam aus ihrer aufgeplatzten Augenbraue sickerte. "Oh, du meine Güte, Liebling." Sam kniete sich neben ihre Geliebte und schlang behutsam ihre langen Arme um die zusammengesunkene Gestalt. Sie spürte wie Jody in ihren Armen entspannte und ihren verletzten Kopf gegen ihre Schulter legte. "Sam," erklang die leise Antwort. "Ich bin so froh das du hier bist. Ich wusste, dass du zurückkommen würdest. Er hat gesagt, dass er nun hinter dir her wäre, ich... ich hatte solche Angst, ich..." "Ssch," tröstete Sam Jody sanft. "Ich bin jetzt hier. Megan ist zur Polizei gefahren, sie sollten jede Minute hier eintreffen." "Sam, das Haus brennt," meldete sich Fiona mit angsterfüllten weit aufgerissenen Augen. "Dann müssen wir hier raus," erklärte Sam, die Jody noch immer in ihren Armen hielt. "Glaubst du, dass du gehen kannst, Süße?" "Ja klar, sicher. Alles ist besser als das Hauptgericht eines Barbecues zu werden," scherzte Jody, die sich jetzt, da Sam zurück war, wesentlich besser fühlte. "Steven hat eine Schusswaffe," wagte Fred zu sagen, der immer noch von Sam's wütenden Blick beeindruckt war, als sie in den Raum stürmte. "Ich habe eine Axt," entgegnete Sam. "Wir können eine Tür oder ein Fenster einschlagen und dort aussteigen." "Ich habe auch eine Waffe," sagte Fred und griff unter sein Hemd. Er zog eine Pistole hervor, streckte seinen Arm aus und hielt Sam die Waffe hin. Sam schluckte und wünschte sich zum ersten Mal in ihrem Leben, zu wissen, wie man solch ein Ding benutzt. "Gib sie mir," sagte Sarah, der die Entschlossenheit im Gesicht geschrieben stand, und nahm Fred die Waffe aus der Hand. "Es ist meine und ich weiss wie man sie benutzt." Joan McDonnel hatte schweigend den Wortwechsel beobachtet, und warf einen beunruhigten Blick zu der großen Geliebten ihrer Tochter. "Sam, bist du sicher das dies die beste Lösung ist. Es könnte jemand verletzt werden." "Ich weiss es nicht Joan," erwiderte Sam ehrlich, und rieb dabei unbewusst, in kreisenden Bewegungen, über Jody's Rücken. "Ich weiss nur, dass wir hier raus müssen. Als ich vor ungefähr fünf Minuten durch das Schlafzimmerfenster eingestiegen bin, war die Luft rein. Aber was immer wir auch tun, wir müssen die Küche verlassen. Die Handtücher dort werden den Rauch nicht lange aufhalten." "Dann lasst uns gehen," sagte Lucy, öffnete die Tür zum Flur und zog Fiona mit sich. "Kannst du gehen?" Fragte Sam zärtlich, während sie Jody's Hand nahm. Jody nickte und stand langsam auf, wobei sich das Hämmern in ihrem Kopf noch verschlimmerte. Sie atmete einige Male tief durch um den Schwindelanfall zu bekämpfen und musste lächeln, als sie Sam's besorgten Gesichtsausdruck sah. "Ich bin in Ordnung, Liebling. Es sind nur leichte Kopfschmerzen. Lass uns hier verschwinden."
Draußen hatte Klein Steven die Holzmöbel, die auf der Veranda standen, an der Tür aufgestapelt und mit Benzin übergossen, das er in einem Kanister gefunden hatte. Er hatte nicht das ganze Benzin verwendet, sondern hob sich noch etwas für die Fensterläden der Schlafzimmer auf. Erfreut hatte er zugesehen wie die Stühle und der Tisch schnell Feuer fingen und kicherte als er erkannte, dass das Haus in Flammen aufgehen, und alles und jeden darin vernichten würde. Joe würde stolz auf ihn sein. Die große Holländerin war nicht im Haus, und das bedeutete, das er immer noch die Chance hatte, sie zu finden und zu seinem Boss zu bringen. Das würde ihm soviel Geld einbringen, dass er vor der Polizei flüchten konnte. Er würde reich sein und sie würden ihn niemals finden. Wenn nur diese Fensterläden brennen würden! Klein Steven versuchte wieder an einem der Schlafzimmer den Fensterladen zu entzünden, aber irgendwie funktionierte es nicht. Als nach einem kleinen Aufflackern kein Feuer aufstieg, sondern nur eine kleine Rauchwolke, wurde er sauer und fluchte leise vor sich hin. "Ich brauch mehr Benzin," murrte er und machte kehrt, um zur Veranda zurückzugehen. Als er etwas hörte, legte er seinen Kopf zur Seite und schielte zur Auffahrt. Fahrzeuge! Er konnte das Aufheulen von Motoren hören und zwischen den Bäumen hindurch sah er eine kleine Staubwolke. "Gottverdammt!" Fluchte er und sah sich hastig nach einem Fluchtweg um. Er wusste, dass nur eine Strasse zum Haus führte, aber im Augenblick konnte er die nicht benutzen. Er musste hier weg und zwar schnell. Klein Steven schaute sich um, und seine Augen fielen auf einen kleinen Pfad, der zu den Bäumen hinter dem Haus führte. Mit einem beunruhigten Blick über seine Schulter fing er an zu der Baumreihe zu rennen. Und hoffte, das er von, wer auch immer die Strasse heraufkam, nicht gesehen wurde. "Verdammt, verdammt, verdammt!" Keuchte er, während er wie der Teufel rannte. "Ich hasse Waldläufe!"
"Allmächtiger Gott!" Rief Carol Wong, als sie schließlich um die letzte Kurve kamen und das Haus voll einsehen konnten. "Es brennt!" Eilends schnappte sie sich das Funksprechgerät und drückte den Knopf. "Hier spricht Carol Wong. Wir brauchen Unterstützung. An der Junction Road ist ein Feuer ausgebrochen. Ich wiederhole, das Haus oberhalb der Junction Road brennt. Ende!" "Verstanden Inspektor. Das Haus oberhalb der Junction Road. Die Feuerwehr ist auf dem Weg. Ebenfalls ein Krankenwagen. Ende." "Danke Les. Ende und aus." Nah beim Haus kamen die drei Einsatzfahrzeuge schlingernd zum Stehen, und sechs Polizisten sprangen sofort aus den Wagen und hockten sich hinter die offnen Wagentüren, wo sie relativ sicher waren. Mit gezogenen Waffen warteten sie darauf, dass Carol Wong ihnen ihren nächsten Befehl gab. Carol überflog mit ihren Augen das Haus und die Baumreihe dahinter. Die Luft schien rein zu sein, aber es war leicht für jemanden sich hinter den Büschen und Bäumen in einen Hinterhalt zu legen. "Wir wissen, das es mindestens zwei Verbrecher gibt," rief Carol Wong, deren Augen fest auf die brennenden Möbel auf der Veranda gerichtet waren. "Ich werde als erste gehen. Vinnie du bist der nächste. Trishia und Peter folgen uns, wenn ich ihnen das Zeichen dazu gebe. Bob und Carl decken uns den Rücken." Nach diesen Befehlen spurtete Carol Wong zum Haus. Das Adrenalin, das durch ihren Körper raste, gab ihr die Kraft und Geschwindigkeit die sie brauchte, um die Veranda in Rekordzeit zu erreichen. Nichts geschah. Kein Ton, außer dem Knistern des brennenden Holzes. Vinnie folgte seiner Chefin, während seine Kollegen ihn mit pochenden Herzen beobachteten. Sie wussten das ihre Aktion riskant war. Sie konnten von jemandem hinter den Bäumen leicht beschossen werden, aber sie hatten keine große Auswahl. Sie wussten das sich in dem Gebäude Leute befanden, und zu langes Warten konnte bedeuten, das sie entweder verletzt, oder noch schlimmer, getötet wurden. Vinnie hockte sich, keuchend und mit Schweiß auf seiner Stirn, neben Carol Wong und sah sie fragend an. "Okay Boss," japste er. "Was kommt als nächstes?" Carol Wong drehte sich um und winkte Trishia und Peter herzukommen, was diese mit erstaunlicher Geschwindigkeit taten. "Vinnie und ich gehen um die linke Seite, ihr zwei nehmt die Rechte. Lasst uns versuchen einen Weg ins innere des Hauses zu finden. Bleibt zusammen und vergesst nicht, dass es zumindest zwei Verbrecher gibt. Lasst euch nicht überraschen. Wir müssen diese Leute da rausholen, aber seid vorsichtig. Ich will keine toten Helden." Ohne ein weiteres Wort teilten sich die Vier auf, und machten sich vorsichtig auf den Weg um das Haus, wobei sie so nah als möglich an der Wand blieben. "Sieht aus, als ob alle Fensterläden geschlossen sind," bemerkte Trishia Waters während sie um die Ecke schielte. "Sie haben sie wahrscheinlich eingeschlossen und sind dann abgehauen." "Arschlöcher," grollte ihr Kollege Peter Jones. "Noch ein Grund mehr die Büsche im Auge zu behalten, Trish. Ich habe meiner Frau versprochen pünktlich zum Abendessen zu Hause zu sein." Trishia kicherte nervös und hockte sich hinter einen Rosenstrauch, wobei sie vorsichtig den spitzen Dornen auswich. "Es sieht so aus, als ob sie die auch in Brand setzen wollten," bemerkte sie und zeigte zu dem kleinen schwarzen Fleck auf einem der Fensterläden. "Vielleicht kamen wir gerade noch rechtzeitig." "Ja klar, und vielleicht sind sie noch in der Nähe," erwiderte Peter. "Sei bloß vorsichtig."
Die Frauen im Haus hatten das Hauptschlafzimmer erreicht und entdeckten, dass auch dieser Raum von außen verschlossen war. "Okay, das war's," sagte Sam. "Wir müssen hier durchbrechen. Ich kann den Rauch bereits riechen. Wir müssen hier raus." "Was hast du vor, Sam?" Fragte Fiona nervös. "Ihr werdet alle vom Fenster zurücktreten und euch ducken. Zuerst schlage ich das Fenster ein, und dann werde ich mit der Axt den Fensterladen zertrümmern." Sam warf einen entschuldigenden Blick zu Sarah, die zu lächeln versuchte und mit ihren Schultern zuckte. "Mach schon," antwortete sie leise. "Es ist nur ein Fenster." "Lucy sorg dafür, dass sich jeder im hinteren Teil des Raumes befindet und sich duckt." "Sei vorsichtig Sam," bat Jody mit leiser Stimme. "Ich... sei bloß vorsichtig." "Das werde ich," lächelte Sam. "Mach dir keine Sorgen. Es gibt zu viel, für das es sich lohnt zu leben." Sie beugte ihren Kopf, und platzierte einen zärtlichen Kuss auf die Stirn ihrer Geliebten. "Geht in Deckung. Okay?" Sam wartete, bis alle im hinteren Teil des Zimmers waren und wandte dann ihre Aufmerksamkeit dem Fenster zu. Es war ein großes Fenster und sie erkannte, dass eine Menge scharfer Glassplitter in den Raum fallen würden, sobald sie die Axt benutzte. Du meine Güte, sieh mich an. Ich sehe aus wie ein Held aus einem Comic! Ich dachte, ich wäre hier auf einer Geschäftsreise! Und im Augenblick fühl ich mich für fünf weitere Menschen verantwortlich. Wie ist dies alles geschehen? Ich sehe wie eine traurige Kopie von Bruce Willis aus! Okay, los geht's. Sam holte tief Luft und als sie mit dem Rücken der Axt gegen das Glas schlug wandte ihren Kopf vom Fenster ab, und sprang augenblicklich zurück als sie einen knirschenden Ton hörte. Unterdessen schützte sie mit ihrem linken Arm ihr Gesicht vor den herunterfallenden Glassplittern. Als sie einen Blick auf das zerschlagene Fenster warf verzog ein kleines Lächeln ihre Mundwinkel. Gute Arbeit, Stevenson! Volltreffer! Es steckten nur noch einige scharfe Glassplitter im unteren Fenstersims und Sam brauchte nur noch einen Schlag um sie zu entfernen und das ganze Gebiet zu säubern. In Ordnung! Nächste Station: Der Fensterladen. Sam spreizte ihre Beine, um ihr Gleichgewicht besser halten zu können, und während sie die Axt mit beiden Händen erfasste, ignorierte sie den beginnenden Krampf in ihrem rechten Bein. Ohne ein zweites Mal nachzudenken, schwang sie die Axt über ihre rechte Schulter und begrub das scharfe Metall mit einem kräftigen Schlag in das Holz des Fensterladens. Als sie die Axt herauszog hörte sie ein befriedigendes splitterndes Geräusch. Durch das aufgesplitterte Holz strömte das Sonnenlicht in den Raum und Sam wusste, dass sie nur noch ein paar Schläge brauchte, um den Fensterladen entweder herauszuschlagen oder ihn öffnen zu können. "Schlag in die Mitte, Sam," spornte Fiona sie an. "Dadurch könnte er aufspringen." "Danke Fi, das werd ich machen," antwortete Sam und schwang die Axt wieder über ihre Schulter. Fiona hatte recht. Der nächste Schlag sprengte die Angeln heraus, und unvermittelt gaben die Läden der brutalen Gewalt nach und sprangen auf. Unverzüglich sprang Sam außer Sichtweite, und ihre blauen Augen suchten quer über den Raum nach ein paar Grünen. So weit, so gut. Jody brachte ein schwaches Lächeln zustande und versuchte Sam nicht zu zeigen wie besorgt sie war. Das Fenster war nun offen und sie konnten dem Feuer entfliehen und nach draußen gehen. Aber wo hielt sich Klein Steven auf? Was, wenn er nur darauf wartete das sie herauskamen? Und wo blieb die Polizei? Hatte Megan es geschafft sie zu unterrichten, und waren sie auf dem Weg hierher? Was würden sie als Nächstes tun? Würde es die richtige Entscheidung sein? Quälend langsam bewegte sich Sam, eng an die Wand gedrückt, auf das zerschmetterte Fenster zu. Zentimeterweise bewegte sie ihren Kopf zum Fenstersims und aus dem Augenwinkel konnte sie den Rosengarten sehen. Es schien ruhig zu sein, ohne irgendein Lebenszeichen. Sam stieß den Atem aus, den sie unbewusst angehalten hatte und ging ein wenig näher heran, um vorsichtig nach draußen zu spähen. Fünf Paar besorgte Augen verfolgten derweil jeden Zug von ihr. Keiner sprach. Keiner wagte sich zu bewegen. In dem Augenblick, als Sam den Fenstersims erreichte und geringfügig ihren Kopf beugte, damit sie um die Ecke sehen konnte, ließ sie eine unerwartete Bewegung erstarren. "Polizei! Keine Bewegung! Halten sie ihre Hände so, dass wir sie sehen können!" Zu überrascht, um zu reagieren stand Sam noch immer mit der Axt in ihren Händen einfach da. Ihre hellblauen Augen sahen zu der großen, braunhaarigen Frau vor ihr und langsam begriff sie was los war. Gehorsam ließ Sam die Axt fallen und hob langsam ihre Hände, während ihre Augen anfingen zu funkeln. "Wissen sie, ich hätte sie verletzen können," bemerkte sie trocken. Für einige Sekunden war es totenstill, doch dann hörte Trishia Waters ein erleichtertes Kichern aus dem hinteren Teil des Raumes, und sie entspannte sich deutlich. "Es ist okay Peter," rief sie zu ihrem Kollegen, der an der anderen Seite des Fensters stand. "Sind sie alle in Ordnung? Und wo ist Hayes?" "Jetzt geht es uns gut," antwortete Sam und winkte die anderem zum Fenster heran. "Aber das verdanken wir nicht Hayes. Der wollte uns nämlich lebendig verbrennen. Ich nehme an, dass er abgehauen ist." "Ist Megan okay?" Fragte Sarah nervös. "Sie ist auf dem Revier," antwortete Trishia. "Wir werden sie benachrichtigen, dass sie alle in Ordnung sind. Aber zuerst müssen wir sie alle hier raus bringen. Der vordere Teil des Hauses, größtenteils die Veranda, brennt. Die Feuerwehr ist auf dem Weg hierher und vielleicht wird es keinen so großen Schaden geben." "Auf geht's, lasst uns hier verschinden," sagte Sam und ergriff Jody's Hand. "Bleiben sie in der Nähe von Peter, wir sind nicht sicher wo dieser Hayes steckt, er könnte sich immer noch in der Umgebung aufhalten." Sam nickte und half Jody behutsam aus dem Fenster zu klettern, wobei sie sicher stellte, dass es nichts gab woran sich ihre Geliebte verletzen könnte. Trishia Waters und Peter Jones ergriffen sie bei den Armen und, unter Sam's wachsamen Augen, hoben sie sie vorsichtig auf den Boden. Fiona war die nächste und danach kamen Joan McDonnell und Sarah. Peter Jones, unterstützt von Carol Wong und Vinnie brachten die Schar schnell zu den wartenden Einsatzwagen, und sorgten dafür das die Frauen im Innern in Sicherheit waren. Sam und Lucy waren die Letzten, die aus dem Fenster kletterten und Lucy lächelte dankbar in ein Paar grünblaue Augen, als beim Hinausklettern ihr Arm ergriffen wurde. "Danke," lächelte sie. "Ich bin Lucy McDonnell. Es freut mich sie kennenzulernen." "Trishia Waters," grinste die Polizistin, die sich bemühte, nicht zu zeigen wie fasziniert sie von den dunkelgrünen Augen war, die sich in ihre bohrten. Sam verbarg ein Grinsen und benutzte ihre langen Beine, um ohne jegliche Hilfe aus dem Fenster zu springen. "Angeberin," murmelte Lucy, was ihr einen spielerischen Klaps von der Geliebten ihrer Schwester einbrachte. "Auf geht's, lasst uns euch zwei zum Wagen bringen," unterbrach Trishia sie. "Es könnte noch nicht sicher sein." Sie hatte kaum die Worte ausgesprochen als plötzlich Carol Wong herüberschrie. "Trish! Runter auf den Boden!" Dank jahrelangem Training und ausgezeichneten Reflexen warf Trishia Waters augenblicklich Lucy, die direkt vor ihr ging, zu Boden. Mit einem hörbaren Krachen schlugen sie auf den Boden und Trishia schützte den Körper der kleineren Frau mit ihrem. Der laute Knall einer Schusswaffe schallte durch die Bäume. Durch das Geräusch hinter sich wusste Trishia, dass Sam auf den Boden geknallt war und sie betete das nicht die Kugel der Grund dafür war. "Sind sie...?" "Mir geht's gut," krächzte Sam. "Scheiße! Was für ein Desaster." "Was zum Teufel war das?" Ertönte Lucy's entrüstete, leise Stimme unter dem Körper der großen Polizistin hervor. "Bleibt unten," rief Vinnie hinter einem der Einsatzwagen hervor. "Was immer ihr auch tut, erhebt euch nicht bis wir euch das Okay dazu geben." Trishia verschob geringfügig ihren Körper um Lucy eine bisschen mehr Raum zum Atmen zu geben, was ihr ein leises "Danke" einbrachte. "Ich vermute das unser Freund noch immer hier ist, wie?" Bemerkte Lucy seufzend. "Ich wusste, dass die Vorstellung einfach gerettet zu werden und danach glücklich weiterzuleben, fast zu schön war um wahr zu sein." "Es wird bald alles vorüber sein," erwiderte Trishia. "Wir werden ihn kriegen, es ist nur eine Frage der Zeit." "Behaltet ein Auge auf diese Baumreihe," befahl Carol Wong ihren Kollegen. "Vinnie und ich werden versuchen in seinen Rücken zu kommen." Sie kroch, dicht gefolgt von Vinnie, der seine Waffe fest in seinen Händen hielt, vom Wagen weg. Dabei verließen seine Augen niemals die Baumreihe hinter dem Haus. Er wusste, dass Steven Hayes sie wahrscheinlich sehen konnte, und sie riskierten von ihm erschossen zu werden, obwohl es äußerst schwierig war auf eine Entfernung von hundertfünfzig Metern einen gezielten Schuss abzugeben. Alles war still. Sogar die Vögel, die sich durch den Schuss erschrocken hatten bewegten sich nicht. Nur das sanfte Rascheln der Blätter war zu vernehmen, und in der Entfernung konnte man die durchdringende Sirene eines sich annähernden Löschfahrzeuges hören.
Klein Steven hatte durch die Büsche hinter denen er sich versteckt hatte, gespäht. Mit Abscheu beobachtete er, wie die Einsatzwagen heranfuhren und etwas später vier Polizisten zum Haus krochen. Wirklich wütend wurde er, als er sah, wie die Frauen, die er im Haus eingeschlossen hatte, aus einem der Fenster, das von innen aufgebrochen worden war, geklettert kamen. "Dreckiger Verräter," murmelte er, als er zusah wie Fred demütig einem Polizisten in den Wagen folgte. "Dafür werde ich dich drankriegen." Aber was Klein Steven völlig aus der Fassung brachte, war der Anblick einer großen Blonden, die vor dem Haus auftauchte. Begreifend, dass Samantha Stevens im Haus gewesen sein musste als er noch da war, ließ sein Blut überkochen und er knirschte frustriert mit den Zähnen. "Joe wird mir die Haut abziehen," grollte er. Ohne nachzudenken zog er seine Waffe und zielte auf den Rücken der Holländerin. "Stirb, du Miststück!" Fluchte er und drückte den Abzug. Im Nachhinein war Klein Steven nicht fähig zu sagen, wie ihn die zierliche Asiatin entdecken konnte. Doch in dem Augenblick als sein Finger den Abzug betätigte schrie sie eine Warnung, und die drei Frauen am Haus warfen sich postwendend auf den Boden. Vielleicht hatte sie ihn durch die dichten Büsche gesehen. Vielleicht hatte das Sonnenlicht seine Waffe reflektiert. Auf jeden Fall hatte er sie nicht getroffen. Und er wusste das er keine zweite Chance hatte. Klein Steven tat das Einzige was er im Augenblick tun konnte. Er rannte, und verschwand in dem Wald hinter dem Haus.
"Ist das, was gegen meinen Rücken drückt ihre Waffe, oder sind sie nur glücklich mich zu sehen?" Scherzte Lucy und spürte wie Trishia nach diesen Worten kicherte. "Darauf gehe ich besser nicht ein," lachte sie. "Wie sie wissen, bin ich immer noch in Uniform. Aber ich denke, dass ich verstanden habe. Ich werde ihnen etwas mehr Platz zum Atmen geben." Lucy spürte, wie der schützende Körper über ihr sich ein wenig verlagerte und der Druck auf ihren Beinen nachließ. "Danke," murmelte sie und wunderte sich das sie nicht ausflippte. Auf sie war gerade geschossen worden und sie hätte verletzt werden können, oder noch schlimmeres, aber stattdessen fühlte sie sich von der großen Polizistin, die sie gerade auf den Boden geworfen hatte, äußerst beschützt. Lucy verlagerte sich ein wenig, damit sie einen Seitenblick auf die Frau neben ihr werfen konnte. Ein Paar funkelnde grünblaue Augen sahen direkt in ihre Dunkelgrünen, und ohne es zu wollen spürte sie, wie ihre Wangen erröteten. Oh Mann! Was ist das? Grübelte sie, während Trishia's Augen immer noch ihren Blick hielten. Oha! Das kann nicht sein. Oder doch? Du bist in Schwierigkeiten McDonnell! Gib es zu, du bist beeindruckt. Sie ist eindeutig süß und diese Uniform... Mmmm... sie sieht gut aus! Das wird Dad nicht überleben! Ein kleines Lächeln verzog Trishia's Mundwinkel, als sie Lucy's Gesichtsausdruck sah und langsam wandte sie ihren Blick ab. Ihr Körper prickelte noch von dem Kontakt mit Lucy, und trotz der Lage in der sie sich befanden, tanzten ihre Hormone Mambo und schrieen beinahe nach Aufmerksamkeit. "Falls ihr Zwei damit fertig seid euch gegenseitig anzustarren, könnten wir vielleicht zu einem der Wagen kriechen?" Bemerkte Sam plötzlich trocken. "Diese Kugel mag mich ja verfehlt haben, aber mein Bein bringt mich um."
~~~ ENDE - Kapitel 13 ~~~
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