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Lest bitte die allgemeinen Hinweise im Kapitel 1! Hinweis: In diesem Kapitel kommen einige Kraftausdrücke und Gewalt vor. Es ist das letzte Kapitel. Ja ich weiß, es ist an der Zeit, aber ich habe es schließlich geschafft! Ich danke meiner Korrekturleserin Cyndi, die es geduldig mit mir ausgehalten hat. Cyndi, du bist einer meiner besten Freunde die ich jemals hatte. Ich liebe dich innig. Wie immer, ist dieses Kapitel dir gewidmet TCB. Ich weiß,
dass du mein größter Fan bist Das ihr meine Story gelesen habt und für das große Feedback, geht ein riesiges Dankeschön an euch alle da draußen. Ihr habt keine Vorstellung wie ermutigend das gewesen ist! Nun schnallt euch an und macht euch für das letzte Kapitel vom The Reef bereit!
The Reef - Kapitel 14 |
| The Reef Kapitel 14
Die ansässige Feuerwehr hatte nicht lange gebraucht um das Feuer auf der Veranda zu löschen. Innerhalb fünfzehn Minuten waren die Flammen gelöscht, und nur noch der Rauch der langsam in den Himmel stieg und die verbrannte Küchentür an der Außenwand erinnerte daran. Es gab im Küchenbereich recht großen Schaden, jedoch der Rest des Hauses war zu jedermanns Erleichterung verschont geblieben. Sarah hatte die Feuerwehrleute nervös angeblickt, während diese schnell die Flammen erstickten, und lächelte bleich, jedoch mit einem dankbaren Lächeln zu einem von den Feuerwehrleuten, als er herüberkam um ihr zu sagen, dass es einfach gewesen und das Haus gerettet war. Sam klebte an Jody's Seite, während diese von einem Sanitäter, vom dem Krankenwagen der eingetroffen war, ihr Gesicht gereinigt bekam und den kleinen Riss an ihrer Augenbraue mit einem kleinen Klammerpflaster schloß. "Junge Dame, ich fürchte, dass ihnen ihr Gesicht für einige Tage weh tun wird," sagte der ältere Mann. "Und sie werden eine recht nette Prellung davontragen, aber ich glaube nicht, das noch weitere Verletzungen vorhanden sind." "Sind sie sicher?" Fragte Sam, die bei weitem noch nicht überzeugt war. "Die Nase und der Wangenknochen ihrer Freundin sind nicht gebrochen," erklärte der Sanitäter geduldig. "Natürlich ist es möglich, das ein winziger Haarriss vorliegt, aber es gibt nichts was man da machen könnte. Solche Dinge heilen von alleine. Aber wenn sie möchten können wir sie für eine Röntgenaufnahme mit ins Krankenhaus nehmen." "Nein, mir geht es gut," antwortete Jody. Sie hielt einen Eisbeutel, der in ein weiches Stück Stoff eingewickelt war, an ihre Gesichtshälfte. "Sie kommen wieder ganz in Ordnung Mädchen," lächelte der Sanitäter. "Aber wenn sie glauben das etwas nicht in Ordnung ist, dann dürfen sie jederzeit ins Krankenhaus kommen." "Danke, das werde ich," lächelte Jody zurück, was wegen der sich schnell dunkel verfärbenden Prellung auf ihrer Gesichtshälfte keine so gute Idee war. Mit einem Blick ihrer blauen Augen, der alles ausdrückte was sie für die Frau empfand, lächelte Sam zurück, und sich nicht um die Zuschauer zu kümmernd legte sie ihre Arme um Jody und nahm sie in eine warmherzige Umarmung. Dankbar darüber wie die Sache ausgegangen war, seufzte Jody und legte ihren schmerzenden Kopf gegen Sam's Schulter. Sie schwelgte in der Behaglichkeit und der Liebe die sie für die große Holländerin empfand. "Also, was machen wir jetzt Sam," erklang plötzlich Lucy's Stimme hinter einem der Polizeiwagen hervor. Sam drehte ihren Kopf, um die Schwester ihrer Geliebten anzusehen und zog eine Augenbraue hoch. "Was meinst du? Carol Wong hat uns gesagt hier bei diesen Polizisten zu bleiben, während sie diesen Idioten verfolgen. Ich nehme an, dass wir genau das tun werden." "Ich habe nur ein furchtbares Verlangen nach einer Tasse Kaffee," murmelte Lucy. "Ich bin süchtig, ich kann den Kaffee beinahe riechen." "So was nennt man halluzinieren," kicherte Fiona aus einem Polizeiwagen heraus. Sie sah zu einem der anderen Polizeiwagen und blickte auf Fred's gebeugten Kopf. Er war ruhig und niedergedrückt als sie ihm die Handschellen anlegten und er in den Polizeiwagen geschoben wurde. "Ist das nötig?" Hatte Joan McDonnell gefragt, der auf eine Art der Junge leid tat, weil er in ihren Augen wirklich nur ein Junge war. Der Polizist hatte sie ruhig aber entschlossen angeblickt. "Wir nehmen an, das er im The Reef war als dort geschossen wurde, Mrs. McDonnell. Er ist ein Verdächtiger in einem Mordversuch." Fred war in sich zusammengesunken als diese Worte fielen und senkte beschämt seinen Kopf, weil er sich nicht traute aufzublicken und irgendjemandem in die Augen zu sehen. "Muss er ins Gefängnis?" Fragte Fiona leise Trishia Waters, die neben dem Wagen stand in dem sie, Lucy und ihre Mutter saßen. Trishia's Augen ruhten auf Fiona's besorgtem Gesicht und sie musste lächeln, als sie die bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen dem Teenager und ihrer älteren Schwester sah. "Er wird in Untersuchungshaft genommen," erklärte sie. "Es gibt eine Menge Beschuldigungen gegen ihn und seinen Partner, ich..." "Sein Partner hat versucht auch ihn zu töten," schnaufte Fiona voller Abscheu. "Wissen sie, er hat versucht uns zu helfen. Er war mit dem was der andere Kerl machte nicht einverstanden." "Sie können diese Geschichte erzählen, wenn sie auf der Polizeistation ihre Aussage machen," antwortete Trishia. "Ich bin sicher, das ihm das helfen wird." "Wann gehen wir? Wir warten hier nun schon ungefähr eine Stunde." "Wenn der Boss es sagt," antwortete Trishia geduldig, während ihre Augen konstant die Waldgrenze abtasteten. "Sie suchen Steven Hayes, der hier irgendwo in der Nähe sein muss. Er hat eine Waffe und ist gefährlich."
Megan war die ganze Zeit, die sie auf der Polizeistation warten musste, ein nervöses Wrack gewesen. Sie hatte versucht positiv zu denken und sich nicht den dramatischen Szenen hinzugeben, die in ihrem Verstand abliefen. Als der Anruf über das Feuer kam, wäre sie beinahe aufgesprungen und hinausgerannt, wurde jedoch von der Frau, die ihr Gesellschaft leistete mit einen festen Griff zurückgehalten. Es hatte ihre ganze Willenskraft gebraucht um der Frau keine zu knallen und loszurennen. Somit war sie dageblieben. Während ihr Herz schmerzhaft hämmerte, schritt sie nervös im Raum auf und ab und betete schweigend, das ihre Geliebte und Freunde in Sicherheit waren. Die ganze Zeit hatte sie das Bild von dem einsamen Wagen mit den zwei leblosen Insassen vor Augen. Die Zeit war dahingekrochen. Megan kam es vor, als ob sich die Wanduhr im Zeitlupentempo bewegte. Und sie fühlte sich, als würde sie dabei ihren Verstand zu verlieren. Schließlich, nach einer Zeit die Stunden zu dauern schien kam ein Anruf, dass all ihre Freunde in Sicherheit waren. Megan war in einen Stuhl gesunken, bedeckte ihr Gesicht mit ihren Händen und vergoss einige Tränen aus purer Erleichterung und Dankbarkeit. Aber dann hatte die Ungeduld sie überkommen und sie wollte nur noch eine Sache: Nach Hause gehen und sich selbst davon überzeugen, das Sarah in Ordnung war. Nachdem sie also gemurmelt hatte, zur Toilette gehen zu wollen, hatte sie eiligst das Gebäude verlassen, sprang in ihren Wagen und machte sich auf die kurze Heimfahrt.
Klein Steven Hayes blieb für einen Augenblick stehen um Luft zu holen. Er war fünfzehn Minuten gerannt. An eine solche Übung nicht gewöhnt, brannten seine Lungen und seine Muskeln schmerzten. Sein Gesicht und seine Hände waren mit Kratzern übersät, die er sich geholt hatte als er durch das dichte Buschwerk lief, um seinen Vorsprung vor der ihn verfolgenden Polizei zu behalten. Er konnte nur das Dickicht sehen und der einzige Anhaltspunkt für seine Richtung war die Tatsache, das er bergab lief. Er wusste, dass er so eventuell den Bach oder noch besser die Strasse erreichen konnte. Keuchend und durstig schob er einige Zweige auf die Seite und setzte seinen Weg nach unten fort, wobei er versuchte sowenig Geräusche wie möglich zu machen. Doch die Zweige gaben nicht leicht nach und er musste seine ganzen Körper einsetzen um sich durch das Geäst hindurchzuzwängen. Er schrie beinahe auf, als er direkt in ein riesiges Spinnennetz rannte, das genial zwischen einigen Büschen gespannt war und stand einer gigantischen Jagdspinne gegenüber, die in der Mitte thronte und anscheinend frühstückte. Verzweifelt fing Klein Steven an, die klebrige, feste Substanz, die an seinen Händen und Gesicht klebte zu entfernen. Er geriet beinahe in Panik als sich die Spinne durch das gewalttätige Eindringen schnell auf ihn zu bewegte. Klein Steven stolperte rückwärts und fiel bei seinem Fluchtversuch fast hin. Mit seinen vor Panik weitaufgerissen Augen, die nie die große Spinne verließen, kämpfte er darum freizukommen. Beinahe hyperventilierend schaffte es Klein Steven auf seine Füße zu kommen und sprang zurück. Ohne sich umzublicken rannte er so schnell zurück, als ob ihn der Teufel persönlich verfolgen würde. Schweiß tropfte an seinem blassen Gesicht und breiten Rücken herunter, durchnässte sein Hemd und ließ es an seinem Körper kleben. Sein Mund stand weit offen und bei jedem Atemzug gab er einen keuchenden Ton von sich. Sein Körper versuchte verzweifelt an den so sehr benötigten Sauerstoff zu kommen, um seinen massigen Körper in Funktion zu halten. Wieder den Hügel hinunterlaufend stolperte klein Steven plötzlich und verlor sein Gleichgewicht. Mit einem lauten Krach fiel er auf einen kleinen Busch und spürte wie die Zweige in seine Haut stachen. Er rollte nach unten und unbewusst schützte er mit seinen Händen sein Gesicht. Als er gegen einen Stein krachte schoss ein stechender Schmerz durch sein Knie, aber dann änderte sich das Gelände und er kam zum Halten. Benommen von dem Sturz und Sauerstoffmangel hob klein Steven seinen Kopf. Langsam lichtete sich der Nebel in seinem Gehirn und er bemerkte die Beschaffenheit des Bodens auf dem er lag. Kies. Es war eine Strasse. Grunzend stieß er sich auf seine Füße und stolperte zum Straßenrand. Er setzte sich schwerfällig hin und schüttelte langsam seinen Kopf, um die Spinnweben, die in sein Gehirn eingedrungen zu sein schienen, loszuwerden. Langsam klärte sich sein Sehvermögen und Klein Steven sah sich neugierig um. Seine Augen leuchteten auf, als er bemerkte, das er sich auf der Strasse befand die zum Haus führte, das er kurz vorher verlassen hatte. Er erkannte die scharfen Kurven und wusste, das er über die Hälfte des Weges hinunter war. Mit großer Mühe gelang es ihm auf seine Füße zu kommen, um seinen Weg nach unten fortzusetzen. Er legte seinen Kopf zur Seite um sicherzustellen, das keine Geräusche hinter ihm zu hören waren. Erfreut darüber, das er nichts verdächtiges hören konnte, hinkte er den Hügel hinunter.
Megan schielte gegen die grelle Sonne und verfluchte sich dafür, das sie ihre Sonnenbrille auf dem Küchentisch liegengelassen hatte. Mit dem Wissen, das die meisten Kurven der Strasse wirklich heimtückisch waren, fuhr sie so schnell sie konnte die Strasse zu ihrem Haus hinauf. Das letzte was sie in diesem Augenblick brauchen konnte war, im Straßengraben zu enden. Sie wusste, dass sie an dem Wagen, der sich auf halbem Weg befand, vorbei musste, und bereitete sich moralisch darauf vor. "Schau einfach nicht ins Innere, Megan," flüsterte sie zu sich mit dem Wissen wie es schwer es werden würde. "Du bist fast dort. Sieh einfach nicht hin." Megan schaltete in den zweiten Gang zurück um ihren Wagen um eine scharfe Kurve zu steuern, trat plötzlich in die Bremsen und kam völlig zum Stehen. Sie bemerkte nicht, das sie schrie als sie die Erscheinung vor ihrem Wagen sah. Es war wie in einer Szene aus einem Alptraum. Mitten auf der Strasse, direkt vor ihrem Wagen stand ein schwerer, großer Mann. Seine Kleidung war zerrissen, sein Gesicht und seine Hände waren zerkratzt und blutig. In einer Hand hielt er zitternd eine Waffe, die direkt auf sie zeigte. Aber was Megan am meisten erschreckte war der Blick in seinen Augen. Sein Gesicht war dreckig und voll greller, roter Kratzer. Aber ihr Blick wurde von seinen Augen angezogen, die sie gierig anstarrten, und es ihr eiskalt am Rücken herunterlaufen ließ. Er lächelte und Megan spürte wie sich ihr Magen zusammenzog. "Sarah, es tut mir so leid!"
Seit einer Stunde schritt Joe Michaels durch den winzigen Raum auf und ab. Er ignorierte den nervösen Mann, der ruhig in einer Ecke sass und zum sechstenmal seit fünf Minuten auf seine Uhr blickte. "Er hätte schon längst anrufen sollen," grollte Joe Michaels, der sich auf einmal fragte ob ihr Plan so gut war. Es war ein einfacher Plan, aber war davon überzeugt das die Einfachheit auch seine Stärke war. Er selbst glaubte nicht an Komplikationen. Das war der Grund warum er in dem Geschäft so erfolgreich war. Oder zumindest, glaubte er daran. Er war für seine tu es oder lass es Mentalität bekannt. Joe Michael wusste, das Klein Steven und Fred ihren Auftrag diesmal nicht vermasseln würden. Weil wenn sie es taten, dann würde er nicht zögern sie den Haien zu verfüttern. Es wäre schade, Klein Steven hatte sich für die Organisation als recht nützlich erwiesen, aber er war zu ersetzen. Sie alle waren es. Joe Michaels sah zu William Jensen, der nervös mit dem goldenen Ehering an seinem Finger spielte. "Wenn etwas schief geht, dann macht ihr besser das ihr fortkommt," warnte er den blass aussehenden Mann, der sich plötzlich kerzengerade aufsetzte und ihn angsterfüllt anblickte. "Immerhin wären wir nicht in diesem Schlamassel, wenn ihr von Anfang an eure Sache richtig gemacht hättet." "Sie werden hierher kommen," antwortete William überzeugter als er in Wirklichkeit war. Er sah sich in dem kleinen Raum um und zitterte ohne es zu wollen. Es war kein schöner Ort. Es gab einen Tisch und einen Stuhl, und der in Ecke stand ein altes rostiges Bett mit einer dünnen, verklumpten Matratze. Die durch jahrelangen Missbrauch und dem Mangel an Sauberkeit schmuddelig und unansehnlich war. Die Wände waren dunkel gestrichen und das einzige winzigkleine Fenster war mit Spinnweben und Schmutz bedeckt. Es war so dunkel, dass das helle Sonnenlicht kaum hindurchdringen konnte. Der einzige neue Gegenstand in dem Raum war das Türschloss. Ein dickes Stahlseil mit einem nagelneuen glänzenden Vorhängeschloss hing daran. "Nicht gerade die Art von Raum, der für einen von den Stevens-Erben passend wäre, oder nicht?" Grinste Joe Michaels. "Ich wette, dass sie ihren Daddy so schnell wie möglich davon überzeugen wird zu zahlen." Plötzlich legte er seinen Kopf zur Seite und sein Grinsen veränderte sich zu einem voll ausgewachsenen Lächeln. In der Entfernung konnte man hören, wie sich ein Wagen näherte. "Gut gemacht Steve," flüsterte er. "Es ist Showtime! Ich kann das Geld beinahe riechen." William Jensen schaute ihn an, während er zur Tür ging und versuchte die Abscheu zu verbergen, die in seinen Augen zu sehen war. Er wünschte, es würde ihm ein Ausweg einfallen, aber er steckte schon zu tief in der Sache drin. Er war zu weit gegangen, seine Spielsucht hatte nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das von anderen zerstört. Unschuldige Menschen, deren Leben sich auf ewig verändern könnte. Und er war daran schuld. Bitte sorge dafür, dass niemanden verletzt wird, betete schweigend, während er versuchte seine Schuldgefühle zu verdrängen.
In dem kleinen Polizeibüro herrschte rege Aktivität. Mehrere Polizisten nahmen die Aussagen von den Frauen, die aus dem brennenden Haus an der Junction Road gerettet worden waren, auf. Fred war unter der Aufsicht von zwei Polizisten zu einem separaten Verhörraum gebracht worden, wo Carol Wong mit dem Jungen sprach. Nachdem das Gebiet um Sarah's und Megan's Haus gründlich abgesucht worden war, hatten die Detektivin und einige andere Polizisten die Frauen auf's Revier gebracht, während die Verstärkung mit Hilfe von eifrig schnuppernden Deutschen Schäferhunden die Suche fortsetzte. Und obwohl die schlauen Hunde Klein Steven's Spur ohne Mühe aufnehmen konnten, gab es von dem Mann selbst keine Anzeichen. "Anscheinend waren sie hinter Samantha her," erzählte Joan McDonnell dem jungen Polizisten der ihre Aussage aufnahm. Sie rieb müde ihr Gesicht und schob sich ihr Haar aus der Stirn. Sie war erschöpft. Ihr Leben war immer recht vorhersehbar gewesen, aber jetzt, innerhalb zweier Tage, schien es sich für immer verändert zu haben. "Hat sie einer der Verdächtigen geschlagen, Mrs. McDonnell?" Fragte der Jüngere Mann höflich. Joan McDonnell blickte verdutzt zu ihm auf. "Diese Schwellung auf ihrem Gesicht und ihre geplatzte Lippe, hat ihnen das einer der Verdächtigen angetan?" "Oh nein. Nein, das waren sie nicht," antwortete sie hastig, sich dabei sehr unbehaglich fühlend. "Nein, sie haben mich nicht berührt." "Darf ich sie fragen, woher sie dann stammen?" Fragte er beharrlich weiter. Joan McDonnell senkte, da sie über ihren Anblick beschämt war, ihre Augen und versuchte mit einer logischen Erklärung zu kommen. Wie konnte sie einem Fremden in kurzen Worten erzählen, was ihr David angetan hatte? Wie konnte sie, den Charakter und das Temperament ihres Mannes jemandem erklären, der ihn gar nicht kannte? Was würde er von David denken? Was würde er über sie denken? "Du brauchst ihn nicht zu verteidigen Mom," unterbrach Fiona's Stimme abrupt ihre Gedanken. "Es war seine Schuld, und du weißt es." Joan McDonnell seufzte und sah zu ihrer jüngsten Tochter, die so unwahrscheinlich reif für ihr Alter zu sein schien. Ihre Augen trafen sich, und die Liebe und das Mitleid, das von diesen dunkelgrünen Tiefen ausgestrahlt wurde, gaben ihr den Mut den sie brauchte. Wie konnte sie eine Tochter zu einem Menschen mit Selbstwertgefühl erziehen, wenn sie selbst kein Beispiel dafür gab? "Mein Mann hat mich geschlagen," antwortete sie schließlich, ohne in die freundlichen Augen des Polizisten zu sehen und übersah dabei den verständnisvollen und entgegenkommenden Blick. Polizist Rayn behielt seinen freundlichen Gesichtsausdruck, aber in seinem Inneren konnte er den Aufruhr spüren. Unglücklicherweise war es nicht zum ersten Mal, das er einer geschlagenen Frau begegnete, und er vermutete, dass es auch nicht das letzte Mal gewesen war. Aber jedes Mal, wenn er mit einer solchen Situation konfrontiert wurde, schämte er sich beinahe dafür ein Mann zu sein. Er konnte nicht verstehen, wie ein Mann seine körperliche Überlegenheit dazu benutzen konnte, eine Frau zu verletzen. "Wollen sie mir darüber erzählen?" Bot er ihr mit sanfter und mitfühlender Stimme an. Joan McDonnell schluckte schwer und nickte zögernd. Es war an der Zeit, zur Abwechslung mal an sich zu denken. David hatte eine Grenz überschritten und es war nur gerecht, wenn er die Konsequenzen dafür tragen musste. Sie wollte nicht, dass ihre Söhne annahmen, mit dem Schlagen einer Frau straffrei davonzukommen. Fiona sah die Qual in den Augen ihrer Mutter und zog schnell ihren Stuhl näher heran, legte eine Hand auf ihren Arm und drückte ihn liebevoll. Es war eine wortlose Ermutigung, und nach einigen tiefen Atemzügen erzählte Joan McDonnell ihre Geschichte. Sam lehnte an der Wand und starrte aus dem Fenster auf die unten liegende Strasse. Äußerlich schien sie ruhig zu sein, doch in ihrem Inneren tobte ein Sturm. Ich bin hierher geflogen, um ein paar einfache verwaltungstechnische Probleme zu lösen, und jetzt bin ich hier. Gott, was für ein Schlamassel. Es ist gut Dad, dass du nicht weißt, was hier gerade abläuft. Du würdest ausflippen und ich denke nicht, das dies für deinen gesundheitlichen Zustand gut sein würde. Was hab ich falsch gemacht? Hab ich das? Hätte ich all das verhindern können? Wegen was waren Jody, ihre Familie und unsere Freunde in Gefahr? Wegen einem bisschen verschwundenem Geld? Zum Teufel, es ist nur Geld! Es ist ja nicht so, dass wir nicht genug davon hätten. Seufzend drehte Sam ihren Kopf zu ihrer Geliebten, die mit Trishia Waters sprach, und beinahe hinter dem riesigen Schreibtisch zu verschwinden schien. Unbewusst lächelte sie, und eine warme Glut breitete sich in ihrem Körper aus. Jody schien ihren Blick zu fühlen, da sie aufschaute und ihre Blicke trafen sich. Der Rest der Welt schien zu verschwinden als kristallblaue und smaragdgrüne Augen aufeinander trafen. Sie brauchten keine Worte, ihre Augen sagten alles und Trishia Waters, die aufgeblickt hatte als ihre letzte Frage nicht beantwortet wurde, schaute bescheiden zur Seite. Und sah geradewegs in ein Paar neugierige Augen, die sie anzulächeln schienen. Lucy zog ein Gesicht und blinzelte sie an, woraufhin die Polizistin beinahe kichern musste. Ach, du meine Güte! Die Frau bedeutet Schwierigkeiten! Die Haut um Jody's Augen bildete Falten, als sie Sam's Lächeln erwiderte und ihr Herz übersprang einen Takt, als sie den Blick in den Augen ihrer Geliebten sah. Sogar aus der Entfernung konnte sie die Farbveränderung sehen. Sie verwandelten sich von einem hellblau zu einer dunkleren Schattierung in der Art eines klaren Sommerhimmels, wenn die Sonne gerade im Osten unterging. Es war eine Schattierung an die sie sich schnell gewöhnt hatte, weil es den verborgensten Teil der Seele ihrer Geliebten zeigte. Ein Teil, der nur für sie reserviert war. Sie hatte es an dem Abend, als sie vor dem Krankenhaus geparkt und einen leidenschaftlichen Kuss getauscht hatten, gesehen. Es war da, als sie sich geliebt hatten. Sie hatte es an dem Morgen gesehen, als sie aufwachte und Sam dabei erwischt hatte, wie sie sie vollkommen wach angeblickt hatte. Ihre Augen war so voller Liebe, das es Jody Tränen in die Augen trieb. Oh Götter, ich liebe dich Sam! Ich liebe dich so sehr! Du machst mich vollständig. Ich weiß nicht, wie ich es all die Jahre ohne dich geschafft habe. Aber nun bist du zurück und ich lasse dich nie wieder gehen. Nicht ohne mich. Jemand räusperte sich dezent und Jody blickte erschrocken auf, um zu sehen wie Trishia Waters sie entschuldigend anblickte. "Ähm... glauben sie das wir weitermachen können?" Druckste sie beinahe, da sie sich, für die Unterbrechung eines anscheinend sehr privaten Augenblicks, leicht betreten fühlte. "Aber klar, nur zu," antwortete Jody noch immer lächelnd und brach widerwillig den Augenkontakt mit ihrer Geliebten. Sam musste fast lachen und starrte, mit einem sprudelnden Glückgefühl in ihrem Inneren, wieder aus dem Fenster. Ich habe sie, die Liebe meines Lebens, wieder zurück. Es war manchmal schwer, aber Herrgott Jody, auf dich zu warten war es wirklich wert. Sobald der ganze Schlamassel vorbei ist, können wir anfangen an unserer Zukunft zu arbeiten. Einer gemeinsamen, meine Liebe. Du und ich. "Sam? Hast du Megan irgendwo gesehen?" Erklang plötzlich Sarah's Stimme hinter ihr. Sam drehte sich stirnrunzelnd herum. "Hatte Carol Wong nicht gesagt, dass sie hier ist?" "Ja, das hat sie," entgegnete Sarah, die leicht besorgt aussah. "Aber ich habe überall nachgesehen und kann sie nicht finden." "Hast du nachgesehen, ob ihr Wagen noch hier ist?" Sarah schluckte heftig und befeuchtete ihre trockenen Lippen. "Das hab ich," flüsterte sie beinahe. "Der Wagen ist nicht hier. Ich... ich habe Angst, Sam." Sam legte ihre Hand auf Sarah's Schulter und führte sie behutsam zur Tür. "Lass es uns überprüfen. Glaubst du, dass Megan zurück zum Haus gefahren sein könnte?" "Sie ist eigensinnig genug," bestätigte Sarah. "Aber wir haben sie nicht herauffahren gesehen. Diese traurige Entschuldigung für einen Geländewagen ist ja nicht zu übersehen," versuchte sie zu scherzen, und brachte Sam damit zum Lächeln. "Vielleicht gibt es dafür eine logische Erklärung," versuchte Sam ihre Freundin zu beruhigen. "Lass uns nach draußen gehen und uns dort umsehen. Okay? Sie könnte auf der Strasse an der Rückseite geparkt haben." In diesem Moment klingelte das Telefon auf Trishia Waters Schreibtisch. Sie entschuldigte sich bei Jody und nahm den Hörer ab. Nach einigen Sekunden des Zuhörens, suchten ihre Augen nach Sam, die gerade den Raum verlassen wollte. "Miss Stevens," rief sie, woraufhin Sam mitten in der Bewegung stehen blieb und sich umdrehte. "Da ist ein Anruf für sie." Während sie den Hörer mit einer Hand zuhielt, enthielt ihre Stimme eine leichte Nuance von Verwirrung und Besorgnis. Als Sam zum Schreibtisch ging, konnte sie spüren wie alle Augen auf ihr ruhten und nahm den Hörer aus Trishia's ausgestreckter Hand. Stirnrunzelnd hielt sie den Hörer an ihr Ohr und sagte in einer äußerst geschäftsmäßigen Stimme: "Stevens." Jody, die ihre Geliebte von dem Stuhl neben dem Schreibtisch aus anblickte, sah wie ihr Gesicht blass wurde und streckte instinktiv ihre Hand aus, die mit einem eisernen Griff erfasst wurde. Sam's vor Wut dunkle Augen suchten nach Sarah, die augenblicklich wusste, das der Anruf etwas mit Megan zu tun haben musste. Sich plötzlich schwach fühlend streckte sie ihre Hand aus, um sich an der Wand abzustützen. Sie konnte spüren wie ihre Knie zitterten, und sie musste sich mächtig anstrengen um aufrecht stehen zu bleiben. Jeder sah, wie Sam einige Male nickte, jedoch nicht viel sagte. Ihr Gesichtsausdruck war grimmig und wenn sie mal was sagte, dann war nur ein Grollen. Nach ein paar Minuten nickte sie wieder, sagte ein leises okay und legte danach langsam den Hörer auf. Augenblicklich wanderten ihre Augen zu Sarah, ging mit ein paar langen Schritten zu ihrer Freundin und nahm sie in eine gewaltige Umarmung. "Es tut mir so leid Sarah," flüsterte sie mit Tränen in den Augen. "Es tut mir so leid, aber ich verspreche dir, dass wir sie auf jeden Fall zurückbringen werden." Sarah verbarg ihr Gesicht an der breiten Schulter, und Sam fühlte wie der schlanke Körper vor Schluchzen bebte. Zärtlich strich sie über das kastanienbraune Haar, während ihre Augen hilfesuchend zu Jody blickten. Jody stand hastig auf und ging zu ihrer Geliebten. Ihre besorgten grünen Augen verließen dabei nie die Blauen ihrer Geliebten. "Was ist geschehen?" Fragte sie leise und rieb Sarah's Rücken. "Sie haben Megan," antworte Sam mit gerührter Stimme. "Sie wollen einen Handel machen," fügte sie hinzu. "Megan für mich." Die Atmosphäre in dem Büro war angespannt. Carol Wong war von ihrem Verhör mit Fred herausgerufen worden und sobald sie im Büro angekommen war, hatte die zierliche Asiatin die Kontrolle übernommen. "Also Sam, was haben sie exakt gesagt?" Fragte sie, lässig gegen einen Schreibtisch gelehnt, doch ihre intelligenten Augen leuchteten wachsam. Sam's Gesicht war immer noch gezeichnet, aber ihre Augen blickten entschlossen, was wiederum Jody beunruhigte, weil sie sich ausrechnen konnte, dass ihre Geliebte bereits eine Entscheidung getroffen hatte. Und irgendwie wusste sie, das sie es nicht mögen würde. Ganz und gar nicht. "Diese Person Namens Steven hat angerufen," fing Sam an. "Er sagte: Wir haben deine kleine Freundin und wenn du sie lebend wieder sehen willst, dann machst du besser was dir gesagt wird." "Er sagte wir, ja?" Wiederholte Carol Wong leise. "Fahren sie fort, Sam." "Er sagte mir, ich soll zum The Reef gehen. An der Vorderseite würde ein roter Toyota stehen. Die Tür wäre offen und die Schlüssel lägen unter dem Sitz. Im Handschuhfach würde ein Handy liegen. Ich solle nach Süden fahren und auf weitere Instruktionen warten. Das war's. Oh ja, und ich soll natürlich allein kommen. Ohne Abhörgeräte." Den Teil, als Klein Steven gegrollt hatte, dass er sie sofort erschießen würde, falls er irgendwelche Wanzen bei ihr finden würde, hatte sie ausgelassen. Sam spürte wie Jody's kleinere Hand in ihre größere schlüpfte, und dankbar für die Warmherzigkeit und Liebe verschränkte sie ihre Finger mit denen ihrer Geliebten und hielt sie fest. "Haben sie irgendetwas gesagt wann sie wieder mit ihnen Kontakt aufnehmen?" Sam schüttelte, an ihrer Unterlippe kauend, ihren Kopf. Für diejenigen, die sie genau kannten, war dies das einzige Anzeichen ihrer Nervosität. Im Raum wurde es für einige Sekunden still und Carol Wong betrachtete Sam's große Gestalt. Ihre geschulten Augen konnten die ausströmenden Wellen der Anspannung erkennen. "Sie verstehen, das es meine Pflicht ist ihnen zu sagen, dass sie nicht gehen sollen," sagte sie sachlich, jedoch nicht unfreundlich. "Genauso wie sie verstehen werden, das es meine Pflicht als Mensch und Freund ist, ihnen zu wiedersprechen und auf jeden Fall zu gehen," entgegnete Sam, während ihre hellblauen Augen einen Kampf mit den Dunkelbraunen vor ihr ausfochten. Carol Wong lächelte und nickte bedächtig. "Ich wusste, dass sie das sagen würden," antwortete sie leicht niedergeschlagen. "Und ich verstehe es, Sam. Wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich das Gleiche tun. Also, kann ich irgendetwas tun oder sagen, um sie aufzuhalten?" Sam spürte, wie die kleine Hand in ihrer plötzlich zitterte, und überraschend zog sie Jody in ihre Arme und hielt sie so eng an sich gedrückt, dass ihre Geliebte ihren hämmernden Herzschlag fühlen konnte. "Nicht," flüsterte sie. "Es tut mir leid, aber ich muss es tun." Sie begrub ihr Gesicht in das weiche, verstrubbelte Haar, inhalierte tief, und roch den süßen Duft des Parfüms ihrer Geliebten. Es war Jody's einzigartiger Duft und es zerrte an ihrem Herzen und erfüllte sie mit Angst und Traurigkeit. Würde sie ihn jemals wieder riechen? "Ich weiss, dass wir im Augenblick nach ihren Regeln spielen müssen," fuhr Carol Wong fort, die durch das Bild der innigen Zuneigung vor ihr tief berührt war. "Aber ich werde alles tun, oder zumindest versuchen sie im Auge zu behalten, Sam. Davon können sie mich nicht abhalten." "Ich vertraue ihnen Carol," war Sam's schlichte Reaktion. "Gut. Trishia, ich möchte das du deine Uniform gegen etwas Ziviles wechselst. Du auch Peter. Ich will, dass ihr zwei euch wie Touristen benehmt, fahrt herum und genießt die Landschaft. Ihr werdet Sam folgen. Wir wissen, dass sie zum The Reef muss und dann nach Süden fahren soll. Es sind, seit Megan hier fort ist und dem Anruf, ungefähr anderthalb Stunden vergangen. Das bedeutet, dass sie nicht sehr weit sein können, aber ich glaube nicht, dass sie sich hier irgendwo in der Stadt aufhalten. Nehmt einen der zivilen Einsatzwagen und wartet ungefähr anderthalb Kilometer südlich vom The Reef. Irgendwo entlang der Strasse könnten sie Sam dazu auffordern den Wagen zu wechseln, aber ich wette, das es nicht innerhalb der anderthalb Kilometer geschieht." Trishia sah zu ihrem Kollegen und nickte. Mit dem Wissen, dass sie nicht viel Zeit hatten verließen sie den Raum. Lucy's blasses Gesicht ließ ihre Augen noch dunkler erscheinen. Sie war nervös. In ihrem Magen rumorte es und ihre Handflächen waren feucht. Zu ihrer älteren Schwester, Sam und Sarah blickend konnte sie deren Qual beinahe fühlen. Und aus irgendeinem seltsamen Grund mochte sie die Vorstellung, dass Trishia sich in Gefahr begab überhaupt nicht. Ihre Augen wanderten zu der Polizistin, die beinahe zehn Zentimeter größer als sie war. Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke und beide konnten fühlen wie ihr Herz einen Takt übersprang. Bevor sich Trishia umdrehte brachte sie ein beruhigendes Lächeln zustande und ging zur Tür, während Lucy verwirrt auf den entschwindenden Rücken starrte. Verdammt! Erst als Trishia den Raum verlassen hatte bemerkte Lucy, dass sie ihren Atem angehalten hatte. Langsam ließ sie die Luft heraus und versuchte ihr rasendes Herz zu beruhigen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die um sie herum geschahen. Plötzlich kam ihr ein Gedanke. "Inspektor, könnte Sam nicht ihr eigenes Handy mitnehmen und die Leitung offen lassen? Ich meine, auf diese Art könnten wir ihr auf den Fersen bleiben. Richtig? Sie muss nur laut reden." Sie warf einen Blick zu der großen Geliebten ihrer Schwester und lächelte. "Ich bin mir sicher, dass Sam gut Selbstgespräche führen kann," scherzte sie schwach. Carol Wong sah vollkommen überrascht und bewundernd zu Lucy. Sie lächelte breit und ihr schien dieser Vorschlag sehr zu gefallen. "Ausgezeichneter Gedanke," lobte sie Lucy. "Was meinen sie, Sam?" "Das ist die beste Idee, die ich jemals von ihr gehört habe," flachste sie leise, wobei sie immer noch die Frau in ihren Armen festhielt. Jody hob ihren Kopf, um Sam ins Gesicht zu sehen und bemühte sich ebenfalls zu lächeln. Aber sie scheiterte kläglich. Sam konnte die Qual in ihren Augen und die zitternde Unterlippe sehen, was bedeutete, dass sich in ihren Augen Tränen bildeten. "Es wird alles gut gehen Liebling," sagte Sam leise, während ihr Daumen eine Träne wegwischte. "Megan und ich werden schneller zurück sein als du denkst." "Ich kann dich nicht verlieren Sam," antwortete Jody heiser, und hatte das Gefühl, als ob etwas ihre Kehle zusammenschnürte. "Nicht jetzt, wo ich dich gerade wieder zurück habe. All diese Jahre ohne dich... ich... ich habe dich so sehr vermisst. Bitte... komm zu mir zurück. Ich brauch dich." "Ich verspreche dir, dass ich zurückkomme," antwortete Sam schwer schluckend. "Ich werde nichts und niemanden zwischen uns kommen lassen. Ich liebe dich." "Ich liebe dich auch," schluchzte Jody und drückte ihr tränenverschmiertes Gesicht an Sam's Hals. Die Schmerzen ihres hämmernden Kopfes ignorierte sie völlig. Als Joan McDonnell zu Jody und ihrer Geliebten blickte, konnte sie die Tränen, die an ihren Wangen herunterkullerten nicht zurückhalten. Für jeden im Raum war es offensichtlich, dass die zwei Frauen sich tief und innig liebten. Bitte, lieber Gott. Lass Sam und Megan heil zurückkommen. Sieh sie dir nur an. Sie strahlen ihre Liebe füreinander geradezu aus. Wie kann etwas so reines und tiefes jemals falsch sein? Bitte, ermögliche ihnen, zusammen ein Leben aufzubauen. Sie haben schon soviel durchgemacht, sie brauchen sich gegenseitig. Bitte, lieber Gott. Bitte. Trishia und Peter kamen in gewöhnlicher Straßenkleidung ins Büro zurück. Unbewusst suchten Trishia's Augen nach Lucy. Sie unterdrückte ein Grinsen als sie sah, wie Lucy ihre dunkelgrünen Augen vor Überraschung weit aufriss. Lucy hatte die Polizistin bisher nur in ihrer Uniform gesehen, jedoch der Anblick vor ihr war ein völlig anderer. Trishia trug eine dunkelblaue Shorts, die kurz über ihrem Knien endete und ein Paar lange, gebräunte Beine enthüllte. Ein smaragdgrünes Tanktop betonte einen kräftigen, ebenfalls gebräunten athletischen Oberkörper mit einigen sehr weiblichen Kurven. Lucy fühlte wie ihr Mund trocken wurde und fragte sich verzweifelt warum hier Herz so stark hämmerte, als ob es aus ihrer Brust springen wollte. Sie versuchte wegzusehen, aber Trishia's Augen hielten sie gefangen und Lucy merkte wie sich ein warmes Erröten auf ihrem Gesicht anschlich. Du meine Güte! Dies ist mit Sicherheit nicht gut. Flirtet sie mit mir? Tut sie das? Stört es mich? Oh nein, durchaus NICHT! Oh Mann! Mit ihren, immer noch von Trishia's Blick gefesselten Augen, konnte Lucy spüren wie ihre Hormone Mambo tanzten und ständig zu ihr schrieen Ich bin an der Reihe! Ich bin an der Reihe. Ich bin an der Reihe! Ein kleines Lächeln verzog Trishia's Mundwinkel als sie sich schließlich ihrer Chefin zuwandte. "Wir wären soweit, wenn sie es sind, Inspektor." "Ausgezeichnet," entgegnete Carol, die den Blickwechsel zwischen Lucy und ihrer Polizistin bemerkt hatte. "Benutzt nicht das Funkgerät im Wagen. Nehmt ein Handy, wir werden euch so schnell als möglich anrufen und die Leitung offen halten. Sam wird das Gleiche tun." Sie warf einen Blick zu der noch immer verwirrten Lucy und lächelte. "Es war Lucy's Idee," lächelte sie. "Eindrucksvoll," erwiderte Trishia und blinzelte beinahe unsichtbar zu Lucy. "Okay, Peter und ich werden jetzt gehen. Werden wir auf dem Laufenden gehalten?" "Wir kümmern uns darum," versprach Carol Wong. "Wir werden euch so schnell als möglich über alles informieren." "Okay Inspektor." Trishia wandte sich mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck zu Sam und Jody. "Miss McDonnell?" Jody hob ihren Kopf von Sam's Brust und blickte zu der großen, Stärke und Vertrauen ausstrahlenden Polizistin. "Wir werden sie nicht aus unseren Augen lassen," versprach sie feierlich. "Danke," flüsterte Jody und brachte ein wässriges Lächeln zustande. Und dankbar zu wissen, das zumindest zwei Polizisten ihren Wagen beschatten würden, auch wenn es nur aus der Entfernung war, nickte Sam verständnisvoll. "Auf geht's Pete, lass uns gehen." Trishia drehte sich herum, und warf einen Blick zu Lucy, die mit ihren Lippen ein Viel Glück formte. Lächelnd nickte sie und folgte ihrem Kollegen aus dem Raum. "Ich mach mich jetzt besser auch auf den Weg," sagte Sam zu allen, aber ihre Augen klebten an Jody's. "Je eher ich gehe, desto früher bin ich wieder zurück." Sam konnte fühlen, wie Jody's Hände fahrig ihr Shirt zerknitterten, und sie zärtlich wegziehend, nahm sie sie in ihre eignen. Sich nicht daran störend, dass sie nicht allein waren, führte sie Jody's Hände zu ihren Lippen und küsste liebevoll jede Handfläche. Ihre Augen verließen dabei nie die grünen Augen, die so nah waren, dass sie die goldenen Flecke darin sehen konnte. "Ich werde zu dir zurückkommen," versprach sie. "Es gibt da eine sehr wichtige Frage, die ich dir stellen will. Es ist etwas, von dem ich dachte, dass ich es nie jemanden fragen würde, bis du wieder in mein Leben gekommen bist. Und wegen der alten Zeiten, brauch ich um alles perfekt zu machen, dafür einen sternenklaren Himmel. Wie du siehst, habe ich jeden Grund um zurückzukommen." Jody legte ihre Hände auf Sam's Gesicht und streichelte liebevoll die weiche Haut. "Ich Glaube an dich Sam. Aber... sei einfach vorsichtig, okay? Ich werde dich wegen dieser Sternenhimmelfrage beim Wort nehmen." Sam lächelte strahlend und war von Jody's Glauben an sie und den Mut den sie zeigte überwältigt. Sie beugte ihren Kopf und nahm Jody's Lippen für einen Kuss gefangen, der keine Worte brauchte. Sie legten all ihre Liebe füreinander in diese zärtliche Liebkosung. Er hatte nichts mit Leidenschaft oder Verlangen zu tun. Es war eine Bestätigung ihrer tiefsten Empfindungen. Als sie sich trennten sahen sie sich noch einige Sekunden an. Doch dann küsste Sam Jody's Stirn, drehte sich um und ging zur Tür. Sofort war Joan McDonnell bei ihrer ältesten Tochter, schlang ihre Arme um sie und hielt den zitternden Körper eng an sich gedrückt. Und während sie ihr tröstende Worte zuflüsterte, streichelte ihre Hand über das lange, rötliche Haar. "Habe Vertrauen Liebling," sagte sie leise, während sie dem leisen Schluchzen zuhörte, das beinahe ihr Herz brach. "Habe Vertrauen. Ich bin sicher, dass Gott sie beschützen wird. Sie beide beschützen wird." Jody blickte mit vom Weinen rot geschwollenen Augen auf. "Tust du das? Ich dachte das unsere Beziehung nicht recht..." "Das glaube ich nicht Jody. Nicht mehr," unterbrach Joan McDonnell ihre Tochter zärtlich. "Gott ist die Liebe. Wie könnte er auf euch beide herabsehen und nicht lächeln?"
Sam wurde von einem Einsatzwagen vor dem The Reef abgesetzt. Sich umsehend erspähte sie sofort den roten Toyota, den Klein Steven erwähnt hatte. Vorsichtig ihre Umgebung abtastend ging sie langsam zum Fahrzeug. Die Anspannung ihres Körpers ließ ihr rechtes Bein schmerzen und steif werden, und sie hoffte aufrichtig das Carol recht hatte und sie nicht so weit fahren musste. Ihr Bein verkrampfte sich bereits. Als sie den Wagen erreichte sah sie sich wieder um. Sie hatte dieses unheimliche Gefühl, dass sie jemand beobachtete, aber sie konnte nichts außergewöhnliches sehen. Vielleicht war es nur ihre Fantasie. Vielleicht ließen der Stress und ihre Nervosität sie Dinge sehen, die es gar nicht gab. Was dagegen wirklich real war, war der dicke Klumpen in ihrem Magen. Egal wie tief und oft sie einatmete, er wollte nicht weggehen. Er verursachte ihr Übelkeit und hatte den Effekt, dass sich ihr ganzer Körper steif und kalt anfühlte. Sam wischte sich ihre klammen Hände an ihrer Hose ab, öffnete vorsichtig die Wagentür und lugte nach drinnen. Die Hitze, die sich durch die heiße Sommersonne im Innern des Wagens gebildet hatte, nahm ihr beinahe den Atem und sie trat schnell zurück. Sie beschloss die Scheiben runterzukurbeln, und nachdem sie damit fertig war beugte sie ihre große Gestalt hinunter und fühlte unter den Sitz. Ihre Hand umschloss das warme Metall eines Schlüsselbundes und ihr Gesicht nahm einen grimmigen Ausdruck an als sie erkannte, dass sie in den Wagen steigen und losfahren musste. Der Wagen war alt und wahrscheinlich nicht gut gepflegt. Sie brauchte drei Versuche, bevor der Motor endlich startete. "Ich hoffe dieser klapprige, alte Wagen bringt mich dahin, wo ich hin muss," brummte sie, während sie sich anschnallte. "Okay, lass uns das Handy herausholen." Sie öffnete das Handschuhfach, und holte das Handy heraus von dem Klein Steven erzählt hatte. Sie legte es auf den Beifahrersitz und stellte sicher, das es an war. Danach zog sie ihr eignes, winziges Handy aus ihrer Tasche, wobei sie darauf achtete, dass niemand es sehen konnte und wählte die Kurzwahl, die Carol Wong ihr gegeben hatte. Sie konnte hören wie sich die Verbindung aufbaute und fühlte sich plötzlich nicht mehr so allein. Das Telefon lag auf ihrem Schoss und sie setzte den Wagen in Bewegung. "Okay, ich fahre nun in Richtung Süden," sagte sie zu den unsichtbaren Zuschauern, von denen sie wusste, dass sie aufmerksam zuhörten. Sam konnte nur schwer etwas von der anderen Seite der Leitung hören, doch Carol Wong hatte ihr gesagt, dass sie die Verbindung auf die Lautsprecher legen würde, damit jeder mit Leichtigkeit alles verstehen konnte. Sam fuhr, mit immer noch hämmerndem Herzen, langsam in südliche Richtung und konzentrierte sich auf die vor ihr liegenden Stunden. Wo würden sie sie hinbringen? Würde sie Megan sehen? War ihre Freundin in Ordnung? Würden sie ihr Versprechen halten und sie gehen lassen, sobald Sam eintraf? Wie ging es Jody? Hörte sie auf der anderen Seite der Verbindung zu, oder war die Anspannung zu viel für sie? Als Sam an die Frau dachte, die seit der ersten Begegnung vor vielen Jahren, ihr Herz besessen hatte, breitete sich ein Lächeln über ihr Gesicht aus. Sie wusste, dass Jody da war. Keiner war fähig ihre rothaarige Geliebte vom Telefon fern zu halten. In diesem Moment was dies für sie eine Art Lebenslinie. Sam bog nach rechts auf die Schnellstrasse ab, doch noch immer gab es keine Anzeichen von den Entführern. Sie fuhr an einigen Autos vorbei, die am Straßenrand parkten und erkannte Trishia's Gesicht, worauf sie sich gleich besser fühlte. Sie war nicht allein. "Bin gerade an meinen Aufpassern vorbeigefahren," flachste sie, größtenteils um Jody wissen zu lassen, dass sie sich bemühte ihre Ohren steif zu halten. Um ehrlich zu sein fühlte sie sich nicht so wohl. Sam war in einer ziemlich beschützten Umgebung aufgewachsen, und war vorher noch nie mit einer gewalttätigen Situation konfrontiert worden. Sie konnte sich verteidigen und war froh, dass ihre Eltern sie darin unterstützt hatten, in eine der örtlichen Kampfsportschulen zu gehen. Es hatte ihr nicht nur geholfen ihr eigenes Gleichgewicht zu finden, außerdem hatte es ihre körperliche Stärke aufgebaut. Eine Fähigkeit auf die sich bald verlassen musste. Als Sam ungefähr drei Kilometer die Schnellstrasse entlanggefahren war, klingelte das andere Handy. Ihr ganzer Körper zuckte bei dem Ton zusammen, und sie spürte wie plötzlich Adrenalin durch ihren Körper strömte. Schnell hob sie es hoch. Jahrelange Erfahrung in Sitzungssälen hatten sie gelehrt, dass Angriff oft die beste Verteidigung war. "Ja? Freut mich, dass du endlich die Zeit gefunden hast mich anzurufen," sagte sie sarkastisch. "Ich habe mich langsam gefragt, ob du kalte Füße bekommen hast." Auf der anderen Seite herrschte Stille und kurz danach folgte ein Fluch. "Behalte deine verdammten Weisheiten bei dir, du Miststück!" Tobte klein Steven. "Und mach was ich sage." "Aber sicher, Klein Steven," spottete sie, und erwähnte den Namen, damit die Polizei wusste mit wem sie sprach. "Du bist der Boss." Im Augenblick. "Wo bist du jetzt?" Sehr gut! Er weiss es nicht. Das bedeutet, dass keiner seiner idiotischen Freunde mir folgt. "Wo ich bin? Lass mal sehen. Ich bin gerade an einem deutschen Restaurant vorbeigefahren und so wie es aussieht, fahre ich auf einem Golfplatz zu." "Wenn du am Golfplatz vorbei bist, bieg nach der dritten Strasse rechts ab. Folge dem Weg bis zum Ende und warte dort auf weitere Instruktionen." Sam wiederholte seine Anweisung und hörte wie er die Verbindung trennte. Sie verschob sich leicht in ihrem Sitz, um eine etwas bequemere Position einzunehmen, da die Wade ihres rechten Beines anfing sich zu verkrampfen. "Okay mein Publikum, ihr habt es gehört. Ich fahre am Golfplatz vorbei und biege an der dritten Strasse nach rechts ab. Sieht so aus, als ob er mich in die Hügel schickt. Ich glaube nicht, dass ich von ihnen verfolgt werde, aber ich will kein Risiko eingehen, also werde ich euch auf meinem Schoss liegen lassen," blödelte sie.
Zurück in dem Büro des Polizeireviers hielten zwei Polizeibeamte ständigen Kontakt mit Trishia und Peter, während sich die anderen um den Lautsprecher auf Trishia's Schreibtisch versammelt hatten, und aufmerksam der Stimme zuhörten, die gelassen klang, und sogar den Nerv hatte ab und zu einen Scherz zu machen. "Peter, sie nimmt nach dem Golfplatz die dritte Strasse nach rechts," informierte Shaun Dickson seinen Kollegen. "Das müsste die... Mudgeeraba Road sein." "Was gibt es dort oben?" Fragte Sarah mit angespannter Stimme Carol Wong. "Hauptsächlich Buschland und Bananenplantagen," erklärte Carol. Nicht stark bevölkert. Gute Gegend um sich zu verbergen. "Wird es dann nicht auffallen, wenn sie dort Trishia und Peter sehen?" Fragte Lucy, die sich über die Polizistin mehr Sorgen machte als sie selbst zugeben wollte. "Eventuell," entgegnete Carol Wong. "Aber zuerst müssen sie sie bemerken, oder? Machen sie sich keine Sorgen, sie werden genügend Abstand halten. Sie sind keine Anfänger. Aber es scheint mir so, das diese Entführung eine Torschlusspanik-Aktion war. Wenn, ich wiederhole, wenn sie in diesen Hügeln einen Unterschlupf haben, dann können sie uns auf keinen Fall entkommen. Es gibt dort nur wenige Strassen. Wir können sie leicht entdecken." "Aber dieser Steven ist gewalttätig," entgegnete Sarah leise. "Er hat bereits zwei Polizisten getötet." "Und sie haben Sam und Megan in ihrer Gewalt," fügte Jody hinzu und erfasste Sarah's Hand. "Dem stimme ich zu," bestätigte Carol Wong. "Aber zu wissen wo sie sind, wird uns einen enormen Vorteil verschaffen." "Ich wünschte, ich hätte ihr Vertrauen," seufzte Jody mit trüben und traurigen Augen. Carol Wong legte tröstend eine Hand auf Jody's Schulter und drückte sie liebevoll. "Ihre Sam ist ein schlauer Fuchs. Ich habe vollstes Vertrauen in sie, und ich muss zugeben, dass ich das nicht von vielen Leuten sagen kann." "Okay, ich biege nun nach rechts ab," erklang unversehens Sam's Stimme durch den Lautsprecher. "Hoppla! Scheußliche Strasse. Ich hoffe, dieser Wagen bricht nicht in zwei Hälften! Es gibt eine Menge Löcher hier. Haltet ihr Aussies eure Strassen nicht instand? Es ist eine Schande!" Die letzte Bemerkung ließ jeden lächeln, und schweigend dankte Carol Wong der Holländerin für ihre positive Einstellung. Indem sie ihren Mut nicht verlor, half sie den anderen ein bisschen mehr Vertrauen zu haben. Aber sie kannte den wichtigsten Grund für Sam's lustige Bemerkungen. Es war die Frau neben ihr. Die den Lautsprecher so aufmerksam anschaute, das es einem ans Herz ging. Sie sog jedes Wort und jeden Ton von ihrer Geliebten in sich auf. "Eine Menge Bäume... und Bäume... und, hey Bananen. Zu meiner linken ist eine Bananeplantage. Ich vermute das ich nun die Hälfte des Weges geschafft habe. Es ist heiß hier drin. Ich kann es nicht erwarten eine lange, kalte Dusche zu nehmen." "Zweifellos mit rothaariger Gesellschaft," bemerkte Lucy kichernd, enttäuscht darüber, dass Sam es nicht hören konnte. Fiona stieß ihr kurzerhand in die Rippen und Lucy rieb mit scheinbar entrüstetem Gesicht die getroffene Stelle. "Kommt schon Mädchen, Sam versucht die Stimmung zu heben. Okay? Ich wette, dass sie lachen würde, wenn sie es gehört hätte." "Du hast wahrscheinlich recht," lächelte Jody. "Und hey, ich freue mich auch auf diese Dusche." "Okay Leute. Ich bin auf dem Hügel und warte auf weitere Anweisungen. Zu meiner Linken ist eine Bananenplantage, zu der eine Strasse führt. Auf der Rechten ist ein steiler Hang mit Bäumen, Bäumen und Bäumen. Aber in der Entfernung kann ich den Pazifik sehen. Nette Aussicht. Für den Fall, dass jemand in der Nähe ist bin ich jetzt besser still." Im Lautsprecher konnten sie hören, wie das Telefon wieder klingelte und Sam's fröhliches "Angsthase?" Carol Wong wusste, dass sie das nur machte um Klein Steven auf die Palme zu bringen und sie hoffte aufrichtig, dass der Schuss nicht nach hinten losgehen würde. Aber wie sie schon vorher bemerkt hatte, war Sam schlau. Sie wusste, dass klein Steven und seine Kumpane sie unbedingt für ihr Vorhaben brauchten. Sie benutzte dieses Wissen. Sam wusste eine Menge über Verhandlungsstrategien. "Oh Mann, danke Kumpel," sagte Sam, bevor Klein Steve etwas sagen konnte. "Du hast mich den malerischen Weg nehmen lassen und es ist wirklich schön." "Was ist los? Nun ja, du brauchst ja nicht gleich grob zu werden! ...Okay, dieser kleine Pfad auf der Linken? Das kann ich machen... ich vermute, dass ich dass auch kann." "Nun Leute, ich werde jetzt den Wagen verlassen," erklang Sam's gelassene Stimme. "Er will, dass ich aussteige, den Wagen den Hang hinunterstoße und den Pfad hinaufgehe. Sie hören sich wie Amateure an! Tut mir leid, aber ich kann das Handy nicht mitnehmen. Es wäre zu riskant. Sie würden es sofort finden. Sagt meinen Aufpassern, sie sollen bei der Verfolgung vorsichtig sein. Man hat keine gute Weitsicht und ich will nicht, dass sie auf böse Überraschungen stoßen. Okay? Ich trenne jetzt besser die Verbindung...." Sie konnten hören wie Sam mehrere Male tief einatmete. "Sarah? Ich werde Megan heil nach Hause bringen. Jody? Ich liebe dich, mein Schatz. Mit meinem ganzen Herzen. Wir sehen uns bald wieder. Und wenn du daran interessiert bist, könnten wir die Dusche gemeinsam nehmen," fügte sie leicht humorvoll hinzu. Nach diesen Worten wurde die Leitung unterbrochen und es war nur noch ein leiser Summton zu hören.
Sam stieg vorsichtig aus dem Wagen. Es war eine relativ kurze Fahrt gewesen, doch ihr Bein schmerzte und die Aussicht auf einen kleinen Spaziergang schien im Augenblick gar nicht so schlecht zu sein. Sie sah auf die Strasse hinunter und versuchte den Wagen zu entdecken der sie verfolgte, aber sie konnte nichts sehen. "Ich nehme an, dass dies eine gute Sache ist," murmelte sie nicht gerade überzeugt. Sam streckte sich, um etwas von der angestauten Spannung loszuwerden und ging dann langsam um den Wagen herum. "Ich soll dich den Hang hinunterstoßen, wie?" Grübelte sie. "Nun, weißt du was, Wagen. Ich denke das nicht, das wäre Umweltverschmutzung. Ich denke, dass ich dich einfach irgendwo in diesen Büschen verstecken werde, und wenn sie es entdecken, dann werde ich mir eine brillante Ausrede einfallen lassen." Schnell legte sie den Gang in den Leerlauf und fing an, ihn in eine kleine Lichtung zwischen den Büschen zu schieben. Als sie fertig war betrachtete sie kritisch ihre Arbeit. "Nicht so Übel, glaube ich zumindest," murmelte sie. "Ich kann noch etwas Rotes sehen, aber der größte Teil ist versteckt." Die Aufgabe war recht anstrengend gewesen, und sie konnte die Feuchtigkeit auf ihrer Stirn und die Schweißtropfen auf ihrem Rücken fühlen. Sie fühlte sich schmutzig und verklebt, und irgendwie hob das in keiner Weise die Stimmung in der sie sich befand. "Okay Abschaum. Ich komme."
"Trish, kannst du den Wagen sehen?" Fragte Peter zum dritten Mal, während seine Augen nervös die Strasse vor ihnen abtastete. "Nein Pete," antwortete Trishia geduldig. "Ich werd's dir sagen, wenn dem so ist. Okay? Fahr einfach weiter." Sehr langsam fahrend, um falls nötig, jederzeit aufs Gas treten zu können, lenkte er den Wagen um die nächste Kurve. Der Anblick seiner zwei Kollegen, der in sein Gedächtnis eingebrannt war, schoss ihm durch den Kopf. Es ließ ihn wütend, jedoch auch ängstlich werden. Er hatte eine Frau und zwei Kinder und wollte nicht sterben. Nicht einfach so hingerichtet werden. "Das war schon ein ganz schön hektischer Tag heute, was?" Sagte er um seine Nerven zu beruhigen und etwas zu plaudern. "Oh ja, das stimmt," antwortete Trishia, während das Bild von einem Paar dunkelgrünen Augen in ihrem Verstand herumschwirrte. Peter warf einen Blick zu der Frau neben ihm und lächelte. Er war nun schon seit drei Wochen Trishia's Partner und sie hatten eine recht nette Arbeitsbeziehung aufgebaut. Er vertraute ihr, und er wusste das dies auf Gegenseitigkeit beruhte, was bei ihrer Arbeit sehr wichtig war. Nachdem er versucht hatte, sie mit einigen seiner Freunde bekannt zumachen, hatte er eines Abends festgestellt, dass sie sich nicht für sie interessierte. Trishia war einige Minuten still gewesen und gerade als Peter schon dachte, dass sie entweder wütend auf ihn war, weil er in ihr Privatleben eingedrungen war, oder sie die Frage ansich nicht beantworten wollte, hatte sie sich zu ihm gedreht und ihn angelächelt. Sie hatte zugeben, dass sie homosexuell war. Und ihn gefragt ob er ein Problem damit hatte? Peter, ein recht bodenständiger Mann, hatte seinen Kopf geschüttelt und zurückgelächelt. Nein, natürlich war es kein Problem für ihn. Er hatte gescherzt, dass es ihnen die Möglichkeit geben würde gemeinsam ein Auge auf Frauen zu werfen. Seit diesem Abend hatte sich ihre Arbeitsbeziehung, zur Freude beider, mehr zu einer Freundschaft verwandelt. "Was ist mit dem dunkelhaarigen Mädchen?" Fragte Peter, der das Grinsen auf seinem Gesicht nicht verbergen konnte. "Mit welchem?" Entgegnete Trishia unschuldig. "Lass mal sehen, ich glaube das es zumindest drei dunkelhaarige...." "Du weißt, welche ich meine," unterbrach sie Peter, nicht gewahr der Tatsache, dass, seitdem die Verbindung mit Sam beendet war, sie auf den Lautsprecher umgeleitet worden waren. "Oh, du meinst Lucy?" Antwortete Trishia ohne den sehnsüchtigen Ton in ihrer Stimme zu bemerken. "Genau, die meine ich." "Was ist mir ihr?" "Das frage ich dich, meine Freundin. Es schien da... zwischen euch beiden, etwas zu geben." "Das bildest du dir ein, Pete. Ich hab dir gesagt, du sollst nicht mehr das Four X trinken, es ist Gift. Trink einfach Foster's oder Wasser," lachte Trishia. "Ja sicher," schnaufte Peter. "Du kannst es so viel leugnen, wie du willst, Polizistin Waters, aber ich bin nicht blind." "Nur unwissend," stichelte Trishia. "Du bist jetzt besser still, Pete. Ich glaube, ich sehe den Wagen. Er ist in den Büschen versteckt."
Zurück im Büro kicherten einige Polizisten über die Unterunterhaltung ihrer beiden Kollegen, doch sie machten sofort ernste Gesichter als sie den durchdringenden Blick ihres Inspektors fühlten. Carol Wong sah zu Lucy, die, nachdem sie die Unterhaltung gehört hatte, übers ganze Gesicht errötete. Verdammt Peter! Du blöder Idiot! "Will jemand Kaffee?" Fragte sie, ohne Lucy dabei in die Augen zu sehen. "Ich werde welchen holen," bot sich Lucy an, froh darüber, dem prüfenden Blick ihrer jüngsten und dem überraschten Blick ihrer ältesten Schwester entfliehen zu können. "Ich werde dir helfen," bot Jody an, und erhob sich von ihrem Stuhl, auf dem sie die letzten dreißig Minuten gesessen hatte. Zusammen gingen sie in die Richtung, wo sich laut Carol Wong die Küche befinden sollte. Sobald sie im Flur waren, legte Jody ihre Hand auf Lucy's Arm und drehte sie zu sich herum. "Bist du okay?" Fragte sie besorgt. "Komisch, ich sollte dir diese Frage stellen," entgegnete Lucy. Jody lächelte und umarmte schnell ihre Schwester. "Ich bin okay, sobald Sam zurück ist," seufzte sie. "Aber... Lucy... ist... ich meine... macht dir diese Unterhaltung etwas aus? Ich meine..." Lucy starrte auf die blinkenden Lichter eines Automaten, und vermied dabei in die Augen ihrer Schwester zu sehen. "Ich... ich weiss es nicht," gab sie schließlich zu. "Hör zu Schwesterherz, das hier ist ein sehr unpassender Ort, um über eine derartige Sache zu reden. Okay? Ich meine... Gott! Ja, immer wenn sie mich ansieht, dann geschieht etwas in mir. Ich versteh es auch nicht. Vielleicht ist es die ganze Situation heute. Weißt du, man sagt, dass sich in gefährlichen Situationen die seltsamsten Beziehungen entwickeln können. Sieh dir diesen Film Speed an. Sie waren in der Fortsetzung nicht mehr zusammen, oder?" Trotz der Situation musste Jody über diese Bemerkung lachen. Sie nahm Lucy's Hand und zog sie zur Küche. "Es ist für mich nur eine Überraschung, Lucy," gab sie zu. "Ich meine die Tatsache, dass du offensichtlich von einer Frau gefesselt bist. Das ist alles." "Hey," wandte Lucy mit vorgetäuschter Entrüstung ein. "Hast du dir diese Frau mal angesehen? Ich meine, wirklich angesehen?" "Nein, tut mir leid. Ich habe nur Augen für Sam," antwortete Jody, deren Augen plötzlich voller Schmerz und Angst waren. "Komm her, Schwesterherz," flüsterte Lucy und zog ihre Schwester in eine kräftige Umarmung. "Es wird alles gut gehen. Okay? Warts einfach ab. Bevor du es weißt, sind sie alle wieder hier; Sam, Megan... Trishia. Und wenn sie wieder zurück sind, geht das Abendessen auf mich. Okay?" "Ich werde dich beim Wort nehmen," schniefte Jody. "Bitte, mach das," erwiderte Lucy. "Mach das, bitte."
Während die Sonne ohne Mitleid ihren Kopf versengte, versuchte Sam nicht daran zu denken wie durstig sie war. Der Weg war länger als sie vermutet hatte, und anstatt eine gute Übung zu sein, hatte sich der Lauf als schwierig und schmerzhaft bewiesen. Der Pfad war uneben und Sam musste wirklich aufpassen wo sie hintrat. Sie war unglücklicherweise in mehrere Löcher getreten, wodurch ihr überanstrengtes Bein anfing höllisch zu schmerzen. Humpelnd versuchte sie den Schmerz, die Hitze und den Durst zu vergessen. Und schlug unaufhörlich nach den lästigen Fliegen, die überall zu sein schienen. Schließlich, nach einer Strecke die ihr wie ein Marathon vorkam, jedoch nicht mehr als fünfhundert Meter waren, rief plötzlich eine schroffe Stimme zu ihr. "Bleib wo du bist! Legt deine Hände ans Genick und spreiz deine Beine." "Das hätte ich sagen sollen," murmelte sie mit dem Wissen, dass es besser war zu gehorchen. "Hast du irgendwelche Vorrichtungen bei dir?" "Definiere Vorrichtungen," erwiderte Sam scharf. "Ich habe eine Stahlplatte in meinem Bein. Zählt das auch?" "Du weißt was ich meine, irgendwelche Wanzen? Aufspürvorrichtungen?" "Die einzige Aufspürvorrichtung sind meine Sportschuhe," schnaufte Sam, während sie auf ihre bequemen New Balance Schuhe zeigte. Plötzlich bekam sie einen Stoss von Hinten und hätte beinahe ihr Gleichgewicht verloren. "Hör auf den Klugscheißer zu spielen," grollte Klein Steven. "Du bist nicht in der Position um witzig zu sein." "Entschuldigung. Es ist vermutlich ein Geburtsfehler," antwortete Sam, der völlig klar war, dass sie den großen Mann noch wütender machte und genoss jede Sekunde davon. "Weißt du wie wir Holländer sind. Wir sind sehr überheblich." Ein weiter Stoss. "Lauf weiter. Und tu dir selbst einen Gefallen, halt deine Klappe!" Sam wurde durch einen kaum sichtbaren Pfad geführt, und stand plötzlich mitten in einer Bananenplantage vor einem Schuppen. "Willkommen in unserem Hotel," grinste Klein Steven und stieß sie durch die Tür in den Schuppen. Sam stolperte und wäre gestürzt, wenn sie nicht ein Paar starke Hände ergriffen hätten. Sie sah in ein Gesicht, dass sie nur von Fotos kannte. "Jensen," keuchte sie. "Nett sie persönlich kennenzulernen. Also, wo ist Megan?" "Ich bin hier, Sam," erklang die verzweifelte Stimme ihrer Freundin. Sam drehte sich um, und während sich ihre Augen bemühten, an die Dunkelheit im Innern zu gewöhnen, konnte sie das tränenverschmierte Gesicht ihrer Freundin erkennen. Zwei lange Schritte brachten sie zum Bett in der Ecke, und während sie sich niederkniete nahm sie Megan in eine überwältigende Umarmung. "Bist du okay? Haben sie dich verletzt?" "Nein, das haben sie nicht," antwortete Megan mit zitternder Stimme. "Aber ich habe Angst, Sam. Wie geht's Sarah? Sie sagten, dass das Haus niedergebrannt ist und..." "Das stimmt nicht," unterbrach sie Sam schnell. "Sarah geht's gut, Meg. Allen geht's gut." "Gott sei Dank." "Halt nur noch ein bisschen länger durch, okay? Ich werde dich hier raus holen." Sam stellte sich wieder auf ihre Füße, drehte sich langsam um, und starrte die drei Männer neben der Tür eiskalt an. "Nun, meine Herrn. Wie kann ich ihnen helfen?"
"Sieht so aus, als ob sie diesen kleinen Pfad hinaufgegangen ist, Inspektor," sagte Trishia Waters ins Telefon, während sie den Pfad, der direkt durch die Bananenbäume führte, aufs genaueste untersuchte. "Hier sind ein paar frische Spuren." "Wie willst du das wissen?" Fragte Peter, der auf die Spuren sah, auf die Trishia starrte. "Dieser Boden ist so trocken, dass ein LKW darüber fahren könnte, ohne Spuren zu hinterlassen." "Siehst du diese Grashalme? Es ist erst kürzlich auf sie getreten worden. Sie sind noch immer ein wenig feucht. Die Sonne wird sie in weniger als einer Stunde trocknen. Sie ist mit Sicherheit hier entlanggegangen," erklärte Trishia geduldig. "Mein Gott Frau, woher weißt du das alles?" Seufzte Peter mit funkelnden Augen. "Und sag mir nicht, das du früher eine Pfadfinderin warst!" "Das war ich," konterte Trishia. "Aber ich bin in Darwin aufgewachsen und verbrachte eine Menge Zeit mit meinem besten Freund, einem Aboriginal. Sein Großvater lehrte uns wie man Spuren liest." "Inspektor? Möchten sie, das wir Miss Stevens folgen?" "Ja, macht das," erschallte Carol Wong's Stimme in Trishia's Ohr. "Aber bleibt in Deckung, zumindest bis wir genau wissen, was dort vorgeht. Verstärkung ist auf dem Weg, und Trishia? Benehmt euch um Gottes Willen nicht wie Helden. Wir haben es hier mit Polizistenmördern zu tun." "Wir werden vorsichtig sein," versprach Trishia. "Macht euch keine Sorgen." Trishia steckte das Telefon in ihre Tasche und sah zu ihrem Partner. "Auf geht's, Pete. Lass uns diese Irren fassen."
Joe Michaels blickte zu der, direkt vor ihm stehenden, großen Frau. Der stahlblaue Blick war leicht entnervend. Seine Schultern gerade ziehend, versuchte er zumindest genauso groß auszusehen wie sie, und war entschlossen sie diesen psychologischen Krieg, den sie angefangen hatte, nicht gewinnen zu lassen. "Sie benehmen sich besser, Stevens," grollte er. "Sie sind hier nicht diejenige, die das Sagen oder die Waffe hat." "Da wir gerade über Waffen reden," begann Sam, deren Wut beinahe sichtbar durch ihre große Gestalt strömte. "Du hast es wirklich vermasselt, als du dich entschlossen hast diese Cops zu töten. Dein Hintern ist Toast!" Joe Michaels sah mit zusammengekniffenen Augen zu Sam. Sein Gesicht war rot und große Schweißtropfen hatten sich auf seiner Stirn gebildet. "Über was zum Teufel sprichst du da?" Fragte er, gar nicht erfreut darüber, wie seine Geisel es fertigbrachte die Lage zu kontrollieren. Sie ließ ihn wie einen Amateur aussehen. "Von diesen zwei Polizisten auf der Strasse zu Megan's Haus, denen in den Hinterkopf geschossen wurde," spie Sam. "Tu nicht so, als ob du nichts damit zu tun hättest, du Mister Ich-will-ein-großer-Verbrecher-sein, aber-alles-was-ich-mache-geht-daneben." "Du lügst!" Zischte Joe Michaels, der sah wie William Jensen aufsprang und Sam schockiert ansah. Er wandte sich zu Klein Steven, und als er den Blick auf seinem Gesicht sah, spürte er wie sein Körper erstarrte. "Warum?" Presste er hervor. "Steve!?" Klein Steven zuckte mit seinen Schultern und warf seinem Boss einen Blick zu, wobei es einem eiskalt den Rücken runter lief. "Sie waren im Weg," erklärte er so beiläufig, als ob er nicht über Menschenleben sprach. "Sie waren Cops! Du zu nichts zugebrauchender verdammter Idiot!" Klein Steven machte eine Faust und ein Schritt auf seinen Boss zu. Die Adern an seiner Stirn traten hervor, und jeder konnte den Zorn in seinen Augen sehen. "Du wolltest, dass ich die schmutzige Arbeit für dich erledige. Und das hab ich gemacht. Ich verfolge dieses Miststück nun schon wochenlang. Du wolltest sie. Du hast sie bekommen! Fang jetzt nicht damit an, dich zu beklagen! Und ich musste alles selber machen. Mit diesem kleinen Wiesel das du mir aufgehalst hast, konnte man nichts anfangen. Ich hätte ihn erledigen sollen, als ich die Möglichkeit dazu hatte. Wir stecken da zusammen drin, Joe! Du bist der Boss, du hast das Sagen. Deine Hände sind genauso schmutzig wie meine." Nachdem Sam den Tod der zwei Polizisten erwähnt hatte, drehte sich William Jensen der Magen um, und er fragte sich, wie er nur so blöde sein konnte sich mit Joe Michaels einzulassen. Er hätte Hilfe suchen sollen, als er die Möglichkeit dazu hatte. Er hätte nicht versuchen sollen alles alleine zu lösen. Er hätte sich mit seinem Chef, Richard Stevens in Verbindung setzen, und ihm die Fehler die er gemacht hatte erklären sollen. Er hätte eine Vereinbarung treffen sollen, wie er das Geld, das er von der Firma genommen hatte, um seine Spielschulden zu zahlen, zurückzahlen konnte. Doch nun war es zu spät dafür. Es gab keinen Weg zurück. Diebstahl, Brandstiftung, Entführung und nun Mord. William Jensen sah von den zwei Männern, die immer noch stritten, zu Sam, die neben Megan stand und als schweigenden Trost ihre Hand auf die Schulter der kleineren Frau gelegt hatte. Sam fing seinen Blick und hob eine Augenbraue. Sie sah, dass der ehemalige Manager vom The Reef etwas vorhatte und sie hoffte, dass er nicht irgendetwas dummes tat, was sie alle das Leben kosten konnte. Sam drückte die Schulter unter ihrer Hand und verlagerte ihren Körper so, dass er zwischen ihrer Freundin und den noch immer streitenden Männern war. Aus dem Augenwinkel versuchte sie zu sehen was William Jensen vorhatte, während sie sich gleichzeitig auf Joe Michaels und Klein Steven konzentrierte, und sich verzweifelt wünschte näher an der Tür zu sein. Plötzlich sah sie zu ihrer Rechten eine Bewegung. William Jensen war zu der einzigen Tür gegangen und riss sie auf. Ohne zurückzusehen stürmte er nach draußen und fing an zu rennen. Er kam nicht weit. Mit zwei langen Schritten war Klein Steven vor dem Schuppen. Sam sah wie er seine Waffe hob und der Schrei, der ihre Lippen verließ, war im Gegensatz zu den zwei Schüssen, kaum zu hören. Mit Grauen sah Sam, wie William Jensen mit dem Gesicht nach unten auf den Boden fiel. Einige Sekunden lang zuckten noch seine Beine und dann lag er still da. Totenstill. Mit einem eiskalten Gesichtsausdruck drehte sich Joe Michaels zu Sam, die immer noch auf den bewegungslosen Körper William Jensen's starrte. "Ich will, das du folgendes machst," sagte er mit leicht zitternder Stimme. "Du wirst deine Familie anrufen und ihnen sagen, dass sie eine Million Australische Dollar zahlen sollen. Sofort. Wenn das Geld nicht bis morgen Abend hier ist, wirst du über die höchste Klippe geworfen, die ich finden kann. Hast du verstanden?" Sam schluckte und zog langsam ihren Blick von dem Mann vor der Tür. Sie konnte sehen wie sich das Blut mit dem Staub auf dem Boden vermischte und dieser Anblick ließ ihr leicht Übel werden. "Du hast dich äußerst klar ausgedrückt," antwortete sie, bemüht nicht ihre Angst zu zeigen. "Aber wie kann ich mit meiner Familie Kontakt aufnehmen? Ich sehe hier kein Telefon oder Computer. Außerdem habt ihr gesagt, dass ihr Megan gehen lassen würdet. Also, werde ich erst anrufen, oder was auch immer, wenn meine Freundin frei ist." "Die Pläne haben sich geändert," erwiderte Joe Michaels mit kalten, wütenden Augen. "Sie bleibt hier." Sam spürte wie Zorn in ihr aufstieg und sah den Mann vor sich drohend an. Ihre Augen waren kalte Eissplitter und unbewusst trat Joe Michaels einen Schritt zurück. "Ich glaube, ich habe soeben meine Pläne auch geändert," grollte sie. "Kein Anruf, kein Geld. Und ihr wisst das ihr Geld braucht um von hier abzuhauen, oder nicht? Ich denke, dass die Polizei die Verfolgung von Polizistenmördern nicht aufgeben wird. Sie werden eure traurigen Hintern jagen und sicherstellen, dass ihr für den Rest eueres Lebens, mit einigen Grizzly's als Spielgefährten hinter Gittern verbringen werdet. Und wisst ihr was? Ich hoffe wirklich, dass ihr sehr lange lebt." "Lass mich etwas Verstand in sie prügeln, Joe," murmelte Klein Steven als er wieder hereinkam. "Nein, Steve. Mach das nicht. Ich habe andere Pläne. Diese Aktion ist vom ersten Augenblick schief gelaufen und im Augenblick ist es ein völliges Chaos. Aber ich lass sie nicht gewinnen, sie hat mir das Leben in letzter Zeit äußerst schwer gemacht. Hol den Wagen und setz sie rein. Wir suchen eine Stelle wo wir ihre Leichen abladen können, und sie keiner finden wird. Dann verlassen wir wie der Teufel dieses Land. Ich hab einige Freunde in Indonesien, dort können wir bleiben, bis sich alles gelegt hat." "Willst du, das ich sie hier erledige?" Fragte klein Steven beiläufig. "Nein, wir lassen es nach einem Unfall aussehen." Sam hörte ein Schluchzen hinter sich und als sie sich umdrehte sah sie, wie Megan sie mit angsterfüllten Augen ansah. Ohne ein Wort zu sagen kniete sich Sam hin und zog die erschrockene Frau in ihre Arme. Ihr Verstand arbeitete krampfhaft an einer Lösung und sie wusste, dass ihnen die Zeit davonlief. Sie musste etwas tun und zwar schnell. Sie wusste, dass Trishia und Peter irgendwo in der Gegend waren. Dass, und die Tatsache, das sie ihrer Geliebten versprochen hatte zurückzukommen, ließ ihr rasendes Herz ruhiger werden und plötzlich konnte sie klar denken. "Megan, sobald ich sage lauf, rennst du los," flüsterte sie in ein wohlgeformtes Ohr. "Sieh dich nicht um, und mach dir keine Sorgen um mich, lauf einfach. Nimm nicht den Pfad, renn zu den Bananenbäumen. Versuch dich zu verstecken und geh den Hügel hinab. Lauf zur Strasse, dort unten sind Polizisten." "Auf geht's," hörte sie Joe Michaels sagen, während Klein Steven ihren Arm ergriff und sie auf die Füße zog. Sam sah zu Megan und deren Gesichtsausdruck sagte ihr, dass sie ihre Instruktionen verstanden hatte. Das war der leichte Teil. Nun muss wir was einfallen. Verdammt! Halte deine Augen offen Stevens, und sobald du eine Chance siehst, dann ergreif sie. Klein Steven schob Sam aus der Tür zur Rückseite des Schuppens, wo ein Landrover parkte. Joe Michaels und Megan gingen direkt hinter ihr. Als die Wagentür offen war und sie hineingeschoben wurde, sah Sam wie Klein Steven sich zu seinem Boss umdrehte. Das ist meine Chance! Sam ergriff den Türgriff und mit einer Stärke, von der sie nicht wusste, dass sie sie besaß, knallte sie die Tür in Klein Steven's Körper, das dieser vor Schmerzen zusammenklappte. Der überraschende Angriff lockerte Joe Michaels Griff an Megan's Arm und als diese hörte wie Sam schrie lauf, riss sie sich los und sprintete zu den Bananenbäumen. Sam war aus dem Wagen gesprungen und knallte die Tür gegen Klein Steven's Kopf, der gerade versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Er fiel zurück und sie hörte ihn grunzen als er krachend auf den Boden aufschlug. Augenblicklich sprang Sam vor Joe Michaels, der sich immer noch von dem Schock erholte, und bevor er merkte was geschah, hatte sie ihn mit einem teuflischen Rundumtritt auf den Boden geschickt. Sie zuckte vor Schmerzen zusammen als ihr rechtes Bein mit seinem Kopf zusammentraf. Sofort rannte sie in die Richtung in die Megan verschwunden war. Und betete schweigend, dass Klein Steven noch ein wenig länger liegen bleiben würde, und verfluchte sich dafür, dass sie nicht seine Waffe mitgenommen hatte. Sam's lange Beine brachten sie in Rekordzeit zu den Bananenbäumen, und sie war erleichtert, als die großen Blätter ihre große Gestalt verhüllten. Okay, vielleicht haben wir noch eine Chance. Vergiss die Schmerzen, Sam. Lauf einfach weiter. Denk an Jody und die gemeinsame Dusche. Geh zu dem kleinen Wagen. Verdammt! Ich hätte Megan davon erzählen sollen. Sam rannte weiter nach unten, hielt ihre Ohren und Augen nach ihrer Freundin offen, und hoffte das Megan es bis zur Strasse schaffte.
"Inspektor? Wir haben zwei Schüsse gehört!" Erklang Pete's beunruhigte Stimme durch den Lautsprecher. "Sollen wir dem nachgehen?" "Verdammt!" Murmelte Carol Wong leise und sah wie Jody und Sarah blass wurden. "Geht näher heran, und sagt mir was ihr seht. Die Verstärkung sollte jede Minute da sein, sie kommen die Strasse hoch. Könnt ihr sie sehen?" "Nein Chefin, noch nicht. Aber wir können den Schuppen sehen. Da ist ein Wagen, ein Landrover. Zwei Männer. Ein Körper liegt auf dem Boden, Inspektor," informierte Peter sie mit angespannter Stimme. "Identität?" "Kann ich noch nicht erkennen. Ein Mann ist in den Wagen gesprungen, und hat sich davon gemacht. Der andere rannte in die Plantage. Es ist ein Mann auf dem Boden," erklang Peters Stimme erleichtert. "Die Schuppentür steht offen, und ich nehme an das niemand drin ist. Ich vermute, dass die Mädchen davongelaufen sind, Inspektor." "Die Verstärkung ist darüber informiert worden. Sie werden den Landrover übernehmen. Geht hinter dem her, der zu Fuß unterwegs ist. Lasst die Leitung offen." "Wir sind auf dem Weg, Inspektor." Jody hatte Sarah's Hand ergriffen und ihr wurde schlecht. Peter's Bericht war sehr eindeutig gewesen und wenn es auch keine Anzeichen von Sam und Megan gab, wusste sie, dass sie sich in Gefahr befanden. Obwohl ihr die Tatsache, dass sie anscheinend fliehen konnten etwas Hoffnung gab. Jody spürte einen Arm um ihre Schultern und wurde an Lucy's Körper gezogen. "Es wird alles gut gehen, Erbse." Flüsterte sie. "Ich bin sicher, dass sie heil das raus kommen." Jody nickte und wünschte, sie hätte das Vertrauen ihrer Schwester. "Bist du okay, Sez?" Fragte sie Sarah, die sichtbar zitterte. Ein Paar beunruhigte graue Augen sahen sie aus kurzer Entfernung an und Jody konnte den Schmerz und die Furcht darin sehen. "Sie werden in Ordnung sein," wiederholte sie Lucy's Worte, während sie versuchte den Knoten in ihrem Magen zu ignorieren.
Sam keuchte und konnte gerade noch einem Baumstumpf ausweichen, als sie ihr Gleichgewicht verlor und beinahe mit dem staubigen Boden des Hügels kollidiert wäre. Das unaufhörliche Hämmern in ihrem Bein wurde mit jedem Schritt schlimmer. Die Sonne versengte ihren ungeschützten Kopf und sie konnte spüren wie dicke Schweißtropfen an ihrem Gesicht herunterliefen, wobei das Salz in ihren Augen brannte und ihre Sicht trübte. Ungeduldig wischte sie über ihre Stirn und wünschte sich etwas Wasser für ihren Durst. Ihre Lippen waren aufgeplatzt und ihr Mund war trocken, wodurch sich ihre Zunge wie ein Stück trockenes Leder anfühlte. "Ich müsste bald da sein," flüsterte sie zu sich. "Ich muss Megan finden und zum Wagen gehen. Wo zum Teufel sind Trishia und Peter?" Sam entschied sich einige Sekunden stehen zubleiben, um die umgebenden Geräusche zu hören. In der Entfernung konnte sie hören, wie ein Wagen den Hügel heraufkam, und sie hoffte, das es ein Einsatzwagen der Polizei war. Allerdings versperrten ihr die Bananenbäume die Sicht und frustriert stellte sie fest, dass sie nicht in der Lage war, festzustellen, ob es Freund oder Feind war. Das Geräusch von raschelnden Blättern ließ Sam ihren Kopf anspannen, und sie hörte aufmerksam zu. Es kam von ihrer Rechten und es klang, als ob jemand genau wie sie, den Hügel hinunterrannte. Vorsichtig setzte Sam, dem Geräusch folgend, ihren Weg fort und hoffte es würde ihre Freundin sein, doch sie erkannte, dass es ebenso gut auch Klein Steven, oder Joe Michaels sein konnte. Nach einigen Minuten erkannten ihre Augen die schlanke Gestalt ihrer Freundin, und ein breites Lächeln überquerte ihr Gesicht. "Megan!" Flüsterte sie. Megan drehte sich schnell herum, und als sie Sam erkannte, rannte sie zu ihrer großen Freundin und warf sich in ihre Arme. "Oh Gott! Sam!" Schluchzte sie. "Ich bin so froh dich zu sehen. Ich hatte solche Angst! Wo sind sie?" "Ich weiss es nicht, Meg," flüsterte Sam zurück. "Ich hab sie niedergeschlagen, aber ich befürchte, dass sie uns auf jeden Fall verfolgen werden. Die gute Nachricht ist, dass sich in der Gegend einige Polizisten aufhalten, obwohl ich sie noch nicht gesehen habe. Aber solange ich nicht höre, wie eine freundliche Stimme meinen Namen ruft, werde ich mich im Verborgenen halten. Bist du okay?" "Jetzt bin ich es," antwortete Megan. "Ich hab's geschafft, Sam. Während sie auf dich gewartet haben, Sam, haben sie sich unterhalten und ich wusste, dass sie mich nie gehen lassen würden." "Ja, irgendwie hat es mich nicht überrascht," seufzte Sam. "Machen wir das wir den Hügel hinunterkommen, Megan. Ich habe hier in der Nähe einen Wagen versteckt. Vielleicht können wir mit ihm von hier verschwinden." "Darauf würde ich nicht zählen," erklang plötzlich ein Kichern hinter ihnen und Sam erstarrte. Ohne sich umzudrehen wusste sie wer es war. Sie schluckte schwer und befeuchtete ihre trockenen Lippen. "Wie geht's den Knien?" Fragte sie, drehte sich herum und zog Megan hinter ihren Rücken. Sie sah in das blutverschmierte Gesicht von Klein Steven, der sie mörderisch anblickte. Es war ein schauriger Anblick. Der große, stämmige Mann war voller Blut, das aus einer Schnittwunde an seiner Stirn tropfte. Sein Gesicht war schmutzig, seine Kleidung zerrissen und er sah aus wie ein Anblick aus einem Horrorfilm. "Weiter wirst du nicht kommen, Stevens. Ich hätte dich töten sollen, als ich die Chance dazu hatte." "Wo bleibt denn da der Spaß?" Antwortete Sam mit hämmerndem Herzen. "Ich dachte, dass ein Mensch wie du, die Herausforderung liebt." Sam hatte ihre Hände hinter ihrem Rücken, und mit der Hoffnung das sie sich in Sicherheit bringen konnte, schob sie Megan behutsam weiter von ihrem Körper weg. "Gib dir keine Mühe. Ich werde sie genau wie dich, wie einen Hund erschießen!" Eine Chance. Nur eine. Ich muss gleichzeitig seinen Arm ergreifen und zwischen seine Beine treten. Verdammt! Ich muss näher an ihn heran! "Ich dachte, du wärst mehr an meinem Geld interessiert," sagte Sam mit dem verzweifelten Versuch Zeit zu gewinnen. "Nicht mehr," grollte Klein Steven. "Ich will dich nur noch loswerden, Stevens." Klein Steven hob seine Hand mit der Pistole und zielte auf Sam's Brust. "Sprich dein Gebet, Käsekopf." Plötzlich geschahen die Dinge so schnell, das alles verschwamm. Sam schob Megan weg und schrie: Lauf während sie gleichzeitg auf Klein Steven sprang, als ein Schuss durch die Luft hallte. Sie stürzten zusammen auf den Boden und rollten einige Meter den Hügel hinunter, bis sie durch den Baumstumpf eines Bananenbaums gebremst wurden. "Seltsam. Es schmerzt noch nicht mal," dachte Sam als ihre Augen einer flaumigen, weißen Wolke am Himmel verfolgten. Sie fühlte wie etwas schweres auf ihre Beine drückte und als sie ihren Kopf hob, sah sie wie Klein Steven's bewegungslose Gestalt quer über ihren Beinen lag. Blut sickerte aus einem kleinen Loch in seinem Kopf und langsam begriff Sam was geschehen war. "Megan!" Schrie sie plötzlich von Panik ergriffen. "Sam," kam die geschluchzte Antwort und schlagartig kniete ihre Freundin neben ihr. "Bist du okay?" "Ja. Und du?" Sam zog sich von Klein Steven's Körper weg und versuchte langsam auf ihre Füße zu kommen. Ihr rechtes Bein protestierte und sie zuckte zusammen als ein schmerzhafter Krampf durch ihre Wade schoss. Schwerfällig setzte sie sich auf, und noch immer über die Tatsache erstaunt, dass sie noch lebte, sah sie sich um. Erst da bemerkte sie die zwei Polizisten in der Nähe. Peter kontrollierte Klein Steven's Puls und mit blassem Gesicht schüttelte er seinen Kopf. Sam sah wie Trishia schwer schluckte, während sie ihre Waffe ihrem Kollegen reichte. "Du hattest keine Wahl, Trish," sagte Peter leise und legte eine Hand auf ihre Schulter. "Er wollte Miss Stevens erschießen." "Da ist noch ein anderer Bursche hier in der Gegend," Informierte Megan die zwei Polizisten mit angespannter Stimme. "Machen sie sich um den keine Sorgen, Miss," lächelte Peter. "Er ist die Strasse hinunter gefasst worden und hat nun eine Menge zu erklären."
Carol Wong versuchte ihre Nerven zu kontrollieren. Nachdem sie den eindeutigen Ton eines Schusses gehört hatten, wurde es im ganzen Büro still. Alle Augen waren auf den Schreibtisch fixiert auf dem sich der Lautsprecher befand, der leise summende Geräusche von sich gab. Sie konnten vage Töne hören, aber es war schwer zu erkennen wer sprach und was gesprochen wurde. Einige Augenblicke vorher war die Nachricht eingetroffen, das einer der Verbrecher, Joe Michaels, verhaftet worden war und sofort zum Revier gebracht wurde. Jody war die einzige, die auf ihre nervös zuckenden Hände starrte. Ihr hämmerndes Herz machte es ihr schwer zu atmen. Ihre Handflächen waren feucht und ihr Mund war trocken. Es strömte nur ein Wort durch ihren Verstand: Sam. Sie musste ihre Augen nicht schließen, um sich an die hellblauen Augen ihrer Geliebten zu erinnern, die sie so voller Liebe und Leidenschaft anblickten und genauso oft anfunkelten, wenn ihr nach Streichen zumute war. Ich muss dieses Funkeln wieder sehen, Sam. Oh Gott. Wenn du mich hörst, dann beschütz bitte Sam für mich. Bitte schütze sie. Ich brauch sie so sehr. "Trishia. Peter," sagte Carol Wong zum dritten Mal ohne ihre Nervosität weiter verbergen zu können. "Würde bitte jemand von euch dieses verdammte Telefon nehmen und uns antworten!" Plötzlich erfüllte der Ton eines aufgenommenen Telefons den Raum, und eine Sekunde später konnte man Peter's Stimme hören. "Tut mir leid, Inspektor," entschuldigte er sich. "Wir hatten hier einen Vorfall, doch nun ist alles unter Kontrolle." "Was ist v... zum Teufel geschehen?" Zischte Carol Wong, sich noch rechtzeitig an ihre guten Manieren erinnernd. "Wir mussten auf diesen Burschen Klein Steven schießen, Inspektor. Es tut mir leid, aber wir hatten keine Wahl." "Wie schlimm ist es?" Fragte Carol Wong besorgt. "Ähm... er ist ziemlich tot, Inspektor. Aber alle anderen sind in Ordnung." "Bist du in Ordnung?" Fragte Carol Wong, die ihre Augen schloss und ein schweigendes Dankgebet zu jedem schickte der ihr auch immer zuhörte. "Trishia hat auf ihn geschossen, Boss. Er wollte Miss Stevens erschießen." Jody setzte sich plötzlich kerzengerade auf und blickte schockiert mit weit aufgerissenen, angsterfüllten Augen zu Carol Wong. "Ist Miss Stevens in Ordnung?" Fragte sie schnell. "Ja, das ist sie. Ein bisschen erschüttert, aber das ist verständlich. Ich werde hier alles erledigen und auf den Gerichtsmediziner warten. Wenn es recht ist Inspektor, werde ich Trishia mit den zwei Damen zurückschicken." "Das geht in Ordnung, Peter. Danke." "Nur keine Sorgen. Alles ist jetzt in Ordnung, Boss. Die Mädchen werden in einigen Minuten zurück sein. Ihr stellt besser etwas zum Trinken bereit, sie sehen durstig aus." Jody bemerkte nicht, das ihr Tränen an den Wangen herunterrollten, bis ihre Mutter sich vor sie kniete, sie zärtlich wegwischte und ihre Tochter in eine tröstende Umarmung nahm. "Es ist jetzt alles okay, Liebling," sagte sie liebevoll, als sie spürte wie der Körper ihrer Tochter zitterte. "Sie ist auf dem Weg hierher und Dank Gott, ist sie in Ordnung." "Oh Mom, ich hatte solche Angst," schniefte Jody. "Ich habe das Gefühl, als ob ich mich übergeben müsse." "Nicht auf mich, das lässt du sein," scherzte Joan McDonnell liebevoll, wodurch Jody durch ihre Tränen hindurch schmunzeln musste. "Danke für deine Unterstützung, Mom." "Dank mir nicht dafür, Liebes. Ich hab dich zu oft und zu lang hängen lassen. Ich hätte mich schon viel früher gegen deinen Vater auflehnen sollen. Es tut mir so leid, dass ich dazu nicht den Mut hatte." Jody legte ihre Hand auf die Schulter ihrer Mutter und seufzte zufrieden. Bald hatten sie alles Elend hinter sich, und Sam und sie konnten sich auf ihre gemeinsame Zukunft konzentrieren. Sich gegenseitig genießen und ihre Liebe zelebrieren. "Entschuldige dich nicht, Mom. Wir wissen beide was für ein Mensch Dad ist. Ich bin nur froh, dass du es geschafft hast für dich selbst zu denken."
Zwanzig Minuten später fuhr draußen ein Einsatzwagen vor und Fiona, die am Fenster Wache gestanden hatte sprang auf, rannte zur Tür und verschwand. "Ich vermute, dass sie zurück sind," grinste Lucy und warf einen Blick zu Jody und Sarah, die beide schon mal besser ausgesehen hatten. Ihre Augen waren vom Weinen rot und geschwollen, doch als der Wagen anhielt, zeigten beide ein gewaltiges Lächeln, das ihre Gesichter augenblicklich veränderte. Bevor Sam und Megan das Gebäude betreten konnten, wurde die Tür aufgerissen, und die schlanke Gestalt eines Teenagers warf sich in Sam's Arme und hielt sie so fest, als ob sie sie niemals wieder loslassen wollte. Sam hielt Fiona eng an sich gedrückt und spürte wie der Körper der Jungendlichen vor Schluchzen bebte. Tränen bildete sich in ihren Augen, als sie über das dunkle Haar strich und tröstende Worte zu ihr flüsterte. "Ssch. Fi, es ist okay," sagte sie mit vor Emotionen und Durst heiserer Stimme. "Ich bin jetzt wieder da, alles ist vorbei. Wir sind in Sicherheit." "Wir hörten durch den Lautsprecher die Schüsse, Sam," schniefte Fiona und wischte mit ihrem Handrücken die Tränen weg. "Wir waren so erschrocken! Ich dachte, dass..." "Ich verstehe," unterbrach Sam das junge Mädchen. "Und es tut mir leid das du das alles durchmachen musstest, aber nun ist es vorbei, Fi. Es ist alles vorbei. Komm schon, lass uns rein gehen. Ich möchte meinen Liebling sehen." Fiona lächelte durch ihre Tränen hindurch und ließ Sam los, drehte sich zu Megan und umarmte sie kurz. Sobald Sam und Megan ins Büro kamen, warfen sich zwei Frauen in ihre Arme, und hielten sie so fest, als ob ihr Leben davon abhängen würde. Als Sam Jody's Körper an ihrem spürte, fiel schließlich ihre Anspannung ab und sie ließ ihren Tränen freien Lauf. "Oh Gott, Liebling! Es ist vorbei. Es ist endlich vorbei. Ich... er... wollte mich erschießen, und..." "Es ist okay, mein Schatz," Jody spürte wie der große Körper zitterte und rieb ihre Hände kreisend über den Rücken ihrer Geliebten. "Du bist zurück, alles ist okay. Lass uns einen Stuhl holen, damit du dich hinsetzen kannst." Sofort wurde direkt hinter Sam ein Stuhl geschoben und zärtlich halft Jody ihr sich zu setzen. Sie wollte sich vor sie hinknien, doch Sam schlang ihre Arme um Jody's Taille, zog sie auf ihren Schoss und vergrub ihr Gesicht an ihrer Brust. Langsam begriff sie, dass die ganze Situation vorbei und vorüber war. Und sie waren unverletzt. Jetzt konnten sie alles hinter sich lassen und anfangen ein gemeinsames Leben zu planen. Carol Wong sah zu den zwei wiedervereinigten Paaren und erkannte, dass sie sich alle äußerst glücklich schätzen konnten, das die Sache so gut geendet hatte. Sie blickte zu Trishia, die auf der Kante eines Schreibtisches saß. Ihr Gesicht war blass, und in sich gekehrt starrte sie in die Ferne, ohne anscheinend die Dinge um sie herum wahrzunehmen. Sie hatte ihre Hände zu Fäusten geballt und ihr normalerweise gelassenes Äußeres war nun äußerst angespannt. Carol Wong wusste, dass es wegen der Schiesserei eine interne Untersuchung geben würde, aber sie wusste auch, das Trishia nichts zu befürchten hatte. Von den wenigen Bruchstücken die sie über das Geschehene mitbekommen hatte, wusste sie, dass die Polizistin nur getan hatte, was sie tun musste. Glücklicherweise war Trishia eine ausgezeichnete Schützin. Carol hatte mit Peter kurz am Telefon gesprochen, und er hatte ihr gesagt, dass Trishia nur einen Versuch hatte um Sam's Leben zu retten. Offensichtlich war Klein Steven gerade dabei den Abzug zu betätigen als Trishia ihn niedergeschossen hatte. Er war tot, noch bevor er auf den Boden aufschlug. Carol Wong erkannte seufzend, dass es da eine Menge Papiere gab, die auszufüllen waren, aber ein Blick zu den erschütterten Frauen im Büro sagte ihr, dass es für alle besser wäre, wenn sie sie für heute gehen ließ und am nächsten Tag einbestellte. Die Berichte konnten warten. Sie und ihre Mitarbeiter mussten mit dem Tod zweier Kollegen fertigwerden, und das war schon schwer genug. Carol Wong rieb sich über die Stirn und plötzlich spürte sie all die Verantwortung, die auf ihren Schultern ruhte. Eine Hand berührte ihren Arm und als sie aufsah blickte sie in Joan McDonnell's Gesicht. "Herzlichen Dank, Inspektor Wong," sagte Joan McDonnell. "Sie und ihre Männer... und Frauen," fügte sie lächelnd hinzu und sah zu Trishia. "Haben für uns heute sehr viel getan. Ich werde ihnen dafür ewig dankbar sein." "Danke, Mrs. McDonnell," erwiderte Carol Wong. "Ich kann nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin, dass ihre Freunde in Sicherheit sind." "Ich weiss, dass ihre Arbeit noch nicht erledigt ist. Da gibt es noch den ganzen Papierkram, und ich verstehe, dass ihre Abteilung mit diesen zwei... getöteten Männern, einen großen Verlust erlitt. Wir alle sind gerne bereit während der Untersuchung mitzuarbeiten, Inspektor. Ich spreche hier für uns alle." "Danke, Mrs. McDonnell. Ich weiss das zu schätzen." Lächelte Carol Wong. "Aber warum nehmen sie nicht ihre Freunde und Familie mit sich und gehen? Es sieht so aus, als ob sie alle etwas Ruhe gebrauchen könnten. Kommen sie morgen Mittag für den Papierkram wieder hierher, und sie werden keine Klagen von mir hören." "Ich werde sie zusammentrommeln," lächelte Joan McDonnell. Sie wollte sie gerade umdrehen, doch eine Hand auf ihrer Schulter hielt sie auf. "Rayn hat mir von dem Missbrauch erzählt. Es schmerzt mich immer zu sehen wie jemand derartiges erleben muss. Ich möchte das sie wissen, dass, falls sie sich jemals bedroht fühlen, uns anrufen können und wir werden sofort da sein. Sie sind eine mutige Frau, Mrs. McDonnell. Ich erkenne jetzt, woher ihre Töchter ihre Stärke haben." "Danke," flüsterte Joan McDonnell, durch Carol Wong's Worte tief berührt. Sie wandte sich ab, ging zu Jody und Sam und kniete sich neben ihren Stuhl. "Seid ihr zwei bereit hier zu verschwinden? Die Inspektorin sagte, dass der Papierkram bis morgen warten kann. Ich glaube, dass wir alle etwas Ruhe und ein gutes Essen vertragen könnten." "Und ich kenne auch schon den richtigen Ort dafür," lächelte Sam erschöpft. "Ich brauch ein Telefon." Sie musste nicht aufstehen, um an ein Telefon zu kommen, da Fiona, seit sie ihren Fuß in das Gebäude gesetzt hatte, sie wie ein Schatten verfolgte, und ihr augenblicklich den verlangten Gegenstand reichte. Trotz ihrer Trübsal musste Sam kichern. "Danke Fi! Okay, lass mal sehen..." Sam's lange Finger wählten schnell eine Nummer, und Jody die sie aufmerksam beobachte lächelte zufrieden. "Hier ist Samantha Stevens. Ist alles unter Kontrolle? Keine Probleme? Gut, ausgezeichnet Maria. Haben sie heute schon etwas von Brian gehört? Oh, das sind gute Neuigkeiten! Ich bin glücklich, das zu hören. Hören sie Maria. Ich brauche Zimmer und Essen für, warten sie mal... sieben Leute, einschließlich mich. Ich würde es wirklich schätzen, wenn sie jemanden den Geschäftsführerflügel herrichten lassen. Drei Zimmer reichen..." Sam sah in Lucy's Augen, und das Interesse darin sehend, weckte sofort die alte Sam. "Maria? Machen sie vier Zimmer bereit." Um ihr Gesicht zu verbergen wandte sich Lucy schnell ab, doch Sam hatte das Erröten gesehen und grinste schelmisch. "Okay Mädchen, lasst uns hier verschwinden," seufzte Jody, glücklich darüber gehen zu können, jedoch nur ungern ihren gemütlichen Platz aufgebend. Lucy ging als Letzte zur Tür hinaus. Sie sah zurück und zögerte. Ein Paar müde, grünblaue Augen sahen zu ihr und eiligst drehte sie sich um und ging ins Büro zurück. "Danke, dass sie Sam und Megan beschützt haben," sagte Lucy leise und legte ihre Hand auf einen muskulösen Arm. Trishia brachte ein Lächeln zustande und schüttelte langsam ihren Kopf. "Es ist ein Teil meiner Arbeit," entgegnete sie. "Sie haben ihre Leben gerettet. Das können wir niemals gutmachen." Trishia bedeckte die Hand auf ihrem Arm mit ihrer eigenen und drückte sie zärtlich. "Machen sie sich deswegen keine Sorgen." "Ist mit ihnen alles in Ordnung? Ich meine..." Lucy schluckte und spürte ihre Unsicherheit. "Gibt es... irgendetwas... womit sie fertigwerden müssen? Es muss schwierig sein, allein damit klarzukommen. Verstehen sie mich nicht falsch, aber..." "Ich bin allein," antwortete Trishia, während ihre Augen die unausgesprochene Frage in Lucy's Gesicht suchten. "Wenn sie später, nachdem sie hier fertig sind, herüberkommen möchten, dann sind sie herzlich willkommen." Sie sahen sich an, ihre Augen verschmolzen miteinander, und langsam breitete sich über beide Gesichter ein Lächeln aus. "Das würde ich sehr gerne. Danke." "Prima," antwortete Lucy, sichtbar erleichtert. "Dann seh ich sie später." "Mit Sicherheit," flüsterte Trishia.
Stunden später. Die gerade untergehende Sonne, hatte ihre Kraft verloren und färbte den Himmel in grelle Orangetöne. Der Pazifik zeigte seine nie endenden weißgekrönten Wellen, die an den Strand krachten und sich dann wieder, in einer ewigen, gewaltigen Bewegung langsam zurückzogen. Sam und Jody standen sich gegenseitig umarmend, auf dem Balkon eines der Geschäftsführerzimmer. Die Körper eng aneinander gepresst, genossen sie den herrlichen Anblick und schwelgten in der Gegenwart der anderen. "Wie geht es deinem Bein, Sam?" Fragte Jody träge und kuschelte sich noch enger an den warmen Körper ihrer Geliebten. "Nicht so übel," antwortet Sam genauso träge, wobei ihre Augen ständig auf den Ozean blickten, der sich vor ihnen ausbreitete. "Wie geht's deinem Gesicht, Süße?" "Nicht so übel," amte Jody sie nach, und kicherte als sie Sam brummen hörte. "Zähes Mädchen!" "Mmm... lass mal sehen." Damit sie ihre kleinere Begleiterin ansehen konnte, drehte sich Sam herum. Sie legte ihre Hand unter Jody's Kinn und hob ihr Gesicht an. "Vielleicht sollte ich versuchen es gesund zu küssen." Ohne eine Antwort abzuwarten beugte Sam ihren Kopf und drückte zärtlich ihre Lippen gegen die Schwellung an Jody's Gesichtshälfte. "Tut das weh?" Flüsterte sie gegen die verfärbte Haut. "Nein, gar nicht," keuchte Jody, deren ganzer Körper plötzlich prickelte. "Gut!" Sam's Lippen wanderten an einer seidenweichen Wange herunter, küssten Jody's Nase und landeten schließlich auf einem Paar weicher Lippen, die sofort auf die vertraute Liebkosung reagierten. Sam, ängstlich das Gesicht ihrer Geliebten zu verletzen, ging sehr zärtlich zu Werke, doch Jody war damit gar nicht einverstanden. Sie schlang ihre Arme um Sam's Genick und zog sie noch näher heran. Sie saugte an Sam's Unterlippe und brachte damit die große Frau dazu, leise zu stöhnen. Sinnlich um Sam's Zunge tanzend versuchte sie einzudringen, während ihre Hüften schlagartig anfingen ein Eigenleben zu entwickeln und sich gegen Sam's Schenkel rieben und presste sich noch enger gegen sie. Als sie sich zum Luft holen trennen mussten, drückte Sam ihre Stirn gegen Jody's und sah in ein Paar Augen, die sich vor Verlangen verdunkelten. "Jody, Liebling. Ich schmelze dahin," sagte sie heiser, während ihre Hände auf den Hüften ihrer Geliebten, damit anfingen das feste Fleisch darunter zu kneten. "Mach so weiter und ich werde augenblicklich explodieren," antwortete Jody. "Ich liebe dich Sam. Und ich will dir zeigen wie sehr." Sie zog Sam für einen weitern, leidenschaftlichen Kuss an sich, und während ihre erfahrenen Finger Sam's Baumwollbluse aufknöpften, knabberte sie sich einen Pfad an ihrem Schlüsselbein herunter. Ein kühler Luftzug berührte ihre Haut, als Jody's Hände den Stoff von ihren Schultern schoben. Ein Paar zärtliche Lippen hinterließen eine feuchte Spur, als sie zu den weichen Anschwellungen fester Brüste wanderten, und Sam's Atmung wurde flach und unregelmäßig. "Liebling," stöhnte sie, als sie fühlte wie ihre Knie weich wie Gelee wurden und anfingen nachzugeben. "Ich muss mich wirklich... bald hinlegen." Ein neckendes ziehen an einer ihrer Brustwarzen. "Sofort." Jody kicherte und zog ihre völlig erregte Partnerin zum riesigen Bett in der Mitte des Zimmers. Verspielt drückte sie Sam auf die feste Matratze und kletterte rittlings auf den großen Körper. Ihre ozeangrünen Augen waren vor Verlangen dunkel geworden und Sam bemerkte, dass Jody, trotz der dunklen Schwellung auf ihrer Gesichtshälfte niemals schöner ausgesehen hatte. "Also, wo war ich stehengeblieben?" Flüsterte Jody, und fuhr mit ihren Handflächen über Sam's bereits extrem erhitze Haut, glitt unter Sam's Rücken und öffnete geschickt den Spitzen-BH. Jody stöhnte vor Freude über den Zugang zu den festen, jedoch weichen Brüsten ihrer Geliebten. Sie legte ihre Hände auf beide Erhebungen, während sie mit ihren Daumen die bereits harten Brustwarzen reizte. Sam bäumte sich in die Berührung und bettelte schweigend nach mehr, doch Jody war unerbittlich. "Sag mir was du willst, Liebling," flüsterte sie und biss verspielt in ein weiches Ohrläppchen. "Ich... will... deinen Mund dort, wo... deine Finger... sind," keuchte Sam, die sich der ausbreitenden Wärme in ihrem Unterleib sehr bewusst war. Aus unmittelbarer Entfernung blickten ihre hellblauen Augen in ein Paar Grüne, welche die Farbe eines aufgewühlten Ozeans angenommen hatten. Für einen langen Moment starrten sie sich gegenseitig in die Augen. Plötzlich verzog sich die Haut um Jody's Augen, und ein gewaltiges Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. "Für dich tu ich alles, meine Liebe," flüsterte sie und blinzelte ein paar Glückstränen weg. Sie riss ihre Augen von Sam's los, und ohne ihre Geliebte anzusehen wusste sie, das Sam ihre Augen geschlossen hatte, als Jody's warme, feuchte Lippen eine ihrer Brustwarzen bedeckten. Das einzige Geräusch in dem Raum waren, die in der Entfernung an den Strand brechenden Wellen, ein leises Stöhnen und leise geflüsterte Worte. Zwei Körper, bedeckt mit Schweiß und den Effekten ihres Liebesspiels, bewegten sich in dem großen Bett gegeneinander. Völlig ineinander vertieft und die Umgebung um sie herum nicht wahrnehmend, zelebrierten sie ihr Leben und ihre Liebe füreinander. Stunden später, waren Sam und Jody müde, jedoch glücklich und befriedigt nach unzähligen Sitzungen ihres Liebesspiels, auf dem Balkon zurück. Wieder hatten sie ihre Arme umeinandergeschlungen und eine Flasche gekühlten Weißweins stand auf dem Tisch. Jody hatte sich, während ihre Geliebte schützend ihre Arme um sie gelegt hatte und eng an sich zog, an ihre Brust gelehnt. "Ich wünschte, dieser Augenblick würde ewig andauern," seufzte Jody und streichelte mit ihren Fingern über die Haut von Sam's Hand. "Ich glaube, dass ich in meinem Leben nie glücklicher gewesen bin." Sam küsste den rothaarigen Kopf an ihrer Brust und festigte den Griff um den schlanken Körper in ihren Armen. "Mmm... ich bin so entspannt, das ich wahrscheinlich nicht aufstehen kann," lächelte Sam. "Und nach der Art und Weise wie du mich entzückt hast, vermute ich, dass ich morgen früh etwas komisch laufen werde." Sam spürte wie Jody's Körper vor schweigendem Gelächter zitterte. "Und ich noch nicht mal fertig, Liebling," antwortete Jody. "Wir machen nur eine Pause." "Oh mein Gott," keuchte Sam. "Du bist furchtbar!" "Ist es nicht das, was du an mir so sehr liebst?" Schäkerte Jody. "Nun ja," sagte Sam gedehnt. "Das, und noch einige andere Dinge." Sie verlagerte ihren Körper und brachte Jody damit zum Japsen, weil sie ohne die schnellen Reflexe ihrer Geliebten, auf dem Boden gelandet wäre. Sam lachte laut heraus, und als sie Jody's entrüstetes Gesicht sah küsste sie sie schnell. "Tut mir leid mein Schatz, aber ich musste einfach dein Gesicht sehen." "Warum? Machen dich Prellungen an?" Stichelte Jody. "Nicht direkt," antwortete Sam, deren Gesichtsausdruck schlagartig sehr ernst wurde. "Aber ich muss dich etwas fragen." Jody sah in die Augen, die in dem Mondlicht beinahe silbern leuchteten. Sie griff nach vorne, nahm Sam's Gesicht zwischen ihre Hände und platzierte einen zärtlichen Kuss auf ihre Lippen. "Um was handelt es sich?" "In den vergangenen wenigen Wochen ist eine Menge geschehen, und deswegen konnten wir nicht viel Zeit zusammen verbringen. Aber... ich kann mir ein Leben ohne dich, nicht mehr vorstellen. Ich... ich... wenn ich nach Holland zurück muss, dann..." Jody's Körper zuckte zusammen und plötzlich sah sie Sam mit einem Gesichtsausdruck an, der nah an Panik grenzte. "Du gehst wieder zurück?" "Ich muss zurück Liebling, aber ich möchte, dass du mit mir kommst," entgegnete Sam schnell. "Ich möchte, dass du meine Eltern kennenlernst und... und... Jody?" Jody hatte Sam die ganze Zeit angeblickt, und ihr schockierter Gesichtsausdruck verwandelte sich in einen Lächelnden, wobei ihre ausdrucksvollen Augen funkelten. "Liebling? Willst du mich heiraten?" Jody starrte plötzlich vollkommen still, mit weit aufgerissenen, zweifelnden Augen zu Sam. "Atme Liebling," scherzte Sam und schob eine lange, rötliche Strähne aus Jody's Stirn. "Ich... du willst mich heiraten? Sam? Oh Gott! Ja! Natürlich. Oh ja, Liebling, ich will dich heiraten." Jody warf in einer knochenzerbrechenden Umarmung ihre Arme um Sam's Hals. Und während sie Sam's Lippen für einen verzehrenden Kuss gefangennahm, flossen Tränen aus ihren Augen. "Ich liebe dich Jody," schaffte Sam schließlich zu krächzen, und fühlte wie ihr Herz vor Glück blubberte. "Wir können in Holland wie jeder andere heiraten. Ich will, dass die ganze Welt weiss, dass du und ich zusammengehören. Ich möchte dich niemals wieder verlassen."
Im anderen Zimmer lag Megan in Sarah's Armen und ihr Kopf lag auf der Schulter ihrer Partnerin, während eine kräftige Hand langsam durch ihr zerzaustes Haar fuhr. Zwei Augenpaare sahen zur vom Mondlicht gesprenkelten Decke. Ihren Abend hatten sie in ruhiger Zweisamkeit verbracht. Es genügte ihnen einfach umarmt zusammenzuliegen und sich lebendig und ausgefüllt zu fühlen. Glücklich zusammenzusein. "Sam war einfach großartig," erzählte Megan ihrer Geliebten. "Du hättest sie erleben sollen, Sarah. Ich hatte solche Angst, doch sie versuchte die ganze Zeit einen Ausweg zu finden indem sie bluffte. Ich glaube, dass sie sogar beeindruckt waren. Weißt du, sie hat die ganze Zeit versucht mich zu beschützen." "Ich weiss, du hast es mir gesagt," lächelte Sarah und küsste Megan auf die Wange. "Ich werde ewig in ihrer Schuld stehen." "Ich vermute, dass wir unsere Jahrestagsparty absagen müssen," seufzte Megan. "Im Haus wird ein Chaos herrschen, nicht zu vergessen die durch das Feuer beschädigte Küche." "Das ist kein Problem, Liebling. Wir müssen nur ein paar Leute anrufen. Unsere Freunde und Familien werden Verständnis dafür haben." "Ja, das werden sie," antwortete Megan müde und kuschelte sich enger heran. Sie musste ihre Geliebte so nah als möglich an sich spüren. Für sie war es die beste Heilmethode, um die Dämonen, die immer noch in ihrem Hinterkopf lauerten loszuwerden. "Schlaf jetzt meine Liebe," flüsterte Sarah und drückte einen weiteren Kuss auf die weiche Haut unter ihrem Kinn. "Ich werde hier sein und dich halten. Du bist jetzt in Sicherheit." "Ich liebe dich Sarah." "Ich liebe dich auch mein Schatz," lächelte Sarah und spürte wie Liebe und Zärtlichkeit durch ihren Körper strömte. "Ruh dich jetzt aus." Innerhalb weniger Minuten war Megan's Atmung tief und gleichmäßig und Sarah wusste, dass ihre Geliebte eingeschlafen war. Endlich. An die Decke starrend dachte sie an die Ereignisse, die den Tag über geschehen waren. Sie fühlte wie ein Schaudern an ihrem Kreuz herunterlief, als sie erkannte, dass sie heute ohne weiteres, die nun in ihrem Armen schlafende Frau, hätte verlieren können. "Ich danke dir Gott," flüsterte sie.
Draußen saßen Lucy und Trishia unmittelbar vor den Wellen am Strand. Während sie lässig am Strand entlanggeschlendert waren hatten sie stundenlang gesprochen. Dabei waren sie eng nebeneinadergelaufen, hatten sich jedoch niemals berührt. "Danke fürs Zuhören Lucy," sagte Trishia während sie Bilder in den Sand zeichnete. "Ich weiss, dass es keine angenehme Geschichte war." Jedes Mal, wenn Trishia ihre Augen schloss, hörte sie das Echo ihrer Waffe und sah wie Klein Steven zu Boden stürzte. Wissend, dass sie jemandem das Leben genommen hatte. "Keine Sorge Trishia," antwortete Lucy. "Ich verstehe es. Falls sie jemanden zum Reden brauchen, dann wissen sie wo ich zu finden bin. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass sie niemanden haben mit dem sie darüber reden können." "Nun, da gibt es immer noch den Polizeipsychiater," flachste Trishia. "Das ist etwas anderes," erwiderte Lucy sofort. "Oder nicht?" Trishia sah zu der neben ihr sitzenden Frau. Deren langes, dunkles Haar zu einem Zopf zurückgebunden war und deren fehlerlose Haut in dem Mondlicht cremig weiss leuchtete. Sie schluckte heftig und versuchte herauszufinden warum sie sich zu einer Person, die sie erst heute kennengelernt hatte, so nah hingezogen fühlte. "Etwas völlig anderes," antwortete sie schließlich und starrte auf ihre nackten Zehen, die ein Loch in den kühlen Sand gruben. "Trishia?" "Mmm?" "Ich mag dich," bekannte Lucy und fühlte sich plötzlich schüchtern. Ein Gefühl das ihr gewöhnlich fremd war. "Ich mag dich auch," lächelte Trishia. Lucy veränderte ihre Position, um Trishia in die Augen sehen zu können und fühlte sich plötzlich nervös. "Ich meine, ich weiss nicht was hier geschieht. Aber ich mag dich wirklich, und das ist so unheimlich, weil ich dich gestern noch nicht mal kannte. Und ich... es ist verwirrend." "Warum?" "Weil... weil wir hier über mich sprechen," antwortete Lucy schwach lächelnd. "Ich habe, sehr zur Frustration meiner Familie, immer auf alles eine Antwort. Ich bin das Großmaul bei den McDonnell's, aber im Augenblick finde ich keine Worte." "Versuch einfach deine Gefühle sprechen zu lassen," entgegnete Trishia und drehte sich so, dass sie Lucy direkt ansah. Eine unsichtbare Kraft zog ihre Gesichter näher zusammen, und Trishia konnte sehen wie Lucy schwer schluckte. Sie hatte einen verwunderten Gesichtsausdruck und Trishia konnte hören wie sie leise einatmete. "Ich habe noch nie eine Frau geküsst," sagte sie schnell, als sie sah wie Trishia's Lippen immer näher kamen. "Aber du willst es?" "Oh ja," waren für eine ganze Weile Lucy's letzte Worte, als sich ihre Lippen für einen erprobenden Kuss trafen, der schnell leidenschaftlicher und intensiver wurde. Trishia nahm sich Zeit, ließ Lucy das Tempo bestimmen und sie war alles andere als enttäuscht, als ein paar Arme sie zärtlich auf den Sand herunterdrückten, und ein schlanker Körper ihren bedeckte. Sie schlang ihre Arme um Lucy und zog sie nah an sich. Ihre Welt begann sich zu drehen und sie vergaß alles außer der Frau in ihren Armen und den Lippen die es schafften, das sie dahinschmolz.
Epilog Die Nachwirkungen eines sehr langen Tages spürend, schloss Carol die Tür hinter sich. Sämtliche Berichte waren geschrieben, und Joe Michaels wurde offiziell wegen Erpressung, Mord, Entführung, Geldwäscherei und noch einigen anderen Straftaten angeklagt. Er sah einer zumindest lebenslangen Gefängnisstrafe entgegen. Fred hatte sich alles von der Seele geredet, und obwohl Carol Wong es nicht zeigte, so hatte sie mit den Jungen Mann, der offensichtlich zur falschen Zeit am falschen Platz war, Mitleid. Seine Mitarbeit wurde anerkannt und sich dementsprechend in seinem Gerichtsurteil niederschlagen. William Jensen war tot. Als die Polizei am Tatort ankam, war es eindeutig, das er sofort, als die Kugel seine Brust durchdrungen hatte, tot war. Sie war durch eine Herzschlagader gedrungen, und dadurch war er schnell verblutet. In William Jensen's Haus hatten sie Beweismaterial gefunden, welches bewies, dass er enorme Spielschulden hatte. Joe Michaels hatte ihm einen Ausweg anboten, indem er ihm Geld gab um seine Schulden zu bezahlen, aber von ihm verlangte, dass er Gelder vom The Reef auf andere Konten abzweigte. Er war soweit gegangen, dass er sogar illegale Einwanderer anheuerte, die für Joe Michaels den Drogenhandel zwischen Australien und Indonesien abwickelten. Klein Steven war gestorben als Trishia's Kugel sein Gehirn durchdrungen hatte. Ballistische Untersuchungen belegten, dass er derjenige war, der die zwei Polizisten getötet hatte, die Sam Stevens und Jody McDonnell beschützen sollten. Carol Wong lächelte, als sie sich an Joan McDonnell's Gesichtsausdruck erinnerte, als Sam ihr einen Job am The Reef angeboten hatte. Sie brauchten dort jemanden an der Rezeption und Sam sagte, dass sie überzeugt davon war, das ihre Schwiegermutter dort eine großartige Arbeit leisten würde. Joan McDonnell hatte einige Glückstränen vergossen, zumal sie sich dazu entschlossen hatte, nicht mehr zu ihrem Mann zurückzukehren. Ihre zwei Söhne, die noch zu Hause wohnten, hatten sie darin unterstützt, und Fiona und ihre Mutter würden in Jody's Wohnung einziehen, da diese sie nicht mehr zu brauchen schien. Ihr Lächeln wurde noch größer, als sie sich an die glücklichen Gesichter der zwei jungen Frauen erinnerte, nachdem sie ihre Pläne, zu heiraten und vorläufig das Management vom The Reef zu übernehmen, verkündet hatten. Der Welpenblick auf dem Gesicht einer ihrer besten Polizisten, als sie zu einer bestimmten dunkelhaarigen, grünäugigen Frau sah, hatte sie zum Kichern gebracht. Trishia hatte sich Hals über Kopf verliebt und es war eindeutig, dass Lucy, Trishia um den kleinen Finger gewickelt hatte. Carol Wong öffnete ihre Wagentür, und aus Gewohnheit blickte sie zu dem Strand der sich direkt hinter dem Polizeirevier befand. Ihre Augen nahmen einen warmherzigen Ausdruck an, als sie zwei bekannte Gestalten erspähte, die mit ihren Armen um ihre Taillen geschlungen, am Strand entlang schlenderten. Sam beugte ihren Kopf um die Frau neben sich zu küssen. Plötzlich blieben sie stehen und Carol Wong sah zur Seite als sie die Intensität der Umarmung sah. Lächelnd stieg Carol Wong in ihren Wagen. Als sie davonfuhr sah sie das The Reef in all seiner Herrlichkeit. Sie sah, wie es mit dem Pazifik im Hintergrund, im Licht der untergehenden Sonne badete, während zwei sehr glückliche Menschen langsam ihren Spaziergang fortsetzten.
~~~ ENDE ~~~
Kommentare? Bemerkungen? Vorschläge? Fragen? loisk@hotmail.com Ich bekam eine ganze Menge E-Mails von Leuten, die mich fragen, ob es vom The
Reef eine Fortsetzung geben wird. Es wird eine geben Demnächst gibt es hier die Fortsetzung "Murrook Farm" zu lesen. |