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Versäumt bitte nicht die allgemeinen Hinweise in Kapitel 1 zu lesen!

 

 

 

 

 

 

Murrook Farm - Kapitel 5

   

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Murrook Farm
by Lois Kay

Kapitel 5

 

Gähnend starrte Lucy aus dem Fenster während Trishia sich darauf konzentrierte ihren Wagen durch die belebten Strassen zu manövrieren. Freitags schienen sämtliche Touristen, aus den vielen Hotels, Motels und Pensionen, den Drang zur Küste zu haben. Die brütende Hitze des Tages war verschwunden als die Sonne sich gesenkt hatte und die kühle Ozeanbrise etwas heiß ersehnte Erleichterung verschaffte. Die abendliche Luft war noch immer warm aber nicht unangenehm.

"Idiot," murmelte Trishia, nur knapp verhindernd, das sie mit dem Wagen vor ihr kollidierte als dessen Fahrer plötzlich ohne zu blinken die Spur wechselte.

"Klar, wo ist die Polizei, wenn du sie brauchst?" Blödelte Lucy, mit dem Versuch die Stimmung zu heben.

Einen Blick zur Seite werfend bemerkte sie Trishia's Stirnrunzeln. Augenblicklich streckte sie eine Hand aus und rieb zärtlich über den Schenkel der größeren Frau.

"Was ist los, Trish?" Fragte sie, mit einem Schlag sehr ernst klingend, da sie den abwesenden Blick in diesen klaren Augen kannte.

"Mir macht die ganze Situation mit Alice Sorgen," gab Trishia zu, ohne die Augen von dem regen Verkehr vor ihnen zu nehmen. "Ich frage mich die ganze Zeit, ob ich das Richtige getan habe. Was wenn...?"

"Was, wenn sie nicht das ist, was sie zu sein scheint?" Fügte Lucy helfend hinzu. "Wir gehen damit ein Risiko ein Trishia, und hast du bemerkt, dass ich wir gesagt habe? Du bist mit der Sache nicht allein. Ich stehe voll hinter dir, genau wie Sam, Jody und Mom. Wir haben bei dem Mädchen alle das gleiche Gefühl, und ich kann mir nicht vorstellen, das wir alle völlig verkehrt liegen."

"Welches Gefühl ist das?" Fragte Trishia, die Antwort bereits kennend, doch sie brauchte noch immer die Bestätigung.

"Das es da mehr positive Dinge gibt, als das Auge erfassen kann," entgegnete Lucy, liebevoll die warme Haut unter ihrer Hand drückend. "Ich denke wir glauben alle, das Alice ein Opfer von Umständen ist, die uns noch unbekannt sind, doch glaube mir, wenn jemand dazu in der Lage ist diese aufzudecken, dann ist es meine Familie."

Die letzte Bemerkung brachte Trishia zum Lächeln.

"Zwischen dir und Fiona, hat das arme Kind keine Chance," bemerkte sie trocken.

"Aber wir werden sehr behutsam sein," versprach Lucy mit funkelnden Augen. "Außerdem glaube ich, dass sie sich tatsächlich an nichts erinnern kann."

"Ich bin der gleichen Meinung. Aber sie verbirgt es hinter ihrer gleichgültigen Einstellung recht gut. Hast du ihr Gesicht gesehen, als Sam über dieses... dieses... verdammte Ding in ihrem Heimatland sprach? Es erhellte sich eindeutig. Und als deine Mom und Jody ihre Hand für das Dankgebet ergriffen? Zuerst sah es so aus, als wollte sie aufspringen und fortlaufen, doch dann hat sich etwas verändert und ich wette, dass sie die Freundlichkeit einfach in sich aufgesogen hat."

"Du bist eine gute Beobachterin, Trishia Waters."

"Ich bin eine Polizeibeamtin, Lucy McDonnell. Es ist mein Job."

Lucy grinste und beugte sich zur Seite um Trishia schnell einen Kuss auf die Wange zu geben, was die Polizistin zu einem Lächeln veranlasste.

"Gib jetzt acht, Liebling. Du willst doch nicht das wir einen Crash haben?" Frotzelte sie.

"Nicht in einem Auto, nein," gab Lucy zu und runzelte bei dem Gedanken ihre Nase. "Doch ein Crash im Bett, in einem klimatisierten Raum mit dir zusammen... nackt... das wiederum, wäre nach meinem Geschmack."

"Ist das eine Einladung?" Fragte Trishia, während sie versuchte sich auf den Verkehr, und nicht auf die beinahe übermächtige Vorstellung einer nackten Lucy, zu konzentrieren. Sie schluckte schwer, als sie sich an das Gefühl von Lucy's Haut gegen ihre erinnerte, wie ihr seidenweiches, langes, dunkles Haar über ihre Haut strich, wie erregende Finger und Lippen jeden zusammenhängenden Gedanken aus ihrem Verstand vertrieben...

"Worauf du dich verlassen kannst," schnurrte Lucy leise, während sie mit der Hand an Trishia's Bein hinaufwanderte, unter der blauen Baumwollshorts verschwand und gefährlich nahe an ein äußerst sensibles Gebiet rückte.

"Lucy!!" Quiekte Trishia beinahe. "Bitte!"

Lachend zog Lucy ihre Hand zurück und legte sie wieder auf Trishia's Bein.

"Entschuldige," bat sie grinsend um Verzeihung, sich überhaupt nicht reuevoll anhörend. "Ich wollte nur, das du etwas hast, worauf du dich freuen kannst."

"Genau," schnaubte Trishia. "Sei bloß vorsichtig, du weißt ja wie Vergeltungen sein können."

"Mmmmm... ja," erwiderte Lucy. "Bis jetzt habe ich deine Vergeltungen immer geliebt."

"Nur deswegen, weil ich die Handschellen noch nicht benutzt habe," stichelte Trishia und sah, als sie zur Seite blickte, wie sich ein tiefes Rot über Lucy's Gesicht zog.

"Dafür werde ich Fiona umbringen," stöhnte Lucy.

"Ich fand es komisch," lachte Trishia. "Du hättest dein Gesicht sehen sollen, es war unbezahlbar."

Kopfschüttelnd starte Lucy durch die Scheibe. Sie liebte ihre jüngere Schwester innig, doch manchmal hatte sie das Bedürfnis den Teenager zu schütteln bis ihre Zähne klappern. Die Bemerkung mit den Handschellen an diesem Abend, war einer von diesen Momenten. Es wäre schon peinlich genug gewesen, wenn nur Sam und Jody da gewesen wären, doch mit der Anwesenheit ihrer Mutter war das Ganze doppelt so schlimm.

"Bist du deswegen sauer?" Unterbrach Trishia's besorgte Stimme ihre Gedanken.

"Nicht wirklich," seufzte Lucy. "Ich wünschte nur, Fiona hätte nicht die Fähigkeit mich manchmal zu Tode zu beschämen. Das Kind ist einfach einzigartig. Hast du Mom's Gesicht gesehen? Schöner Mist!"

Trishia lachte laut heraus und tätschelte liebevoll die Hand auf ihrem Schenkel.

"Versuch dir nicht zu viele Gedanken darüber zu machen, mein Schatz. Ich glaube, dass deine Mutter recht aufgeschlossen ist."

"Sicher, aber ich denke, dass sie nicht mit den Dingen, die ihre Töchter in ihren Schlafzimmern machen, konfrontiert werden möchte, oder?"

"Ich glaube nicht," kicherte Trishia. "Und umgekehrt, natürlich."

"Natürlich," grinste Lucy. "Es gibt bestimmte Regeln und eine davon ist, dass Eltern keinen Sex haben."

"Was es allerdings schwer macht unsere Existenz zu erklären," entgegnete Trishia lächelnd.

"Sie haben es halt nur ein paar Mal in der ersten Zeit gemacht, und das war's," kicherte Lucy. "Danach nie mehr."

"Nun ja, ich nehme an, dass ich meine Großmutter bitten muss mit dir zu reden," flachste Trishia. "Sie mag zwar schon in den Achtzigern sein, aber ein nettes Schäferstündchen genießt sie immer noch, wie sie zu sagen pflegt."

"Deine Oma ist schon so eine. Erinnere mich nur daran, dass sie und Fiona nie gleichzeitig im selben Raum sind. Ich habe so ein Gefühl, das diese beiden für meinen Geschmack ein bisschen zu gut miteinander auskommen würden."

Gerade als Trishia antworten wollte, fing das Handy an ihrem Gürtel zu summen an. Sie nahm es schnell aus seiner Halterung und reichte es Lucy.

"Würdest du bitte für mich drangehen?"

Lucy klappte es auf und drückte eine Taste.

"Hallo?"

"Hallo Peter. Nein, hier spricht Lucy. Trishia fährt gerade, also… … …willst du, das ich sie bitte an die Seite zu fahren? Oh... ok. Was?... …Wo?… …Jetzt?… ...In Ordnung… ja, ich sag es ihr. Alles klar, bis dann."

"Um was ging es?" Erkundigte sich Trishia sobald Lucy die Trenntaste gedrückt hatte. "Gibt es ein Problem? Was ist los?"

"Das war Peter. Ein paar Spaziergänger haben eine Leiche gefunden, und er möchte das du hinkommst und einen Blick darauf wirfst," erwiderte Lucy, nicht fähig die Gänsehaut, die an ihrem Kreuz herunterlief, zu stoppen.

"Ich?" Fragte Trishia stirnrunzelnd. "Warum? Ich hab keinen Dienst, Martin und Phil haben Bereitschaft. Hat er nicht mehr dazu gesagt?"

"Nee, nur das du zu ihm an den Strand vor den Ocean View Gardens kommen sollst."

"Ocean View? Sie haben dort eine Leiche gefunden? Das ist einer der belebtesten Orte in der Gegend."

"Vielleicht war es eine natürliche Todesursache?" Bemerkte Lucy vorsichtig, obwohl sie sehr genau wusste, dass sie Trishia in diesem Fall nicht angerufen hätten.

"Ich befürchte das dem nicht so ist, Liebling," erwiderte Trishia abwesend. "Möchtest du, dass ich dich zu Hause absetze? Ich weiß nicht wie lange ich dort sein werde und es könnte ein nicht gerade schöner Anblick sein."

"Nein, ich komme mit dir," beschloss Lucy, da sie wusste, das mit ihrer Anwesenheit Trishia wesentlich schneller nach Hause kommen würde als gewöhnlich. "Obwohl ich genügend Abstand halten werde. Die Vorstellung, mir einen toten Menschen anzusehen finde ich nicht sehr reizvoll."

"Das ist es auch nicht," bestätigte Trishia mit einem grimmigen Gesichtsausdruck. "Doch, irgendjemand muss es tun."

Sogar aus der Entfernung konnte man eindeutig erkennen, das das gesamte Gebiet um Ocean View Gardens abgeriegelt worden war. Es gab einige Straßensperren um den Verkehr anzuhalten, und Polizisten achteten darauf, das keine neugierigen Zuschauer das Gebiet betraten.

Trishia wurde nahezu sofort erkannt, und mit einem Nicken deutete ihr einer der Polizisten an weiterzufahren, was sie auch mit langsamer Fahrt tat, um schließlich in einer Parkbucht oberhalb des Strandes zu halten.

Schnell überschaute sie, die sie umgebenden Aktivitäten, und drehte sich schließlich mit einem betrübten Lächeln zu Lucy.

"Ich bitte dich nicht gerne darum, doch es ist vielleicht besser wenn du im Wagen bleibst. Ich könnte auch einen Uniformierten bitten, dich nach Hause zu bringen."

Lucy's grüne Augen wurde um eine Schattierung dunkler und mit einem Stirnrunzeln sah sie die große Polizistin an.

"Warum?"

"Weil dies keine angenehme Sache sein wird und ich nicht möchte, dass du Dinge siehst oder hörst, die dich bestürzen könnten."

Ein liebevolles Lächeln veränderte die Schattierung von Lucy's Augen nochmals und sie streckte ihre Hand aus, um Trishia's zu ergreifen. Die sofort mit einem warmherzigen, festen Griff umschlungen wurde.

"Du bist so lieb, Trish. Ich danke dir. Okay, ich werde im Wagen bleiben, doch wenn es zu lange dauert, dann könnte ich das Bedürfnis haben auszusteigen und meine Beine auszustrecken. Doch wenn ich das tue, werde ich vom Tatort wegbleiben. Mach dir also keine Sorgen, ich habe wirklich kein Verlangen die ganzen grausigen Details zu sehen," flachste Lucy.

"Fein," entgegnete Trishia nickend und sah wie Peter mit eiligen Schritten auf sie zukam. "Ich werde so schnell machen wie ich kann."

"Mach das bitte," erwiderte Lucy und beugte sich für einen Kuss nach vorne. "Ich habe für den Rest des Abends ein paar hübsche Dinge vor, erinnerst du dich?" Flüsterte sie und lehnte in den Sitz zurück.

"Wie könnte ich das vergessen?" Lächelte Trishia. "Wenn du mich brauchst, dann ruf einfach. Ich werde in der Nähe sein."

Lucy nickte und zeigte zu Peter, der neben dem Wagen stand und ungeduldig auf seinen Fersen vor und zurück schaukelte.

"Geh schon."

Mit einem letzten aufmunternden Lächeln öffnete Trishia die Tür und entfaltete ihre große Gestalt. Noch bevor sie die Tür geschlossen hatte, konnte Lucy hören, wie Peter sie leise über die Situation informierte.

Sich der Tatsache völlig bewusst, dass Lucy ein extrem gutes Gehör hatte, schnappte Trishia Peter an seinem Ellbogen und führte ihn vom Wagen weg.

"Es handelt sich um ein Kind, nicht wahr?" Erkundigte sie sich mit angespannter, bewegter Stimme.

Sein Kinn reibend nickte Peter, und sah mit einem echten, tieftraurigen Blick zu ihr.

"Wie bist du darauf gekommen?"

Trishia zeigte zum Strand, wo eine Gruppe von Leuten eifrig damit beschäftigt war, Fotos zu machen und den Sand nach Anhaltspunkten und Beweisen durchzukämmen.

"Weil die Chefin niemals bei einem normalen Mord hinzugerufen wird. Ich habe sie bisher nur zweimal draußen gesehen. In beiden Fällen waren Kinder ermordet worden."

"Du hast recht," seufzte Peter. "Es handelt sich um ein Kind, ein Mädchen im Teenageralter. Sie starb an einer unnatürlichen Todesursache. Ein Messer wurde ihr direkt ins Herz gestoßen."

Trishia schluckte schwer, und um fähig zu sein klar zu denken und die Situation analysieren zu können, versuchte sie alle Emotionen abzublocken.

"Warum haben sie uns dazugerufen?"

Peter biss sich auf seinen Lippe und nickte zu den Kollegen Martin Coles und Phil Kanides, die mit Carol Wong sprachen.

"Erinnerst du dich, dass Phil heute Nachmittag im Büro war, als wir mit Alice sprachen? Nun ja, er erkannte sie und hat mich angerufen."

"Erkannte wen?" Fragte Trishia, verwirrt vom Tatort am Strand zu Peter blickend und wieder zurück.

"Alice," antwortete Peter.

"Alice?" Wiederholte Trishia verständnislos. "Alice ist in Sam's und Jody's Haus. Vor ungefähr dreißig Minuten habe ich sie dort zurückgelassen. Ich weiß nicht wer das Mädchen am Strand ist, doch es ist nicht Alice."

"Sie scheint ungefähr siebzehn Jahre alt zu sein, langes blondes Haar, schlank. Und du hast recht, es ist nicht Alice," erklärte Peter. "Aber das ist sie."

Er reichte Trishia ein sorgfältig in Plastik eingewickeltes Foto, und das Bild eingehnd studierend, konnte sie spüren, wie sich langsam eine eisige Kälte in ihrer Magengrube niederließ.

Es handelte sich offensichtlich um die Kopie eines Originals, doch es war noch alles deutlich zu erkennen. Ein Foto von einer jüngeren Alice, die auf einem einfachen Holzstuhl saß, in einem größtenteils dunklen und kalten Raum, wobei es sich ohne weiteres um ein anonymes Motelzimmer handeln konnte.

Doch das beängstigendste auf dem Foto waren Alice's Augen, sie waren weit aufgerissen und voller Furcht. Das waren die Augen einer gefolterten Seele und Trishia spürte wie ihr übel wurde als sie erkannte, dass ihre ersten Vermutungen richtig sein könnten.

"Wo ist dieses Foto vorgefunden worden?" Erkundigte sie sich mit leiser, tiefer Stimme.

Sich daran erinnernd, wie es war als er am Tatort eintraf, schluckte Peter und schloss für eine Sekunde seine Augen.

"Das Foto war sauber in eine Plastikhülle verpackt, und mit einer Sicherheitsnadel an dem Shirt des Mädchens befestigt. Es befand sich über ihrem Herzen, somit wurde es erst nachdem sie umgebracht wurde dort befestigt."

"Wissen wir von irgendwelchen ähnlichen Fällen?"

"Noch nicht," antwortete Peter grimmig. "Doch die Chefin hat eine Anfrage rausgeschickt, und wenn es welche gibt, dann werden wir es bald erfahren."

"Gibt es irgendjemanden der etwas gesehen hat?"

"Fehlanzeige."

"Niemand? Dies ist der belebteste Ort in der ganzen Gegend!! Wann wurde sie gefunden?"

"Die Meldung kam um cirka 18.00 Uhr rein, als die meisten Leute den Strand bereits verlassen hatten, obwohl es immer noch einige Touristen und Einkaufsbummler gab, die auf den Bänken sitzend die Aussicht genossen. Wir sind noch immer bei der Befragung der Leute, doch niemand hat etwas gesehen. Und ich muss zugeben, das ich, nachdem ich hier eingetroffen war und mir den Tatort angesehen habe, das Mädchen den Eindruck erweckte, als ob es nur schlief. Der Mörder muss sie auf den Bauch gedreht und ihr den Kopf auf ihre Arme gelegt haben. Ich schwöre Trish, es hatte so ausgesehen, als ob sie schlief."

"Wer hat dann herausgefunden, das sie tot war?"

Peter zeigte auf einen der Balkone vom Ocean View Gardens, von wo aus man den Strand und den Ozean überblicken konnte.

"Dort oben wohnt eine ältere Dame. Sie sagte, das das Mädchen den ganzen Nachmittag in der gleichen Position lag. Ihr fiel das Mädchen auf, weil sie keinen Badeanzug oder ähnliches trug, doch sie hatte sich keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Später, als die Leute den Strand verließen, sah sie, das das Mädchen noch immer in der gleichen Stellung dort lag. Sie fing an sich Sorgen zu machen und dachte, das sie vielleicht krank wäre oder so, also hatte sie den Portier gebeten nach dem Mädchen zu sehen."

Peter bemerkte Trishia's hochgezogene Augenbrauen und zuckte mit seinen Schultern.

"Sie hat ein Hüftleiden und es ist sehr schwierig für sie im Sand zu laufen," erklärte er. "Jedenfalls, der Bursche hat es getan und als er bei dem Mädchen ankam stupste er sie an der Schulter, doch es kam keine Reaktion. Dann bemerkte er wie bleich ihre Arme und Beine waren, und als er ihre Schulter nochmals berührte, fühlte sie sich ziemlich kalt an. Daraufhin hat er uns über sein Handy angerufen."

"Gott, was für ein Chaos,"seufzte Trishia und fuhr sich mit ihrer Hand durch ihr lockiges Haar. Sie sah auf als Martin, Phil und Carol Wong auf sie zukamen und erwiderte das schwache Lächeln ihrer Chefin.

"Trishia, es tut mir leid, dass du zurückkommen musstest," seufzte die Inspektorin. "Doch angesichts der Umstände dachte ich, das es besser ist, dich so schnell wie möglich zu unterrichten. Wo ist Alice?"

Trishia und Peter tauschten Blicke aus und er nickte ihr unmerklich zu.

"Sie ist an einem sicheren Ort, Inspektor. Doch vielleicht sollten wir noch etwas sichereres in Betracht ziehen."

Bedächtig nickend sah Carol Wong mit ihrem gefürchteten kalten Blick zu Martin Coles, um ihn vom Sprechen abzuhalten. Sie hatte seinen gereizten Blick gesehen, als Trishia die vage Angabe über Alice's Aufenthaltsort gegeben hatte.

"Nein Martin," sagte sie. "Trishia hat recht. Je weniger Leute wissen wo sich das Mädchen befindet, desto besser. Für den Augenblick jedenfalls. Außerdem," innehaltend überflog sie die Umgebung und bemerkte die Leute hinter der gelben Absperrung. Einige trugen Kameras bei sich und zweifellos benutzen sie Zoomobjektive, um die grausige Szene so nah wie möglich heranzuholen.

"Ich bin keine Intelligenzbestie," fuhr sie fort. "Aber ich habe genug Akten gelesen und Mörder getroffen um zu wissen, das dies kein gewöhnliches Verbrechen ist. Irgendjemand hat uns eine Botschaft gesendet und die gleiche Person könnte noch immer in der Nähe sein um sicherzustellen, das wir sie erhalten haben. Und bevor wir nicht mehr Informationen haben, will ich, dass kein einziges Wort an die Presse geht. Ist das klar?"

"Sicher Inspektor," erklärte Phil für alle. "Wir sollten recht bald mehr Informationen haben. Wenn es irgendwo gleichartige Morde gegeben hat, werden wir es erfahren. Es ist ja nicht so, das so was jeden Tag geschieht."

"Gott sei Dank," fügte Martin mit emotional geladener Stimme hinzu. "Scheißkerl."

Trishia warf einen Blick über ihre Schulter und war erfreut zu sehen, das Lucy noch im Wagen saß, anscheinend völlig in eine Lektüre vertieft, die sie in Trishia's Wagen gefunden hatte.

"Wie verfahren wir nun weiter, Inspektor?"

"Martin und Phil werden hier bleiben und versuchen so viel wie möglich herauszufinden. Mit euch beiden möchte ich kurz unter vier Augen reden. Nichts persönliches Jungs," sagte sie zu den beiden anderen Polizeibeamten. "Aber ich möchte nicht von einem dieser modernen Abhörgeräte ausspioniert werden. Für meinen Geschmack halten sie hier zu viele Leute auf. Wir werden uns kurz in meinem Wagen unterhalten, und Martin?"

Der muskulöse blonde Mann drehte sich um und sah seine Inspektorin an.

"Halten sie ein Auge auf das Publikum. Besonders auf jeden Mann, der mehr als das gewöhnliche, krankhafte Interesse zeigt. Ich bin kein Profiler, doch ich bin mir ziemlich sicher, das wir es hier mit einem Kerl zu tun haben, der zwischen dreißig und vierzig Jahre ist, wahrscheinlich ein gepflegt aussehender Irrer, der aussieht wie der nette Bursche von nebenan. Und der im Augenblick sehr von sich überzeugt ist, da er es geschafft hat sein Opfer in aller Öffentlichkeit auf einem belebten Strand zu präsentieren, während niemand ein verdammtes Ding gesehen hat."

Nach diesen Worten drehte sich Carol Wong um und ging schnell zu ihrem Wagen, den sie hinter dem Van des Gerichtsmediziners geparkt hatte. Sie winkte Trishia und Peter einzusteigen und schloss die Tür hinter ihnen. Nachdem sie selbst eingestiegen war ließ sie den Motor an um die Klimaanlage laufen zu lassen.

"Danke Boss," murmelte Peter und wischte sich ein paar große Tropfen von seiner Stirn.

"In Ordnung Trishia, ich glaube dir, das Alice an einem sicheren Ort ist. Ich weiß wo das ist und ich bin mir ziemlich sicher, das dies auch bis auf weiteres so sein wird. Doch wir haben einen Mörder frei herumlaufen, der anscheinend hinter ihr her ist. Vielleicht hat er das Mädchen hier rein zufällig ermordet, doch andererseits könnte er wissen, das Alice hier in der Gegend ist und gezielt nach ihr suchen. Unsere Aufgabe besteht darin, den Mörder zu finden und Alice zu schützen. In der Zwischenzeit gilt, je weniger davon wissen desto besser. Ich will, das keinerlei Informationen nach Außen dringen. Das schließt auch eure Kollegen ein. Ich weiß, das Phil einer der zuverlässigsten Menschen ist die ich kenne und obwohl Martin erst seit kurzer Zeit bei uns ist, vertraue ich ihm auch. Es ist also nichts persönliches. Im Augenblick will ich nur keinerlei Risiken eingehen."

"Ich verstehe, Inspektor," erwiderte Trishia. "Doch ich werde ein paar bestimmte Personen informieren müssen. Ohne die Situation zu erklären, kann ich ihnen nicht sagen was sie tun, oder nicht tun sollen."

"Ich weiß," seufzte Carol Wong. "Du solltest es ihnen sagen, sie haben ein Recht darauf, es zu wissen. Nur Gott weiß, in was sie da wieder hineingeraten sein könnten. Ich möchte das du morgen mit einem unsere Psychologen redest. Alice leidet an einer Amnesie und ich glaube, das sie einen verdammt guten Grund hat sich nicht zu erinnern, doch sie ist der Schlüssel, Trishia. Es besteht die Möglichkeit, das Alice unseren Mörder identifizieren kann."

"FALLS sie sich erinnert," wandte Peter ein.

"Ja, falls sie sich erinnert," musste Carol Wong zulassen.

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Gähnend streckte Sam ihre große Gestalt und stöhnte zufrieden als sie spürte wie sich ein Wirbel wieder einrenkte. Es war ein langer Tag gewesen und sie war müde, als der vertraute Schmerz in ihrem rechten Bein anfing. Sie zuckte zusammen, als sie vorsichtig die Muskeln in ihrer Wade anspannte.

"Bist du in Ordnung, Liebling?" Fragte Jody, besorgt ihre Stirn runzelnd.

Sie war gerade in ihr Schlafzimmer gekommen und schloss behutsam die Tür hinter sich. Sam's schmerztverzerrtes Gesicht sagte ihr genug. Ohne ein weiteres Wort ging sie ins Badezimmer und kam mit einer großen Flasche Massageöl und einem Handtuch zurück.

"Ach Schatz, du musst das nicht tun," protestierte Sam. "Ich bin mir sicher, das es meinem Bein morgen wesentlich besser gehen wird. Du bist müde und benötigst Schlaf."

"Nein Sam," erwiderte Jody gelassen. "Ich weiß, das du ohne diese Krämpfe besser schläfst. Und wenn du dich besser fühlst, dann fühl ich mich besser, also denkt nicht mal daran mit mir zu diskutieren, weil... oh Mann..." Schrie Jody auf, als plötzlich ein paar starke Arme sie überraschend aufs Bett runterzogen. Aus nur einigen Zentimetern Entfernung sahen ein Paar funkelnde Augen auf sie und augenblicklich verlor sich Jody in diesem klaren Blau das Wärme, Liebe und Unfug ausstrahlte.

"Falls das ein Versuch sein sollte, um mich abzulenken, dann ist es dir gelungen," flüsterte Jody, völlig fasziniert von einem Paar weicher Lippen die quälend nah waren.

"Ist das nun der Fall?" Schnurrte Sam liebevoll lächelnd. "Bist du so leicht abzulenken, meine Liebe?"

"Nur bei dir," antwortete Jody, das Handtuch und die Flasche Lotion loslassend und ihre Arme um Sam's Genick schlingend zog sie sie ungeduldig näher.

"Das höre ich gern, ich..."

"Sam!" Unterbrach Jody sie, deren grüne Augen in dem schwachen Licht der Nachttischlampe dunkel waren. "Halt die Klappe und küss mich."

Sam fuhr mit ihren Fingern durch Jody's Haare, während sie mit ihren Augen gemächlich den kleineren, beinahe auf ihr liegenden Körper hereinnahm. Träge lächelnd glitten ihre Hände über Jody's Schultern zu ihrem Rücken hinunter bis sie auf ihrer Hüfte halt machten. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit hob Sam die kleinere Frau ein wenig an, um sie in einer bequemen Lage auf ihrer größeren Gestalt zu positionieren.

Jody's wohliger Seufzer war ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen und mit rasch steigendem Verlangen fuhr sie mit ihren Händen über Jody's Rücken, doch diesmal unter das übergroße T-Shirt.

"Hab ich dir jemals gesagt wie wunderschön du bist?" Flüsterte sie und spürte wie sich eine vertraute Wärme in ihrem Körper ausbreitete, als Jody ein wenig hin und herwackelte, um es sich bequemer zu machen und mit ihrem geschmeidigen, muskulösen Bein zwischen ihre Schenkel zu gleiten.

"Mehrmals," erwiderte Jody. "Und es freut mich das du so denkst."

"Wie könnte ich das nicht?" Fragte Sam, zärtlich Jody's Lippen mit ihren berührend. "Du wirst mit jeden Tag der vergeht schöner."

"Oh Sam," seufzte Jody bevor ein Paar beharrliche Lippen jeglichen Wunsch zu sprechen, in Luft auflösten.

Sie tauschten zärtliche Berührungen und Liebkosungen aus, die allmählich ein liebevolles Verlangen aufbauten, bis beide schwer atmeten und direkten Körperkontakt brauchten.

"Ich will... das... aus," stöhnte Jody und zog, mit dem Verlangen die weiche Haut darunter zu spüren, an Sam's T-Shirt.

"Ja, wir haben eindeutig zuviel an," keuchte Sam und zog ihr Shirt über ihren Kopf, während Jody ihren Oberkörper anhob, um ihr eigenes loszuwerden.

Sobald sich ihre nun nackten Körper wieder berührten seufzten beide genüsslich, und während ihre Hände zu vertrauten, sensiblen Gebieten wanderten stieg ihr Verlangen auf ein beinahe schmerzhaftes Niveau.

"Ich muss dich völlig spüren, Liebling," keuchte Jody als Sam's Hände zu ihren Kreuz wanderten und ihre Körper noch enger zusammenpresste.

Wortlos drehte sich Sam um, und sich auf ihrem Rücken wiederfindend sah Jody in ein paar beinahe dunkelblaue Augen voller Liebe und Verlangen.

Sam's Lippen und Hände streichelten über Jody's beinahe überhitzte Haut und fanden langsam aber sicher ihren Weg an dem kleineren Körper hinunter, der zu zittern angefangen hatte, während Jody verzweifelt nach Befreiung flüsterte.

Auch wenn eine von ihnen das Summen von Sam's Handy gehört hätte, hätten sie nicht darauf reagiert. Also erklang, nachdem es einige Male leise gesummt hatte, ein dezenter Piepton und ein winziger Umschlag auf dem schwach beleuchteten Display zeige an, das eine Nachricht hinterlegt war. Wie ein Stumme Bitte um Aufmerksamkeit. Doch nach ein paar Sekunden wurde das Display wieder schwarz und das kleine silberfarbene Handy lag wieder so da, wie es auf dem Nachttisch abgelegt worden war.

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"Kein Glück, was?" Seufzte Trishia während sie den Wagen herüberzog und zu Lucy blickte, deren Gesicht ihre eigene Abgespanntheit und Müdigkeit wiederspiegelte.

"Ich werde nicht nochmals anrufen, Trish. Ich weiß, das es noch nicht so spät ist, aber... in ihre Privatsphäre einzudringen ist keine wirklich gute Idee. Ich hasse es, wenn das Telefon klingelt, wenn ich... mit bestimmten Aktivitäten... beschäftigt bin..."

Trotz der Situation und ihre Sorgen über Alice's Sicherheit, lächelte Trishia und streichelte mit ihrem Handrücken über Lucy's Wange.

"Nun... ja," gab sie zu. "Gut, das es nicht oft geschieht."

"Weil du das Telefon abstellst," kicherte Lucy. "Somit wird wahrscheinlich jeder der uns anruft wissen, was wir... gerade machen."

"Warum haben so viele Leute schmutzige Gedanken?" Beschwerte sich Trishia mit einem vorgetäuschten verletzten Blick. "Wir könnten... in der Dusche sein, oder... einen Film ansehen... oder... nur etwas Ruhe und Frieden wollen. Richtig?"

"Klar, mein Schatz," bemerkte Lucy lächelnd. "Bleib einfach bei dieser Meinung und du wirst niemals verlegen sein."

Trishia's Hand ergreifend drückte sie sie gegen ihre Wange, und bemerkte die feinen Linien um die Augen der anderen Frau, die plötzlich viel tiefer als vorher zu sein schienen.

"Trish, rede mit mir," drängte Lucy sie. "Was ist auf diesem Strand geschehen, außer der Tatsache, das dort eine Leiche gefunden wurde?"

Nachdem sie und Peter mit der Inspektorin gesprochen hatten, war Peter zum Polizeirevier zurückgefahren um zu sehen, ob er irgendwelche Informationen herausbekommen konnte, die ihnen in dem Fall weiterhelfen könnten, während Trishia damit beauftragt war sich um Alice's Sicherheit zu kümmern.

In dem Moment, als die große Polizistin zum Wagen zurückkehrte, hatte Lucy die tiefen Falten auf ihrer Stirn und den abwesenden Blick erkannt, was ihr sofort verriet, das Trishia völlig in ihren Gedanken versunken war. Sie kannte diesen Blick von den Gelegenheiten, wenn Trishia an einem schwierigen Fall gearbeitet hatte, oder wenn sie nach dem Einsatz bei einem schweren Unfall nach Hause kam. Oder einmal, als sie und fast sämtliche Kollegen ihres Teams an der Suche eines vermissten kleinen Jungen beteiligt waren. Nach mehreren Stunden intensiver Suche, hatte Trishia den Jungen im Swimmingpool eines Nachbarn gefunden. Er war ertrunken.

Das erste an was Lucy denken musste war dieser arme kleine Junge und mit einer schrecklichen Vorahnung wusste Lucy, das es sich bei der Leiche am Strand, um einen jungen Menschen handeln musste. Trishia's gequälter Gesichtsausdruck bestätigte diese Vermutung.

Nachdem Trishia eingestiegen war und den Motor angelassen hatte, hatte Lucy ihr den Freiraum gegeben den sie offensichtlich brauchte, doch als sie bemerkte, dass sie anstatt nach Hause zu fahren die Richtung zum Haus ihrer Schwester einschlugen, hatte Lucy leise gefragt ob sie darüber reden wolle.

Die große Frau hatte nur ihren Kopf geschüttelt und Lucy ein entschuldigendes, betrübtes Lächeln zugeworfen.

"Jetzt nicht," erwiderte sie heiser. "Etwas später."

Das war vor mehr als fünfzehn Minuten und besorgt ihre Stirn runzelnd starrte sie auf das Telefon in ihrer Hand. Sie wollte ihren Mut zusammennehmen und Trishia fragen was am Strand geschehen war, über was sie mit Peter und Carol Wong gesprochen hatte, und warum sie zur Murrook Farm zurückfuhren. Doch jedes Mal wenn sie die passenden Worte gefunden zu haben schien, zögerte sie und schwieg. Sich selbst sehr gut kennend musste sich Lucy eingestehen, dass sie die Antwort nicht hören wollte. Und ein weiterer Blick zu dem gejagten Ausdruck in Trishia's Augen erfüllte sie mit Angst. Es passierte ihr nicht oft, doch diesmal hatte Lucy McDonnell Angst.

"Ich weiß, das es bereits nach 22.00 Uhr ist und ich weiß, das Sam und Jody nicht glücklich sein werden. Doch Luce, wir müssen so schnell wie möglich mit ihnen reden," gab Trishia schließlich von sich, während sie mit ihren Fingern nervös auf das Lenkrad trommelte.

Der überraschte Klang von Trishia's Stimme schreckte Lucy aus ihren eigenen Gedanken und schnell zur Seite blickend sah sie direkt in grünblaue Augen. Heftig schluckend und tief Luft holend versuchte sie ihr rasendes Herz zu beruhigen.

"Warum?" Flüsterte sie.

"Es ist... kompliziert und ich möchte dir die Details ersparen, aber... alles in allem haben wir den Grund zur Annahme, dass sich Alice in Gefahr befinden könnte."

Lucy's Kopf schnellte nach oben und mit weit aufgerissenen Augen blickte sie zu Trishia.

"In Gefahr? Derart das... …?" Sie führte ihren Satz nicht zu Ende, doch Trishia's Gesichtsausdruck sagte ihr alles was sie wissen musste.

"Will jemand… Alice umbringen?"

"Wir sind uns noch nicht sicher," seufzte Trishia. "Doch wir haben allen Grund zu dieser Annahme, ja."

"Oh nein, nicht schon wieder," schrie Lucy beinahe, sich lebhaft daran erinnernd, wie vor nicht zu langer Zeit, eine Verbrecherbande Sam und Megan, eine ihrer Freundinnen, beinahe getötet hätte. Eine Kugel aus Trishia's Waffe hatte ihr Leben gerettet. "Trishia, bitte sag mir..."

"Ich kann es nicht," unterbrach Trishia sie und klang dabei schroffer als sie es eigentlich meinte. "Ehrlich, bei Gott, ich wünschte ich könnte dir etwas anderes sagen. Ich weiß, durch was deine Familie letztes Jahr gegangen ist, und wenn es in meiner Macht stände die jetzige Situation zu ändern, ich schwöre dir, dann würde ich es tun. Doch Liebling," sich halb umdrehend nahm Trishia Lucy's Hände in ihre und sah ihre Geliebte mit feuchten Augen an. "Ohne auf weitere Details einzugehen, da hing ein Foto an dieser... Person... am Strand und es war ein Foto von Alice. Irgendjemand mit sehr bösen Absichten will uns etwas mitteilen und wir müssen das verdammt ernst nehmen."

Trishia spürte wie Lucy's Hände in ihren zitterten und innerlich verfluchte sie die Enge des Wagens, die es ihr unmöglich machte die Frau, die sie mehr liebte als alles auf der Welt, fest in ihre Arme zu nehmen, um ihr den Trost zu geben den sie brauchte.

"Mir ist klar, das dies schlechte Erinnerung zurückbringen wird und das tut mir leid," fuhr sie fort und strich zärtlich eine Haarsträhne von Lucy's Stirn. "Doch inzwischen kenne ich deine Familie recht gut, und eins ist sicher, Alice könnte sich an keinem besseren Ort aufhalten."

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Ungeduldig hin- und herschreitend warte Peter Jones neben dem Faxgerät, und betrachte diesen technischen Gegenstand mit einem Blick, der bei den meisten Menschen das Bedürfnis ausgelöst hätte, sich davonzustehlen und zu verkriechen.

Es waren zehn Minuten vergangen, seit er mit einem Polizeibeamten aus Sydney gesprochen hatte, der wertvolle Informationen über einen ungelösten Mordfall vor zwei Jahren haben könnte. Ein junges Mädchen im Teenageralter, mit langen blonden Haaren war an der Watson's Bay, nördlich vom Bondi Beach, erstochen aufgefunden worden. An ihrem Körper heftete ein Foto von einem jungen blonden Mädchen.

Peter wäre beinahe außer sich geraten, als er die Neuigkeit hörte und hatte eine Kopie der Akte und was noch wichtiger war, eine Kopie des Fotos angefordert. Eine kleine Stimme in seinem Hinterkopf sagte ihm, das es das gleiche Foto war, doch er wollte es mit eigenen Augen sehen.

Er war über diese Information dankbar, doch die Tatsache, dass sie es wahrscheinlich mit jemandem zu tun hatten, der schon vorher in der gleichen erbarmungslosen Art getötet hatte, ließ es ihm eiskalt über den Rücken laufen.

Endlich, nach einer Weile die ihm wie Stunden vorkam, deutete das leise Piepsen des Faxgerätes an, das etwas unterwegs war.

Mit zwei großen Schritten war Peter neben dem Gerät und seine Augen klebten an der langsam erscheinenden Seite. Als der Ausdruck fertig war nahm er mit zittrigen Fingern das Stück Papier vorsichtig an sich.

Unbewusst seinen Atem anhaltend überflog er die Seite, um in das bleiche Gesicht einer erschrockenen Alice zu blicken. Es war exakt das gleiche Foto, das er Trishia früher am Abend gezeigt hatte.

Bebend ausatmend warf Peter einen Blick auf die Uhr an der Wand. Es war schon nach zweiundzwanzig Uhr. Er wusste, das Trishia auf dem Weg zu Sam und Jody war und beschloss, ihr etwas Zeit zu geben um die Neuigkeiten zu verkünden. Er konnte sie auch noch später anrufen. Er wusste, das Trishia in dieser Nacht nicht viel schlafen würde.

Langsam ging er zu seinem Schreibtisch zurück, als jemand seinen Namen rief.

"Pete? Ein Anruf!! Soll ich ihn zu deinem Schreibtisch durchstellen?"

"Ja klar," rief Peter zurück, seinen Kollegen mit hochgezogenen Augenbrauen anblickend. "Wer ist dran?"

"Perth. Etwas wegen eines ungelösten Mordfalls an der Cottesloe Beach," war die erschreckende Antwort.

Kurz nickend sank Peter in seinen Stuhl und warte auf das Klingeln seines Telefons. Als es klingelte holte er tief Luft und versuchte die Galle, die in seiner Kehle hochstieg, runterzuschlucken.

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Das Gefühl des weichen Baumwolllakens auf ihrer nackten Haut genießend, streckte Jody ihren müden, doch befriedigten Körper aus. Lächelnd sah sie zu der schläfrigen Frau, die praktisch um sie gewickelt war und Jody kicherte leise.

"Was ist so komisch?" Murmelte Sam ohne ihre Augen zu öffnen.

"Du siehst so bezaubernd aus. So verschlafen und behaglich," erwiderte Jody, Sam's Kinn küssend und sich enger in die liebevolle Umarmung kuschelnd.

"Mir ist behaglich," gab Sam mit immer noch geschlossenen Augen zu. "Ich liebe es, dich so nah zu spüren. Und das ohne Einschränkungen," fügte sie in Bezug auf ihre Nacktheit hinzu.

"Du bist ein Hedonist, Samantha Stevens," flüsterte Jody, während sie mit ihren Fingern durch Sam's blondes Haar fuhr.

"Schuldig," murmelte Sam.

Sie verlagerte ihren großen Körper, damit sie einen Blick auf ihre Geliebte werfen konnte ohne sie loslassen zu müssen. Ihre Augen öffnend sah sie direkt in Jody's. Ihre Blicke verschmolzen und für einen langen Augenblick sahen sie sich nur an.

"Ich liebe diesen warmen, weichen, liebevollen Kokon in dem ich mich befinde," gab Sam zu. "Es ist mein Lieblingsplatz."

"Dagegen kann ich nichts sagen," entgegnete Jody lächelnd. "Ich liebe es auch. Doch andererseits glaube ich nicht, das es etwas gibt, das ich nicht an dir liebe."

"Warte, bis wir unseren fünften Hochzeitstag feiern," bemerkte Sam mit funkelnden Augen. "Du wirst dich darüber beschweren, das ich immer in die Küche gehe, ohne vorher meine dreckigen Schuhe ausgezogen zu haben. Oder du wirst es satt haben, dass ich nie mein Handtuch zum Trocknen auf das Gestell hänge. Oder du wirst es leid sein, immer diejenige zu sein, die die meiste Arbeit mit dem Kochen hat."

Den scherzenden Tonfall in Sam's Stimme erkennend, lächelte Jody und zog eine Augenbraue in die Höhe.

"Du unterschätzt mich!"

"Tu ich das?" Kicherte Sam.

"Jawohl, glaubst du, das ich fünf Jahre brauche, bis mich all diese Dinge nerven? Schätzchen!"

Sam lachte und versuchte Jody's kitzelnden Händen auszuweichen. Sie war wesentlich größer und stärker als ihre Lebensgefährtin, doch manchmal machte es Spaß mit Jody zu ringen und sie gewinnen zu lassen. Besonders da Jody sich angewöhnt hatte ihren Sieg dadurch zu betonten, das sie sich über Sam's Körper warf. Etwas das Sam gründlich genoss. Einen Kitzelwettkampf zu verlieren war ein kleiner Preis dafür.

Jody's emsige Hände fanden eine sehr empfindliche Stelle hinter Sam's Knie und hochschiessend wäre die größere Frau aus dem Bett gefallen, wenn Jody nicht ihre Arme um Sam's Oberkörper geschlungen und sie krampfhaft festgehalten hätte.

Sam's langer Arm hatte es geschafft den Nachttisch umzuwerfen, und grinsend rieb sie ihr Handgelenk, mit dem sie gegen den kleinen Tisch geprallt war.

"Es stimmt, was man über Rothaarige sagt," keuchte sie grinsend.

"Was sagt man denn?" Wollte Jody wissen.

"Das sie kleine Hitzköpfe sind," erwiderte Sam grinsend.

"Solang du immer daran denkst," entgegnete Jody, ihr Kinn auf Sam's Schulter legend.

Sam kicherte, und begann den Nachttisch wieder auf seine Füße zu stellen und die Flasche mit dem Massageöl und ihr Handy, das auf den Boden gefallen war, wieder aufzusammeln.

"Funktioniert es noch?" Erkundigte sich Jody.

Sam schnappte sich ihr Handy und untersuchte es im Licht der Lampe.

"Jawohl, nichts passiert," antwortete sie, "Es ist noch... hey, ich hab eine Nachricht. Hast du das Telefon klingeln hören?"

Ihre Nase runzelnd biss Jody verspielt in Sam's Schulter.

"Schatz, mit den Dingen die du vorhin mit mir gemacht hast, hätte ich nicht mitbekommen, wenn das Haus auseinandergefallen wäre," lächelte Jody mit leiser und liebevoller Stimme.

"So ging's mir auch," gab Sam grinsend zu und ihren Kopf drehend sah sie in ein Paar smaragdgrüne Augen. "Doch da ich das Telefon schon in der Hand habe, sehe ich besser nach um was es sich handelt."

"Mach das." Erwiderte Jody, ihren Körper aus Sam's Umarmung lösend. "In der Zwischenzeit gehe ich ins Badezimmer. Wenn ich zurückkomme, werde ich dein Bein massieren, Sam."

"Ach Liebling, du musst das nicht tun," entgegnete Sam. "Im Augenblick bin ich recht entspannt und die Krämpfe sind verschwunden, also..."

"Ich sehe es mir an, dickköpfige kleine Holländerin, ob du es magst oder nicht," erklärte Jody und ging, sich der blauen Augen, die ihren nackten Körper aufmerksam betrachteten, zum Badezimmer.

Erst als Jody die Tür hinter sich geschlossen hatte, ließ Sam ihre Augen langsam zum Telefon schweifen.

"Ich hoffe, das es kein geschäftlicher Notfall ist," murmelte sie, eine Taste drückend und das kleine Gerät an ihr Ohr haltend.

Als Sam Lucy's Stimme hörte wölbten sich ihre Augenbrauen bis zum Haaransatz und instinktiv auf die Uhr blickend bemerkte sie, das erst vor kurzem angerufen worden war.

"Wichtig, Trish zurückrufen," murmelte Sam in sich hinein, nachdem sie der kurzen Mitteilung zugehört hatte.

Seufzend nahm sie das Verzeichnis mit den Telefonnummern, um Trishia's Nummer herauszusuchen. Gerade als sie wählen wollte summte ihr Telefon. Sich über den unerwarteten Ton erschreckend, ließ Sam beinahe das Telefon fallen.

"Was zum.....? Hallo?"

"Oh, sicher, ich hab gerade deine Mitteilung abgerufen, Trish. Was ist gibt's?"

Tiefe Furchen erschienen auf Sam's Stirn während sie Trishia zuhörte und als die Polizistin geendet hatte, verharrte Sam einige Sekunden schweigend.

"Klar, kommt her. Jody und ich haben noch nicht... geschlafen, also sind wir noch wach. Ähm... willst du, das ich sonst noch jemanden wecke? ..... Okay, Trish. Bis gleich."

"Trish?" Erklang plötzlich Jody's Stimme.

Sam, die nicht bemerkt hatte das Jody aus dem Badezimmer zurückgekehrt war, sah auf.

"Was ist los, Sam?"

"Ich weiß es nicht, mein Schatz," antwortete Sam, streckte ihre langen Beine aus und erhob sich langsam aus dem Bett. "Ich weiß nur, dass Trishia und Lucy auf dem Weg hierher sind."

"Warum?"

"Trishia wollte mir am Telefon nichts sagen. Doch sie klang recht aufgelöst."

 

~~~ ENDE - Kapitel 5 ~~~

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Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 6 lesen.

Kommentare und Feedback sind willkommen unter: ripplesintime@hotmail.com

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