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Murrook Farm - Kapitel 7 |
Murrook Farm Kapitel 7
Es war ein so schöner Traum. Jody hielt ihre Hand und sie rannten beide einen Hügel hinunter. Der süße Geruch sonnenerwärmten Grases füllte ihre Nase und die kühle Brise zerzauste ihr Haar. Weiter entfernt konnte sie den Bach sehen der sich durch das Tal zog. Sein klares kaltes Wasser sah sehr einladend aus und sie begann schneller zu laufen. Jody's Hand entglitt ihrer und sie versuchte ihren Kopf zu drehen um sich umzusehen, doch sie wurde schneller und flog den Hügel praktisch hinunter. Ohne Jody's Hand in ihrer fühlte sie sich verloren und sie wollte anhalten doch sie war zu schnell. Ihr rechtes Bein fing an zu schmerzen und als sie nach unten blickte sah sie zermalmte Knochen und Blut. Sie wollte unbedingt anhalten, doch es war, als ob sie von einer unsichtbaren Kraft nach vorne zu dem Wasser gestoßen wurde. Ihr Mund formte den Namen ihrer Geliebten, doch so sehr sie es auch versuchte, brachte sie keinen Ton heraus. Während sie, mit dem Wissen das sie Jody hinter sich zurückließ, den Hügel hinunterstürzte, fingen ihre Ohren ein Geräusch auf. "Sam! Sam!" Mit einem schmerzenden Knurren versuchte sie ihren Kopf zu bewegen, doch sie scheiterte wieder. Immer frustrierter werdend beschloss sie, sich einfach fallen zu lassen, als sie das Geräusch wieder hörte. "Sam! Wach auf, Sam!!" Eine Lunge voll Luft nehmend schoss Sam nach oben und blickte direkt in Fiona's besorgtes Gesicht. Sie griff mit ihrer Hand sofort nach dem vertrauten Körper neben ihr, doch musste erschreckt feststellen, das Jody nicht da war. Augenblicklich fielen Sam die Ereignisse der vergangenen Nacht ein, und sie spürte wie Panik ihre Brust einschnürte. "Wo ist Jody?" Keuchte sie. "Sam, irgend etwas ist mit Alice nicht in Ordnung," erklärte Fiona schnell. "Jody hat mich geschickt um dich zu holen." Einen Moment lang war Sam derart erleichtert, das ihr schwindlig wurde. Doch als sie Fiona's gequälten Gesichtsausdruck sah, schwang sie schnell ihre langen Beine aus dem Bett und sprang auf. Postwendend fasste sie sich an ihr rechtes Bein und stöhnte schmerzhaft auf. "Ist mit dir alles in Ordnung?" Erkundigte sich Fiona, eine Hand ausstreckend und Sam's Arm ergreifend, um die große Frau vor einem Sturz zu bewahren. "Das werde ich, Fi, danke," entgegnete Sam. "Mein Bein plagt mich schon den ganzen Tag, ich denke, das es im Augenblick nur steif ist. Wenn du mir meine Shorts reichen könntest, geh ich mit dir mit." Als sie erkannte wie froh sie war, das ihre Schwester und Sam sich entschlossen hatten zumindest ein T-Shirt zu tragen, bemerkte Fiona zum zweiten Mal an diesem Abend, wie ihre Wangen rot wurden. Falls sie die beiden nackt im Bett angetroffen hätte, wäre sie auf der Stelle tot umgefallen. Zu wissen, dass ihre Schwester ein Sexualleben hatte, war eine Sache. Damit konfrontiert zu werden war etwas ganz anderes. "Du musst wissen, das wir normalerweise natürlich nackt schlafen," bemerkte Sam, sie konnte es sich einfach nicht verkeifen den verlegenen Teenager aufzuziehen. "Doch da wir Gäste haben..." "Ähm... ich warte draußen auf dich," murmelte Fiona, während sie Sam die gebetene Shorts reichte, und sich auf dem direktesten Weg zur Tür machte. Leise kichernd stieg Sam in ihre Shorts und zog sie hoch. Sie folgte Fiona zur Tür hinaus und so schnell es ihr Bein erlaubte ging sie mit Fiona im Schlepptau zu Alice's Schlafzimmer. Als sie den Raum betrat fielen Sam's Augen sofort auf Jody, die sie mit besorgten grünen Augen ansah. Alice's schlaffer Körper lag auf dem Bett. Das Gesicht des Mädchens war unnatürlich blass, und sogar in dem gedämpften Licht bemerkte Sam den Schweiß auf ihrer Stirn. "Was ist passiert?" Fragte sie, den Schmerz in ihrem Bein ignorierend und näher zum Bett gehend. "Fiona hatte mich geweckt, weil Alice geweint hat. Ich bin aufgestanden um zu sehen, ob ich etwas für sie tun konnte und wir haben eine Weile miteinander gesprochen. Sie sagte mir, das sie einen bösen Traum hatte und als ich sie fragte, ob sie sich erinnern könnte wann sie diesen Traum zum ersten Mal hatte, da erinnerte sie sich an etwas. Sie erzählte mir davon und es war ganz schön... intensiv, doch dann ist sie... ich weiß auch nicht, ich glaube sie ist ohnmächtig geworden," erzählte Jody mit leicht bebender Stimme. Sam legte ihre Hand auf Jody's Schulter und drückte sie leicht. Es war offensichtlich, dass ihre Lebensgefährtin nicht wusste was zu tun war und Sam wollte ihr jedmögliche Unterstützung geben. Einen Blick auf die Digitaluhr auf dem Nachttisch werfend sah sie, dass es halb Fünf morgens war. Zu früh um einen Arzt zu rufen, außer wenn es ein wirklicher Notfall war, was hier nicht der Fall zu sein schien. "Wir sollten vielleicht Trish fragen, was wir tun sollen," schlug Sam vor. "Mit einer solchen Situation habe ich keine Erfahrung, Liebling. Ich will nicht riskieren, es noch schlimmer zu machen." "Ach Sam, ich fühle mich deswegen so schlecht," bekannte Jody beinahe schluchzend. "Ich wünschte, ich hätte ihr darüber keine Fragen gestellt. Vielleicht war es zuviel." "Doch sie hat es dir erzählt, oder nicht?" Erkundigte sich Sam behutsam, ihren Arm um Jody legend und sie an sich ziehend. Nickend legte Jody ihren Kopf gegen Sam's Magen und fühlte sich augenblicklich besser. "Ich bin kein Psychiater, doch ich denke, dass es ein gutes Zeichen ist," fuhr Sam fort. "Lass uns Trishia holen und sehen was sie sagt. Ich werde mir Schuhe anziehen und sie holen." "Danke, meine Schatz," flüsterte Jody, zärtlich eine feuchte Strähne von Alice's Stirn schiebend. "Ich bin gleich zurück," versprach Sam, an Fiona vorbeirennend, die in der Tür stand. Die Jugendliche blickte von ihrer Schwester zu der entschwindenden Sam und wieder zurück, während sich in ihrem Gesicht ihre Verwirrung wiederspiegelte. "Sam macht was?" Fragte sie. "Trishia holen," antwortete Jody geistesabwesend. "Okay," sagte Fiona gedehnt. "Hab ich hier irgendetwas verpasst? Sind letztendlich die Aliens gelandet und haben unsere Körper übernommen? Oder geht hier was vor sich, von dem ich nichts weiß? Warum muss Sam Schuhe anziehen um Trishia anzurufen? Haben wir draußen einen Münzfernsprecher?" Schockiert riss Jody ihre Augen auf und trat sich geistig. Sie waren übereingekommen, Fiona und Alice nichts über den Mord am Strand zu erzählen und was für Konsequenzen das für sie alle haben könnte. Ihre jüngste Schwester wusste noch nicht, das Trishia und Lucy im Gästehaus wohnten, und sie sollte nicht erfahren, warum sie dort waren. "Ähm... Trishia und Lucy übernachten im Gästehaus," antwortete Jody, ihr Gehirn nach einer guten Erklärung zermarternd. "Warum?" Wollte Fiona wissen. "Ich hab sie gestern Abend fortfahren gesehen. Was ist los, Jo?" "Nun." Sagte Jody gedehnt, um etwas Zeit zu gewinnen. "Sie sind in einige Schwierigkeiten geraten und..." "Was für Schwierigkeiten?" Drängte Fiona weiter, während sie näher herankam und sich neben ihrer Schwester hinkniete. Sie wusste, das Jody die miserabelste Lügnerin des ganzen Universums war und Fiona merkte sofort, wenn sie nicht die Wahrheit sagte. Oh, du meine Güte, seufzte Jody innerlich, und war entschlossen Fiona, deren Augen an ihrem Gesicht klebten, nicht anzusehen. "Sie wollten eigentlich in Trishia's Wohnung gehen, doch... ähm... ich... ähm... da war ein Leck, glaube ich." "Was für ein Leck?" Erkundigte sich Fiona stirnrunzelnd. "Wasser!" Platzte Jody heraus. "In der Dachgeschosswohnung ist ein Wasserrohr geplatzt und alles wurde überflutet." "Warum sind sie nicht zu Lucy's Wohnung gegangen?" Jody biss sich auf ihre Lippe und stieß einen tiefen Seufzer aus. Warum musste ihre Schwester nur so gewitzt und entschlossen sein? "Ich weiß es nicht, Fi, vielleicht solltest du sie das selber fragen. Es war spät und ich war müde und im Augenblick habe ich andere Dinge im Kopf," entgegnete Jody nervös, während ihre Stimme ihre Erschöpfung wiederspiegelte. "Es tut mir leid, Jo," murmelte Fiona. "Schon in Ordnung Süße," antwortete Jody, einen Arm um Fiona's Schultern legend und sie an sich ziehend. "Es tut mir auch leid. Ich bin müde und um Alice besorgt." Verständnisvoll nickend legte Fiona ihren Kopf gegen Jody's Schulter, etwas das sie in Gegenwart ihrer anderen Geschwister nie tun würde. Sie hatte einen Ruf als unabhängiger, störrischer Teenager aufrecht zu erhalten. Aber wenn ihre älteste Schwester sie hin und wieder umarmte, dann machte sie sich darüber nicht lustig. Sie schloss einfach ihre Augen und genoss die ihr entgegengebrachte Wärme und Liebe. Trotzt ihrer Sorgen lächelte Jody, als sie auf den dunklen Kopf an ihrer Schulter herunterblickte. Sie küsste zärtlich Fiona's Schläfe und drückte sie verspielt. "Ist mit dir alles in Ordnung, Rote?" Fragte sie. Ein paar grüne Augen, die Lucy's so ähnlich waren, blickten zu ihr auf und Fiona nickte schweigend. "Würdest du mir einen Gefallen tun? Trishia und Sam werden bald zurück sein, würdest du bitte den Kessel aufsetzen? Ich bin sicher, dass wir alle eine Tasse Tee gebrauchen könnten." Sich langsam erhebend nickte Fiona wieder und warf einen Blick auf Alice, die ihre Augen immer noch nicht geöffnet hatte. Ihr war klar, das ihr Jody über Trishia's Anwesenheit nicht die Wahrheit gesagt hatte, doch sie wusste, das ihre Schwester einen sehr guten Grund dafür haben musste. Normalerweise sagte Jody immer die Wahrheit. Doch um herauszufinden was da genau vor sich ging, beschloss Fiona ihre Augen und Ohren offen zu halten. Als sie schon fast aus der Tür war, veranlasste sie Jody's Stimme stehen zu bleiben. "Fi, ich weiß, dass du meine Geschichte mit dem Wasserrohrbruch durchschaut hast. Ich... will dich nicht anlügen, also sag ich dir nur, dass es einen sehr guten Grund für Trishia's Anwesenheit hier gibt. Sobald es mir möglich ist, werde ich dir den Grund dafür sagen, in Ordnung?" "Danke Jo," entgegnete Fiona leise. "Bedeutet das, dass mir nicht erlaubt ist zu lauschen?" Fügte sie lächelnd hinzu. "Ja, junge Dame, ganz richtig," bestätigte Jody zurücklächelnd.
Sam lief hastig den dunklen Pfad zum Gästehaus entlang, dicht gefolgt von einem begeisterten Hund, der in übermütigen Kreisen um sie herumsprang, hoffend das sein blonder Lieblingsmensch mit ihm spielen würde. "Jetzt nicht Junge," sagte Sam zu Kurt, während sie ihm hinter seinem Ohr kraulte, was ihm ein wohliges Brummen entlockte. "Wir können später spielen." Das völlig dunkle Gästehaus erreichend drehte sie sich zu dem Deutschen Schäferhund um. "Sitz Kurt," sagte sie auf den Boden deutend. Gehorsam setzte sich der Hund und blickte mit vertrauensvollen Augen zu seinem Menschen hoch. "Braver Junge," lobte ihn Sam, froh das die Übungen mit ihm nicht auf taube Ohren gestoßen waren. "Pass auf Kurt." Augenblicklich richteten sich seine Ohren auf und vor Aufregung über den wichtigen Befehl hechelnd, schnupperte er in die Luft. Seine intelligenten Augen starrten auf die Strasse hinunter und Sam wusste, das nicht mal eine Maus seiner Aufmerksamkeit entgehen würde. "Braver Junge," lobte sie ihn wieder, während sie die Insektenschutztür öffnete und leise an die Tür klopfte. Sie machte beinahe einen Satz als die Tür sofort aufgerissen wurde und sie in ein weiteres Paar intelligenter, wachsamer Augen blickte. Doch diesmal waren sie menschlich. "Mein Gott, Frau. Du hast mich zu Tode erschreckt," beklagte sie sich bei Trishia, ihre Hand auf ihr wild pochendes Herz legend. "Entschuldige," murmelte Trishia verlegen. "Aber ich hab dich am Fenster vorbeigehen sehen und wollte nicht, das Lucy aufwacht. Was ist los?" "Es geht um Alice," erzählte ihr Sam. "Sie hatte offenbar schlecht geträumt und Jody ist zu ihr gegangen um nach ihr zu sehen. Sie haben sich unterhalten und Alice hat sich an etwas erinnert. Wie Jody sagte war es ziemlich intensiv und sie verlor ihr Bewusstsein. Wir fragen uns was wir nun tun sollen." "Sie hat Jody erzählt an was sie sich erinnert?" Wiederholte Trishia enthusiastisch. "Wirklich?" "Ja," seufzte Sam. "Also, was machen wir jetzt? Einen Arzt anrufen? Sie zur Notaufnahme bringen? Einen Psychiater herholen? Trish, ich würde dem Mädchen liebend gerne helfen, doch wir haben mit so etwas keinerlei Erfahrung." "Ich weiß, ich werde mit dir zum Haus gehen und es mir ansehen. Wenn ein Psychiater erforderlich sein sollte, dann kann ich jemanden anrufen, doch zuerst verschaffe ich mir selber einen Eindruck." Trishia wollte Sam folgen und die Tür hinter sich schließen, doch sie zögerte plötzlich. "Was?" Fragte Sam ungeduldig. Sie war ein energiegeladenes Nervenbündel und wollte so schnell wie möglich zu Jody zurück. "Lucy schläft, doch ich will nicht das sie aufwacht und feststellt das sie alleine ist." Trishia biss sich auf ihre Unterlippe und ging abrupt ins Haus zurück. "Geh schon vor Sam. Ich komm in ein paar Minuten nach. Ich wecke Lucy und sag ihr wohin ich gehe." "Ich kann Kurt hier lassen," bot Sam an. "Danke Sam," erwiderte Trishia lächelnd. "Falls sich Lucy entschließen sollte mitzukommen, nehme ich ihn mit zurück." "Prima, bis gleich Trish." Nachdem sie Kurt erneut den Befehl gegeben hatte machte sie sich eiligst auf den Rückweg zum Haus. Der Hund winselte leise, doch gehorsam blieb er wo er war und starrte mit traurigen, braunen Augen hinter seinem Menschen her.
Trishia war klar, das sie keine Zeit hatte, Lucy sanft zu wecken. Sie drückte auf den Lichtschalter und augenblicklich wurde das Schlafzimmer in ein Lichtermeer getaucht. Sich neben dem Bett hinkniend schob sie ein paar Strähnen dunklen Haares von Lucy's Gesicht und lächelte liebevoll als sie sah wie dunkle Wimpern zitterten. Sich zwischen die Lichtquelle und ihre Geliebte stellend beugte sich Trishia nach unten, um eine weiche Wange zu küssen, und langsam zeigten sich ein paar schläfrige Augen. "Guten Morgen, Schönheit," flüsterte Trishia. "Morgen?" Murmelte Lucy, einen Blick zum Fenster werfend. "Bist dir darüber sicher? Für mich sieht es recht dunkel aus." "Ich weiß und es tut mir leid," seufzte Trishia. "Doch Sam war gerade hier um mir zu sagen, das mit Alice irgendetwas nicht stimmt und ich muss hingegen und nachsehen. Ich wäre sehr froh, wenn du mit mir kommen würdest." "In Ordnung," gähnte Lucy die Bettdecke zurückwerfend und einen spärlich bekleideten Körper enthüllend. Eigentlich trug sie nur ein Tank-Top und einen spitzenartig aussehenden Slip. Trishia schluckte heftig und versuchte mit aller Macht, die ihren juckenden Händen so nahe liegende, verlockende Haut, nicht zu berühren. "Könnte es sein das diese ganze... Situation... unser Liebesleben auf eine sehr negative Art beeinflusst?" Fragte Lucy, das kaum verborgene Verlangen in den Augen ihrer Geliebten sehend. "Falls dem so ist, dann bin ich gar nicht begeistert. Ich hatte gestern Abend solch großartige Pläne für uns und sieh was passiert ist! Ich hab allein geschlafen und du hast die ganze Nacht in diesem Stuhl Wache gehalten. Leugne es nicht, Trish," sagte Lucy ihre Hand hebend um Trishia vom Reden abzuhalten. "Du hast nicht eine Sekunde geschlafen. Wenn du so weitermachst, wirst du krank werden." "Es ist nicht das erste Mal, das ich einen ganzen Tag und Nacht wachgeblieben bin," entgegnete Trishia, mit Schuldgefühlen, das sie ihre Geliebte in eine wahrscheinlich schlimme Lage hineingezogen hatte. "Ich werde okay sein, ich..." "Ich mach mir Sorgen," unterbrach Lucy die Polizistin. Sie streckte ihre Hand aus und legte sie auf Trishia's Wange, während sie mit ihrem Daumen zärtlich über die gebräunte Haut streichelte. "Ich mach mir über dich Sorgen," wiederholte Lucy. "Ich vertraue dir Trishia. Ich glaube an dich, und wenn irgendjemand für die Sicherheit meiner Familie sorgen kann, dann weiß ich mit Sicherheit, das du das bist. Aber wann wirst du zur Abwechslung mal an dich denken? Nein! Erzähl mir nicht, das du es machen wirst, wenn das vorüber ist. Ich kenne dich nun schon seit über einem Jahr, und ich habe gesehen wie hart du arbeitest. Die Zeit und Energie die du dafür einsetzt. Ich weiß, dass dir deine Arbeit eine Menge bedeutet und ich bin die Letzte die zwischen dir und deinem Job stehen würde." Lucy lachte humorlos. "Glaube nicht, das ich nie darüber nachgedacht habe," gab sie zu. "Das habe ich, doch das würde bedeuten, das ich dich entwerder auf der Stelle, oder später verlieren würde, weil du es mir nachtragen würdest." Lucy beugte sich nach vorne bis sie sich mit der Stirn berührten. Sie lächelte und küsste zärtlich Trishia's Nase. "Ich weiß, dass du entschlossen bist den McDonnell Klan und Alice zu schützen, doch versprich mir eins, Trish." "Was?" Flüsterte Trishia. "Versprich mir, das du Carol Wong bitten wirst, noch ein paar Polizisten für die Bewachung dieses Ortes zur Verfügung zu stellen. Bitte?" "Das werde ich," antwortete Trishia heiser. Lucy McDonnell verblüffte sie immer wieder aufs Neue. Der Beginn ihrer Beziehung war sehr plötzlich, sehr schnell und sehr intensiv und manchmal fragte sich Trishia, ob sie jemals eine gleichartige Verbindung wie Jody und Sam oder Megan und Sarah aufbauen könnten. Während der ganzen Zeit ihrer Beziehung hatten sie es von Tag zu Tag angehen lassen und anfänglich hatte Trishia vermutet, das die Anziehungskraft verblassen, und nur noch Freundschaft übrigbleiben würde. Was sie auch gerne akzeptiert hätte. Doch in letzter Zeit hatte sie einige Veränderungen bemerkt. Nichts aufsehenerregendes, mehr wie eine langsam wachsende Verbindung zwischen ihnen. Die Leidenschaft war immer noch da, doch da schien es auch mehr Wärme, Zärtlichkeit und Zuneigung zu geben. Sie gingen völlig ungezwungen miteinander um, und nach einem Arbeitstag freute sie sich Lucy nicht nur wegen der körperlich Anziehungskraft zu sehen. Sie wollte mit der dunkelhaarigen Frau zusammen sein, weil es ihr das Gefühl gab komplett zu sein. Lucy's Offenbarung über Trishia's Arbeit hatte ihr die Augen geöffnet und zum ersten Mal wusste Trishia mit Sicherheit, das Lucy die gleichen Gefühle wie sie haben musste. Diese Erkenntnis erfüllte sie mit soviel Freude und Dankbarkeit, das die Dunkelheit die sich über ihre Seele gelegt hatte, seit sie die Leiche am Strand gesehen hatte, verdrängt wurde. Plötzlich merkte Trishia, wie Tränen in ihre Augen traten und holte tief Luft. "Ich verspreche es," wiederholte sie. "Und ich glaube, das wir bald miteinander reden müssen. Recht bald." "Das werden wir," erwiderte Lucy lächelnd und wischte eine einsame Träne weg, die an Trishia's Wange herunterlaufen wollte. "Ich hoffe das dieses Gespräch eine Flasche kalten Weißwein, ein bequemes Bett und eine Menge Privatsphäre einschließt." "Natürlich," versicherte Trishia ihrer Geliebten. "Gut," seufzte Lucy glücklich. "Lass uns zum Haus gehen und sehen was los ist. Ich glaube, ich sollte mich passend anziehen. Ich möchte nicht, dass Jody denkt, ich wäre hinter ihrer Frau her." "Das bist du besser nicht," grollte Trishia verspielt. Sie zog Lucy in ihre Arme und für einen kurzen Moment ihre Augen schließend, genoss sie das Gefühl des warmen Körpers gegen ihren und den Duft von Lucy's Parfüm, der noch immer schwach an ihrer Haut hing. "Mach dir keine Sorgen," kicherte Lucy, während sie Trishia's Gesicht für einen kurzen Kuss hinunterzog. "Ich mag Sam, doch sie ist nicht mein Typ." "Oh, und wer ist denn dein Typ?" Fragte Trishia grinsend, während Lucy ihren Kopf zurückwarf, und ihre Augen verdrehend so tat, als würde sie wirklich hart nachdenken. "Nun ja, ich hatte schon immer eine Schwäche für die niedliche Rothaarige, diejenige die in der Anzac Bank arbeitet, weißt du? Diejenige die DU nach Hause gefahren hast als ein paar Punker ihr Rad gestohlen hatten." "Oh bitte," lachte Trishia. "Das werde ich ewig zu hören bekommen, oder? Aber wenn es dich irgendwie trösten sollte, sie war noch keine Einundzwanzig, und als Polizistin kann ich mich nicht auf die Verführung von Minderjährigen einlassen." "Doch sie hat auf dich gestanden," beschuldigte Lucy sie, während ihre dunkelgrünen Augen jedoch strahlten. "Bis sie ein Auge auf dich geworfen hat," kicherte Trishia. "Ich denke, dass sie wortwörtlich geiferte." "Armes Kind," kicherte Lucy, sich aus Trishia's Armen befreiend und die Shorts ergreifend. "Da wir gerade über Kinder reden, wir gehen jetzt besser zum Haus." "Ja," stimmte Trishia zu, sich plötzlich an die schwer auf ihren Schultern liegende Verantwortung erinnernd. "Lass uns nachsehen wie es Alice geht."
Sicherstellend den Hauptweg zu meiden suchte sich eine dunkelgekleidete Gestalt langsam einen Weg durch den dichten Busch, und versuchte soviel abgestorben Äste wie möglich zu meiden. Das Haus sollte noch entfernt genug sein, das von dort, das Knacken von Ästen nicht gehört werden konnte. Doch irgendwelche Risiken einzugehen kam nicht in Frage. Vorsichtig zu sein war der Schlüssel zum Überleben. So war es immer. Ordnung, Vorsicht und Voraussicht. Analyse und Planung. Ein Nachtvogel, der gerade ein Insekt fangen wollte, flog plötzlich laut gegen den Eindringling protestierend auf. Er flog auf einen Baum und setzte sich auf einen der tieferen Zweige. Seine kleinen, perlenartigen Augen schauten neugierig nach unten und folgten der dunklen Gestalt, die brutal eine solch schöne Mahlzeit unterbrochen hatte. Die Gestalt blickte anerkennend zu dem Vogel hoch. Die Natur war schön. Der Busch war in der Lage die Nerven zu beruhigen und einer zerrissenen Seele Frieden zu bringen. Der Eindringling ging langsam auf eine Lichtung zu, von wo aus er einen klaren Blick auf das Haus auf dem Hügel haben würde. Darauf bedacht kein Geräusch zu machen kniete sich die Gestalt hinunter und schob vorsichtig einige, die Sicht versperrende, Blätter zur Seite. Dort war es. Das Haus, von dem er bereits soviel gehört hatte. Es existierte. Es war nicht nur ein weiteres Märchen. Ein Lächeln milderte ein paar Augen, die in der Morgendämmerung, als der Mond langsam seine Macht verlor, farblos zu sein schienen. Das war gut. Das war mehr als gut, es war ausgezeichnet. Es war ein wahrer Segen, es so leicht gefunden zu haben. Nun konnte der Rest des Plans entworfen werden und vielleicht, mit ein bisschen Glück würde die Suche, die vor so langer Zeit begonnen hatte, schließlich ein Ende finden. Langsam in die Büsche zurückkriechend, lehnte sich die Gestalt auf einen kleinen Zweig, der ein trockenes Knacken von sich gab. Augenblicklich jagte Adrenalin durch seine Adern und für eine Ewigkeit schien die Welt ihren Atem anzuhalten.
Auf der Veranda hob Kurt seinen Kopf und konzentrierte seine Augen augenblicklich zu der Geräuschquelle. Aufstehend schnüffelte er in die Luft und konnte vage einen fremden Geruch ausmachen. Er wollte gerade seinen bequemen Platz verlassen, als die Worte seines Menschen in seinen Ohren wiederhallten. "Bleib hier Junge. Pass auf." Einen Blick zur Küchentür werfend wollte er seinen Menschen beinahe beschwören zu erscheinen. Hatte sie das Geräusch nicht gehört? Wie konnte sie es überhört haben? Nicht sicher was er tun sollte schritt Kurt unruhig vor der Tür hin und her. Doch letztendlich war sein Verlangen seinem Menschen zu gefallen stärker als der Drang alleine loszuziehen. Leise winselnd ging er zu seinem alten Platz zurück, wo er sich wieder hinlegte. Sein Maul auf seine ausgestreckten Beine legend, blickte er mit seinen intelligenten braunen Augen zu den Büschen.
~~~ ENDE - Kapitel 7 ~~~
Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 8 lesen. Kommentare und Feedback sind willkommen unter: ripplesintime@hotmail.com
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