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Tropical Storm - Kapitel 4 |
Tropical Storm Kapitel 4
Die Tür schloss sich hinter ihr und sie war über die Ruhe in dem Raum überrascht. Die Geräusche von draußen waren nicht mehr zu hören und während sie quer über den Teppich zu Dar's Schreibtisch ging atmete sie aus. Die Geschäftsführerin saß mit verschränkten Armen an ihrem Schreibtisch auf dem genau in der Mitte ihr Telefon stand. Sie trug ein graues Seidenkostüm mit einer waldgrünen Bluse was ihr ein lässig elegantes Aussehen verlieh. Natürlich konnte Kerry die Frustration an ihrer Körperhaltung sehen, aber Dar schaffte es sie anzulächeln. "Das ist also die Hölle, wie?" Die blonde Frau sah sich im Raum um. "Nette Einrichtung." Dar seufzte und rieb sich mit einer Hand ihre Schläfe. "Es ist ein ganz schön hektischer Morgen." Sie fuhr mit ihren Fingern durch ihr Haar und ließ dann ihren Arm fallen. "Das sehe ich." Antwortete Kerry leicht unsicher. "Ist da... ähm... blöde Frage, aber gibt es etwas wobei ich helfen kann?" Es war augenscheinlich, dass die größere Frau versuchte sich ein wenig zu entspannen. "Eine ganze Menge Dinge. Aber ich denke, zuerst werde ich sie in ihr Büro bringen, damit sie sich einrichten können." Sie stand auf. "Kommen sie." Neugierig folgte ihr Kerry zu einer kleinen, unscheinbaren Tür, die sie in der Nacht gar nicht bemerkt hatte, und sah wie Dar sie öffnete und ihr andeutete vor ihr herzugehen. "Gehen sie voran - sie können mir glauben das dieser Weg der schnellere ist. Wenn ich durch mein Vorzimmer auf den Flur gehe, brauche ich acht Stunden um von diesem in ihr Büro, das ich für sie herausgesucht habe, zu kommen." Kerry betrat einen engen, kleinen Flur mit unbeschrifteten Türen auf der einen und einer kahlen Wand auf der anderen Seite. Sie ging unsicher den Flur entlang bis sie eine warme Hand auf ihrem Rücken fühlte. Dar führte sie ungefähr fünfzehn Meter weiter bis sie an eine unbeschriftete Tür kamen und Dar ihr anzeigte sie zu öffnen. Sie drückte die Klinke hinunter und betrat ein weiteres Büro. Es war annähernd quadratisch und hatte auf der einen Seite einem Arbeitstisch mit Stühlen ringsherum und auf der anderen Seite stand ein Schreibtisch mit Holzmaserung. Der Teppich und die Wände waren in einem Burgunderton gehalten und hinter dem Schreibtisch war ein Fenster das vom Boden bis zur Decke reichte und die gleiche Aussicht wie das Fenster in Dar's Büro bot. Auf dem Schreibtisch befand sich ein Computer, ein Telefon und sonst nichts, das Büro war so leer, das es offensichtlich war, das es noch nie benutzt wurde. "Es ist... ähm..." Dar lehnte sich gegen die Tür und schaute Kerry entschuldigend an. "Es ist etwas leer, ich weiß... aber das Wesentliche ist vorhanden." Kerry schielte zum Schreibtisch und den anderen Möbeln. "Es ist prima." Sie drehte sich um und blickte aus dem Fenster. "Bei dieser Aussicht, hätten sie mir eine Pappschachtel und eine Dose mit einer Schnur dran geben können, und ich wäre glücklich gewesen." Sie legte ihre Aktenmappe auf den Schreibtisch. "Hören sie... ich weiß das sie bis zum Hals in Problemen stecken... ich lass mich hier nieder, logge mich ein und werde sehen ob ich allein klar komme, okay?" Dar lächelte und schaute nach unten. "Tatsächlich könnten sie mir eine Stunde geben um alles zu klären, dann werde ich zurückkommen und sie herumführen und wir können miteinander reden." Sie räusperte sich. "Wenn ich in einer Stunde nicht erscheinen sollte, dann ist der Rest vom Netzwerk auch noch ausgefallen, dann kommen sie herüber und suchen mich." Kerry stellte sich lächelnd vor sie. "Sie können darauf wetten, das ich das tun werde." Die dunkelhaarige Frau erwiderte das Lächeln, dann verzog sie sich auf den Flur zurück. "Oh Mann." Kerry setzte sich in den sehr bequemen ledernen Schreibtischsessel und schaute sich um. "Sie entschuldigt sich. Ich kann es nicht glauben... ich könne hier eine Aerobic-Klasse unterrichten und sie entschuldigt sich weil es so leer ist... du meine Güte." Sie untersuchte den massiven Schreibtisch und öffnete die Schubladen. Darin befand sich das gewöhnliche wie Bleistifte, Papier, Büroklammern und ein Heftapparat. In der großen Schublade befanden sich Hängeordner die natürlich noch leer waren. Sie schaltete den Computer ein und war beeindruckt von dem großen Monitor, es war der gleiche wie ihn Dar benutzte. Kerry fragte sich ob es Firmenstandard war, aber ungeachtet dessen war sie froh, weil ihre Augen, nach einem Tag des Starrens auf einen kleineren Monitor, anfingen weh zu tun. Der Computer bootete über ein Netzwerkloggin und sie gab ihre ID und ihr Passwort ein und erschrak ein wenig als nicht ihr übliches Menü erschien, sondern ein Menü mit ungefähr viermal so vielen Optionen auftauchte. "Oh je." Sie verzog ihr Gesicht. "Was ist das alles für ein Zeug?" CLIPC, PLIPC, CICS... Es war eine Buchstabensuppe mit verschiedenen Wahlmöglichkeiten neben einigen bekannteren Optionen, die ihr den Zugriff auf die Lohnliste, die Personalabteilung und die Kundendatei erlaubten. Versuchsweise wählte sie eine Option. "CLIPC... damit hatte Dar doch Probleme... lass mal sehen was das ist." Die Verbindung baute sich auf und sie schielte auf die Resultate. "Oh... Netview... okay... das kenn ich." Sie loggte sich in das Hauptprogramm des IBM Großrechners ein und versuchte den Befehl alles anzeigen. "Oh je... du meine Güte... wie riesig... Mann... das ist wirklich gigantisch." Das interne Netzwerk zeigte eine Menge inaktiver Funktionen an. "Ich wette damit schlägt sich Dar herum, wie?" Kommentierte sie, während sie mit ihrer Fingerspitze auf den Monitor tippte. "Nun... zu Hause an der Universität in Michigan benutzten wir dafür den Befehl ALLES AUSFÜHREN..." Sie gab ihn ein und zögerte dann. "Ähm... wahrscheinlich ist das keine so gute Idee... oh, was soll's... es kann nichts schaden." Sie drückte die Enter-Taste. "Das hat immer funktioniert..." Sie minimierte die Anwendung, klickte dann auf Mail und erschrak als sich ihre Mailanwendung öffnete und ihr Eingangsbox voll war. "Nun gut. Ich denke, dass wird mich für eine Weile beschäftigen... du meine Güte... was ist das alles..." Es waren eine Menge Dinge die Dar geschickt hatte... Sachen mit denen sie zu tun hatte und von denen sie anscheinend wollte, dass Kerry sie durchsah. "Okay... lass uns sehen was wir hier haben." Sie fing an zu lesen. "Jesus... Entwürfe von Rennrädern für die Olympiade und Finanztransaktionen für die Bank von Neuseeland... glaubst du das die Gesellschaft noch abwechslungsreicher sein könnte?" Es gab alle möglichen Probleme. Alle Arten von betrieblichen Fragen, wie zum Beispiel welcher Prozessor für welches Projekt geeignet war, und wessen Projekt den Vorrang hatte. Kerry war immer faszinierter von der Verwicklung gegenseitiger Beziehungen und sie vermutete, dass ihr bestimmt nicht langweilig werden würde. Sie stand auf und packte ihre wenigen persönlichen Dinge aus und arrangierte sie so auf ihrem Schreibtisch wie sie es liebte, danach durchstöberte sie das Büro in allen Ecken und Winkeln. Sie öffnete die Vordertür und linste hinaus, ein winziges Grinsen spielte um ihre Lippen als sie den Flur hinunter eine kleine Küche erspähte. "Ich wette das es da Kaffee gibt." Stellte sie fest, holte eine kobaltblaue Tasse aus ihrer Aktenmappe und schlenderte hinüber. "Fantastisch." Sie schaute sich in der Küche um und unterdrückte ein Kichern. "Diese Küche ist besser ausgestattet als die in meiner Wohnung." Es gab natürlich einen Kühlschrank mit der obligatorischen Aufschrift. Lassen sie unbeschriftete Lebensmittel nicht länger als eine Woche hier liegen oder sie werden eliminiert. Las Kerry. "Ich werde nicht nachfragen." Es stand nicht nur eine gewöhnliche Kaffeemaschine auf der Anrichte, sondern auch eine Espressomaschine und desweiteren waren Behälter mit verschiedenen Milch- und Sahnesorten sowie Zucker und Süßstoff vorhanden. Während sie sich Süßstoff nahm und eine Tasse Kaffee eingoss betrat hinter ihr eine junge Frau die Küche und sagte ein fröhliches Hallo. "Hi." Kerry drehte sich um und lehnte sich, ihren Kaffee umrührend gegen die Anrichte. Die junge Frau nahm ein kleines Paket aus dem Gefrierfach und legte es in eines von den drei professionellen Mikrowellengeräten, die in einem Regal neben der Tür standen. "Frühstück?" Die junge Frau drehte sich lächelnd herum. "Snacks." Kicherte sie. "Ich arbeite für Eduard Castillo... wenn ich ihm um diese Zeit nichts zu Essen gebe wird er mürrisch." Sie streckte ihre Hand aus. "Mary Evers." Kerry nahm die Hand. "Kerry Stuart." Die Augen der jungen Frau weiteten sich. "Oh mein Gott... sie sind Dar Roberts neue Assistentin!" Die blonde Frau zwang sich zu lachen. "Okay... wollen auch sie mir sagen, das ich mutig oder dumm bin?" Ein Lächeln huschte über das Gesicht der jungen, dunkelhaarigen Frau und sie lehnte sich näher heran. "Ich wollte sagen, dass sie sich glücklich schätzen können." Sie blinzelte Kerry an, dann nahm sie das leicht dampfende Paket aus der Mikrowelle und legte es auf einen kleinen Teller den sie mitgebracht hatte. "Sie müssen wissen, dass nicht jeder hier schlecht über Dar denkt." Kerry war angenehm überrascht. "Nun... das ist nett zu hören, da ich sie nämlich mag." Grinste sie entspannt. "Und es bringt mich beinahe um, wenn mich jeder ansieht, als ob ich meinen Verstand verloren hätte." "Sie mögen sie also, ja?" Mary biss sich leise kichernd auf ihre Unterlippe. "Das ist interessant... Ich dachte sie kommen von der Associated... sie wissen, dass sie beinahe aufgelöst wurden." Seegrüne Augen betrachteten sie eingehend. "Oh ja, ich weiß das." Antwortete Kerry leise. "Ich war hier, als sie eine Möglichkeit fand um dies zu verhindern." "Wirklich?" Mary legte eine Serviette unter den Teller. "Das ist gut zu hören... nett sie kennengelernt zu haben, Kerry... ich muss dieses Beruhigungsmittel zu meinem Boss bringen, bevor er alle Bleistifte zerbricht." Kerry betrachtete das Paket, welches, wie es aussah in Maisblätter eingewickelt war. "Es war auch nett sie kennenzulernen... auf bald." Sie hielt inne. "Oh... was macht ihr Boss eigentlich?" Beim Hinausgehen drehte sich Mary um. "Marketing für die Karibik... Tschüss." Sie verschwand den Flur hinunter und Kerry betrachtete nachdenklich die Wand, bevor sie ihren Kaffee nahm und in ihr Büro zurückging. Ihr Büro. Sie grinste als sie mit ihrem Rücken gegen die Wand gelehnt aus dem Fenster blickte. "Nun gut... zurück zur Arbeit." Sie stellte ihre Tasse ab und fing wieder an zu lesen. Sie war so in ihre Arbeit vertieft, dass sie nicht hörte wie sich die Hintertür öffnete, oder das jemand eintrat bis eine Hand sie am Arm berührte und sie sich erschrak. "Oh Mann!" Dar setzte sich auf die Kante des Schreibtisches und betrachtete sie mit einem rätselhaften Gesichtsausdruck. "Hi." "Oh... hi... Entschuldigung... ich habe sie nicht hereinkommen hören... ich war..." Kerry zeigte auf ihren Monitor. "Ich habe versucht zu verstehen was sie mir geschickt haben... ich habe es nach Informationen und Aufgaben sortiert... was ist?" Sie bemerkte wie Dar sie anlächelte. "War das nicht richtig?" "Wissen sie Kerry... man sagt, dass der erste Eindruck in dieser Gesellschaft zählt." Bemerkte Dar. "Meiner... nun, ich erzählte Lester Roesenthal er könne meinen Hintern küssen, und das verfolgt mich nun schon die ganzen Jahre." "Wirklich?" Kerry war fasziniert. "Mmhm... also... wissen sie, welchen ersten Eindruck sie hier hinterlassen werden?" Erkundigte sich Dar, während ihre blauen Augen Kerry auf ihren Sitz festnagelten. "Ähm... nein." Antwortete Kerry nervös. "Aber sie werden es mir sagen, richtig?" "Aber... sicher... sie werden als der Neuling bekannt werden, der an seinem ersten Tag hier rein kam, sich hinsetzte, sich einloggte und ein vollkommen am Boden liegendes System wieder zum Laufen gebracht hat." Kerry starrte sie sprachlos an. "Oh... das war ich nicht." Dar verzog ihre Lippen und nickte gelassen. "Sie sind KSTUART01, richtig?" "Ähm... ja." Antwortete sie zögernd. "Oh... Herrgott... dieses Netview-Kommando... oh, Dar... sagen sie mir nicht, das keiner daran gedacht hat, das ist lächerlich." Protestierte Kerry. "Das gehört zum Grundwissen!" Ein liebevolles Funkeln trat in Dar's sehr blaue Augen. "Mmhmm... das Problem mit uns Fachidioten ist, dass wir manchmal vergessen zuerst an die einfachsten Dinge zu denken, wenn etwas schief geht. Wir gehen stattdessen bei diesem Mist den aufwendigen, komplexen Weg." Sie tätschelte Kerry's Wange. "Sie haben gestern Nacht einen Masterload durchgeführt und vergessen, das dadurch das System in den Konsolenmodus geht - dadurch werden alle lokalen Einheiten deaktiviert damit neue Programme eingesetzt werden können ohne sie in Betrieb nehmen zu müssen." "Sie sind kein Fachidiot." Wandte Kerry ein und bemerkte, dass sie heftig errötete. "Sind sie?" "Sicher bin ich das, genau wie sie." Informierte sie Dar fröhlich. "Gute Arbeit Kerry... ihr Alleingang hat meine Wahl sie als Assistentin einzustellen bestätigt, indem sie ihre eigene kleine Legende begründet haben, und ich nicht einmal etwas dafür tun musste." Kerry sonnte sich in der warmen Anerkennung und saugte sie mit einem bescheidenen Vergnügen in sich auf. "Danke... aber das war nicht beabsichtigt." Ihr Gesicht verzog sich zu einem ironischen Grinsen. "Was für ein Einstieg, was?" Dar rieb ihren Nacken und kicherte. "Es gibt schlimmere Wege... hören sie, es ist beinahe Mittag. Lassen sie uns etwas essen gehen und dann werde ich sie herumführen." Sie schielte zu Kerry's Tasse. "Wie ich sehe, haben sie die Küche bereits gefunden." Kerry nickte. "Ja... nette Einrichtung... ich mag die Mikrowellengeräte, weil ich gewöhnlich etwas eingefrorenes zum Essen mitbringe." Eine dunkle Augenbraue hob sich. "Wir haben eine Cafeteria." Bemerkte Dar trocken. "Aber wenn sie vertrautes Essen vorziehen... dann machen sie das. Obwohl sie keine Fischstäbchen zubereiten sollten... weil es Wochen dauert bis der Geruch verschwindet." "Das werde ich mir merken... essen sie gewöhnlich in der Cafeteria?" Erkundigte sich Kerry. "Ich meine... Gott, das hört sich komisch an... ich wollte eigentlich fragen ob sie gut ist? Eine Menge sind es nicht." Sie zog ein Gesicht. "Wenn ich an Cafeterias denke, fällt mir die von der Uni ein... igitt." Dar nickte. "Meine war auch so." Gab sie zu. "Vier Jahre lang endete ich meist bei Eiscreme und Cheeseburgern." Kerry stand auf und kicherte verdrießlich. "Pizza und verschiedene Sandwiches... ich kann den Anblick von gelieferter Pizza immer noch nicht ertragen." Sie folgte Dar aus dem Büro zum Fahrstuhl. "Ich denke, diese hier ist anders, wie?" Kommentierte sie, als sich die Türen öffneten und sie den leeren Fahrstuhl betraten. "Keinesfalls." Bekannte Dar leicht schüchtern. "Cheeseburger, Pommes und Milchshake sind noch meine bevorzugten Favoriten." Kerry beäugte ihre sportliche Figur und blinzelte. "Danach sehen sie mit Sicherheit nicht aus... sie müssen demnach wie verrück Sport treiben." Die größere Frau atmete leise aus. "Ja, das nimmt einen großen Teil meiner Freizeit in Anspruch." Bestätigte sie. "Außerdem ist es zudem ein Weg die Frustration abzubauen." Sie warten das sich die Türen öffneten, dann traten sie auf die erste Etage hinaus und sie führte Kerry zu ein paar Doppeltüren, aus denen verlockende Gerüche herausströmten. Die blonde Frau beobachtete gedankenverloren wie ihre neue Chefin leise die Tagesspezialität, Hackbraten mit Kartoffelbrei, bestellte und dann noch ein großes Glas Milch und ein Stückchen Kuchen auf ihr Tablett stellte. Sie seufzte und wählte einen Chefsalat und ein Glas Grapefruitsaft, dann folgte sie Dar zu einem Ecktisch. "Ich habe das Gefühl, als ob mich jeder beobachtet." Murmelte sie währen sie ihr Besteck auswickelte. "Das werden sie auch." Antwortete Dar fröhlich. "Sie sind die Neue... so etwas aufregendes ist nicht mehr passiert seit eine L1011 über uns hinweggeflogen ist und eine Landeklappe verloren hat, die durch das Atrium gekracht ist." "Tss... Dar!" Protestierte Kerry an einem Stückchen Schinken knabbernd. "Ich meine es ernst." Blaue Augen schauten sie über eine Gabel Kartoffelbrei hinweg an. "Ich doch auch." Antwortete sie ehrlich. "Ich bin aus der Chefetage, jeder kennt mich, und wenn ich mir eine Assistentin zulege, was vorher noch nie geschehen ist... dann spricht sich diese Sensation hier schnell herum." Sie verharrte kurz. "Ich habe sie gewarnt, richtig?" Kerry seufzte. "Ja... das haben sie." Sie blickte auf und war persönlich darüber erstaunt wie gut sie miteinander auskamen. "Ist ihnen schon eingefallen woher wir uns kennen könnten?" Dar biss nachdenklich auf ihre Gabel. "Nein." Sie schüttelte ihren Kopf. "Ich weiß, dass es nicht von der Schule her sein kann... ich bin zwar viel herumgereist als ich aufgewachsen bin, aber ich war niemals in der Nähe von Michigan... und ich habe an der Universität von Miami studiert, also fällt das auch aus." Sie zuckte mit ihren Schultern. "Egal, wie haben sie sich eingelebt? Wie ich sehe haben sie die Mails bekommen... ich habe eine kleine Liste von Projekten für sie, die sie bearbeiten sollen." Sie verbrachten den Rest des Essens mit geschäftlichen Gesprächen und Kerry bekam eine etwas bessere Vorstellung von dem was ihre Aufgabe war. Es klang zur Hälfte aufregend und zur anderen Hälfte erschreckend, und sie hoffte dass sie die Möglichkeit bekam erst einige Probeaufträge zu bewerkstelligen, bevor sie die wichtigen Entscheidungen treffen musste, was Dar offensichtlich von ihr erwartete. Die Geschäftsführerin teilte ihr mit, dass sie äußerst beschäftigt sei und sich nicht die Zeit nehmen konnte für sie den Babysitter zu spielen, also würde Kerry eine Menge allein bewerkstelligen und sich auf ihr eigenes Urteilsvermögen verlassen müssen. "Das ist auf eine Art erschreckend." Erwähnte sie als sie ihre Tabletts nahmen und auf die Geschirr-Rückgabe stellten. Als sie an einem großen Mann vorbeigingen drehte sich dieser um, und Kerry bemerkte den Hass in seinen Augen als er zu Dar blickte. Sie wartete bis sich die Fahrstuhltüren geschlossen hatten und fragte dann. "Wer war dieser große, fast kahlköpfige Bursche?" "Peter Weyrhousen." Antwortete Dar. "Er ist der Manager für Regierungsaufträge." "Ich glaube nicht, dass er sie mag."Äußerte Kerry bedauernd. "Mm... eigentlich hasst er mich." Korrigierte Dar sie. "Diese zwei Verträge, die ich der Associated gegeben habe, kamen aus seinem Bereich." "Ich hasse es daran zu denken, dass er wegen mir Schwierigkeiten bekommt." Murmelte Kerry. Dar überraschte sie mit einem Lachen. "Machen sie sich deswegen keine Sorgen... diese zwei Verträge waren ein persönliches Geschenk von General Easton für mich... er hätte sie sowieso nicht bekommen." Kerry stellte fest, dass sie ein sehr schönes Lachen hatte. Es war tief und klang mehr wie ein Kichern das aus ihrer Brust kam, und wurde gewöhnlich von einem winzigen verschlagenen Funkeln in ihren Augen begleitet, was Kerry sehr interessant fand. Dar führte sie wie versprochen herum, wobei sie sie mehreren Abteilungsleitern vorstellte, die alle dieses nette, erzwungene süße Lächeln ausstellten, "hallo, es ist nett sie kennenzulernen", die Art von Lächeln von dem man wusste, das es verschwand sobald man ihnen den Rücken zudrehte. Das war in Ordnung, weil Dar, nachdem sie gegangen waren, sicherstellte das sich jeglicher Kommentar verbot. Anschließend folgte eine Führung durch die vierzehnte Etage. Es war eine beinahe Quadratische Ebene mit großen Büros an jeder Ecke, die etwa alle aussahen wie Dar's Büro. Dar's Büro war in der nordöstlichen Ecke und in den anderen Drei saßen Geschäftsführer mit dem gleichen Rang wie Dar ihn inne hatte. In der südöstlichen Ecke war Lou Draefus' Büro, dem VP für Finanzen, der von Dar Duks genannt wurde, und in der südwestlichen Ecke saß John Dierhdohl, dem Vizepräsidenten für neue Accounts. In der Ecke im Nordwesten befand sich das Hoheitsgebiet von Eleanor Anastasia, der Chefin für Marketing und Geschäftslösungen. Seit Dar die Verantwortung für die Operations übernommen hatte, schloss ihr kleiner Flügel die MIS-Gruppe, mit Mark Polenti als Chef, die Sicherheitsgruppe, die Netzwerkunterstützung und die Analyse-Abteilung, sowie eine kleines Heer von Infrastrukturleuten, die die firmenintern wie auch die Ressourcen außerhalb bereitstellten, mit ein. Dar war für alles verantwortlich, von der Einrichtung neuer Schaltkreise für das Gebäude, zu den Einrichtungen (wie es schien einschließlich der Klimaanlage), bis zur Überwachung des riesigen internen Intranetzwerks, welches ihre gesamten Kunden mit Rechenleistung versorgte. Wenn der Vertrieb einen Vertrag abschloss und dem Kunden siebzehn T1-Leitungen mit sofortigem Zugriff versprach, dann handhabte Dar's Gruppe den Kauf und den Entwurf von Schaltkreisen, sowie die Installation und die Wartung davon. Falls in dem Vertrag ein halbes Dutzend AS400 Computer vorgesehen waren, dann besorgte, programmierte, installierte und wartete Dar's Gruppe auch dieses. Kerry realisierte sehr schnell, das die Operations das Herz der Gesellschaft war, und nun hatte sie eine gute Vorstellung warum Dar in einer solch privilegierten Position war. Niemand wollte sie verstimmen, weil jeder von ihr abhing, damit seine Arbeit erledigt wurde. Dies sagte sie auch Dar, als sie wieder im Büro der Geschäftsführerin waren, und bekam dafür ein sarkastisches Lächeln. "Ich wusste, dass ich die richtige Wahl getroffen habe." Sagte Dar leise. "Es gibt hier Leute, die seit Jahren für diese Gesellschaft arbeiten und das immer noch nicht herausgefunden haben." Kerry war ziemlich stolz über ihren ersten Tag hier. Sie realisierte noch etwas anderes. Zwischen Dar's Titel und dem was sie tat, bestand ein gewaltiger Unterschied. Ja, sie war für die Operations verantwortlich, aber in Wirklichkeit war sie die oberste Krisenmanagerin der Gesellschaft. Wenn es irgendwo brannte, wurde Dar aus dem Grund hingeschickt, weil sie wusste was zu tun war, und sie tat es ohne Rücksicht auf die Gefühle von jemandem oder auf Protokolle oder irgendetwas anderes zu nehmen. Kein Wunder, das sie jeder hasste. Wenn Dar Roberts dein Territorium betrat, bedeutete das für gewöhnlich, das du Mist gebaut hattest und sie dich da raus holen musste. Kein schönes Gefühl realisierte die Blonde, als sie sich an ihren Schreibtisch setzte und den Rest ihrer neuen Projekte durchsah. Das bedeutete auch, dass Dar permanent überarbeitet war, und Kerry vermutete, dass dies auch mit ein Grund für ihren schlechten Ruf war... sie hatte einfach nicht die Zeit um nett zu sein. Sie musste handeln, eine Entscheidung treffen und verschwand sofort wieder, um sich um die nächste Krise zu kümmern. Dar hatte gesagt, dass sie Kerry ungefähr zehn Prozent der Projekte geben würde an denen sie im Moment selber arbeitete. Und auf Kerry's Arbeitsliste waren nun zweiundzwanzig davon. Zehn Prozent? Wann zum Teufel hatte diese Frau Zeit zum Schlafen? Sie nahm an, dass sie es herausfinden würde. Dar beobachtete durch ihr Fenster wie die Sterne über dem Ozean hervorkamen, und sie lehnte sich, froh über einen Moment des Friedens an dem Ende eines sehr langen und sehr verdrießlichen Tages, zurück. Dieser Tag wäre noch länger gewesen, wenn Kerry heute Vormittag nicht dieses Wunder vollbracht, und Dar's größtes Problem gelöst hätte und diesen Tag einfach nur schlecht und nicht katastrophal enden ließ. Maria kam mit ihrer Tasche über ihrer Schulter herein um gute Nacht zu sagen. "Sie sind spät dran Maria." Sagte Dar leise. "Aye... und was soll ich zu ihnen sagen?" Antwortete die Sekretärin während sie hinüber ging und sich an die Seite des Schreibtisches ihrer Chefin stellte. "Das Sekretariat ihres Arztes hatte nur noch einen Termin frei, er ist am Donnerstag um 14:00 Uhr, ich habe den Termin ausgemacht, okay?" Dar ignorierte das Dröhnen in ihrem Kopf und lächelte. "Das ist fein... ich glaube, ich habe am Donnerstag morgen eine Sitzung, dann eine Essen mit John D. und seinem Team, somit habe ich den Nachmittag frei." Sie hielt inne. "War ein recht schlimmer Tag heute, was?" Maria setzte sich auf eine Ecke des Schreibtischs. "Die arme kleine Chiquita... sie scheint sehr nett zu sein, Dar." Sie sah besorgt aus. "Ich befürchte diese Leute werden sie auffressen." "Nein." Die dunkelhaarige Frau hinter dem Schreibtisch schüttelte ihren Kopf. "Sie ist zäh... haben sie Jack's Gesicht gesehen als er hier hereinstürzte und sagte, dass das Netzwerk auf wundersame Weise wieder hochgefahren ist? Ich habe die Protokolle überprüft um zu sehen was geschehen war... und ihm gesagt, dass meine brandneue Assistentin, die noch Nass hinter den Ohren ist, das Problem gelöst hat, an denen seine Netzwerktechniker über zwölf Stunden gearbeitet hatten... Gott..." Dar lachte. "Das hat mir den Tag versüßt." Maria blickte zu ihr und ihr Gesicht verzog sich zu einem verwirrten Lächeln. "Sie mögen sie, diese kleine Chiquita?" "Ja, ich denke, dass sie eine Menge Talent und Potential hat." Antwortete Dar. "Ah ah ah..." Maria drohte mit ihrem Finger. "Nein nein... sie mögen sie." Es herrschte einen Augenblick Schweigen als das Licht draußen langsam verblasste und Dar halb im Schatten saß. Die Geschäftsführerin schien sich diese Frage selbst zu stellen. "Auf einer persönlichen Ebene..." Sie zögerte. "Ja... ja ich mag sie. Warum?" Die ältere Frau seufzte. "Ich arbeite nun schon fünf Jahre für sie, und ich habe niemanden gesehen der sie so oft zum Lächeln gebracht hat." Sie hielt inne. "Das ist gut." Dar war durch diese Beobachtung leicht sprachlos, umso mehr als sie erkannte das es stimmte. "Ich... ich denke, es ist nur schön jemanden zu haben der klug genug ist die Dinge selbst in die Hand zu nehmen... nicht wie diejenigen mit denen ich es das letzte Mal versucht habe." "Aye...richtig." Stimmte Maria leise zu während sie Dar betrachtete. "Es ist gut... ich hoffe sie kommt zurecht." Sie winkte. "Gute Nacht Dar." Die dunkelhaarige Frau nickte abwesend. "Gute Nacht Maria... bis morgen." Sie warte bis sich die Tür geschlossen hatte, dann drehte sie ihren Stuhl herum, lehnte sich zurück und betrachtete mit verschränkten Fingern den aufsteigenden Mond. Er war riesig und hing wie eine Laterne am Horizont die ihre Strahlenbündel über den fast ruhigen Ozean warf. "Ich hoffe es auch, Maria... ich hoffe es wirklich."
"Okay, ich denke das wird funktionieren... aber können wir den Prozessor in weniger belasteten Zeiten nicht für etwas anderes nutzen?" Fragte Kerry während sie mit einem Bleistift spielte indem sie ihn so auf ihren Schreibtisch drückte das er sich überschlug. "Ich weiß, dass die Bankgruppe sich nach zusätzlichen Zeiten während ihrer höchsten Auslastung umsieht... können wir ihn nicht da einsetzen?" Sie hörte der Antwort zu, dann lächelte sie und machte sich eine Notiz in ihrer Unterlage. "Gut... okay, dann werde ich ihnen mitteilen, dass sie sich auf sie verlassen können." Eine Pause. "Sicher... die Verrechnung wird ihrem Etat gutgeschrieben." Ein zufriedener Ton kam aus dem Hörer. "Es war auch nett mit ihnen zusammenzuarbeiten... ja, das ist richtig, Stuart von der Operations... gut, danke... ich werde es versuchen... Gute Nacht." Kerry lehnte sich zurück und atmete zufrieden aus. "Das hat geklappt." Sie schrieb einige Bemerkungen in ihr Notebook, dann stimmte sie mehrere Artikel in ihrem Arbeitsblatt auf ihrem Monitor ab und sandte eine Kopie an Dar, und zwei andere Abteilungen, die sie gerade miteinander versöhnt hatte. Es war ein gutes Gefühl... nach nur zwei Tagen schaffte sie es tatsächlich Dinge abzuklären und sie hatte nun endlich das Gefühl das Gehalt, das ihr gezahlt wurde auch zu verdienen. Das war eine Überraschung gewesen... sie hatte sich, nachdem Dar sie eingestellt hatte, nicht die Mühe gemacht in der CAS nachzusehen was sie verdiente, da sie annahm das gleiche Gehalt wie bei der Associated zu bekommen. Sie war schon zufrieden das die Sozialleistungen wesentlich besser als vorher waren. Dann hatte sie gestern Abend zum ersten Mal ihr Gehalt auf ihrem Kontoauszug gesehen, und hatte tatsächlich die Bank angerufen, weil sie dachte, dass es ein Versehen war. Nein, es war kein Fehler und man hatte ihr versichert das es eine korrekte Überweisung war. Dann hatte sie schließlich verspätet in ihrer Mitarbeiterdatei nachgesehen und mehrere Minuten ungläubig den Monitor angestarrt. Es war nicht so, das sie vorher schlecht verdient hatte, aber das zusätzliche Geld ermöglichte es ihr, loszuziehen und ihren Computer zu Hause auf den neusten Stand zu bringen und sich ein Laptop zu kaufen den sie nun bei sich hatte. "Vruum Vruum..." Sie beobachtete glücklich wie ihr neuer Computer bootete. "Ich denke ich bin ein Fachidiot." Dann musste sie über ihre eigenen Worte kichern. Außerdem hatte sie eine schöne, unzerbrechliche Holztasse für Dar gekauft, die ihre genau einen Tag vorher gegen die Wand geschmissen hatte. Maria hatte ihr erzählt, das Tassen zu zerbrechen für die größere Frau nichts ungewöhnliches war, und die Sekretärin hatte immer einige königsblaue Tassen in Reserve um die zerbrochenen zu ersetzen. Dar hatte ihr Geschenk angeschaut, ihr dann diesen typischen Blick zugeworfen und mit rollenden Augen leicht kichernd den zärtlichen Seitenhieb auf ihr Temperament anerkannt. Kerry hatte beschlossen, dass sie Dar wirklich mochte, trotz des lebhaften Temperaments der Geschäftsführerin, und dem ständigen Konflikt der in ihrem Büro zu herrschen schien. Sie verbrachten viel Zeit miteinander und bauten eine ziemlich gute Arbeitsbeziehung auf, während Dar ihr mehr und mehr Verantwortung übertrug. Sie hatte einige Fehler gemacht, das stimmte, aber Dar hatte ihr versichert, dass es intelligente Fehler waren und nur einmal war sie ein wenig lauter geworden. Es hatte sie jedoch überrascht wie sehr sie dieser laute Tonfall verletzt hatte. Sie hatte das Gefühl Dar enttäuscht zu haben und war auf den kleinen Balkon hinausgegangen der den vierzehnten Stock umgab, und blickte eine Weile auf den Ozean um ihre Nerven zu beruhigen. Dann hatte sie ihre Schultern gestrafft und war in ihr Büro zurückgegangen um das nächste Projekt in Angriff zunehmen, und fand als sie ihr Büro betrat einen Schokoladenmuffin auf ihrem Schreibtisch vor, es war ein Friedensangebot, von dem Dar wusste, dass sie dem nicht wiederstehen konnte. Die dunkelhaarige Frau hatte mit Sicherheit ihre eigenen Sorgen... dennoch sah sich Kerry ständig der Versuchung von allen möglichen Süßigkeiten ausgesetzt, und sie hatte sehr wenig Wiederstandskraft wenn Dar Roberts darin verwickelt war... sie war sich schon am überlegen ob sie morgens die Treppe statt des Fahrstuhls benutzten sollte, um die essbare Sabotage ihrer Chefin auszugleichen. Seit Dar für irgendeinen auswärtigen Termin gegangen war, war es an diesem Nachmittag ruhig, und sie beschloss zu versuchen die beiden Projekte, die sie noch am Laufen hatte abzuschliessen, danach wollte sie zu Maria gehen und sehen ob sie etwas erledigen konnte für das Dar keine Zeit hatte.
Dar hatte schon vor langer Zeit beschlossen, das es nur natürlich war, wenn man es hasste zum Arzt zu gehen. Sie wusste, dass es nicht ihre alleinige Meinung war und sie vermutete, dass es hauptsächlich mit dem Verlust der persönlichen Würde zu tun hatte. Sie schloss ihre Augen und versuchte etwas Geduld aufzubringen während sie, mit einem Kittel bekleidet der halb so groß wie eine Cocktail-Serviette war, in dem Behandlungsraum saß. Glücklicherweise wurde die Tür aufgestoßen und Dr. Steve kam herein. Er war ein älterer Mann um die sechzig mit einem freundlichen, sanften Gesicht. "Na sieh mal einer an... wen haben wir denn hier." Dar seufzte. "Hi, Dr. Steve." Sie schaffte es säuerlich zu grinsen. Der ältere Mann war ihr Hausarzt, und behandelte sie schon als sie noch eine tollpatschige Jugendliche war. Er nahm sein Stethoskop und horchte ihren Rücken ab, dann bewegte er sich weiter zu ihrer Brust und lauschte mit diesem furchtbar allwissenden Blick, den die meisten Ärzte zu haben schienen, den Geräuschen zu. "Einatmen." Sie gehorchte und bog leicht ihren Arm, weil er ihr von dem dreimaligen Blutabnehmen weh tat. "Okay, leg dich hin." Dr. Steve untersuchte sie aufmerksam weiter, wobei er sie mit seinen Fingern fachmännisch abtastete. "Du hast hier eine Prellung." "Das ist nur vom Fitnessstudio." Schwindelte Dar. Einer von Kerry's Angreifern hatte einen Volltreffer abgekriegt. "Mm." Der ältere Mann tastete gewissenhaft ihren Hals ab, und rollte ihren Kopf zuerst auf die eine dann auf die andere Seite. "Ganz schön steif." "Ich glaube, dass es ein Teil des Problems ist." Gab die dunkelhaarige Frau bedauernd zu. "Dort fängt der Schmerz für gewöhnlich an." "Nun ja... wie hast du geschlafen?" Ein Schulterzucken. "Gut... so wie immer." "Aha... also schläfst du immer noch gerade mal vier oder fünf Stunden pro Nacht, wie?" Bemerkte Dr. Steve trocken. "Du würdest dir einen Gefallen tun, wenn du ein oder zwei Stunden hinzufügen würdest." Dar atmete aus. "Ich habe es versucht... ich kann einfach nicht einschlafen... und wenn ich es doch tue, dann wache ich früher auf." Der ältere Mann stützte seinen Kopf auf seine Hände ab und betrachtete sie eingehend. "Nein... das hast du noch nie gekonnt... dein Vater war genauso." Er seufzte. "Wie fühlst du dich sonst?" Er setzte das Stethoskop gegen ihre Brust und horchte sie ab. "Irgendwelches Herzflattern? Fühlst du dich manchmal außer Atem?" Dar dachte darüber nach. "Nein... nicht das ich es bemerkt hätte." Antwortete sie bedächtig. "Wenn die Schmerzen wirklich schlimm sind, bekomme ich Herzklopfen... es fühlt sich an als würde es von den Schmerzen herrühren." "Mm...das ist normal." Erzählte ihr Dr. Steve. "Setz dich auf." Dar tat es und fuhr mit einer Hand durch ihr Haar. "Also... wie sieht's aus... werde ich sterben?" Die Bemerkung über ihr Herz machte sie ein wenig nervös und man sah es. Ihr Mund wurde trocken und sie schluckte beunruhigt während sie auf seine Antwort wartete. Der Arzt rollte mit seinen Augen. "Wenn es so wäre, dann wärst du die gesündeste sterbende Person, die ich jemals untersucht habe." Er lehnte sich gegen die Wand des kleinen Raumes. "Deine Blutwerte sind chaotisch, Dar... der Anteil der weißen Blutkörperchen ist zu niedrig, sämtliche bekannten Stressindikatoren sind zu hoch und dein Blutdruck macht mir ein wenig Sorgen. Ich überweise dich für einen Stress-Test zum Miami Herzinstitut... nein... diskutiere nicht mit mir, in Ordnung? Hör auf mich... ich bin eine alter Mann Dar... ich glaube wirklich, dass es nötig ist." Dar ließ ihren Kopf hängen und atmete aus. "Ich habe keine Zeit dafür, Steve..." Er griff zärtlich unter das Kinn und hob es an, damit sie ihn ansah. "Du hast keine Zeit, nicht dorthin zu gehen, Liebes... komm schon, es wird nur eine Stunde dauern, sie haben heute nicht so viel zu tun, und danach kannst du mir sagen, dass du es mir ja gleich gesagt hättest, okay?" "Eine Stunde, ja?" Sie zögerte, dann gab sie nach. "In Ordnung... aber ich glaube, dass sie falsch liegen." "Ach ja... und wo ist dein Abschluss... in Medizin?" Erkundigte sich der ältere Mann spitz. "Natürlich könnten wir auf all das verzichten, wenn du einfach auf meinen Rat hören und eine Woche Urlaub machen würdest, geh raus zu den Keys oder fahr mit dem Boot irgendwohin." Ein verschlagener Blick trat in die hellblauen Augen. "Ach... also alles was ich tun muss, um nicht in dieses Institut gehen zu müssen, ist, zuzustimmen Urlaub zu machen?" Dr. Steve drohte ihr mit dem Finger. "Oh nein... du listiges kleines Mädchen... ich kenn dich, du würdest zustimmen und dann lässt du dich hier die nächsten zwei Jahre nicht mehr sehen." Seine Stimme wurde wärmer. "Dar... bitte... ich hasse ansehen zu müssen was du dir antust." Er legte seinen Kopf schief. "Es wird dadurch nicht besser, Liebes... es wird nur schlimmer werden, wenn du nicht anfängst es leichter angehen zu lassen." Dar schwieg für eine Weile, schließlich nickte sie. "In Ordnung... ich habe die Botschaft verstanden. Irgendwie... werde ich es arrangieren... einige Tage frei zu nehmen." Sie hielt inne. "Könnten sie mir für die Zwischenzeit etwas für diese verdammten Kopfschmerzen geben? Ich habe normale Schmerzmittel genommen, aber..." Der ältere Mann nickte. "Du gehst in das Institut, und ich werde dir ein Rezept für eine Kombination aus Schmerz- und Muskelentspannungsmittel verschreiben... das sollte dir helfen. Abgemacht?" Dar zögerte, dann gab sie auf. "Abgemacht... hören sie, ich weiss, dass ich mich lausig fühle... ich hab sogar einen Assistenten für mich eingestellt. Wie finden sie das?" "Hast du das?" Dr. Steve blickte mit einem überraschten Lächeln auf. "Du hast jemanden gefunden, der es mit dir aushält? Jungfrau Maria... ein Wunder ist geschehen." Er lachte über ihren Gesichtsausdruck. "Er muss ein Heiliger sein." Eine dunkle Augenbraue hob sich. "Sie." Dar fühlte wie sich ihr Gesicht in ein unerwartetes Lächeln verzog. Er zog nun seine graue Augenbraue hoch. "Ach... ich verstehe." Er tätschelte liebevoll ihr Knie. "Eines Tages musst du mir diesen modernen Engel vorstellen." Dar schnaufte. "Ach kommen sie... ich bin nicht so schlimm... Kerry kommt gut mit mir zurecht... sie ist ein nettes Kind." Ein weiteres Lächeln. Dr. Steve lehnte sich zurück und warf ihr einen weisen Blick zu. "Wenn sie dich so zum Lächeln bring, muss sie einfach nett sein." Stichelte er und bemerkte wie sie leicht errötete. "Nun will ich sie wirklich kennenlernen." "Nun gut, ich zieh mich besser an und mach das ich hier raus komme, da ich noch durch die ganze Stadt muss." Dar ignorierte die Anspielung. "Ich hab noch eine Menge im Büro zu erledigen." Sie sprang vom Untersuchungstisch, schnappte ihre Kleidung und das Rezept, dass ihr der Arzt hinhielt. "Danke Dr. Steve." Er stand auf und tätschelte ihren Arm. "Es war schön dich zu sehen, meine Freundin... ich werde dich anrufen wenn ich die Ergebnisse vom Stress-Test habe, okay?" "In Ordnung." Dar seufzte resignierend. "Ich bin schon auf dem Weg."
"Hallo Maria." Kerry schlüpfte durch die Tür und lächelte die ältere Frau an. Die Sekretärin schaute von ihrer Arbeit auf. "Aye... Chica... kommen sie herein." Sie winkte Kerry herein und klopfte auf den Stuhl neben ihrem Schreibtisch. "Was haben sie gemacht? Ich habe gehört wie zwei Leute in der Cafeteria sehr nette Dinge über gesagt haben." Kerry ließ sich bereitwillig in den Stuhl fallen. Es hatte ein oder zwei Tage gebraucht um ein Gefühl füreinander zu entwickeln, aber sie und Maria hatten beschlossen, dass sie sich mochten. Offensichtlich hatte Maria schon seit geraumer Zeit gespürt das Dar etwas Hilfe brauchte, aber sie nahm es den üblichen Bewerbern übel, dass sie sie wie eine... nun, wie eine Sekretärin behandelten. Kerry hatte den Hinweis von Dar befolgt, und der älteren Frau den gebührenden Respekt erwiesen der ihr zustand, und zeigte es ihr so oft wie möglich. "Oh nun... dies und das... ich versuche meine Liste abzuarbeiten... sie verstehen." Sie lächelte. "Gibt es irgendetwas brennendes zu erledigen solange die Chefin nicht da ist?" Maria rollte mit ihren Augen. "Wann ist hier mal nichts am anbrennen?"Sie reichte Kerry eine Akte. "Sie könnten sich das mal ansehen... der Kundendienst hat es rübergeschickt und mir direkt auf meinen Schreibtisch gelegt." "Okay." Kerry nahm die Akte und schaute sich um. "Kommt Dar heute noch mal ins Büro?" Obwohl sie beide ganz allein waren blickte sich auch Maria um. "Si... sie hatte es vermutet... aber sie ist beim Arzt." Grüne Augen weiteten sich ein wenig. "Es ist nur ein Checkup, oder..." Hin- und hergerissen zwischen dem Wissen wie sehr Dar darauf bestand das ihr Privatleben niemanden etwas anging und dem Bedürfnis ihre Besorgnis mit jemanden zu teilen, zögerte die Sekretärin. "Es sind die Kopfschmerzen... sie sind so schlimm geworden, das sie nun untersuchen lassen will woran das liegt." Sagte sie schließlich. "Aber, schhhh... sie mag es nicht wenn man darüber spricht." "Mm..." Kerry nickte bedächtig. "Ja... ich habe bemerkt, dass sie eine Menge Aspirin schluckt... aber bei ihrem Job könnte ein Stein Kopfschmerzen bekommen." "Aye." Seufzte Maria. "Es ist gut, das sie ihr helfen... es ist schrecklich wie viel von ihr erwartet wird." Sie erschraken beide ein wenig als sich die Tür öffnete und Dar hereinschlüpfte und sie beide leicht überrascht anblickte. "Guten Tag." Murmelte sie während sie durch das Vorzimmer ging und die Tür zu ihrem Büro öffnete. "Ist irgendetwas passiert als ich weg war?" Kerry und Maria tauschten beunruhigte Blicke aus. Dar's Verhalten war ruhig und grimmig, und ihren blauen Augen fehlte das gewöhnliche Funkeln. "Ähm..." Kerry stand auf und hielt die Akte hoch. "Es ist gerade etwas vom Kundendienst reingekommen... ich wollte mich darum kümmern." Dar betrachtete sie für einen Moment während sie mit ihrem Gewissen haderte und nickte der blonden Frau dann zu. "Gut." Sie drehte sich herum und ging in ihr Büro, legte ihre Aktenmappe ab und lies sich in ihren Sessel fallen. Anstatt auf ihren Monitor zu blicken drehte sie ihren Sessel und schaute aus dem Fenster, um die langsam vorbeiziehenden Wolken am östlichen Horizont zu betrachten. Der Stress-Test hatte sie erschüttert. Nicht weil sie sich dabei schlecht gefühlt hätte... nein, das hatte sie nicht. Aber das Personal, das um den Monitor versammelt war, hatte ihr die ganze Zeit, in der sie auf dem Fahrrad gewesen war, besorgte Blicke zugeworfen. Und die Ergebnisse waren in dem Augenblick verschwunden als sie fertig war, um von einem Spezialisten angesehen zu werden, wie sich eine freundliche, junge Krankenschwester ausgedrückt hatte, die behutsam die Kabel der Instrumente von ihr entfernt hatte. Dar fühlte sich deprimiert und eine schwache Besorgnis ergriff ihr Herz, weil sie nichts mehr als Ungewissheit hasste. Was würden sie finden? Und was, wenn sie etwas fanden... was sollte sie dann tun? Ein leises Klopfen veranlasste sie sich umzudrehen. "Ja?" Die Tür öffnete sich und Kerry streckte ihren blonden Kopf herein. Dar atmete aus und hob eine Hand um sie hereinzuwinken. Es hatte keinen Sinn dem Kind zu zeigen wie nervös sie war, richtig? "Kommen sie rein." Kerry gehorchte, ging quer über den Teppich und setzte sich in den Stuhl gegenüber von Dar's Schreibtisch, wobei sie die Akte mit beiden Händen festhielt. Sie sah ungewöhnlich nervös aus. " Ähm..." Sie holte Luft. "Ist alles in Ordnung?" Dar schenkte ihr ein säuerliches Lächeln. "Weiß irgendjemand in dem Gebäude wo ich war?" "Nein... ich denke nur wir." Kerry meinte offensichtlich sich selbst und Maria. "Nehmen sie es Maria nicht übel, dass sie es mir gesagt hat... sie macht sich nur Sorgen um sie." Hin- und hergerissen zwischen Verärgerung und Verlegenheit entschloss sich Dar mit ihren Augen zu rollen. "Ähm... vergessen sie, dass ich gefragt habe." Sagte Kerry hastig. "Nächster Punkt... Ich glaube die ganze Tucson Sache wird funktionieren... die Infrastruktur war fähig die T3 Schaltkreise rechtzeitig zu vervollständigen, nun warten sie nur noch darauf, dass die Installateure erscheinen." "Das ist gut... ich hatte Angst, dass sie den Vertrag aus Kostengründen kündigen... sind sie drangeblieben bis sie fertig waren?" "Nun, nicht direkt... ich habe einfach mit dem Kunden gesprochen und einige Konzessionen von seinem Gebäude-Management erhalten um die Abschlussarbeiten leichter für sie zu machen." Erklärte Kerry ruhig. "Gute Arbeit." Sagte Dar, dann zögerte sie. "Kerry?" Grüne Augen hoben sich und trafen auf ihre. "Es geht mir gut... danke, dass sie gefragt haben." Kerry blinzelte. "Ich weiß, dass sie es nicht mögen, wenn Leute in ihr Privatleben eindringen." Sagte sie leise. "Ich wollte mich nicht aufdrängen, oder etwas in der Art... ich bin froh, dass alles in Ordnung ist." Dar fühlte sich über die Entschuldigung der blonden Frau leicht schuldig. "Ich... ähm... es macht mir nichts aus, wenn es Maria ist... oder sie es sind... ich möchte nur nicht, dass die ganze Gesellschaft davon erfährt." Sie warf Kerry ein kurzes bedauerndes Lächeln zu. "Sie wären überrascht was das für ein Gerede nach sich ziehen würde." "Ach." Erleichtert nickte Kerry verständnisvoll. "Ich habe sie verstanden... wenn also jemand den Verdacht hätte, sie wären krank, dann würden sie versuchen, das zu ihrem Vorteil ausnutzen." "Richtig." "Dar, das ist ätzend." Das brachte ihr ein weiteres klägliches Grinsen ein. "Nun... ich kann dem nichts entgegenhalten, und ich bin auch nicht für dieses Getratsche, aber es ist in dieser Firma nun mal so." Kerry nickte mit zusammengepressten Lippen. "Ich verstehe." Sie hielt inne, dann blickte sie auf und betrachtete Dar's halb im Schatten liegendes Gesicht. "Jedenfalls bin ich froh, dass alles in Ordnung ist." Eine schwache Andeutung einer Frage schwang in ihrer Stimme mit. Dar lehnte sich nach vorne und stützte sich mit ihren Armen auf ihren Schreibtisch ab. "Größtenteils." Gab sie zu. "Grundsätzlich hat man mir gesagt, ich solle Urlaub machen und nicht so hart arbeiten." Sie zuckte mit ihren Schulten. "Immer das Gleiche." Sie schüttelte ihre Erinnerungen von dem Stress-Test ab und beschloss, dass ihre junge Assistentin diesen Teil der Information nicht zu wissen brauchte, zumindest nicht, bis sich herausstellte das etwas nicht stimmte. Danach... Dar wollte nicht daran denken was danach war. "Ich habe ein Medikament für meine Kopfschmerzen bekommen, und das war's." Kerry nahm das zur Kenntnis. "Also... wann hatten sie das letzte Mal Urlaub?" Fragte sie neugierig. "Ich weiß, dass meiner schon eine Weile her ist... es war so viel zu tun... obwohl ich für einige Tage auf Marco Island war." Es war ein lustiger Ausflug den sie und einige Leute von der Associated unternommen hatten; sie hatten eine kleine Hütte an der Westküste Floridas gemietet und einige Zeit damit verbracht Muscheln zu suchen und sich am Strand herumzulümmeln. Dar dachte angestrengt nach. " Ähm... ich glaube das war... Skifahren in Colorado." Erinnerte sie sich. "Etwa eine Woche... es endete damit, dass ich beinahe jeden Baum in Aspen persönlich kennengelernt habe." Sie kicherte leise. "Am letzten Tag hab ich den Hang endlich geschafft... aber seitdem war ich nicht mehr da." "Das hört sich lustig an... ich bin auch schon öfters Ski gefahren... obwohl ich gar nicht gut darin bin." Gab Kerry lächelnd zu. "Das letzte Mal bin ich in ein Kaninchen gekracht, kopfüber in den Schnee gestürzt... und das ganze hat mit einem gebrochenen Handgelenk geendet." "Autsch." Dar lachte. "Also... werden sie den Rat ihres Arztes befolgen?" Erkundigte sich Kerry. "Ich meine, Urlaub zu machen?" Dar schaute auf. "Versuchen sie mich loszuwerden?" Fragte Dar unbeschwert, aber wachsam. "Nein." Antwortete Kerry sehr ernst. "Ich versuche herauszufinden, wie ich rechtzeitig ein Maschinengewehr auf meinem Schreibtisch anbringen kann." Sie hielt ihre Hände hoch. "Rattataataa." Sie war machtlos. Dar brach in schallendes Gelächter aus, sie lehnte sich zurück und fühlte, wie sich ihr ganzer Körper von dem Druck des Tages entspannte. "Oh Gott... danke... das hab ich gebraucht." Beglückwünschte sie die blonde Frau, als sie ihre Ellbogen auf die Armlehnen ihres Stuhls und dann ihren Kopf auf ihre verschränkten Finger legte. Eine Idee schoss durch ihren Kopf und sie fing an zu reden, bevor sie sich dessen richtig bewusst wurde. "Hören sie... ich muss zur einer kurzen Besprechung nach South Miami... ich denke, sie sollten mitkommen damit ich ihnen die Burschen da unten vorstellen kann." "Okay." Stimmte Kerry liebenswürdig zu, erfreut darüber, dass sie fähig war Dar zum Lachen zu bringen. "Das hört sich gut an... und außerdem liegt es praktisch auf meinen Nachhauseweg." "Hey... wir könnten... nach der Sitzung dieses Thai-Restaurant ausprobieren... es ist ganz in der Nähe... ich habe noch nichts gegessen, also..." Dar fühlte sich etwas verlegen, aber sie entspannte sich, als sie sah wie Kerry's Augen aufleuchteten. "Ich war schon lange nicht mehr thailändisch essen." "Sicher." Stimmte die jüngere Frau begeistert zu. "Ich habe schon auf eine Gelegenheit gewartet... keiner meiner Freunde mag thailändisch, also... musste ich warten bis ich jemanden finde, oder alleine gehen." Sie zog ein Gesicht. "Und das hasse ich." Dar blickte auf ihre Hände. "Ich habe mich über die Jahre daran gewöhnt." Kommentierte sie beschwingt. "Aber ich weiß was sie meinen." Sie stand auf. "Okay... dann lassen sie uns gehen... die Besprechung ist für 17:00 Uhr angesetzt." "Ich werde meine Sachen holen und wir treffen uns am Fahrstuhl." Stimmte Kerry zu und spazierte hinaus. Der Raum schien ohne sie sehr viel leerer zu sein, grübelte Dar. Sie wusste kaum warum sie das Restaurant zur Sprache gebracht hatte, außer der Tatsache das sie hungrig war... und... Und. Dar kaute an ihrer Lippe. "Und du magst es Zeit mit dieser jungen Frau zu verbringen." Sagte sie sarkastisch zu sich selbst. "Komm schon, gib es einfach zu... sie bringt eine neue Perspektive in die Dinge... die sich von deinen recht heftig unterscheiden, und aus irgendeinem verrückten Grund mag sie dich auch noch." Ein leises Seufzen. "Verdammt, wenn ich nur wüsste warum." Sie grübelte noch etwas länger darüber nach, dann packte sie ihre Sachen zusammen und ging hinaus.
"Also... ihre Sekretärin kam herein, nahm die Tasse und wusch sie mit Essig aus!" Kerry nahm sich eine gefüllte Garnele und biss ein Stückchen ab. "Mann... das ist prima... wo war ich stehengeblieben... oh ja... ich stand da holte mir einen Kaffee und schaute sie nur an..." "Mm." Dar knabberte an ihrer Garnele und hörte begeistert den Geschichten zu, die sie wahrscheinlich nie erleben würde. "Essig, wie? Das erklärt einiges über Vi." "Tss... richtig... also ich sehe, dass sie die Tasse nicht einmal ausspült und goss dann entkoffeinierten Kaffee hinein... schließlich hat meine Neugier gesiegt... ich habe sie gefragt was sie da machte, und sie hatte einfach gelacht." Kerry nahm einen vorsichtigen Schluck von der bernsteinfarbenen Flüssigkeit aus dem Weinglas, das gerade gebracht worden war. "Oh... das ist gut." "Ich trinke nicht oft, aber hiervon kann schon ein oder zwei Gläser vertragen." Gab Dar zu. "Ich habe immer eine Flasche davon zu Hause... manchmal ist es ganz nett auf dem Balkon zu sitzen und daran zu nippen." "Ich versuche auch, nicht über mein Limit zu trinken." Seufzte Kerry. "Allerdings hatten sie mich vor einer Weile zu einem Club mitgenommen, und wie gewöhnlich habe ich es am nächsten Morgen bereut." Sie nahm einen weiteren Schluck von dem Pflaumenwein. "Egal... ich habe sie also gefragt, und hat mir erzählt, dass sie und einige andere Sekretä... Entschuldigung, Verwaltungsassistentinnen..." Sie rollten beide mit den Augen. "Einige von ihnen wollten wirklich einen anderen Kaffeelieferanten für das Gebäude... oder zumindest für das Stockwerk. Aber der jetzige ist ein Cousin, oder Schwager oder sonst ein Verwandter vom Gebäudemanager... und sie würden ihn nicht wechseln, wenn man sie nicht davon überzeugen kann, dass der Kaffee schrecklich ist." Dar biss in einen anderen Appetithappen, eine knusprig frittierte Garnele mit Krabbenfleisch gefüllt. Es gab auch diese Orangen-Honig-Ingwer-Soße, die sie besonders gern mochte. "Nun... der Kaffee ist nicht der Beste, aber es ist auch nicht der schlechteste..." Bemerkte sie. "Das Gleiche denke ich auch... ich meine es ist Bürokaffee... nicht Starbucks... Himmel noch mal." Kerry schüttelte ihren Kopf. "Aber sie haben nun einmal damit angefangen... sie tun Essig in den Kaffee ihrer Chefin, weil sie wissen das sie eine große Klappe hat und sie sich schon die ganze Zeit darüber beschwert... wenn sie es lange genug durchhalten werden sie vielleicht den Lieferanten wechseln." Dar lachte. "Ach herrje... Vi beklagt sich auch schon ständig darüber... nun bin ich in Schwierigkeiten... wenn wir das nächste Mal eine Sitzung haben, und sie wieder anfängt sich über den Kaffee zu beklagen, werde ich platzen." Sie entspannte sich auf ihrem Stuhl. "Warum kaufen sie sich nicht einfach den Kaffee den sie wollen, und bringen ihn mit?" Kerry betrachtete die große Platte mit weißem Reis und die Schüssel mit dem Chicken Curry, welche gerade vor ihnen abgestellt wurden. "Oh je... es sieht so aus, als ob ich morgen das Mittagessen ausfallen lassen muss." "Ich wette, dass sie das nicht tun werden." Ein kurzes Grinsen zog über das Gesicht der dunkelhaarigen Frau. "Der gute Vorsatz wird einfach verschwinden." "Ja... alles in mich hinein." Kerry klopfte sich sarkastisch auf ihren Bauch. "Ach ja... weiter mit der Kaffeegeschichte... nun, ich habe ihnen das Gleiche gesagt wie sie vorhin, ich meine, sie machen das nun schon über drei Monate, Dar... in dieser Zeit hätten sie Juan Valdez als Berater einstellen können, verstehen sie?" Dar kicherte. "Sie haben mich angeschaut, als ob ich ein dreiköpfiger Hund wäre." Die blonde Frau hob ihre Hände und zuckte mit ihren Schultern. "Sie machten einen bissigen Kommentar, das nicht jeder für Sie arbeiten und dabei ein Vermögen verdienen würde." Eine dunkle Augenbraue schoss in die Höhe. "Sie sind nicht meine Sekretärin." Sagte Dar deutlich. "Ich bezahle die Leute nach dem was sie wert sind." Kerry errötete leicht und beschäftigte sich mit ihrem Teller als sie ihren Reis mit dem duftenden Chicken Curry vermischte. "Ich sagte ihnen nur, das ich glaube, mir demnach die richtige Chefin herausgesucht zu haben." Sie hob schüchtern ihre Augen und traf auf Dar's. "Und ich denke das dies stimmt, unabhängig davon was ich bezahlt bekomme." Dar war für einen Augenblick ruhig während sie das unerwartete Kompliment in sich aufnahm. "Also... soll das bedeuten, dass ich sie noch nicht verschreckt habe?" Ihr Ton war scherzhaft aber es schwang ein ernster Unterton mit. "Ich denke, das soll es bedeuten." Erwiderte Kerry. "Ich mag meine Arbeit wirklich... ich lerne so viel dabei." Sie atmete aus und lächelte Dar an. "Das ist eine Erleichterung." Antwortete ihre Chefin leise. "Einschließlich heute Abend sind sie die einzige Assistentin die es solange bei mir ausgehalten hat... herzlichen Glückwunsch." Dar hob ihr Glas und ein beinahe schelmisches Lächeln spielte um ihre Mundwinkel während Kerry ihr Glas hob und mit sie mit ihr anstieß. "Es ist nicht ganz das, was sie sich noch vor zwei Wochen vorgestellt haben, wie?" Ein kurzes Lachen. "Nein... das war es mit Sicherheit nicht, aber... ich habe gelernt, dass manche Dinge aus einem bestimmten Grund geschehen... ich denke dies ist eins von diesen Dingen." Kerry grübelte, das sie einen Toast mit ihrer neuen Chefin mit Pflaumenwein bei einem sehr guten Chicken Curry auch nicht erwartet hatte, aber sie beschloss es anzuerkennen. "Ich kann mich nicht beklagen." Dar war zufrieden. Sie hatte die richtige Wahl getroffen und die Ereignisse hatten es bewiesen, sogar Duks hatte ihr in die Rippen gestoßen und sie zu Kerry beglückwünscht, und wie Kerry die Dinge handhabte. "Ich dachte schon, du wolltest nur einen schönen Anblick um dich herum haben, meine Freundin... ich denke, da lag ich falsch." Als Antwort hatte sie gegrinst. "Du bist so oberflächlich Dukky... du musst lernen unter die Oberfläche zu sehen." Sie hatte eine gute Mitarbeiterin, sowie eine kluge Managerin bekommen, und... Und. Ihre Augen trafen sich zufällig und Dar fühlte wie sich eine angenehme Wärme in ihrem Magen ausbreitete. Guter Gott, so erschreckend dieser Gedanke auch ist, ich könnte sogar eine Freundin gefunden haben. Zumindest jemanden mit dem sie Essen gehen konnte ohne darüber beunruhigt sein zu müssen, dass sie sich langweilte. "Es freut mich das zu hören." Kerry seufzte glücklich und kaute auf ihrem Curry. "Also..." Sie schluckte. "Dieses ganze uns und sie Ding, was bedeutet dieses uns genau, Dar??" Sie wischte mit der Serviette über ihre Lippen. "Es gibt in diesem Büro so viele Trumpfkarten, dass ich mir überlege eine eigene Datei dafür anzulegen." Dar verschluckte sich beinahe an ihrem Reis. "Bringen sie mich nicht zum Lachen wenn ich esse... ich könnte mich verschlucken." Protestierte sie. "Okay... nun, wer ist uns... das ist eine schwere Frage, das jeder hier sein eigenes Süppchen kocht haben Sie schon bemerkt, richtig?" Kerry nickte nur, da sie gerade kaute. "Duks... das ist Lou Draefus, Mariana und ich treten gewöhnlich in den Konferenzen der Geschäftsführer als Team auf. Das frustriert den Verkauf und das Marketing, weil zwischen Finanz, Personal und Ops... nun, sie bezeichnen uns hinter unserem Rücken als Cerberus, ich meine den dreiköpfigen Hund." Erklärte Dar während sie ass. "Duks und ich kennen uns von früher... er war Rechnungsprüfer als ich anfing, und wir haben festgestellt, das wir gut miteinander arbeiten können, also haben sie uns viele Sachen als Team bearbeiten lassen... es hat sich für uns beide bezahlt gemacht." "Warum nennen sie ihn Duks?" Fragte die blonde Frau neugierig. Ein Grinsen verzog Dar's Gesicht. "Es ist eine lange Geschichte und es hat etwas mit einer Sporttasche, dem künstlichen See vor dem Gebäude, einer Ente und mir zu tun, als ich den zehnten Stock chemisch reinigen lassen musste... ich werde es nicht weiter vertiefen." "Tun Sie es bitte nicht." Sprudelte Kerry mit einer Serviette vor ihrem Mund heraus. "Ich glaube nicht, dass ich es ertragen könnte... mein Kopf könnte explodieren." Sie räusperte sich. "Okay... also, Lou, Mariana und Sie sind eine Clique." Dar dachte nach. "Nun... ich denke so ist es." Sie zuckte mit ihren Schultern. "Wir wissen, dass wir voneinander abhängen - zumindest im Zusammenhang bei unseren laufenden Geschäftsbereichen." Sie schluckte. "V und M sind unsere natürlichen Rivalen... sie versuchen die Grenzen zu überschreiten und der Verkauf bietet manchmal Dinge an, die unsere Kapazitäten übersteigen... es ist mein Job sie daran zu hindern." Sie trank ihr Glas aus und deutete dem Kellner an es wieder nachzufüllen. "Duk's Rechnungsprüfer müssen diesen Verträgen zustimmen... also arbeiten wir sehr eng zusammen." "Mm." Kerry dachte darüber nach und lächelte dem Kellner nickend zu, der ihr Glas nachfüllen wollte. "Sie haben jedoch den meisten Ärger, oder nicht?" Dar biss ein Stückchen vom Hühnchen ab und kaute es bedächtig. "Ich sorge dafür, dass die Dinge laufen." Sagte sie unverblümt. "Oder mach ich das nicht... also ich glaube, das ich das tue." Grübelte sie. "Obwohl es ein zweischneidiges Schwert ist... weil ich die ganze Zeit einhundert Prozent bringen muss." "Das ist ein großer Druck." Bestätigte Kerry. "Man sagt, das Lou und Mariana ein Verhältnis haben... ist das wahr?" Es herrschte kurz Stille während Dar überlegte wie sie auf diese Frage antworten sollte. "Ich wurde noch nie in ihre Schlafzimmer eingeladen." Kerry errötete. "Entschuldigung... das war eine unangebrachte Frage." "Nein... Klatsch ist in einer Firma von dieser Größe eine unabwendbare Tatsache." Seufzte Dar. "Es gibt immer Leute die eine Menge Zeit damit verbringen um Tratsch zu verbreiten... ich habe die Gerüchte auch gehört, und sie sind sehr gute Freunde, aber was darüber hinausgeht... wer weiß?" "Die Leute verbringen eine Menge Zeit damit sich über andere den Kopf zu zerbrechen." Kerry zuckte mit ihren Schultern. "Es scheint mir recht unproduktiv zu sein." Dar kicherte. "Sie wären überrascht, was für wilde Spekulationen die Runde machen... zum Beispiel hörte ich gestern, dass sich etwas zwischen Maria und dem Sicherheitschef der Nachtwache abspielen soll." "Was?" Kerry's Kopf schoss nach oben. "Maria ist verheiratet!" Ein schwaches Grinsen. "Und was wollen Sie damit sagen...?" Erkundigte sich Dar verschmitzt. "Es scheint so, als ob sie gesehen wurden wie sie zusammen, sehr leise, in einem der Vorratsräume miteinander gesprochen haben." Kerry schnaufte. "Alles Blödsinn... ich war da!" Protestierte sie. "Sie hatte ihm gesagt, dass einer von den jüngeren Büroangestellten einen Stapel Papiere aus dem Gebäude mitgenommen hatte." "Sehen Sie?" Kicherte Dar. "Es ist heimtückisch." Das Gesicht der blonden Frau ernüchterte wieder. "Maria wäre sehr verletzt, wenn sie herausfinden würde wie die Leute über sie reden." Sagte sie leise. "Sie ist eine sehr fromme Frau... und so wie sie über ihren Mann spricht, glaube ich, dass sie ihn wirklich liebt." Dar lächelte. "Ich glaube sie haben recht, darum werde ich der Person die mir das erzählt hat mitteilen, dass wenn ich jemals wieder etwas davon höre, die Person auf der Stelle feuern werde, die das verbreitet hat." Kerry starrte sie an. "Das können sie wirklich tun?" Ein ruhiges, verschmitztes Grinsen verzog Dar's gewöhnlich ausdrucksloses Gesicht. "Nein... aber jeder scheint zu glauben, dass ich es kann... somit funktioniert es prächtig." Die grünen Augen ihr gegenüber zeigten so etwas wie Ehrfurcht. "Deswegen höre ich wahrscheinlich auch kaum Gerüchte über Sie, was?" Murmelte sie. Dar errötete leicht unter ihrem Blick und senkte während sie mit ihrer Gabel spielte ihre Augen. "Ja, Reputation kann manchmal recht praktisch sein." Gab sie zu. "Ich neige dazu meine Mitarbeiter sehr zu schützen... jedenfalls die Festangestellten... und die meisten Leute wissen das." Kerry lachte leise. "Nun gut. Damit fühle ich mich sicher." Sie schaute auf und traf auf hellblaue Augen die den Blick erwiderten, und ein hauchzartes angenehmes Zittern lief ihren Rücken hinunter. "Aber ich werde versuchen nichts zu tun, über das die Leute reden könnten." "Einverstanden." Antwortete Dar leise, und schaute auf als der Kellner ihre Teller abräumte und einen warmen Teller mit winzigen thailändischen Krapfen und eine süße Soße zum Dippen mitten auf den Tisch stellte. "Wir haben nichts..." "Nein... das gehört zu ihrem Menü." Erklärte der Mann schnell und verbeugte sich leicht. Sie tauschten sarkastische Blicke und Dar zuckte mit den Schultern. "Danke." Leicht kichernd nahm sie sich einen Krapfen, dippte ihn in die Soße und probierte ihn. "Mm... die sind gut." Informierte sie Kerry, die ihr dabei zusah. Kerry seufzte. "Ich habe befürchtet, dass sie das sagen werden." Sie probierte einen. "Das ist der negative Aspekt für sie zu arbeiten... es ist gefährlich für meine Linie... Sie und all ihre Süßigkeiten und solche Sachen." Dar hörte auf zu essen und leckte ihre Finger. "Ich will nur sicherstellen, dass sie nicht fortfliegen wenn die Türen oben geöffnet werden." Sagte sie leicht kichernd. "Ich denke, das es eine gerechtfertigte Sorge ist... ich hoffe sie nehmen es mir nicht übel, dass ich das so sage." Kerry starrte sie verwirrt an. "Was meinen sie damit?" Oh je. Dar realisierte, dass sie gerade gefährliches Fahrwasser betreten hatte. Sie hätte sich beinahe selbst ohrfeigen können, als ihr bewusst wurde, dass sie es besser wissen müsste, anstatt anzunehmen, dass ihre Sicht der Dinge die Gleiche wie bei anderen sein könnte. "Ähm... beachten sie es... ähm... einfach nicht." Sie winkte ab und weigerte sich ihre Meinung zu äußern, dass sie die blonde Frau für beinahe gefährlich dünn hielt, da Kerry es offensichtlich nicht so zu sehen schien. Blonde Augenbrauen zogen sich zusammen. "Ich bin nicht so gut im Nichtbeachten." Sagte sie bedauernd. "Nun haben sie mich neugierig gemacht." Sie beugte sich leicht nach vorne. "Also was?" Im Geiste verfluchte sich Dar und war sauer, weil sie sich so in die Enge hatte treiben lassen. "Ähm..." Sie holte Luft. "Es ist nur meine Meinung und es zählt nicht, aber ich denke, dass sie einmal darüber nachdenken sollten nicht so viel zu hungern." Sie griff herüber und nahm Kerry's Hand, drehte sie herum und fuhr mit ihrem Daumen über die herausstehenden Knochen an ihrem Handgelenk. "Deswegen ist ihnen wahrscheinlich auch immer kalt." Kerry brauchte einige Sekunden, bevor sie das Gespräch richtig einordnen konnte, weil sie sich größtenteils auf die Wärme der Finger konzentrierte, die ihrem Arm umfassten. Dar bezog sich auf ihre Angewohnheit eine Jacke zu tragen, weil es in der vierzehnten Etage so kühl war. Sie betrachtete eingehend die gebräunte Haut, bevor sie in Dar's helle Augen aufschaute. "Ihre Meinung zählt." Sie seufzte schwach. "Und sie haben wahrscheinlich recht... aber wenn ich es nicht tue bekomme ich mit meiner Familie Ärger... und dem möchte ich lieber aus dem Weg gehen." Dar ließ sie los und ihr Instinkt sagte ihr, das mehr dahinter steckte, aber sie wusste, dass sie kein Recht hatte in das Privatleben ihrer Angestellten einzudringen. "Nun... es war nur so ein Gedanke." Sie lächelte um die Anspannung zu lockern die sich aufgebaut hatte. "Vielleicht kann ich ihnen etwas gesünderes mitbringen... Broccoli-Plätzchen oder so was." Kerry kicherte verlegen. "Ich wette sie hassen Broccoli." Ihre Augen funkelten. Ein leicht schelmisches Grinsen tanzte über Dar's Gesicht. "Jemand hat mir einmal erzählt, es würde das Wachstum behindern..." sie zeigte auf sich. "Ich habe das Zeug nie angerührt." Froh, dass das Gespräch in eine andere Richtung ging, entspannte sich die blonde Frau. "Wie groß sind sie eigentlich? Ich hatte nicht bemerkt das sie wesentlich größer sind als ich, bis wir neulich in diesem Fahrstuhl mit den vielen Spiegeln waren." "Etwas über ein Meter achtzig." Bekannte Dar mit einem bedauernden Grinsen. "Ohne Absätze." Sie war froh, dass sie erfolgreich Kerry's Aufmerksamkeit von sich abgelenkt hatte, und bemerkte mit einem innerlichen Lächeln, dass ihre kleinere Begleiterin fröhlich den letzten winzigen Krapfen verspeiste. Meine Meinung zählt, ja? Und deine Familie ist in Michigan, Kind... was soll das also? "Hey, danke das sie meinen Launen nachgegeben haben... dieses Restaurant ist wirklich gut." Kerry lehnte sich mit ihrem Weinglas zurück und trank es nachdenklich aus. "Ja... das ist es wirklich... ich denke, das ich es zu meinem neuen Lieblingsrestaurant machen werde." Dar überlegte einen Moment, dann verschränkte sie ihre Finger und legte ihr Kinn darauf. "Nun, jedes Mal wenn sie niemand anderen finden können, der mit ihnen hierher geht, dann rufen sie mich an." Ein weiches Lächeln überquerte das Gesicht der blonden Frau. "Abgemacht."
Während Kerry ein T-Shirt und Shorts anzog dachte sie ruhig über den Abend nach. Sie schaute auf als sie ein leises Klopfen hörte und seufzte. "Komm rein." Colleen stürmte herein und stemmte ihre Hände in die Hüften. "Und wo bist du gewesen, junge Dame? Erzähl mir nicht, dass die Gorgone dich bereits solange arbeiten lässt... Ich sage dir Ker... du darfst nicht zulassen, dass sie dich ausnutzt." "Nicht genau..." Kicherte Kerry und zog ihre Rollerblades heraus. "Ich ... ja, wir hatten eine späte Konferenz, aber es war hier in der Nähe und wir... ich habe endlich jemanden gefunden, der mit mir Thailändisch essen geht, also habe ich dieses neue Restaurant, von dem ich dir erzählt habe, ausprobiert." "Die braten Katzen, verstehst du." Unterrichtete sie Colleen während sie sich auf die Couch fallen ließ und die Skates nahm, die um ihren Hals baumelten. Sie hatten geplant Skaten zu gehen und sie hatte nach Kerry's Wagen Ausschau gehalten. "Nicht zu sagen was da noch alles drin ist." Die blonde Frau verrollte ihre Augen. "Es war Hühnchen, Col... nur Hühnchen, Reis, ein paar gefüllte Garnelen und diese wirklich süßen kleinen Krapfen zum Nachtisch." Sie zog einen Skate an und band den Schnürsenkel zu. "Und es sind die Vietnamesen die Katzen verwenden, nicht die Thais." "Mmhmm... also... muss ich jetzt eifersüchtig sein? Hast du einen neuen Freund im Büro gefunden, ja? Wie heißt er?" Fragte Colleen sie schelmisch aus. "Wie konntest du ihn dazu überreden gebratenen Hund zu essen?" Kerry unterbrach ihre Arbeit und legte ihre Hände auf ihre Knie bevor sie aufschaute. " Ähm... es ist eine sie, und es ist Dar, und ich musste sie nicht überreden. Sie mag Thailändisch." Colleen's Kiefer fiel herunter. "Kein Scheiß? Du warst schon wieder mit deiner Chefin essen?" Gluckste sie leise. "Wenn ich dich nicht so gut kennen würde, dann müsste ich glauben, dass du hier ein erste Klasse Hintern-Küssen betreibst." "Tss... du bist nur sauer, weil ich endlich jemanden gefunden habe der diese Zeug mit mir isst." Ein leises Lachen. "Außerdem... ist sie recht lustig." Die Rothaarige schlug sich mit ihrer Hand an den Kopf. "Das habe ich nicht gehört." Sie hielt sich beide Ohren zu. "Ich höre einfach nicht zu, wie du mir erzählen willst, dass dieser feuerspeiende Drache lustig sei... Kerry, dies ist die Hexe, die dich und jeden anderen vor zwei Wochen bei Associated feuern wollte, erinnerst du dich?" "Nenn sie nicht so." Fuhr Kerry sie unerwartet an. "Sie hat nur ihre Arbeit gemacht." "Das haben die Nazis auch gesagt." Erwiderte Colleen ungerührt. "Ich kann nicht glauben, dass du hier sitzt und sie verteidigst." Kerry war mit dem Binden ihrer Schnürsenkel fertig und stand dann leicht balancierend auf. "Es ist jetzt anders Colleen... Ich verstehe nun wesentlich besser was hinter all ihren Entscheidungen steht... sie ist keine schlechter Mensch." "Somit... ist es jetzt okay, wenn sie jeden feuert?" Die Rothaarige starrte sie an. "Willst du das damit sagen?" "Nein." Der blonde Kopf schüttelte sich verneinend. "Verständnis ist nicht das Gleiche wie Zustimmung... es ist nur, dass ich nun zwischen dem unterscheiden kann was sie tut, und dem was sie ist." Colleen griff sich mit beiden Händen an den Kopf. "Du bringst mich völlig durcheinander." "Nun zieh deine Skates an und lass uns gehen." Kerry seufzte. "Sieh mal... es ist einfach - Ich mag nicht was sie tut... deswegen habe ich mich entschieden bei ihr anzufangen, da ich sie vielleicht überreden kann die Dinge noch mal zu überdenken. Aber ich mag wer sie ist... ich mag sie als Mensch - unabhängig davon was für eine Arbeit sie macht... verstehst du?" Ihre Freundin band ihre Schnürsenkel zu und stand leicht wackelnd auf. "Ich verstehe, dass sie dich verdammt bezaubert hat, soviel ist mal sicher." Sie schüttelte ihren Kopf. "Jedoch... sei vorsichtig Kerry, okay? Ich will nicht sehen wie du dich in diese Arbeit wirfst, nur um einen Tritt ins Kreuz zu bekommen und sie dich fertig macht." Das würde sie nicht machen. Die Worte kamen wie selbstverständlich, ohne darüber nachzudenken, über ihre Lippen, aber Kerry schloss gerade noch rechtzeitig ihren Mund als sie realisierte, dass es nicht leicht sein würde das zu erklären. "Ich werde vorsichtig sein... ich weiß, das manchmal die Dinge sehr schlimm werden können, besonders auf dem Niveau auf dem sie sich befindet... danke für deine Besorgnis um mich." "Mmph." Brummte Colleen. "Jemand muss es ja tun..." Sie folgte Kerry zur Tür auf den Gehweg hinaus. "Also... wie behandelt sie dich dort überhaupt?" Auf dem Weg zur gepflasterten Strasse fiel die blonde Frau in einen leicht schwingenden Rhythmus. "Wirklich sehr gut... Sie sabotiert mich ständig mit Plätzchen... sie denkt ich würde nicht genug wiegen." Sie warf Colleen einen sarkastischen Blick zu. "Bei der Geschmacksrichtung von Süßigkeiten haben wir eine Menge Gemeinsamkeiten." "Ach." Ihre Freundin nickte. "Okay... dafür bekommt sie einen Punkt." Sie hielt inne. "Aber nur einen, denk daran." Sie zog an Kerry's Shirt. "Ich sage dir das schon seit Monaten." "Ja, ja." Die blonde Frau rollte mit ihren Augen. "Auf geht's... wir machen ein Rennen, wer zuerst an der Ecke ist."
Kerry betrat den Konferenzraum und nickte der dort versammelten Gruppe lächelnd zu, während sie sich auf einen Stuhl auf halber Höhe des Tisches setzte. Es war ihre erste Sitzung ohne Dar's beruhigende Gegenwart an ihrer Seite, und sie war ein wenig nervös. Sie legte ihren PDA auf den Tisch und schaute mit verschränkten Fingern in die Runde. Bei dieser Konferenz ging es um die Koordination eines Projektes das die aktuelle Technologie ihres gigantischen Intranetzwerks durch einen fortschrittlicheren Typ ersetzen sollte, und jeden in der Gesellschaft betraf. Dar hatte sie geschickt, weil sie mitten in einem riesigen Problem an der Westküste steckte, und sie hatte Kerry gesagt, dass sie einfach hingehen und Notizen, aber keinerlei Zusagen machen sollte. Das sollte einfach sein. Obwohl sie ein wenig beunruhigt über Dar war... der Morgen hatte gut angefangen, aber nachdem sie die dringenden morgendlichen Mails überprüft hatte, bekam sie Schwierigkeiten bei einer und ging zu Dar rüber, und sah wie ihre Chefin am Fenster stehend mit einem grimmigen Blick aufs Wasser starrte. Ihre Fragen wurden mit einer ablehnenden Abwesenheit beantwortet und sie musste gegen den Drang ankämpfen, die große Frau zu drängen darüber zu reden was sie belastete. Stattdessen saß sie nun hier und machte sich Sorgen über jemanden, den sie kaum kannte, während sie in einer Konferenz saß auf die sie kaum vorbereitet war. Kerry seufzte. Gut, dass es Freitag war. Sie schaute auf, als ein großer, bärtiger Mann an den Kopf des Tisches ging und sich hinsetzte, er blätterte durch einige Papiere vor ihm und blickte sie dann mit einem Stirnrunzeln an. "Verstehe ich das richtig, dass wir nicht wichtig genug für Ms. Roberts Erscheinen sind?" Kerry biss sich kurz auf die Zunge und räusperte sich dann. "Tatsächlich... ist sie gerade dabei ein Chaos in der Westregion zu beseitigen... sie hat mich gebeten für sie hier teilzunehmen." Der junge Mann neben ihr zuckte zusammen. "Autsch... das Pazifikgeschäft?" Kerry nickte. "Sie hat Unisys gedrängt diese Großrechner eine Woche früher zu schicken, und sie hat einige von den Leuten da draußen angehalten ein Team für die Installation zu beschaffen." Der bärtige Mann sah keinen Deut glücklicher aus, aber er grunzte und konzentrierte seine Aufmerksamkeit auf seine Unterlagen. "Na gut, in Ordnung... lassen sie uns damit anfangen." Er blickte zu seinem Nachbarn. "Haben sie eine Präsentation der Technik?" Kerry rückte sich zurecht, öffnete ihren PDA und schrieb einige Notizen nieder, als das Licht abgeblendet wurde und ein Schaltkreisplan auf dem Monitor aufleuchtete.
Dar nahm einen Schluck von dem Wasser auf ihrem Schreibtisch und konzentrierte ihre Aufmerksamkeit auf die Frau die vor ihrem Schreibtisch saß. Die Marketing VP war eifrig dabei ein neues Schema zu beschreiben, und wollte Dar's Meinung ob ihre momentane Infrastruktur damit zurechtkommen konnte oder nicht. Sie holte Luft und schluckte die Übelkeit hinunter, die zu ihren täglichen Kopfschmerzen hinzugekommen war, sie waren heute schlimmer als gewöhnlich und sie vermutete, dass sie tatsächlich eine Migräne hatte. Es hatte mit einer Tunnelvision angefangen, wobei ihr Blickfeld mit wirbelnden, funkelndem Nebel eingeschränkt wurde. Dann hatte der Schmerz an der Schädelbasis angefangen und sich so stark vorgearbeitet, dass ihr übel wurde. Die Stimme der Marketing VP trug ihr übriges dazu bei. Evaline hatte einen unglücklichen New Yorker Akzent, und Dar fühlte wie sie ihre Konzentration verlor und nichts mehr wollte, als sich an einem dunklen Ort zusammenzurollen und die Welt außen vor zu lassen. Aber das konnte sie nicht. Es war zu viel zu tun, also trank sie grimmig noch mehr Wasser während sie überlegte ob sie noch vier oder fünf weitere Ibuprofan riskieren konnte. "Das sieht gut aus Evaline... wir können die Bandbreite erweitern, aber ich würde die Betriebskosten für die zusätzlichen T3's in diese Verträge einfügen." Die Frau schrieb nickend eine Notiz. "Ja... sicher... das können wir machen." Das Telefon klingelte und Dar drückte die Taste der Freisprecheinrichtung. "Ja?" "Dar wir haben ein Problem." Erklang Mark's gereizte Stimme. "T&T bittet um einen Internetzugang für einige ihrer langjährigen Techniker und sie haben einen offenen TCP/IP Block in ihrem Bereich. Ich kann ihnen die Genehmigung erteilen, aber es gibt die Möglichkeit, dass jemand von dem verdammten Intranet das sie unterstützen hereinkommen könnte und unser System von innen lahm legt." "Fein. Nein." Erklärte Dar energisch, während sie ihren Kopf auf ihrer Hand abstützte. "Sag T&T, das sie nichts unternehmen sollen." "Das hab ich." Antwortete Mark. "Aber Uthai jammert mir hier die Ohren voll und tritt mir in den Hintern." Dar holte Luft und atmete wieder aus. "Sag ihm, dass ich nein gesagt habe." Antwortete sie ruhig. "Sag ihm, wenn er ein Problem damit hat, dann kann er mich direkt anrufen und ich werde diesem kleinen, dummen Arsch eine Abfuhr erteilen." Ein Augenblick herrschte Stille. "Okay." Antwortete Mark langsam wobei er das Wort in die Länge zog. "Und du kannst ihm von mir ausrichten, wenn er so dumm ist, dass er nicht einmal so ein einfaches Konzept wie Netzwerksicherheit verstehen kann, dann können wir für ihn eine neue Position als Maler für Parkflächenbegrenzungen auf dem Parkplatz der Bank von Neuseeland finden." Fuhr Dar mit tiefer, grollender Stimme fort. Ein längeres Schweigen. "Ich denke das sagst du ihm selbst." Antwortete der MIS Chef schließlich mit einem zögernden Kichern. "Ich möchte dich nicht um dieses Vergnügen bringen." Die hämmernden Kopfschmerzen wurden schlimmer und Dar vermutete, dass sie kurz davor war sich zu übergeben, der bloße Gedanke daran verschlimmerte die Kopfschmerzen noch. "Danke." Sie legte auf und blickte dann zu Evaline. "Sind wir fertig?" Die zierliche blonde Frau blinzelte sie an. "Sind sie in Ordnung, Dar?" Erkundigte sie sich höflich. "Nicht das sie ansonsten keine schlechte Laune haben, aber dies scheint sogar für sie ein wenig heftig zu sein." Blaue Augen fixierten sie erbarmungslos. "Sind wir fertig?" Wiederholte Dar gereizt. Die Frau stand kopfschüttelnd auf. "Ja... haben sie ein schönes... Wochenende, Dar." Sie hielt inne. "Oder, was auch immer." Sie ging hinaus, schloss die Tür unnötig heftig hinter sich und warf Maria einen Blick zu. "Ihr ist heute eine Laus über die Leber gelaufen, oder nicht?" Ihre Augen fielen auf Kerry, die gerade das Büro betreten hatte und nun neben dem Schreibtisch der Sekretärin stand. "Oh... Entschuldigung, Honey... sie sind noch neu hier, oder nicht? Haben sie sie noch nicht satt? Mein Gott... sie haben es sechsmal solange ausgehalten als die anderen vor ihnen... sie müssen eine sehr geduldige Person sein." Kerry schaute sie an. "Ich versuche es." Antwortete sie freundlich, während die Frau nur kopfschüttelnd hinaus ging. Die blonde Frau wandte ihre Aufmerksamkeit zu Maria zurück. "Sie war schon den ganzen Tag so gereizt... ist irgendwas los?" Maria zuckte mit ihren Schultern. "Ich sag ihnen... irgendetwas stimmt nicht, aber sie will nicht darüber reden." Die Sekretärin senkte ihre Stimme. "Ich bin besorgt... sie hat heute früh einen Anruf von ihrem Arzt bekommen... seitdem ist sie so ruhig." Sie stieß Kerry an. "Sie gehen besser hinein... sie hat schon nach ihnen gefragt." "Okay..." Seufzte Kerry, dann nahm sie ihren Kaffee, klopfte leise an die Tür, und drückte sie auf als sie die leise Antwort hörte. Sie betrat den Raum und sah wie Dar mit den Armen auf der Oberfläche hinter ihrem Schreibtisch saß. "Hey... sie haben mich gesucht?" Als sie näher kam bemerkte sie die blasse Färbung der Haut ihrer Chefin die normalerweise gebräunt war, und stellte ihren Kaffee ab während sie die größere Frau besorgt betrachtete. "Ja." Dar atmete aus. " Ähm... diese Verträge, die Duks geprüft haben wollte... haben sie sie genommen? Ich scheine sie nicht zu..." "Dar?" Kerry war um den Schreibtisch gegangen, kniete an ihrer Seite und legte eine Hand auf ihren Arm. "Hey... sind sie okay?" Dar's Augenbrauen zogen sich zusammen. "Sicher... ich habe nur grauenhafte Kopfschmerzen." "Sie sehen schrecklich aus." Kerry setzte mit einer Taktlosigkeit nach, die sie nur bei Dar zu haben schien. "Gott... sie schwitzen ja..." "Es ist nur..." Die ältere Frau zog sich tief Luft holend auf ihre Füße. "Ich bin in Ordnung... ich muss diese Verträge finden... ich habe Duks gesagt, dass ich sie ihm bis heute Nachmittag zurück gebe." Kerry betrachtete sie für einen Augenblick aufmerksam. "In Ordnung... ich werde sehen, ob ich sie finden kann... ich habe sie geprüft, aber ich dachte, dass ich zurückgebracht habe. Lassen sie mich in meinem Büro nachsehen." Dar nickte Zustimmend und stützte mit einer Hand ihren Kopf ab. "Sehr gut." Sie fing an zu gehen und lief zu der kleinen Tür die zum hinteren Flur zwischen ihren Büros führte, dann blieb sie stehen und drehte sich um, sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und kehrte zu Dar's Schreibtisch zurück. "Dar?" Leicht verärgerte blaue Auge blickten zu ihr auf. "Was?" Kerry setzte sich auf die Ecke des polierten Holzes. "Ähm... warum gehen sie nicht nach Hause?" "Machen sie sich nicht lächerlich, Kerry." Sagte Dar aufgebracht. "Es gibt da ni..." Sie biss fest ihre Zähne zusammen als ihr Magen drohte zu rebellieren und schloss ihre Augen. "Verdammt." "Dar?" Die Stimme der blonden Frau hatte einen sanften, weichen Tonfall angenommen. "Kommen sie... ich bring sie nach Hause, okay? Dort können sie sich hinlegen... ich weiß, dass sie sich dann besser fühlen werden." "Es ist so viel zu tun." Protestierte Dar schwach. "Ich kann nicht." "Das werde ich machen... kommen sie... ich bring sie heim, dann komme ich hierher zurück und mach die Sachen fertig." Beschwatzte Kerry sie. "Hey... es ist Freitag Nachmittag... Sie können sich die paar Stunden gönnen." Dar starrte Kerry an. Sie wusste, dass Kerry eine große Überzeugungskraft besaß, aber seit wann wandte sie sie bei ihr an? Die seegrünen Augen hatten einen warmen, zärtlichen Ausdruck angenommen als sie sie betrachtete, und plötzlich wollte Dar einfach nur nachgeben. Es schmerzte so sehr irgendetwas anderes zu tun. "In Ordnung." Gab sie nach, lehnte sich in ihren Stuhl zurück und ließ ihren Kopf gegen das kühle Leder sinken. Sie behielt ihre Augen geschlossen als sie hörte wie Kerry ihren Computer ausschaltete und vernahm ein leises Klimpern als sie Dar's Autoschlüssel aus der oberen Schublade nahm. "Auf geht's." Drängte Kerry leise. "Ja... schon gut." Dar stieß sich auf ihre Füße, dann schulterte sie ihren Laptop und folgte Kerry, die den Weg durch den Raum voranging und die Tür öffnete. Sie warf Maria einen Blick zu als die Sekretärin erschrocken aufblickte. "Maria... ich bin ähm..." Kerry hielt hinter Dar's Rücken ihre Autoschlüssel hoch und tauschte besorgte Blicke mit Maria. "Sie sind... auf einer auswärtigen Sitzung." Sagte Maria leise. "Anrufe nur bei einem Notfall, aye?" Dar nickte. "Das genügt." Der Weg nach draußen war ruhig, Kerry war erstaunt, dass sie es schafften das Gebäude zu verlassen, ohne das Dar ein halbes Dutzend Mal angehalten wurde, aber es schien so, als ob sie den richtigen Zeitpunkt ausgewählt hätten, als jeder entweder in Nachmittagssitzungen oder noch beim Essen war. Sie war ein wenig nervös und unsicher, weil sie Dar gegenüber eine solch heftige Haltung eingenommen hatte, aber ein Blick auf ihr blasses, abgespanntes Gesicht schob schnell alle Befürchtungen zur Seite. Sie ließ die Geschäftsführerin auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, dann ging sie um den Wagen und stellte den Fahrersitz auf ihre Größe ein. "Wo wohnen sie überhaupt?" Erkundigte sie sich zögernd. Dar lächelte müde. "Nehmen sie die McArthur Causeway und fahren nach Osten. Es ist die letzte Ampel vor der letzten Brücke die zum Stand führt." Kerry starrte sie verwirrt an. "Dar, dort ist das Terminal der Küstenwache." Ein schwaches Kichern. "Nicht ganz... direkt westlich davon ist eine Fähranlegestelle." Sie atmete aus. "Der Ort nennt sich Fisher Island... sie müssen ein Boot nehmen um dahin zukommen." Kerry fuhr den Lexus langsam aus dem Parkplatz, bog nach rechts ab und fuhr in Richtung der Causeway. "Oh." Grübelte sie nach. "Ich habe davon gehört." Sie warf ihrer Begleiterin einen besorgten Blick zu. "Haben sie etwas was sie für die Schmerzen nehmen können? Ich meine... Sie sehen so aus, als ob es sehr weh tut." "Die Inselapotheke löst ein Rezept ein, dass ich gestern bekommen habe." Antwortete Dar leise. "Ich glaube es ist eine Migräne... ich habe noch niemals eine gehabt, aber es ist wirklich schlimm." "Autsch." Kerry bog auf die Causeway ab und fuhr in Richtung Osten weiter. "Ich hatte so etwas schon öfter... hat es mit einem eingeschränkten Blickfeld angefangen?" Ein schwaches Nicken. "Magenschmerzen?" Erkundigte sich Kerry mitfühlend. Ein weiteres Nicken. "Das ist eine Migräne." Die blonde Frau verzog ihr Gesicht. "Ich suche mir bei so was für gewöhnlich irgendwo einen dunklen Ort um zu schlafen." Eine kurze Zeit herrschte Schweigen. "Wie ist es in der Sitzung gelaufen?" Fragte Dar schließlich, als sie nach rechts in Richtung zum Fährhafen abbog und vorsichtig durch die mit Kegeln markierte Gasse steuerte. Die Fähre legte gerade an, also parkte Kerry den Wagen und dachte über die Frage nach. "Ich denke, dass sie gut gelaufen ist... der Bursche der die Sitzung leitete, ein Michael sonst was... benahm sich wirklich... widerlich, aber derjenige der die technische Präsentation vorgestellt hatte war gut." "Districa." Nickte Dar. "Er hasst mich." Sie öffnete ihre Augen und winkte der Sicherheitswache zu, der seine Hand als Erwiderung hob. "Fahren sie einfach auf die Fähre. Die werden ihnen sagen, wo sie halten sollen." Kerry tat es so, fuhr den Lexus auf die Rampe, und dann in die Spur wo sie ein Matrose mit weißem Hemd hindirigierte. Sie bremste als er seine Hand hochhielt, und beobachtete dann wie er die Räder sorgfältig festkeilte. Sobald alle Autos aufgeladen waren, wurde die Rampe entfernt und die Fähre legte vom Dock ab. Nun hatte sie etwas Zeit um ihre Augen nach rechts zu wenden und betrachtete eingehend ihre Begleiterin. "Wie ist es mit Pacific gelaufen?" Dar behielt ihre Augen geschlossen und lehnte ihren Kopf gegen den Türrahmen, welcher von der Klimaanlage abgekühlt war. "Fertig." Murmelte sie. "Ich hatte drohen müssen eine Abteilung zu schließen, aber die Bastarde dort draußen haben es schließlich geschafft." "Das wäre dann ein weiterer Pluspunkt für DR." Lächelte Kerry und beobachtete wie die Fähre an das Inselterminal anlegte. "Sie waren darüber wirklich besorgt... Ich hörte wie Mr. Draeyfus im Fahrstuhl mit diesem Menschen vom Marketing darüber sprach." "Mm." Dar zuckte zusammen und schluckte heftig als ihr Magen rebellierte. Sie war äußerst dankbar dafür, dass Kerry sie nach Hause fuhr, so wie sie sich fühlte wäre sie wahrscheinlich in der Biscayne Bay gelandet. Nein. Meldete sich ihr Verstand müde. Sie wäre gar nicht gegangen, und dies wäre einfach dumm gewesen. "Übrigens bei dem Weg, danke dass sie mich überzeugt haben." Grüne Augen betrachteten sie warmherzig, während sich Kerry gerade noch davon abhalten konnte ihre Hand auszustrecken und Dar's Arm zu drücken. "Sie sahen so elend aus... ich konnte das nicht aushalten." Ein blauer Augapfel erschien und betrachtete sie merkwürdig. "Sie konnten es nicht aushalten?" Kerry holte Luft und blies den Atem wieder aus, sie war sich nicht sicher wie sie ihren Kommentar genau erklären konnte. Die Hektik beim Andocken der Fähre rettete sie, weil sie sich nun auf ihre Fahrerei konzentrieren musste. Sie fuhr den Lexus auf die Rampe in eine willkommene Süßwasserdusche, die das Salz vom Wagen wusch. Dann fuhr sie die einzige Strasse hinunter die sie sehen konnte, bis sie an eine T-Kreuzung kam und Dar fragend anblickte. "Rechts oder links?" "Rechts." Antwortete Dar. "Nehmen sie die zweite Abbiegung nach links, dort wo die Beschilderung zur Seaside weist... dann fahren sie weiter bis zum Ende der Bucht." Kerry sah sich neugierig um. Mitten im Zentrum der Insel befand sich ein kleiner Golfplatz mit Apartments ringsherum. Es gab nicht viel Verkehr, aber sie erspähte mehrere Golfwägelchen die entlang der Strasse surrten, und die Bäume, die den Golfplatz umgaben schirmten die Apartments ab. Sie bog in die Richtung ab, die ihr Dar angewiesen hatte und fuhr in einen Komplex mit einer großen Anzahl von Apartments, die im rechten Winkel zueinander standen. "Hier hinunter?" Sie zeigte auf die Tiefgarage. Dar nickte. "Ja... der erste oder zweite Abstellplatz auf der linken Seite... es ist egal welchen sie nehmen." "In Ordnung." Kerry steuerte den Wagen auf einen Abstellplatz, dann stellte sie den Motor aus. "Hier sind wir." "Es sieht so aus." Antwortete die dunkelhaarige Frau süßsauer. "Wir haben nicht sorgfältig genug darüber nachgedacht, Kerry... geben sie mir die Möglichkeit ein paar Tabletten zu schlucken und sobald sie wirken werde ich sie zu ihrem Wagen zurückbringen." "Machen sie sich nicht lächerlich." Wiedersprach die blonde Frau energisch. "Ich kann ein Taxi nehmen, danke... sie sind hier, weil sie sich nicht gut fühlen, erinnern sie sich?" Sie öffnete die Tür und hopste wortwörtlich hinaus. "Verdammt, ist das ein hoher Wagen... hören sie, ich werde nur warten bis es ihnen etwas besser geht, dann verschwinde ich von hier und lass sie allein." Dar richtete sich mühsam auf und stieg aus, sie lehnte sich gegen den Wagen als sie die Tür schloss und atmete etwas erleichtert die frische Ozeanbrise ein. Den Weg bis zu ihrer Tür ging sie voran, zog das Päckchen aus ihrem Briefkasten und blickte es an. "Oh... die Medikamente... gut." "Die werden hier geliefert?" Kerry blickte sich um und fuhr mit ihren Fingern über das feste Mauerwerk. Sie folgte Dar als die größere Frau die Tür aufschloss und sie aufstieß, ein Hauch reiner Luft schlug in ihr Gesicht. Sie betrat einen weitläufigen Raum mit einer gewölbten Decke. Ihr erster Eindruck waren eine kühle, reine Weiträumigkeit mit eierschalfarbenen Wänden, zwei dunklen Ledersofas und Marmorböden. Ihre Aufmerksamkeit wurde sofort von dem riesigen gerahmten Bild über der Couch eingenommen, eine Planetenlandschaft in dunklen, vibrierenden Farben, die in dem gedämpften Licht auf sie zu springen schienen. "Außergewöhnlich." Dar drehte sich mit einem verwirrten Gesichtsausdruck um, und schaffte es dann zu lächeln. "Sie haben doch nicht wirklich Holzmöbel erwartet, oder doch? Ich dachte, ich hätte einen besseren Eindruck hinterlassen." Kerry ging zu dem Bild und starrte es an. "Das ist eindrucksvoll." Die größere Frau setzte ihren Weg zur Küche fort. "Danke... es gibt da einen Künstler der das macht... er macht diese spinnenartige Verflechtung mit aktiver Elektrizität." "Was?" Kerry holte sie ein, als sie die Tür erreichte und betrat die riesige Küche. "Oh Mann..." Rief sie, sich im Kreis drehend, um den quadratischen Raum mit der reinlichen Einrichtung zu betrachten. "Hier würde mit Leichtigkeit mein Auto hereinpassen." Lachte sie. "Ich dachte die Küche meiner Mutter wäre groß." Dar nahm sich ein Glas aus dem Schrank und öffnete die Kühlschranktür, goss sich das Glas mit Milch ein und riss dann ungeduldig ihr Medikamentenpäckchen auf. "Wenn sie warten bis dieses Zeug hier wirkt... werde ich sie herumführen." Sie öffnete die Flasche und kontrollierte die Dosierung, nahm zwei Tabletten heraus und warf sie in ihren Mund, gefolgt von einem Schluck Milch. "Ich hoffe sie bleiben drin." Mit einer Grimasse lehnte sie sich gegen die Anrichte als ein Schmerzanfall ihren Kopf zu zerquetschen schien. Unfähig länger ihre Hände bei sich zu halten ergriff Kerry sanft den Ellbogen ihrer Begleiterin. "Kommen sie... wo geht es zu ihrem Schlafzimmer?" Dar atmete gleichmäßig ein und richtete sich auf. "Ich schaff das... danke." Die Wärme um ihren Arm verschwand und sie zog ihre Jacke aus während sie ins Schlafzimmer ging. Die kühlen blauen Farbtöne beruhigten sie umgehend und sie schaffte es ihre Arbeitkleidung auszuziehen und in ihr Shirt und ihre Boxer-Shorts zu schlüpfen, ohne dass sie sich übergeben musste. "Hey..." Rief sie zu Kerry hinaus, die ihren Kopf in den Raum streckte. "Hören sie... ich... ich denke, ich lege mich besser etwas hin bis dieses Zeug wirkt..." Sie spürte wie Kerry näher auf sie zukam, aber die Frau berührte sie nicht wieder. "Im Arbeitszimmer ist ein Computerterminal... falls sie die Sachen fertig machen wollen." Kerry betrachtete die deutlich schwankende Frau und seufzte. Sie schritt wieder nach vorne und legte ihre Hand auf ihren Arm. "Kommen sie... machen sie sich keine Sorgen um mich." Dar wehrte sich diesmal nicht gegen die Berührung. Sie ließ sich aufs Bett sinken und rollte sich auf die Seite als eine weiterere Welle von Übelkeit von ihr Besitz ergriff. Der Schmerz wurde wieder schlimmer und sie wickelte ihren Arm über ihren Kopf während sie durch die starken Schmerzen kaum atmen konnte. "Kommen sie... rollen sie sich herüber." Die Stimme war leise und vertraut, sie gehorchte und fühlte Hände die sanft den Schmerz an ihrem Genick untersuchten. Sie wurde schwach gewahr, dass es Kerry war und sie sollte die Frau unterbrechen, aber ihr Körper konnte nicht mehr reagieren, und sie entspannte bei der Berührung mit einem Gefühl von seliger Erleichterung. "Nehmen sie es leicht... oh Mann... das ist wirklich verspannt... warten sie." Mit einem unsicheren und sehr verlegenen Gefühl arbeitete Kerry an den verspannten Schultern. Dar's Haut fühlte sich unter dem Baumwollstoff ihres Shirt's warm an, und sie war sich unbehaglich gewahr wie unangebracht das Ganze war. Genauso beklemmend bemerkte sie, wie sie das was sie tat, genoss. Es dauerte eine Zeitlang bis sie fühlen konnte, dass die Knoten unter ihren Fingern verschwanden, in der Zwischenzeit war Dar eingeschlafen. Kerry hörte auf und zog eine Hand zurück, ließ die andere aber an Ort und Stelle und machte nur mit ihren Fingerspitzen kreisende Bewegungen, sie hörte erst auf als sie bemerkte, dass die dunkelhaarige Frau tief eingeschlafen und ihre Atmung gleichmäßig und ruhig war. Sie zog ihre Hand zurück, stand auf und entfernte sich leise aus dem Raum, sie hielt nicht an bis sie mitten im Wohnzimmer war, wo sie ihren lang angehaltenen Atem herausstieß. "Mann." Sie fuhr mit einer leicht zitternden Hand durch ihr Haar. "Okay... okay... beruhige dich... es ist nun vorbei... sie ist in Ordnung... entspann einfach." Es funktionierte. Nun neugierig, sah sie sich anerkennend in dem Apartment um. "So lebst du also, wie?" Sie schlenderte durch den großen Raum und untersuchte das weiche Leder der Couch. "Ohh... ich wette darauf sitzt man sehr bequem." Sie schritt in das Esszimmer und ging zu den Fenstern die mit Jalousien geschlossen waren. Sie hob eine Lamelle um den Blick auf den Ozean freizugeben und seufzte. "Mann, ist das schön." Von dort aus wanderte sie in die Küche und schielte auf die kobaltblaue Einrichtung, die aussah, als ob sie wenig gebraucht würde, und die Kochstelle im Zentrum wies noch weniger darauf hin. "Du verbringst nicht viel Zeit hier, oder?" Sie spähte in den Kühlschrank und schüttelte ihren Kopf. "Du meine Güte, Dar... du erwartest nicht, dass ich glaube, dass du von Milch und Schokokeksen lebst, und..." Sie öffnete das Gefrierfach. ";Gefrorene Pizza?" Sie schlug sich zweifelnd an den Kopf. "Das hab ich nicht gesehen." Sie schaute noch einmal hin. "Oh... entschuldige... und Eiscreme." Sie verließ die erschreckend, wenig benutzte Küche und sah sich noch einmal im Wohnzimmer um. Auf der rechten Seite befand sich eine Tür und sie streckte ihren Kopf herein, um einen großen Schreibtisch mit einem Computer zu sehen. "Aha... das Arbeitszimmer." Neugierig blickte sie zu der Treppe die nach oben führte, dann schlenderte sie über die teppichbedeckten Stufen und fand drei Räume und zwei Badezimmer dort vor, ein Schlafzimmer schien wegen seiner Größe anscheinend das Hauptschlafzimmer zu sein und hatte einen umlaufenden Balkon mit Blick auf den Ozean. Sie fragte sich warum Dar im Erdgeschoss schlief und überlegte dann, dass es einfach leichter für sie war auf einer Etage zu leben, da sie... Kerry sah sich noch einmal um, ging dann wieder hinunter und nahm die Ruhe des Wohnzimmers in sich auf. Da sie hier allein lebt. Ihre Augen wandten sich zu dem Zentrum mit der Unterhaltungselektronik, dann zu dem großen Wohnzimmertisch, und sie realisierte, dass außer dem großen Bild über der Couch nicht persönliches in dem Raum war. Keine Bilder. Es lagen keine Kleidungsstücke herum. Keine Diplome... oder irgendwelcher Krimskrams. Nichts. Es war so, als ob die rätselhafte Frau die hier lebte, nur zu Besuch hier war... und Angst davor hatte dem Ort eine persönliche Note zu geben. Kerry grübelte darüber nach während sie ins Arbeitszimmer ging und setzte sich an den großen, polierten Schreibtisch. Und fand eine kleine, gerahmte Fotografie, die sie hochhob und näher betrachtete. Auf ihr war eine jüngere Dar zu sehen, gekleidet mit einem weißen Karateanzug und eine Hand hatte sie auf einen großen Pokal gelegt, während der andere Arm um einen älteren Mann lag, der stolz in die Kamera grinste und auf sie zeigte. Sein bärtiges Gesicht erinnerte sehr stark an Dar's und seine Augen hatten die gleiche hellblaue Farbe. Sie drehte das Bild um und las die Worte, die auf die Rückseite geschrieben waren. Zwei von der selben Art. 1990. "Hm." Kerry stellte das Foto ordentlich zurück und überlegte dann was sie tun sollte. Sie könnte einfach gehen - Dar schlief und es gab keinen Grund für sie weiter hier rumzuhängen. Das Telefon stand da und sie konnte ein Taxi rufen. Andererseits hatte ihr Dar irgendwie zu verstehen gegeben, dass es für sie in Ordnung war, wenn sie blieb... da sie ihr gesagt hatte wo der Schreibtisch stand und nichts dagegen hatte wenn sie daran arbeitete. Zum Dritten sagt das Rezept eindeutig, dass man nur eine Tablette nehmen soll, und Dar hat zwei genommen, war es nicht gefährlich jemanden in diesem Zustand alleine schlafen zu lassen? Zwei zu eins. Kerry nickte heftig und schaltete den Computer an. "In der Tat... ich kann alles von hier aus erledigen..." Ihre Augen erspähten den HP Laserjet 4Si an der Seite des Schreibtisches. "Zum Teufel... ich kann sogar diese blöden Berichte neu ausdrucken." Zufrieden wartete sie bis der Computer gebootet hatte, dann loggte sie sich mit ihrem Passwort ein. Das System zögerte eine kleine Weile, dann öffnete sich folgsam ihr persönliches Menü. Sie loggte sich in eine Terminal Sitzung ein und fing an zu arbeiten.
~~~ ENDE - Kapitel 4 ~~~
Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 5 lesen.
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