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Lest bitte die allgemeinen Hinweise im Kapitel 1

 

 

 

 

 

 

Tropical Storm - Kapitel 7

   

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Tropical Storm
by Melissa Good

Kapitel 7

 

"Ich bin überrascht, dass in einer Sitzung wie dieser, keine Rüstung verlangt wird." Erwähnte Kerry während sie an ihrer Manschette zupfte. "Nach dem, was du gesagt hast..."

Dar, immer noch in ihrem Schlafdress, hatte ihren Kopf auf einer Hand abgestützt und studierte den Bildschirm ihres Laptops. "Okay... ich denke, dass ich genug Schmutz zusammen habe..." Sie prägte sich die Details in ihr Gehirn ein und nickte, dann stieß sie sich vom Tisch ab und stand auf, hob ihre Arme über den Kopf und ließ ihren Rücken geräuschvoll knacken.

"Autsch." Kerry zuckte zusammen.

Die Geschäftsführerin kicherte ironisch. "Das hab ich von dem jahrelangen Sitzen an einer Tastatur." Sie ging zu ihrer Reisetasche und zog ihr Kostüm heraus, warf es sachte auf das Bett und sah auf ihre Uhr. "Zumindest hatten wir genug Zeit für ein anständiges Frühstück... dieser French-Toast ist recht gut, wie?"

"Recht gut?" Lachte Kerry. "Das könnte ich jeden Morgen essen."

"Ach ja... und du ziehst mich mit meinen Frosties auf." Grinsend schüttelte Dar ihren Kopf.

Kerry erwiderte das Grinsen und ging, um sich fertig anzuziehen, kopfschüttelnd in ihr Zimmer zurück. Während sie ihre Jacke anzog betrachtete sie sich im Spiegel, richtete den Kragen gerade und strich mit leicht nervösen Fingern den kastanienbraunen Stoff glatt. Die Jacke passte gut zu dem engen, knielangen Rock und den bequemen Schuhen und ergab einen guten Kontrast zu der hellgrauen Bluse.

Im Hinblick auf Dar's üblichem Erscheinungsbild, trug sie nur ein wenig Make-up auf. Einen Hauch Lipgloss, ein wenig Rouge auf ihre Wangen und ein winziger Hauch Lidschatten. "In Ordnung." Erzählte sie ihrem Spiegelbild, das sie erwartungsvoll anblickte. "Sind wir kriegsbereit?"

Sie schob ihre Unterlippe hervor und musste ein Kichern unterdrücken. "Du weißt... dass ich nicht glaube, der kämpferische Typ zu sein." Ein leises Husten ließ sie ihren Kopf drehen und sie sah Dar in der Tür stehen, sie trug einen rotgrauen Blazer und Rock mit ihrem schwarzen Mickey-Shirt darunter. Ihre Chefin sah geschmeidig, und, nun ja, in ihrer Eintönigkeit gefährlich aus, besonders da ihre Kleidung mit ihrem dunklem Haar verschmolz. Nur die hellen, unglaublich blauen Augen fügten einen Hauch Farbe hinzu. "Oh... hallo... du siehst... nett aus."

"Nein, das tu ich nicht." Antwortete Dar fröhlich. "Ich sehe wie der Hai der Gesellschaft aus. Was ich auch bin. Gehen wir?"

Es war eine kurze Fahrt zu den Verwaltungsbüros, jedoch mussten sie fünf Minuten warten, bevor die Wache sie hereinließ. Sie parkten, stiegen aus und hingen beide ihre Aktenmappen über ihre Schultern. "Ok... es könnte schwierig werden." Sagte Dar, bevor sie das Gebäude betraten. "Bleib gelassen, und falls du das Gefühl hast, dass die Frage von jemandem gefährlich, oder feindselig ist, dann sag ihnen einfach. Entschuldigung... ich verstehe die Frage nicht... könnten sie bitte erklären was sie meinen?"

Während Kerry ihrer Chefin ins Gebäude folgte, dachte sie nach. "Das ist ziemlich schlau... dadurch zwingst du sie, die Karten auf den Tisch zu legen."

Dar blinzelte sie an. "Ich wusste, dass ich ein kluges Köpfchen herausgepickt habe." Sie nickte zu einem kleinen, untersetzten Mann neben dem Fahrstuhl und holte tief Luft. "Okay... hier sind wir... guten Morgen John."

Er streckte eine Hand aus. "Hallo Dar... es tut gut sie zu sehen." Es folgte eine kurze Vorstellung seines restlichen Teams. Sie blickten Dar alle mit einer Kreuzung aus Angst und Faszination an, und Kerry musste sich fast auf ihre Lippe beißen, um nicht zu lachen.

Es war eine kurze Fahrt mit dem Aufzug, bis er sich auf einem Stockwerk öffnete, das größtenteils aus Glas zu bestehen schien. Die Wände waren alle aus Glas, und erlaubten einem in sämtliche Büros zu sehen und die Lichtstrahlen erreichten jeden Winkel.

Kerry fand es ablenkend, doch sie verdrängte dies als sie um eine Ecke kamen, und einen großen mit Glas abgetrennten Raum mit einem riesigen Konferenztisch betraten. An ihm saßen mehrere Leute, der größte Teil waren Männer und zwei Frauen, die Dar anstarrten, als ob sie glaubten, dass sie die leibhaftige Erscheinung Satans auf Erden wäre.

Am Kopfende des Tisches saß eine kleine, schlanke Frau mit feuerrotem Haar mit einem beinahe streng wirkenden kurzen Schnitt. Gekleidet war sie in einem teuer aussehenden beigefarbenen Kostüm und einer smaragdgrünen Bluse. Ihre Augen waren überall und beobachteten alles mit starkem Interesse, dann fielen sie auf Dar.

Kerry, noch nicht mit den Begrüßungsritualen vertraut, sah, wie die Frau für den Bruchteil einer Sekunde an Dar herauf und herunterblickte und sich dann ein flüchtiges, sehr zufriedenes Lächeln erlaubte. Schon war es vorbei.

Interessant.

"Hallo Jerry... lange nicht mehr gesehen." Schnurrte Dar, als sie ihre Aktenmappe ablegte und einen Stuhl herauszog, ohne sich jedoch hinzusetzen. Dagegen ließ ihr Lächeln Charme durchsickern. "Würde es ihnen etwas ausmachen, mich ihren Freunden vorzustellen?"

Kerry kam zu dem Schluss, dass der Mann den sie ansprach, so aussah, als ob ihm gleich ein Blutgefäß platzte. Sein Hals war so rot wie der eines Truthahnes, und sie konnte seine Adern deutlich blau hervorscheinen sehen. Jedoch schaffte er es irgendwie gelassen zu bleiben und stellte seine Kollegen vor, die Dar unsicher anblickten. Dar erwiderte die Begrüßung, dann wandte sie sich an die Lady am Tischende und sah ihr direkt in die Augen. "Und sie müssen Ms. Graver sein... es freut mich sie schließlich kennen zu lernen."

Es war unmöglich, auf Dar nicht zu reagieren. Sie knisterte vor Energie und Selbstvertrauen, und Kerry bemerkte, dass die Frau, obwohl sie selbst sehr Selbstbewusst war, dies zur Kenntnis nahm.

"Sie können niemand anderes als Dar Roberts sein." Michelle Graver stand auf und streckte ihre Hand aus. "Es ist mir ein Vergnügen... ich hatte keine Ahnung, dass sie an dieser Vergabeverhandlung teilnehmen würden."

Dar ergriff ihre Hand und erwiderte den kraftvollen Händedruck, dann lächelte sie und legte ihre Fingerspitzen auf ihre Aktenmappe. "In Ordnung... sollen wir anfangen? Es ist draußen ein wunderschöner Tag... und wir sitzen leider alle hier drinnen."

Kerry war abwechselnd erstaunt und beeindruckt. Dar war einfach hereinspaziert, hatte die Leitung übernommen und ihre Persönlichkeit voll entfaltet. Sie reichte das Angebot, das John ihr gegeben hatte zu der größeren Frau hinüber und sah zu, wie diese, es beiläufig vor Michelle, die immer noch stand, fallen ließ.

Dar setzte sich hin und übergab damit der Leiterin von Disney die Führung. "Sie hatten einige Bedenken wegen unserer Leistungsfähigkeit?" Ihre Augen schwenkten zu ihrem Rivalen und ein leichtes Grinsen verzog ihre Lippen. "Ich denke, dass ich dazu etwas sagen kann."

Graver überflog das Dokument, dann blickte sie auf Dar herunter. "Ich vermute, dass sie das wahrscheinlich können." Sie ging zu ihrem Platz zurück und legte das Angebot hinunter, dann nahm sie ein Blatt Papier und schob es quer über den Tisch. "Hier."

Dar nahm das Blatt und blickte darauf, dann kicherte sie leise. "Wollen sie, dass ich am Anfang beginne oder am Ende... und Jesus Jerry... ist das alles was sie, unter den zehntausend Vertragsverhandlungen, finden konnten?" Die funkelnden Blicke von der anderen Seite des Tisches ignorierend überflog sie die Liste. "Oh... daran erinnere ich mich..." Ein liebevoller Blick. "Das nichtzustandekommen des Vertrages mit Aamco... ich war diejenige, die ihrem CEO gesagt hatte, dass wir den ganzen Vertrag einfach auszahlen würden, damit ich seine Stimme nie wieder am Telefon zu hören bekäme."

"Wirklich?" Michelle Graver lehnte sich zurück und spielte mit ihrem Bleistift. "Warum?"

Dar atmete aus. "Sie hatten für eine Überholung der Fertigung, inklusive eines IS-Systems unterschrieben, dass ihre ganzen Geschäfte mit einer computerisierten Inventarsteuerung verlinken würde... auf halbem Weg haben sie einen neuen Operations-VP eingestellt, der davon überzeugt war, dass es reichen würde, wenn sie einfach das Unix-System von 1982 mit ihren alten primitiven Terminals wiederherstellen würden, und nur jemanden einzustellen bräuchten der eine spezielle Datenbank in CPM für sie schreibt."

"Und was haben sie den Leuten gesagt..." Fragte Michelle.

"Sie können mich mal." Antwortete Dar wahrheitsgemäß. "Ich bin nicht in dem Geschäft um minderwertige Technologie mit Heftpflaster zu flicken." Sie blickte über den Tisch. "Wie ich gehört habe, hatten sie ein Angebot dafür gemacht, Jerry... geendet hat das Ganze bei OS/2 und Mod 30', die sie verschrotten mussten als Microchannel pleite ging, oder nicht?"

Die Nasenflügel des Mannes bebten. "Sicher ist, das sie in der Gerichtsverhandlung eine ganze Menge über sie zu sagen hatten." Erwiderte er.

Dar kicherte. "Jerry, jeder hat etwas über mich zu sagen... außerdem haben wir den Prozess gewonnen." Sie wandte sich wieder der Liste zu. "Oh ha... nun das, das war eine wirkliche Katastrophe. Dafür sind Köpfe gerollt." Sie schüttelte ihren Kopf. "Das Abrechnungsbüro der Regierung... die Durchführung automatischer Einzahlungen für die Sozialrenten-Schecks... das war völlig danebengegangen."

"Sie geben das also zu, ja?" Abstoßend lächelnd lehnte sich Jerry zurück.

"Na sicher." Dar blinzelte ihn an. "Tatsächlich habe ich das ganze Kundenbetreuungsteam persönlich gefeuert." Lächelte sie zurück. "Wenn ich mich recht erinnere, war es einen Tag vor Weihnachten."

Kerry schoss einen Blick zu ihr und sah das entspannte Grinsen und ein schwaches, beinahe leidenschaftliches verengen ihrer Augen. Würde sie das Tun? Sie sah, wie sich auf allen Gesichtern, rund um den Tisch, die gleiche Frage wiederspiegelte.

"Gott ja... ich erinnere mich." Seufzte John kopfschüttelnd. "Arme Mariana... sie war auf ihrem zwanzigsten Hochschultreffen und sie haben sie ausrufen lassen, damit sie ins Büro kommt und den Papierkram erledigt." Er sah zu der leicht schockiert aussehenden Michelle. "Mariana ist unsere Personal-VP... wir waren in der gleichen Klasse... Ich stand neben ihr als der Piepser losging." Er sah zur Seite. "Sie waren an diesem Abend nicht gerade ihr Liebling, meine Freundin."

Dar hob beide Hände und ließ sie wieder fallen. "Wenn jemand mit unserem Ruf derartig mies umgeht, hat er von mir nichts anderes zu erwarten." Dann wandte sie sich wieder ihrer Liste zu.

"Ich denke das reicht." Kam ihr Michelle zuvor. "Jerry, haben sie etwas für mich?"

Wiederwillig reichte er ihr einen Stapel Papiere. Die Disney-Leiterin nahm sie an sich und stand auf. "Entschuldigen sie mich... ich werde gleich zurück sein. Ich muss diese Unterlagen überprüfen." Sie fing Dar's Blick und bedachte sie mit einem winzigen Lächeln, bevor sie mit ihren zwei Gehilfen, die ihr wie ein Paar Wachhunde folgten, den Raum verließ.

Sie waren nun in dem von Glaswänden umgebenen Raum allein und sahen sich gegenseitig an. Die vorbeigehenden Leute schauten neugierig zu der schweigenden Gruppe, gingen jedoch weiter.

Kerry betrachtete das andere Team. Sie waren alle in dunklen Anzügen und weißen Hemden gekleidet, und alle waren Mitte dreißig bis Mitte vierzig, mit kurzem Haarschnitt. Ihr eigenes Team unterschied sich ein wenig... ausgenommen sie selbst und Dar, gab es da John, der einen konventionellen Geschäftsanzug trug, aber auf seiner Krawatte waren Figuren aus Loony Toons. Sie waren mit Sicherheit klein und unauffällig, aber Kerry konnte von ihrem Platz aus erkennen, wie Wile E Coyote seinen Kopf zwischen zwei Knöpfen hervorstreckte. Die drei anderen Männer in John's Begleitung waren unterschiedlich alt, einer war ein älterer Mann, klug aussehend mit einem Kinn- und Oberlippenbart und gescheiten haselnussbraunen Augen. Neben ihm saß ein sehr großer Mann mit riesigen Ohren, der den Eindruck eines Ingenieurs machte... seine Schreibunterlage war mit einem Gekritzel übersäht, von dem Kerry hätte schwören können, das es Schaltkreise waren.

Das vierte Teammitglied war ein junger Mann mit kurzgeschnittenen Haaren, blauen Augen und einem freundliche Lächeln, das er ihr zuwarf als er ihren Blick fing.

"Nun ja, wir müssen sie ja wahnsinnig aufgeschreckt haben, das sie ihren Hintern hierher geschickt haben, Roberts." Spie Jerry schließlich heraus.

Schulterzuckend verschränkte Dar ihre Hände auf dem Tisch. "Überhaupt nicht, Jerry... Ich wollte einfach nur die Gelegenheit wahrnehmen sie wiederzusehen." Ein völlig humorloses Lächeln blitzte über den Tisch zu ihm. "Bei der letzten gemeinsamen Angebotsvergabe hatte ich eine so schöne Zeit mit ihnen."

Er beugte sich nach vorne. "Sie haben hier keine Chance... dies ist nicht ihre Kragenweite, und sie wissen das." Er sah zu seiner Rechten. "Oh... außer sie bieten ihre kleine Freundin hier als Versüßung des Handels an... das könnte ihnen einige Punkte einbringen." Er sah geradewegs zu einer sprachlosen Kerry. "Sind sie deswegen hier, Süße? Weiß das ihr Daddy?"

Grüne Augen blickten mit einer entwaffnenden Freundlichkeit in seine. "Daddy ist Senator Stuart aus Michigan, und er wird ihre Aussage wahrscheinlich sehr seltsam finden. Ich werde sicherstellen, dass ich es bei meinem nächsten Besuch erwähne, danke." Fügte sie charmant lächelnd hinzu, und sprang beinahe auf, als eine Hand würdigend ihr Knie drückte. Dar's Gesichtsausdruck war unverändert, aber als sie zu der blonden Frau blickte, war ein winziges, fröhliches Funkeln in ihren Augen.

Sogar Jerry's Kollegen zuckten zusammen. "Ich wollte nicht respektlos sein." Presste er mit einer mürrischen Grimasse hervor.

"Sie halten besser ihren Mund, Jerry..." Kicherte Dar. "Der Raum ist extrem statisch aufgeladen... wenn sie derartig weitermachen werden ihnen die Plomben herausspringen und sie kriegen eine Dauerwelle."

Kerry unterdrückte ein Lachen, während der Rest ihres Teams nicht so zurückhaltend war.

Er sah sie nur empört an und starrte schneidend zu John. "Wie fühlt man sich, wenn man sich hinter einem Rock verstecken muss?"

Der kleine Leiter der Kundenbetreuung verschränkte lächelnd seine Hände über seinem Bauch. "Von meinem jetzigen Standpunkt? Verdammt gut. Danke der Nachfrage."

Die Tür öffnete sich und Michelle kam, mit ihren Wachhunden im Schlepptau, zurück. Sie setzte sich, legte die zwei Angebote auf den Tisch und räusperte sich. "Beide Angebote sind sehr vielversprechend." Sie spielte mit einem. "Aber was auf dem Papier steht ist nicht wirklich wichtig für uns... Service ist maßgebend... was ich also möchte ist folgendes - Ich werden jedem von ihnen eine Aufgabe stellen und nach deren Lösung treffen wir eine Auswahl."

Dar schöpfte neuen Mut. Das bedeutete, dass das Angebot noch im Raum stand und sie noch eine Chance hatten. Sie hatte etwas von dem Schaden des vorherigen Tages wieder gutmachen können, und nun blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten, was diese scharfsinnige, abgeklärte Frau vorhatte.

"Dann schlage ich für morgen einen neuen Sitzungstermin vor, wo wir die Angebote durchgehen und danach versuchen werden unsere Entscheidung zu treffen." Sie stand auf, reichte jedem Teamleiter einen Umschlag und nickte dann. "Das ist für jetzt alles." Sie sah zu wie sich alle von den Plätzen erhoben und wandte sich dann an Dar. "Ms. Roberts, ich würde gerne mit ihnen reden, bitte?"

Oha. Dar's Instinkte waren geweckt. Sie entschuldigte sich von ihrer kleinen Gruppe, schritt um den Tisch bis sie neben der anderen Frau stand, legte eine Hand auf eine Stuhllehne und lehnte sich dagegen um nicht zu überragend zu erscheinen. "Was kann ich für sie tun, Ms. Graver?"

"Als erstes nennen sie mich bitte Michelle." Sagte die Frau lächelnd.

"Nur, wenn sie mich Dar nennen." Entgegnete die dunkelhaarige Frau und erwiderte das Lächeln.

"Schönes Shirt." War das ein Funkeln in Michelle's dunkelgrauen Augen?

Dar kicherte. "Es passt zum Kostüm, und es gibt nichts was sich besser eignete als Mickey auf meiner Brust zu tragen." Sie war sich bewusst, dass die andere Frau von ihr angetan war und beschloss, das eine kleine Erwiderung nichts schaden konnte. "Da unser Flugzeug rechtzeitig ankam, hatte ich gestern abend die Gelegenheit etwas Tourist zu spielen."

"Mm... ich wünschte, ich hätte gewusst das sie herkommen... ich hätte eine unserer VIP-Touren für sie arrangiert, meine Liebe... dort hätten sie einen Blick auf alles was sich hinter den Kulissen abspielt werfen können." Sie leckte sich über ihre Unterlippe und ließ geringfügig ihre Augen wandern. "Ich hörte das sie ergebnisorientiert sein sollen... stimmt das?"

Sie flirtete eindeutig. Dar war über ihre Angriffslust eine wenig überrascht, aber nicht darüber, dass sich Michelle während ihrer Pause die Zeit genommen hatte, ein Dossier von ihr anzufordern. "Das stimmt." Antwortete sie leise. "Ich sorge dafür das die Dinge laufen."

Die kleinere Frau grinste eigenartig. "Ich möchte gerne mehr darüber hören... Da sie noch eine weitere Nacht hier festsitzen, würde ich sie gerne zum Abendessen einladen... wir können über ihr Angebot reden." Einer der Wachhunde tippte auf ihre Schulter, und sie wandte sich für einen Moment ab. "Entschuldigung... ich bin gleich wieder da." Sie entfernte sich einige Schritte und flüsterte mit dem Wachhund.

Hab ich dich. Dar konnte die Eroberung in ihren Fingerspitzen fühlen. Michelle war interessiert, fasziniert und bereit dem Ganzen eine persönlichere Note zu geben, was mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Chancen verbessern würde. Sie war aggressiv und nicht unattraktiv, und Gott wusste, dass es nicht das erste Mal sein würde, dass Dar ihre Anziehungskraft benutzte um einen Vertrag an Land zu ziehen.

Aus ihren Augenwinkeln fing sie Kerry's interessierten Gesichtsausdruck, als die junge Frau die geschäftigen Gruppen beobachtete, und gelegentlich einen Blick zu Dar warf. Ihre Blicke trafen sich und Dar fühlte wie ein Lächeln über ihre Lippen kam, das von der Gegenüberliegenden Seite des Raumes erwidert wurde.

Was würde Kerry davon halten? Dar konnte den stolzen Blick auf dem Gesicht des Kindes sehen. Nein, Kerry war intelligent. Sie würde verstehen, das es nur geschäftlich war, und man manchmal Dinge tun musste, um zu bekommen was man wollte. Und wie sie Michelle gesagt hatte, kam es nur auf das Resultat an. Sie sorgte dafür, dass die Dinge liefen.

Sie konnte dafür sorgen, dass dies hier funktionierte. Michelle suchte den Nervenkitzel, sie forderte die Gefahr geradezu heraus, und in Dar sah sie die aufregendste... verführerischste Herausforderung. Oh ja, sie würde dies zum Erfolg führen. Kerry würde es sicher verstehen... Dies hier war ein sehr wichtiger Vertrag, und er wäre es wert... meine Güte... Les würde auf der Stelle einen Orgasmus kriegen, wenn sie es schaffte.

Das war es wert. Es war so einfach, das sie den Erfolg beinahe auf ihrer Zunge schmecken konnte.

Michelle drehte sich herum, kam zurück und sah sie dann fragend an. "Ich glaube wir haben über das Essen gesprochen?"

Einen Augenblick lang, konnte Dar nur ihren Herzschlag hören. Dann stieß sie den unbewusst angehaltenen Atem aus. "Michelle, es tut mir sehr leid..." Ihre Augen zeigten eine echte Reue, aber nicht über das, was die andere Frau dachte. "Ich habe heute abend bereits etwas vor, das ich nicht absagen kann... aber ich weiss das Angebot..." Sie machte eine bedeutungsvolle Pause. "Sehr zu schätzen."

Sie hatte keine Ahnung, wie sich verdammt noch mal, so etwas blödes so gut anfühlen konnte. Sie sah die Überraschung und Enttäuschung, jedoch keinen Ärger, auf dem Gesicht der Frau. "Das ist zu schade, Dar." Seufzte Michelle und verzog ihre Lippen. "Ich habe mich auf ein Gespräch mit ihnen gefreut... vielleicht können wir es auf einen andern Abend verschieben?"

Ein Lächeln von ihr. "Aber sicher."

Ein forsches Nicken, dann gab Michelle ihren Wachhunden ein Zeichen und verließ den Raum. Dar holte tief Luft, dann drehte sie sich herum und ging, zur der an der Tür wartenden Gruppe zurück. Das gegnerische Team war, nachdem sie kurz mit John gesprochen hatten, bereits gegangen.

"Alles in Ordnung?" Erkundigte sich der Teamleiter, während er der hinausgehenden Geschäftsführerin hinterher blickte.

Dar straffte ihre Schultern und nickte. "Ich nehme es an... was wollen sie von uns?"

John reichte ihr die Akte, und sie überflog sie lässig. "Aha... es geht um diese Informationsstände, die sie im ganzen Park haben... Sensorenbildschirme, Karten, diese Dinge." Zählte sie auf. "Sie wollen, dass wir ein Angebot über die Datenübertragung, Verbessung der Geschwindigkeit, leistungsfähigere Informationen, und die Bereitstellung von Online-Reservierungen, machen."

John nickte.

Dar setzte sich an den Konferenztisch, nahm ihren Füller und schrieb zehn Minuten lang konzentriert auf das Deckblatt, dann las sie noch einmal was sie geschrieben hatte. "In Ordnung..." Sie nahm ihr Laptop, bootete ihn hoch, und scannte das Dokument über die Slimline ein. Dann zog sie ihr Handy hervor und verband es mit dem Modem ihres Laptops. Ein Tastendruck und alle hörten das Piepsen und leise Rauschen der Verbindung.

Dar überwachte den Status, dann nickte sie und trennte die Verbindung. "Okay... hier haben sie es... halten sie sich daran, und lassen es niemanden sehen, in Ordnung, John?"

Während die anderen Teammitglieder ihm über die Schulter sahen, lass der Teamleiter das Dokument. "Dar, das ist technisches Kauderwelsch." Er sah zu ihr. "Aber ich nehme an, dass sie wissen was es bedeuten soll, und derjenige dem sie das geschickt haben auch... WEM haben sie das überhaupt geschickt?"

"Mark Polenti." Erwiderte Dar, während sie die Tasche ihres Laptops schloss. "Nun Jungs... ich muss los... ich muss einen Themenpark erforschen... wir sehen uns morgen früh."

"Aber..." John hob fragend das Papier hoch.

"Entspannen sie." Kicherte Dar. "Sie kriegen morgen ihr geschriebenes Angebot, und wenn ich meine Karten richtig ausspiele, vielleicht noch etwas mehr." Sie nahm ihre Tasche und gesellte sich zu Kerry an der Tür, und bevor sie ihre Begleiterin aus der Tür schob, schenkte sie allen ein Lächeln.

Sie gingen schweigend zum Fahrstuhl und waren auf der Fahrt nach unten allein.

"Oh Mann. Das war vielleicht eine Sache." Bemerkte Kerry und beobachtete wie die Etagen vorbeizogen. "Was ha..." Sie schwieg als ein paar Finger ihre Lippen bedeckten und sah Dar erschrocken an.

Dar zog ihre Finger zurück und legte einen auf ihre eigenen Lippen. "Ssch Kerry, ich bin froh, dass du während der Sitzung eine solch lehrreiche Erfahrung machen konntest." Stellte sie fest. "Es ist gut zu wissen, dass nicht alles was man sieht und hört, auch das ist was sich unter Oberfläche abspielt."

Kerry verstand die Botschaft. "Das ist wahr. Deine Methoden sind sehr interessant."

Dar grinste, dann schüttelte sie, als sich die Türen öffneten schweigend ihren Kopf und sie gingen hinaus. Sobald sie auf dem Parkplatz waren lehnte sie sich näher heran. "Wir wissen, dass das Gebäude wahnsinnig verwanzt ist."

"Was?" Kerry sah schockiert aus. "Warum?"

Sie stiegen in den Wagen und fuhren vom Parkplatz, bevor Dar antwortete. "Um Informationen zu bekommen... sie trauen niemandem."

"Hmm." Kerry lehnte sich zurück und verschränkte ihre Arme. "Glaubst du, dass der Konferenzraum verwanzt war?"

"Zweifellos." Sagte die größere Frau entschieden.

Kerry stieß einen Pfiff aus. "Dann haben sie ja eine ganze Menge zu hören bekommen."

Ein leises Gekicher war die Bestätigung. "Ja sicher... übrigens, netter Einstieg." Sie warf ihrer Begleiterin einen beifälligen Blick zu. "John hat ein gutes Team hier, aber für so einen Clinch ist er zu nett und zu anständig."

"Ja... sie waren nett." Grübelte die blonde Frau. "Larry fragte mich, ob ich mit ihm heute abend ausgehe."

Dar blinzelte, und schluckte eine völlig unangebrachte Welle von Eif... "Das war nett von ihm." Brachte sie heraus. "Wohin geht ihr."

"Oh... ich gehe nicht... ich meine..." Kerry errötete leicht. "Ich habe mich bei ihm bedankt, aber abgelehnt und gesagt, dass ich schon eine Verabredung habe."

Blaue Augen betrachten sie ruhig. "Komisch... Ich habe Michelle Graver das Gleiche gesagt."

Kerry's Augen wurden groß. "Lieber Gott, Dar... du hättest zusagen sollen... ich bin mir sicher, dass ihr gut miteinander ausgekommen wärt... und ihr hättet über das Angebot reden können."

Dar blieb an einer roten Ampel stehen und sah zu ihrer Assistentin. "Sie wollte mit mir nicht über das Angebot reden." Sagte sie der blonden Frau unverblümt.

Seegrüne Augen betrachten für eine lange Zeit schweigend ihr Gesicht, und dann lehnte sich Kerry zurück. "Oh." Murmelte sie.

Dar fuhr weiter und fühlte wie sich eine schwache Depression breit machte. Ganz offensichtlich war dies ein völlig fremdes Konzept für das Kind. Vielleicht hätte sie Michelles Angebot annehmen sollen. Kerry hätte es noch nicht einmal bemerkt... sie hatte für Nichts den Vertrag riskiert. Himmel Herrgott, Dar... komm zur Vernunft. Was zum Teufel machst du hier eigentlich? Sie spielte mit dem Gedanken ihre Meinung zu ändern und Michelle anzurufen.

"Du meinst... das sie dich attraktiv fand, und auf dich abfährt?" Erschrak sie Kerry aus ihren verdrießlichen Grübeleien, und sie sah überrascht auf.

"Ähm... ich könnte es mir vorstellen... ich denke, ja." Schwafelte Dar, die diese ruhige, nüchterne Feststellung nicht erwartet hatte.

Kerry verschränkte ihre Arme über ihrer Brust, und legte nachdenklich ihren Kopf zur Seite. "Nun ja... zumindest hat sie einen guten Geschmack." Kommentierte sie freimütig.

Dar überfuhr beinahe ein Stopschild. "Tut mir leid." Murmelte sie, als sie den Wagen abrupt abbremste, und sah Kerry erschrocken an. "Hat sie das, ja?"

Kerry sah sie an, als ob sie eine Meise hätte. "Nun ja... sicher..." Sie lachte leise. "Komm schon, Dar..." Sie drehte den Rückspiegel so, dass ihre Chefin sich darin sehen konnte. "Ich meine, aber Hallo?" Oh... ich habe es wirklich geschafft, dass sie errötet. Jetzt die Feuerprobe. "Warum... stört es dich?"

Plötzlich schnallte Dar was vor sich ging. "Ähm. Nein." Sie rieb sich die Schläfe und unterdrückte ein erleichtertes Lachen. "Nein, nein... ich habe das schon vorher gemacht... Ich vermute, das ich heute Abend nur nicht in der Stimmung für solche Spielchen war."

Kerry nickte kurz. "Nun gut, ich werde versuchen es bei dir gut zu machen."

Dar bekam einen trockenen Hals. Schneid das raus... sie meint das nicht so, du Dussel. "Klar... wir werden sicher Spaß haben." Antwortete sie lässig. "Schließlich hab ich dir die Mongolei versprochen, richtig?"

Richtig.

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Kerry beschloss, dass es zweifellos eine interessante Fahrt war, und ein noch interessanterer Morgen. Sie ließ sich beim umziehen Zeit und zog erleichtert ihr Wollkostüm aus. Sie kramte in ihrer Kleidung herum und entschied sich dann, ihren Badeanzug unter einem T-Shirt und Shorts anzuziehen. Falls es im Park zu heiß wurde konnte sie ihr Shirt ausziehen.

Sie überlegte kurz, ob sie Dar das Gleiche vorschlagen sollte, dann seufzte sie und schüttelte ihren Kopf. Du meine Güte, Kerry... noch kitschiger geht's wohl nicht, wie? Sich in seinen Boss verlieben... um Himmels willen, das ist die blödeste Sache auf der Welt... stimmt.

Zumindest war sie soweit, dass sich selbst nichts mehr vormachte, und die Tatsache akzeptierte, dass sie Dar für eine tolle Frau hielt.

Es half auch, das diese Vorstellung, die ältere Frau nicht gleich ausflippen ließ... nicht, nachdem sie Michelle hatte abblitzen lassen. Kerry schlüpfte in ihren Badeanzug, richtete die Träger gerade und kontrollierte aus dem Augenwinkel ihr Spiegelbild und nickte zustimmend. Außerdem kannte sie die Vorschriften der Gesellschaft... es war eine harmlose Fantasie und nach ein oder zwei Versuchen vermutete sie, dass Dar diesen Flirt genoss. Es war nur eine kleiner Spaß bei dem niemand verletzt wurde, und außerdem hatte sich Dar dabei ein wenig entspannt, was auf jeden Fall eine gute Sache war.

Es erklärte wahrscheinlich auch diese kleine Fahrt mit der Achterbahn letzte Nacht. Die blonde Frau kicherte leise, als sie sich daran erinnerte wie schön es sich angefühlt hatte und wie sie halbwegs gehofft hatte, das Dar eine weitere Fahrt vorschlagen würde. Nun gut... sie hatte ihre Chance und nun, da sie sich auf eine Art verstanden, sollten sie heute abend noch mehr Spaß haben. Gott... dachte sie, ich würde mit diesem Superspinner Larry ausgehen? Dar... was soll das denn heißen?

Genauso gut hätte sie mit Michelle ausgehen können. Kerry zog ihre Shorts an und lehnte sich gegen die Stuhllehne. Aber stattdessen hat sie sich für unsere Pläne entschieden. Das war wirklich nett von ihr... sie hätte das nicht tun müssen... Ich hätte auch alleine etwas unternehmen können.

Hm. Vielleicht war sie nur nicht in Stimmung, für etwas ernstes... ich nehme an, dass Michelle ein Mensch ist der... Aktion braucht. Bei mir weiß sie, dass sie nichts zu befürchten hat.

Das ist toll. Ich weiss, dass ich von ihr auch nichts zu befürchten hab... wir können einfach ausgehen und Spaß haben.

"Hey... träumst du?" Erschrak sie eine tiefe Stimme, sie drehte sich herum und sah wie Dar, in Shorts und einem ärmellosen, engen T-Shirt mit einem Badeanzug darunter, an der Tür lehnte. "Ich hab im Büro angerufen... Maria hebt die Megatonne Mist auf, den wir nächste Woche aufarbeiten müssen, es passierten keine Katastrophen, außer das ein Tornado in der Nähe unseres Büros beobachtet wurde, und unser Mail-Server abgestürzt ist, also wirst du heute Abend alles neu abrufen müssen."

"Okay." Stimmte Kerry zu. "Ich hab sie heute Morgen überprüft... drei der Verträge, an denen ich gearbeitet habe, sind abgeschlossen, aber ansonsten gibt es nichts kritisches..." Sie hielt inne, als sie sich daran erinnerte, das dies eigentlich eine Geschäftsreise war. "Wäre es nicht besser, wenn wie hier bleiben und etwas arbeiten?"

Dar blickte nach unten, dann verzogen sich ihre Lippen zu einem Lächeln. "Nein." Ihre Augen funkelten. "Mit ein bisschen Glück krieg ist diesen Auftrag und habe zusätzlich noch ein wenig Urlaub, und alle anderen können mich mal."

"Aha... ein höheres Motiv." Kicherte Kerry. "Okay. Ich bin fertig... lass uns gehen." Sie folgte Dar aus der Tür zum Fahrstuhl.

"Gott, ist das heiß draußen." Kerry lehnte sich gegen die Rezeption, während Dar für eine weitere Nacht buchte. "Willst du zuerst schwimmen gehen?"

Dar schloss ihre Anordnungen ab und drehte sich, die kleine Tasche um ihre Taille justierend herum, worin sie neben ihrem Handy und Piepser ihren Geldbeutel aufbewahrte. "Ich habe eine bessere Idee." Sie gab Kerry eine kleine, laminierte Plastikkarte. "Hier... deine Eintrittskarte." Sie rollte mit ihren Augen. "Wie wär's anstatt dem Pool, mit dem hier?" Sie reichte Kerry eine farbenprächtige Broschüre, die sie von der Rezeption mitgenommen hatte.

"Blizzard Beach?" Die jüngere Frau sah sich den Prospekt aufmerksam an. "Oh... Mann... das sieht phantastisch aus..." Es war ein Wasserpark mit einer riesigen, 43 Meter langen Wasserrutsche. "Du bist mir eine."

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"Juhuuu!!!" Jauchzte Kerry, als sie über die glatte, wässrige Oberfläche schlingernd und rutschend nach unten raste, bevor sie auf dem Wasser aufschlagend eintauchte. Augenblicke später klatschte Dar neben ihr auf die Oberfläche, und schüttelte ihren Kopf, um ihre Augen vom dem nassen, dunklen Haar zu befreien.

"Oh Mann." Mit kräftigen Zügen schwamm die ältere Frau von den Röhren weg in einen sicheren Bereich. "Das spritzt vielleicht." Sie tauchte kopfüber wieder ins Wasser, und als sie Boden unter den Füssen hatte stand sie auf, und ließ das Wasser an ihrem Körper herunterlaufen.

"Oh ja..." Stimmte Kerry ein weinig außer Atem zu. "Aber ich habe schon wieder gewonnen."

"Ja, ja..." Dar bespritzte sie. "Das kommt daher, weil du kleiner bist als ich."

"Von wegen... es ist meine Technik... ich weiss halt wie man die Kurven richtig nimmt." Kerry machte mit ihren Händen schnörkelnde Bewegungen.

"Hör sich das einer an..." Schnaufte Dar. "Ich wette, dass ich dich beim nächsten Mal schlagen würde."

"Ach ja?" Kerry zog sich aus dem Pool und fuhr mit ihren Fingern durch ihr nasses Haar. "Um was wetten wir?" Sie hatten sich nun schon mehrere Stunden in dem Wasser vergnügt, und die Sonne ging gerade unter, doch Kerry wollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Dar hatte sich langsam entspannt und ein wenig geöffnet und war fast verspielt, als sie die ganzen Rutschen und Becken ausprobiert hatten.

"Ich weiss nicht... was ist es dir wert?" Die dunkelhaarige Frau schritt neben sie und führte sie zum Eingang der Rutsche zurück. "Lass mal sehen..." Sie zog Kerry neben einen lächelnden Schneemann. "Okay... du bist größer als 1,20 Meter... ich wollte nur sicher gehen."

"Tsss..." Kerry funkelte sie scheinbar entrüstet an. "Ich hasse Kleine-Leute Witze." Warnte sie. "Wenn ich gewinne, wirst du zur Strafe heute abend ins Happy-Gemüse-Land gehen."

"OHA... und wie ich gewinnen werde... Ich lasse mich nicht zu einem tanzenden Brokkoli machen..." Dar schüttelte ihren Kopf. "All diese hydrophonischen Karotten, die mit ihren Wurzeln in der Luft herumwedeln... nein danke."

"Wir werden ja sehen." Grinste Kerry, als sie sich in der Reihe anstellten, die jetzt, da viele Leute nach Hause oder zum Abendessen gingen, wesentlich kürzer war.

Minuten später schoss sie, wie eine Kanonenkugel aus einer der Röhren heraus, tauchte in das Wasser und kam, ihren Kopf auf der Suche nach Dar herumwerfend, wieder an die Oberfläche. "Hah!!!!" Gluckste sie, sprang von dem Ausgang der Röhre weg und spähte in die andere.

Sekunden vergingen und es war immer noch ruhig. Kerry schob ihr nasses Haar aus ihren Augen und wartete.

Noch mehr Sekunden vergingen. Nun ging sie zum Rand und schaute verwirrt nach oben. "Komm schon Dar... hast du unterwegs angehalten, um mit deinem Handy zu telefonieren?" Sie ging jetzt bis fast an den Rand der Röhre, und legte ihre Hand auf die rutschige Oberfläche.

Eine Wasserwelle kam auf sie zu, ihre Beine wurden unter ihr weggezogen, und mit einem empörten und schockierten Quieken tauchte sie mit ihrem Kopf unter Wasser. Augenblicke später wurde sie an die Oberfläche gezogen und sah empört in Dar's selbstzufriedenes, grinsendes Gesicht. "Wie hast du... wa..."

Die Geschäftsführerin kicherte, ließ sie los und schwamm davon. "Ich würde alles tun, um dem singenden Brokkoli zu entgehen, denk daran, meine Freundin."

"Hey!" Kerry stürzte hinter ihr her und erwischte sie an einem Fußgelenk. "Blieb hier..." Sie zerrte an ihm und wurde prompt durchs Wasser gezogen. "Oh... Verdammter Mist." Murmelte sie, schwamm einen Zug und bekam einen besseren Halt. "Ich sagte... du sollst hier bleiben!"

Dar grinste und schwamm weiter. Sie spürte wie Kerry's Hand abglitt, nach oben griff und einen guten Halt an ihrem Badeanzug bekam, wobei ihre Finger, als sie über die Haut der älteren Frau glitten ein sanftes Prickeln hinterließen. Sie hielt an, wirbelte dann herum, schnappte die erschrockene Blonde und zog sie neben sich. Einen Augenblick lang sahen sie sich nur an, und Dar genoss die intensive Energie zwischen ihnen, dann lächelte sie und tunkte ihre Begleiterin mit einem triumphierenden Kichern unter.

Kerry kam auf ihre Füße und durchbrach die Oberfläche, dann stand sie mit den Händen auf ihren schlanken Hüften da und das gechlorte Wasser tropfte an ihr herunter. "Das wirst du mir büßen." Gelobte sie leicht grinsend.

"Versprochen?" Antwortete Dar, sich über ihrere Bemerkung selbst ein wenig erschreckend, dann zuckte sie mit ihren Schultern und erwiderte das Grinsen.

Sie verließen das Becken, nahmen ihre Handtücher, trockneten sich ab und gingen dann zu den Schließfächern, in denen sie ihre Kleidung deponiert hatten. "Das war eine prima Idee, Dar... außer, dass ich mir wahrscheinlich einen Sonnenbrand eingefangen habe." Kerry zuckte zusammen als sie ihr Genick berührte. "Das wird für eine Geschäftsreise ein bisschen schwer zu erklären sein."

Dar legte eine Hand auf ihre Schulter und betrachtete ihre Haut, griff nach vorne um das nasse Haar anzuheben und berührte die empfindliche Haut mit ihren Fingerspitzen. Sie spürte wie Kerry bei der Berührung Luft holte und unterdrückte ein Lächeln. "Schlimm, wie?"

"Oh... ja." Kerry war perplex, wie ihr Körper auf eine solch alltägliche Berührung reagiert hatte. "Sonnenbrand, richtig?"

"Ein wenig." Stellte Dar fest, und untersuchte mit ihren Fingern eine weitere Stelle auf ihrem Nacken. "Wir müssen etwas kühlende Creme für dich besorgen." Sie reichte Kerry ihr Handtuch, dass sie sich von der Anlage ausgeliehen hatten, und schlüpfte dann in ihre Shorts und zog sich das Shirt über ihren Badeanzug. "Das ist ein guter Stoff... er trocknet schnell."

Kerry schluckte. "Ja... das hab ich bemerkt." Sie räusperte sich. "Es könnte mit dem Sonnenbrand heute Abend ein bisschen kühl werden..." Sie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. "Vielleicht kauf ich mir ein Sweatshirt."

"Gute Idee... du hast hier schließlich die Auswahl von siebentausend verschiedenen Modellen." Antwortete Dar unschuldig, während sie ihrer Begleiterin ihr T-Shirt reichte. "Auf geht's... nach dem Ganzen bin ich am verhungern."

Kerry hörte ein deutlich vernehmbares Grollen, und nachdem sie ihr Shirt angezogen hatte legte sie eine Hand auf ihren Magen. "Ich auch."

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Dar lehnte sich in den Sitz des Busses zurück, stützte ein Knie am Vordersitz ab und legte ihren Kopf gegen das kühle Glas der Scheibe. Sie betrachtete das grüne Gras und das dichte Laub, als das Fahrzeug durch die Nebenstrassen des Wasserparkgeländes zu dem zentraler gelegenen Epcot Center fuhr.

Sie unterdrückte ein Gähnen, und versuchte sich auf den Haufen Arbeit zu konzentrieren, die auf sie wartete wenn sie zurückkam. Es würde ein riesiger Berg sein, aber es konnte ihr nicht die gute Stimmung vermiesen, und sie sah ein, dass sie seit Jahren nicht mehr so viel Spaß gehabt hatte.

Wie ein verdammtes Kind, Dar... aber vielleicht hast du genau das gebraucht. Anscheinend half es... sie fühlte sich entspannt und freute sich auf den Abend, und ihr freundschaftliches Necken mit Kerry hatte eine angenehme, schwache Anziehung hervorgebracht. Sie fühlte sich mit der jüngeren Frau sehr wohl, die mit einer warmen Schulter gegen ihre gedrückt, neben ihr saß, und sie war wirklich froh, dass sie Kerry mitgenommen hatte. Es war eine einfach zu gute Gelegenheit um darauf zu verzichten, erstens konnte sie so ihre neue Assistentin kennenlernen, und sich zweitens gleichzeitig etwas Ruhe und Erholung gönnen. Dar war mit dem Verlauf der Dinge recht zufrieden... und wenn ihr Michelle Graver das abgesagte Abendessen nicht allzu übel nahm, dann hatte sie zudem noch die Chance den Vertrag zu bekommen. Das erinnerte sie an etwas und sie zog ihr Handy hervor und wählte eine Nummer. "Mark?"

"Oh... mein Gott... es ist die auf wundersame Weise entschwundene Vizepräsidentin, die mir dunkle und geheime Anweisungen schickt..." Kicherte der MIS Chef. "Ist es wahr, dass du Minnie Maus verdroschen hast?"

"Ich habe niemanden verdroschen." Dar hielt bedächtig inne. "Noch nicht."

"Oha... spüre ich da eine Verstimmung..."Kicherte Mark. "Es war nicht leicht, Dar... zwei dieser Kästen haben einen recht hohen Sicherheitslevel."

"Und?"

"Es ist in Arbeit." Mark vermied bewusst, infolge der leichten Abhörbarkeit von Handy's, weitere Einzelheiten. "Du hast alle verrückt gemacht, Dar... Eldon hat sich einen von diesen ausgeflippten mechanischen Stiften geschnappt und in ihn Millionen Teilchen zerkrümelt, als ihn angerufen hab... ich hab es selbst gehört."

"Er arbeitet aber weiter an dem Projekt?" Wollte Dar wissen, während sie die vorbeiziehenden Bäume betrachtete.

"Er musste sich zwei Schaltkreise von FPL klauen... du wirst dort droben einiges gut machen müssen, aber ja doch... er arbeitet daran... obwohl er nicht glücklich darüber ist."

"Frag ihn, ob ihn ein formeller Eintrag in seine Personalakte glücklicher machen würde." Bemerkte Dar. "Und sag ihm, er soll nicht so gottverdammt engstirnig sein... diese Sache ist wichtig."

"Ich weiss das... er weiss das... Jesus Dar... jeder hier im Hauptquartier, einschließlich dem Reinigungspersonal, weiss das." Teilte ihr der MIS Chef mit. "John hat hier angerufen... es kursieren hier bereits Geschichten, dass du das IBM-Team fertig gemacht hast."

"Großartig... in Ordnung Mark... ich werde wie gewöhnlich mein Handy an lassen... ruf mich an, wenn du die Sachen fertig hast. Macht Robert Maccen das offizielle Angebot?"

"Klar... sicher macht er das... sag mal, wo bist du überhaupt?" Fragte der Mann neugierig. "Es hört sich so ruhig an."

Dar zögerte und zügelte mit einer angeborenen Vorsicht ihre gute Laune. "Im Augenblick erkunde ich die Umgebung..." Stellte sie fest. "Bewerte die Infrastruktur." Sie ignorierte Kerry's amüsierten Blick.

Mark schnalzte mit seiner Zunge. "Dar, du bist wahrscheinlich die einzige gottverdammte Person, die ich kenne, die nach Disney World geht und Kabel untersucht... würdest mal ne verdammte Pause machen? Geh und sieh dir zumindest das Feuerwerk an."

Dar begutachtete ihren entspannten und leicht sonnenverbrannten Körper, der lässig sowohl gegen den Sitz als auch gegen ihre Begleiterin lehnte, und verbiss sich ein ironisches Lächeln. Ich mach Pause, Mark... mehr als du dir vorstellen kannst. Vielleicht mehr, als sogar ich für möglich gehalten habe. "Sicher, wenn ich ein paar Minuten Zeit habe."

"Dar, lass mich nicht denken, dass du in einem dieser Wollkostüme in Orlando herumläufst... in einem Kontrollraum zu schwitzen ist eine üble Sache, okay?"

"Ich habe... ähm... ich trage kein Wollkostüm, Mark, wenn dich das besser fühlen lässt." Dar legte eine Hand auf ihr nacktes Knie und fuhr an einer winzigen Narbe direkt über der Kniescheibe entlang. "Und wenn du mir garantieren kannst, dass der Plan bis morgen früh um zehn fertig ist, dann werde ich mich auch bemühen ein oder zwei Feuerwerke zu sehen."

"Dar..." Seufzte Mark. "Nun gut... ich brauch ja keinen Schlaf... in Ordnung, ich verspreche es... Aber du musst mir ein Souvenir mitbringen." Er hielt inne. "Ich sag dir was... es ist nur gerecht, wenn du mir ein Bild mitbringst, auf dem du tatsächlich für fünf Minuten entspannst. Ist das zuviel verlangt?"

"Ach... wenn ich also meine Schuhe ausziehe und einen ausgestopften Goofy über den Rasen scheuche, dann zählt das auch, richtig?" Bemerkte die Geschäftsführerin ironisch.

Ein Seufzen.

"Okay... du bist an der Reihe, Mark... du hast es geschafft, du bekommst dein Bild, ich verspreche es." Kicherte Dar. "Ich sag dir was... wenn du es rechtzeitig schaffst, dann bekommst du ein Bild von mir im Badeanzug."

Totenstille, noch nicht mal Atemgeräusche waren zu hören. Dar sah auf das Telefon, und dann zu ihrer Begleiterin die ihre Hand fest über ihrem Mund hielt und von den Bemühungen nicht herauszulachen schon rot anlief.

"Mark?" Schweigen, dann ein raschelndes Geräusch und eine andere Stimme erklang.

"Hallo... wer ist da?"

"Jeffrey... hier ist Dar Roberts."

"OH... oh... tut mir leid Ma'am... ähm... haben sie etwas mit Mark gemacht? Er sitzt hier mit einem seltsamen, unheimlichen Gesichtsausdruck."

Dar seufzte. "Sagen sie ihm nur, dass ich später mit ihm rede." Sie trennte die Verbindung und sah zu Kerry, die an ihrem Fingerknöchel kaute und leise kicherte. "Du findest das komisch, wie?" Sie griff hinüber, kitzelte Kerry's Rippen und grinste als die kleinere Frau zusammenzuckte und quietschte. "Oh... wie ich sehe gibt es da etwas, das nicht in ihrem Lebenslauf vermerkt ist, Ms. Stuart..." Sie kitzelte sie wieder und sah zu wie Kerry sich von ihr loswand.

"Hahaa... hör damit auf." Kerry schnappte ihre Hand und hielt sie fest. "Armer Mark! ...Willst du mir nun deinen Plan verraten, oder muss ich es erraten?" Vorsichtig ließ sie die folternden Finger frei und war erleichtert als die Attacke nicht wiederholt wurde.

Dar lehnte sich zurück und schlang ihre Hände um ein Knie. "Nun, ich habe zwei Leute damit beauftragt ein spezifisches Angebot auszuarbeiten. Gewöhnlich mach ich so was selbst, aber..." sie zuckte mit ihren Schultern. "Es ist nicht so kompliziert... außerdem werden sie das Dokument ausarbeiten, da sie den Zugang zu allen Informationen haben, und vor der Sitzung herschicken."

Kerry nahm es zur Kenntnis. "Und?"

Bedächtig blickten hellblaue Augen zu ihr. "Was meinst du mit, und?"

Ein schafsinniger Blick studierte sie. "Das ist das gleiche was die anderen Jungs auch machen werden... wenn ich dich richtig kenne, dann hast du noch was im Ärmel, also wie lautet der restliche Plan?"

Dar schenkte ihr ein offenes, ehrliches Lächeln. "Du hast recht... aber ich will nichts beschwören, warte bis Mark heute abend angerufen hat, danach werde ich dir alles erzählen."

Die blonde Frau kicherte triumphierend, und als der Bus vor dem Park hielt stand sie auf und wartete auf Dar. "Ich glaube nicht, dass es hier mongolisch gibt, wie wär's mit... italienisch?"

Von dem Schwimmen, eine leichte Steifheit in ihren Schultern fühlend streckte sich Dar. "Wie wär's mit japanisch?"

"Mm." Kerry's Augenbrauen zogen sich zusammen. "Schwere Wahl."

Sie stiegen aus den Bus und gingen zum Eingang.

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Sie endeten in England. Hauptsächlich, weil Kerry wirklich das Feuerwerk sehen wollte, und Dar ein kleines Geheimnis kannte. Also saßen sie bequem zurückgelehnt an einem Außentisch vom English Pup direkt gegenüber vom See, während die Menschenmenge sich versammelte um die Show zu sehen.

Eine kühle Abendbrise wehte vom Wasser herüber, und Kerry war froh, dass sie sich ein Sweatshirt zugelegt hatte, sie hatte sich ein Waldgrünes mit einem lustig auf ihrer Brust tanzenden Winnie Pooh herausgesucht. Sie nippte vorsichtig an ihrem großen Glas Ale, während sie beobachte wie Dar das Gleiche tat, und warf einen Blick auf die Speisekarte. "Es ist alles recht ungefährlich, richtig?"

Dar kicherte. "Nun, in der englischen Küche gibt ein paar recht interessante Einflüsse... besonders aus Indien und den anderen ehemaligen Kolonien, aber auf dieser Karte... sicher. Alles ist ungefährlich." Sie sah sich um, und legte dann den grauen, wunderschön gewebten Sweater, den sie in einem Laden in der Nähe gekauft hatte, über ihre Schultern. "Nett."

Kerry langte hinüber und betastete den butterweichen Stoff. "Das fühlt sich wunderbar an." Bewunderte sie. "Und ich muss noch mal in dieses Teegeschäft... ich muss einige von diesen Geschmackssorten mit ins Büro nehmen. Ich bin diese Orangenzimt-Mischung und den normalen Tee langsam leid."

"Hmm... richtig... du magst ja Tee, stimmt's?" Kommentierte Dar, machte es sich in ihren Stuhl bequem und legte ihre Füße auf den gegenüberliegenden Stuhl. Sie gaben ihre Bestellung bei der flotten Kellnerin auf, und Dar nickte zustimmend, ihre Gläser wieder aufzufüllen. Nach diesem ereignisreichen Tag schmeckte das Ale gut, und sie war in der Stimmung sich an diesem Abend ein wenig zu entspannen. Sie hatten einen Rundgang durch alle Länder gemacht, und sie hatte sich auch zu einigen Käufen hinreißen lassen, sie konnte sich gerade noch zurückhalten das Schaffell am kanadischen Stand zu kaufen, jedoch in der französischen Konditorei hatte sie eine Menge Spaß. Die kühle Brise wehte das Haar von ihrer Stirn und sie lehnte sich mit geschlossnen Augen zurück.

Während sie Dar verstohlen betrachtete, entschied Kerry, das Dar hier eine vollkommen andere Person war, als im Büro. Sie hatte diesen... teuflischen, gemeinen, widerlichen und schadenfrohen Wesenszug, den die blonde Frau auf die harte Art kennengelernt hatte. Aber auch den liebevollen, schelmischen Zug, als Dar sie ablenkte, als eine grosse, grüne Blase oder was auch immer es war, hinter ihr auftauchte und sie zu Tode erschrak. Oder als sie sie in einen marrokanischen Ledersessel setzte, dessen Leder augenscheinlich keine heilenden Fähigkeiten besaß. Pfui. Oder als sie ihr einen kleinen Becher mit etwas Blauem zu trinken reichte, bei dem sie erst nach dem Schlucken bemerkte, dass das Zeug mindestens 200 Promille hatte.

Um ehrlich zu sein, hatte Dar das blaue Zeugs auch probiert und danach Kerry ein Glas Wasser geholt, damit sie es herunterspülen konnte. Und sie hatte ihr diese kleine Wachsfigur gegeben, die ein Handwerker vor dem chinesischen Pavillon für sie gemacht hatte... sie war aus Wachs und Stäbchen, die er kunstvoll zu einem kleinen Drachen mit schwingenden Flügeln geformt hatte. "Hier." Dar hatte mit ihren Schultern gezuckt und ihn ihr gegeben. "Ich sammle diesen Kram nicht."

Nein, dachte Kerry, während sie das kantige Profil betrachtete. Nichts persönliches, richtig? Nichts was dich emotional berühren könnte... ich glaube, ich weiss was mit dir los ist, Dar. Sie lehnte sich zurück und fühlte das angenehme Prickeln des Biers und war froh, dass sie bei ihrem Rundgang durch die Länder, an verschiednen Imbissständen halt gemacht hatten, bevor sie zu trinken anfingen. Der mexikanische Stand war gut... sie könnte immer noch die Schärfe von den kleinen Tacos auf ihrer Zunge schmecken, und sie hatte diese leckere Bratwurst und den geräucherten Käse, zusammen mit einem winzigen Glas Weißwein am deutschen Stand wirklich genossen. "Wir hatten Glück, das wir während der internationalen Lebensmittel und Wein Ausstellung hergekommen sind, was?"

"Mm." Lächelte Dar und öffnete träge ein Auge. "Das ist eine schöne Sache... all diese verschiedenen Länder mit den Kostproben ihrer verschiednen Gerichte und Getränke... sie sind so unterschiedlich. Ich mag das." Sie nahm einen Schluck von ihrem frisch gefüllten Glas. "Die kleinen Portionen bieten einem die Möglichkeit eine Menge zu probieren, und es ist auch eine gute Gelegenheit die verschiedenen Kulturen darzustellen." Sie nahm einen weiteren Schluck. "Ähnlich wie die Festivals, die wir in Miami haben... das Kunstfestival, und das Kulturfestival... wo du die Auswahl von einer Vielzahl von Nationalitäten hast, die ihre unterschiedlichen Sachen auf den Ständen anbieten... obwohl bei uns eher die karibischen und spanischen Länder vertreten sind. Es ist schön, weil dort auch alle kontinentalen Länder vertreten sind."

Kerry's blonde Augenbrauen zogen sich zusammen. Trinken lässt sie redseliger werden. Schreib das in deinen PDA, Ker... es könnte einmal nützlich sein. "Ich war noch auf keiner dieser Veranstaltungen... sie haben mich letztes Jahr zu dem schottischen Festival mitgenommen, aber ich habe fast einen dieser Holzscheite an den Kopf bekommen, und jemand wollte unbedingt, das ich diesen gefüllten Schafsmagen esse."

Dar lachte. "Nee... versuch mal dieses Cajun Zeugs... es macht mehr Spaß, und du bekommst eine Menge scharfe, schleimige Käfer zu schlucken." Sie blickte auf, als die Bedienung ihr Essen brachte, sie stellte lächelnd ihr Glas ab und nahm ihr Besteck.

Kerry bedankte sich, und nickte als die Bedienung fragend zu ihrem Glas sah. Eins mehr konnte nicht schaden, und außerdem wollte sie, dass ihre Chefin sich entspannte. Maria würde stolz auf sie sein.

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"Ich glaube, ich bin leicht betrunken." Bekannte Dar, als sie an einem beleuchteten Brunnen vorbei, dessen Wasser zur Hintergrundmusik tanzte, zum Ausgang schlenderten.

"Nicht, dass es einer merken könnte." Versicherte ihr Kerry, die größere Frau eingehend betrachtend. "Du geht's gerade, du lallst nicht und du hast noch keine der vorbeiziehenden Figuren geküsst."

Dar grübelte darüber nach. "Du hast recht." Sie zuckte leicht zusammen als ihr Handy summte, dann lachte sie kurz und hob es ans Ohr. "Ja?"

"Du schuldest mir ein Foto, Big D." Erklang Mark's äußerst zufriedene Stimme. "Hast du ein oder zwei Feuerwerke gesehen?"

Dar drehte sich herum, schritt zurück und beobachtete wie die Laser von der gewaltigen Geosphäre zurückprallten. "Sicher... ich hab ein bis zwei gesehen..." Sie richtete sich wieder auf. "Gute Arbeit... kannst du für morgen früh eine Verbindung herstellen... Ich muss mich über das Handy einwählen."

"Ist bereits geschehen. Wo ist mein Foto??" Erinnerte sie Mark vorsichtig. "Du kannst dir nicht vorstellen was das für eine Inspiration für mich gewesen ist... Ich habe heute abend Dinge vollbracht, die sich Babbage niemals vorstellen könnte."

"In Ordnung... alles Klar..." Lachte Dar hilflos. "Ich werde Kerry bitten, morgen ein Bild von mir zu machen, okay?"

"Ist sie da? Gib sie mir." Bat Mark. "Hey, Kerry?"

"Am Apparat." Antwortete die blonde Frau, während sie mit einer Hand ihr freies Ohr zuhielt.

"Haben sie es tatsächlich geschafft, sie für eine Stunde aus dem verdammten Hotel zu holen?" Flüsterte der MIS Chef.

Kerry sah zu Dar, die über das Geländer geklettert war, und einen Busch betrachtete, der in Form eines Drachen zurechtgetrimmt war. "Oh... ja, tatsächlich, ich habe sie dazu gebracht, mit mir heute abend in einen der Parks zu gehen."

"Braves Mädchen!" Lobte er sie. "Diese verdammte Frau hatte seit zehn Jahren keinen Urlaub mehr." Seufzte er. "Haben sie Spaß?"

"Es war..." Kerry lächelte in sich hinein. "Sehr lehrreich... Ich habe eine Menge gelernt, und ich hoffe, dass wir den Vertrag kriegen. Das ist eine sehr interessante Reise."

"Danach habe ich nicht gefragt." Wandte Mark ein.

"Ja, ich habe Spaß." Erwiderte sie. "Danke, dass sie gefragt haben."

Nachdem die Monorail sie direkt vor der Eingangshalle abgesetzt hatte, musste sie auf dem ganzen Weg zum Hotel gähnen. Kerry folgte Dar wie ein Welpe zum Fahrstuhl, wobei sie dem Drang wiederstand sich an der Rückseite ihres Shirts festzuhalten, um mit ihr mithalten zu können, und musste einige Male blinzeln, bevor sie ihr Zimmer öffnen konnte. Drinnen war es ruhig und größtenteils dunkel, und sie wollte sich nur noch, samt ihren Kleidern auf ihrem Bett zusammenrollen und schlafen.

Aber nein, sie schlüpfte in ihr Nachthemd und zuckte zusammen, als die roten Kennzeichen von ihrem Badeanzug bei der Berührung brannten. Dann drehte sie sich herum und bemerkte das ihr Benachrichtigungssignal flackerte. Verwundert nahm sie den Hörer und wählte die Rezeption an, schrieb sich die Nummer auf, und erkannte das es Colleen's war. Mit dem Vermerk dringend.

Oh Junge... Sie wählte die Nummer ihrer Freundin und wartete, bis sich am anderen Ende eine verschlafene Stimme meldete. "Col?"

"Jesus, Marias Sohn, Kerry... wo zum Teufel bist du??" Colleen war schlagartig wach. "Deine Eltern werden verrückt... sie haben bereits dreimal hier angerufen."

"Ähm." Kerry rieb ihren Kopf. "Wie du wissen solltest bin ich in Orlando... was gibt es so wichtiges?"

Schweigen. "Hast du es nicht gehört?"

"Was soll ich gehört haben? Nein... ich war den ganzen Tag in der Sitzung, und dann... was ist los?"

"Jesus Christus, Kerry... das Flugzeug mit dem du heute abend ankommen solltest, ist in den Everglades abgestürzt... sie vermuten, dass keiner der Insassen überlebt hat."

Unfähig sich länger auf den Beinen zu halten setzte sich Kerry aufs Bett. "Oh mein Gott." Sie hob eine zitternde Hand vor ihren Mund. "Ich ruf besser meine Eltern an."

"Ruf mich zurück... okay?" Sagte Colleen zaghaft.

"Okay... das werde ich." Kerry legte auf, bevor sie den Hörer wieder nahm und erneut wählte legte sie für einen langen Moment ihre Hand darauf. "Mom?"

Die Stimme ihrer Mutter sprang sie praktisch aus dem Hörer an. "Nein... nein... mir geht's gut... ich bin immer noch in Orlando. Die Konferenz dauerte länger als wir dachten und wir bleiben noch für eine Nacht hier... nein... nein... keinesfalls... im Büro wusste man, dass ich nicht auf diesem Flug war." Eine Pause. "Ihr hättet anrufen können... hallo Vater."

"Das war's... keine meiner Töchter lebt in einer Gegend, wo Terroristen einfach ein Flugzeug in die Luft sprengen können... gottverdammt, in diesem Ort gibt es zu wenig Amerikaner... du kommst nach Hause."

"Bist du sicher, dass es ein Terrorist war? Ich habe noch keine Einzelheiten gehört... ich glaube nicht..."

"Kein Wenn und Aber, Kerrison... das ist mein letztes Wort. Kannst du dir die Presse vorstellen, wenn du auf diesem Flugzeug gewesen wärst? Mein Gott!" Schnitt ihr Vater ihr das Wort ab. "Treff die entsprechenden Vorkehrungen."

Schlagartig war die Verbindung tot. Kerry legte den Hörer langsam auf die Gabel und starrte ihn an. "Ich bin auch froh, dass ich nicht in diesem Flugzeug war, danke der Nachfrage." Ein Geräusch ließ sie aufblicken und sie sah Dar mit einem grimmigen Gesichtsausdruck an Verbindungstür lehnen. "Ich vermute, dass du es gehört hast."

Die größere Frau nickte, dann ging sie hinein, durchquerte den Raum und setzte sich neben sie aufs Bett. Eine Fernbedienung lag lose in den Händen der Geschäftsführerin. "Ich habe drüben die Nachrichten an." Sie hielt inne. "Bist du in Ordnung?"

"Oh ja." Entgegnete Kerry bitter. "Mein Vater war so erleichtert, dass er den Arzt nicht bitten musste meinen Totenschein auszustellen." Sie stützte sich mit ihren Ellbogen auf ihre Knie ab und sah auf den Teppich. "Sie wollen, dass ich zurückkomme."

Dar zögerte, dann legte sie schüchtern einen Arm um die Schultern ihrer Begleiterin. "Weil ein Flugzeug abgestürzt ist? Das ergibt keinen Sinn, Kerry."

"Weil Miami voller degenerierter, perverser Ausländer ist, die nichts anderes im Sinn haben, als sich gegen die USA zu verschwören." Antwortete Kerry seufzend. "Kennen sie den Grund des Absturzes? Er sagte, es wäre ein Terrorist gewesen... ist das wahr?"

"Ich habe nicht lange genug zugesehen, um das zu erfahren... komm schon, lass uns in das andere Zimmer gehen und die Nachrichten ansehen... vielleicht erfahren wir ja etwas."

Dankbar über die Wärme von Dar's Arm über ihren Schultern blickte Kerry auf. "Wir wären auch in dieser Maschine gewesen."

"Ich weiss." Erwiderte die ältere Frau ruhig. "Aber wir waren es nicht... komm schon, ich hab etwas heiße Schokolade bestellt... lass uns ansehen was geschehen ist."

Sie setzten sich auf Dar's Bett, und sie stellte den Ton des Fernsehers lauter auf dem CNN lief. Die Bilder waren größtenteils dunkel, nur überall blitzten blaue und rote Lichter und hin und wieder konnte man ein paar Gelbe sehen. Der Reporter trug eine Windjacke da es offensichtlich zu regnen schien und es recht windig war.

"Die FAA kann im Augenblick noch keinerlei Vermutungen über den Absturz der Boing 727 anstellen, es ist nur bekannt, dass der Pilot über West Palm Beach über Probleme sprach, und sich entschied nach Westen, in ein weniger bewohntes Gebiet abzudrehen."

"Das hört sich nicht nach einer Bombe an." Kommentierte Dar und stand auf als es an der Tür klopfte. "Netter Service." Sie öffnete die Tür und liess den Zimmerkellner mit einem Tablett herein. "Stellen sie es dort drüben hin." Der Kellner ging wieder, sie füllte zwei Tassen mit der dampfendem Schokolade und fügte zu jeder Tasse einen winzigen Mini-Marshmallow hinzu und brachte sie zu Kerry hinüber. "Hier nimm... das hilft bei Kummer."

Kerry nahm einen kleinen Schluck und brachte es fertig zu lächeln. "Danke." Sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder zum Fernseher, wo man durch die Suchscheinwerfer mehrere hundert Männer in den verschiedensten Uniformen erkennen konnte, die bis zu den Schenkeln im Wasser steckten, und sich nach Lebenszeichen und Wrackteilen umsahen. "Das sieht schrecklich aus."

"Mm." Dar atmete aus, dann nahm sie das Telefon und wählte eine Nummer. "Hier ist Dar." Lauschend hielt sie inne. "Was ist mit diesem abgestürzten Flugzeug?" Eine weitere Pause. "Nun, vielleicht nicht, aber ich sollte in dieser Maschine sein." Ein Seufzen. "Das glaube ich auch nicht, aber ich möchte sichergehen... danke Gerry." Sie legte auf. "Mal sehen ob wir zuverlässigere Informationen bekommen können."

"Wer war das?" Fragte Kerry, deren Lebensgeister langsam wieder zurückkamen. "Oder ist das eine von diesen Sachen, wenn ich es dir sage, dann muss ich dich umbringen?"

"Ein Freund von mir im Pentagon." Erwiderte Dar. "Gott... sieht dir das an..."

Der Hubschrauber in der Luft zeigte ein chaotisches Durcheinander von Lichtern und Bewegungen und dann schlagartig fingen Leute zu schreien an und hoben ihre Hände. Der Reporter hielt inne und hörte den Worten in seinem Kopfhörer zu, dann lächelte er in die Kamera.

"Mir ist gerade berichtet worden, dass sie einige Überlebende gefunden haben... es scheint so, dass das Flugzeug bei dem Landeversuch in den Everglades zerbrochen ist und einige Menschen, ich wiederhole, einige Menschen haben überlebt."

"Dann war es keine Bombe." Kommentierte Dar. "Die wäre in der Luft explodiert und es hätte schwerlich Überlebende gegeben." Sie lehnte sich gegen das Kopfteil zurück, streckte ihre Beine aus und überkreuzte sie an den Fußgelenken. Kerry saß mit überkreuzten Beinen auf der anderen Seite des Bettes und hielt ihre Tasse heiße Schokolade mit beiden Händen fest.

Sie beobachteten wie zuerst einige, dann immer mehr Verletzte herausgebracht wurden und wie der Hubschrauber landete, um die Opfer zu transportieren. Kerry glitt schließlich zurück, bis auch sie gegen das Kopfteil lehnte und zuckte zusammen als sie sich ihr, vom langen, gekrümmten Sitzen, steifes Genick rieb.

Dar schaltete, außer dem Fernseher, alle Lichter aus, und die blonde Frau bemerkte, dass sie nur noch mühsam ihre Augen offen halten konnte. Wiederwillig drängte sie sich selbst dazu, aufzustehen und ihr Zimmer zu gehen, aber der Gedanke das sie dort allein war, ließ sie, trotzt ihres Vorsatzes, bleiben wo sie war. Nun, nur noch ein paar Minuten... dann würde sie aufstehen.

Sie spürte, wie ihr die Tasse aus den Händen genommen wurde, und blinzelte, als Dar eine von Decken über sie legte. "Nein... ich werde..."

"Ssch... bleib liegen. Dieses Bett ist groß genug, dass der gesamte Verwaltungsrat darin Platz hätte... schlaft ein bisschen." Versicherte ihr Dar, und strich ihr freundlich übers Genick. "Hoppla... entschuldige... ich hab deinen Sonnenbrand vergessen."

Was für ein Sonnenbrand? Fragte sich Kerry als ihr die Augen zufielen und das leichte Prickeln an ihrem Rücken genoss. Oh. Dieser Sonnenbrand. Richtig. "Kein Problem." Murmelte sie verschlafen. "Ich werde nicht nach Hause zurückgehen."

Dar betrachtete ihre, auf die Seite zusammengerollte, schlafende Begleiterin. "Nein... das glaube ich auch nicht, meine Freundin." Sie legte ihren Arm neben die blonde Frau und nach einigen Minuten blickte sie bei einer Berührung auf.

Finger schlossen sich um ihren Unterarm. Dar sah ihre Begleiterin genau an, bemerkte den gleichmäßigen Atem und erkannte, dass sie tief schlief. Eine Unbewusste Bewegung, Kerry hatte instinktiv trostsuchend, nach ihr gegriffen, was sie im wachen Zustand niemals getan hätte.

Armes Kind... Dar dachte an Kerry's Eltern und fühlte wie maßlose Wut in ihr aufstieg. Wie konnten sie jemanden wie Kerry, derartig behandeln? Einen Augenblick lang kaute sie an ihrer Lippe, dann hob sie mit einer Hand vorsichtig das Laptop hoch und kontrollierte den Ladestatus ihrer E-Mails, welcher abgeschlossen war. Sie bemerkte das der Angebotsvorschlag eingetroffen war, und wählte sich dann in die Hauptdatenbank ein.

Ein Angebot stand bereit und wurde, nachdem sie, anstatt einem zwei Sicherheitskennwörter eingegeben hatte auf den Weg geschickt. Der Bildschirm des Laptops reflektierte auf ihrem Gesicht, als sie desweiteren eine E-Mail abschickte, die sie nach mehrmaligem Durchlesen abschickte. Ihre Augen wanderten zu der blonden Frau, die so vertrauensvoll neben ihr lag. Mach dir keine Sorgen, Kerry... Sagte sie lautlos. Ich werde auf dich aufpassen, meine Freundin.

Es kam eine Anfrage von der Sicherheitsabteilung. Sie tippte ihr Gesuch ein und fügte ihr Passwort hinzu. Daraufhin setzte sich die Bearbeitung fort.

Während sie wartete überflog sie ihre E-Mails, wobei sie die Menge der normalen Nachrichten überging, wie etwa, reinigen sie den Kühlschrank... benutzen sie nicht den Personenaufzug, um Computerrolltische zu transportieren... Globaler Freiwilligentag... Dar erinnerte sich, dass sie dahin musste, und tippte eine Notiz in ihren Terminkalender. Sie machte mit ihren Mails weiter. Erinnerung an die Erneuerung der Sozialversicherungen... erwischt... die am 15. November ablaufen... hoppla... Dar wechselte zu einem anderen Hauptprogramm und loggte sich in CAS Datenbank ein, kontrollierte ihre Kranken-, Zahnarzt- und Lebensversicherung. Sie erhöhte ihre Zahnarztversicherung, da sie letztes Jahr bei einer Zahnbehandlung mehr zahlen musste als sie eigentlich wollte, und erhöhte zudem ihre Lebensversicherung, und schickte den Antrag dann ab.

Dann wechselte sie wieder in das andere Programm zurück und kontrollierte ihre Arbeitsliste, und fand unter anderem auch die Sache, die sie am vorherigen Tag Uthai versprochen hatte, und stöhnte. Verdammter Mist... dieser verdammte Internetanschluss... Ich sollte tatsächlich zuhören, bevor ich irgendetwas zusage... mit den Fingern ihrer freien Hand trommelte sie auf der Tastatur herum, dann hob sie ihre Hand und ließ sie wieder fallen. Was zum Teufel... Ein Klicken, und sie gab ihre Zustimmung, aber sofort danach wechselte sie in ihr E-Mailprogramm und schickte Uthai eine Nachricht, in der sie ihm mitteilte, dass er persönlich, und nur er... dafür verantwortlich war, wenn die Sicherheit der Gesellschaft durch seine Leute gefährdet wurde.

Das sollte reichen... er wird es seinen Leuten nicht erlauben, wenn er dafür mit seinem Hintern gerade stehen muss. Kicherte Dar zu sich. Sie schloss ihre Arbeitsliste ab, und wandte sich wieder den Mails zu, griff hinüber und nahm einen Schluck von ihrer heißen Schokolade. Sie wusste, dass sie eigentlich müde sein sollte, aber der Schock von dem Flugzeugabsturz hatte einen Adrenalinschub verursacht und der musste sich erst abbauen.

Ein leises Rascheln fing ihre Aufmerksamkeit und sie drehte ihren Kopf, als Kerry sich rührte, ein wenig näher heranschob und ein wunderbar warmes Gefühl auf Dar's Haut hinterließ, als ihre Finger sich darüber bewegten. Es war ein schönes Gefühl. Kerry lächelte geringfügig in ihrem Schlaf. Dar lächelte zurück und betrachtete die kleinere Frau voller inniger Zuneigung. Sie musste Gähnen und stellte ihren Laptop auf den Teppich, schaltete den Fernseher aus und versetzte den Raum in Dunkelheit, die nur hin und wieder durch das weiche Licht, das durch die Vorhänge fiel, unterbrochen wurde. Dar zog die Decken hoch, entspannte sich, und war sich plötzlich der Hitze des Körpers neben ihr gewahr.

Sie bemerkte den warmen Duft, welcher sich ihren Sinnen als eine Mischung aus reiner Baumwolle, Sonnenöl und einem Hauch von Pfirsich offenbarte.

Die beschloss, dass sie ihn mochte.

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Undeutlich nahm Kerry das schwache Sonnenlicht auf ihren geschlossenen Augen wahr, und das Gefühl stillen Friedens, das größtenteils von der Schulter ausgestrahlt wurde, auf der sie lag. Sie holte Luft und erkannte den Duft der Wolldecke, und ein angenehmer, würziger Duft, den ihr Gehirn als den Duft von Dar's Parfüm erkannte.

Ihr Körper war entspannt, und ein Arm lag um einer sich sanft bewegenden, warmen und weichen Oberfläche. Und sie empfand ein zufriedenes Gefühl, als sie sich ein wenig enger ankuschelte und das wunderbare Gefühl in sich aufsog.

Ein weiterer Atemzug. Dann setzte ihr schläfriger Verstand, Dar, den Duft und die Schulter an der sie kuschelte zusammen, und sie gab sich die größte Mühe, ihr Gehirn zu durchbluten. Oh gottverdammt, zum Teufel, ich kann es nicht glauben... Sie hielt ihre Luft an, zwang sich ein Auge zu öffnen und sah direkt vor sich, glatte und sonnengebräunte Haut. Oh... mein Gott.

Es war sehr still in dem Raum, und sehr vorsichtig öffnete sie ihre Augen und schielte auf Dar's Gesicht.

Sie schlief fest.

Puhh. Kerry entwand sich vorsichtig aus der unvorhergesehen Umarmung und zog sich leicht widerwillig zurück. Sie hob ihren Kopf, um auf die Uhr zu sehen und war erleichtert, dass es erst 7.30 Uhr war. Sie wickelte einen Arm um ihr Kopfkissen und nun, in sicherer Entfernung auf ihrer Bettseite, nahm sie die Gelegenheit wahr, ihre schlafende Chefin zu betrachten. Verdammt, hab ich ein Glück gehabt... was, wenn sie aufgewacht wäre? Jesus, Kerry... erinnre dich daran, dass du für sie arbeitest, okay? Dies hier ist eine Geschäftsreise.

Aber ihr Körper wollte sich wieder ankuscheln und verlangte mit einer solch großen Intensität nach Dar's Berührung, dass sie kaum atmen konnte. Es hatte sich so schön angefühlt... Seufzend rollte sie sich auf die Seite. Komm schon, beweg dich... mach etwas produktives, wie zum Beispiel das Frühstück bestellen, und kontrollier deine E-Mails. Dummer Schwärmer.

Sie stand auf und stapfte aus dem Raum, ging zum Telefon in ihrem eigenen Zimmer und rief den Zimmerservice an. Dann erinnerte sie sich, dass sie Colleen zurückrufen wollte und sah auf ihre Uhr. Ich sollte sie noch erreichen... sie wählte ihre Nummer und wartete. "Col?"

"Ker? Oh... verdammt, ich bin gestern abend eingeschlafen... hattest du angerufen?"

"Es war schon zu spät... ich hatte Ärger mit meiner Familie, und dann haben wir uns die Nachrichten angesehen... und dann bin ich auch eingeschlafen." Erzählte ihr Kerry. "Aber ich habe gesehen... das einige dieser Menschen überlebt haben."

"Ja... ungefähr fünfzig Prozent von ihnen..." Colleen gähnte. "Kommst du heute nach Hause?"

"Ja... ich nehme es an... wir haben um 10.00 Uhr eine Sitzung, und sie sagten, dass sie heute den Auftrag vergeben würden... danach gibt es für uns keinen Grund noch länger hier rumzuhängen."

"Wie ist es? Langweilig?" Erkundigte sich die Rothaarige.

Kerry gab sich den süßen Erinnerungen ihres Erwachens hin, und seufzte. "Nein... es ist nicht langweilig... Wir hatten diese Sitzungen, und eine Art Kampf zwischen unserem Team und dem Team von IBM... das war ganz schön heftig... dann mussten wir ähm... gestern abend einige Sachen bewerten, also..."

"Liebes, das hört sich genauso langweilig, wie die Buße meine Tante Mary an... hast du zumindest den Pluto bekommen, den du wolltest?"

Kerry lächelte ironisch. "Nun ja, um vollkommen ehrlich zu sein... das hab ich... weil ich gestern den größten Teil des Tages in Epcot verbracht habe."

Tödliche Stille. "Oohh... du kleines Stinktier... nur Geschäftssitzungen, wie?" Lachte Colleen. "Hast du dich davonschleichen müssen... oder hat dich die Drachenlady nicht gebraucht?"

"Ähm... nein... sie war dabei." Erzählte ihr Kerry. "Die Sitzung war gestern rasch vorbei, und eine neue Besprechung ist erst für heute morgen wieder angesetzt worden, also... gab es nicht viel was wir hätten tun können, und haben uns ein bisschen umgesehen."

"Iiiee... du warst mit diesem weiblichen Höllen-Roboter im Epcot Center?" Colleen gab ein mitfühlendes Geräusch von sich. "Armes Ding."

"Ich habe es überlebt." Kerry stritt mit sich, ob sie gegen Dar's Charakterisierung protestieren sollte oder nicht, überlegte sich dann aber, dass sie dafür noch genügend Zeit hatte, wenn sie zu Hause war. "Ansonsten... ist alles okay, ich habe meinen Pluto und komme heute abend zurück."

"War deine Familie so schlimm?" Fragte Colleen, da sie Kerry's Familie kannte.

Kerry blieb einen Moment still, dann atmete sie aus. "Ja."

"Süßer Jesus... Ker... es tut mir so leid, dass du das alles allein durchstehen musstest... Ich hab an dich gedacht."

"Es war nicht so schlimm... Dar hat irgendwie herausbekommen was vor sich ging, und hat mich getröstet, und all das." Versicherte ihr Kerry. "Hör zu... ich muss Schluss machen und mich auf die Konferenz vorbereiten... reden wir heute abend miteinander?"

"Aber klar... wir sehn uns dann, Mädchen." Colleen legte auf und Kerry tat das Gleiche, saß jedoch noch einen langen Augenblick, tief in Gedanken versunken, auf ihrem unbenutzten Bett.

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Da war wieder dieser blöde Traum. Erwachend schüttelte ihn Dar ab, und bemerkte wie die Sonne in den Raum fiel, und das sie allein im Bett lag. Das verlorene und enttäuschte Gefühl war beinahe greifbar, und sich auf die Seite rollend umarmte sie ihr Kissen, bis sie sich wieder gefangen hatte und das Gefühl verblasste.

Dieser Traum war diesmal verdammt real... sie war irgendwo in einer kleinen Hütte, es muss im Norden gewesen sein, da eine kühle Brise hereinwehte, und sie lag, ihre Arme um eine andere schlafende Gestalt geschlungen, in der Morgendämmerung. Sie erinnerte sich an das Gefühl von lässiger Glückseligkeit und ein schwaches Prickeln von Vorfreude auf den kommenden Tag.

Sie schloss ihre Augen und gab sich für einen Moment dem Schmerz hin, der aufhörte als eine besorgte Stimme durch die Stille hallte.

"Dar?" Der Teppich dämpfte Kerry's Schritte als sie barfuss herüber kam, sich auf den Rand des Bettes setzte und eine Hand auf die Schulter der älteren Frau legte. "Bist du okay?"

Der Schmerz verschwand und Dar nickte, öffnete ihre Augen und grinste die blonde Frau ironisch an. "Ich hab gestern Abend ein bisschen zu viel getrunken."

"Aha..." grinste Kerry zurück und wackelte mit ihrer anderen Hand. "Ich habe auch leichte Kopfschmerzen... Ich vermute, dass ein bisschen Frühstück helfen könnte. Ich habe es bestellt... und ich hab meine Mails abgerufen."

"Gut." Dar rieb mit einer Hand ihr Gesicht und gähnte. "Wie spät ist es... ah... okay... wir haben noch ein bisschen Zeit... In dem Fall brauch ich eine schöne, lange Dusche." Sie rollte sich zurück und streckte ihren Rücken, um die Verspannung herauszubekommen. "Ich bin diese verdammten Matratzen nicht gewöhnt..." Sie sah Kerry sarkastisch an. "Ich vermisse mein Wasserbett."

In Kerry's Fingern juckte es diese Muskeln zu massieren, die durch Dar's Baumwollshirt zu sehen waren, doch sie zählte bis zehn und nahm sich zusammen. "Sind sie wirklich so bequem?" Sie stand auf und entfernte sich von dem warmen Körper ihrer Chefin, ging zum Fenster und sah hinaus.

"Ja klar." Versicherte ihr Dar, setzte sich auf und wollte aus dem Bett steigen. Sie sah auf ihr Shirt, hielt mitten in ihrer Bewegung inne und setzte sich, verwirrt auf ihre Schulter blickend, wieder zurück.

Neugierig griff sie nach mehreren goldenen Strähnen, die sich im Stoff verfangen hatten. Sie starrte sie an, rollte das weiche Haar zwischen ihren Fingerspitzen und sah dann zu Kerry, die interessiert aus dem Fenster blickte. "Hast du gut geschlafen?" Fragte sie neugierig.

"Ja... sicher, das hab ich... ähm... ich bin auch noch nicht so lange auf, nur ein paar Minuten, wirklich... Ich habe sehr gut geschlafen... ähm... wie sieht's bei dir aus?" Kerry fand die kleinen, auf dem See herumsausenden Boote aufeinmal sehr faszinierend.

"Wie ein Baby." Die dunkelhaarige Frau spürte, wie ein Lächeln ihre Lippen verzog. "Du... ähm... kuschelst du dich nachts immer so an?" Die Würfel waren gefallen, und nun hielt sie ihren Atem an und wartete auf Kerry's Antwort. Das plötzliche Versteifen des Kiefers und dem Rücken der blonden Frau sprach für sich. Dar konnte schwören, das sie ein oh Scheiße auf Kerry's Lippen sehen konnte, bevor die jüngere Frau sprach.

"Es tut mir leid... es ist eine dumme Angewohnheit... Ich habe diesen großen Panda, und ich ähm..." Kerry merkte selbst, wie sie brabbelte und stark errötete.

"Hey." Unterbrach Dar das Gestotter. "Entspann dich... es stört mich nicht im geringsten." Kicherte sie, und wischte die Haare von ihrem Shirt, um Kerry von der offensichtlichen Verlegenheit zu erlösen. "Ich mach das selbst auch... Ich habe zu Hause zwei grosse Kissen... die ich immer umarme... es ist eine ganz normale Sache."

Kerry blieb einen Augenblick lang ruhig. Dann holte sie Luft, was Dar durch das Bewegen ihrer Schultern sehen konnte, und atmete wieder aus, bevor sie sich umdrehte. "Nun... ich bin froh, dass du Verständnis dafür hast... ähm... willst du mich jetzt in deine Pläne einweihen? Ich meine... wenn Mark durchgekommen ist... was ich vermute, da er angerufen hat, und..."

"Kerry." Dar's Stimme stoppte ihr nervöses Gerede. "Komm her." Sie wartete bis die kleinere Frau zögernd auf sie zukam und klopfte aufs Bett. "Setzt dich."

"Ähm..." Kerry setzte sich mulmig auf den Rand der Matratze, und starrte furchtbar verlegen ihre Knie an.

"Hör mir zu, okay? Wir sind Freunde, richtig?" Fragte Dar behutsam.

Schüchterne grüne Augen hoben sich zu ihren. "Du bist meine Chefin." Entgegnete Kerry leise, als ob das alles erklären würde.

"Vergiss das einfach für eine Minute." Dar's Augenbrauen zogen sich zusammen. "Ich kenne dich noch nicht sehr lange, und du kennst mich noch nicht lange... aber ich glaube, das es stimmt, wenn ich sage, dass wir recht gut miteinander auskommen, richtig?"

Kerry nickte. "Ja."

"Okay... nun, das ist gut..." Dar suchte nach Worten. "Weil ich es wirklich zu schätzen weiss, dass ich jemanden um mich habe, von dem ich denke, dass es ein Freund ist, und ich bin froh, dass wir die Möglichkeit hatten uns gegenseitig kennenzulernen."

Die blonde Frau entspannte sich ein wenig. "Ich auch."

Mit dem Wissen, dass sie nah an eine ganz bestimmte Grenze kam, überdachte Dar ihren nächsten Satz sehr genau. "Ich möchte nicht, dass du dich... ähm... verlegen fühlst... weil wir Freundinnen sind, und das du... ich meine, das wir uns mögen." Sie starrte auf den Teppich, und blickte dann zu Kerry zurück. "Verstehst du, was ich damit sagen will?"

Kerry dachte nach. "Sicher." Sie atmete endlich aus. "Das tu ich... es ist nur so seltsam."

"Weil wir zusammen arbeiten?" Wagte Dar zu vermuten.

"Weil ich für dich arbeite." Korrigierte Kerry sie leise. "Ich möchte nicht... es fühlt sich einfach sehr seltsam an."

"Mm." Grübelte Dar. "Stört es dich?" Erkundigte sie sich zögernd. "Ich... ich meine..." Sie hob eine Hand und ließ sie wieder fallen. "Das wir so schnell Freundinnen geworden sind?"

"Nein." Schließlich kam ein winziges, erleichtertes Lächeln von der jüngeren Frau. "Ich möchte nur nicht, dass du glaubst, dass ich versuche... das ich etwas von dir will oder... ich mich..."

"Dich beim Boss einschleimen willst?" Erkundigte sich Dar erleichtert. "Das habe ich keinen Moment geglaubt... du bist nicht der Typ dafür... und glaube mir, ich sollte es wissen."

Ein scheues Lächeln. "Deine Meinung ist für mich wichtig... Ich schätze es sehr, dass du das sagst."

Dar's Lippen verzogen sich. "Dann kannst du dich ja entspannen... in Ordnung?" Sie tätschelte der blonden Frau das Knie. "Außerdem sind deine Umarmungen großartig... Ich wollte keine davon vermissen, nur für den Fall, dass du darüber beunruhigt sein solltest."

Kerry seufzte erleichtert. "Mann... das hör ich gerne... weil ich diese Angewohnheit habe, Leute zu berühren ohne nachzudenken... Ich wusste nicht ob es dich stört... Ich hab es noch nicht mal bemerkt, bis letzte Nacht."

Aha... Reinigung der Atmosphäre. "Nun..." Dar kratzte sich am Kinn. "Eine komische Sache ist das... Ich hasse es absolut, wenn Leute mich berühren." Sie schwieg. "In der Regel... Und wenn Leute in meine Privatsphäre eindringen, dann werd ich fuchsteufelswild." Ein weiteres Schweigen. "In der Regel."

"Oh." Kerry biss sich auf ihre Lippe.

Dar zuckte mit ihren Schultern. "Man hat mir gesagt, das jede Regel eine Ausnahme hat, und ich nehm an, dass du eine bist... nein, aus irgendeinem Grund stört es mich überhaupt nicht." Sie warf der jüngeren Frau einen ironischen Blick zu. "Das war eine echte Überraschung."

"Ach." Die Augenbrauen der Blonden zogen sich in die Höhe. "Eine gute, oder eine schlechte Überraschung?" Kerry spürte, wie sie ihre Fassung wieder gewann, und erkannte, dass die Dinge recht gut liefen. Dar nahm ihr im Grossen und Ganzen nichts... übel.

Plötzlich nahmen hellblaue Augen ihre gefangen. "Eine sehr gute Überraschung, Kerry... es ist sehr lange her, dass ich mich mit jemandem so wohl gefühlt habe... Ich mach nicht... ich schließ nicht schnell Freundschaften."

Kerry spürte, wie sie in diesem intensiven Blick ertrank, griff im puren Reflex nach vorne und schlang ihre Finger um Dar's, als ob es die natürlichste Sache auf der Welt wäre. "Ich bin froh." Sagte sie einfach und drückte die Hand. Sie starrten sich gegenseitig in die Augen, und die blonde Frau spürte, wie ihr Herz anfing schneller zu schlagen.

Ein Klopfen brach die Szene, und Dar senkte, mit einem winzigen Lächeln um ihre Lippen, ihre Augen. Okay... lass uns den Tag beginnen... Wir haben später eine Menge Zeit zum Reden. "Ich vermute, dass es das Frühstück ist."

"Ja." Kerry ließ ihre Hand los, stand auf und während sie zur Tür trottete, fuhr sie sich mit ihren Fingern durchs Haar und spähte durch den Spion. "Ich hoffe, du hast Hunger... Ich glaube, ich habe mit der Bestellung ein wenig übertrieben."

Weiße Zähne blitzten durch ein Grinsen hindurch. "Ich bin am verhungern." Sie stand auf und sah auf die Uhr. Es war 8.30 Uhr. "Lass uns was essen und dann in Bewegung kommen... Ich werde dich während dem Frühstück in den Plan einweihen."

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Das gläserne Sitzungszimmer erschien Kerry freundlicher zu sein, als sie ihn hinter Dar's großer Gestalt betrat, und schloss die Tür hinter sich. Ein großer LCD-Bildschirm war an der gegenüberliegenden Wand hinzugefügt worden, und das IBM-Team sah sehr selbstzufrieden aus. Sie stellte ihr Laptop und einen Ordner neben John, dann setzte sie sich hin und lächelte ihn beruhigend an. "Hallo."

"Hallo." Er beugte sie näher zu ihr. "Haben sie das Angebot?"

Nickend tippte sie auf den Ordner, und beobachtete, wie Dar zum ersten Platz direkt an der Vorderseite des Raumes schlenderte und sich hinsetzte.

"Sie haben die ganze Nacht gearbeitet... und eine überwältigende Präsentation vorbereitet... ich bin etwas besorgt." Flüsterte der Teamleiter zu ihr. "Was haben wir, außer dem Papier hier?"

"Ssch." Kerry nickte zur gegenüberliegenden Tür, wo Michelle und ihr Gefolge eintraten. "Dar hat etwas ausgearbeitet." Sie betrachtete die Geschäftsführerin von Disney und war überrascht, als die Frau den Raum überflog und ihren Blick einen langen Moment auf Kerry ruhen ließ, bevor sie wegschaute. Ich muss einen Sonnenbrand haben, erkannte sie reuig. Nun ja... sie sah kurz zu Dar's Gesicht, und bemerkte, dass die gebräuntere Frau nicht so rosa wie sie war.

"Nun." Michelle legte eine lederbezogene Akte hinunter und trommelte mit ihren akkurat lackierten Nägeln darauf. "Danke, dass sie alle pünktlich sind." Sie sah zuerst zu Jerry und dann zu Dar, die ihr Jackett ausgezogen hatte und sich lässig auf ihren Ellbogen abstützte. Sie trug ein weißes, ärmelloses, tief ausgeschnittene Baumwollbluse, und sah im Gegensatz zu den Männern, mit ihren engen, zugeknöpften Krägen und Krawatten, salopp und direkt wohltuend aus.

"Es ist schade, dass sie... gestern Abend... gebunden waren, Dar... Jerry und ich hatten eine wunderbare Unterhaltung." Michelle's Augen waren durchdringend, und ein kurzes Lächeln spielte um ihre Lippen.

Dar zuckte mit keiner Wimper. Sie erwiderte das Lächeln lässig. "Ich hoffe, sie hatten eine genauso schöne Zeit wie ich sie hatte... tut mir leid das ich nicht dabei sein konnte." Plötzlich war sie froh, dass sie der kleineren Frau eine Absage erteilt hatte... die die feindliche Stimmung der Angebotverhandlung offensichtlich genoss, und Dar fühlte eine innere Zufriedenheit, dass sie sich nicht darauf eingelassen hatte. Was natürlich auch bedeuten konnte, dass sie die Chance verpasst hatte, und den Auftrag nicht bekam.

Sie hasste es zu verlieren. Es geschah nicht oft, und wenn sie diesen, mit dem Wissen, dass sie es hätte verhindern können, verlieren sollte, dann tat das auf mehr als einer Art weh.

"Nun gut... lassen sie uns anfangen." Michelle hatte offensichtlich beschlossen, Dar voresrt in Ruhe zu lassen, und setzte sich hin. "Ich nehme an, dass wir von beiden Teams Präsentationen zu sehen bekommen."

Jerry lehnte sich zurück und verschränkte seine Finger über seinem Bauch. "Damen zuerst." Lächelte er liebenswürdig zu Dar.

Sie zuckte mit ihren Schultern und warf ihm einen vergnügten Blick zu. "Okay... wenn sie darauf bestehen... fangen sie schon an."

Gegen ihren Willen biss sich Michelle auf die Innenseite ihrer Lippe, senkte ihren Blick und räusperte sich dann. "Fangen sie schon an Jerry, damit wir nicht den ganzen Tag hier rumsitzen."

Sein Gesicht rötete sich, aber er willigte ein, legte seine Utensilien vor sich hin, und begann unter Benutzung des großen LCD-Bildschirms seine Präsentation, über ihre Realisierung der Netzwerkverbindung und dem Einsatz der Server. Es war interessant, und Dar erkannte, dass er tatsächlich wusste was er tat. Jedoch der Vortrag dauerte fünfundvierzig Minuten, und sie sah wie Michelle auf ihre Uhr blickte, bevor er seinen Vortrag abschloss, und Dar nickte schweigend zu sich. Es war eine gute, solide Präsentation, die der Größe seiner Gesellschaft entsprach, und wahrscheinlich machten sie ein wettbewerbsfähiges Angebot. Jerry wollte diesen Auftrag... schon allein die Publizität war es wert, weit unter Preis anzubieten.

"Nun, danke." Nickte Michelle zu ihm als er fertig war. "Das war sehr umfassend." Sie hielt inne, und wandte, mit fragend erhobener Augenbraue ihren Blick zu Dar.

Dar blieb sitzen, lehnte sich zurück und legte ihre Arme auf die Stuhllehnen. "Kerry?" Mit einem Kopfnicken wies sie die jüngere Frau an anzufangen. Das war eine Überraschung... sogar ihre eigenen Leute hatten erwartet, dass sie die Präsentation machen würde... mit Sicherheit, hatte es Michelle angenommen.

Kerry holte Luft, stand dann auf, und mit ihrem Laptop unter dem Arm geklemmt, ging sie nach vorne. Sachkundig trennte sie die Verbindung zu dem LCD-Bildschirm und verband ihn mit ihrem externen Videoeingang, dann bootete sie das Laptop und forderte eine Verbindung über ihr Handy zu ihrem Netzwerk an. Sie sah auf, als die Verbindung stand. "Es war ein sehr interessantes Szenario, für das es eine Lösung zu finden galt." Kommentierte sie. "Weil ein interaktives System einfach zu bedienen sein muss, und gleichzeitig eine komplexe Darstellung bieten soll."

Sie lud ein Netzwerkdiagramm, betätigte einige Schalter und markierte die prägnanten Stellen. "Dies ist ihr aktuelles Kommunikationsnetzwerk." Sie übermittelte das Ganze auf den großen Bildschirm. "Wie sie sehen können, gibt es in ihrer gegenwärtigen Nutzung hier, und hier Engpässe... größtenteils wegen der erforderlichen Bandbreite, im besonderen bei der Videoverbindung."

Dar beobachtete Michelle's Gesicht, als sich die kleinere Frau vorbeugte und die Daten auf dem Bildschirm interessiert betrachtete.

"Also... um die Bandbreite zu erweitern, haben wir hier, und hier Hauptschaltkreise eingefügt..." Kerry hatte eine andere Ansicht hochgefahren, und mit mehreren, rasend schnellen Eingaben auf ihrer Tastatur, brachte sie den Monitor zum Flackern. "Wie zum Beispiel hier."

Michelle's Augenbrauen zogen sich zusammen. "Haben sie das gerade... gemacht?"

"Mmhm." Stimmte Kerry mit einem freundlichen Lächeln zu. "Sehen sie wie die Engpässe verschwinden? Sie erhalten einen besseren Datendurchsatz." Sie fuhr eine andere Darstellung hoch, die die aktuellen Reservierungen aufzeigte. "Wir haben ebenfalls diese Anwendung analysiert... Sie enthält eine Menge Informationen, aber sie ist zu langsam und für die Anwender ist es sehr mühselig bis sie erhalten was sie wollen." Sie betätigte wieder eine Taste. "Unsere Webdesigner schlagen stattdessen diese hier vor... wie sie sehen können ist es eine dreidimensionale Darstellung einer ihrer Parks, und um dorthin zu gelangen wo man möchte, wird die Sensorbildschirm-Technologie verwendet, so wie hier..." Sie fuhr mit ihrer Maus auf einen Punkt, und die Szene veränderte sich, ein weiterer Klick ließ das Magic Kingdom erscheinen.

"Nett." Murmelte Michelle.

"Ähm... nein..." Kerry klickte die grafisch dargestellten Türen an. "Das hier ist nett." Die Türen öffneten sich, und ein Menü mit verschiedenen Optionen öffnete sich. "Um die Speisekarte zu sehen... gehen sie hier hin." Sie zeigte es. "Wenn sie dann eine Reservierung vornehmen wollen, machen sie dies."

Die aktuelle Ansicht wurde durch eine Draufsicht des Restaurants, komplett mit den Tischen ersetzt. "Sie können ihre gewünschte Uhrzeit eingeben... und sie erhalten eine Übersicht der freien Tische..." Sie klickte, und ein kleines Eingabeformular tauchte auf. "Sie geben ihren Namen ein, und schon haben sie eine Reservierung." Einer der Tische war nun mit einer Mickey Mouse versehen.

Der ganze Raum konzentrierte sich nun auf Kerry, und sie sah an ihnen vorbei, zu einem Paar warmherziger, funkelnder blauen Augen, von denen sie eines anblinzelte. "Aber das ist nur eine nette Spielerei..." Fuhr sie fort und bestätigte die Reservierung. "Sie haben außerdem die Möglichkeit hier eine Pager-Nummer zu hinterlassen... damit können sie sich an ihre Reservierung erinnern lassen, und die Belegschaft des Restaurants kann sie erreichen, wenn es eine Änderung geben sollte." Sie tippte eine Nummer ein, klickte auf Bestätigung und hielt erwartungsvoll inne.

Sekunden später erklang ein leises Piepsen quer durch den Raum, Dar hielt ihren Pager hoch und schaltete ihn dann wieder aus.

"Das ist... unglaublich." Michelle lehnte sich zurück. "Aber, über was für eine Bandbreite sprechen wir hier überhaupt? Das Programm muss riesig sein."

Kerry erwiderte ihren Blick und lächelte leicht. "Wollen wir es herausfinden?" Erkundigte sie sich. "Wir haben diese Anwendung auf zwei ihrer Alphaserver geschaltet, und ein kleines Testprogramm geschrieben..." Sie klickte auf ihre Tastatur und das Icon für die Netzwerkanalyse erschien in einer Ecke, dann startete sie das Programm. "Sehen sie? Es ist in Wirklichkeit gar nicht so groß... da wir die Bilder, genau wie die Karten lokal eingescannt... und den Weg der Videoverbindung gekürzt haben. Wenn sie etwas nicht genau spezifizieren können, oder eine besondere Vereinbarung treffen möchten, müssen sie nur mit der Reservierung reden. Es gibt Parameter, die sie spezifizieren können, wie zum Beispiel die Größe von Veranstaltungen... oder wenn jemand eine Veranstaltung auf dreißig Leute beschränken möchte, oder ähnliches."

Kerry schwieg, und sah alle an. "Irgendwelche Fragen?" Kerry blickte sich im Raum um, dann sah sie zu Michelle. "Wir haben die PDF-Karten von ihrer Website heruntergeladen und mit der bereits vorhandenen lokalen Datenbank vernetzt, dann ließen wir alles durch einen 3D-Umwandler laufen, den wir dem Ende der Informationsdateien zugeschaltet haben." Sie hielt inne. "Zudem bietet es die beste Möglichkeit, das ganze ihrem Geschäftsstil anzupassen, den Dar und ich die letzten zwei Tage erfreulicherweise kennenlernen durften."

Beinahe unsichtbar hob sich Dar's Augenbraue. Das... war eindrucksvoll, und unerwartet... Kerry hatte irgendwie die Tatsache, das Michelle sauer darüber war, dass sie den Abend anstatt mit ihr, im Park verbracht hatte, mit einbezogen, und von einem persönlichen zu einem geschäftlichen Anliegen gemacht. Nett. Sehr nett. Sie fing die Augen der jüngeren Frau und lächelte anerkennend, und bemerkte postwendend das leichte Erröten auf Kerry's Wangen.

"Nein... ich..." Michelle blickte, leicht skeptisch ihren Kopf schüttelnd, zu Dar. "Kann ich sie einen Moment unter vier Augen sprechen?"

Erwischt. "Sicher." Antwortete Dar liebenswürdig, während sie aufstand, und der kleineren Frau andeutete voranzugehen. Sie schlüpften durch die Tür eines kleinen Vorzimmers, mit Farnen und einem Rauchglasoberlicht.

Die Rothaarige trat direkt vor sie. "Das hatte ich nicht erwartet."

Dar lächelte. "Ich sagte ihnen, dass ich die Dinge zum Laufen bringe... Diagramme und Tabellen sind ja schön, aber ich dachte, dass sie Resultate und keine Versprechungen sehen wollten."

Ein bedächtiges Nicken. "Also... hatten sie gestern Abend Spaß?" Die Augen der Frau tasteten sie nonchalant ab.

"Ich wette, mehr als sie." Kicherte Dar. "Ich hatte schon mal das Vergnügen mit Jerry zu Abend zuessen."

Michelle versuchte, ohne viel Erfolg, ihr Lächeln vom Gesicht zu wischen. "Er hatte nicht viel Gutes über sie zu berichten, dass kann ich ihnen sagen." Sie blickte zur größeren Frau auf. "Den größten Teil des Abends verbrachte ich damit, zuzuhören wie sie mich über den Tisch ziehen würden."

Dar lächelte nur. "Das ist nicht mein Stil." Wiedersprach sie. "Wir übertreiben manchmal genauso, wie es alle anderen tun, aber wir sind nicht auf der Suche nach Opfern." Nun ließ sie ihre eigenen Augen ein wenig, über die zugegebenermaßen verführerische Figur, gleiten. "Aber ich glaube auch nicht, dass sie ein Opfertyp sind."

Michelle blinzelte, dann trat sie einen Schritt zurück und verschränkte ihre Arme. "Ich fasse das als ein Kompliment auf... das war eine nette Präsentation... ihr kleiner Schützling ist auf Draht." Ein zynischer Blick trat in ihre Augen. "Zuerst dachte ich, sie wäre nur eine Ablenkung, die sie mitgebracht haben."

"Das ist Kerry in keinster Weise." Entgegnete Dar ein wenig schärfer als sie beabsichtigt hatte.

Die Lippen der kleineren Frau verzogen sich, dann kicherte sie leise. "Aha... sie haben also diese seltene weiche Ader... nun, nichts für ungut, Dar... mir gefällt die Tatsache, dass sie hinter ihren Leuten stehen." Sie seufzte. "Das ist auf unserer Ebene recht selten... ich habe öfter als einmal gesehen, das Untergeben nur da waren, um den Tadel einzustecken... aber ich glaube nicht, dass sie der Typ dafür sind."

"Nein." Antwortete Dar ehrlich.

"Und ich glaube auch nicht, dass sie ein Mensch sind, der ohne Grund lügt... also... was haben sie gestern abend wirklich gemacht?" Michelle sah sie mit einem halbherzigen Lächeln an.

"Ich habe ein Versprechen gehalten." Antwortete Dar leise.

Die kleinere Frau lehnte sich gegen das Sideboard zurück und verschränkte ihre Arme. "Interessant... und das war wichtiger für sie, als sich um ihr Angebot zu kümmern?"

Dar schritt nach vorne, streckte sich zu ihrer vollen Größe auf und nagelte Michelle mit ihren hellblauen Augen fest. "Falls darauf ihre geschäftlichen Entscheidungen basieren... dann bedauere ich nicht, wenn ich die Verhandlungen verliere." Sagte sie leise. "Sind wir fertig?"

Wortlos zeigte Michelle zur Tür, und sie gingen in den Konferenzraum zurück, wo Kerry ihren Laptop abgeklemmt hatte und wieder neben John saß.

"Entschuldigen sie mich für einen Augenblick." Michelle nahm beide Angebote und verließ den Raum. Diesmal blieben die zwei Wachhunde zurück und betrachteten jeden misstrauisch.

Dar setzte sich neben Kerry, legte ihre Ellbogen auf die Stuhllehnen und hielt sich die Finger vor ihr Gesicht. Sie konnte sämtliche Augen im Raum auf sich spüren, und kämpfte darum einen ruhigen, entspannten Eindruck zu machen.

Ich glaube, diesmal habe ich Mist gebaut. Gestand sie sich selber ein. Als ich anfing ihr Spiel zu spielen, hätte ich es auch bis zu Ende spielen sollen. Verdammt... ich glaub, ich brauch mehr als einen blöden Urlaub... Ich muss meinen Kopf wieder klar kriegen und mich daran erinnern was zum Teufel noch mal meine Arbeit ist.

Eine bekannte Wut überkam sie. Hör auf damit deine Zeit in einem blöden Park zu verplempern, und Spielchen zu spielen.

Die Tür öffnete sich wieder, und Michelle kam mit einem nachdenklichen Blick in den Raum zurück. Sie sah für einen Moment auf die zwei Angebote in ihrer Hand, den holte sie Luft und warf eins zu Jerry. "Danke für ihre Zeit." Das andere warf sie zu Dar. "Wir werden in Kontakt bleiben."

Dann ging sie einfach und nahm ihre Wachhunde mit.

Mickey Mouse, dessen Finger die Zeit anzeigten, lächelte sie von der Uhr an der Wand an, deren stetiges Ticken für einen scheinbar unendlich langen Moment, in dem vor Schock stillen Raum, wiederhallte. Dann fing sich Dar wieder, stand auf, nahm den Vertrag und reichte ihn John. "Hier." Sie ließ ihre Hand auf Kerry's Schulter fallen. "Auf geht's... wir müssen das Flugzeug kriegen."

Kerry stand auf und folgte ihr schnell aus dem Raum, quer durch den Flur in den wartenden Fahrstuhl, dessen Türen sich hinter ihnen schlossen und ihnen die Sicht auf den gläsernen Konferenzraum nahm.

Dar lehnte sich mit verschränkten Armen gegen die Wand zurück und schenkte Kerry ein fröhliches, triumphales Grinsen. Schweigend stieß die blonde Frau eine Faust in die Luft und formte mit ihren Lippen ein. "Ja!" Dar streckte als Antwort ihre Zungenspitze heraus, und wischte dann ihre Fröhlichkeit vom Gesicht, als sich im Erdgeschoss die Türen öffneten.

Sie entspannten sich erst, als sie in dem Leihwagen saßen, den Parkplatz verlassen hatten, und auf dem Weg zum Flughafen waren. "Das... war beeindruckend." Platzte Kerry heraus. "Dar, ich dachte nach diesen bösen Kommentaren, dass sie mit Sicherheit... Ich habe nicht gedacht, dass sie uns den Auftrag geben würde."

Die Geschäftsführerin schüttelte langsam ihren Kopf. "Ich auch nicht, um ehrlich zu sein... dachte ich, das ich es diesmal vermasselt hab." Sie zog ihr Handy heraus und wählte aus dem Gedächtnis eine Nummer. "Beatrice? Ist er da?"

"Hast du das?" Kerry sah sie verwirrt an. "Oh Mann... ich dachte du handhabst das großartig..." Wandte sie ein. "Du warst bei Weitem die gelassenste und best vorbereiteteste Person in dem Raum... du hast noch nicht mal reagiert, als sie den Vertrag zu dir geworfen hat... Es sah so aus, als ob du nichts anderes erwartet hast."

"Hah..." Schnaufte Dar und legte eine Hand auf das Mikrofon ihres Handy's. "Alles nur Schauspielerei." Grinste sie überaus erleichtert, dann holte sie Luft. "Les?" Eine Pause. "Wir haben den Auftrag."

Sie hielt kichernd das Telefon von ihrem Ohr, als verschiedene schreiende und kreischende Geräusche aus dem Lautsprecher kamen, und wartete das der Lärm sich legte. "Klar... vor ungefähr fünfzehn Minuten... nein, ich bin auf dem Weg zum Flughafen... John hat die Einzelheiten."

"Dar, sie sind eine Göttin." Knisterte Les' Stimme durch die Leitung. "Dafür schicke ich ihnen etwas, und diesmal zum Teufel, nehmen sie es besser an, oder ich komme runter, um das persönlich sicherzustellen, haben sie mich verstanden?"

"Das war nicht allein mein Verdienst, Les..." Wandte Dar ein. "Das Website-Team, Mark, die Verbindungsleute... und im besonderen meine Assistentin Kerry, die die Präsentation gemacht hat, hatten alle einen großen Anteil daran." Sie fing aus dem Augenwinkel ein Erröten, und zupfte der blonden Frau verspielt am Ohr.

"Das ist ihre Angelegenheit... ich kümmere mich nur um sie." Erwiderte die fröhliche Stimme. "Ich muss Schluss machen... John ist auf der anderen Leitung, wahrscheinlich braucht er jemanden, der seine Hosen trocknet. Tschüss Dar... Gott segne sie."

Die dunkelhaarige Frau klappte ihr Handy zusammen, steckte es in die Halterung an ihrem Gürtel und atmete dann aus. Sie hatte Glück gehabt. Tolle Zeit... Michelle hatte ihre Entscheidung nach geschäftlichen Kriterien getroffen, obwohl Dar vermutete, das es eng gewesen war. Außerdem glaubte sie, dass sie nicht zum letzten Mal etwas von Ms. Graver gehört hatte. Doch im Augenblick war es vorbei und sie waren auf den Weg nach Hause. "Ich hoffe, er schickt mir nicht wieder Kaviar." Scherzte sie ironisch.

"Es war nett von dir, das du gesagt hast, wer alles daran beteiligt war." Bemerkte Kerry lächelnd. "Ich bin froh, dass alles so gut gelaufen ist."

Dar grinste. "Ich auch." Gab sie zu, während sie an einem besonderen Wasserturm vorbeifuhren. "Dort ist MGM..."

"Ooh..." Kerry schielte auf den Turm. "Nächstes Mal... möchte ich in den Tower of Terror."

Die dunkelhaarige Frau sah auf ihre Uhr, dann blickte sie zum Park, dann zu Kerry, die ihre Nase gegen die Seitenscheibe gedrückt hatte, und überlegte. "Nun ja..." Sie zog auf die linke Spur hinüber und wartete darauf das der Verkehr sich verlangsamte. "Es gibt auch noch spätere Flüge."

Kerry blickte erschrocken über ihre Schulter. "Dar... du musst nicht..." Sie sah das Funkeln in diesen blauen Augen und hielt inne. "Versprichst du mir etwas?"

Dar blinzelt während sie auf den Parkplatz fuhr. "Ähm... okay, klar."

"Versprichst du mir, dass wir wieder hier herkommen, wenn wir etwas mehr Zeit haben?" Brachte Kerry schließlich heraus.

Eine Pause. "In Ordnung." Blaue Augen trafen auf ihre. "Ich verspreche es... nun komm schon... schnapp deine Shorts... lass uns umziehen, und noch ein bisschen Spaß haben."

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Es war dunkel, und die Lichter der Startbahn waren die einzige Beleuchtung als sie schließlich zu ihrem kurzen Flug nach Miami abhoben. Kerry kuschelte sich in ihren Ledersitz und unterdrückte ein Gähnen als sie vorsichtig ihr Shirt von ihrem Genick zog. "Jesus... sogar mit Sunblocker, bekomme ich noch Sonnenbrand." Die blonde Frau streckte entspannt ihren Körper aus. "Puh."

"Ach." Dar hatte sich zurückgelehnt, und ihre Hände über ihrem Bauch gefaltet. "Hab ich es geschafft, dich müde zubekommen?" Ihre blauen Augen funkelten schelmisch. "Vielleicht solltest du dich nicht so unter Druck setzen."

Kerry sah zu ihr. "Ich bin schlimm, oder?" Fragte sie und unterdrückte ein Grinsen. "Ja, das hast du tatsächlich... Ich bin fertig, und gerade fällt mir ein, dass ich morgen zu diesem globalen Hilfstag muss."

Dar schloss ihre Augen. "Ich werde dir etwas Karottensaft mitbringen."

Ein kurzes Schweigen, dann schielte Kerry sie an. "Bist du auch da?" Fragte sie neugierig. "Ich wusste nicht..."

Die größere Frau zuckte gleichgültig mit ihren Schultern. "Es wechselt... einer der älteren Geschäftsführer ist jedes Jahr dabei... diesmal hat es mich erwischt." Ein blaues Auge öffnete sich. "Ist das okay?"

"Nun... sicher... natürlich..." Stotterte Kerry. "Um die Wahrheit zu sagen... es ist großartig... eine Menge Leute von der Associated werden auch da sein... ich könnte..." Sie hielt verlegen inne.

"Ihnen sagen, dass ich nicht so schlecht bin wie sie denken?" Erkundigte sich Dar ironisch grinsend.

Die blonde Frau errötete leicht und senkte ihren Kopf. "Etwas in dieser Art, ja."

"Ach... Kerry... ich befürchte, dass es zu spät ist, meinen Ruf zu retten..." Dar verschränkte ihre Arme über ihrer Brust. "Aber ich würdige den Gedanken."

"Gern geschehen." Murmelte Kerry, der schlagartig bewusst wurde, wie sehr sie es liebte, wenn ihr Name über Dar's Lippen kam. Die ältere Frau rollte die R's auf eine Art, die sie an das Schnurren eines Kätzchens erinnerte, und bemerkte, dass sie es öfters hören wollte.

Die Vorstellung, das Dar morgen auch dabei sein würde gefiel ihr. Trotzt ihren Worten, freute sie sich darauf, ihren ehemaligen Mitarbeitern zu beweisen, dass die Person, die sie als El Chupacabra bezeichneten, bei weitem nicht so schrecklich war wie sie dachten. Susan, ihre frühere Chefprogrammiererin ganz besonders, da sie Kerry mehr als einmal angerufen hatte, um sicherzustellen, dass sie noch lebte, und die Gerüchte über ihre neue Chefin, an sie weitergab.

"Sei vorsichtig, Ker..." Hatte Susan sie gewarnt. "Ich habe gehört, dass sie jemanden gefeuert hat, weil sie nicht mochte, was er an dem Tag anhatte."

Hmm. "Hey Dar?"

"Was?" Die dunkelhaarige Frau blickte zu ihr, und nippte an einem Glas Schokoladenmilch, das sie sich bei der Stewardess besorgt hatte.

"Hast du jemals jemanden gefeuert, weil du nicht mochtest was er anhatte?" Erkundigte sich Kerry neugierig.

Dar dachte über die Frage nach. "Einmal, ja." Gab sie zu und sah wie Kerry's Augen größer wurden. "Ein Mann Namens Lawrence Matthews... Er war der leitende Kundenbetreuer bei Florida Power & Light."

"W... was hat er denn so furchtbares getragen?" Stotterte die blonde Frau. "Dar, ich kann nicht glauben, dass du sowas tun würdest!"

Die blauen Augen wichen fast unmerklich zurück. "Er trug nichts, Kerry... er wurde wütend, zog sich auf dem Gelände des Kunden aus, ging in das Büro des Generaldirektors und zeigte ihm seine privatesten Teile."

Kerry fiel der Kiefer runter. "Oh... nun, Jesus, Dar... das zählt nicht... natürlich musstest du ihn feuern!" Schnaufte sie. "Ich hätte es auch getan!"

Dar nickte bedächtig. "In Ordnung... nun, um es ein für allemal aus der Welt zu schaffen. Nein, ich habe nie mit Les geschlafen, ich habe niemals jemanden gefeuert, weil er sich nicht die Zähne geputzt hatte, ich bitte meine Sekretärin nicht, mir einen Begleitservice zu engagieren, und ich betrinke mich nicht jede Nacht."

Blonde Augenbrauen zogen sich zusammen. "Das weiss ich alles." Stellte Kerry fest.

"Klar... aber ich habe einen VP der Gesellschaft geschlagen, ich habe ganze Gesellschaften aufgelöst, um an die Zahlen zu kommen, und ich habe mit Leuten geschlafen, um einen Vertrag zu bekommen." Sagte Dar gelassen. Es wird Zeit, dass dein Bild über mich etwas korrigiert wird, Kindchen. "Und ich weiss, dass ich ein Miststück bin, Kerry."

Ozeangrüne Augen betrachteten ihr Gesicht für eine lange Zeit, und die dröhnenden Motoren waren das einzige Geräusch um sie herum. "Es tut mir leid... ich weiss das du schlimme Dinge getan hast... und ich weiss, was ich von dir hielt, als wir uns das erste Mal begegnet sind... aber wenn ich dich jetzt ansehe, kann ich nicht so über dich denken."

Dar atmete leise aus. "Das könnte sehr gefährlich für dich sein, meine Freundin."

Kerry lächelte und plötzlich funkelten ihre Augen kämpferisch. "Es könnte für dich auch gefährlich sein." Warnte sie und hob ihr Kinn. "Weißt du, mit mir herumzuhängen, könnte für deinen Ruf tödlich sein." Sie lehnte sich gegen die Armstütze zwischen ihren Sitzen, und zog herausfordernd ihre Augenbrauen in die Höhe.

Dar lehnte sich gegen ihre Seite der Armstütze, bis ihre Nasen nur Zentimeter voneinander entfernt waren. Grüne und blaue Augen starrten sich gegenseitig an, und sie waren sich so nah, dass Kerry Dar's Atem auf ihren Gesichtshärchen spüren konnte, und sie sah, wie die winzigen Muskeln in ihrem Gesicht zuckten, als sie ein Lächeln unterdrückte. "Ist das so?" Fragte die dunkelhaarige Frau leise.

"Oh ja." Erwiderte Kerry, und genoss die Kraft, von dem, was sich zwischen ihnen abspielte. "Ich bin dabei, dich... nett zumachen." Grollte sie und verengte drohend ihre Augen.

Das Grinsen kämpfte sich an die Oberfläche, und leicht ihren Kopf schüttelnd, lachte Dar. Dann beugte sie sich ein wenig weiter nach vorne und berührte mit ihrer Stirn Kerry's, so dass die kleinere Frau beinahe schielen musste, um sie im Blickfeld zu behalten. "Unrealistische Erwartungen, Kerry."

Es war sooo schwer nicht einfach... Oh Jesus. Kerry senkte schließlich ihren Blick und zog sich zurück, bevor sie sich selbst in Verlegenheit brachte. Sie errötete, und sie wusste es. Sie nahm sich einen Augenblick, um sich zu fassen, und sah dann zu der ruhig wartenden Dar zurück. "Nicht in meinen Augen." Sagte sie mir ernster Stimme.

Nun senkte Dar ihren Blick und eine Strähne des dunklen Haares fiel über ihr Gesicht. Kerry musste sich zusammennehmen sie nicht zurückzuschieben, sie wollte so sehr die sanfte Struktur ihrer Haut fühlen.

Ein bedächtiges Ausatmen. "Nun." Dar hob ihren Kopf und grinste die blonde Frau verspielt an. "Ich denke, dass wir abwarten müssen, ob du es schaffst." Sie blinzelte, ließ sich dann wieder gegen ihren Sitz fallen, starrte aus dem Fenster und betrachtete das dunkle Land unter den Tragflächen des Flugzeugs.

Oh Gott... Ich bin in Schwierigkeiten. Kerry spürte, wie ihr Körper versuchte mit der Lawine von Emotionen, die durch sie liefen, fertigzuwerden. In Ordnung, beruhige dich... hol tief Luft, Kerry... sie ist deine Chefin und spielt nur mit dir, okay? Sie meint nichts von dem ernst... es bedeutet für sie nur ein wenig Spaß... sie liebt es zu Flirten, das ist alles.

Oder nicht?

 

~~~ ENDE - Kapitel 7 ~~~

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Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 8 lesen.

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