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Tropical Storm - Kapitel 10 |
Tropical Storm Kapitel 10
Kerry parkte ihren Wagen auf dem Parkplatz, schloss die Türen nachdem sie ausgestiegen war und zog ihre Jacke an, wobei sie sie mit einer automatischen Handbewegung glattstrich. Es war ein bescheidenes, einstöckiges Gebäude direkt hinter dem Miami Airport, das sich auf einem schmalen Stück Land befand. An der Außenseite befand sich ein auffälliges Firmenlogo und Kerry warf einen Blick darauf als sie zur Tür ging und sie aufdrückte nachdem die Sicherheitswache im Inneren die Tür entriegelt hatte. "Guten Morgen." Begrüßte sie den Mann lächelnd. "Ich suche nach..." Eine Frau kam um die Ecke neben dem Schreibtisch. "Ms. Stuart?" Kerry drehte sich herum. "Ja... Guten Tag." Eine Hand streckte sich ihr entgegen. "Lisa Andrews... vom Kundendienst-Team. Danke, dass sie herübergekommen sind... es ist immer nett, wenn Leute von der Hauptverwaltung herauskommen und sich ansehen was wir machen." Die Frau hatte ungefähr Kerry's Größe, mit aschblondem Haar und einem ehrlichen, freundlichen Lächeln. Ihre hellgrauen Augen betrachteten Kerry kurz, dann zeigte sie den Flur entlang. "Ich werde sie herumführen... wir haben noch ungefähr zwanzig Minuten, bevor wir anfangen." Höflich folgte Kerry ihr den Flur entlang, bis er sich sich teilte und die Frau nach links abbog. Das Gebäude war ein sehr langer Korridor auf dem sich an jeder Seite Räume befanden. "Dort unten befindet sich der Mail-Raum." Erklärte Lisa. "Und der Geräteraum für die Vertragskunden... wir haben dort einige Server für sie in Betrieb." "Ihr Webserver und zwei Anwendungsserver." Bestätigte Kerry nickend, da sie sich vor verlassen des Büros über den Kundendienst informiert hatte. Die andere Frau blieb stehen und blinzelte sie überrascht an. "Richtig." Stimmte sie zu. "Der Installations-Service befindet sich auf dieser Flucht und wir haben einen Direktionsbereich wo die Kundendienstleiter ihre Büros und einen Konferenzraum haben." Sie ging den Korridor hinunter. "Auf dieser Seite da hinten haben wir den Schulungsbereich und am Ende befindet sich das Netzwerkzentrum." "Könnten wir dorthin gehen?" Fragte Kerry. "Ich würde gerne sehen, wie das abläuft." Sie folgte der Frau den Flur hinunter und blieb stehen als diese ihre Karte einscannte und die Tür öffnete. Dies gab ihnen Zutritt zu einem großen, mehr oder weniger quadratischen Raum, der den ganzen hinteren Teil des Gebäudes ausfüllte. Entlang dem Flur befanden sich eine Reihe von Kabinen, die Kerry an ihr altes Büro bei der Associated erinnerten. In jeder Kabine befand sich ein PC und in den meisten saßen Techniker, die eifrig damit beschäftigt waren mit den Kunden zu sprechen. Es sah alles sehr professional und geschäftsmäßig aus. "Im Anflug!" Erklang plötzlich eine Stimme von einer der Kabinen mit einer höheren Wand direkt rechts von Kerry. Ein Geschoss flog über die Wand, und sie schaffte es mit einem erschrockenen Gesichtsausdruck, es nur knapp aus der Luft zu schnappen. Lisa's Augen traten hervor als Kerry den Gegenstand untersuchte. Es war ein weicher Schaumstoff-Pfeil. Sie blinzelte ihn an und sah dann auf, als ein Kopf über der 1,80 Meter hohen Wand erschien und auf sie herunterspähte. "Hi." "Oh... Christus... Entschuldigung." Bemerkte der Mann mit aufgerissenen Augen. "Es ist losgegangen." Er beugte sich über die Wand und streckte eine Hand aus. "Sind sie getroffen worden?" Kerry klopfte mit dem Pfeil auf ihre Schulter, dann ging sie um das Ende der Kabinen-Sektion und spähte zum Zentrum. Es befand sich zwischen den Kabinen ein Gang mit Eingängen auf beiden Seiten. Diese waren größer als die anderen Kabinen und hatten höhere Wände, sowie Boxen im Überkopfbereich. Kerry kam zu dem Schluss, das es die der leitenden Techniker waren, während sie die Reihe entlangschritt und in eine Kabine blickte, in der ein großer Mann immer noch auf seinem Schreibtisch stand. Er sprang hinunter als sie erschien und steckte seine Hände in seine Hosentaschen. "Wo ist das hergekommen?" Fragte Kerry und blickte sich um. Der obere Bereich der Schränke war voller Spielsachen und kleinen Figürchen. Die neben ihr stehende Lisa hatte einen verdrießlichen Gesichtsausdruck. Der Mann räusperte sich, und zog hinter einer Reihe Bücher ein großes, buntes Spielzeuggewehr hervor und reichte es ihr. "Mm." Kerry nahm den Gegenstand entgegen und untersuchte ihn, zog den Mechanismus zurück und legte den Pfeil ein. Dann hob sie das Gewehr und betätigte den Abzug. Das Geschoss flog davon und knallte in die Tür am Ende des Ganges. Köpfe streckten sich aus den Kabinen und blickten zu ihr. Der Insasse der letzten Kabine griff hinaus, zog den Pfeil von der Tür und blickte die Reihe hinunter. "Was zum Teufel ist hier los?" Fragte die dunkelhaarige Frau, während sie ihren Kopfhörer abnahm und ihn um ihren Nacken legte. "David, schießt du wieder auf Leute?" "Das war ich nicht." Entgegnete der Mann strahlend lächelnd. Er zeigte auf Kerry. "Sie war es." Kerry schlenderte an der Reihe entlang bis sie die letzte Kabine erreichte und zog den Pfeil aus den Fingern der Frau. "Macht ihr anderen das auch?" Erkundigte sie sich und hielt das Gewehr hoch. Die Frau zog ihre Augenbrauen nach oben. "Stressabbau." Erklärte sie. "Wenn man mit Kunden umgehen muss die den Ein/Aus-Schalter nicht finden können." Sie beugte sich nach vorne. "Du sollst damit nicht auf Besucher schießen." Tadelte sie den großen Mann mit einem charmanten Lächeln. "Sind die Kunden tatsächlich so?" Fragte Kerry, die sich Lisa's Nervosität sehr bewusst war. "Das hört sich nicht nach dem richtigen Respekt für sie an." Die Frau dachte nach. "Möchten sie bei einem Gespräch zuhören?" Forderte sie Kerry heraus. "Klar." Entgegnete Kerry lächelnd während sie das Gewehr ablegte und einen Stuhl von der danebenliegenden Kabine hervorzog. Sie setzte den ihr gereichten Ersatzkopfhörer auf, und rückte ein bisschen näher heran als die Technikerin ihren Platz wieder einnahm. "Sprechen sie nicht, außer sie wollen, dass der Kunde sie hören soll." Wurde sie unterwiesen. "Das Mikrofon ist eingeschaltet." Kerry nickte und blickte sich um. Die Kabine war mit technischen Handbüchern und einigen persönlichen Sachen gefüllt, einschließlich verschiedener kleiner Stofftiere, die auf dem Monitor saßen. Verschiedene Listen mit Telefonnummern hingen neben einer Anzahl von beglaubigten Zeugnissen und Schaltdiagrammen an der Wand. Die Technikerin rief einen Bildschirm auf und drückte eine Taste auf dem Telefon. "Auf geht's." Ein leiser Ding-Ton erklang, dann kam eine Stimme über die Leitung. Die Technikerin antwortete ruhig, und gab bekannt um welche Servicegruppe es sich handelte. "Wie kann ich ihnen helfen?" "Hallo?" Antwortete eine zögerliche Stimme. " Ähm... bin ich dort bei den Computerleuten?" "Ja, Ma'am... das sind sie. Was gibt es für ein Problem?" Sagte die Technikerin mit ruhiger, besänftigender Stimme. "Mein Gerät funktioniert nicht." Entgegnete die Frau ein wenig zuversichtlicher. "Okay... sehen sie irgendetwas auf dem Bildschirm?" Fragte die Technikerin. "Nein." "Okay... leuchten irgendwelche Lichter an der Vorderseite des Bildschirms?" "Nein." "Okay... der Bildschirm ist mit dem Computer verbunden... leuchten dort irgendwelche Lichter?" Erkundigte sich die Technikerin während sie die Kundendatei aufrief und die dort bestehende Ausrüstung kontrollierte. "Ich habe keinen Computer... ich habe nur einen Bildschirm." Wandte die Frau ein. Kerry bedeckte das Mikrofon. "Sie muss einen haben, oder?" Die Technikerin nickte. "Okay... auf der Rückseite ihres Bildschirms gibt es zwei Kabel... eines geht zu der Wand und das andere zu etwas anderem." "Okay." Erklang die zweifelnde Stimme der Frau. "Okay... ja, ich sehe es." "Wo führt das andere hin?" "Zum Fußwärmer." Nun klang die Frau wieder zuversichtlicher. "Aber es ist heute heiß, und ich habe ihn abgestellt." "Okay... können sie ihn für eine Minute anschalten?" Erwiderte die Technikerin. "Aber ich habe keine kalten Füße." Entgegnete die Kundin. "Ich weiß... aber ich möchte etwas ausprobieren... könnten sie ihn nur für eine Minute einschalten?" "Okay." Seufzte sie. "Oh... der Bildschirm hat sich gerade eingeschaltet. Sieh mal einer an." Kerry hielt sich die Augen zu und formte mit ihren Lippen. "Ich kann es nicht glauben." Die dunkelhaarige Frau kicherte geräuschlos und zuckte mit ihren Schultern. "Okay... was sehen sie auf dem Bildschirm?" Fragte die Technikerin während sie rasendschnell tippte und Daten zum Bildschirm sandte. "Einige Buchstaben." "In Ordnung, sagen sie mir, wenn der Bildschirm grün wird." "Okay." Eine kurze Zeit war es still. "Okay, er ist jetzt grün." "Könnten sie sich für mich einloggen?" Bemerkte die Technikerin, während sie einige Notizen in den Störungsbericht eingab. "Was ist das?" Erkundigte sich die Kundin. "Ich hatte nie einen solchen Bildschirm... mein Chef hat immer den blauen Bildschirm für mich aufgerufen." "Okay... tun sie mir den Gefallen und tippen sie das Wort res für mich ein." "Okay." "Jetzt tippen sie es nochmals ein... aber sie werden es nicht auf dem Bildschirm sehen." Unterwies sie die Technikerin geduldig. "Okay... ich... oh! Da ist mein blauer Bildschirm!" Meldete sich die Frau erfreut. "Sie sind ein Genie!" "Es freut mich, dass es funktioniert hat... okay, nun hören sie mir zu... sie müssen den Fußwärmer eingeschaltet lassen, in Ordnung?" Erklärte ihr die Technikerin und schloss den Fehlerbericht. "Oh... nun ja, okay... ich vermute, dass ich meine Schuhe ausziehen kann, wenn meine Füße wieder zu warm werden." Folgerte die Frau. "Danke sehr." "Gern geschehen, Ma'am... ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag." Die Technikerin beendete die Verbindung, dann drehte sie ihren Kopf und sah mit hochgezogener Augenbraue zu Kerry. Die ihr einfach nur auf die Schulter klopfte und aufstand. "Wo hatten sie dieses Pfeilgewehr nochmals her?" "Von Toys R'Us." Meldete sich der große Mann hilfreich. "Für den richtigen Spaß haben sie dort auch tolle Wasserpistolen." "Mm..." Kerry wandte sich wieder an die Technikerin. "Gefällt das allen?" Die Technikerin kicherte. "Nein... es sind nur einige, so wie bei anderen Sachen auch. Aber wir haben einen angemessenen Spaß daran." Sie drehte sich herum als das Telefon läutete und setzte wieder ihren Kopfhörer auf. "Ja?" Eine Pause. "Können sie ihnen einem Impuls aufschalten." Eine weitere Pause. "Scheiße... okay, wie lautet die Adresse?" Kerry wandte sich ab, doch nahm vorher noch den Namen auf dem Schildchen neben der Kabine zur Kenntnis. "Okay... nun ja... das war recht informativ." Erzählte sie Lisa. "Sollen wir?" Als sie den geschäftigen Raum verließen herrschte kurz ein unbehagliches Schweigen zwischen ihnen. "Das ganze tut mir leid... ich hätte..." Kerry hob eine Hand hoch. "Machen sie sich darüber keine Sorgen... es ist besser, so den Stress abzubauen, als das sie aufeinander losgehen... oder auf die Kunden." Sie hielt inne. "Gibt es in der Nähe einen Toys R'Us?" Sie machte ihren Rundgang durch sämtliche Büros in der Stadt, und hörte den Vorstellungen und Bedenken der Arbeitnehmer zu, die sich nicht von denen unterschieden mit denen sie geläufig war. Arbeitsstress, Schulung, Beförderung, Lohnerhöhung... sie waren in einem Paradoxon gefangen. Stell den Technikern die Schulung zur Verfügung die sie verlangen und nimm die Möglichkeit in Kauf, dass sie gehen und woanders für mehr Gehalt arbeiten. Wenn du es nicht zur Verfügung stellst dann riskierst du ein geringeres Fachwissen und machst damit einen Vertragsabschluss weniger attraktiv. Kerry seufzte. Es gab für diese Fragen keine wirklich gute Lösung. Das einzige was du tun konntest, war, die Schulung mit den Bedürfnissen abzuwägen und genug andere Vorzüge bereitzustellen, damit die Leute blieben, weil ihnen die Bedingungen gefielen. Ihr Sozialleistungspaket war gut, aber... Sie stellte die Überlegungen für einen Moment in den Hintergrund und sah auf ihre Uhr als sie aus dem Gebäude in das warme Sonnenlicht trat. Es fühlte sich nach der kühlen klimatisierten Luft gut an, und sie rieb über ihre Arme als sie sich zu Lisa Andrews umdrehte die zu ihr aufgeschlossen war. "Nun gut, danke für die Einladung... das war sehr interessant." Erzählte sie der Kundendienstleiterin. "Ich schätze es wirklich alles gesehen zu haben." "Sie sind jederzeit willkommen." Erwiderte Lisa und verschränkte ihre Arme. "Sind sie an einem Mittagessen interessiert?" Kerry sah sich um. "Nun ja... ich muss tatsächlich ins Büro zurück... ich bin ein bisschen spät für eine Konferenz dran. Gibt es hier in der Nähe etwas, wo ich einfach etwas mitnehmen kann?"
"Ich habe es ihnen schon gesagt, Jose... sie können diese Schaltkreise nicht beschneiden." Stellte Dar entschieden fest und beugte sich nach vorne, während sie ihn mit ihren klaren Augen fixierte. "Ich werde dem nicht zustimmen." Der untersetzte Verkaufsdirektor stand auf und wedelte mit seinen Händen herum. "Dann sagen sie mir, wie ich gottverdammt noch mal, in diesem Jahr einen Verkaufszuwachs von zwanzig Prozent zustande bringen soll." "Das ist nicht meine Aufgabe." "Es ist ihre verdammte Aufgabe, da sie mich meine nicht tun lassen." Beschwerte sich Jose. "Er hat recht, Dar... sie beeinträchtigen unsere Verkaufsbemühungen." Warf Eleanor aalglatt ein. "Wie sollen wir wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir unsere Leistungsfähigkeit nicht darstellen können?" "Sie meinen, wie man Verträge abschließen kann ohne zu lügen?" Erwiderte die dunkelhaarige Frau bissig. "Sie sind nicht Leistungsfähig... sie wissen ganz genau was die Wachstumskurve für die Infrastruktur bedeutet... sie wollen den Kunden einen Service versprechen, den wir nicht erfüllen können." Ihnen direkt ins Gesicht sehend stand sie auf, stützte sich mit ihren Fingerspitzen auf dem Tisch ab und beugte sich nach vorne. "Darauf werde ich mich nicht einlassen." "Dann machen sie der Infrastruktur besser Dampf unterm Hintern, weil denen ansonsten der ganze Mist auf die Füße fällt... sie können unsere Bedürfnisse nicht erfüllen." Sagte Jose triumphierend aus. "Jose, sie wissen ganz genau... dass sie sich nicht rühren werden." Grollte Dar. "Sie müssen kreativer werden und damit aufhören sich auf ihre alten Gewohnheiten zu verlassen, um neue Verträge abzuschließen." "Dar, das ist nicht fair." Unterbrach sie Eleanor, und hielt einen peinlich genau manikürten Finger hoch. "Sie haben es versäumt uns die nötigen Mittel, für eine adäquate Darstellung dieser Gesellschaft, bereitzustellen." "Nein." Entgegnete sie und attackierte sie nun heftig. "Sie könnten nicht mal den Ausgang aus einer Papiertüte finden." Bemerkte Dar. "Und sie ändern das besser, weil ich kein einziges Angebot billigen werde, dass unsere Fähigkeiten übersteigt." Erklärte sie und schmiss ihre Papiere auf den Tisch. "Wenn wir mit diesem Mist jetzt fertig sind, dann habe ich noch produktivere Arbeit zu erledigen." Sie sammelte ihren Block und ihre Schreibgeräte zusammen und stieß ihren Stuhl zurück, stolzierte aus dem Raum und knallte die Tür hinter sich zu. Sie blieb stehen und als sie hörte wie sich laute Stimmen hinter ihr erhoben ging sie grinsend an den auffallenden Büros der Verkaufsabteilung vorbei in ihren eigenen Bereich. Es war Mittagszeit, doch sie wusste, dass sie vor dem Konferenzgespräch um 13:00 Uhr wirklich keine Zeit hatte um nach unten zu gehen. Seufzend drückte sie die Tür zu ihrem Vorzimmer auf und lächelte zu Maria. "Gibt es irgendwelche Katastrophen von denen ich wissen sollte?" Maria blickte auf. "Mm... nicht seit sie gegangen sind, Dar... sie haben drei Mitteilungen, ich habe sie auf ihren Schreibtisch gelegt, und ich sollte sie an die Cocktailparty heute Abend im Rathaus erinnern." Dar atmete hörbar aus. Verdammt. Das hatte sie total vergessen. "In Ordnung... danke." Sie betrat ihr Büro und als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte ging sie quer durch den Raum und setzte sich hinter ihren Schreibtisch. Einen Augenblick später klopfte es an ihrer Innentür. "Komm rein." Als sich die Holztür öffnete, spürte sie, wie sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht breitmachte und Kerry steckte ihren blonden Kopf herein. "Hey." Gott, tat es gut sie zu sehen. Kerry hatte einen dunkelblauen Rock und eine hellblaue Bluse an und sah leicht zerzaust, und in Dar's Augen sehr sexy aus. Der Ärger mit Jose verrauchte. Ein weißes Blitzen erstrahlte als Kerry das Lächeln erwiderte, dann kam die blonde Frau herein und hielt eine Tüte hoch. "Hattest du die Möglichkeit etwas zu essen? Ich hab dir etwas mitgebracht." "Nein, und danke." Entgegnete Dar und lehnte sich in ihren Stuhl zurück. "Ich bin gerade erst von einer äußerst unerfreulichen Sitzung zurück." Kerry setzte sich auf die Kante ihres Schreibtisches, öffnete die Tüte und nachdem sie eine Serviette ausgebreitet hatte stellte sie einen Behälter mit chinesischem Essen darauf. "Sie haben hier in der Gegend nur eine begrenzte Auswahl und ich konnte mir nicht vorstellen, dass du Taco Bells haben wolltest." Dar linste in den Behälter und grinste. "Gute Wahl." Lobte sie, als sie anerkennend an dem süßsauren und scharfen Hähnchen schnupperte. "Dafür war ich heute auch in Stimmung..." Kerry kicherte und reichte ihr die Essstäbchen. "Oh... und ähm..." Sie öffnete ihre Hand und ließ ein paar in Silberpapier eingewickelte Hershey's Kisses auf den Schreibtisch kullern. "Nachtisch." "Heh." Dar ließ das Hähnchen augenblicklich links liegen und stürzte sich auf die Schokolade. "Hör zu... sei auf der Sitzung mit Eleanor heute nachmittag vorsichtig... ich habe sie gerade recht heftig angegriffen." Bemerkte sie, während sie selig an einem Schokokuss mampfte. "Obendrein muss ich auf der Cocktailparty heute abend noch nett zu ihr sein." Kerry schnitt eine Grimasse. "Danke, dass du mich gewarnt hast... heute abend ist mein Skatingabend mit Colleen... ich wette, dass ich nach dieser Sitzung dort einiges von meiner Frustration herauslassen kann." Sie hielt inne und es schien so, als ob sie noch etwas sagen wollte, doch sie blieb still. "Gilt die Verabredung für morgen Abend noch?" Erkundigte sich Dar und betrachtete ihr Gesicht. "Wenn du willst... können wir danach zu mir gehen... und vielleicht im Pool schwimmen?" Ozeangrüne Augen blickten sie warmherzig an. "Das gefällt mir." Dar wickelte schweigend einen Schokokuss aus, und reichte ihn ihr mit funkelnden Augen. Das öffnen der Tür überraschte sie beide und sie zuckten leicht zusammen. Maria kam herein, blickte zu ihnen und lächelte dann. "Ach... Kerrisita... ich habe Post für sie." Sie eilte nach vorne und reichte Kerry mehrere Dokumente mit Anhang. "Dar, ich habe ihre Tickets, aber Dios Mio... sind die teuer." Erklärte sie und reichte der Direktorin den Flugschein. "Und denken sie daran, dass sie morgen ihre Nachuntersuchung bei ihrem Arzt haben." Nickend nahm Dar die Unterlagen und kontrollierte sie. "Großartig... danke Maria." Sie dachte kurz nach. "Es wird morgen wahrscheinlich nicht lange dauern... ich bin seine erste Patientin. Er will nur noch einmal den Bluttest den er das letzte Mal gemacht hatte wiederholen." Sie sah auf ihre Uhr. "Lasst mich das fertig essen und dann muss ich los." "Ich auch." Sagte Kerry nickend. "Wünsch mir Glück." Die dunkelhaarige Frau verrollte ihre Augen. "Viel Glück... und denk daran, das sie wahrscheinlich miese Laune hat." Dar überlegte kurz. "Insbesondere, da sie vermutlich ihr Mittagessen versäumte." Bemerkte sie schadenfroh grinsend und biss ein Stück Hühnchen in zwei Hälfen. Kerry ächzte. "In Ordnung... auf Wiedersehen." Sie hopste vom Schreibtisch und verließ das Büro, während Maria durch Papiere blätterte und Dar mit ihrem Essen beschäftigt war. Die Tür wurde geschlossen. "Aye... sie ist eine solch nette Person, Dar." Seufzte Maria. "Mm... oh ja... es war nett von ihr mir etwas zum Essen zu bringen... sie ist ein gutes Kind." Erwiderte Dar unwillkürlich. "Si... sie ist nett." Bestätigte Maria. "Und wie sieht's mit ihren Kopfschmerzen aus?" Dar holte Luft, um zu antworten, dann hielt sie inne und blinzelte. "Ich... ich hatte keine mehr, seit ich an jenem Tag nach Hause ging." Murmelte sie leicht verdutzt. Vor drei Monaten waren sie beinahe ein tägliches Ereignis gewesen. "Seltsam." "Das ist gut! Vielleicht hat Mickey Maus geholfen." Entgegnete Maria strahlend. "Vielleicht." Bemerkte Dar leise. Sie nahm einen weiteren Bissen von ihrem Hühnchen und lächelte.
Kerry schnallte ihre Rollerblades an und schaute auf als es an der Tür klopfte. "Komm rein, Col." Rief sie fröhlich und grinste dann, als sich die Tür öffnete und Colleen, um ihr Gleichgewicht zu halten, mit ihren Armen herumwedelnd hereingerollt kam. "Hey... pass auf!" Die Rothaarige plumpste auf die Couch und streckte ihre Füße mit den Rollerblades aus. "Hey, Ker... was gibt's Neues?" Erkundigte sie sich und funkelte ihre Freundin schelmisch an. "War das Dar's Lexus gestern Abend?" War es erst gestern Abend? Jesus. " Ähm... oh ja." Entgegnete Kerry mit dem Wissen das sie errötete. "Das stimmt... sie kam zum Abendessen vorbei." Colleen kicherte triumphierend. "Ich wusste es... wir glauben das ihr zwei soooooo niedlich zusammen ausseht." Kerry hob ihren Kopf so schnell, dass es ihr fast schwindelig wurde. "Was? Wer ist wir?" Die Rothaarige bemerkte, dass sie ihre Ausführung nicht abstritt. "Ray, Susan und ich... wir haben am Samstagabend über euch gesprochen." Erwiderte sie grinsend und empfand über Kerry's schockierten Blick keinerlei Reue. "Okay... okay... sie hat die Inquisition bestanden... sie keine Gorgone." "Komm schon, Colleen... es war nur ein Abendessen." Erklärte Kerry und versuchte zu lächeln. "Du tust so, als ob wir ein Pärchen wären oder so was." Es entstand ein kurzes Schweigen und Kerry blickte auf, um zu sehen wie ihre Freundin sie mit einem wissenden Blick anstarrte. Für einen langen, angespannten Augenblick sahen sie sich nur an, bis die blonde Frau seufzte und ihren Blick auf ihre verschränkten Hände zwischen ihren Knien senkte. Colleen stand auf, rollte hinüber, hockte sich neben sie und legte eine Hand auf ihr Knie. "Kerry... wenn es dich glücklich macht, dann ist es in Ordnung." "Es ist nicht in Ordnung." Sagte Kerry und blickte auf. "Sie ist meine Chefin, Colleen... es ist gegen die Gesellschaftsvorschriften und wir könnten beide eine Menge Ärger bekommen." Entgegnete sie, doch konnte nicht verhindern, dass ein winziges Lächeln ihre Lippen verzog. "Wir versuchen es geheim zu halten... obwohl ich glaube, das wir kläglich gescheitert sind... wenn ihr Burschen nach gerade einem Abendessen zu diesem Schluss gekommen seid." Colleen setzte sich auf den Boden und verschränkte vorsichtig, um die Schienbeine ihrer Freundin nicht mit ihren Rollerblades anzurempeln, ihre Beine. "Hör zu Liebes... lass mich dir etwas verdeutlichen, das man Chemie nennt." Sie legte eine Fingerspitze auf Kerry's Knie. "Verstehst du was ich sagen will?" Kerry atmete aus. "Nicht direkt... es sei denn, dass du dich auf Periodensysteme oder etwas ähnlich bizarres beziehst." "Okay... nun ja, Chemie ist, wenn etwas zwischen zwei Leuten klickt. Du kannst es manchmal im Fernsehen sehen, doch nicht immer geschieht es, weil diese Leute Schauspieler sind die nur Charaktere darstellen, verstehst du?" Die blonde Frau zog ihre Augenbrauen zusammen. "Nicht direkt." Colleen dachte nach. "Okay... hast du jemals einen Film mit Richard Burton und Liz Taylor gesehen?" "Ähm... klar... diesen Film über die Römer... sicher, okay." Bestätigte Kerry nickend. "Ich dachte, dass sie recht gut miteinander harmonierten... ich glaubte, dass sie wirklich ineinander verliebt waren." "Nun ja... das waren sie." Sagte Colleen lächelnd. "Auch im wirklichen Leben... und das zeigte sich auch in dem Film... man konnte es sehen... wenn sie sich anblickten oder wie sie sich verhielten." Sie atmete aus. "Das nennt man Chemie... und wenn Leute über einen Fernseh- oder Kinofilm reden, oder einfach zwei Leute sehen, dann sagen eine Menge von ihnen, dass sich zwischen den beiden eine Chemie abspielt." Sie hielt inne. "Verstehst du?" "Nicht genau." Gab Kerry zu. "Ich meine, ja... ich weiß was du mit den Schauspielern meinst... ich bemerke gewöhnlich, wenn sich Leute auf dem Bildschirm lieben, obwohl sie sich im wirklichen Leben offensichtlich nicht ausstehen können... also klar." Colleen rieb sich ihre Schläfen. "Ich wollte es dir schonend beibringen. Doch ich erkenne, dass es verschwendete Zeit ist." Bemerkte sie leise lachend. "Kerry, wenn du sie anblickst, dann glüht dein ganzes Gesicht." Erklärte sie und blickte zu der erschrockenen Frau. "Und wenn sie dich anblickt, dann ist da eine Elektrizität, die man beinahe fühlen kann." Sie schwieg kurz. "Zwischen euch beiden findet eine gewaltige Chemie statt... und man braucht kein Doktor der Philosophie zu sein um das zu erkennen." Kerry dachte darüber nach. "Oh." Sie verzog ironisch ihr Gesicht. "Ich hatte keine Ahnung das wir... hm." Stellte sie fest. "Ich habe es nicht bemerkt." "Offensichtlich." Entgegnete Colleen und tätschelte ihr Knie. "Und für Leute die dich nicht so genau kennen wie ich, mag es nicht so offenbar sein... doch denk daran Mädchen, wir sind nun schon seit einigen Jahren befreundet." "Mm." Kerry stützte sich mit ihrem Kinn auf ihrer Faust ab. "Ich fühle mich so gut, wenn ich mit ihr zusammen bin... ich vermute das man es sehen kann." Die Rothaarige lachte leise. "Das könnte man so sagen... aber wenn ihr Mädchen es geheimhalten wollt... dann hängt ihr auf der Arbeit besser nicht zuviel zusammen." "Nun ja, das tun wir nicht." Grübelte Kerry. "Ich sah sie heute... nur einmal den ganzen Tag." Sie atmete aus. "Wir waren beide ziemlich beschäftigt... und vielleicht war es an diesem Abend auffälliger, da wir.. ähm... ich meine... wir haben nicht..." Sie hielt inne um ihre Gedanken zu sammeln. "Danach fuhren wir nach Crandon und gingen am Strand spazieren... und... ähm... wir haben... ich denke wir gestanden uns ein, das wir voneinander gefesselt waren." Bemerkte sie und beendete verlegen ihre Ausführung. "Also, es ist nun nicht so... ähm..." "Verrückt?" Half ihr Colleen verständnisvoll. "Ja." Bestätigte Kerry. "Genau... wir beide wissen jetzt was abläuft, und es ist nicht mehr so frustrierend." Ein Grinsen. "Habt ihr Mädchen euch da draußen geküsst? Ich meine am Strand?" Kerry fühlte wie ihr Gesicht rot wurde, doch sie nickte. "Ja." Gestand sie schüchtern ein. "Es war... ich hatte nicht damit gerechnet." Sie hielt inne. "Wir waren da draußen und haben einfach nur geredet... einfach nur über allgemeine Dinge... wie dem Bermuda-Dreieck und dem Abendessen... und irgendwie stand sie einfach auf, hat mich geküsst, und mich gefragt, ob dies meine Frage beantworten würde..." Sie grinste über Colleen's entzückten Gesichtsausdruck. "Es war... äußerst seltsam, jedoch sehr schön." "Du weißt, das dies lächerlich romantisch ist, richtig?" Seufzte Colleen. "Sie scheint eine wirklich tiefgründige Person zu sein." Der blonde Kopf nickte. "Das ist sie... ja... sie hat... so viele Facetten... ich vermute, das es das ist, was sie so interessant macht." Colleen nickte kurz. "Ist sie gestern abend über Nacht geblieben?" Fragte sie feinfühlig. Nun ja, nicht ganz so feinfühlig. Kerry schwieg einen Augenblick. "Ja." Bestätigte sie schließlich leise. Für kurze Zeit herrschte Stille. "Kommst du damit zurecht?" Erkundigte sich die Rothaarige zögernd. "Ich weiß... ich meine, wir haben darüber gesprochen wie du dich fühlst... ach, du weißt was ich meine." Sie wusste es. "Ich hatte keine... ich meine, ich wusste tatsächlich nicht was ich zu erwarten hatte, Col... ich kann dir soviel sagen... dass ich erschrocken war... und vollkommen neben der Kappe, und ein Dutzend andere Dinge... aber... ich..." Sie hielt inne um Luft zu holen. "Es ist in Ordnung." Besorgt zog Colleen ihre Augenbrauen zusammen. "Sie hat dich nicht zu irgendetwas genötigt, oder? Kerry.. hör zu, lass dich nicht zu etwas zwingen was dir nicht behagt." Die blonde Frau errötete heftig und kratzte sich am Kinn. "Ähm... tatsächlich war ich diejenige die damit angefangen hat." Murmelte sie schüchtern und drückte Colleen kurz. "Ich komm damit zurecht... wirklich." Die Rothaarige klopfte ihr auf den Arm. "Nicht schlecht." Bemerkte sie lächelnd. "Also... wann zieht ihr Mädchen zusammen?" Kerry klappte der Kiefer runter. "Was?" Keuchte sie und brach in Gelächter aus. "Jesus Christus, Col... es ist nicht so was... es ist eine rein körperliche Angelegenheit... wir beide werden darüber hinwegkommen... es ist keine ernste Sache." Sie hielt nachdenklich inne. "Noch nicht." "Oh... ha. Okay." Erwiderte Colleen nickend und verbiss sich eine Lächeln. "Wann seht ihr Mädchen euch denn wieder?" "Morgen abend... nach dem Fitnessstudio." Erläuterte Kerry. "Ich hab dir doch erzählt, das ich mich bei diesen Kursen eingetragen habe... wenn ich länger mit ihr herumhänge, dann wird Rollerblading das nicht wettmachen können." Sie legten ihren Kopf schief. "Ihr Burschen habt doch auch ein Programm von diesem Studio... warum kommst du nicht mit?" Erkundigte sie sich. "Ich habe mich für diesen Selbstverteidigungskurs eingetragen... das sollte lustig werden... ich könnte etwas moralische Unterstützung gebrauchen." "Okay... das könnte ich machen..." Erwog Colleen. "Es liegt auch direkt in der Strasse von unserem Büro... und außerdem mach ich das besser, wenn ich dich nicht nur zur morgendlichen Begrüßung sehen will." Zog sie sie liebevoll auf. "Nun gut... auf geht's... lass uns losrollen... es ist draußen schwüler als in einer Sauna... je eher wir fertig sind, desto früher kann ich duschen." Sie wusste, das sich Kerry bei ihrem Gespräch über ihre neue Beziehung anfing unwohl zu fühlen und sie zu bedrängen würde es noch schlimmer machen. "Ich vermute mal, das dies noch ein Grund mehr für dich ist, deinen Eltern am Truthahntag zu sagen, dass sie dich mal gernhaben können, was?" Kerry war mit dem Anschnallen ihrer Skates fertig und gekonnt ausbalancierend stand sie auf. "Ich hätte außer dieser Sache noch eine Menge andere Gründe... aber... du hast recht." Gestand sie schließlich ein und erlaubte sich ein offenes, glückliches Grinsen. "Das ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem I... ich hoffe nur, dass ich einen Weg finde es ihnen beizubringen, ohne aus dem Haus geworfen zu werden." Bemerkte sie und ihren Kopf schüttelnd schob sie entschlossen die Bedenken über ihre Eltern beiseite, tippelte zur Tür hinüber und drückte sie auf. "Lass uns gehen."
Dar war froh aus der feuchtenwarmen Brise in die kühle besänftigende Stille ihrer Wohnung zu kommen. Die Cocktailparty fand draußen in Viscaya statt und sie war froh, dass das nicht gerade berauschende Wetter ihr einen Grund gegeben hatte sich recht früh zu verabschieden, und sie somit dem Gedränge von verschiedenen arschkriechenden und scheinheiligen Verkaufsmanagern entfliehen konnte. Eleanor war besonders schnippisch gewesen und hatte ihr sarkastisch mitgeteilt, was Kerry doch für eine liebevolle, junge Person war, und sie sich die größte Mühe geben würde Kerry von ihr abzuwerben, um ihr das Leiden bei ihr zu ersparen. "Sie ist zu Größerem bestimmt, als ihr Blitzableiter zu sein, Dar." Hatte ihr die Frau lächelnd mitgeteilt. Die dunkelhaarige Frau warf ihre Jacke auf die Couch und schleuderte ihre Schuhe von sich. "Ich frage mich Eleanor, ob du weißt, wie nah du dran warst in die Biscayne Bucht geworfen zu werden?" Bemerkte sie spöttisch. "Schubs... platsch... hoppla... entschuldige Mariana. Ich weiß wieviel Papierkram das bedeutet." Die kühlen Fliesen taten ihren müden Füssen gut und sie blieb einen Augenblick stehen um mit ihren Zehen zu wackeln, bevor sie ins Schlafzimmer ging. Dort schlüpfte sie aus ihren Rock, Strümpfen und ihrer Seidenbluse und streifte ihr Baseballshirt und ihre Shorts über, worauf sie sich augenblicklich besser fühlte und das Gefühl des weichen Baumwollstoffs auf ihrer Haut genoss. Leise summend marschierte sie in die Küche, machte ihren Kühlschrank auf und schielte mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck in die exorbitante Leere. "Wenn ich da nicht etwas reintue, dann kann ich mir morgen einige Sticheleien anhören..." Murmelte sie und erschrak als es leise an der Tür klopfte. Für eine Sekunde schlug ihr Herz schneller, als sie daran dachte, dass es Kerry sein könnte, doch dann fiel ihr ein das die blonde Frau ohne vorherige Ankündigung nicht auf die Insel gelangen konnte. Sich seltsam enttäuscht fühlend ging sie zur Tür und sah durch das kleine Fenster. "Guten Abend, Clemente." Grüßte sie als sie die Tür öffnete und den kleinen, korpulenten, immer schwitzenden Manager vom Inselservice hereinließ. "Guten Abend... guten Abend, Ms. Roberts... tut mir leid das es so spät ist, aber ich habe sie nach Hause kommen sehen." Bemerkte der Mann und wischte sich mit einem Taschentuch über seine Augenbraue. "Die Leute vom Bodenpflegedienst kommen morgen auf die Insel... und sie wollten doch wissen wann sie kommen um die Fliesen hier polieren zu lassen." "Oh... gewiss." Bestätigte Dar und sah sich um. "Das wäre fein... und, hey... hören sie Clemente... könnten ihre Leute etwas für mich erledigen?" "Selbstverständlich." Entgegnete der Mann nickend. "Was können wir tun?" "Einkaufen." Erklärte Dar. "Lebensmittel." Clemente wedelte in typisch kubanischer Art mit seinen Händen. "Natürlich... klar... geben sie mir eine Liste und ich werde Rosalita alles für sie einkaufen und einräumen lassen." "Ich habe keine Liste." Murmelte Dar. "Kann sie nicht einfach Sachen einkaufen die man normalerweise im Haus hat?" Erkundigte sie sich und sah zur Küche. "Einfach... irgend was?" Die Augenbrauen des Mannes verzogen sich wie Wellpappe. "Ms. Roberts... ich kann sie nicht einfach einkaufen schicken, ohne ihr zu sagen was sie besorgen soll... was brauchen sie denn?" Entgegnete er zur Küche schielend. "Brot? Früchte?" Seufzend winkte Dar ihm zu folgen. "Sehen sie." Sagte sie als sie den Kühlschrank öffnete. "Ich brauche etwas anderes als das." Stöhnte sie ihre Hände hebend und dann wieder fallen lassend. "Wenn ich losgehe, dann endet es wieder mit einer Schachtel Oreo Keksen, sechs Kartons Milch, zwei Behältern Edy's Eiscreme und einem Glas Erdnussbutter." Clemente bedeckte seine Augen. "Dios Mio."Ächzte er und rieb über sein Gesicht. "Sie wollen... Orangensaft...? Bananen? Suppe?" Dar überlegte. "Bananen sind gut." Antwortete sie bedächtig. "Oh... Grapefruitsaft... und vielleicht ein paar Englisch Muffins?" "Si... si..." Bestätigte Clemente während er einen Stift aus seiner Tasche zog und anfing zu schreiben. "Marmelade?" "Aprikose ist okay... oder Trauben." Folgerte die dunkelhaarige Frau. "Oh... und etwas Tee." "Pekoe, Chinesischen...?" Erkundigte sich Clemente. "Solchen den man in die Tasse gibt und dann trinkt." Erwiderte Dar ironisch. "Nur ein paar Beutel... wenn sie Kräuterzeugs haben, wäre es gut." Erklärte sie und trommelte mit ihren Fingern auf die Arbeitsplatte. "Haben sie Erdbeeren?" "Si... Driscolls." Antwortete der Mann und machte sich eine Notiz. "Sie haben zur Zeit ein schönes Angebot... diese großen, si? Sie sind wie Rosen angeordnet, sehr geschmackvoll." Ein Grinsen. "Bringen sie mir von denen eine Packung... und zwei große Tafeln Milchschokolade." Sie gab noch ein paar Artikel in Auftrag, und sah dann zu wie er ging und sich die Tür hinter seiner korpulenten Figur schloss. "Das hätten wir erledigt." Seufzte sie und bemerkte wie sich ein erwartungsvolles Grinsen breit machte als sie sich Kerry's Gesichtsausdruck vorstellte, wenn sie ihr tatsächlich mehr als nur Milch anbieten konnte. Sie goss sich selbst ein Glas ein, und kontrollierte ihren Computer als sie das Mail-Icon blinken sah. "Mail." "Dar Roberts, Sieben Mails, keine dringend." Antwortete der Computer und fuhr den Monitor hoch. Sie überflog die Mails. "Lies sechs." Befahl sie, während sich ihr Gesicht bereits zu einem Lächeln verzog als sie den Absender sah.
In Gelächter ausbrechend stellte Dar ihre Tasse ab um nichts zu verschütten und lehnte sich über die Arbeitsplatte. "Oh Gott." Kicherte sie als sie sich vorstellte wie Eleanor immer frustrierter werdend auf den Tasten herumhämmerte. "Oh Gott, schade das ich das verpasst habe..." Keuchte sie immer noch kichernd. Das hat mir den Abend gerettet. "Antwort." Teilte sie dem Computer mit. "Automatische Aufzeichnung." Fügte sie grinsend hinzu.
Mit dem Wissen, das die durch Stimmaktivierung gesteuerte Aufzeichnung auch halten würde, machte Dar eine Pause.
Eine weitere Pause. Sie fühlte wie einige Gedanken darum kämpften an die Oberfläche zu kommen, doch es fielen ihr einfach nicht die passenden Worte ein.
Beendete Dar ihre Mail, und nachdem sie einen Augenblick auf den Monitor gestarrt hatte seufzte sie. "Senden." Sie kicherte leise als sie die anderen Nachrichten überflog, von denen keine so wichtig war, dass sie ihnen nicht am nächsten Vormittag ihre Aufmerksamkeit widmen konnte. Sie nahm ihre Milch und schlenderte auf die Veranda, wo eine stetig kühler werdende Brise über die Wellen blies. Dar ließ sich auf einen der gepolsterten Liegestühle nieder, legte ihre Füße auf das Steingeländer und blickte zum Wasser hinaus. Als sie träge die funkelnden Sterne über sich betrachtete, lullte sie der sanfte Ton der Brandung, die gegen die Kaimauer krachte, ein. "Sternenlicht, oh Sternenlicht..." Murmelte sie. "Was würdest du dir wünschen, Dar? Hmm?" Wohlweislich schwiegen sich die Sterne aus. Im Haus läutete leise das Telefon und Dar zuckte zusammen, sie schüttelte kurz ihren Kopf um wieder zu sich zu kommen, bevor sie hineinging und sich das Schnurlose Telefon schnappte. "Hallo?" "Hey." Drang Kerry's Stimme zu ihr und grub sich einen warmen Pfad in ihr Innerstes. "Gleichfalls Hallo..." Erwiderte Dar als sie mit dem Telefon hinausging und sich wieder hinsetzte. "Ich hatte nicht damit gerechnet heute Abend von dir zu hören... ich habe gerade deine Mail beantwortet." "Ich weiß... deswegen wusste ich ja, das du zu Hause bist." Antwortete sie leicht kichernd. "Ich wollte nur sicherstellen, das du morgen nicht ausflippst, wenn ich wie ein Klingone ins Büro komme... ich hatte eine enge Begegnung mit einem Lieferwagen." Totenstille. "W... was?" Entgegnetet Dar und setzte sich mit dröhnendem Herzen kerzengerade auf. "Bist du in Ordnung? Was ist passiert? Hast du das Kennzeichen?" "Dar... Dar... beruhige dich." Unterbrach Kerry sie schnell. "Nein nein... als es passiert ist parkte der Lieferwagen... hinter der Bäckerei. Colleen und ich gehen gewöhnlich dorthin wenn wir fertig sind, um uns mit einem Berliner zu belohnen... Ich bin um die Ecke gekommen und habe den dort geparkten Lieferwagen nicht gesehen." "Oh." Immer noch betroffen lehnte sich Dar wieder zurück. "Autsch... ich wette, das es wehgetan hat." "Oh ja... ich bin mit meinem Kopf in den Seitenspiegel geknallt... und nun habe ich dort eine gewaltige Beule." Seufzte Kerry. "Ich habe Eis draufgetan... und wahrscheinlich wird es bis morgen früh etwas zurückgegangen sein, aber ein Bluterguss wird immer noch da sein." "Nun gut..." Erwiderte die dunkelhaarige Frau und stieß einen erleichterten Seufzer heraus. "Verdammt... es tut mir leid das zu hören... hast du zumindest deinen Berliner bekommen?" Ein prustendes Gekicher. "Zwei Stück... Colleen fühlte sich so miserabel, weil sie mich abgelenkt hatte, als es passiert ist." Dar hatte plötzlich das Verlangen sich selbst davon zu überzeugen, das der Schlag nicht ernst war, und sie musste sich auf die Zunge beißen, um Kerry nicht zu sagen, dass sie auf dem Weg zu ihr war. "Bist du sicher, dass es dir gut geht?" Erkundigte sie sich schließlich zögernd. Die Herzenswärme in Kerry's Stimme war nicht zu überhören. "Ja sicher... aber danke das du fragst." Sie hielt inne. "Nun ja, ich lass dich jetzt besser in Ruhe... ich wollte nur... ähm..." "Ich bin froh, dass du angerufen hast." Erwähnte Dar leise. "Ich seh dich morgen." "Gute Nacht." Die Verbindung verstummte und das Telefon unter ihr Kinn klemmend starrte Dar auf die Wellen und diagnostizierte ihre plötzliche Panikatacke. Okay, sie war eine zielorientierte, übergenaue Alphahündin, die niemandem traute und die sich weigerte sich sogar das geringste Detail entgehen zu lassen. Richtig? Richtig. Demnach lag es in ihrer Verantwortung sicherzustellen, dass ihre Angestellte, eine wertvolle Mitarbeiterin der Gesellschaft, in Ordnung war. Richtig? Richtig. Es war nur ein Teil des Jobs. Es war gänzlich berufsmäßig und völlig normal für sie, sich persönlich davon zu überzeugen, das der Eisbeutel auf Kerry's Kopf richtig platziert war, und das vorzugsweise in Dar's Wasserbett. Sie begann zu lachen und schlug sich an den Kopf. "Ich verliere meinen Verstand." Stellte sie fest und rappelte sich auf ihre Füße. Wahnsinn, grübelte sie, fühlt sich überraschend gut an.
Während Kerry die kalte Kompresse ersetzte schloss sie ihre Augen und wünschte sich, das zumindest das Hämmern verschwinden würde. Zusätzlich zu ihren Kopfschmerzen taten ihr außerdem ihre Brust und ihr Arm weh, die ebenfalls mit dem Lieferwagen Kontakt aufgenommen hatten und sie hatte sich ihren Knöchel verdreht als sie krampfhaft versucht hatte anzuhalten. Colleen hatte sie davon überzeugt, das sie nichts gegen ihre Kopfschmerzen einnehmen sollte und sie hatte ihr auch gesagt, sich nicht sofort schlafen zu legen. Also lag sie nun hier, hörte dem Discovery Channel zu und versuchte nicht daran zu denken wie sehr ihr der Kopf weh tat. Es wäre nicht so schlimm, wenn sie sich nicht so blöd vorkommen würde... sie hatte sich umgedreht um Colleen's Tratsch zuzuhören, als sie um eine Ecke fuhren und sie plötzlich diese große weiße Fläche zu schnell auf sich zukommen sah. Der Aufprall hatte sie für eine Minute aus den Schuhen gehauen und sie saß benommen auf dem Boden, während Colleen sie völlig aufgelöst nach Brüchen abtastete, bevor sie sich aufsetzte und die Rothaarige abwinkte.
Erklang eine Männerstimme so begeistert, dass Kerry einfach hinsehen musste. "Nein." Murmelte sie zurück als sie die weitgeöffneten Kiefer eines Krokodils sah, das anscheinend nach dem Hintern des Erzählers schnappte. "Es ist ein furchterregendes Krokodil, das dir in den Arsch beißen will, du Knallkopf." Autsch. Sprechen tut weh. Sie schloss ihre wieder Augen und erneuerte die Kompresse. Es klopfte leise an der Tür. Ein grünes Auge erschien, dessen Augenbraue sich über den Frevel hob. "Wer zum Teufel klopft abends um 23.00 Uhr an meine verdammte Tür?" Ein weiteres noch zaghafteres Klopfen und sie stöhnte. "Einen Moment." Sie rappelte sich auf ihre Füße, schleppte sich durch die Wohnung und gegen die Tür lehnend blickte sie durch den Spion. Sie war erstaunt wie schnell sie ihre Kopfschmerzen vergessen konnte, wenn sie es wirklich musste. Sie schob den Riegel zurück und riss die Tür auf. "Hey." Dar lehnte lässig am Türrahmen und spielte mit den Schlüsseln in ihrer Hand. "Ich... ähm... hatte etwas im Süd-Miami Büro zu kontrollieren... da dachte ich, ich komme vorbei und schau mal wie es dir geht." Erklärte ihre Chefin. Kerry spürte wie ein Lächeln an ihren Lippen zog. "Oh Mann... ähm... komm rein." Sie schritt zurück um Dar reingehen zu lassen, schloss die Tür hinter ihr und holte tief Luft, bevor sie sich zögernd in die Umarmung lehnte. "Ach..." Murmelte sie leise in Dar's Lederjacke während die langen Arme sich um sie legten. "Das tut so gut." "Lass mich mal sehen." Erwiderte Dar als sie sie losließ und zärtlich ihren Kopf zurückkippte um die verfärbte Beule zu untersuchen. "Mm... das sieht scheußlich aus... wie fühlst du dich?" "Nun ja." Entgegnete Kerry schüchtern. "Bis vor ungefähr zwei Minuten ging es mir lausig." Bemerkte sie Dar anblinzelnd. "Mir tut einfach alles weh... und Col hat gesagt ich soll, für den Fall das ich eine leichte Gehirnerschütterung oder so hätte, noch nicht ins Bett gehen." Erklärte sie und betrachtete Dar eingehend. "Ich kann nicht glauben, dass du hier bist... das ist so lieb von dir." "Ssch." Dar streichelte ihre Wange. "Verbreite nicht das Gerücht, ich wäre lieb, okay?" Bemerkte sie lächelnd. "Du würdest damit meinen Ruf ruinieren." Kerry lachte leise. "Ach ja... richtig... hab's vergessen." Seufzte sie. "Nun ja, ich habe gerade Trübsal geblasen und kalte Waschlappen auf meinen Kopf gelegt... es sei denn du hast eine bessere Idee." "Mm..." Dar überlegte. "Ich bin kein Arzt... aber lass mal sehen was ich tun kann... hast du etwas gegen ein bisschen Gesellschaft?" "Nicht gegen deine." Sagte Kerry kopfschüttelnd. "Ich meine... wenn du für einige Minuten bleiben kannst... ich weiß ja, dass du auf dem Heinweg bist." "Mach dir darüber keine Sorgen... ich schlafe sowieso kaum." Erzählte ihr Dar fröhlich. "Wo sind deine Handtücher?" Kerry zeigte es ihr und folgte dann der größeren Frau wie ein Welpe, als diese in die Küche ging und den Gefrierschrank öffnete. "Ich habe auch schon daran gedacht Eiswürfel zu benutzen... aber sie sind so groß und unhandlich und die Kälte tut weh." "Mmhmm." Stimmte Dar zu. "Hast du einen wiederverschließbaren Gefrierbeutel?" "Oh... sicher." Kerry holte einen Beutel und gab ihn ihr. "Hier." Dar nahm ihn, dann zog sie unter der Arbeitsplatte einen Mixer hervor, nahm den Deckel ab und füllte ihm bis zum Rand mit Eis. Dann setzte sie den Verschluss wieder auf, schaltete die Maschine an und beobachtete wie sich das Eis langsam in kleine Kristalle verwandelte. Als das ganze fertig war nahm sie den Deckel wieder ab und füllte den Inhalt in den Gefrierbeutel, welchen sie mit dem Handtuch umwickelte. "Vorwärts." Sie führte Kerry ins Wohnzimmer zurück, setzte sich in eine Ecke der Couch und klopfte auf den freien Platz neben sich. "Okay." Kerry setzte sich hin und lächelte als sich Dar zurücklehnte und auf ihre Brust klopfte. Sie legte sich gegen den Körper der größeren Frau und streckte ihre Beine längs der Couch aus. Einen Arm um sie schlingend platzierte Dar die Kompresse auf ihrem Kopf. Es war viel kälter als der von ihr benutzte Waschlappen und sie konnte spüren wie die hartnäckigen Schmerzen ihrer Beule langsam nachließen. "Wie fühlt sich das an?" Erkundigte sich Dar's Stimme über ihrer Schulter. Tatsächlich fühlte sich Kerry, zwischen der bequemen warmen Rückenstütze und dem schieren Vergnügen einfach Dar's Gegenwart zu spüren, verdammt nah am Himmel. "Es ist perfekt." Murmelte sie leise. "Danke." Sich entspannend legte Dar ihre Füße auf den Couchtisch und sah über Kerry's Schulter auf den Fernseher. "Was sehen wir?" "Irgendein durchgeknallter Spinner, der es liebt Alligatoren zu küssen." Antwortete Kerry. "Oh... der Crocodile Hunter." Erwiderte Dar prompt. "Die vorige Woche habe ich eine Folge gesehen, wo er und irgendeine Frau Krokodile durch den Schlamm geschleppt haben." Sie hielt inne. "Ich hoffe, dass er die Frau gut bezahlt." "Sie ist seine Frau." Entgegnete Kerry leise kichernd. "Nun ja... das erklärt warum er sie umarmt hat." Folgerte Dar. "Sie muss verliebt sein... um so was verrücktes, wie das zu machen." "Da hast du recht." Bemerkte die blonde Frau und schüttelte leicht ihren Kopf. "Oooh... hast du das gesehen? Sie ist fast über Bord gefallen!" "Er flippt aus." Bemerkte Dar und blickte gespannt auf den Bildschirm. "Oh Scheiße... ist das eine Anakonda?" "Er wird sie vermutlich küssen." Entgegnete Kerry lachend. "Oh... prima... er hat sie wieder ins Boot geholt, und nun küssen beide die verdammte Schlange." Bemerkte sie und seufzte. "Erstaunlich, was man alles aus Liebe tut... sieh nur... sie hat Schmutz an Stellen, bei denen der liebe Gott nie vorgesehen hat, das welcher hinkommen sollte." Für eine kurze Weile schwiegen beide und Dar verschob die Kompresse auf Kerry's Kopf. "Dar?" Fragte Kerry schließlich. "Mmhmm?" Die dunkelhaarige Frau neigte ihren Kopf. "Was?" "Was um alles in der Welt hattest du um 22:00 Uhr im Büro von South Miami zu kontrollieren?" Es folgte eine verlegene Stille. "Ähm..." Dar räusperte sich und sagte widerstrebend. "Das hatte ich nicht." Murmelte sie. "Ich... ähm... ich wollte nur sichergehen, dass du in Ordnung bist." Kerry drehte ihren Kopf und sah sie mit ihren meergrünen Augen an. "Du meinst... das du einfach nur deswegen... hierher gekommen bist?" Ein schwaches Nicken. "Ich... ähm... bei Kopfverletzungen kann man nie ganz sicher sein... und ich war irgendwie besorgt... also bin ich... ja." Rechtfertigte sich Dar. "Seelenfrieden... du verstehst... ich... wollte einfach nur sichergehen das alles in Ordnung ist." "Mm..." Kerry dachte darüber nach. "Das... gibt mir das Gefühl etwas ganz besonderes zu sein." Sie schlang ihre Finger um Dar's, die um ihre Taille geschlungen waren. "Danke... bevor du angekamst, hatte ich mich ziemlich miserabel gefühlt... ich bin wirklich froh, das du gekommen bist." Zufrieden lächelnd legte Dar ihre Wange auf Kerry's Haar. "Genau wie ich." Murmelte sie und war über ihre eigenen Einfälle leicht überrascht. Wenn man darüber nachdachte war es auf eine Art wirklich verrückt. Also tat sie es nicht.
Kerry war die erste, die sich ihrer seltsamen Position bewusst wurde. Sie blinzelte erschrocken und brauchte einen Augenblick, um zu begreifen wo sie sich befand. Sie waren auf der Couch eingeschlafen und der Fernseher lief immer noch, wo nun ein schrecklich reißerisch aussehender Chuck Norris auf dem Bildschirm zu sehen war. Oh Hölle. Sie griff nach oben und berührte ihre Stirn wo die Beule merklich zurückgegangen, jedoch noch recht empfindlich war. Dann löste sie langsam ihren Griff um Dar's immer noch umschlungene Finger und sich umdrehend blickte sie auf ihre Freundin. Das, durch das gekippte Fenster, hereinströmende Licht der Morgendämmerung tönte ihre gebräunte Haut und fing den leichtesten Anflug von kastanienfarbigen Strähnen in ihrem dunklen Haar. Ihre entspannten Gesichtsmuskeln ließen die winzigsten Bewegungen unter den geschlossenen Augenlidern erkennen, und Kerry bemerkte wie sie einfach nur von dem Betrachten des Zuckens beinahe den Atem anhielt und saugte das wundervolle Gefühl, der immer noch um sie geschlungen Arme, in sich auf. Es war ein solch seltsames Gefühl... wenn sie Dar anblickte schmerzte ihr beinahe die Brust, so als ob etwas in ihrem Innersten mit aller Macht heraus wollte. Seufzend sah Kerry auf ihre Uhr und klopft dann Dar leicht auf den Arm. "Dar?" Langsam spannten sich die Gesichtsmuskeln an, dann flatterten ihre Augenlider auf und enthüllten diese beeindruckenden blauen Augen, welche blinzelten und sich dann auf sie konzentrierten. "Oh... ähm..." Um einen klaren Kopf zubekommen schüttelte Dar kurz ihren Kopf. "Guten Morgen." Kerry lächelte betroffen. "Oh... ja..." Sie sah zum Fenster. "Sieht so aus, als ob wir hier eingeschlafen sind... und ich weiß, das du einen Termin hast." Dar gähnte, dann befreite sie ihren Arm und rieb ihre Augen. "Ja... ich weiß..." Sie ließ ihren Kopf wieder zurückfallen. "Seine Praxis ist nicht weit von hier..." Sie hielt inne, dann betrachtete sie mit ihren blauen Augen eingehend Kerry. "Wie fühlst du dich?" Kerry setzte sich auf, beugte ihre, von mehren Stunden ungewöhnliche Schlafposition, steifen Arme und Beine und holte tief Luft. "Nicht so übel..." Entschied sie. "Mein Kopf tut noch ein bisschen weh, aber ansonsten fühle ich mich recht gut... wie steht's mit dir? Gott, Dar... du musst halb zerdrückt sein." Die größere Frau streckte ihren Körper, wölbte leicht ihren Rücken und unterdrückte ein weiteres Gähnen. "Mir geht's gut." Erwiderte sie, leicht überrascht klingend. "Die Couch ist recht bequem, ehrlich." Kerry tätschelte ihre Brust, dann beugte sie sich impulsiv nach vorne und umarmte sie. "Du bist wesentlich bequemer als die Couch... danke, das du hier geblieben bist." Dar erwiderte die Umarmung. "Kein Problem... ich fühlte mich mit dem Wissen, das du okay bist, wesentlich besser." Versicherte sie der blonden Frau. "Ehrlich." Kerry lächelte in den Stoff von Dar's Schulter, und ihrer Chefin auf die Seite klopfend atmete sie aus. "Auf geht's... lass mich etwas Frühstück für uns machen damit du los kannst... du willst doch nicht zu spät kommen." Doch, das will ich. Dar wollte viel lieber da bleiben, wo sie sich gerade befand. Doch seufzend ließ sie Kerry los und wartete bis die blonde Frau stand, bevor sie sich zu ihr gesellte und mit einer Grimasse eine Verspannung aus ihrem Rücken entfernte. "Du brauchst kein Frühstück zu machen... ich kann mir dort etwas Kaffee holen... sie haben ein kleines Café im Erdgeschoss." "Dar." Kerry stieß sie an. "Du kommst den ganzen Weg hierher, nur um mir wörtlich und bildlich den Kopf zu tätscheln und du willst mich keinen Toast für dich machen lassen? Jetzt mach mal halblang." Kopfschüttelnd schlenderte sie in die Küche, setzte etwas Kaffee auf und holte eine Packung Rosinenbrot aus dem Kühlschrank. "Dar, möchtest du... huch!" Geräuschlos war die dunkelhaarige Frau hinter sie getreten und schielte nun über ihre Schulter. "Jesus... wie machst du das?" "Zimt- Rosinentoast?" Erkundigte sich Dar frohgestimmt mit erwartungsvoll hochgezogenen Augenbrauen. "Nun ja... sicher... du hast doch nicht gedacht das ich dir... etwas wie... Weißbrot geben würde, oder?" Lachte Kerry. "Ich meine, Dar... lass uns hier ehrlich sein, du hast viele Facetten, aber Weißbrot... bäh..." Ihre Chefin lächelte sie bezaubernd an. "Ich betrachte das als ein Kompliment." Bemerkte sie mit funkelnden Augen. "Ich liebe Rosinentoast... weißt du, es ist wirklich seltsam wie gleich unsere Geschmäcker sind, Kerry." Immer noch schläfrig steckte Kerry den Toast in ihren Vierscheiben-Toaster, schlich sich hinüber und sich an Dar's Seite kuschelnd schlang sie einen Arm um ihre Taille. "Ja... das stimmt." Bekannte sie ein Gähnen unterdrückend. "Ich habe mehr Gemeinsamkeiten mit dir, als mit meiner Schwester... merkwürdig." Stimmte sie zu. "Sie hasst Computer... sie hasst Lesen... sie hasst schockierend grafische, jedoch seltsamerweise befriedigend gewalttätige Filme..." Dar schlang ihre Finger in Kerry's zerzaustes helles Haar und ihr Gesicht nach oben kippend beugte sie ihren Kopf und küsste sie zärtlich. Als sie sich trennten atmete Kerry sachte aus. "Das zu sehen, würde sie auch hassen." Bemerkte sie mit Wehmut angehauchter, kummervoller Stimme. "Weiß sie es?" Fragte Dar ernst. "Wissen es deine Eltern?" Kerry schüttelte knapp ihren Kopf. "Nein... sie haben keine Ahnung... sie vermuten es noch nicht mal." Sie schluckte kurz. "Wissen es deine?" Dar zögerte als der Duft von getoastetem Zimt und frischem Kaffee die Küche erfüllte. "Mein Vater weiß es... ja. Er..."Sie lachte leise. "Ich dachte er würde durchdrehen... ich konnte es ihm eine lange Zeit nicht sagen, da ich dachte er... ich dachte er würde enttäuscht sein." Der Toast sprang heraus und wiederwillig ihre Freundin loslassend strich Kerry Butter auf jedes Stück und goss Dar eine Tasse Kaffee ein. "War er es nicht?" Fragte sie schließlich zögernd. Dar nahm einen Bissen und kaute. "Nein... es war beinahe... er sagte etwas zu mir..." Sie räusperte sich. "Lass mal sehen ob ich ihn nachmachen kann... Sieh mal, DarDar... nur weil die Generäle herumschreien, nicht nach Mist zu fragen oder ihn zu erzählen, bedeutet das noch lange nicht, dass eine Menge Jungs nicht gerne ihren Schützengraben teilen, wenn du verstehst was ich meine?" Ein Kichern unterdrückend nahm Kerry einen kleinen Schluck von ihrem Kaffee. "Oh... ich habe mich das schon immer gefragt... ich sah einmal eine Dokumentation über Flugzeugträger, wo sie diese winzigen Kojen übereinander haben." "Ooohjaa... Nun gut, wir hatten ein langes Gespräch darüber und danach sind wir nach Sawgrass Mills gegangen und verbrachten den Nachmittagtag damit unsere Geschmäcker zu vergleichen." Dar schüttelte wehmütig ihren Kopf. "Es war eigenartig." Bemerkte sie, aufmerksam Kerry's gebeugten Kopf betrachtend. "Kerry?" "Hmm?" Die blonde Frau schaute auf. "Du kannst dich so glücklich schätzen... ich kann mir nicht vorstellen dazusitzen und... Jesus, er würde mich umbringen." Entgegnete sie leicht kopfschüttelnd und blickte dann zum Fenster. " Ähm... es ist schon spät... ich denke wir kommen besser in Gang... ich weiß das ich..." Dar stellte ihren Kaffee ab, nahm ihr Gesicht zwischen ihre Hände, und blickte auf sie herab. "Was?" "Wenn du das Bedürfnis hast zu reden, dann kannst du das auch." Sagte die dunkelhaarige Frau leise. "Ich höre dir zu." Kerry spürte wie sie kurzatmig wurde, wehrlos von Dar's Gesichtsausdruck holte sie nervös Luft, und erkundete eindringlich die blauen Augen. "Ich weiß nicht... ich weiß nicht was du meinst, Dar." Ein schwacher Schmerzensstich. "In Ordnung." Dar ließ ihre Hände fallen. "Das Angebot steht jedenfalls." Sich halb wegdrehend nahm sie ihre Tasse wieder und nahm einen Schluck. "Ich denke, ich mach mich besser auf die Socken." Eine federleichte Berührung auf ihrem Arm, und über ihre Schulter blickend sah sie, wie gepeinigte und verwirrte grüne Augen sie anblickten. "Wir haben im Augenblick keine Zeit dazu." Brachte Kerry heraus, so als ob die Worte hervorgezerrt wurden. "Aber... ich werde später auf dein Angebot zurückkommen." Dar legte einen Arm um ihren Nacken und sie näher ziehend küsste sie sie auf den Kopf. "Das ist eine Abmachung." Sie spürte wie sich die blonde Frau, beinahe an sie pressend, enger an sie kuschelte. Wer hatte Kerry so verletzt? Es war offensichtlich für Dar das es jemand getan hatte, und bei diesem Gedanken stieg eine brodelnde Wut in ihr auf. "Der Schlawiner geht jetzt und lässt sich stechen und pieksen... ich seh dich dann im Büro. Okay? Auf dem Weg dahin werde ich bei mir zu Hause vorbeigehen, um mich umzuziehen." Kerry zupfte an dem abgeschnittenen Sweatshirt und der verblassten Jeans. "Ich denke, dass du einfach gut aussiehst..." Kerry schob ihre Angst beiseite und lächelte Dar an. "Ich vermute, dass sie im Büro schockiert wären, wie?" "Oh ja." Schnaufte Dar. "Ich würde es ewig zu hören kriegen..." Sie nahm wieder Kerry's Lippen gefangen und diesmal nahm sie sich Zeit, bis sie fühlte wie die kleinere Frau gegen sie fiel. Sie fuhr mit ihren Händen über Kerry's Rücken und rieb ihn zärtlich bis sie spürte wie sich die Rippen der blonden Frau, durch ihre rapide Atmung ausdehnten, und ihre Hände auf der Suche nach ihrer Haut über Dar's Bauch glitten. Heftig atmend brachen sie den Kuss, doch sie erforschten sich noch weiter mit ihren Händen bis sich Kerry mit ihrer Stirn gegen Dar's Schlüsselbein lehnte. "Das wird ein langer Tag werden." Seufzte Dar ironisch. "Oh ja." Stimmte Kerry zu. "Hast du das tun müssen?" Ein leises Kichern. "Vergiss nicht die Mitarbeitersitzung am Freitag vorzubereiten... wenn ich nicht mit jedem dieses Quartalszeug durchgehe, kriegt Mariana einen Koller." Kerry ließ sie wiederwillig los und sah nachdenklich schweigend zu, wie sie ging.
Dar wartete bewegungslos, während ihr eine effiziente und etwas zu fröhliche Krankenschwester, mit einer Nadel von der Größe eines olympischen Speeres, in den Arm stach. "Nur noch einen Augenblick, meine Teure... es wird kein bisschen weh tun." "Sie sollten ihre Patienten nicht anlügen." Grollte Dar, den Schmerz spürend als die Nadel ihren Bestimmungsort gefunden hatte. "Das ist nicht nett." "Aber, aber..." Die Krankenschwester tätschelte ihr den Arm. "Wir wollen doch, außer wenn es nötig ist, unsere Patienten nicht beunruhigen... es ist doch nur ein Stich." "Das habe ich jahrelang über Jungs gesagt." Bemerkte sie, während sie versuchte nicht auf die Ampulle mit dem kräftig roten Blut, das aus ihrem Arm herauskam, zu sehen. "Was sagten sie?" Erkundigte sich die Krankenschwester. Die dunkelhaatrige Frau verrollte ihre Augen. "Nichts." Die Tür wurde aufgestoßen und Dr. Steve streckte seinen Kopf herein. "Hey, Zuckererbse." Dar warf ihm messerscharfe Blicke zu und erntete dafür ein bezauberndes Lächeln. Ihre Tätigkeit beendet entfernte die Krankenschwester die Ampulle und rieb mit einem Alkoholtupfer auf die tröpfelnde Einstichstelle. "Das war's... alles erledigt." Sie eilte hinaus und ließ Dar mit ihrem Arzt allein. "Na, hör mal... jetzt lass gut sein... und hör auf so sauer zu blicken, Dar." Dr. Steve kam herein und lehnte sich an den Untersuchungstisch auf dem sie saß. "Wie ich hörte hattest du eine Schrecksekunde am Herz-Institut." Blaue Augen blickten ihn mürrisch an. "Ich bin drüber weggekommen." "Oha... sind wir heute wieder unerbittlich." Entgegnete Steve lachend und tätschelte ihr Knie. "Du kannst diese Firmenkiller-Masche bei anderen abziehen, Dar... doch ich kenne dich schon, als du noch zu klein warst um mir die Knie zu lecken... also versuch's nicht bei mir." Dar blickte finster drein. "Haben sie etwas Blut dringelassen? Sie muss sieben Liter rausgeholt haben." "Pah... zwei Ampullen, du großes Baby." Bemerkte er abwinkend. "Wie fühlst du dich?" "Besser." Gab seine sich sträubende Patientin zu. "Hab einige Tage frei genommen... bin nach Orlando gegangen und hab dort für ein paar Tage Tourist gespielt." Sie hielt inne. "Seit meinem letzten Besuch hier, hatte ich keine Kopfschmerzen mehr." Sagte sie mit einem Hauch von Triumph in der Stimme. Er nickte. "Gut... gut..." Er hob seine Hände, drehte ihr Gesicht zum Licht und betrachtete sie eingehend. "Hmm... interessant..." "Was?" Erkundigte sich Dar leicht nervös. "Nichts... ich liebe es nur in diese babyblauen Augen zu sehen." Entgegnete Steve schelmisch als Dar ihre Augen verrollte. "Ernsthaft Dar... du siehst wesentlich entspannter aus." Er klopfte ihr auf die Schulter. "Es freut mich, das mit deinen Kopfschmerzen zu hören... wir werden nur noch dein Blut untersuchen, um zu sehen wie die Werte nun sind. Ich will die Werte deiner weißen Blutkörperchen sehen... der Anteil war das letzte Mal sehr niedrig." Es belastete sie noch etwas anderes. "Da sie gerade hier sind... ich hab mir da etwas eingefangen... ich weiß nicht, ich vergesse neuerdings einiges." Murmelte Dar. "Und ich habe Schwierigkeiten mich zu konzentrieren... es fängt an, mich ein wenig zu stören." "Mm?" Nun wurde der Gesichtsausdruck des Arztes ernst. "In Ordnung... ich werde nachprüfen, ob in deinen Blutwerten etwas auffälliges ist... doch wahrscheinlich wird man dort nichts sehen... hast du Schwindelanfälle, oder Probleme mit deinem Sehvermögen? Bei deinem letzten Besuch hat mich dein Blutdruck beunruhigt..." Er setzte sein Stethoskop auf und hörte ihre Brust ab. "Nein... nun ja... nicht direkt schwindelig..." Versuchte Dar zu erklären. "Nur... ich tue etwas und auf einmal ist es weg... so als ob meine Aufmerksamkeit abgelenkt wird." "Hmm..." Dr. Steve drückte gegen ihre Schulter. "Leg dich hin." Dar tat es, schloss ihre Augen und spürte wie die Blutdruckmanschette sich um ihren Bizeps straffte. Ihr Verstand strömte davon und sie dachte an den bevorstehenden Tag. Oder um präziser zu sein, den bevorstehenden Abend und sie merkte wie sie lächelte, bis eine Hand an ihrer Schulter rüttelte. Sie öffnete ihre Augen und sah wie der Arzt sie mit einem verwirrten, besorgten Blick betrachtete. "Verdammt... Entschuldigung." Steve lehnte sich gegen den Tisch, wobei sein graues Haar über seine Stirn fiel. "Ich verstehe das nicht... dein Blutdruck ist in Ordnung... dein Herz kling gut... vielleicht sollte ich dich für eine Computertomographie eintragen." Dar rieb ihre Augen. "Vielleicht." Murmelte sie. Er schüttelte seinen Kopf. "Nun gut, lass mich schnell deine Blutwerte überprüfen und sehen, ob ich dort was finde... geh in mein Büro und warte dort. Ich glaube ich habe dort die neue PC World." "Oh, prima." Murrte Dar. "Alles über die neuen Fehler bei NT zu lesen... ist genau was ich brauche." Sie hopste jedoch vom Tisch, ging in Dr. Steve's komfortables Büro und sich in den Armsessel lümmelnd nahm sie das besagte Magazin. "Wo sind die Cartoons... zumindest kann ich darüber lachen." Sie las über die Hälfte des Magazins, bevor sie beständige Schritte auf dem Teppich hörte und blickte auf, als Dr. Steve mit einer Akte unter seinem Arm und einem eigenartigen Gesichtsausdruck hereingeschlendert kam. "Fertig?" Die Akte hinlegend ließ sich der untersetzte, grauhaarige Mann in seinen Stuhl fallen und blickte seine Hände über den Bauch verschränkend zu ihr. "Nun ja, meine Freundin... soviel ist mal sicher, deine Stressindikatoren sind runter." Dar ließ es zu, das ein schwaches Lächeln ihre Lippen verzog. "Das ist prima." Er nickte. "Mm... ja, es hat mich gefreut, das zu sehen... ich habe auch eine Auswertung der Hormone und anderer Anomalien gemacht... und ich glaube herausgefunden zu haben, was dein kleines Vergesslichkeitsproblem verursacht." Dar setzte sich gerade hin und sah ihn gespannt an. "Ja?" Ein feierliches Nicken. "Ja... ich befürchte das du einen erhöhten Endorphinspiegel in deinem Blutkreislauf hast, meine Freundin... besonders Oxytocin." Die dunkelhaarige Frau war überrascht. "Oh." Sie hielt leicht aufgeschreckt inne. "Was ist das... wodurch wird das verursacht?" Dr. Steve rieb seine Nase. "Nun ja... es ist ein Hormon das auf natürlichem Wege entsteht... hauptsächlich dann, wenn man sich gut fühlt... dein Körper produziert es unter bestimmten Umständen und man weiß, dass es die Symptome verursacht, die du beschrieben hast." Dar überlegte. "Was für Umstände?" Erkundigte sie sich. "Mm... in manchen Fällen, sportliche Betätigung... besonders Langstreckenläufe." Erwähnte Dr. Steve. "Machst du so was?" Ein Schulterzucken. "Zehn... zwölf Kilometer jeden Morgen." "Bist du heute morgen gelaufen?" Wollte Dr. Steve wissen. Dar schüttelte ihren Kopf. "Ich... nein." Erwiderte sie zögernd. "Heute morgen nicht." "Dann, ist es das nicht..." Der Arzt legte seine Finger zusammen. "Nimmst du irgendwelche Opiate?" "Was?" Dar's Augenbrauen zogen sich aufbrausend zusammen. "Steve, sie sollten es gottverdammtnochmal besser wissen." Eine Hand hob sich. "Okay... okay... es war nur eine Frage..." Ein winziges Grinsen spielte um seine Lippen. "Das eliminiert zwei von drei hauptsächlichen Ursachen." "Was ist die Dritte?" Kicherte Dar. "Schokolade essen?" "Sich zu verlieben." Antwortete Steve ruhig. "Oxytocin ist das Hormon, welches das Bedürfnis nach Berührung stimuliert." Dar starrte ihn, mit leicht herunterhängendem Kiefer und blinzelnden Augen, nur an. "Das ist... ah... nein, Steve, ich bin nicht..." Sie fuhr sich mit ihrer Hand durchs Haar. "Das ist nicht..." "Dar... entspann dich..." Der Arzt beugte sich nach vorne. "Atme, okay? Ich will nicht, dass du mir hier in meinem Büro umkippst... das macht keinen guten Eindruck auf die Krankenschwestern." Erwiderte er, sie liebevoll betrachtend. "Mein Gott, man könnte meinen ich hätte dir gerade mitgeteilt, dass du schwanger wärst oder so... es ist doch nicht schlimm verliebt zu sein, meine Freundin." Bemerkte er lächelnd. "Es ist gut für dich." "Aber ich bin..." Dar versuchte die Worte herauszupressen, doch es gelang ihr nicht. Jesus... das kann nicht sein... Ihr fielen ihre eigenen Worte ein, die sie zu Kerry vor, wie es ihr schien, Ewigkeiten gesagt hatte. Es ist, als wenn dein Körper es schon wüsste. "Sind sie... war das alles, Dr. Steve?" "Klar." Er blickte sie mit gelassenem Mitleid an. "Geh und mach einen Spaziergang, Dar... und schnapp etwas frische Luft... du bist weiß wie ein Laken." Sie nickte abwesend und ging hinaus, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein, bis sie draußen war, wo sie mechanisch ihren Wagen fand und die Tür öffnete. Sie ließ sich in den Sitz fallen und lehnte sich gegen das Lenkrad. "Er ist verrückt... er weiß nicht was er sagt... ich bin nicht..." Sie starrte auf ihr Armaturenbrett und sinnierte über die vergangenen Tage, und dachte darüber nach wie sie sich gefühlt hatte. Sie dachte darüber nach welches Gefühl ihr Kerry gab, und wie nur der Blick ihrer grünen Augen, durchdringende Gefühle durch sie jagte. Und darüber, wie es sie glücklicher als alles auf der Welt machte, diese blonde Frau nur zu umarmen. Darüber, wie sie mitten in der Nacht herausgefahren war, nur um eine kleine Beule am Kopf zu begutachten. Und, wie sie die Beziehung zu einem bedeutenden Kunden gefährdet hatte. Langsam lehnte sie sich zurück und ließ ihre Arme fallen, als sie die unleugbare Erkenntnis schlug. Oh, süßer Jesus... Ich bin verliebt. Ein schwaches Lächeln kämpfte sich seinen Weg aus ihrer Brust. Dann ergriff sie das Lenkrad und starrte durch die getönte Scheibe. Was mach ich jetzt?
"Okay, verstehen sie doch... es handelt sich lediglich um ein schwarzes Brett." Bemerkte Kerry, die kleine, aufgebrachte Frau, die gegenüber ihrem Schreibtisch saß, geduldig anblickend. "Ich weiß, dass es jeder mag, aber das Antriebsarray ist ausgefallen und sie müssen es ersetzen." Mit derartigen Fragen hatte sie sich schon den ganzen Tag herumschlagen müssen, da einer der Hauptserver ausgefallen war und ein Dutzend kleinerer, doch essentieller Anwendungen in Mitleidenschaft gezogen hatte. "Aber sie verstehen das nicht... wir haben darüber wichtige Mitteilungen laufen lassen." Entgegnete die Frau aufgebracht. Kerry straffte ihren blonden Kopf. "Es ist ein schwarzes Brett... ich dachte, es wäre um Sachen zum Verkauf anzubieten... Gesellschafts-Anzeigen... diese Art Dinge." "Nein... nein..." Die Frau sah frustriert aus. "Es ist folgendermaßen... wir lassen unsere ganzen sozialen Dinge darüber laufen... und Mary veröffentlicht diese kleinen Gedichte, die wirklich aufbauend sind... es ist wie eine Gemeinde. Ohne dies sind wir hilflos... keiner weiß was los ist!" Kerry faltete ihre Hände. "Helen, was genau wollen sie von mir?" "Kann es nicht schneller wiederhergestellt werden?" "Es ist ein Server-Antriebsarray... sie bestellen es gewöhnlich bei Hewlett Packard, und es muss konfiguriert werden... glauben sie mir, sie arbeiten so schnell als möglich." Erklärte Kerry. "Es ist nicht das Einzige was in Mitleidenschaft gezogen worden ist... der Drucker- und Faxdienst sind auch ausgefallen." Das Erste was sie von Mark zu hören bekam als sie ins Büro kam, waren die schlechten Nachrichten über ein komplett ausgefallenes Array. Eines für das sie keinen sofortigen Ersatz hatten, da es im Großen und Ganzen keine kritische Anwendung war, doch die Mitarbeiter hatten sich darüber mehr beklagt als bei dem Ausfall des SNA Servers. "Wir versuchen immer noch herauszufinden warum das Array ausgefallen ist." Postwendend sah die Frau sie vorwurfsvoll an und stand hastig auf. "Nun... ich hoffe sie beeilen sich... dort befinden sich eine Menge Sachen die ich brauche." Bemerkte sie und sah dabei Kerry unfreundlich an. "Ich bin sicher, das Ms. Roberts die Angelegenheit bereits gelöst hätte." Sie stiefelte aus dem Büro, und ließ eine verwirrt aussehende Kerry zurück, die leicht ungläubig ihren Kopf schüttelte. "Nein... sie hätte dir gesagt, dass du deinen nach Gardenien riechenden Hintern aus ihrem Büro schieben sollst." Erklärte sie ironisch der geschlossenen Tür. Dann seufzte sie und sah auf die Uhr. "Da wir gerade davon sprechen... wo zum Teufel steckt sie?" Es war kurz vor Mittag und es gab immer noch kein Zeichen von ihrer Chefin. Kerry hatte ein Programm aufgerufen das periodisch nach Dar's Login suchte und bis jetzt glänzte die Direktorin nur durch ihre Abwesenheit. Kerry trommelte mit ihren Fingern auf den Schreibtisch, dann nahm sie das Telefon und wählte eine Nummer. "Hi, Maria." "Hallo, Kerrisita." "Haben sie schon irgendetwas von der Chefin gehört?" Fragte Kerry, wobei sie versuchte nur leicht interessiert und nicht besorgt zu klingen. "Ich habe einige Unterlagen, die ich mit ihr durchgehen muss." Maria seufzte. "Nein Liebes... sie und jeder andere in der Welt sucht nach ihr... erfolglos. Ich versuchte es auf ihrem Handy, dem Pager, nichts... ich hoffe, das sie in Ordnung ist." Kerry spürte wie sich eine tiefe Besorgnis in ihrem Magen einnistete. "Ja... ich auch... das sieht ihr gar nicht ähnlich." Murmelte sie, als ob sie nach weniger als einem Monat eine Expertin darin wäre. "Si... aye... Moment... ich höre ihre Stimme." Erklärte Maria erleichtert. "Okay... großartig... danke Maria." Kerry legte mit den gemischten Gefühlen von Erleichterung und Erwartung auf. Du kannst da nicht einfach hineinsausen, Kerry... gib der Frau eine Chance sich zu akklimatisieren. Sie beschloss stattdessen sich eine Tasse Tee zu holen, also öffnete sie ihre Schublade, nahm einen Teebeutel mit Brombeergeschmack heraus und nachdem sie ihre Tasse geschnappt hatte ging sie zur Tür. In der Küche war es relativ ruhig und sie warf den zwei anderen Frauen ein Lächeln zu, als sie etwas Süßstoff in ihre Tasse gab und dann kochendes Wasser aus dem Spender über den Teebeutel goss. "Hey, Kerry..." Begrüßte sie eine der Frauen, die an einem kleinen Tisch saß und aufblickte. "Wie ich hörte haben sie sich für das Fitnessstudio eingetragen... gehen sie heute Abend hin?" Die blonde Frau nickte. "Jawohl. Sicher hab ich das... ich freue mich wirklich darauf. Ich habe mich für etwas leichte Aerobics und diesem Selbstverteidigungskurs eingetragen." Ihren Teebeutel eintauchend ging sie lässig hinüber und lehnte sich gegen die Wand. "Gehen sie auch?" Sie erinnerte sich, das der Name der Frau Candy war, ein außergewöhnlich unpassender Name für die gewöhnlich schnippische Verwaltungsassistentin. Candy lehnte sich seufzend zurück und nickte. "Klar..." Sie klopfte auf ihre Schenkel und verzog ihr Gesicht. "Ich dachte, es reicht mit dem Hometrainer zu Hause... doch ich mach nicht genug und nun zeigt es sich... ich habe in den letzten zwei Monaten 4,5 Kilo zugelegt und entweder ich gehe in diese gottverdammte Fitnessstudio, oder ich kauf mir neue Klamotten." Bemerkte sie zu Kerry blickend. "Selbstverteidigung, wie? Das hört sich von Dar Roberts Assistentin recht komisch an... und was zum Teufel ist mit ihrem Kopf passiert?" Kerry seufzte. "Ein enges Zusammentreffen mit einem Lieferwagen... ich war gestern abend rollerbladen." Erklärte sie. "Noch ein Grund mehr stattdessen ins Fitnessstudio zu gehen... es gibt dort weniger Hindernisse." Fügte sie ironisch hinzu. "Und zudem ist es klimatisiert... hat eine Sauna..." "Oh ja... und diese gutaussehenden Körper die dort herumlaufen." Fügte Candy grinsend hinzu. "Mein Freund weigert sich dorthin zu gehen... er sagt, dass diese kleinen Bäuchlein ihn rotwerden lassen." Bemerkte die andere Frau kichernd, jemand vom Marketing wie sich Kerry erinnerte. "Nun, das ist Selbstverleugnung." Protestierte Kerry. "Wenn er für eine Weile dahin geht, würde er sich darüber keine Sorgen mehr machen müssen!" Sie nahm den Teebeutel heraus und nahm einem Schluck von ihrem gesüßten Tee. "Aber ich weiß wie er sich fühlt... durch all diese Besuche im Erdgeschoss, habe ich, seitdem ich hier arbeite, selbst ein paar Pfund zugenommen." Bemerkte sie beiläufig, sich auf die kubanische Cafeteria im Erdgeschoss beziehend. Candy schnaufte. "Kerry, lassen sie sich eins sagen, sie könnten ihr Gewicht verdoppeln, bevor es jemand bemerken würde... aber ähm..." Sie sah sich um und dann wieder zu der blonden Frau. "Wie ich durch die Gerüchteküche gehört habe gesellt sich ihre Chefin zu der Fitnessgruppe... stimmt das?" Zögernd wählte Kerry ihre Worte sorgfältig aus. "Tatsache ist... das ich glaube gehört zu haben, wie sie es neulich sagte... also ja... ich denke das macht sie." Sie hielt inne. "Warum?" "Interesse... das ist alles... zuerst nimmt sie an dem Wohltätigkeittag teil, und nun das... versucht sie ihr Image zu ändern oder so?" Erkundigte sich Candy hinterhältig. Gefährliches Gewässer spürend zuckte Kerry nur mit ihren Schultern. "Sie sagte, das sie bei dem Freiwilligentag an der Reihe war... und was das andere betrifft... wer weiß? Ich bestimmt nicht... sie sagte, das sie dieses Kletterdings oder so benutzen wollte... vielleicht ist das der Grund?" "Vielleicht?" Flötete Candy während sie aufstand und hinausschlenderte. "Ich denke, wir werden es heute abend herausfinden, wie? Vorwärts Drucie... die Pause ist vorüber, lass uns wieder schuften gehen." Sie sah zu Kerry. "Bis dann." "Bis dann." Bemerkte Kerry gezwungen und verzog ihr Gesicht. Seufzend nippte sie an ihrem Tee und ging dann aus der Küche den Flur hinunter, öffnete ihre Bürotür und ging hinein. Sie war schon mehrere Schritte im Raum als sie bemerkte, das etwas auf ihrem Schreibtisch stand. Mit der Tasse in der einen Hand und die andere an ihrer Taille starrte nur. Mitten auf ihrem Schreibtisch stand eine kleine Kristallvase mit einer einzelnen purpurroten Rose. Kurz keuchend ging Kerry näher heran, stellte ihre Tasse ab und nachdem sie den Schreibtisch umrundet hatte setzte sie sich in ihren Stuhl und legte ihre Hände an beide Seiten der Vase. Die Blume war wunderschön, sie war groß mit dichten Blütenblättern, die einen wunderbaren Duft ausstrahlten, und die schmale, facettierte Vase glitzerte in dem durch das Fenster hereinkommende Licht. "Oh mein Gott... das ist prachtvoll." Keuchte Kerry, während sie die Blume mit leicht zitternden Fingern berührte. "Warst du das, Dar?" Hauchte sie. Diese plötzlich romantische Geste berührte sie tief und seufzend stützte sie ihr Kinn auf ihrer Faust ab, und während sie den zarten Duft inhalierte, ließ sie es zu, das sich ein winziges Glücksgefühl in ihrem Inneren entzündete. Schließlich setzte sie sich auf und schob die Vase liebevoll zur Vorderseite ihres Schreibtisches und richtete sie peinlich genau aus, bevor sie aufstand und mit ihren Händen durch ihr Haar fuhr. "Ich denke, dass ich mich bedanken sollte." Erzählte sie ihrem Computerbildschirm, bevor sie zur Hintertür hinausglitt und den Betriebsflur hinunterging.
"Also, wo genau ist das Problem?" Erkundigte sich Dar, während sie ihr Kinn auf ihrer Faust abstützte und Mark nachsichtig anblickte. "Ich dachte, das du ein neues Raid-Array bestellt hast." "Das hab ich." Seufzte der kräftige, dunkelhaarige Mann und rieb seine Augen. "Doch HP sagte, dass sie kein genaues Duplikat beschaffen können... wenn wir es ersetzen wollen, müssen wir eine größere Einheit einbauen." "Okay." Stimmte Dar zu. "Dann mach es." Braune Augen blinzelten sie an. "Was?" "Welchen Teil hast du nicht verstanden?" Fuhr ihn Dar an. "Mark, ich bin es leid jammernden Sekretärinnen zuzuhören, die ihre Liebesgedichte nicht bekommen können... sorg dafür, das dieses gottverdammte Array herkommt, bevor ich sie mit einer Schrotflinte durchsiebe." "Dar... wir reden hier über eine Menge Geld." Protestierte Mark. "Es ist kein prekärer Server." "Maria sagte mir, das Kerry den größten Teil des Vormittags damit verbracht hat, Leuten zuzuhören die ihr erzählten wie wichtig das verdammte Ding ist, und ich habe nicht die Absicht die Zeit einer wertvollen Mitarbeiterin damit zu verschwenden!" Brüllte Dar. "Beschaff dieses verdammte Ding, es ist mir egal was es kostet!" "Um Himmels willen!" Rief Mark aus seinem Stuhl aufspringend und zurückweichend. "In Ordnung... alles klar... doch wenn die Rechnung kommt, dann erzähl mir nicht, ich hätte es dir nicht gesagt." "Mach es einfach." Ordnete Dar an. "Und was mich noch interessiert, wie zum Teufel konnte das verdammte Ding überhaupt den Bach runtergehen?" Mark blieb an der Tür stehen und seine Lippen verziehend blickte er nach hinten. " Ähm... sie haben ein... nun ja, ein Multimediaclip ist beim Herunterladen außer Kontrolle geraten." Er räusperte sich. "Er hat sämtliche Ressourcen verbraucht, dann die Zuordnungstabelle beschädigt... und als der Server seinen Geist aufgab, hat es die Kontrollerkarte des Laufwerks herausgehauen." Dar saß mit ihren Händen auf dem Schreibtisch liegend nur da. "Du willst mir nicht erzählen, dass einer von diesen Technikerfreaks ein Array ruiniert hat." Er nickte. " Ähm... sie hatten einen Clip heruntergeladen in dem Leonardo DiCaprio nackt tanzt." Entgegnete er und machte sich dann, eine ungläubig zur Tür starrende Dar zurücklassend, aus dem Staub. Das Telefon läutete. Dar drückte auf die Taste. "Ja.?" "Guten Tag, Dar!" Erfüllte Les' fröhliche Stimme den Raum. "Haben sie mein Geschenk erhalten?" Dar sah sich auf ihrem Schreibtisch um und erspähte einen kleinen gesellschaftsinternen Umschlag. Sie zog ihn zu sich und nachdem sie ihn geöffnet hatte linste sie hinein. "Les, das ist reizend... doch wie sie wissen, habe ich keine Zeit für eine verdammte Kreuzfahrt." Entgegnete sie seufzend, als sie bemerkte das es sich um eine Alaska-Kreuzfahrt handelte... Les hatte erkannt, das jemand der in Miami lebte, sich wohl schwerlich eine Kreuzfahrt durch die Sonne und dem Sand der Karibik wünschen würde. "Ich befehle es ihnen, Dar." Wandte der Hauptgeschäftsführer ein. Mit den Tickets zwischen den Fingern spielend seufzte sie. "Ich sag ihnen was... ich werde die Kreuzfahrt für ein langes Wochenende in den Keys eintauschen..." Sie hielt inne. "Für zwei." Fügte sie hinzu und verzog verschmitzt grinsend ihr Gesicht. "Wie wär' das?" "Für zwei?" Erkundigte sich Les leicht neugierig. "Dar, ich wusste gar nicht, dass sie sich mit jemandem treffen." Ein leises Kichern. "Hab ich das gesagt, Les? Ich habe nur gesagt, dass ich ein Wochenende für zwei möchte... vielleicht will ich nur etwas Gesellschaft." "Ho ho ho..." Gluckste Les. "In Ordnung, sie haben's geschafft... ich werde Beatrice sagen... dass sie ihr mitteilen was sie haben möchten." Eine gedämpfte Stimme im Hintergrund war zu hören. "Hoppla... ich muss los, Dar... wir reden später." Lächelnd die Tickets in ihren Händen herumdrehend betrachte Dar ihren Schreibtisch, und blickte dann auf als sich die Innentür öffnete und Kerry hereinspähte. Diesmal verleugnete sie den Gefühlsandrang nicht. Sie akzeptierte ihn einfach und sah zu wie Kerry die Tür aufstieß und genoss es ihren fesselnden Gang zu betrachten als sie über den Teppich schritt. "Hi." Kerry kniete sich an ihre Seite und um die Balance zu halten legte sie eine Hand auf ihr Knie. "Hi." Erwiderte sie mit leicht heiserer Stimme. "Ist diese Überraschung von dir?" Dar nickte. "Ja doch." Keine Entschuldigungen. Keine Erklärungen. Ein zartes Erröten zog sich über Kerry's Gesicht. "So etwas habe ich noch niemals bekommen... es ist großartig." Sie atmete aus. "Herzlichen Dank." Sie anstarrend griff Dar nach vorne und schob eine Strähne blonden Haares aus ihrem Gesicht. "Du hast noch nie Blumen bekommen, Kerry? Das kann ich kaum glauben." Ein zögerndes Kopfschütteln. "Nein... es..." Sie hielt inne. "Nein, noch niemals." Sich ihrer intimen Position bewusst schnellten ihre Augen zur Tür. "Ich war ziemlich besorgt... du meintest, das es nicht so lange dauern würde... Maria war auch beunruhigt." "Ach." Dar nahm charmant den Themawechsel an. "Ich musste noch einige Dinge erledigen... und ich hab den Pager und das Handy im Wagen liegen lassen... ich hätte hier anrufen sollen." Sie räusperte sich. "Hast du schon zu Mittag gegessen?" Kerry schüttelte ihren Kopf. "Nein... ich war damit beschäftigt mir die Klagen über den blöden Server anzuhören." "Vorwärts." Dar stand auf und bot ihr eine Hand als Hilfe an. "Ich höre einen Cheeseburger meinen Namen rufen." Sie zog Kerry hoch und umarmte sie überraschenderweise kurz. "Lass uns gehen."
Das Fitnessstudio war charakteristisch, es roch nach Chlor vom Schwimmbad, dem Öl der verschiedenen Fitnessgeräte, und dem überwältigenden Machoduft, der sich über alles wie ein fettiger Überzug zu legen schien. Dar beende ihre Übung an dem Nautilusgerät und wischte sich den Schweiß von ihrem Gesicht, wobei sie die Seitenblicke ihrer Mitarbeiter ignorierte, die durch ihre Anwesenheit zwischen Erstaunen und Ungläubigkeit gefangen zu sein schienen. Sie musste zugeben, dass sie nicht wirklich bei der Sache war, also ließ sie es während der verschiedenen Übungen leicht und locker angehen und ihre Gedanken abschweifen. Sie hatte an diesem Vormittag mehrere Stunden damit verbracht am Strand zu spazieren und die Wellen gegen ihre nackten Füße spülen zulassen, bis sie sich beruhigte und überlegte was sie nun tun sollte. Zunächst einmal... musste sie herausfinden was Kerry für sie empfand. Jetzt damit herauszuplatzen, wenn die blonde Frau diese Gefühle nicht teilte, würde im günstigsten Fall peinlich sein, und im schlimmsten Fall nicht wieder gut zu machender Schaden entstehen. Was war also zu tun? Um irgendwelche Anzeichen hinter diesen grünen Augen zu erkennen, hatte sich Dar zu einen subtilen Feldzug von Aufmerksamkeiten entschlossen, wovon die Rose ein Teil gewesen war. Sie wusste das Kerry sie mochte, aber mehr als das? Seufzend legte Dar ihr Kinn auf die Querstange der Zugmaschine, die sie gerade benutzte. Sie fühlte sich... ein klein wenig nervös und ein bisschen unsicher, jedoch schon zweimal, zweimal... hatte sie Kerry, wenn die blonde Frau dachte, das sie sie gerade nicht sah, dabei beobachtet wie sie ihr sehr gefühlvolle Blicke zuwarf, und es keimte in ihr die schüchterne Hoffnung auf, das es diesmal... Wenn sie ehrlich zu sich war, dann musste sie zugeben, dass sie sich größtenteils aus Angst so vorsichtig verhielt, die Angst ihre größte Verwundbarkeit jemandem zu offenbaren, den sie weniger als einen Monat kannte. Leidige Umsicht diktierte Vorsicht, verlangte von ihr zu warten und zu sehen, ob Kerry's offensichtliche Zuneigung zu ihr etwas mehr als lediglich die oberflächliche Einbindung in der Erkundung ihrer Sexualität war. Der Selbstverteidigungskurs versammelte sich in dem großen offenen Bereich direkt vor den Beinpressen. Es handelte sich um eine Gruppe von ungefähr Eindutzend Leuten, zusammengewürfelt aus zwei jungen Männern bis zu einer älteren Frau mit einem unsympathischen, kämpferischen Kiefer. Der Lehrer war ein großer, bärtiger Mann, der angeberisch seinen schwarzen Gürtel umschnallte und sich in einem Tonfall bei seinen Zuhörern Aufmerksamkeit verschaffte, der Dar auf die Nerven ging. Kerry saß mit ihren Ellbogen auf ihren überkreuzten Beinen liegend und ihren Kopf aufmerksam angespannt, fast an einem Ende des Halbkreises. Dar konnte das schwache Heben ihrer Augenbraue erkennen, während sie zuhörte, und sie vermutete, das die blonde Frau mit dem was ihr erzählt wurde einige Probleme hatte. "Na... so was... wen haben wir denn hier." Dar wäre bei der lauten, pseudofreundlichen Stimme beinahe aufgesprungen. Sie drehte ihren Kopf und starrte zu Jose. "Hübsches Stirnband." Bemerkte sie trocken, als sie die Charaktere von Southpark darauf entdeckte. "Komisch, aber wenn ich sie ansehe, muss ich an Cartmann denken." Jose glotzte sie an und berührte dann seinen Kopf. "Merde... meine Kinder haben mir das gekauft... ich seh mir einen solchen Mist nicht an." Dar fand das komisch und rieb ihren Kiefer um ihr Grinsen zu verbergen. "Sie haben einen guten Geschmack." Erwiderte sie und betrachtete sein Outfit. Sie müssen adoptiert sein, fügte sie in Gedanken hinzu. Jose trug enge purpurfarbene Bikershorts und ein Tank-Top, das keinesfalls seinen hängenden Bauch verdeckte. Sie selbst hatte eine praktische kurze Baumwollhose und ein in der Mitte abgeschnittenes Top an, wodurch ihr gebräunter Körper bescheiden betont wurde und ansonsten nur zweckmäßig war. "Ich werde es ihnen sagen... also, was machen sie hier?" Fragte Jose scharfzüngig. "Und erzählen sie mir nicht, dass es auf ihrem phantastischen Eiland kein Fitnessstudio gibt." Dar hob eine Hand und zeigte auf das Trainingsgerät. "Ich mache hier was jeder andere hier auch tut, Jose... es ist näher am Büro, hat eine größere Auswahl an Geräten, und es gibt hier eine Kletterwand." Sie hielt inne. "Warum zum Teufel interessiert es sie?" Er zuckte mit seinen Schultern. "Das tut es nicht... es ist nur außerordentlich seltsam sie hier zu sehen... ich komme nun schon seit einem Jahr hierher, und ganz plötzlich stellen sie fest, das es ihnen auch gefällt?" "Oh ja, ich kann ihre Fortschritte sehen." Dar warf ihm ein frostiges Lächeln zu. "Jose, verschwinden sie aus meinem Gesichtskreis... wir sind hier nicht im Büro, und ich muss zu ihrer hässlichen Visage nicht höflich sein." Sie stand auf und kostete es weidlich aus, dass sie ihn um mindestens fünf Zentimeter überragte. "Ich schlage ihnen was vor... versuchen sie mit etwas anderem als ihrem Mund zu betätigen... es könnte helfen." Ihn brodelnd an der Zugmaschine sitzen lassend stolzierte sie davon und entfloh in den Gewichtheberbereich, wohin er ihr mit Sicherheit nicht folgen würde. Das war der Bereich der Dandy's die es ernst nahmen. Dar ließ ihre Augen über die ernsten, schwitzenden Gesichter schnellen, die sich während ihrer Gewichthebeübungen ihm Spiegel beobachteten. Einige hielten inne und warfen ihr einen verächtlichen Blick zu, bevor sie sich wieder selbstverliebt betrachteten. Spürend wie der Schalk in ihr aufstieg beanspruchte sie eine von den Drückerbänken, legte eine Hantelstange darauf und befestigte sorgfältig den Verschluss der Gewichte. Dann legte sie sich hin, platzierte ihre Hände präzise um die Stange, und sich auf das Gewicht konzentrierend bereitete sie ihren Körper auf die Anstrengung vor. Ein tiefer Atemzug. Ein Zweiter. Dann schlang sie ihre Finger um das raue Metall der Stange, und um eine sichere Abstützung zu gewährleisten, stemmte ihre Füsse fest auf den Boden. Dann nahm sie einen letzten Atemzug und ihre Arme ausstreckend drückte sie die Hantelstange nach oben, und gab ihren Muskeln die Gelegenheit sich an den Schock der Anstrengung gewöhnen. Langsam senkte sie die Hantelstange bis zu ihrer Brust, dann stieß sie sie wieder nach oben und sich konzentrierend spannte sie ihre Schultern an. Im Bereich ihrer Aufnahmefähigkeit nahm sie die kurze Stille um sie wahr und bevor sie die Übung zehnmal wiederholte grinste sie, dann legte sie die Hantelstange auf ihre Halterung zurück. Ein angenehmer Schmerz durchzog ihren Oberkörper und ihre Nachbarn betrachtend entspannte sie sich. Eine Menge aufgerissener, verstohlen dreinblickender Augen fanden andere Dinge zum Anblicken und nach kurzer Zeit begannen sie wieder ihre Gewichte zu stemmen. Dar grinste schelmisch zur Decke, dann rieb sie ihre Hände zusammen und wandte sich einem weiteren Satz zu. Eins war sicher, es war mehr als üblicherweise, doch in der Stimmung in der sie sich jetzt und hier befand, wollte nicht aufhören. Das Vermächtnis von jahrelanger Sport- und Kampfsportausübung hatte ihr einen kräftigen, funktionalen Körper beschert und manchmal tat es gut ihn ein bisschen aufzuwecken. Außerdem. Dar schielte nochmals. Kerry beobachtete sie. Blaue Augen funkelten zu den Deckenfliesen.
Nachdem der Lehrer eine Stunde lang, einen Vortrag über Bewegungsabläufe und der Vorbereitung des Körpers gehalten hatte, machten sie nun eine Pause. Kerry hatte die Lektion mit dem Gefühl in sich aufgesogen, dass sie eine sechsmalige Wiederholung nicht brauchte, sie war jedoch willig ihre Zunge im Zaum zu halten, da dies schließlich ihre erste Lektion war. Sie lehnte sich gegen einen Stapel von Matten und nippte an ihrem Becher mit Wasser während sie ihre Augen herumstreifen ließ, welche geringfügige Schwierigkeiten hatten, Dar zu finden. Die große, dunkelhaarige Frau hatte sich in den Bereich der Gewichtheber verzogen und praktizierte dort Brustdrücken. Kerry bemerkte, wie sich ihre Augen an den Anblick hefteten und wunderte sich, wie sie Schweiß, um alles in der Welt sexy finden konnte. Sie drehte ihren Kopf als Colleen sich zu ihr gesellte, die sofort erkannte wohin Kerry blickte. "Mm... mm... mm..." Gluckste Colleen leise. "Was sind wir gerade so maskulin." "Col." Entgegnete Kerry ihre Augen verrollend. "Komm schon Ker... in einer Minute wird sie diesen kleinen Kämpfern etwas vormachen... siehst du das... ooh, schau nur... er hat seine Hantel auf seinen Fuß fallen lassen." Die blonde Frau lachte. "Oha... das ist nicht komisch." Sie beobachtete, wie der muskelbepackte Mann herumhüpfte, dann die Balance verlor und auf den Boden krachte. Teilweise erwartete sie, dass er durch seine gummiartig ausgebauchte Figur vom Boden zurückprallen würde. Dar hatte sich bei dem Geräusch auf ihre Ellbogen hochgezogen und still dasitzend sah sie sich das Ganze vergnügt an. "Wir sind dabei... uns... ganz schön... aufzupumpen..." Flüsterte Colleen. "Gott... hast du jemals so etwas selbstverliebtes gesehen?" "Hm?" Kerry riss ihre Augen von Dar's entspanntem Körper, der sie, mit dem kaum sichtbaren Muskelspiel unter der Haut, fesselte, und sich so sehr von denen ihrer stämmigen Nachbarn unterschied. "Was?" Die Rothaarige verrollte ihre Augen. "Da wir gerade von absorbieren reden..." "Entschuldige." Kerry errötete. "Ähm... es sieht so aus, als ob der Kurs weitergeht." Sie zog Colleen zu der Stelle, wo der Ausbilder sie versammelt hatte, und zwang sich ihre Aufmerksamkeit auf ihn zu konzentrieren. Sie kam zu dem Schluss, das es nicht so schwer war. Er ließ sie mit einfachen Wiederholungsübungen anfangen, die sich zuerst etwas ungewohnt anfühlten, doch nach einigen Wiederholungen schien es ihr natürlicher vorzukommen. Sie fand ihre Harmonie und arbeitete sich erfolgreicher durch die Bewegungen, als die etwas rundlichere Colleen und wesentlich besser als einer von den zwei Jungs. Sie bemerkte, dass er zu schnell gewachsen war und deswegen seine Bewegungen völlig unkoordiniert waren. Er versuchte es, doch er kam mit den Übungen einfach nicht zurecht, seine Arme und übergroßen Füße waren im ständig im Weg und frustrierten ihn. Kerry ging zu ihm hinüber und machte ihm höfliche Vorschläge, wofür sie einen rührselig dankbaren Blick von ihm erhielt. "Nein... schau... er muss es selbst machen." Wandte der Ausbilder ein und scheuchte sie mit einer Handbewegung fort. "Vorwärts, Dickwanst... nimm deinen Kopf aus deinem Arsch und beobachte deine Füße." Kerry warf ihm einen empörten Blick zu. "Die Leute zu beleidigen hilft ihnen nicht sich zu konzentrieren." Teilte sie dem Mann mit. "Pass auf, Süße... ich hab nicht um deine Meinung gebeten, okay? Jetzt geh zurück zu deiner pummeligen Freundin und lass uns damit fertigwerden." Er hatte sich halb herumgedreht als er herumgerissen wurde und in eisige grüne Augen und ein wütendes Gesicht sah. "Hör zu du Pferdearsch..." "Sieh mal... entweder du gehst jetzt darüber und machst was ich sage, oder du verschwindest hier und machst Aerobics für Schwächlinge, in Ordnung?" Blaffte er sie an und gab ihr einen Schubs. Oder besser gesagt er versuchte es, doch sein Arm wurde von hinten mit einem so festen Griff gehalten, dass er herumgewirbelt wurde. "Was zum Teufel..." Dar griff nur noch fester zu. "Weißt du, hässliche Maulhelden, die glauben etwas zu sagen zu haben, bringen mich auf die Palme." Bemerkte sie gelassen. "Es wird von dir erwartet die Leute im Kampfsport auszubilden und sie nicht als deine persönlichen Blitzableiter zu benutzen." "Sag du mir verdammt noch mal nicht was ich zu tun habe... wer zum Teufel glaubst du wer du bist?" Bellte der bärtige Mann ihr ins Gesicht. "Lass mich los, oder ich tret' dir in den Arsch." Ihn anlächelnd lehnte sich Dar näher zu ihm. "Du Esel könntest mich nicht mal berühren, wenn dein Leben davon abhinge." Ohne Vorwarnung riss sie ihn an sich, wirbelte ihn herum und fegte dann mit einem kraftvollen Tritt seine Füße unter ihm fort und schickte ihn zu Boden. "Miststück." Er rappelte sich hoch und ging auf sie los, wobei er sich mit mäßigem Können zu einer Seite bewegte und dann nach vorne griff um einen Halt zu bekommen. Sie fing seinen Arm ab, duckte sich unter ihm durch und nachdem sie an ihm vorbei war wirbelte sie herum, zog ihn über ihre Schulter und warf ihn wieder auf die Matte. Er stieß sich von der Matte ab und versuchte einen Tritt. Sie fing ihn ab, dann erwiderte sie die Gefälligkeit mit einem seitlichen Rundtritt, der seine Brust traf und wieder zu Boden schickte. Dann waren sie im vollen Kampfgeschehen, und sie mischte Griffe mit kräftigen Schlägen, wobei sie seinen besten Anstrengungen auswich und zum Schluss ihren Ellbogen gegen seinen Kiefer schmetterte, womit sie ihn wie ein Brett fallend auf die Matte schickte. Während sie wartete, ob er wieder hochkam, sprang sie leicht auf der Stelle. Ich sollte dies nicht so sehr genießen. Erkannte Dar reumütig, als sie Kerry's gespannten Blick gewahr wurde. "Hey... was ist hier los?" Ein kleiner, o-beiniger Mann bahnte sich einen Weg durch die in der Zwischenzeit angesammelte Menschenmenge, starrte zu dem keuchenden Mann auf der Matte und dann zu Dar. "Was zum Teufel ist hier passiert?" Dar sah zu ihm. "Ich hatte etwas an seinem Unterrichtsstil auszusetzen." Entgegnete sie ausdruckslos, während ihre Augen den anmutigen Körperbau des Neuankömmlings hereinnahmen. "Er tendiert dazu beleidigend zu sein." Der Mann ließ eine Tirade von Flüchen los. "Frank, mach das du hier verschwindest. Ich habe von deiner Streitsucht genug." Er stieß den Mann mit seinem Fuß an. "Hau ab... ich überlege mir später was ich mit dir mache." Dar wütend anblickend kam der bärtige Mann auf seine Füße und schlich sich, die Leute aus den Weg schiebend, davon. Der kleine Neuankömmling blickte zu Dar hoch und seine Hände in die Hüfte stemmend betrachtete er sie. "Sie wissen offensichtlich, was sie machen." Ihre Kleidung zurechtrückend zuckte Dar kurz mit ihren Schultern. "Ich habe mich früher damit befasst." Gab sie zu und bemerkte den zustimmenden und interessierten Blick, den er ihr zuwarf. "Ich vermute mal, das sie das Gleiche gemacht haben." "Könnte sein... könnte sein." Seufzte der Mann und wandte sich dann den Kursteilnehmern zu, die alles fasziniert beobachteten. "Hört zu Leute... es tut mir leid... ich werde versuchen für nächste Woche einen anderen Ausbilder zu besorgen... und gebe euch als Entschädigung eine Extralektion." Die Menge löste sich auf und ließ die beiden alleine. Dar traf auf Kerry's Augen während diese sich zurückzog, und bekam von der blonden Frau ein Blinzeln und ein mit den Lippen geformtes Oh Mann zugeworfen. Sie betrachteten sich gegenseitig und der Mann streckte seine Hand aus. "Ken Yamamura." "Mm... sie haben vor zwei... nein drei Jahren, die Landesmeisterschaften gewonnen." Erzählte ihm Dar und erwiderte seinen Händedruck. "In der letzten Runde haben sie diesen Kraftmeier mit den roten Haaren aus Orlando besiegt." Er blinzelte. "Oh Mann... jawohl, das hab ich tatsächlich... ähm..." Sie lächelte. "Dar Roberts." Sein Kiefer klappte herunter und seine Augen begannen zu leuchten. "Heiliger Buddha in der Flasche... ich wusste, dass sie mir bekannt vorkamen!" Bemerkte er freudestrahlend. "Schei... oh Mann, ich war dabei als sie die Nationals gewonnen haben... ich habe niemals wieder etwas wie dieses Finale gesehen." Dar senkte bescheiden ihren Kopf. "Lange Zeit her..." Bemerkte sie. "Obwohl es mich freut sie endlich kennenzulernen." "Phantastisch... überleg sich das mal einer... ein Mittwoch wie jeder andere und ich bekomme zu sehen wie Dar Roberts meinen gottverdammten, nutzlosen Schwager windelweich prügelt..." Er seufzte. "Ich muss nun jemand anderen besorgen... ich weiß, dass er nicht viel taugt, aber ich dachte, dass er zumindest diesen Neulingen etwas von den Grundbegriffen beibringen könnte." Ihre Augen zu Kerry schnippend, die sie gegen einen Handtuchhalter gelehnt beobachtete, holte Dar Luft. "Hören sie... wenn sie wollen, dann werde ich die Gruppe unterrichten... ich wollte sowieso regelmäßig Mittwochabend herkommen." Er starrte sie an. "Sie verulken mich, stimmt's?" Ein Kopfschütteln. "Nein... ich habe über die letzten Jahre nur gelegentlich etwas gemacht... ich könnte etwas Praxis gebrauchen." "Oh Mann... da werde ich nicht nein sagen... vielleicht... ich habe das letzte Jahr auch nicht viel gemacht... nach diesem letzten Kampf hab ich mir das Knie verrenkt... und es ist seitdem nie wieder richtig geheilt, doch... wenn sie wollen, könnten wir ein wenig zusammen trainieren... zumindest wäre ich eine größere Herausforderung als diese Kinder." Dar überlegte. "Klar... in Ordnung, das hört sich wie eine Abmachung an." Sie nickte. "Das gefällt mir." Ihr Sparringspartner auf der Insel war bestenfalls ein Anfänger... und in letzter Zeit hatte sie es etwas schleifen lassen. Vielleicht brauchte sie eine Herausforderung... um den Rost von einigen Fähigkeiten zu klopfen. "Tragen sie mich ein." "Großartig." Jubelte Ken breit grinsend, was seinem Gesicht ein elfenhaftes Aussehen verlieh. "Ich setzte sie auf die Gehaltsliste." Dar winkte ab. "Nein danke... ich brauch es nicht... benutzen sie es um eine Grundausstattung für diese Leute zu besorgen... okay?" "Abgemacht." Ken streckte Dar seine Hand hin. "Dar, es freut mich mit ihnen zusammengetroffen zu sein... dies ist eine Geschichte, wie man sie sich am Lagerfeuer erzählt." Diese Bemerkung sandte eine Prickeln über ihren Rücken. "Es freut mich auch ihnen begegnet zu sein, Ken... bis nächste Woche." Sie sah zu wie er ging und atmete dann aus. "Zum Teufel, auf was hab ich mich da eingelassen?" Fragte sie sich als Kerry zu ihrer herübergeschlendert kam und ihr eine Flasche Wasser anbot. "Oh Mann." Die blonde Frau lächelte sie an. "Das war recht eindrucksvoll." "Ach was, Kerry..." Schnaufte Dar und nahm dann einen großen Schluck von dem Wasser. "Selbst Jose hätte ihn auf den Hintern werfen können... er hatte keine verdammte Ahnung." Sie seufzte. "Was für ein Idiot." "Nun ja... aber wird seine Ersatz besser sein?" Wollte Kerry wissen. "Ähm... eigentlich bin ich das." Murmelte Dar. "Was?" Die blonde Frau lehnte sich näher heran. "Habe ich gerade richtig verstanden, was ich denke gehört zu haben?" Dar warf ihr einen verlegenen Blick zu. "Ich habe mich angeboten... ich hatte ein schlechtes Gewissen diesen Kindern gegenüber... und wenn ich sowieso hier bin... was zum Teufel soll's also, richtig?" "Mm." Kerry lächelte sie an. "Kann ich ein paar Privatstunden bekommen?" Frotzelte sie. "Klar." Stimmte ihre Begleiterin zu. "Bist du hier fertig?" Sie blickte sich um. "Wenn ich mich nicht irre, so glaube ich dir ein heißes Bad versprochen zu haben." "Au..." Kerry streckte ihre Arme aus. "Nach diesem Kletterding und den Übungen... sicher, ich würde es lieben." Mit prickelnder Vorfreude legte sie ihr Handtuch über ihre Schultern. "Nebenbei bemerkt, bin ich am verhungern." Kichernd schnappte sich Dar ihr eigenes Handtuch. "Dagegen kann ich auch etwas machen." Blödelte sie liebevoll. "Komm schon." Sie holten ihre Taschen aus dem Umkleideraum, und das Fitnesscenter verlassend traten sie auf den gut beleuchteten Parkplatz heraus, wo sie ihre Autos abgestellt hatten. Als sie um die Ecke des Gebäudes bogen wusste Dar, dass sie in Schwierigkeiten waren, und sie fühlte es eher, als das sie es sah, wie sich Schatten in ihre Richtung bewegten und der Wind den Geruch von Zorn und Schweiß zu ihr wehte.
~~~ ENDE - Kapitel 10 ~~~
Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 11 lesen.
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