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Tropical Storm - Kapitel 11 |
Tropical Storm Kapitel 11
Es war ein Instinkt, der Dar tief in den Knochen saß und sie folgte ihm, Kerry hinter sich ziehend brachte sie ihren Körper zwischen der Bedrohung und ihrer Freundin. Sie stand zwei Männern gegenüber, die sie durch die Dunkelheit nicht richtig sehen konnte, doch sie sah genug um reagieren zu können, als der ihr näher stehende einem dunklen Gegenstand schwang. Sie wich dem Schlag aus wodurch ihr Gegner sein Gleichgewicht verlor, dann wandte sie sich, wie ihr Vater gesagt hätte, der schwierigen Angelegenheit zu, und knallte ihr Knie kraftvoll in seinen Schritt. Er quiekte wie ein Schwein und fiel auf seine Knie, was sie ausnutzte und ihm ins Gesicht trat. Obgleich sein Freund sie beinahe erwischt hätte. Er war schneller und hatte, während sie mit dem anderen Mann kämpfte, genügend Zeit in Stellung zu gehen und schlug ihr mit einem Stahlrohr in die Nierengegend. Dar spürte wie für einen schrecklich langen Augenblick ihre eine Körperhälfte taub wurde, dann löste sich die Taubheit und sie schlug ihm, völlig unerwartet, mit einer schwerfälligen, jedoch effektiven rechten Geraden mit einem knirschenden Geräusch die Nase blutig. Diese Aktion gab ihr genug Zeit zu Atem zu kommen und ihr Gleichgewicht wiederzufinden, dann setzte sie ihren Körper ein, und sandte ihren Gegner mit einem furiosen Rundtritt gegen den Kiefer auf den Boden. "Macht weiter, und ich ruf die Polizei." Presste Dar heraus. "Und ich garantiere euch, dass ihr in weniger als einer halben Stunde, im Dade County Gefängnis, umworbene Liebesgespielinnen sein werdet." "Wegen dir bin ich gefeuert worden, du Miststück." Stöhnte der Mann in ihrer Nähe und hielt seinen Schritt. "Das hast du dir selbst zuzuschreiben, Kumpel." Erwiderte Dar einen Schritt zurückgehend und spürte wie Kerry's Hand sie berührte. "Gib nicht mir die Schuld dafür." Der Mann rappelte sich auf seine Füße und starrte sie an. "Ich bin nicht der einzige der ein Problem mit dir hat... du achtest besser auf deine Rückendeckung, weil dir jemand ein Messer reinrammen könnte." Verkündete er, und stolperte mit seinem Begleiter im Schlepptau davon. Seinen Abgang beobachtend lehnte sich Dar behutsam gegen die Wand, wobei sie sich den besorgten grünen Augen, die sie in dem trüben Licht eingehend betrachteten, sehr gewahr war. "Blödmänner." "Bist du in Ordnung?" Flüsterte Kerry. "Jesus, Dar... diese Leute sind verrückt... vielleicht hättest du die Polizei anrufen sollen." Die dunkelhaarige Frau betastete vorsichtig ihre Rippen und seufzte dann. "Nein danke... ich bin nicht in der Stimmung ein paar Stunden mit Papierkram auszugeben... ich habe besseres zu tun." Ihr Handtuch und ihre Tasche nehmend nickte sie zu ihren Wagen. "Auf geht's... lass uns hier verschwinden." Sich umblickend erspähte sie eine schattenhafte Gestalt, die sie von einem Baum in der Nähe beobachtete. Dar strengte ihre Augen an, doch sie konnte keine Einzelheiten erkennen und wandte sich schließlich mit einem grimmigen Blick ab. Sie trennten sich schweigend als sie den Parkplatz erreicht hatten und Kerry ging zu ihrem Wagen, ohne zu merken wie hellblaue Augen sie beobachteten bis sie sicher im Wagen saß. Erst dann öffnete Dar ihre Tür und glitt leicht stöhnend auf den Ledersitz des Lexus. Der Schmerz in ihrer Seite stach qualvoll und für einen Augenblick lehnte sie sich gegen das Lenkrad, bevor sie sich aufrichtete, ihren Wagen anließ und Kerry's Rücklichtern folgend vom Parkplatz fuhr. War es Neid? Oder etwas anderes... Die Worte des Mannes machten Dar zu schaffen und sie fragte sich kurz ob ein Mitarbeiter die Gelegenheit genutzt hatte um ihr eins auszuwischen. Zum Beispiel jemand wie Jose. Würde er so blöd sein? So korrupt? Die Direktorin seufzte. Ja, er war blöd. Und zudem hitzköpfig... vielleicht war die Chance einfach zu verlockend für ihn. Ein paar Dollars einem bereits aufgebrachten Idioten in die Hand gedrückt, und er musste sich nicht die Finger schmutzig machen. Seufzend versuchte Dar es zu verdrängen und sich auf etwas angenehmeres zu konzentrieren. Was gerade vor ihr fuhr, und den Mustang lässig durch den relativ geringen Verkehr steuerte. Eines stand fest... sie würden ein heißes Bad nehmen... dann etwas leichtes Essen... und Erdbeeren waren auch noch da...
Als Kerry aus dem Wagen stieg streckte sie ihre steifen Muskeln und wartete darauf das Dar den Lexus abschloss, bevor sie sich zu ihrer Begleiterin gesellte und sich auf den kurzen Weg die Stufen hinauf machten. Sie hatte ihre Übernachtungstasche dabei, die sie über ihre Schulter warf als sie Dar nach drinnen folgte, wo der Geruch von reinem Wachs und Holz ihre Lungen füllte. "Gib acht... ich habe heute morgen die Böden wachsen lassen." Warnte sie Dar lächelnd. "Hast du Lust auf ein heißes Bad?" "Oooh... worauf du dich verlassen kannst." Entgegnete Kerry lachend und nickte. "Ich geh jetzt und zieh meinen Badeanzug an." Sie zögerte, dann ging sie, mit dem unbeschreiblichen Gefühl Dar berühren zu müssen, näher zu ihr und legte einen Arm um die größere Frau. "Bist du sicher, das es dir gut geht? Ich glaube, das dieser Lump dir einen recht heftigen Schlag verpasst hat." Sachte ausatmend legte Dar ihre Arme um Kerry. "Oh ja... ich hab ein bisschen abgekriegt, aber ich habe schon schlimmeres erlebt." Nicht wirklich sicher warum, erstickte Kerry ein Kichern. Letztendlich war es wirklich nicht komisch. "Okay." Sie ließ die größere Frau los und ging dann in die Küche. "Ich bin am verdursten... soll ich dir auch etwas mitbringen?" Sie wartete einen Herzschlag lang. "Lass mich raten... ein Glas Milch." Um sich umzuziehen schlenderte Dar in ihr Schlafzimmer. "Ich glaube, ich bin durchschaut." Rief sie zurück. Grinsend öffnete Kerry die Kühlschranktür und bei dem Anblick stand sie einen langen Moment einfach nur blinzelnd da. "Hey Dar?" "Ja?" Ertönte eine beschwingte Stimme. "Dar... da sind Sachen in deinem Kühlschrank." Rief die blonde Frau. Den Träger von ihrem Badeanzug richtend kam ihre Begleiterin herein. "Ist das so?" Sie linste hinein. "Oh ja..." Bestätigte sie verlegen lachend und warf Kerry einen süßsauren Blick zu. "Ich wollte nicht aufgezogen werden... ich dachte etwas anderes als Erdnussbutter und Eiscreme würde dir gefallen." Einen Augenblick schwieg Kerry, dann bekam sie einen ersten Gesichtsausdruck. "Weißt du was mir gefällt?" Fragte sie leise. "Mir gefällt, dass das was ich denke, dir etwas bedeutet." Blaue Augen blinzelten sie an. "Natürlich tut es das, Kerry." Erklärte Dar ein wenig überrascht. "Sicher hast du das bemerkt." Die blonde Frau lächelte kurz. "Ich... im Büro, sicher ... aber..." Sie zuckte mit ihren Schultern. "Ich denke, es ist einfach etwas anderes." Sie aufmerksam betrachtend strich Dar über ihr Kinn während beide von der kalten Luft des Kühlschrankes angeblasen wurden. "Was du denkst, ist von sehr großer Bedeutung für mich." Bemerkte sie ernst und zeigte dann zu dem geöffneten Gerät. "Ich hoffe, dass ich zumindest das hier richtig geraten habe." Kerry linste über ihre Schulter. "Oh, was für niedliche Bananen." Sie nahm eine heraus. "Es ist eine Bananalette." "Es ist eine Junior Chiquita." Fügte Dar hinzu als sie selbst in den Kühlschrank spähte. Clemente's Mitarbeiter hatten sie mit den für sie typischen Spürsinn hinzugefügt. "Hast du Hunger?" Kerry schälte die Banane und biss in ein Ende. "Mmhmff." Erwiderte sie nickend. "Okay... ich bestell etwas beim Restaurant... wir können es essen während wir in dem Becken sind... ist das okay?" "Mfff... es sei denn du bestellst Zwiebelsuppe... das könnte problematisch werden." Antwortete Kerry schmunzelnd. "Das hatte ich auch nicht vor." Bemerkte Dar fröhlich. "Vertraust du mir... wenn ich für dich mitbestelle?" "Absolut." Entgegnete sie liebevoll als sie ihren Badeanzug nahm und hinausging, während sich Dar das Telefon schnappte. Sie gab die Bestellung auf. "Und Carlos... ich lass die Haustür offen... wir sind draußen auf der Veranda." Informierte sie den Auftragsempfänger. "Wird erledigt, Ms. Roberts... wollen sie die Flasche selbst öffnen, oder soll ich das machen?" Erwiderte die kultivierte spanische Stimme. "Das können sie machen... aber stellen sie sie kalt." Entschied sie, und nachdem sie aufgelegt hatte ging sie zur Verandatür, und als sie diese öffnete schlug ihr eine feuchte, salzige Luft entgegen. Sie inhalierte einen tiefen Zug und als durch die Bewegung ihre Rippen schmerzten zuckte sie zusammen. "Arschloch." Fluchte sie leise, während sie die gepolsterte Abdeckung von Whirlpool nahm und auf den Schalter für die Wasserzirkulation drückte. "Mal sehen... kochend, dampfend, sprudelnd... okay das ist besser." Sie tauchte einen Finger hinein, dann hielt sie inne und wandte ihren Blick zu dem Ozean, wo gerade die Ebbe einsetzte. Es war eine schöne Nacht, mit nur einigen hohen Wolken, die an den Sternen vorbeizogen und der Halbmond warf ein trübes, blasses Licht über die gekräuselten Wellen. Die Luft war erfüllt mit dem Duft des Ozeans und es war ein wenig feuchter als sonst. Erfreut saugte Dar ihn auf und als die Brise ihr Haar zurückwehte schloss sie ihre Augen. Eine warme Hand berührte ihre Haut und sich umdrehend konnte sie Kerry neben sich stehen sehen, die ebenfalls auf das Wasser hinaus blickte, und deren Haut im Kontrast zu dem dunklen Stoff ihres Badeanzugs golden schimmerte. Dar ließ ihre Augen über die Figur ihrer Begleiterin wandern und lächelte. "Dieser Badeanzug steht dir gut." Schmeichelte sie Kerry leise. Kerry schaute leicht überrascht auf und strich dann ironisch schmunzeln an sich herabblickend über das Material. "Danke... ich" Verlegen hielt sie inne. "Danke." Der enganliegende Stoff verbarg nicht viel und Dar's bewundernder Blick sandte ein erregendes Prickeln durch ihren Körper. Zuerst eine Rose, dann hat sie Sachen für mich hier, und nun ein Kompliment... muss mein Glückstag sein. Glücklich seufzend ergriff sie ihren Arm. "Sollen wir?" Sie stiegen in den angenehm warmen Whirlpool, der sie mit Dampf und einem starken Wassergeruch umhüllte. Kerry setzte sich neben Dar und lehnte sich zurück. "Ooohhh... das fühlt sich großartig an." Dar erlaubte sich in der Wärme des sprudelnden Bades zu entspannen. "Oh ja." Stimmte sie zu. "Besonders nach dem Fitnessstudio... ich glaube, dass ich es mit den Gewichten ein bisschen übertrieben habe..." Sie bewegte leicht ihre Schultern und zuckte zusammen. "Autsch." Kerry rutschte an ihre Seite und massierte zärtlich ihre verspannten Muskeln. "Ich hab dich gesehen... weißt du, diese kleinen Mini-Arnold's sind die Hanteln runtergefallen während sie dich beobachteten." Dar kicherte ironisch. "Haben sie das, ja?" "Nicht das ich ihnen einen Vorwurf machen könnte, ich hab es auch getan." Gab Kerry lächelnd zu. "Doch ich war wirklich erleichtert das du aufgetaucht bist als dieser Bursche sich wie ein Arschloch benommen hat." Sie fuhr zärtlich eine Linie an Dar's Oberarm entlang. "Ich weiß, das du es hasst wenn ich es sage... aber... weißt du, wenn du willst, dann kannst du tatsächlich eine wahre Heldin sein." "Komm schon, Kerry... häng mir nicht diesen Titel an." Protestierte Dar gutmütig. "Ich hab nur ein paar Trottel verscheucht... dazu braucht man keinen Mut, nur schlechte Laune." Kerry sah sie ruhig an. "Vielleicht... aber es ist lange her, dass sich jemand derart für mich eingesetzt hat... es tat gut." Bemerkte sie und blickte nachdenklich auf das Wasser. Dar sah sie aufmerksam an. "Du hast einen recht unabhängigen Verstand... du kannst sehr gut für dich selbst einstehen." Bemerkte sie vorsichtig. Schwach lächelnd spielte die blonde Frau mit dem Wasser. " Überlebensmechanismus." Dar spürte, dass ihre Begleiterin sich ihr behutsam öffnete und langsam bereit war ihr mitzuteilen, was diese tiefe Traurigkeit hinter diesen ozeangrünen Augen verursacht hatte. Und sie wollte es wissen... sie wollte verstehen was die blonde Frau so verletzt hatte. Sie wollte demjenigen, der das getan hatte, die Lebenslichter ausblasen. "Es ist kein übler Charakterzug." Entgegnete sie bedächtig. "Ich glaube, ich habe... ich weiß nicht... mein Vater nannte es früher meine verdammte Vorahnung." Fuhr sie fort und kicherte selbstabwertend. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es von ihm geerbt habe... manchmal tue ich Sachen ohne darüber nachzudenken... ich reagiere einfach und mach mir über die Konsequenzen später Sorgen." "Mm." Kerry nickte. "Es war so, als ob du heute abend diese Leute gesehen hast bevor sie uns angegriffen haben... es verlief so blitzartig... eine Minute bin ich dahingeschlendert, und in der nächsten hast du dich vor mich gestellt und beschützt." Ausatmend streckte Dar ihre Beine im Wasser aus. "Ich hab nicht wirklich darüber nachgedacht." Gab sie schulterzuckend zu, dann drehte sie sich um, als sich die Tür öffnete und ein Kellner in blauer Hose und einem weißen, gestärkten Hemd mit einem vollbeladenen Tablett hereinkam. "Ah... das Abendessen." Sie stellten die Teller auf den schmalen Sims des Whirlpools und verabschiedeten den Kellner, nachdem Dar die Rechnung unterschrieben und ihm ein Trinkgeld gegeben hatte. "Großartig." Bemerkte Kerry an einem Kokosnussshrimp knabbernd. "Ich hätte wissen sollen, dass du alles bestellst was ich mag... Dar, was soll mit dir machen?" "Alles was du willst." Antwortete die dunkelhaarige Frau abwesend während sie ein Glas mit dem kalten, süßen Wein füllte und es neben Kerry's Teller stelle. "Hier, für dich." Kerry nahm das Glas und bedächtig daran nippend genoss sie es, als die aromatische Kühle ihre Kehle hinunterlief. Dar hatte sich zurückgelehnt und kaute schweigend auf einem Mini-Schaschlik, wobei sich ihre hellen Augen leicht verdunkelten. Sie betrachtete das ebene, kantige Gesicht eingehend und fasste dann einen Entschluss. Es würde schwer werden. Das wusste sie. Aber sie vertraute Dar, und... nun ja, sie vertraute ihr einfach, das war's. Obwohl nicht hier und nicht in diesem Augenblick. "Danke..." Sie kuschelte sich enger an die größere Frau und stieß mit ihrem Glas an Dar's an. "Es ist so schön hier draußen... ich liebe den Geruch des nahen Ozeans." Der dunkle Kopf nickte. "Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt hatte... aber jetzt, Gott... nachdem ich mich den ganzen Tag im Büro herumgeschlagen habe tut es so gut hierher zukommen... ich glaube, dass es mich dieses Jahr vorm Wahnsinn bewahrt hat." Gestand sie ein, während sie beiläufig einen Arm um Kerry's Schultern legte und sie, ohne wirklich darüber nachzudenken, näher an sich zog. "Das war so, bevor du hierher gekommen bist."Sagte sie, ihre Begleiterin verspielt anlächelnd. Kerry erwiderte das Lächeln, und gab bereitwillig ihrem intensiven Verlangen nach sich gegen Dar zu lehnen, tätschelte liebevoll ihre Schulter und küsste deren weiche Haut, wobei sie den anhaftenden chemischen Zusatz des Wassers schmeckte. "Es freut mich, das ich etwas dazu beitragen konnte..." Ihren Kopf nach oben kippend, blickte sie zu Dar's bewunderungswürdigem weichen, ebenen Gesicht und fühlte wie eine starke Rührung sie durchwogte, die sie neuerdings in der Gegenwart der dunkelhaarigen Frau spürte. "Danke für die Einladung." Dar's Augen strahlten eine ruhige, liebevolle Zuneigung aus, die direkt in ihr Herz ging. "Kerry, du bist hier jederzeit willkommen... ich genieße deine Gesellschaft über alles, und ich... ich hab es wirklich gern wenn du hier bist..." Verlegen räusperte sie sich und holte Luft um sich zu beruhigen. Kerry legte einen Finger auf ihre Lippen. "Lass uns aus dem Wasser gehen..." Bat sie. "Ich denke, wir müssen reden."
Kerry trocknete ihre Haare ab, lehnte sich gegen den Türrahmen des Badezimmers und sah zu wie Dar an der Arbeitsplatte in der Küche für beide heiße Schokolade zubereitete. Nachdem die größere Frau aus dem Wasser gestiegen war hatte sie sich still in sich gekehrt umgezogen, was Kerry gegenüber ihrer vorherigen Fröhlichkeit sehr befremdlich fand. Sie mochte Dar wirklich. Und das war unglücklicherweise das Problem. Solange sie die ganze Sache nur als Schwärmerei betrachtete, oder noch schlimmer als spielerisches Experiment, waren die Dinge okay. Sie bräuchte sich keine Sorgen darüber zu machen, was sie ihren Eltern sagen sollte, oder was für Konsequenzen daraus entstehen könnten. Schließlich wäre es ja nur ein kleines Amüsement, richtig? Aber das war es einfach nicht mehr. Dar nahm es ernster. Sie nahm es ernster. Dies ging bereits weit über eine Schwärmerei hinaus und war viel weiter gegangen als ein Experiment, betraten ein Gebiet, das sie innehalten und überdenken ließ, wo sie stand und was sie wollte. Vor allem wollte sie Dar nicht verletzen... und sie konnte spüren, dass sie beide einen Punkt erreicht hatten, wo dies leicht geschehen konnte. Falls sie diesen Punkt nicht schon überschritten hatten. Ihre Begleiterin betrachtend seufzte die blonde Frau. Dar wartete, über die Arbeitsplatte gelehnt, auf die Mikrowelle und Kerry sah, wie sie mit einer Hand ihr feuchtes Haar hinter ein Ohr schob. Kerry verengte ihre Augen. Als sie erkannte das ihre Hände zitterten schlang sie ihr Handtuch um ihre Schultern und ging hinüber. "Hey." Dar lächelte kurz. "Hey... gleich fertig." Kerry berührte ihren Arm und spürte die Kälte unter ihren Fingern. "Ist dir kalt?" Dar nickte und verschränkte ihre Arme über ihrer Brust. "Ein wenig... es ist kühl hier drin." Bestätigte sie, ohne den blick vom Mikrowellengerät abzuwenden. Spürend, das ihre Freundin aufgewühlt war, rieb sie zärtlich ihre Haut. Dar's Kiefermuskeln waren angespannt und sie schien in sich gekehrt zu sein. Kerry zögerte, dann holte sie Luft. "Warum setzt du dich nicht hin... ich werd dir die Schokolade bringen... möchtest du ein langärmliges Shirt oder so?" Dar blickte sie mit blauen, umschatteten Augen an. "Nein... es ist in Ordnung... mir geht's gut." Sie entschied sich für Direktheit. "Dar, was ist los? Du bist so still." Die Mikrowelle piepste und der größeren Frau zuvorkommend öffnete sie die Tür und holte die Tassen heraus, da fiel ihr plötzlich etwas ein... "Tut dir deine Seite weh?" Dar zuckte mit ihren Schultern. "Ein wenig." Gab sie, ihre Tasse nehmend, zu und folgte Kerry ins Wohnzimmer. "Also, über was müssen wir reden?" Obwohl sie es verbergen wollte, konnte Kerry die Unsicherheit heraushören. Oh. Sich auf das Ende der Couch setzend nahm sie einen Schluck von ihrer Schokolade und tief Luft holend zog sie ihre Beine unter sich. Wo zum Teufel fang ich an? Vielleicht sollte ich ihr einfach alles erzählen, sie wird es verstehen. Ihre Gedanken sammelnd schwieg sie einen Augenblick. "Weißt du..." Dar sah sie direkt an und sie zuckte bei dem ungewissen Blick beinahe zusammen. "Es fiel mir vorhin ein... als diese Burschen uns angriffen, und du dich zwischen sie um mich gestellt hast." Sich räuspernd veränderte Dar leicht ihre Position. "Ich denke, das hab ich getan." Bestätigte sie. "Ich... ähm... ich hab nicht darüber nachgedacht, ich wollte einfach... sicherstellen das du nicht verletzt wirst, das ist alles." "Das ist ein schönes Gefühl." Erwiderte Kerry behutsam. "Erst recht, wenn du es tust." Erkannte Kerry nüchtern an. "Dar, ich... als ich ein Kind war, da gab es eine Menge Leute, die sagten, das sie nur auf mich acht gaben... verstehst du?" Sie hielt inne. "Die sicherstellten, das ich mich mit den richtigen Freunden abgab, das richtige anzog... Mein Vater hatte Mitarbeiter... echte Bodygards, die auf uns aufpassten und ihm mitteilten, wenn sie dachten das Dinge nicht gut für uns waren." Hellblaue Augen betrachteten sie aufmerksam. "Mm." Murmelte Dar. "Und, ähm... ich hatte... da gab es einige Kinder die ich wirklich mochte, doch sie waren nicht... nun ja, sie waren sehr arm, oder eines gehörte nicht unserer Religion an, oder... und das komische war, wenn ich jemanden gefunden hatte, den ich wirklich mochte, aber meine Familie nicht, dann verschwanden sie nach einer Weile einfach." Berichtete Kerry auf ihre Hände blickend. "Eines Tages ging ich in die Schule, und sie waren einfach weg... umgezogen, waren in eine andere Schule versetzt worden... was auch immer." "Das passiert manchmal." Erklärte Dar leutselig. "Das dachte ich auch... bis ich eine Mutter sagen hörte, das sie gezwungen wurden fortzuziehen." Entgegnete Kerry leise. "Doch es war mit allem so... Spielsachen... ich hatte eine Stoffpuppe mit der ich gewöhnlich schlief. Sie dachten, das es keine gute Sache wäre, also kam ich eines Tages von der Schule nach Hause und sie war fort." "Kerry..." Dar's Stimme war liebevoller und tiefer geworden. "Ich... ähm... ich hatte sogar einen Welpen." Fuhr Kerry zaghaft fort. "Ein kleiner goldener Cocker Spaniel... sie hieß Susie." Sie nahm einen Schluck von ihrer Schokolade und es schaffte es sie runterzuschlucken. "Ich habe sie geliebt... sie war so niedlich... ich habe immer mit ihr gespielt... wir rannten draußen herum, manchmal war meine Schwester dabei, manchmal nur wir beide allein... sie konnte den Ball zurückbringen, und ich habe ihr Fell gekämmt, weißt du, sie haben dieses lange, seidige Fell?" Dar senkte ihre Augen. "Ja, ich weiß." Ihr Herz ging für die blonde Frau, die neben ihr auf der Couch saß, auf. Sie konnte sehen, wie schwer es Kerry fiel, darüber zu sprechen. "Eines Tages habe ich mit ihr gespielt, und Kyle..." Kerry's Stimme wurde brechend. "Er ist gekommen, um mich zu holen, und sagte mir, das mein Vater wollte, das ich und meine Schwester für einige Fotos possieren sollten... es wären ein paar Zeitungsleute da. Ich sagte ihm, das ich keine Lust dazu hätte... und lieber mit Susie spielen würde." Sie nickte kurz. "Als ich am nächsten Tag von der Schule nach Hause kam suchte ich Susie... doch sie war nicht da." Sogar jetzt füllten sich ihre Augen mit Tränen. Dar blieb vollkommen still und wagte es nicht sie anzusehen. "Ich suchte und suchte... und schließlich, drei Tage später sagten sie mir, das sie zum Tierheim gebracht worden war. Sie wollten mich nicht hinbringen, also bin losgelaufen... ich rannte... doch ich kam zu spät." Wieder spürte sie das furchtbare Gefühl, wie sie den langen, schwach beleuchteten Flur hinuntergegangen war, und sie der Geruch von Alkohol und Hoffnungslosigkeit umgeben hatte... und all diese traurigen Gesichter hinter den Gittern. "Sie sagten mir, das sie krank war... und das sie sie an diesem Morgen eingeschläfert hätten." Darauf wartend, das der Kloß in ihrer Kehle verschwand, hielt sie inne. "Ich denke, das schlimmste für mich daran war, das sie ganz alleine war... Das sie keiner gestreichelt hat..." Ihre Augen weiterhin auf ihre Tasse gerichtet hörte sie einen leisen, unzusammenhängenden Ton von Dar. Nun kam der wichtigste Abschnitt. Sie wollte das Dar es verstand. "Also, hab ich gelernt, Dar... ich habe gelernt nichts zu wollen. Mich um nichts zu kümmern... weil, sobald ich es tat, war es verschwunden." Sie holte zitternd Luft. "Wenn es nicht den Erwartungen entsprach." Fügte sie hinzu und hielt anscheinend ihre Gedanken sortierend inne. "ich habe viel darüber nachgedacht... auch über uns... und... Dar?" Sie blickte bei einem ersticktem Würgton auf. Sie sah in Augen, die so dunkel vor Wut waren, das sie in dem amberfarbenen Licht beinahe lila zu sein schienen. Dar's Gesicht war völlig starr, und ihr Körper befand sich, außer ihrer rechten Hand sie sich langsam zusammenballte und wieder öffnete, in einer bewegungslosen Spannung. Ihre Tasse abstellend stand Kerry auf, ging zu ihr hinüber und hockte sich, ihre Hände auf die Knie der größeren Frau legend, neben Dar. "Dar?" Die Anspannung, die ihrem Köper entströmte, gab ihr das Gefühl, eine vibrierende Maschine zu berühren. "Bist du..." Erstaunt über den Zorn, der ihretwegen entstanden war, führte sie ihren Satz nicht zuende. "Wie..." Presste Dar halb grollend und halb stöhnend hervor. "Wie konnten sie dir das antun?" Die Feuchtigkeit aus ihren Augen wischend zuckte Kerry mit ihren Schultern. "Sie dachten, das sie das Richtige taten, ich vermute... das sie mich, in ihren Augen, richtig erziehen wollten." Es war eine Ausrede, die sie seit langer Zeit zu ihrem eigenen Trost benutzte. Es war leichter daran zu glauben, als an die Alternative. "In meinen Augen war das eine kriminelle Kindesmisshandlung, und sie sollten dafür erschossen werden." Entgegnete Dar. "Und dann geschlagen, und dann erstochen, und dann von einem Schlepper, die US 1 entlanggeschleift werden." Kerry war überrascht was für ein seltsames Gefühl es war, so etwas zu hören... "Dar, sie sind meine Eltern." Wandte sie leise ein. "Ich bin sicher, dass sie dachten, das sie das Richtige tun würden." "Es wäre mir egal, selbst wenn sie Mahatma Ghandi oder Mutter Theresa wären." Erwiderte Dar. "Jesus, Kerry..." Mit traurigen Augen streichelte sie das Gesicht der blonden Frau. "Wie konnten sie denken, das es das Richtige sei, dir Dinge die du geliebt hast, wegzunehmen?" Die warmherzige Zuneigung fühlte sich so gut an, das es beinahe schmerzte. Kerry versuchte zu widerstehen, doch sie merkte wie sie sich nach vorne bewegte und in eine liebevolle Umarmung gezogen wurde, die drohte ihre ganze Welt zu werden. Und liebendgerne wollte sie es zulassen. Sie wollte ihre Ängste vergessen, und sich in die Stärke die sie umgab fallen lassen, und sie niemals wieder verlassen... Es tat weh sich zurückzureißen und in blaue Augen zu blicken, die voller Schmerz und Mitgefühl für sie waren. Für sie. "Dar..." Sagte Kerry leise. "Ich kann nicht... ich dachte ich könnte das alles schön einfach handhaben... aber ich kann es nicht, und je mehr ich für dich empfinde, desto mehr muss ich daran denken was er macht, wenn er es herausfindet... Dar... ich kann nicht zusehen, wie du wegen mir verletzt wirst... ich kann es nicht." Sie streckte eine Hand aus und berührte den Arm der dunkelhaarigen Frau. "Versteh mich bitte." Das... das war das schlimmste. Jetzt konnte sie nur auf Dar's Reaktion warten. "Schh..." Dar strich über ihr Haar. "Er kann mich nicht verletzen." Zitternd Luft holend zog sich Kerry wieder zurück. "Eines kann ich dir sagen, Dar... er kann es... und er wird es. Er hat Leute, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als nach schmutzigen Dingen und Wegen zu suchen um Leute auszuschalten..." Der lange Kampf mit dieser Sorge laugte sie aus. "Es ist wie ein Spiel für ihn." Dar wurde von einer entnervenden Mischung aus Erleichterung und Kummer erfüllt. "Kerry... es gibt nur eine Sache mit der er mich verletzten könnte." Gab sie der blonden Frau sanft zu verstehen. "Und das wäre, wenn er dich mir fortnehmen würde... eine Freundin nehmen würde, die mir sehr viel bedeutet." "Aber..." Begann Kerry zu protestieren, doch brach wieder ab. "Oh." "Es sei denn, das du sagst, das du wirklich..." Dar's Kiefer arbeitete einen Augenblick. "Das du einfach nicht interessiert bist... in diesem Fall versteh ich es." Sie konnte nicht länger in Kerry's Augen blicken und betrachtete den Boden. "Und selbst wenn dem so ist, dann möchte ich... dich nicht als Freundin verlieren." Schockiert starrte Kerry für einen langen Augenblick auf den gebeugten dunklen Kopf, dann entwich ein kleiner bestürzter Ton ihrer Kehle. Sie schlang ihre Hände um Dar's und drückte fest zu. "Oh Gott nein... das ist nicht der Fall... Dar, es tut mir so leid... ich wollte dich nicht... nein... nein, nein... nein... nein nein..." Blaue Augen schielten sanft nach oben. "Okay. Okay... ich war nur..." Kriminell unsicher. Gestand sie sich selbst ein, während sie die blonde Frau in ihre Arme nahm und sie beide gleichzeitig ausatmeten. "Was dir wiederfahren ist, tut mir so leid." Kerry seufzte. Es tat so gut, es jemandem zu erzählen... sogar Colleen kannte nur Bruchstücke. "Kyle ist der schlimmste Teil... er ist Vaters Bodyguard. Brian ist sein Neffe." Vor ihrem geistigen Auge erschien seine große, silberhaarige, aalglatte Gestalt und ihr Magen drehte sich um... "Er erledigt den größten Teil der schmutzigen Arbeit... manchmal bin ich mir nicht sicher, ob mein Vater nur die Hälfte vom dem weiß was er tut..." Sie legte ihren Kopf gegen Dar's Schlüsselbein und schwieg für einen Augenblick. "Als ich die Uni verließ, bin ich mit einem Jungen gegangen, den ich nun schon ein paar Jahre kannte... er war ein netter Bursche, gute Familie, sehr religiös, und ich mochte ihn wirklich... man sollte meinen, das ich endlich jemanden gefunden hatte, den mein Vater akzeptieren würde." Wartend blickte Dar herab und sah den verlorenen, geschmerzten Ausdruck in Kerry's Augen. "Was ist geschehen?" Sie hatte das Gefühl es nicht wirklich hören zu wollen, doch jetzt war es an Kerry zu reden... "Er... Kyle sagte, das er gar nicht der Meinung war, das der Bursche der richtige für mich wäre... aber... er sagte, das er wüsste wie stur ich wäre, also müsste er sicherstellen, das ich das Richtige tue." Kerry's Stimme nahm einen leeren, entfernten Tonfall an. "Also nahm er mich in den hintern Wäscheraum und ähm..." Schweigend schüttelte sie ihren Kopf. "Und er sagte mir, er würde John alles sagen, wenn ich ihn wiedersehen würde." Fühlend wie die Wut wieder in ihr aufstieg atmete Dar ganz langsam aus. "So naiv wie ich war... ging ich zu meinem Vater und erzählte ihm was passiert war... und weißt du was er getan hat, Dar?" Die blonde Frau lächelte verbittert. "Er sprach mit Kyle und beschloss, das ich gelogen hatte. Er brachte ihn herein und verlangte von mir, das ich mich bei ihm entschuldige... Und während der ganzen Zeit hatte mich Kyle einfach nur angelächelt." Bemerkte sie humorlos lachend. "Und dann, kam natürlich auch noch meine Mutter zu mir und hat mich zusammengeschissen, weil ich mit meinen unverschämten Geschichten meinen Vater verärgert hatte." Sie hielt inne. "Ich glaube... ich habe mich niemals so einsam gefühlt wie in dieser Nacht." Sie verharrte einen Augenblick in schweigender Erinnerung. "John Lebewohl zu sahen war schwer... er verstand es nicht." Kerry sah zu dem blassen, ruhigen Gesicht über ihr. "Ich kann mir vorstellen, was du denkst." Folgerte sie wehmütig, da sie wusste, das Dar sich niemals von jemandem derart hätte kontrollieren lassen. "Enttäuschend, wie?" "Nein." Presste Dar mühsam hervor. "Und du kannst dir mit Sicherheit nicht vorstellen, was ich denke, was auch verdammt gut ist." Woher kam das Bild vom Hinterherschleifen und Vierteilen? Sie einfach nur anblickend lief ihr, bei Dar's grimmiger Stimme, ein Prickeln an ihrem Nacken herunter. "Ich vermute es klingt unglaublich... doch ich habe gelernt damit zu leben." Erörterte sie leise. "Bis ich hierher kam, hatte ich noch nicht mal erkannt, dass das Leben auch anders sein konnte... nach meinen Vorstellungen leben konnte..." Bemerkte sie mit einer Hand Dar's Gesicht berührend. "Und jetzt du... ich habe solche Angst, Dar... immer wenn ich etwas wirklich wollte... dann musste ich zusehen wie es verschwand... und ich..." Sie hielt verlegen inne. "Ich möchte dies wirklich." Flüsterte sie. "Dich." Eine längere Pause. "Uns." Beendete sie sehr leise. Dar merkte wie sie ruhiger wurde. Ihre Fragen waren beantwortet und ein neues Problem war entstanden. Sie setzte sowohl ihre Wut als auch die schüchterne Freude beiseite und konzentrierte sich zuerst auf das Problem. "Hat dein Vater, außer den väterlichen, irgendwelche Rechte an dich?" Kerry sah sie verwirrt an. "Ich verstehe die Frage nicht." "Schuldest du ihm Geld... kann er gesetzliche Ansprüche gegen dich geltend machen?" Fragte Dar mit zusammengezogenen Augenbrauen. "Nein." Entgegnete die blonde Frau kopfschüttelnd. "Ich lebe hier von meinen eigenen Einkünften, falls du das wissen wolltest... wie du vielleicht weißt, hast du hast das mehr als angenehm gemacht." Ein kaum sichtbares Grinsen. "Demnach könnte er dich also nicht zwingen zurückzukommen." "Er wird einen Weg finden, das ich gefeuert werde." Erwiderte Kerry finster. "Er wird einen Freund finden, der hoch genug..." Ein tiefes, leises Kichern erklang. "Nicht in dieser Firma... dort hängt alles von dem Verwaltungssmanager ab... und das bin ich. Es gibt niemanden, der in dieser Sache über mir steht." "Dann wird er hinter dir her sein." Erklärte die blonde Frau ernst. "Er wird jemanden finden der gräbt und gräbt... bis sie etwas finden, das er gegen dich verwenden kann... und Dar... das augenfälligste sind wir." Erinnerte Kerry sie. "Ich weiß, das wir sagten es langsam angehen zu lassen... aber du weißt wie die Leute reden... und ich bin mir sicher, dass es einige bereits tun." Die dunkelhaarige Frau sah keineswegs bestürzt aus. Im Gegenteil. Sie sah fasziniert aus. "Dann werde ich mich zuerst um ihn kümmern." Antwortete sie gelassen. "Was meinst du damit??" Erkundigte sich Kerry zaghaft. "Sagtest du, das er Dinge ausgräbt?" Fragte Dar. Sie nickte. "Er hat Detektive... solche Art Leute." Dar nickte bedächtig ihren Kopf. "Die habe ich auch... nur das sie keine zwölf Dollar Hüte tragen und nach Zigarrenrauch riechen... und ich muss ihre Überstunden nicht bezahlen." Sie blickte zu Kerry. "Dies ist das Informationszeitalter, Kerry... und die Wahrheit liegt da draußen. Du musst sie nur finden." "Das verstehe ich nicht." Lächelnd nahm Dar ihre Hand und fuhr mit ihren Fingern zärtlich über die Haut. "Überlass die Sache einfach mir." Erklärte sie der blonden Frau. "Und, Kerry?" "Hmm?" Die geröteten Augen blinzelten. "Ich möchte mich für mein Verhalten entschuldigen... so was mach ich gewöhnlich nicht." Bat sie um Verzeihung. "Entschuldige dich nicht... ich bin froh, das du es gesagt hast und wir darüber reden konnten." Entgegnete Dar leise. "Das ist mir lieber, als wenn du einfach..." Ein Schulterzucken. "Fortgegangen wärst, oder was auch immer." Kerry schlang ihre Finger um Dar's. "Ist dir das früher passiert?" Dar starrte in die Dunkelheit jenseits der Terrassentüren. "Etwas in der Art, oh ja." Ein Seufzen. "Das würde ich dir niemals antun, Dar, das schwöre ich." Bedächtig richtete die dunkelhaarige Frau ihre Aufmerksamkeit auf Kerry's Gesicht und betrachtete es einen langen Augenblick. "Und ich werde... gleichgültig was... immer für dich da sein, Kerry." Es war ein seltsamer Augenblick, sinnierte Kerry. Sie konnte fühlen wie ein hauchzartes Zittern an ihrem Kreuz herunterlief und als sie zu Dar blickte schien eine fast unsichtbare Schranke zwischen ihnen zu fallen. "Dafür sind Freunde da... sie sind füreinander da, stimmt's?" "Richtig." Erwiderte Dar lächelnd. "Freundin." Bereitwillig glitt Kerry in die wartenden Arme und ließ die Wärme durch sie hindurchfließen. Sie hatte noch immer Angst, und keine Worte konnten dies ändern, doch... Doch. Sie würden einen Weg finden. Gemeinsam.
Zufrieden einfach nur dazusitzen und Kerry, die friedlich in ihren Armen lag, zu halten, lehnte sich Dar an die Couch zurück. Sie saßen dort für eine Weile in relativem Schweigen, und nur das sanfte Rauschen der Wellen durch die halb geöffnete Terrassentür war zu hören. "Hey..." Murmelte Dar schließlich. "Magst du Erdbeeren?" Kerry schien von sehr weit weg zurückzukommen. "Welcher Mensch mag keine Erdbeeren, Dar?" Erkundigte sie sich logischerweise, während sie mit ihren Fingern über den weichen Baumwollstoff des Shirts ihrer Freundin strich. Sie konnte Dar's sanften Atem spüren, der ihr beinahe hypnotisierend vorkam. "Warum?" Dar spürte wie Kerry's Berührungen müssig über ihren Köper wanderten, und sie musste erst schlucken, bevor sie antwortete. "Willst du welche?" "Das bedeutet, das ich mich bewegen muss." Beschwerte sich Kerry während ihre Finger interessante Pfade fanden. "Und mir gefällt es wirklich wo ich gerade bin." Schloss sie leise. "Das ist wahr." Erkannte Dar lächelnd an. "Aber, sie sind schön, groß, saftig... und ich habe geschmolzene Schokolade zum Dippen." Umschmeichelte sie sie frotzelnd. "Mmmm..." Kerry lächelte. "Ist es eine Angewohnheit von dir, Leute die du magst zu ruinieren?" Bemerkte sie zu Dar's Gesicht schielend, das sich zu einem Schmunzeln verzogen hatte. Doch dieser Gesichtsausdruck verblasste nach einem Moment. "Ich weiß nicht... ich habe nicht viel Praxis." Gestand Dar leise ein und zuckte schwach mit ihren Schultern. "Ich mach einfach was mir natürlich erscheint." Kerry zog ihre Augenbrauen zusammen. "Dar, tu mir einen Gefallen, okay?" Ein Nicken. "Okay." "Du hast noch nicht gehört was es ist." Wandte die blonde Frau ein. "Wenn wir jemals auf jemanden treffen, mit dem du involviert warst, dann lass es mich wissen." Dar sah verblüfft auf. "Das ist nicht sehr wahrscheinlich, doch... warum?" "Damit ich demjenigen gegen's Schienbein treten kann." Teilte ihr Kerry mit. "Und wenn du ganz nett bist, dann erzählst du es mir rechtzeitig, damit ich diese Cowboystiefel mit den Stahlkappen, die ich letztes Jahr in Austin gekauft habe, anziehen kann." Dar umarmte sie. "Danke... es würde mir wirklich gefallen dabei zuzusehen." Murmelte sie süßsauer. Oh ja... besonders... Ihre Lippen verzogen sich zu einem ironischen Grinsen. Besonders Elana, die es so ergötzt hatte ihr zu sagen, dass sie Liebe nur dann finden würde, wenn sie sich welche kaufen würde... Kerry unterschied sich so sehr von den anderen, mit denen sie früher eine Beziehung hatte... und mit Sicherheit lagen zwischen ihr und der großen, aristokratischen Elana Welten. Vielleicht habe ich all diese Jahre am falschen Baum gehangen, folgerte sie seufzend. Sogar in den besten Zeiten mit allen anderen, hatte es sich nicht annähernd so wunderbar, wie genau in diesem Augenblick angefühlt. Ihre müßigen Berührungen fortsetzend ringelte sich Kerry enger heran. Ein Knopf öffnete sich irgendwie von selbst und sie tauschte die Baumwolle gegen Haut, während Dar's Hand anfing ihren Rücken zu massieren. "Oooh... das fühlt sich prima an... morgen werde ich einen fürchterlichen Muskelkater haben." Bemerkte sie sarkastisch. "Nach dieser Kletterwand... werde ich nur noch herumhinken. Die Leute werden denken, dass ich der weltgrößte Trampel bin." Mit ihren Fingern tiefer gleitend spürte sie, wie sich die Temperatur darunter veränderte und die Haut sehr warm wurde. Verwirrt untersuchte sie ein wenig weiter und hörte Dar's leises, unterdrücktes Keuchen. "Hey..." Ihre Augenbrauen zusammenziehend öffnete sie noch ein paar Knöpfe mehr, und das Shirt der größeren Frau beiseite ziehend, sah sie sich die Stelle genau an. "Oh mein Gott, Dar!" Schuldbewusst sah Dar nach unten. "Es sieht schlimmer aus als es tatsächlich ist. Wirklich." Genau unter ihren Rippen befand sich eine fußballgroße, verfärbte Prellung. "Es ist nur eine kleine Verletzung." "Dar, das ist großer Mist!" Entgegnete Kerry. "Jesus... du musst das untersuchen lassen! Du könntest etwas gebrochen haben!" Dar musste über Kerry's entrüstete, besorgte Worte lächeln. "Ich bin mir sicher, dass ich bereits umgekippt wäre, wenn dies der Fall wäre." Beriet sie ihre Freundin. "Es ist wirklich nichts." Blonde Augenbrauen zogen sich zusammen. "Oh ja?" Kerry beobachtete sie genau. "Setzt dich auf." Sie hielt inne. "Ohne deine Hände zu benutzen." Die größere Frau zögerte und sah wie ein triumphales Grinsen erschein. "Ich sagte, das es verletzt ist." Brummte sie. "Da wir gerade über Trampel sprachen... ich hätte ausweichen sollen." Kerry atmete aus. "Dar, Dar, Dar... würde ein Eisbeutel helfen?" Erkundigte sie sich mitfühlend. "Du bist zu mir gekommen und hast mir geholfen... nun bin ich wohl an der Reihe." Sie hielt inne als sie die Prellung betrachtend zusammenzuckte. "Bist du dir sicher, das du es nicht untersuchen lassen willst? An einem Wochentag um diese Uhrzeit... wird in der Klinik wahrscheinlich nicht viel los sein." "Ich hasse Krankenhäuser." Erwiderte Dar dickköpfig. "Sieh mal... wenn es morgen immer noch weh tut, dann geh ich auf dem Weg zur Arbeit bei Dr. Steve vorbei und lass ihn einen Blick draufwerfen, okay?" Sich leicht verlegen räuspernd hielt sie inne. "Aber... ähm... ein Eisbeutel wäre wahrscheinlich eine gute Idee." Kerry klopfte ihr auf die Schulter. "Du bleibst hier... ich hol ihn." Sie erhob sich von der Couch und ging zur Küche. "Und ein paar von deinen Erdbeeren bring ich auch mit." Lächelnd lehnte sich Dar zurück. "Es reicht, wenn du den Plastikbecher vom unteren Regal für ungefähr drei Minuten in die Mikrowelle stellst." Nur ihren Kopf schüttelnd ging Kerry zum Kühlschrank, nahm eine große Portion Eis heraus und füllte es in den Mixer auf der Arbeitsplatte. Dann zog sie den besagten Becher heraus, öffnete den Deckel ein Stückchen und stellte ihn in die Mikrowelle. "Was ist das?" Fragte sie sich kurz während sie den Mixer einschaltete und zusah wie aus dem Eis Schnee wurde. Nach einer Minute schnupperte sie in die Luft. "Mmmm......" Der Mixer war fertig und sie schüttete das Eis in eine feste Plastiktüte, die sie im Küchenschrank gefunden hatte, doch als der Duft von warmer, intensiver Schokolade zu ihr wehte, legte sie ihn beiseite und linste in die Mikrowelle. "Oh mein Gott." Vorsichtig zog sie den Becher heraus und schwelgte, nachdem sie ihn geöffnet hatte, in der warmen, flüssigen Masse. "Oh Junge..." Sie stellte den Becher auf ein kleines Tablett, und nachdem sie sich umgedreht hatte steckte sie einen Finger hinein und kostete. "Jesus... das schmeckt himmlisch." Mit Dar zusammen zu sein, erkannte sie, war eine äußerst sinnliche Erfahrung, und ihre Sinne schienen neuerdings zu überdrehen. Das Tablett stehen lassend wandte sie sich wieder dem Kühlschrank zu, sich hinkniend öffnete sie ihn und fing an zu blinzeln als sie die Erdbeeren erspähte. "Du meine Güte, Dar!" Rief sie ins Wohnzimmer. "Sind das junge, mutierte Ninja-Erdbeeren? Wo hast du die her... von den Feldern draußen bei Turkey Point?" Sie hörte ein leises Lachen während sie die Schachtel herauszog, es war eine große Plastikschale mit ungefähr zwei Dutzend Früchten, die mit langen Stielen und Blättern die wie Rosen arrangiert waren. Die Beeren selbst waren größer als ein normaler Pfirsich und der Duft war beinahe berauschend. Lachend nahm sie sie heraus und wusch sie ab, bevor sie sie auf das Tablett legte und dann das Ganze zu Dar trug, die geduldig wartete. "Hier..." Sie stellte das Tablett ab und sich neben Dar auf die Ledercouch setzend spürte sie, wie sich schlagartig diese blauen Augen auf sie richteten. Sie nahm den in ein Frotteehandtuch eingewickelten Eisbeutel und platzierte ihn zärtlich auf die Prellung. "Wie ist das?" "Angenehm." Erwiderte Dar sie ruhig betrachtend. "Du hast sehr zärtliche Hände." Sie nahm eine von Kerry's Händen, und sie fixierend drehte sie sie herum und streichelte über die Handfläche. Es war, als ob ein Adrenalinstoss geradewegs in ihre Leiste schoss. Kerry musste schlucken, bevor sie den Versuch unternahm ihre Fassung zurückzugewinnen. "Danke." Flüsterte sie, und erkannte wie sie sich wünschte, der Kontakt würde länger andauern. "Aus irgendeinem Grund scheinen sie in deiner Nähe ein Eigenleben zu entwickeln." Sie anstarrend hob Dar eine Hand und fuhr mit einer federleichten Berührung an ihrem Wangenknochen entlang. "Ja." Murmelte sie und spürte wie sich Kerry in den Kontakt lehnte und ihre Augen zufielen. "Seltsam..." Die Berührung wanderte um Kerry's Nacken, und sich bereitwillig herunterziehen lassend, trafen sich ihre Lippen. Kerry's Hände fanden einen Halt an Dar's Kopf und das Eis, sowie die Erdbeeren vergessend glitten sie zueinander. Sogar die Schokolade war vergessen. Ihre Beine ausstreckend, lehnte sich Dar zurück, während sich Kerry in den freien Raum zwischen der Rückenlehne der Couch kuschelte und das kühle Leder auf ihrer Haut spürte. Vorsichtig, nicht an die Seite der größeren Frau zu stoßen, knabberte sie an der weichen Haut ihres Halses und inhalierte den Duft von Baumwolle gemischt mit dem Chlor, der noch immer an Dar's Körper haftete. Eine Hand berührte ihre Seite, und sie holte scharf Luft als sie in Erwiderung an Dar's Schenkel hinunterfuhr und spürte, als sich die größere Frau bewegte und ihren Rücken gegen das Leder in eine sehr sichere Position drückte, wie sich die Muskeln unter ihrer Hand bewegten. Lippen fanden ihr Ohrläppchen, dann ihre Kehle und saugten dann an ihrem Puls, der durch diese Aufmerksamkeit raste. Dann kam ihr eine Idee. Sie griff über Dar hinweg, steckte einen Finger in die Schokolade und zeichnete eine Linie an Dar's Gesicht entlang und knabberte daran. "Oh... das ist..." Sie leckte es ab, zog dann weiter unten eine weitere Linie, und hörte wie Dar tief aus ihrer Kehle leise kicherte. "Dies wird chao...tisch..." Brummte die größere Frau leise, holte sich ein Klecks Schokolade und verteilte ihn sorgfältig über Kerry's Schlüsselbein. "Gut, das es eine Ledercouch ist." Sie zog Kerry's T-Shirt von einer Schulter und reinigte ihre Handarbeit, als sie spürte wie ein warmer Streifen, gefolgt von einer Zunge und Lippen, an ihrem Brustbein hinunterlief. "Mmmm....." Kerry malte mehrere Kreise. "Gute Schokolade, wie?" Presste Dar heraus, und fand in Kerry's Bauchnabel einen netten Ort um etwas davon unterzubringen. "Was für Schokolade?" Bemerkte Kerry ausatmend und fuhr mit ihrer Hand an Dar's Magen herunter. "Ach... richtig... ja..." Sie war sehr darauf bedacht, nicht gegen die Prellung zu stoßen, doch sie wollte jeden Millimeter von ihr berühren und kostend, atmend und berührend streifte sie mit ihren Lippen über die weiche Haut... Als sich Dar's Hände bewegten und ihr dunkles Haar über Kerry's sensibilisierte Haut streifte, baute sich der Druck wieder auf. Sie schrie leise auf. "Bist du in Ordnung?" Erklang Dar's Stimme fast in ihrem Innern und vibrierte in ihren Ohren. "Ja... nur..." Kerry konnte der Intensität kaum standhalten, und die größere Frau enger an sich ziehend, ließ sie die Empfindungen aufbauen bis sie beide hilflos darin gefangen waren. Verschlungene Körper in einem weichen Nest feuchten Leders, keuchten nach der Befreiung. Kerry schaffte es sich zu bewegen, schob sich nach oben und kuschelte ihren Kopf gegen Dar's Schulter, als diese ihre Arme um sie schlang und sie vollkommen zufrieden umarmte. Spürend wie ihr Herzschlag sich langsam normalisierte, ließ Dar ihre Augen zufallen und streichelte zärtlich über Kerry's Haar. Ein warmherziger Frieden erfüllte sie und sie lächelte leicht. "Das fühlt sich so gut an." Murmelte sie. "So anders." Ein hauchzartes Nicken gegen ihre Brust. "Wunderschön." Seufzte Kerry, als sie darüber sinnierte, von einer Sicherheit und Wärme umgeben zu sein, wie sie sie niemals gekannt hatte. Und noch etwas anderes. Sie sah zu Dar's Gesicht auf. "Ich habe so etwas noch niemals gefühlt." Gab sie leise zu. Ein langes Schweigen. "Ich auch nicht." Dar's Augen waren nun offen und blickten in ihre. Diese blauen Augen. Kerry war nie jemandem mit solchen Augen begegnet. Und dennoch waren sie ihr so vertraut, wie ihr eigenes Spiegelbild... sie kannte die winzigen Fältchen an den Augenwinkeln, und die Art wie sich ein Lächeln in sie schlich, und wie sie sich verengten und verdunkelten, wenn sie tief in Gedanken versunken war, so als ob sie sie schon ihr ganzes Leben kennen würde. Genau wie jetzt, als sie sich öffneten und einen liebevollen, warmherzigen Hauch eines Sonnestrahls auf ihr Gesicht warfen und keinen Zweifel über die Gefühle dahinter ließen. "Dar?" "Mmm...?" "Würdest du mich für völlig übergeschnappt halten, wenn ich dir sage, das ich in dich verliebt bin?" Sich auf ihre Lippe beißend, überkreuzte sie ihre Zehen und die Finger ihrer verborgenen Hand und wartete. Dar hielt tatsächlich ihren Atem an. Ihre Brust war bewegungslos und sie hielt einen Herzschlag lang inne, bevor ein verdutztes, jedoch erfreutes Lächeln ihre Lippen verzog. "Bist du das?" Kerry kam zu dem Schluss, das sie aussah wie ein Kind, das sie mal im Fernsehen gesehen hatte, dem man an seinem Geburtstag ein Überraschungsspielzeug geschenkt hatte. "Ja." Erwiderte sie zärtlich. "Ähm...." Dar's Gesichtsausdruck war eine Mischung aus Verlegenheit und Glückseligkeit. "Zumindest hattest du soviel Feingefühl es selbst herauszufinden... mir musste es erst der gottverdammte Arzt sagen." Kerry sah sie mit vorsichtiger Hoffnung an. "Was hat er dir gesagt?" Will sie damit sagen... nein tut sie nicht... doch, sie tut es... oh Jesus... ja... ja... ja! Dar gab sich geschlagen und ließ ihren Gefühlen freien Lauf. "Er sagte mir den Grund, warum ich mich so verdammt seltsam gefühlt hatte." Sie fuhr über Kerry's Augenbraue. "Ich hatte nicht das Feingefühl zu merken das es Liebe war, als es mich erwischt hatte." Seufzte sie leise. "Also nein... ich glaube nicht das du übergeschnappt bist... ich glaube, es ist das erstaunlichste, was ich jemals gehört habe." Ja!!!!!! Kerry war leicht schwindelig. Juuhuuu!!!!! Ihre Augen leuchteten und sie fühlte, wie sich ein gewaltiges Schmunzeln über ihr Gesicht zog. Nein, ihr war sehr schwindelig. Es war nicht ganz so, wie es in Liebesromanen beschrieben wurde, doch es genügte ihr vollkommen. Sie seufzte glücklich. Moment mal. "Gefühlt hattest?" Dar lächelte schüchtern. "Ich vermute mal, das ich hätte merken sollen was mit mir vorging, nachdem ich dir eine Anstecknadel gekauft hatte, als wir zusammen einkaufen waren." Kerry blinzelte. "Anstecknadel... Oh mein Gott... diese Delphin-Anstecknadel?" Sie blickte Dar verblüfft an. "Diejenige an diesem Kostüm??? Ich... Jesus... ich hab sie entdeckt als ich zu Hause war... Ich dachte, ich wäre so blöd gewesen und hätte sie dort übersehen." Entgegnete sie vergnügt lachend. "Dar... das ist so süß." Die größere Frau versuchte finster dreinzublicken, schließlich gab sie es auf und lachte einfach. Kerry lachte auch und es endete damit das sie sich umarmten und enger an sich drückten, bis Dar letztendlich scharf Luft holte und keuchte. Kerry ließ sie augenblicklich los. "Oh Gott... es tut mir leid..." Entschuldigte sie sich und nahm Dar's schmerzverzerrtes Gesicht zwischen ihre Hände. "Dar... bist du in Ordnung?" Der Schmerz ließ nach, und die größere Frau seufzte leise. "Oh Mann." Murmelte sie. "Das hat weh getan." Kerry stützte sich auf einem Ellbogen ab, kratzte sich an der Nase und stupste dann mit ihrem Zeigefinger in Dar's Schulter. "Denkst du daran, das du gesagt hast, zum Arzt zu gehen, wenn es morgen immer noch weh tut?" Reuevolle Augen blickten sie vorsichtig an. "Jaaaa. Das hab ich gesagt." "Nun ja, du hast auch keine andere Wahl." Belehrte Kerry sie. "Weil ich dich nämlich hinbringen werde." Eine dunkle Augenbraue stieg in die Höhe. Kerry beugte sich nach vorne und küsste sie. Dann lehnte sie sich wieder zurück und wartete. Dar kaute auf ihrer Lippe, dann trat ein ironisches Grinsen auf ihr Gesicht. "In Ordnung." Seufzte sie. "Du hast gewonnen." Oh ja. Traurig über den schlimmen Grund, legte Kerry den Eisbeutel auf Dar's verletzte Rippen. Wir haben beide gewonnen. Sie kuschelte sich wieder gegen das Leder und sah zu wie Dar eine Erdbeere nahm, sie in die nun abgekühlte Schokolade tauchte und Kerry anbot. Kerry biss ein Stückchen ab und kaute. "Mm." Ihre Beine ein wenig ausstreckend nahm Dar selbst einen Bissen, und spürte wie sich Kerry mit einer warmen Vertrautheit gegen sie lehnte. Alles veränderte sich. Ihr Leben war nun ein wunderbares, erschreckendes Chaos. Es war ein unvergleichlich phantastisches Gefühl.
Ein anderer Traum. Dieses Mal war das Wasser kalt, doch es fühlte sich auf ihrer überhitzten Haut gut an, als sie die schwere Kleidung auszog und in die Quelle sprang. Ihre Arme taten weh, doch es war auf eine angenehme Art und sie streckte sie aus und zog sie mit sie mit einer Energie durch das Wasser, wie sie sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Sie drehte sich herum und nun auf dem Rücken schwimmend spürte sie den Kontrast des kühlen Wassers auf ihrem Körper im Gegensatz zu der Hitze der hochstehenden Sonne, und seufzte aus purer tierischer Zufriedenheit. Die Luft war vom süßen Duft des Sommers erfüllt und als sie ihre Bewegungen verlangsamte, konnte sie das Zirpen der Grillen wieder hören. Den Frieden des späten Nachmittags genießend schloss sie ihre Augen und wusste das sie an diesem Tag nichts weiter zu tun hatte als ihr Schwimmen zu beenden und die Verabredung... Der Klang von schnellen Schritten ließ sie sich umdrehen, und sie sah ein fröhlich lachendes Gesicht und helles, blondes Haar als eine vertraute Gestalt vom Felsen in das Wasser neben sie sprang, und sie mit der kalten Flüssigkeit bespritzte. Mit einem Lächeln auf den Lippen wartete sie bis die andere Frau wieder auftauchte, und schob dann einen armvoll Wasser zu ihr, woraufhin sie sich in Beschimpfungen ergoss. Den schalkhaften Blick und das schelmische Funkeln in diesen grünen Augen sehend, tauchte sie in das kalte Wasser unter sie, und als sie versuchte zu fliehen hielt sie sie am Fußgelenk fest. Als sie das Gelenk zurückzog, konnte sie den Protestschrei sogar unter Wasser hören und merkte wie sie plötzlich von einer geschmeidigen, muskulösen Gestalt überwältigt wurde die sich auf sie warf. Instinktiv ihre Arme noch oben werfend umgriff sie ihren Körper, und obwohl sie auf ein wenig Widerstand traf, überwältigte sie die Handvoll, die nicht viel mehr als ein Sack Kartoffeln wog. Arme schlangen sich um ihr Genick, und sie merkte wie sie lächelte als sie in ein verschmitztes Gesicht herabblickte. Das Lächeln wurde warmherzig und liebevoll erwidert, und zur Hälfte aus dem Wasser stehend ließ sie es an ihnen herunterlaufen und spürte wie die Sonne die kühle Haut erwärmte. Sie küssten sich, und als der leise Schrei eines Habichts über ihnen erklang, trafen sich warme Lippen im Kontrast zu der eisigen Berührung des Wassers und sie spürte ein überwältigendes Gefühl von Glückseligkeit, die sie spiralförmig zu dem strahlendblauen Himmel und dem kreisenden Vogel zu tragen schien. Der als er aufstieg wieder schrie. Der Schrei erklang fast zur gleichen Zeit wie der Alarm des Weckers, welcher Dar aus ihrem Traum riss und mit einem Keuchen in die wache Realität der beginnenden Morgendämmerung brachte. Hinausreichend schlug sie auf die Uhr und brachte sie somit zum Verstummen, dann legte sie ihren Kopf wieder auf das Kissen zurück und ließ ihren Herzschlag wieder normalisieren. Jesus. Sie blinzelte einige Male und blickte dann auf das blonde Anhängsel, das behaglich an ihr kuschelte. Es brauchte einen Moment um sich daran zu gewöhnen. Sie war solange allein gewesen, und in dieser warmen Verschlingung aufzuwachen, war ein Schock, obwohl sie zugeben musste, das es ein angenehmer war. Sie lag auf ihrem Rücken und Kerry war an ihre rechte Seite gekuschelt und benutzte ihre Schulter als Kopfkissen, während ein Arm mit einem festen Griff um ihren Bauch lag. Es schien ihre Lieblingsposition zu sein, erkannte die größere Frau während sie beobachtete wie die kleinere Frau in rhythmischen Auf- und Abbewegungen atmete. Dar merkte wie sich ein Lächeln auf ihr Gesicht schlich als sie zärtlich das helle Haar befühlte, das sich über ihrer Brust ergoss, und wickelte es fasziniert um ihren Finger. Sie liebt mich. Der Gedanke wirbelte in ihrem Verstand herum und vertrieb den lezten Schleier des Schlafs. Sie hat es wirklich gesagt. Das hatten die anderen niemals getan... oh, sie sprachen über Sex und Verpflichtungen... doch sie sahen ihr nie direkt in die Augen und sagten ihr nur... Glaubst du, das ich übergeschnappt bin? Mit einem kleinen Seufzer ließ sie sich die Frage nochmals auf der Zunge zergehen. Nein, ich denke nicht das du übergeschnappt bist. Was hätte ich gesagt... wie hätte ich es ausgedrückt, wenn es an mir gewesen wäre? In sich hineinlachend schnaufte sie. Als ob ich es gekonnt hätte. Ich hatte solche Angst, das sie einfach fortgehen könnte. Dar verfluchte sich leise für ihre eigene Unsicherheit. Ich bin froh, das sie mehr Courage als ich habe... und Jesus, was sie alles durchstehen musste. Wenn sie daran dachte was ihre Freundin alles ertragen musste, stieg wieder Zorn in ihr auf. Arschlöcher... wie konnten sie das einem Kind antun? Sie schüttelte ganz kurz ihren Kopf. Und dieses Stück Scheiße von einem Bodyguard... Sie fragte sich ob er Kerry nur hart angefasst hatte oder... Sie berührte mit ihren Händen die weiche Haut am Arm der blonden Frau. Hat er sie vergewaltigt? Falls es das getan hat, dann helfe ihm Gott, wenn ich ihm jemals begegne. Als die dunkle Energie durch sie pulsierte, schauderte Dar ein wenig. Es war ein ungezügelter, gewalttätiger Charakterzug, den sie nicht oft an die Oberfläche ließ, doch sie wusste er war da, und sie wusste wohin sie ihr Temperament führen konnte, wenn sie nicht vorsichtig war. Und auf das, an ihrer Haut gekuschelte bleiche, unschuldige Gesicht herabblickend, wusste sie, das sie keinesfalls vorsichtig sein wollte. Kerry wählte diesen Augenblick um sich zu bewegen und murmelte etwas gegen Dar's Brust, bevor sie ihren Kopf hob und in die Dunkelheit spähend die Augen ihrer Freundin fand. "Es ist dunkel." Stellte sie mit einem unterdrückten Gähnen fest. "Hast du das bemerkt?" "Oh ja." Stimmte ihre Bettgefährtin zu. "Das ist es ... es ist die beste Zeit zum Laufen." Sogar in dem gedämpften Licht konnte sie sehen, wie sich die blonden Augenbrauen missbilligend hoben. "Ich stehe gewöhnlich um diese Uhrzeit auf." Kerry warf ihr einen skeptischen Blick zu. "Dar, du wirst doch nicht ernsthaft in Betracht ziehen, in dieser Dunkelheit draußen herumzurennen, oder? Du bist verletzt." Protestierte sie. "Nein, bin ich nicht." Stritt Dar ab. "Mir geht's gut... es tut heute morgen kein bisschen weh." Sie holte tief Luft um es zu demonstrieren. "Siehst du?" Es war noch ein bisschen empfindlich, doch der Schlaf hatte eine Menge geholfen und sie fühlte sich wirklich wesentlich besser. "Ich laufe gewöhnlich ungefähr... ähm... fünfzehn Kilometer jeden Morgen." Okay, es war ein wenig übertrieben. Doch nicht viel. Sie stützte ihren Kopf auf einer Hand ab und betrachtete die größere Frau nachdenklich. "Das ist widerlich." Bemerkte sie, und glitt dann mit einer Hand zwischen die Knöpfe von Dar's Shirt und fuhr mit ihren Fingern über die ebenmäßige Haut. Die Hitze des vorigen Abends war fort und die Prellung schien dem Opfer letztendlich nicht mehr viel Schmerzen zu bereiten. "Hmm... es fühlt sich nicht mehr geschwollen an... ich glaube du hast recht." Die liebevolle Berührung von Kerry's Fingern genießend, die nun in müßigen Kreisen über ihre Haut fuhren, blinzelte Dar ein paar mal. Sie erkannte, das es sie entspannte und musste ein Gähnen unterdrücken. "Mmm... hör damit auf... du lullst mich damit ein." Beschwerte sie sich süßsauer. "Ach, wirklich?" Folgerte Kerry leicht schmunzelnd. "Nun, soso... sie dir das einer an... es ist besser als ein Hypnotiseur mit seinem Pendeldings." Sie zog ihre Kreise weiter und biss vergnügt auf ihre Lippe als die in dem schwachen Licht der beginnenden Morgendämmerung sichtbaren blauen Augen langsam zufielen. "Komm schon, Dar... lass es sein... auch wenn du dich gut fühlst, hast du gestern Abend ganz schön was abbekommen." Belehrte Kerry sie. "Oh ja... ich werde nicht jeden Abend mit Schokolade bemalt." Murmelte Dar, ihre Mundwinkel verziehend. "Das habe ich damit NICHT gemeint, und du weißt es." Bemerkte Kerry kichernd. "Gönn dir mal eine Pause, Dar... wir haben heute... einen langen Tag vor uns. Diese Delegation aus Pittsburgh kommt um zehn." Schmeichelte sie ihr und grinste schelmisch als ihr kein weiteres Argument einfiel. "Außerdem, liege ich hier wirklich bequem..." Sie drückte sich noch enger heran und spürte den leichten Druck von Dar's Hand auf ihrem Rücken. "Arrrggg... nur noch ein bisschen." Brummte Dar nachgebend. "Wie wär's bis zum Tagesanbruch, hmm? Hört sich das gut an?" Entgegnete Kerry ohne mit ihrem Streicheln aufzuhören. Es kam keine Antwort und Kerry lächelte über die tiefe, gleichmäßige Atmung. "Weißt du, das würde mir keiner auf der Welt glauben." Flüsterte sie liebevoll zu der schlummernden Direktorin. "Doch keine Angst... ich sage es niemandem." Sich zufrieden zucklegend atmete sie aus. So fühlte sich also verliebt sein an. Sie blickte aus dem Fenster zu den noch immer funkelnden Sternen im südlichen Himmel. Es gefällt mir. Beschloss sie und schloss ihre Augen. Der gestrige Abend war eine Überraschung gewesen. Es war gestern abend mit Sicherheit nicht ihre Absicht gewesen das, was Colleen das große "L" Wort nannte, auf den Tisch zu bringen, nicht bis sie einen Anhaltspunkt über Dar's Gefühle hatte, doch... Doch... sie hatte eine Ahnung, auch wenn die größere Frau kein Wort gesagt hätte. Es hatte keinen Telefonseelsorger gebraucht, um Dar's Nervosität oder die Intensität ihrer Gefühle zu erkennen. Ihre Augen öffnend, sah Kerry ins Gesicht der größeren Frau. Für jemanden der sich so unter Kontrolle hat, kommst du mit rührseligen Dingen nicht gut zurecht, oder? Froh darüber, dass sie Dar über die... Angelegenheit... erzählt hatte, ließ sie ihre Augen wieder zufallen. Die Reaktion der Direktorin war, um es gelinde auszudrücken, erfreulich gewesen. Sich wieder ihrer Schläfrigkeit hingebend schloss Kerry ihre Augen fester und nahm einen tiefen Atemzug des sauberen Lakens und dem Duft ihrer Bettgefährtin. Sie öffnete ihre Augen wieder. Jesus, Kerry... du hast eine Geliebte... kannst du dir das vorstellen??? Grüne Augäpfel sahen sich in dem Raum um und fielen dann auf Dar's friedlich schlafendes Gesicht. Schön zu wissen, dass du einen besseren Geschmack als der Präsident hast... Sie unterdrückte ein Lachen. Und wenn ich vorher keinen Grund hatte hier zubleiben, nun habe ich mit Sicherheit einen. Dies zu verlassen... kam nicht in Frage. Und allein aus diesem Grund war sie bereit ihrer Familie gegenüberzutreten.
Das Telefon summte. "Ja?" Dar drückte die Lautsprechertaste und schrieb, mit ihren Augen hastig über die Tabellenkalkulation gleitend, weiter. "Was gibt's?" "Dar... der diensthabende Sicherheitsdienst hat gerade angerufen und mitgeteilt, das jemand zu ihnen will." Informierte sie Maria's Stimme. "Eine... Michelle Graver?" Oh Mist. In Gedanken ging sie ihre Möglichkeiten durch. Eine Hauptkundin, die wahrscheinlich für einen kurzen Besuch in der Stadt war und sie vermutlich mit diesem Abendessen festnageln wollte. Oh Mist. "Sicher... der Sicherheitsdienst soll sie hochbringen." Seufzte sie enttäuscht. Genau was sie an einem Tag wie heute noch gebrauchen konnte. Zwei Präsentationssitzungen, ein halbes Dutzend Gespräche, wovon eines eine wirklich widerwärtige Situation betraf, die größtenteils nur durch ihre Spitzfindigkeit gerettet werden konnte... Verdammt, sie hatte sich darauf gefreut gehen zu können. Sie tippte eine interne Mitteilung ein.
Sie drückte auf den Sendebutton und wandte sich für einen Augenblick wieder ihrer Tabellenkalkulation zu.
Schrieb Kerry prompt zurück.
Dar kicherte in sich hinein. Shortys war der örtliche Barbecue-Treffpunkt an der US 1 in der Nähe von Dadeland. Sie servierten dort großartige Rippchen und einen Teil des Essens mochte sie wirklich, aber sich rustikal darzustellen war nicht so ganz das richtige. Zumindest hatten sie seit einigen Jahren eine Klimaanlage, was jedoch nicht die Insekten abhielt herumzuschwirren.
Schrieb sie zurück, und blickte dann auf als sich die Tür öffnete und Marias rundliche Gestalt erschien. "Oh... ich dachte sie wären Michelle." "Nein nein..." Maria ging zu ihr und reichte ihr eine Akte. "Das ist der Vertrag für die neuen Dienstleistungen des Kunden in New York." "Danke." Lächelnd nahm Dar die Akte, legte sie auf ihren Schreibtisch und sich zurücklehnend sicherte sie die Tabellenkalkulation. "Nun gut... die Infrastruktur für das Wachstum des ersten Quartals... ist fertig... wir werden niedergemacht, wenn wir nicht noch mehr Einrichtungen dazukaufen." Sich streckend ließ sie ihr Genick knacken, dann verschränkte sie ihre Hände hinter ihren Kopf und seufzte zufrieden. Maria betrachtete sie. "Sie fühlen sich gut, nicht wahr?" Fragte sie leicht erstaunt über die sichtbare Veränderung ihrer Chefin. Dar schwieg und nickte dann schließlich. "Klar... das muss diese extra Ruhe sein, die ich bekommen habe." Bemerkte sie ausdruckslos. "Ich hatte seit Wochen keine verdammten Kopfschmerzen mehr." "Tcha... das ist gut." Erwiderte Maria und lächelte, als die dunkelhaarigen Frau ihre Augen zu der Delphinskulptur wandte und dort beließ. Dar hatte während des ganzen Tages, trotz mehrerer Katastrophen und einem widerlichen Streit mit Jose, jeden mit ihrer guten Laune überrascht. Nun zappelte sie leicht nervös herum, als sie hörte wie sich die Fahrstuhltür öffnete. "Wenn ich mich nicht irre, kommt hier der Ärger." Seufzte die Direktorin, während sie tief Luft holend ihre Möglichkeiten überdachte. Man konnte das forsche Klappern von Absätzen hören, dann öffnete die Sicherheitswache die Tür und an ihm vorbeigehend blickte sich Michelle Graver anerkennend im Büro um. Schließlich konzentrierten sich ihre Augen auf Dar, die immer noch zurückgelehnt und mit verschränken Händen vor ihr saß. "Hallo, Dar." "Guten Tag, Michelle... was führt sie in dieses Gebiet?" Erkundigte sich Dar höflich. "Bitte... setzen sie sich." Sie zeigte auf einen der gepolsterten Stühle vor ihrem Schreibtisch. "Was kann ich für sie tun?" Die rothaarige Frau trug ein elegantes Seidenkostüm, das sich so eng an ihre Figur schmiegte, das nur wenig der Phantasie überlassen war. "Nun ja... die nationale Tourismuskonferenz findet diese Woche statt... wie sie wissen sind wir ein erheblicher Teil davon." Erklärte Michelle während sie sich anmutig hinsetzte. "Ich habe heute abend ein paar Stunden frei und dachte mir ich komme mal vorbei und sehe ob ich auf dieses Angebot zurückgreifen kann." Sie blickte Dar direkt in die Augen, und ein hauchzartes Lächeln trat auf ihre Lippen. "Falls sie nicht... zu beschäftigt sind." Eine kleine Alarmglocke erschallte in Dar's Kopf. "Ich habe nichts geplant." Erwiderte sie vorsichtig. "Haben sie schon eine Vorstellung wohin sie gerne möchten?" Träge spielte sie mit dem Gedanken, der Frau zu sagen was für Pläne sie eigentlich hatte. Ach... das tut mir leid Michelle... ich hatte Kerry versprochen mit ihr zum Minigolf zu gehen... Ich hasse es dieses Loch mit dem großen rosa Elefanten nicht spielen zu können... das verstehen sie doch, nicht wahr? "Nun ja, das hier sind ihre Gewässer, Dar... warum schlagen sie nicht etwas vor?" Michelle schlug ihre Beine übereinander und lehnte sich gierig blickend gegen die Armlehne des Stuhls. "Sicherlich kennen sie hier alle schönen Plätze." Die größere Frau überlegte. "Wo wohnen sie?" Das Lächeln verbreiterte sich erkennbar. "Das Hyatt im Geschäftsviertel." Schnurrte sie. "Mögen sie Meeresfrüchte?" Erkundigte sich Dar höflich. "Ich liebe sie." Erwiderte Michelle. Hellblaue Augen betrachteten sie wachsam. "In Ordnung... Monty's unten in Grove ist dafür ein guter Ort... ich könnte sie... sagen wir um neunzehn Uhr abholen?" Ein Nicken. "Das wäre großartig... ich kann sie über die Umsetzung der Pläne informieren... und wir können... ein wenig reden." Nun, da sie erreicht hatte was sie wollte, stand sie auf und strich ihre Jacke glatt. "Zimmer 1243." Sie lies ihre Augen kurz auf Dar's Körper ruhen, dann drehte sie sich herum und ging quer über den Teppich zur Tür, wo sie stehen blieb. "Bis dann." Sie glitt zur Tür hinaus, und Dar zog ein Gesicht. "Das wird eine Verschwendung von guten Krabben." Bemerkte sie seufzend. "Andererseits, kann ich vielleicht eine dazu überreden sie zu beißen."
Die Tür aufstoßend schob sich Kerry ins Innere, stellte die Tüten mit den Lebensmitteln ab und trat die Holztür zu. Ein Blick zur Uhr sagte ihr, das es schon nach zweiundzwanzig Uhr war. Sie hatte den Abend damit verbracht, alle möglichen Besorgungen zu erledigen die ihr einfielen und atmete nun aus. Oder die sie sich hatte einfallen lassen, um ihre Gedanken davon abzulenken, wo Dar gerade war, und mit wem sie zusammen war. "Eifersucht ist kein spaßiges Gefühl." Unterrichtete sie ihre Fische. "Lass dich von niemandem zum Narren halten, Scully... es ist ätzend." Sich in die Küche schleppend stellte sie die Tüten ab und räumte die Sachen, die gekühlt werden mussten, in den Kühlschrank. "Wohlgemerkt, nicht das ich besorgt bin... ich weiß, das Dar sie nicht mag." Scully und Mulder blubberten. "Nein, ehrlich... das tut sie nicht... auf dem Weg nach draußen, hatte sie die komischsten Witze über sie gemacht... obwohl ich glaube, das sie es größtenteils gemacht hat, damit ich mich besser fühle." Sie warf den Fischen einen ironischen Blick zu. Es war wirklich schwer für mich, mich nicht wie ein grünäugiges Monster aufzuführen, doch natürlich... ist das wirklich schwer mich, da ich ja tatsächlich grüne Augen hab, wenn ihr wisst was ich meine?" Mulder machte eine Blase. Scully schwamm auf ihn zu und gab ihm einen Schmatz auf die Lippen. "Ooohh... Ich kann mir ungefähr Siebenmillionen Internetfans vorstellen, die für diesen Anblick jemanden töten würden." Die Lone Gunmen schossen im Aquarium herum als sie hinging und ein wenig Futter hineinstreute. An die Kante gelehnt spähte sie auf sie herunter. "Es ist geschäftlich, Jungs. Nichts persönliches." Sie seufzte. "Aber ich kann mir nicht helfen und möchte ihr ihre kleinen roten Augenbrauen herausziehen und sie ihr dann mit einem Kolben wieder eintrichtern." Obwohl sie wusste, dass ihre Chefin für die Aufrechterhaltung einer guten Beziehung zu ihrem neusten Kunden verantwortlich war, wünschte sie sich halbwegs, das Dar das Treffen einfach abgesagt hätte. Doch musste es diese Art von Beziehung sein? Kerry wurde jedes Mal, wenn sie an Michelle, ihr tolles Hotel und ihre exotische Figur dachte, leicht übel. Es war ein schrecklich hilfloses Gefühl... und kurz dachte sie daran einfach alles zur Seite zu schieben und schlafen zu gehen. Morgen früh würde es vorbei sein. Richtig? "Scheiße... komm schon, Kerry... nimm dich zusammen... sie hatte erst vor einigen Wochen ein Essen abgesagt, nur um mit dir im Park herumzutollen... sie konnte es jetzt nicht absagen... sie ist in ihr Büro hineinspaziert und hat sie praktisch dazu gezwungen." Redete sie sich ein. Richtig? Seufzend ging sie in die Küche und räumte alles, einschließlich der Milch und dem Schokoladensirup weg, was sie vollkommen unbewusst gekauft hatte. Dann zog sie sich um, und nachdem sie sich auf die Couch gesetzt hatte fuhr sie mit ihren Händen über den Stoff und erinnerte sich an Montag. War das erst vor drei Tagen? Es fühlte sich länger an. Die Uhr tickte in der Stille und sie konnte das leise Summen des Aquariumfilters hören. Das Klingeln des Telefons erschrak sie und sie zuckte zusammen, dann stand sie auf und nahm den Hörer ab. "Hallo?" "Kerry... ich bin froh, das ich dich erwischt habe." Erklang die Stimme ihrer Mutter im Hörer. "Du bist die letzten Tage kaum zu Hause, Liebling... Ich versuche es nun schon seit zwei Tagen." Kerry zuckte zusammen. Oh... hmm... ich seh mich besser nach einer Rufnummernanzeige um. "Tut mir leid... ich ähm... ich habe gestern bis spät gearbeitet, und bin danach ins Fitnessstudio gegangen... und anschließend sind wir ausgegangen." "Ach? Du gehst in ein Fitnessstudio?" Erklang zögernd die Stimme ihrer Mutter. "Es ist ein Sondervertrag durch unsere Gesellschaft." Erzählte ihr Kerry. "Eine ganze Menge von uns sind dabei... Ich mach etwas Aerobics... und Steilwandklettern... und... einen kleinen Selbstverteidigungskurs." Entgegnete sie schwach lächelnd. "Es macht eine Menge Spaß." Einen Augenblick herrschte Schweigen. "Nun ja, ich bin sehr überrascht, das du dich für so etwas einschreibst, wo du doch gehst, Kerry." Erklärte ihre Mutter missbilligend. "Das sieht dir gar nicht ähnlich." Ein sehr tiefer Atemzug. "Mutter, lass uns vernünftig sein, in Ordnung? Ich kann diesen Job nicht einfach aufgeben, und nur wegen eines Unfalls nach Hause kommen... das ist albern." Kurz wünschte sie sich, Dar wäre hier, da sie die beruhigende Gegenwart der größeren Frau brauchte. "Es geht mir großartig hier... es ist eine so tolle Gelegenheit." "Sei nicht albern." Fuhr ihre Mutter sie an. "Dein Vater hat dir gesagt... das du nach Hause kommst, ich will nichts mehr darüber hören, Kerrison... es ist schon alles arrangiert." Es war beinahe so, als ob sie die warmen Hände auf ihren Schultern und die enge Nähe hinter sich spüren konnte, als sie sich gerade aufrichtete. "Nein, das bin ich nicht, und wenn du darüber nicht reden willst, dann ist das fein, Mutter... aber ich bin sehr entschlossen hier zubleiben." Erklärte ihr Kerry festentschlossen. "Ich habe hier Freunde, und einen tollen Job... ich bin nicht bereit, dies alles aufzugeben." Eisiges Schweigen. "Wir werden sehen, was dein Vater dazu zu sagen hat." Entgegnete die wütende Stimme. "Bei aller Undankbarkeit... kann ich nicht glauben, das von dir hören zu müssen... das Leben dort hat dir eine schreckliche Gesinnung gegeben, und das ist der beste Grund, dich nach Hause zu holen." Es tat weh. "Es tut mir leid, das du es so siehst, Mutter... ich wollte dir oder Daddy gegenüber nicht respektlos sein, doch du musst verstehen, dass..." Die Leitung war tot. Seufzend legte Kerry auf und ließ das Telefon mit einem dumpfen Geräusch auf den Tisch fallen. "Großartig... einfach toll, das ist hundertprozentig in die Hose gegangen."
Das Restaurant war etwa zu dreiviertel besetzt und das sanfte Klirren von Besteck konkurrierte mit leiser, summender Unterhaltung als Dar ihren Kopf schief legte während sie Michelle zuhörte, die über ein paar Probleme mit ihren Großrechnern erzählte. Es war traurig. Dar hatte das Problem schon vor zehn Minuten erkannt, doch da ihre Netzwerkleute seit einer Woche frustriert an der Sache saßen, sah sie keinen Anlass Michelle einen kostenlosen Rat zu geben. "Sie könnten uns beauftragen, einen Problemanalytiker zu ihnen zu schicken." Bot sie offenherzig lächelnd an. Mit ihrer Gabel spielend sah Michelle sie unter ihren leicht goldgesprenkelten Augenbrauen her an. "Wollen sie damit sagen, dass sie die Lösung nicht schon in ihrem Kopf haben? Warum Dar... ich bin enttäuscht." Dar dachte kurz daran ihr mit einer klugen Bemerkung über Dienstleistungen und die Bezahlung dafür zu antworten, doch dann lächelte sie nur. "Oh... ich kann nicht jedes Problem lösen... doch ich bin mir sicher, das einer unserer Ingenieure ihnen helfen könnte." Sie nahm einen Schluck von dem Champagner, auf den Michelle bestanden hatte, dann spießte sie ein Stückchen Lachs auf und sah nach draußen. Der Yachthafen, der an dem Restaurant grenzte, war voller funkelnder Lichter von den Booten die hinausfuhren und andockten. Auf einem der Boote war eine Party voll im Gange, auf dem sich bärtige Männer in kurzen Baumwollhosen von Frauen in Stringtops Bier bringen ließen. "Wie ich von der Infrastruktur gehört habe... sind ihre Schaltkreise eingebaut." "Nun... das sind gute Nachrichten." Bemerkte Michelle, die sich anscheinend dazu entschlossen hatte ihre Stichelei aufzugeben. "Sie haben auch lange genug gebraucht." Bemerkte sie mit einem Seitenhieb. Zwei Wochen für einen T3 Hauptschaltkreis war nicht lang, doch Dar weigerte sich darüber zu diskutieren. "Tatsächlich, war das Problem ihre Sicherheitseinrichtung... die Telcoleute erzählten mir, das sie sechs Tage brauchten um Zutritt zum Schaltraum zu erhalten." Bemerkte sie, Michelle charmant ansehend. "Es ist ein wenig schwierig einen Schaltkreis fertigzustellen, wenn man nicht an die Anlage kommt." Ein Lächeln mit zusammengekniffenen Lippen. "Wir nehmen unsere Sicherheit sehr ernst." Erwiderte sie. "Genau wie sie... wir lassen Leute, die wir nicht kennen, nicht in unseren Gebäuden herumwandern." Dar lachte. "Kommen sie Michelle... zwei Southern Bell Techniker in Uniformen mit ihrem unverwechselbaren Lieferwagen... wie unbekannt ist das?" Sie knabberte an einem weiteren Stück Lachs, während sie die kleinere Frau, die einen Teller mit gefüllten Garnele vertilgte, unschuldig anblickte. Einen Augenblick erwiderte Graver nichts und schluckte. "Jeder kann sich so einen blöden weißen Helm und ein solches Hemd anziehen... wir überlassen nichts dem Zufall." Klärte sie Dar auf. "Also... sagen sie, Dar... ich bin neugierig... was bringt jemanden mit ihrer Erfahrung dazu, einen völligen Neuling als Assistentin einzustellen." Es kam heimtückisch und traf sie unerwartet. Doch Dar hatte nicht jahrelang umsonst in Sitzungssälen verbracht, und ihre Schlagfertigkeit geschult. Sie nahm eine Gabelvoll Röstkartoffeln und dachte ernsthaft über die Frage nach. Warum, Michelle... weil sie ein Schatz ist, und ich mich natürlich beim ersten Anblick Hals über Kopf in sie verliebt habe. Oh nein... Dar... das kannst du diesem Zwerg nicht erzählen. "Nun ja... sie war eine Mitarbeiterin einer Firma, die wir vor kurzem aufgekauft haben... und ich dachte, das sie recht gutes Potential mitbrachte und so habe ich die Chance genutzt." Erwiderte sie ausdruckslos. "Es hat sich ausgezahlt... sie hat ihren Intranetleuten ein paar Mails geschickt, in denen sie ihnen mitteilte, wie sie ihr Netzwerk besser schützen könnten... man muss sich mal vorstellen, dass sie es geschafft hat, an ihrer Firewall vorbei, direkt in ihren Hauptnetzrechner zu spazieren." Eine weitere Gabel Röstkartoffeln folgte und sie kaute unschuldig als Michelle sich offensichtlich verschluckte und hastig einen Schluck Wasser nahm. "Sie ist gut und lernt schnell... warum?" "Ich habe mich nur gewundert." Entgegnete Michelle und räusperte sich. "Tatsächlich war sie recht eindrucksvoll... sie ist Kevin Stuart's Tochter?" Dar nickte. "Mmhmmm..." Michelle grinste. "Das war schlau von ihnen... er ist kein Freund ihrer Gesellschaft." Schnurrte sie. "Ich wittere da ein tieferliegendes Motiv." Sicher tust du das... aber es ist nicht das, was du denkst, Michelle. "Nicht wirklich... obwohl es vorteilhaft sein könnte..." Entgegnete Dar das ganze herunterspielend. "Ich bin mir sicher, dass sie viele... Vorzüge hat." Bemerkte Michelle lächelnd. "Doch genug über sie... erzählen sie mir etwas von sich, Dar." Als sie endlich das Restaurant verließen und in die kühle Abendluft traten, hatte Dar den Eindruck, als ob das Essen mindestens drei Wochen gedauert hatte. Sie nahm einen tiefen Atemzug und schritt dann nach vorne als der Restaurantpage den Lexus brachte. Sie wartete bis Michelle sich niedergelassen hatte, dann glitt sie auf den Fahrersitz und stellte ihn ein wenig zurück. "Nett." Bemerkte Michelle und fuhr mit einem Finger über das Leder. "Nicht ganz die Art von Wagen, den ich mir bei ihnen vorgestellt hatte, dennoch nett." Dar verbiss sich eine Antwort und ließ den Wagen an. "Danke... ich mag ihn." Sie fuhr los und bog nach rechts auf die Bayshore Zufahrt ab, die sie auf die Schnellstrasse zu Michelle's Hotel führte. Sie wusste worauf Michelle aus war. Das war schon recht offenkundig als sie die kleinere Frau abgeholt hatte, und diese Dar's Jacke berührt und ein Kompliment über ihr Parfüm gemacht hatte. Und sie war offensichtlich der Meinung, das Dar ebenso gewillt war. Gott wusste, das sie es schon vorher getan hatte, und das mit weniger attraktiven Leuten als Michelle Graver, die gut aussah, erfahren war, sehr sinnlich und mit Sicherheit erfahrener als die süße, unschuldige Kerry. Als sie sich auf dem Parkplatz getrennt hatten, hatte Kerry mit einer warmherzigen Hand auf ihrem Arm gesagt. "Dar, hab Spaß... halte nichts zurück, wenn du es nicht willst." Sie hatte sogar gelächelt. Also war alles in Ordnung, richtig? Kerry verstand, das es nur geschäftlich war... das sie Michelle nicht wirklich mochte, das es nur... ein Teil ihrer Arbeit war. Kerry verstand es. Es war ja nicht so, das es ihr etwas bedeutete, und es würde eine kurze, relativ angenehme Zeit sein. Michelle würde glücklich gehen und niemandem wurde Schaden zugefügt. Vor das Hyatt fahrend legte Dar den Leerlauf ein und drehte sich halb zu Michelle, als die kleine Frau sie mit einem warmherzigen, spekulierenden Blick betrachtete. "So, da wären wir." Ein Lächeln breitete sich über Michelle's Gesicht aus. "Kommen sie noch mit hoch?" Fragte sie mit tiefer, selbstsicherer Stimme. "Ich würde die Unterhaltung gerne fortsetzen." Dar holte Luft um zu antworten, und zuckte dann zusammen als ihr Handy klingelte. Sie zog es heraus und das Handy aufklappend warf sie einen entschuldigenden Blick zu Michelle. "Ja?" "Dar... hier ist Mark... wir haben ein großes Problem." Erklang die undeutliche Stimme ihres MIS-Chefs in ihrem Ohr. Es war eine perfekte Entschuldigung. Sie kam vom Haken, und gab der, sie aufmerksam betrachtenden Michelle nicht das Gefühl eine Absage erhalten zu haben. "Warte kurz, Mark." Sie schalte das Telfon auf stumm und wandte sich zu der kleineren Frau. "So sehr ich ihr Angebot würdige, Michelle... ehrlich... befürchte ich, das ich ihr Angebot nicht annehmen kann." Eine perfekt geformte Augenbraue hob sich. "Probleme?" Erkundigte sie sich auf das Telefon zeigend. Dar sah ihr in die Augen. "Nein... ich bin mit jemandem zusammen, und es ist einfach nicht mein Stil." Verdammt, tat es gut das zu sagen. Sie seufzte innerlich, als sich Michel's Gesicht in zurückgehaltener Wut verspannte. Die Tür knallte hinter ihr zu und sich zurücklehnend wusste Dar, dass sie sich gerade eine Menge Ärger eingehandelt hatte. Erstaunlich, wie unglaublich gut sie sich fühlte. "Okay, Mark... was ist los?" Sie fuhr den Lexus an und zog von dem emporragenden, braunen Gebäude weg.
Kerry war kurz vor der Tür als das Telefon zum viertenmal klingelte, ihre Skates rutschten auf den Kacheln des Eingangsbereichs aus und sandten sie schlitternd durch den Raum. "Jesus!" Schrie sie während sie mit ihrem vollkommen verschwitzten Körper gegen die Couch knallend nach dem klingelnden Apparat griff. "Huch!" Auf ihrem Hintern landend ließ sie das Telefon fallen und ihm hinterherkrabbelnd bekam sie es schließlich zu fassen. "Hallo?" Grollte sie in den Hörer, während sie versuchte zu Atem zu kommen. Eine Pause. "Hi." Antwortete ihr eine leicht belustigte, tiefe, vibrierende Stimme. Plötzlich entwich jegliche Anspannung von Kerry und sie sank wie ein feuchter Abwaschlappen auf den Boden. "Hey... entschuldige." Im Hintergrund konnte sie leise Musik hören, ansonsten war es dort wo Dar sich befand ruhig. Sie sah auf ihre Uhr. Elf Uhr. Hmm. Ihre Laune, die den ganzen Abend miserabel war, stieg merklich an. Ich vermute es hat nicht geklappt. Sie spürte wie ein Lächeln ihre Lippen verzog. Was für eine Schande. "Bist du in Ordnung?" Erkundigte sich Dar zärtlich. "Ich bin völlig verschwitzt, erschöpft, sauer und nun tut mir auch noch der Hintern weh." Erwiderte Kerry. "Aber ansonsten geht's mir prima. Wie sieht's bei dir aus? Wie ist das Essen gelaufen?" Ein leises Kichern. "Lausig... ich glaube, das ich eine sehr wichtige Kundenbeziehung direkt zum Teufel geschickt habe." Entgegnete die Direktorin seufzend. "Warum bist du sauer, ganz zu schweigen von verschwitzt und erschöpft?" Kerry schlug ihre schweren Fußgelenke übereinander und betrachtete die Stuckdecke. "Oh... nun ja, ich war skaten." Erklärte sie. "Meine Mutter hatte angerufen... und ich habe ihr irgendwie zu verstehen gegeben, das ich nicht nach Hause zurückgehe... und sie hat einfach aufgelegt." "Ach." Murmelte Dar. "Das tut mir leid." "Mir nicht." Entgegnete Kerry. "Doch es hat mich wirklich verärgert... und ich..." Sie hielt inne. Und ich war bereits ein Nervenbündel... nein, das braucht sie nicht zu wissen. "Ich hab mich dann dazu durchgerungen etwas Anspannung beim Skaten rauszulassen." "Mm... ich verstehe. Du hörst dich müde an." Bemerkte Dar. "Ich sollte dich... ähm... etwas Schlaf bekommen lassen." Es herrschte kurz Schweigen. Das Telefon an ihr Ohr pressend rollte sich Kerry auf die Seite. "Wo bist du?" Ein leises glucksendes Geräusch dann kicherte Dar. "Draußen auf deinem Parkplatz." Gab sie zu. "Dar!" Kerry spürte wie ihre schlechte Laune verschwand und ein Lachen aufblubberte. "Jesus... sei nicht blöd... komm rein... du kannst mir beim Aufstehen helfen. Ich glaub, ich hab mir den Hintern gebrochen." Durch die halb offene Tür konnte sie hören wie die Wagentür geschlossen wurde, und dann die leisen, rhythmischen Schritte von Dar. Sich herumdrehend sah sie wie die Tür aufgeschoben wurde und sich dann ein neugieriger dunkler Kopf hereinstreckte. "Hi." Sie wackelte mit einem skatesbewaffneten Fuß zu der größeren Frau. Mit einem schwachen, verspielten Lächeln auf ihren Lippen und den Händen an ihre Hüfte gestemmt blickte Dar auf sie herab. "Gehst du immer halbnackt Rollerbladen?" Erkundigte sie sich und blinzelte anerkennend zu den kurzen Shorts und dem abgeschnittenen Shirt. "In diesem Fall könntest du mich dazu überreden es auch mal zu versuchen." "Ha, ha, ha." Kerry streckte ihr die Zunge raus. "Nein... das tu ich nicht... doch alles andere ist in der Wäsche... aus irgendeinem Grund bin ich diese Woche noch nicht dazugekommen." Sie hielt kurz inne. "Noch nicht." Ihre Jacke hinwerfend gesellte sich die dunkelhaarige Frau zu Kerry auf den Boden, streckte sich an ihrer Seite aus und stützte ihren Kopf auf einer Hand ab. Sie hatte ihr Kostüm gegen eine Jeans und ein Baumwollshirt gewechselt und machte einen entspannten und leicht zerzausten Eindruckt. Genau wie Kerry sie mochte. Sie lächelte. "Also... wird Michelle nun Onkel Scrooge auf dich hetzen, oder so?" Dar zuckte mit ihren Schultern. "Könnte sein... ich werde abwarten müssen... doch ich schick besser eine Nachricht an das für sie zuständige Kundenteam und warne sie, das sie wahrscheinlich die Wut an ihnen auslassen wird..." Schweigend betrachtete sie die Schlüssel in ihrer Hand. "Es ist zu dumm, aber..." Sich herüberrollend betrachtete Kerry sie. "Aber was? Dar, tut mir leid das ich das sage, aber sie ist ein Schwein." Bemerkte die blonde Frau mit zusammengezogenen Augenbrauen. "Sie war hinter dir her wie ein... ein..." "Geiler Bock?" Erkundigte sich Dar, und verzog dabei ironisch ihre Lippen. "Vielleicht ist es das kleine Frauen Syndrom von dem ich gehört habe." "Hey!" Beschwerte sich Kerry und warf ihr einen Blick zu. "Kleine Leute habe keine Syndrome!" Protestierte sie. "Wir sind nur ständig sauer, weil wir nicht an die oberen Küchenschränke kommen." Dar lächelte beschwingt. "Nun ja... du bist größer als sie." Kerry grübelte. "Oh ja, das bin ich... wenn ich so darüber nachdenke... ich wusste das da etwas war, dass ich an ihr mochte." "Außerdem bist du auch wesentlich hübscher als sie." Fuhr die größere Frau liebevoll fort. "Äußerlich und mit Sicherheit innerlich." Errötend blickte ihre Begleiterin hinunter. "Danke." Erwiderte sie leise. "Es freut mich, das du das denkst." Dar betrachtete sie einen Augenblick. "Deine Mom war recht grob zu dir, wie?" Sie langte nach vorne und bedeckte Kerry's Hand mit ihrer. "Es tut mir leid, das du das durchmachen musst... ich weiß wie schwer das ist." Kerry sah auf die Hand über ihrer und fuhr leicht mit ihren Fingern über die Oberfläche. "Dar... ich wollte es eigentlich nicht sagen, doch... ein Grund warum es zwischen mir und meinen Eltern so schlecht gelaufen ist, war, das wir nie miteinander kommunizierten... und ich will mit dir nicht genauso anfangen." Sie blickte auf. "Ich bin echt froh, das du heute abend nicht mit ihr gegangen bist. Es hat mir wirklich etwas ausgemacht." Die blauen Augen blinzelten. "Hat es das?" Die Worte waren zärtlich gesprochen. "Ich bin froh, das du das sagst." Dar hob ihre miteinander verschlungenen Hände und berührte sie mit ihren Lippen. "Ich war irgendwie... überrascht... als du mir sagtest ich solle nur machen... ich war..." Sie hielt inne und schüttelte ihren Kopf. "Leicht enttäuscht." Gestand sie ein. "Oh." Kerry überlegte. "Wirklich?" Dar nickte. "Wirklich." "Hmm... ich..." Kerry biss auf ihre Lippe. "Ich dachte, ich sollte mich nicht ereifern... ähm... und so was wie fass sie nicht an sagen! ... Ich meine, wir könnten bei Jerry Springer oder so enden." Ein verschmitztes Grinsen verzog Dar's Lippen. "Kerry, ich sag dir was... ich hätte viel darum gegeben zu sehen, wie du ihr auf die Finger haust... wenn mich nächstes Mal jemand zwingt mit ihm auszugehen, dann kommst du mit mir." Sie hielt einen Herzschlag inne. "Also... was ist zwischen dir und deiner Mutter abgelaufen?" Sie blickte in aufgeschreckte grüne Augen. "Du hasst es über sie zu reden, nicht wahr?" Kerry seufzte. "Oh ja, das stimmt..." Sie warf Dar einen süßsauren Blick zu. "Manchmal wünsche ich mir, ich könnte sie einfach vergessen." Das Telefon klingelte und da es noch auf ihrem Bauch lag, wäre Kerry beinahe aus ihrer Haut gefahren. "Jesus..." Sie nahm es hoch und drückte auf die Verbindungstaste. "Hallo?" "Hi Schwesterherz." Erklang die zur einen Hälfte nervöse und zur anderen Hälfte vergnügte Stimme ihrer Schwester Angela. "Oh... hi Angela." Zu Dar blickend formte sie mit ihren Lippen meine Schwester. "Lass mich raten... ich bin heute abend das Hauptgesprächsthema." Dar rollte hinüber und benutzte Kerry's Bauch als Kopfkissen, während sie ihre Augen auf das Gesicht der kleineren Frau richtete. "Oh mein Gott, Ker... was in Gottes Namen hast du ihnen angetan? Mom sitzt wie ein Häufchen Elend in der Küche... du bist doch nicht schwanger, oder?" Ihren Kopf hebend piekste Dar in die Oberfläche auf der sie lag und brachte Kerry damit leise zum Kichern. "Ne." Flüsterte sie. "Nein..." Kerry langte nach unten und kitzelte Dar's Nase. "Ich bin einfach nur glücklich wo ich bin und will nicht nach Michigan zurück... ist das ein Verbrechen?" Sie atmete aus. "Du meine Güte, Angie... ich habe diesen tollen Job und all meine Freunde... Herrgottnochmal, dieser blöde Flugzeugabsturz war ein Unfall." Ein Seufzen. "Ker, das ist nicht komisch, okay... Dad spricht bereits über Vorkehrungen... sei vorsichtig, okay? Du weißt wie er sein kann." Kerry spürte, wie eine geläufige Angst in ihre Brust stach. "Oh ja, ich weiß." Entgegnete sie leise. "Wie geht es dir?" "Mir geht's gut." Erwiderte ihre Schwester schnell. "Immer das gleiche, immer das selbe... Richard ist mit Freunden ausgegangen... ich bin hier... du weißt wie es läuft." Sie hielt inne. "Ich vermiss dich hier... aber ehrlich, Ker... ich nehm's dir nicht übel, wenn du von hier wegbleibst." "Nun gut, ich vermute, das ich dich nächste Woche sehen werde." Bemerkte Kerry. "Das heißt, wenn sie mich nicht aussperren... vielleicht haben sie sich bis dahin ja beruhigt." "Das bezweifle ich... aber ich freu mich trotzdem dich zu sehen... wenn sie es dir schwer machen, dann kannst du bei uns bleiben." Erklärte ihr Angela. "Wie läuft's bei dir? Hast du jemanden gefunden... ähm... ich meine..., nun ja, du weißt schon." Kerry wusste es. Als sie das letzte Mal zu Hause war, hatte sie Angela einige Dinge, die sie über sich herausgefunden hatte erzählt. Ihre jüngere Schwester hatte es besser aufgenommen als sie für möglich gehalten hatte, und das war eines der wenigen Dinge, die sie an ihrem zu Hause vermisste. "Ja." Sie verschränkte ihre Finger mit Dar's. "Ich habe... tatsächlich... jemanden gefunden." "Ach..." Seufzte Angela. "Also hat es nicht wirklich etwas mit deinem Job zu tun, oder?" Kerry lachte leise. "Auf eine Art... schon." Gestand sie ein. "Ich erzähl dir davon, wenn ich da bin... es ist eine lange Geschichte." "Bring Fotos mit." Beriet ihre Schwester sie. "Ich will sicherstellen, dass meine Schwester nicht mit einem dieser verrückten lateinamerikanischen Ziegen-Opferern herumrennt." Als Dar das hörte, riss sie ihre Augen auf und hob empört ihren Kopf. "Ziegen-Opferer???" Grummelte sie stimmlos. "Schhh..." Kerry legte eine Hand auf ihre Lippen. "Nein, wahrhaftig nicht, Angie." Versicherte ihr Kerry. "Ehrlich." Es entstand eine peinliche Pause. "Bist du allein?" Erkundigte sich Angela zögernd. Kerry stieß ihren Atem aus. "Nein." "Oh." Kam die verlegene Antwort. "Nun gut, ich sollte dann besser Schluss machen... du musst... ähm... beschäftigt sein." Blaue und grüne Augen trafen aufeinander und verschmolzen. "Eigentlich bin ich erst vom Skaten zurück..." Kerry räusperte sich. "Wir sitzen einfach hier und unterhalten uns... aber... hör zu, halt zu Hause deine Ohren für mich offen, okay? Ich würde gerne wissen, ob ich nächste Woche geradewegs in die Hölle marschiere." Angela seufzte. "Okay... das kann ich machen... pass auf dich auf Kerry... okay?" "Das werde ich. Du auch, Angie... wir sehn uns nächste Woche." Erzählte sie ihrer Schwester. "Gute Nacht..." Sie legte auf und ließ das Telefon auf dem Boden liegen. "Das war meine Schwester." Dar grübelte nach. "Sie scheint nett zu sein... bist du dir sicher, das ihr zwei keine Findelkinder seid?" Kerry schnaubte leise. "Glaub mir, ich hab auch schon daran gedacht." Erklärte sie und strubbelte durch Dar's dunkles Haar. "Möchtest du etwas Schokoladenmilch? Etwas davon ist mir heute aus dem Laden nach Hause gefolgt." "Gewiss." Die größere Frau stand auf und streckte ihre Hand zu ihr hinunter. "Auf geht's... ich glaub im Fernsehen ist wieder der Krokodil-Liebhaber." Kerry's Arm ergreifend zog sie sie nach oben und lächelte, da die Skates ihre kleinere Begleiterin gut fünf Zentimeter größer machten als gewöhnlich. "Mm... nette Position." Sich leicht nach vorne beugend küsste sie die wartenden Lippen und spürte wie Kerry's Hände an ihr herunterglitten und sich an ihrem Gürtel festhielten. "Oh toll..." Kerry genoss es selbst und ihre Finger in die Gürtelschlaufen harkend zog sie sich näher heran. "Es ist meine Bestimmung, den Rest meines Lebens auf Skates zu verbringen." Dar's Arme schlangen sich um sie und bereitwillig ließ sie ihren Körper gegen den ihrer Begleiterin entspannen. "Ziegen-Opferer? Was für Geschichten hast du deiner Schwester erzählt?" Hauchte Dar in ihr Ohr. "Du hast sie doch nicht mit dem Zeugs über Santeria und die Chupacabre erschreckt, oder?" Kerry legte ihren Kopf gegen Dar's Schulter. "Nein... sie sieht sich mal wieder die Wiederholungen von Miami Vice im Kabel an." Während sich beide einfach ineinander vertieften herrschte kurz Schweigen. "Was machst du an Thanksgiving?" "Du könntest mich zu dir nach Hause einladen." Scherzte Dar und sah Kerry's sehnsüchtigen Gesichtsausdruck. "General Eaton hat mich zu sich nach Hause eingeladen... er war mir immer ein guter Freund und ist seit meiner Kindheit so eine Art Onkel für mich." Kerry tätschelte sie liebevoll. "Gut... das freut mich... ich hasse es daran zu denken, dass du ganz alleine bist... das ist in Washington, richtig?" Ein Nicken. "Tatsächlich liegt es in Maryland... direkt über der Grenze... er hat mir Herbstlaub versprochen, und die Chance auf ein wenig Schnee." "Mm." Kerry knabberte an ihrer Wange. "Du nimmst dein Handy mit, richtig?" Sich zurücklehnend betrachtete Dar sie eingehend. "Wenn du mit deiner Familie Ärger bekommst... dann rufst du mich an, Kerry... ich werde da sein, okay?" Sie hielt inne. "Handy... oh Scheiße... das erinnert mich daran... das ich mich einloggen muss. Mark hatte mich passenderweise unterbrochen als ich Michelle abgesetzt habe und mir gesagt, das jemand unser Sicherheitssystem durchbrochen hat." "Herrje..." Kerry setzte sich auf die Couch, und fing an ihre Skates abzuschnallen. "Hat er sie erwischt?" "Oh ja. Doch sie haben sich von einem Datenpaket in das Netzwerk eingeschleust... er ist der Sache nachgegangen als er mit mir sprach. Er hatte vor es zurückzuverfolgen und herauszufinden woher es kam." "Bedien dich." Entgegnete Kerry und zeigte zu ihrem Schreibtisch. "Ich werde etwas Milch und Kekse holen..." Sie stand auf und gegen Dar's Rücken gelehnt sah sie zu wie sie sich einlogte. "Und ich werde den Krokodil-Burschen einschalten." Dafür bekam sie eine zärtlichen, anhaltenden Kuss, und sie schloss ihre Augen als sich Dar halb umdrehte um den Druck zu verstärken. Du kannst mich mal, Michelle... ich hoffe du verbringst die ganze Nacht mit deinem Kissen und einem Stück Brot. Die Nacht entwickelte sich zweifellos zum Besseren.
~~~ ENDE - Kapitel 11 ~~~
Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 12 lesen.
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