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Tropical Storm - Kapitel 12 |
Tropical Storm Kapitel 12
"Sehen sie, es interessiert mich nicht was er sagt... dieser Schaltkreis wird nicht innerhalb zehn Tagen fertig sein." Sagte Dar zum sechstenmal. "Auch dann nicht, wenn ich persönlich nach Tampa fahre und der Telco-Mannschaft in den Hintern trete, also vergessen sie es." "Aber Dar...." Protestierte die Stimme an anderen Ende der Leitung. "Es geht nun schon zwei Monate... sie schreien Zetermordio!" Die dunkelhaarige Frau atmete aus. "Es ist nicht unser Verschulden, das sie eine Überschwemmung hatten, die eine komplette Zentrale lahmgelegt hat, Brendan... wir machen bei Telco soviel Druck wie möglich, in Ordnung?" Sie sah auf ihre Uhr. Erst 11.30 Uhr? Verdammt... sie hatte das Gefühl bereits acht Stunden hier zu sein. "Sie mussten von grundauf alles neu aufbauen... hören sie, sagen sie denen, das es für sie von Vorteil ist. Sie bekommen dadurch nagelneue Leitungen." Brendan seufzte. "In Ordnung... ich will sehen, ob ich sie damit besänftigen kann... aber tun sie mir einen Gefallen, und üben einen stärkeren Druck auf sie aus, ja?" "Ich werde sehen was ich tun kann." Versprach Dar, trennte die Verbindung und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder ihren Mails zu. "Verdammt... das müssen dreihundert Mitteilungen sein..." Sie ging zur nächsten Nachricht, ein Bericht von Mark über das mysteriöse Datenpaket der vergangen Nacht. "Da hat jemand herumgeschnüffelt, wie?" Sie untersuchte den Abschnitt. "Es kommt von einem auswärtigen Link... oha..." Es war eine spezielle Informationsanfrage und als sie sich durch die Auflistung scrollte versteifte sie sich. "Soso." Ihr Name und ihre Sozialversicherungsnummer. "Miststück." Sie nahm das Telefon, wählte Mark's Nummer und wartete als es läutete und sich sein Abrufdienst meldete. "Mark, hier ist Dar. Ich muss wissen woher das gekommen ist." Nachdem sie aufgelegt hatte legte sie diese Sache beiseite und wandte sich der nächsten Mitteilung zu. Das Telefon summte. "Ja?" Meldete sie sich leicht gereizt. "Dar, Miss Mariana ist auf Numero Uno." Sagte Maria über die Gegensprechanlage. "Sie sagt, es wäre dringend." Die dunkelhaarige Frau spürte eine Stechen in ihrem Magen. "Okay... ich geh dran... danke." Einen Moment trommelte sie mit ihren Fingern, dann drückte sie die Taste. "Hi, Mariana... was gibt's?" "Dar, ich muss mit dir reden." Der formelle Tonfall ließ Warnglocken in Dar's Kopf läuten. "Bitte sofort." Scheiße. "Mariana, ich bin hier in Mitten von ein Dutzend Feuern... um was handelt es sich?" Entgegnete sie vorsichtig. "Komm bitte sofort hier runter." Sagte die Personal-Direktorin ruhig. "Ich muss dir etwas zeigen." Innerlich seufzte Dar. "In Ordnung... ich bin gleich da." Nachdem sie aufgelegt hatte stand sie auf, zog ihre Jacke über und fuhr sich mit einer Hand durch ihr Haar um es in Form zu bringen. "Ich kann mir schon vorstellen, um was es geht." Murmelte sie leise während sie zur Tür ging. Einige Minuten später klopfte sie leise an den Türrahmen zu Mariana's großem Büro und nickte zu der Frau als diese aufblickte. "Wie du gewünscht hast." "Schließ die Tür." Sagte Mariana in einem ruhigen, ernsten Tonfall. Dar tat es, ging dann quer über den Teppich, setzte sich ihr gegenüber in den Besucherstuhl und täuschte eine Lässigkeit vor, die sie wahrlich nicht spürte. "Also, was ist los?" Die Brünette warf einen großen braunen Umschlag zu ihr. "Die hab ich per Boten bekommen." Dar griff über den Schreibtisch, nahm den Umschlag und nachdem sie ihn geöffnet hatte holte sie einen Satz von zehn Fotos heraus. Sie blickte auf das erste und begann zu lachen. "Nun ja, das was vorhersehbar." Sie blätterte durch die restlichen und warf sie dann zu den anderen vor ihre Freundin. "Und?" Mariana beugte sich nach vorne. "Dar." Sie legte einen Finger auf die Fotos. "Was geht da vor sich?" Dar beugte sich ebenfalls nach vorne. "Womit? Den zehn Bildern von zwei Menschen in Disney World?" Bemerkte sie mit einem Hauch Ungläubigkeit in ihrer Stimme. "Gibt es ein Problem damit?" "Das sind nicht einfach zwei Menschen, Dar... das bist du, und eine Angestellte von dir." Erwiderte Mariana leise. "Ich muss dir sagen, das dies eine sehr ernste Angelegenheit ist." Die größere Frau schnaubte. "Krieg dich wieder ein, Mari... sich ein paar Stunden frei zu nehmen, verstößt nicht gegen die Firmenpolitik." "Dar." Mariana erhob sich und stützte sich auf ihren Handflächen ab. "Was ist mit dir los? Kapierst du, nach was diese Fotos aussehen?" Sie nahm das Oberste vom Stapel und schob es zu ihr. Es war eine nette Aufnahme von ihr und Kerry im Space Mountain, wo sie ihre Arme lässig um den Körper der kleineren Frau gelegt hatte und beide lachten. "Es sieht so aus, als ob zwei Menschen Spaß haben." Entgegnete Dar ruhig. "Was auch der Fall war... ich bin mir nicht sicher, ob mir deine Anspielung gefällt." Leicht verärgert stand sie ebenfalls auf. "Sieh mal... ich weiß, das dies die ganze Unternehmensstruktur durcheinanderbringen wird, aber anscheinend gibt es da jemanden in meinem Unterstellungsbereich, der mich nicht wie die Pest hasst... das ist merkwürdig, ich weiß, aber es ist nun mal so. Wo liegt gottverdammt noch mal das Problem, Mari?" "Willst du mir damit erzählen, das da nichts zwischen euch läuft?" Fuhr Mariana sie an. "Willst du das damit sagen?" "Nein..." Erwiderte Dar, deren Tonfall gefährlich gesunken war. "Mit Sicherheit läuft da was... man nennt das Freundschaft, Mariana... oder glaubst du, das ich dazu fähig nicht bin?" Fauchte sie zurück. "Glaubst du, das ich jedes Mal, wenn ich mich mit jemanden unterhalte auch mit ihm ins Bett steige? Ist es das??" Mariana wich leicht zurück und starrte sie unsicher an. "Okay... okay... mach langsam, Dar." Bemerkte sie und warf ihre Hände in die Luft. "Ich versuche dich, und was noch wichtiger ist, Kerry zu schützen... das ist meine Arbeit, erinnerst du dich?" Erklärte sie und wandte ihren Blick von den, sie anstarrenden, blauen, eiskalten Augen ab. "Also... willst du mir erzählen, das ihr befreundet seid?" "Ja." Bestätigte Dar. "Mari, ich komm nicht mit vielen Menschen aus... du weißt das. Nun hatte ich mal Glück... ich kann tatsächlich Zeit mit ihr verbringen, ohne das Bedürfnis zu haben, sie zu erwürgen zu müssen. Ist das ein Verbrechen?" "Ihr unternehmt etwas zusammen." Folgerte die Brünette vorsichtig. "Klar... wir waren ein paar mal zusammen Essen... wir gehen zusammen zum Fitnessstudio... sie ist ein nettes Kind und ich mag sie sehr." Erläuterte Dar. Die Personaldirektorin entspannte sich ein wenig. "Es tut mir leid." Entgegnete sie schlicht und blickte reuevoll zu Dar. "Dar, du und ich, wir sind Freundinnen... und ich weiß, wie isoliert du lebst. Ich bin einfach..." Sie berührte die Fotos. "Ich hatte Angst um dich, okay?" Gestand sie ein und seufzte. "Es gibt Leute, die jede Chance nutzen um dich fertigzumachen... und ich will nicht miterleben, wie das geschieht." Nun entspannte sich auch Dar ein wenig und atmete aus. "Ich weiß..." Sagte sie kopfschüttelnd. "Weißt du, wo die Fotos herkommen?" Mariana blinzelte sie an. "Ich vermute, Disney World... ich bin mir nicht sicher... hat dort während eures Aufenthaltes jemand Aufnahmen gemacht?" "Die Fotos sind eine kleine, bösartige Gehässigkeit von Michelle Graver." Entgegnete Dar, humorlos lächelnd. "Ich wollte nicht mit ihr schlafen, und das ist ihre Art zu reagieren." Mariana zuckte keuchend zusammen. "Du machst Witze." "Keineswegs." Antwortete Dar. "Ich musste sie gestern abend praktisch aus meinen Wagen werfen." "Was für eine kleine..." Die kleinere Frau warf einen empörten Blick auf die Bilder. "Dar... das ist entsetzlich." Die dunkelhaarige Frau richtete sich auf, schlenderte zum Fenster hinüber und mit ihren Händen gegen die Scheibe gelehnt schaute sie hinaus. "Oh ja... ich weiß." Schnaubte sie leise. "Stell dir nur vor... letztendlich hab ich ein Gewissen entwickelt, und was bekomme ich dafür?" Mariana betrachtete ihren Rücken, dann erhob auch sie sich und gesellte sich zu ihr ans Fenster und legte eine Hand auf ihren Arm. "Das war nicht was ich wollte..." Verblüfft über die Situation seufzte sie. "Dar... hör zu, auf eine seltsame Art hatte ich halbwegs gehofft, das es wahr ist." Schockierte blaue Augen wandten sich zu ihr und sahen sie fragend an. "Was?" "Ich kenn dich nun schon seit Jahren und ich weiß doch kaum etwas von dir, Dar... du lässt uns nur winzige Bruchstücke von dir sehen... und ich habe mir große Sorgen um dich gemacht." Erklärte die kleinere Frau leise. "Sie setzen dich unter enormen Druck... und es macht mir sehr viel aus zu wissen, das du überhaupt niemanden hast, mit dem du deine übrige Zeit... außer diesem blöden Job... teilen kannst, okay?" Zurückhaltend betrachtete Dar sie. "Was sagst du da?" Sie verschränkte ihre Arme und lehnte sich an die Scheibe durch die die Sonnestrahlen auf sie beide schien und das ruhige Büro in zwei Hälften teilte. "Nimm es mir bitte nicht übel." Mariana legte eine Hand auf ihren Arm. "Doch ich habe mitbekommen wie sehr du dich im letzten Monat verändert hast, und um vollkommen ehrlich zu sein, hatte ich gehofft, das du jemanden gefunden hast mit dem du deine Gedanken und Träume teilen kannst." Sie wollte Mariana nicht anlügen. Die Frau war ihr seit Jahren eine Freundin gewesen... aber das... Dar seufzte. Sie wollte die Personaldirektorin in keinen Gewissenskonflikt stürzen, indem sie sie dazu brachte Dar einen Gefallen zu tun oder der Pflicht ihres Jobs nachzukommen. Ihr Verstand arbeitete rasend. "Ich hatte in letzter Zeit eine Menge Sachen im Kopf..." Erklärte sie vorsichtig. "Und ein großer Anteil davon betraf nicht zuletzt meine Gesundheit." Das haute die kleinere Frau von den Socken, und sie riss nun besorgt ihre Augen auf. "Ich hab dir von den Kopfschmerzen erzählt... nun ja, als sie mich deswegen untersucht haben, fanden sie eine Unregelmäßigkeit in meinem Herzrhythmus." Erzählte ihr Dar. "Ich musste einige Tests machen... und glaub mir Mari... ich hatte mir sehr große Sorgen gemacht. Mein Vater starb an einem Herzklappenfehler." "Oh mein Gott." Mariana ging einen Schritt auf sie zu. "Wie ging's weiter?" Dar schüttelte ihren Kopf. "Irgendwie... ging alles gut aus... ich bin mir selbst nicht ganz sicher, doch... es hing eine lange Zeit wie eine Wolke über mir... Ich war ehrlich erleichtert als es sich als harmlos herausstellte." Sie sah auf den Teppich hinunter und stieß mit ihrem Fuß gegen ein Stückchen des Flors. "Ich nehme an, das ich deswegen in der letzten Zeit ein wenig entspannter war... und auch weil sie mir gesagt hatten ich solle es leichter angehen lassen, wenn ich kein echtes Problem mit diesen Kopfschmerzen haben will." Es war alles wahr. Es war nur nicht die ganze Wahrheit. "Dar, du hättest mir das sagen sollen... ich hätte..." "Was, einen Krisenstab organisiert damit es aufhört?" Erkundigte sich Dar gutmütig. "Diese paar Tage in Orlando kamen genau zum richtigen Zeitpunkt... es ärgert mich wirklich, das jemand Fotos von so etwas normalen machen konnte und es so aussehen lässt, als wären wir..." Dar schüttelte traurig ihren Kopf. "Verdammt." Auch das stimmte alles. In dem Park dachte keine von beiden im entferntesten an eine romantische Beziehung. "Mach dir keine Sorgen darum, Dar." Entgegnete Mariana beruhigend. "Ich werde sie schreddern." Dar grübelte nach und dann trat ein schwaches Lächeln auf ihre Lippen. "Nein... gib sie mir." Wiedersprach sie. "Ich hab eine bessere Idee." Du glaubst du hast mich, wie, du kleiner Gnom? "Schau... Mari... es tut mir leid, das ich dich angefahren habe... du hattest absolut recht, mich deswegen herzuzitieren... falls dies in die falschen Hände gerät, könnte es für uns alle die Hölle werden." Mariana tätschelte ihren Arm. "Ich hätte es ein wenig anders bewerkstelligen können... ich vermute mal, das ich einfach zu schockiert war... nun ja, nicht schockiert, nur..." Sie ging hinüber, nahm die Fotos hoch und nachdem sie sie durchgeblättert hatte blickte sie zu Dar, die noch aus dem Fester schaute. Ihre Augen fielen wieder auf das oberste Bild und sie sah wie entspannt und glücklich die große Geschäftsführerin aussah als sie die blonde Kerry umarmend an sich zog. "Dem ungeachtet, lass uns das Thema wechseln, ich freue mich auf das Essen heute abend... du hast daran gedacht, ja?" Dar drehte sich herum und nickte. "Das hab ich... und Kerry hat mir gesagt, das sie deine Einladung auch annimmt... es sollte eine nette Zeit werden." Sich von der Scheibe abstoßend ging sie zu ihrer Freundin hinüber und streckte eine Hand aus. "Gib sie mir... ich werde die verdammten Dinger über den firmeninternen Webserver veröffentlichen... Das wird der Beitrag von der Operations im monatlichen Rundschreiben." Mariana blinzelte. "Was?" Ein Lächeln. "Ich werde sicherstellen, das Michelle per E-Mail eine Kopie von der Seite bekommt." "Tsss... Dar." Die Personaldirektorin verbiss sich ein Grinsen. "Ich werde ihr ein Dankschreiben schicken, wie wär das? Auf einem Geschäftsbriefbogen." Dar kicherte. "Hey... das wäre eine nette Geste." Sie hob eine Hand. "Ich habe einen Stapel Notfälle auf meinem Schreibtisch liegen... wir sehn uns heute abend, Mari." "Mm... bis heute abend, meine Freundin." Sie winkte als Dar ging, dann setzte sie sich hin, und spielte für einige Minuten schweigend mit ihrem Bleistift. Dann klopfte es leise an der Tür. "Herein." Rief sie, und war nicht gerade überrascht als Duks hereinschlüpfte, und sich, nachdem er herübergeschlendert war, auf eine Ecke ihres Schreibtischs setzte. "Nun?" Er hob fragend eine Augenbraue. "Nun ja, ich bekam fast meinen Kopf abgerissen, und ich erhielt einige sehr plausible Ausreden über die Angelegenheit, doch weißt du was Dukky?" "Was?" Er verschränkte seine Arme vor seiner Brust. Beide begannen plötzlich zu singen. "Da gibt es etwas, das vorher nicht da war!!!!" Die Tür schwang auf und Jose streckte seinen Kopf herein. "War das Gesang?" Zwei ernste Gesichter blickten auf ihn zurück. "Was?" Erkundigte sich Duks mit hochgezogenen Augenbrauen. "Gesang?" Maria betrachte ihn eingehend. "Jose, benutzen sie ihre Krankenversicherung und lassen sie ihre Ohren untersuchen, ja?" Sie schüttelte missbilligend ihren Kopf. "Brauchen sie etwas?" Der untersetzte Verkaufsdirektor warf ihnen einen bösen Blick zu. "In der Tat, meinen gottverdammten neuen Vertriebsleiter für den regionalen Verkauf... oder wollen sie mich bis nächstes Jahr warten lassen?" Beschwerte er sich. "Oder muss man Dar Roberts sein, damit hier etwas erledigt wird?"
"Nein, Peter." Dar stützte sich auf einen Ellbogen ab und schloss ihre Augen. "Ich werde das nicht freigeben... also werden sie warten müssen." Als ein wüster Schrei aus dem Hörer kam hielt sie ihn von ihrem Ohr weg. "Noch einmal, und ich lege auf." Fauchte sie ins Telefon. "Ich hab für so einen Mist keine Zeit, Peter." "Gottverdammt noch mal, sie sabotieren mich." Entgegnete er frustriert. "Sein sie nicht blöd." Erwiderte Dar. "Warum sollte ich das tun? Sie machen das ganz hervorragend alleine." "Miststück." Die Leitung war tot, und Dar atmete süßsauer grinsend aus. "Arschloch." Murmelte sie und wandte sich wieder ihrem Bildschirm zu, um sich durch die anderen Mails hindurchzupflügen. Die Hintertür öffnete sich und als sie aufblickte sah sie, wie Kerry mit einer braunen Tüte in ihren Händen hereinkam. "Hey." Die blonde Frau ging zu ihr hinüber, stellte die Tüte ab und lehnte sich gegen die Kante des Schreibtischs. "Hi." Sie zog den Saum ihres burgunderfarbenen Rocks nach unten und verschränkte ihre Hände. "Was ist das?" Erkundigte sich Dar und stieß die Tüte mit ihrem Füller an. "Mittagessen." Erwiderte Kerry bereitwillig. "Ich musste während meiner Mittagspause zur Bank... und ich habe mir gedacht, das du hier immer noch mit Arbeit überhäuft bist, also..." Dar stupste die Tüte wieder an. "Es ist nichts mit Alfafa-Sprossen oder ähnliches, oder?" Erkundigte sie sich und blickte verschmitzt zu der kleineren Frau. "Ach... oh ja... richtig." Erwiderte Kerry lachend. "Als ob... nein, es ist ein Käsesteak-Sandwich und pikant gewürzte Fritten." Sie schielte auf den Monitor. "Heiliger Strohsack... und ich dachte, ich hätte eine Menge Mails... was ist das alles?" Dar untersuchte ihr Mittagessen, zog eine Fritte heraus und mampfte sie zufrieden. "Ich hab für einige Tage die Dinge etwas schleifen lassen... und ich vermute, das ich es heute zu spüren bekomme... ach ja." Sie zog den großen braunen Umschlag aus ihrem Eingangskorb und reichte ihn ihr. "Schau mal was Mariana heute bekommen hat... es ist von unserer Freundin Michelle." Kerry zog die Fotos heraus und holte überrascht Luft. "Heiliger Christus!" Platzte sie perplex heraus. "Wo in aller... oh." Sie erkannte, das die Aufnahmen mit einer versteckten Kamera geschossen worden sein mussten. "Was für eine Schweinerei." Eine weitere Fritte kauend sah Dar sie an. "Nein... das ist Donald Duck." Sie zeigte auf das Foto. "Sie haben dort keine versauten Charaktere." Kerry blickte sie nur an. "Wer hat sie bekommen?" Erkundigte sie sich leise. "Mariana." Erwiderte Dar. "Ich... ähm... ich bin dafür mehr oder weniger auf den Teppich gerufen worden." "Hmm... nun ja, es ist ja nicht so, das sie irgendwie weltbewegend sind... ich meine, Jesus, Dar..." Bemerkte sie mit leiser werdender Stimme. "Sind wir in Schwierigkeiten?" Wir. Dar aalte sich in dem Wort und erinnerte sich, was Mariana zu ihr gesagt hatte. "Ich weiß es nicht." Murmelte sie. "Sie glaubt, das da etwas läuft... ich... ich hab größtenteils darum herum geredet." Sie sah sie süßsauer an. "Doch wir müssen heute Abend auf der Hut sein... man kann sie nicht leicht zum Narren halten." "Oh." Schweigend sinnierte Kerry darüber nach. "Sie ist eine Freundin von dir, richtig?" Dar nickte gelassen. "Ja, das ist sie." Die kleinere Frau zog ihre Augenbrauen zusammen. "Ich denke, das du dich besser fühlst, wenn du es ihr sagst." Sie hielt inne. "Weil ich nämlich glaube, das sie es sowieso weiß... nachdem, wie sie kürzlich mit mir gesprochen hat." Dar kaute auf einer Pommes. "Ich glaube das auch... ich hasse es nur, sie... oder Duks wegen dieser Sache in eine unbehagliche Situation zu bringen... sie ist die Personaldirektorin und das ist ein Teil ihrer Arbeit... ich weiß nicht, Kerry." "Mm." Kerry stahl sich eine Pommes. "Denk darüber nach... okay?" Sie wechselte das Thema. "Das sind nette Fotos... darf ich eins davon haben?" Lächelnd blickte Dar auf den Stapel. "Sicher... ich wollte sie Betty für das Abteilungsrundschreiben geben." Die blonde Frau wählte dasjenige, auf dem sie beide zusammen auf der Achterbahn waren und gab ihr die Restlichen zurück. "Ich mag dieses." Bemerkte sie daraufblickend. "Ich wollte dir wirklich eine weitere Fahrt auf dem verdammten Ding vorschlagen." Dar lachte. "Ich hätte es beinahe getan." Gab sie zu. "Hey... an diesem Wochenende soll es schönes Wetter geben... hast du Lust ein wenig Zeit auf dem Wasser zu verbringen?" Kerry sah sie erfreut an. "Ja!" Stimmte sie eilig zu. "Ich habe am Samstagmorgen meinen ersten Tauchkurs... wie wär's, wenn wir nach dem Mittagessen raus gehen?" "Das klingt gut." Stimmte Dar nickend zu. "Eines steht fest, du wirst all diese Blassgesichter mit deiner netten Sonnenbräune eifersüchtig machen." Sie streckte eine Hand aus und rieb zärtlich Kerry's Knie. "Ich glaub, ich ruf Mariana an und bitte sie das Lokal für's Abendessen zu ändern... zwei Abende hintereinander..." Kerry atmete scharf ein. "Jesus... ich hab vergessen, das du sie dorthin ausgeführt hast... hast du schon etwas anders im Sinn?" Dar schüttelte ihren Kopf, und drückte dann auf die Tasten ihres Telefons. Es klingelte zweimal, dann antwortete Mariana. "Mari... hör zu, würde es dir etwas ausmachen, wenn wir heute abend in eine andere Lokalität gehen?" Sie hörte ein Rascheln und leises Gemurmel im Hintergrund, das sie nicht erkennen konnte, dann räusperte sich Mariana. "Nein... nein überhaupt nicht, Dar... in der Tat wollte ich dich gerade anrufen... es gibt da ein neues Thai-Restaurant in Nord-Miami, Duks würde sterben um es mal auszuprobieren." Grüne und blaue Augen trafen aufeinander. Kerry stupste sich auf die Nase, dann verzog sie ihr Gesicht und bleckte schnüffelnd ihre Zähne. "Ich kann den Braten riechen..." Bemerkte sie stimmlos. Dar verbiss sich ein Kichern. "Klar doch... Mari, ich wusste gar nicht, das du das Zeug magst." Stimmte sie vorsichtig zu, während sie mit ihrem Daumen noch immer abwesend über Kerry's Haut streichelte. "Das Leben ist kurz Dar... man sollte sich keine Chance entgehen lassen, etwas Neues auszuprobieren... außerdem, Duks schwört auf das Zeug, und er hat mir versprochen, das das Hühnchen auch wirklich nur Hühnchen ist." "Okay... das klingt gut." Die dunkelhaarige Frau entspannte sich und zeigte nun einen zufriedenen Gesichtsausdruck. "Ich fange an Thailändisch zu mögen." "Oha... ich glaube, ich ruf besser Kerry an... es könnte sein, das sie es nicht mag..." Bemerkte Mari seufzend. "Nein, sie mag es." Erwiderte Dar ohne nachzudenken, dann schlug sie sich gegen den Kopf und verrollte ihre Augen, während sich Kerry hastig mit einer Hand den Mund zuhielt. "Jesus... jetzt hat sie mich." Flüsterte sie lautlos. "Wir haben neulich darüber gesprochen." Fügte sie in Richtung des Telefons hinzu. "Wir hatte diese ist es Katze oder Kaninchen Diskussion." Gegen den Schreibtisch gelehnt krümmte sich Kerry vor Lachen. "Aha... nun gut, das ist prima." Erklärte Mariana selbstzufrieden. "Es werden nur wir Vier sein... es ist unten in der Nähe von der US 1, Dar... kurz vor den Gleisen." Sie hielt inne. "Sagst du dann Kerry bescheid?" Ihre Augen bedeckend seufzte Dar und konnte noch immer nicht glauben, wie leicht sie Mariana auf den Leim gegangen war. "Klar... ich sag es ihr." Stimmte sie süßsauer zu und betrachtete die nun wieder gefasste Blondine, deren funkelnde grüne Augen sie fröhlich anblickten. "Bis dann." Sie trennte die Verbindung, hob dann ihre Hände und ließ sie empört wieder fallen. "Gottverdammt." Kerry sah zur Tür, dann beugte sie sich nach vorne und küsste sie auf die Stirn. "Du bist so niedlich, wenn du verwirrt bist." Erzählte sie ihr lächelnd. Dar's Augenbrauen schossen in die Höhe. "Ich bin nicht verwirrt!" Wandte sie ein, während sie ihre Manschetten geradezog und ihren Ärmel abstaubte. "Ich bin nur... ähm." Das leise Klopfen warnte sie und Kerry schlüpfte zur Vorderseite des Schreibtischs, wo sie sich hastig in einen von Dar's Besucherstühlen setzte, als Maria ihren Kopf hereinstreckte und sie anblickte. "Ah... da sind sie ja, Kerrisita..." Die Sekretärin betrat das Büro und schritt quer über den Teppich. "Dios Mio, Dar... was ist das?" Ihr Sandwich genießend, hielt die Geschäftsführerin mitten im Biss inne. "Mittagessen... nach was sieht es aus, nach Jose's neuem Kundenbetreuer?" Erwiderte sie, während sie einem Bissen nahm und kaute. "Tcha... das ist nicht gut für sie." Schimpfte Maria. "Kerrisita, sie sollten ihr ein besseres Vorbild sein, oder?" Kerry rieb über ihre Augenbraue. "Tatsächlich, hab ich es ihr mitgebracht." Gab sie schüchtern zu. "In Miami gibt nicht sehr viele gesunde Sachen, Maria." Sie hielt inne. "Nur einige von diesen griechischen Imbissbuden..." Dar streckte ihre Zunge raus und wandte sich dann wieder ihrem Monitor zu. "Maria, was soll der ganze Krempel in meiner Eingangsbox?" "Aye... deswegen bin ich hier..." Die ältere Frau wrang ihre Hände. "Es ist Mark, er fing mit einigen... wie hat er es genannt... Mail-Listo an." Dar betätigte mit einer Hand die Tastatur während sie das Sandwich in ihrer anderen hielt. "Oh... okay... darum geht die Bandbreite von TCP/IP bis zu..." Sie schielte. "Ein Rezept für Wackelpeter in Wodka." Sie blickte auf und drückte dann die Tasten auf ihrem Telefon. "Ja, hallo?" Erklang Mark's Stimme wie immer sehr beschäftigt. "Nimm mich zum Teufel noch mal von dieser verdammten Liste." Grollte Dar. "Oder ich werde jede einzelne Mitteilung in eine Endlosschleife setzen und zu deiner Voice-Mail umleiten." Totenstille. "Oh." Mark räusperte sich. "Kannst du das?" "Ja." Entgegnete Dar aalglatt. "Ich kann sogar dafür sorgen, dass du jedes Mal angepiepst wirst." "Du bist draußen." Quiekte Mark. "Es war nicht absichtlich... ich teste gerade diese neue Protokoll-Software auf unserem Web-Server... ehrlich." Er räusperte sich. "Hör zu... es tut mir leid, dass ich heute abend nicht dabei sein kann... aber ich habe Barbara versprochen mit ihr zu einer dieser Seebergungs-Veranstaltungen zu gehen." "Mach dir darüber keine Sorgen... ich werd dich das nächste Mal drankriegen." Erzählte ihm Dar. "Hattest du bei dieser Nachforschung irgendwelches Glück?" Es herrschte kurzes Schweigen, und nur das Klappern einer Tastatur war zu hören. "Es kam per Intranet über einen Link der Hauptrouter in Chicago... sieht so aus, als ob sich jemand über eines der Milnet-Netze eingeklinkt hat. Ich bin dabei eine Rückfrage zu senden." Murmelte der MIS Chef. "Hast du den Befehlssatz von diesem Ding gesehen? Ich habe es für dich aufgeschlüsselt... das ist alles Scheiß über dich, Dar!" "Ich weiß." Erwiderte die Direktorin leise. "Ich habe gestern abend darin herumgestöbert." Eine Pause. "Ja... ich hab gesehen das du dich eingeloggt hast." Erwiderte Mark. "Deine eingehende Protokolladresse sah ein wenig seltsam aus... es war nicht eine der Verbindungen, die du sonst benutzt." Schweigend drohte Dar mit einem Finger dem Telefon. "Die Handyverbindung spielte verrückt... ich musste eine Festnetzverbindung benutzen." Bemerkte sie. "Hör zu... kannst du das Datenpaket rückverfolgen oder nicht?" "Ich arbeite daran." Versicherte ihr Mark. "Bis später, Dar." Die Leitung verstummte. Kerry stand auf und strich ihren Rock glatt. "Nun gut, ich hab in fünf Minuten eine Konferenzschaltung... ich werd mir vorher noch etwas Tee holen." Dar's Vordertür benutzend verließ sie das Büro und schloss die Tür hinter sich. Kauend dachte Dar nach. "Haben wir diese Verträge bekommen?" Fragte sie zu Maria aufblickend. "Wissen sie, Dar... Kerry ist eine solch liebenswürdige Person." Bemerkte Maria und lächelte sie an. "Sie hatten so ein Glück, sie zu finden." Dar hörte auf zu kauen und dachte einen Augenblick über diese Feststellung nach. "Nun ja, ich denke schon." Antwortete sie schließlich zurückhaltend. "Ich bin froh, dass sie sie mögen." Maria tätschelte ihre Hand, dann lächelte sie und verzog schelmisch ihr Gesicht, bevor sich umdrehte und hinausging. Verwirrt starrte Dar hinter ihr her. "Was zum Teufel ist heute nur mit jedem los?" Fragte sie in den leeren Raum.
"Bist du fertig?" Erkundigte sich Dar an den Wagen gelehnt, während Kerry ihr Haar bürstete. Die letzten verblassenden Sonnenstrahlen vielen auf sie durch die Windschutzscheibe und Dar bemerkte wie sie bei dem Anblick lächelte. Sie befanden sich in einer engen Parkbucht auf einem recht überfüllten Parkplatz vor dem Restaurant, was einen Hinweis auf die gute Qualität des Restaurants gab. Mit einem letzten Blick in den Rückspiegel arrangierte Kerry ihr Haar und aus dem Wagen aussteigend strich sie ihr Shirt glatt. "Seh ich passabel aus?" Erkundigte sie sich und warf ihrer Chefin einen fragenden Blick zu. "Sehr sogar." Versicherte ihr Dar. Kerry trug eine dunkelgraue, akkurat gebügelte Jeans und ein aquamarinfarbenes Shirt unter einem behaglich sitzendem Sweatshirt, dessen Ärmel sie zur Hälfte nach oben geschoben hatte. "Also... bist du fertig?" Kerry atmete aus und betrachtete ihre Begleiterin, die eine gelbbraune Dockers und ein rotes Tank-Top unter einer Lederjacke trug, die sie lose über ihre Schultern geworfen hatte. "Jawohl... lass uns den Spießrutenlauf beginnen..." Sie zog an Dar's Reißverschluss. "Du siehst nett aus." Lächelnd tätschelte die größere Frau sie. "Genau wie du... auf geht's." Entgegnete sie und folgte Kerry, als sie über den Parkplatz schlenderten. "Das Sweatshirt gefällt mir." Bemerkte sie, während sie die winzigen gestickten Vögel bewunderte, die tänzelnd quer über dem Vorderteil bis zu den Ärmeln hinunter flatterten. Kerry richtete sich ein wenig auf und lächelte als sie auf die Plattform stiegen, auf der sich das Restaurant befand. Sie erspähte Mariana und Duks, die an dem Geländer lehnten und räusperte sich. "Okay... hier sind wir... ich hoffe wir stehen das durch." Dar schnaubte. "Kein Problem. Entspann dich einfach, wir werden das schon schaukeln." "Dar?" Murmelte Kerry leise. "Hmm?" Die dunkelhaarige Frau lehnte sich ein wenig näher zu ihr. "Du wirst deine Hand von meinem Rücken nehmen müssen... nicht, dass ich etwas dagegen hätte, aber..." "Richtig." Dar benutzte die eigensinnige Hand um Mariana und Duks zu winken, als sie näher kamen. "Ich wollte nur sicherstellen, dass du nicht die Stufen herunterfällst." "Hallo, schön euch beide zu sehen." Sagte Mariana und lächelte sie an. Die Personaldirektorin trug eine Hose und einen Sweater, und Duks hatte ein dunkelblaues Sweatshirt und schwarze Chinos an. "Es riecht prima hier draußen... lasst uns rein gehen." Beiden kurz zunickend folgte Dar ihnen ins Innere und betrachtete die typische gold-rote und schwarze Dekoration, die asiatische Restaurants als unabdingbare folkloristische Notwendigkeit zu betrachten schienen. Der Raum war groß, mit einigen verstreuten kleinen Tischen im Zentrum, und auf der erhöhten Plattform befanden sich rings an den Wänden herum niedrige Tische und Kissen. Jede Menge Kissen. Und kein einziger Stuhl. Sie wurden von einem lächelnden, sich verbeugenden Kellner zu einem der Tische im hinteren Bereich geführt, der ihnen andeutete ihre Schuhe auszuziehen und es sich bequem zu machen. Der Tisch hatte gepolsterte Rückenlehnen und ein Stapel seidenbezogener Kissen, lagen in der dafür vorgesehen Vertiefung rund um den Tisch. "Ist das nicht bezaubernd?" Bemerkte Mariana tiefsinnig. "Ich habe an solch einem Ort noch nie gegessen." Sie setzten sich, jeder an eine Seite des Tisches und machten es sich auf den Kissen bequem. Dar fand es überraschend entspannend und sie fing an etwas von der Anspannung des Tages und dem Bewusstsein, das beide Freunde sie in schweigendem Wissen betrachteten, loszulassen. Sie breitete sich mit ihren Armen auf den Kissen aus und blickte zurück. "Also... das war ein höllischer Tag, was?" Duks sah höhnisch grinsend von seiner Speisekarte auf. Er hatte ein kräftiges Gesicht mit einem kantigen Kiefer und einem breiten Genick, das in kraftstrotzenden Schultern mündete, die verrieten, das er in seiner Jugend nicht nur vor einem Rechner gesessen hatte "Wenn ich an die Hölle glaubte, dann würde ich dir zustimmen." Kerry beugte sich neugierig nach vorne. "Sind sie ein Atheist, Mr. Draefus?" Er wandte sich grinsend zu ihr. "Bitte nenn mich Duks, Kerry, und ja, das bin ich." Er suchte sich sein Gericht aus und legte dann die Speisekarte weg. "Ich finde, das es mein Leben wesentlich vereinfacht." "Einfacher? Wieso?" Erkundigte sich die blonde Frau. "Ich dachte, das es schwerer ist für alles eine Erklärung zu finden... es ist doch viel einfacher nur zu sagen, weil Gott es so will." "Ja, ist es das nicht?" Bekannte Duks zuvorkommend. "Es ist einfacher, weil ich keine Erwartungen habe... ich muss für nichts leben, nichts nach dem ich strebe, weil am Ende ist es einfach nur... das Ende." Erzählte er ihr. "Du hörst auf zu existieren und fütterst die Würmer... und auf diese Art wird das Leben kostbarer und mit dem Wissen, das du nur diese eine Chance hast, genießt du es mehr." Kerry stützte ihr Kinn auf ihrer Hand ab. "Dann glaubst du auch nicht an eine Seele, nicht wahr?" Ein Lächeln. "Nein... ich glaube, was wir hier haben..." Er stieß gegen seine Brust. "Sind Blut und Muskeln und sonst nichts." Er hielt inne. "Glaubst du an einen Gott, Kerry?" "Ja, ich glaube... das es da eine größere Macht gibt, die die Dinge in unserem Leben lenkt... und ich glaube, das wir alle eine unsterbliche Seele haben." Antwortete Kerry aufrichtig. "Und das diese Seele von Leben zu Leben weiter existiert." "Aha... wie ich sehe, auch keine konventionelle Christin." Murmelte Mariana fasziniert. "Ich hatte eine katholisch-orthodoxe Erziehung... mit all diesem glorreichen Prunk und Mystizismus, der dazugehört... ich zittere immer noch während der Messe." Sie blickte zu Duks. "Wir hatten darüber eine ausführliche Diskussion... er glaubt ich komme darüber hinweg, wenn ich einfach in eine gute Operaufführung gehen würde." Kerry lachte überrascht auf. "Wie sieht's bei dir aus, meine Freundin?" Wandte sich Duks an die schweigend beobachtende Dar. "Ich glaube nicht, dass wir jemals über das große R gesprochen haben... und ich kann mich nicht erinnern, dass du jemals einen Kirchgang erwähnt hättest, also..." Hellblaue Augen reisten über ihre Gesichter, dann zuckte Dar geringfügig mit ihren Schultern. "Meine Mutter ist eine Heidin." Sie lächelte über die überraschten Blicke. "Mein Vater war ein so überzeugter Baptist wie man nur sein kann, ohne ein Schlangenbeschwörer zu werden." Für einen Augenblick sah sie auf den Tisch. "Als ich aufwuchs war in dieser Hinsicht nichts geregelt, ich wusste nur, dass beide an etwas glaubten, nicht unbedingt an das gleiche, aber an etwas." "Was für eine Mischung!" Bemerkte Mariana verblüfft. "Um ehrlich zu sein... habe ich mich daran gehalten... ich glaube an etwas, doch ich habe es nie geschafft zu definieren was dieses Etwas war." Schloss Dar. "Also feiere ich was ich will, wenn mir danach zumute ist... es funktioniert." Der Keller kam zurück und sie gaben ihre Bestellung auf, was Mariana verschiedene Ratschläge von Dar und Duks einbrachte. "Psst." Sagte sie schließlich und wandte sich hilfesuchend an Kerry. "Was soll ich nehmen?" Die blonde Frau schmunzelte. "Das Massaman ist ein süßes Curry mit Fleisch und Kartoffeln... das grüne Curry ist sehr scharf, das rote Curry ist milder und enthält für gewöhnlich Kokosnussmilch." "Aha... du bist also eine Expertin." Entgegnete die Personaldirektorin und nickte ihr anerkennend zu. Kerry grinste nur und sah zu wie sie die Bestellung abschlossen, dann drehte sie ihren Kopf etwas um Dar anzublicken, und blinzelte als sie den plötzlich eisigen Gesichtausdruck ihrer Begleiterin sah. Ihre Augen wanderten in Dar's Blickrichtung und sie erspähte eine große, gertenschlanke Brünette in einem maßgeschneiderten Kostüm, in Begleitung zwei anderer Frauen. Als sie zu Dar zurückblickte, war das Gesicht der dunkelhaarigen Frau wieder unter Kontrolle, doch sie konnte das leichte Muskelspiel ihres Kiefers sehen und beugte sich zu ihr. "Dar?" Eisblaue Augen stachen durch sie, dann wurde der Blick sanfter. "Erinnerst du dich daran, als ich zu dir sagte, das es unwahrscheinlich sein würde bestimmten Leuten zu begegnen.?" Bemerkte die größere Frau mit gezwungener Lässigkeit. Was? Oh... ihre ehemaligen Liebhaber. Richtig. "Ja." Kerry schoss einen Blick zu Duks und Mariana, die noch mit dem Kellner beschäftigt waren. "Ich hätte meine Klappe halten sollen." Erwiderte Dar leise. Kerry's Augen schossen noch vorne und wieder zurück. "Oh." Sie glitt mit einer Hand um die Kante des niedrigen Tisches und tätschelte Dar's Knöchel. "Lass mich zuerst meine Stiefel holen." Das brachte ihr ein Lächeln von Dar ein, die mit ihren Unterarmen auf dem Tisch lehnte und ihre Möglichkeiten abwägte. Angesichts der Tatsache, wo sie selbst saß und wo sich Elana hinsetzen wollte, war es verteufelt unwahrscheinlich, dass dieses Miststück sie nicht entdeckte. Ohne Frage würde Elana direkt zu ihr sehen, sobald sie von der Speisekarte aufblickte. Ihren Kopf halb drehend tat Dar so, als ob sie Duks und Mari's Geplänkel zuhören würde, und beobachtete wie sich langsam ein bösartiges Grinsen über das aristokratische Gesicht zog. Verdammt. Sie berührte Duks Arm. "Wir werden hier gleich eine hässliche Szene haben." Erklärte sie ihm leise, während sie mit ihren Augen quer über den Raum schweifte und wieder zurück. Duks folgte ihrem Blick und biss sich auf die Lippe. "Autsch, Scheiße." Mari blickte auch auf. "Soso... glaubt ihr, dass sie genügend Make-up aufgetragen hat? Sie sieht aus wie Tammy Faye Baker." Bemerkte sie beißend, jedoch mit einer Spur Humor. "Wie ihr wisst gibt es nicht viele Leute bei denen es mir Spaß gemacht hat die Kündigungspapiere auszustellen, aber bei Gott, sie war eine von ihnen." Sie mit ihren haselnussbraunen Augen fixierend, kam Elana quer über den Raum wobei sie ihren Blick fest auf Dar hielt. "Sieh mal einer an, wenn haben wir denn hier... hallo, Lou... Marina..." Kurz lächelnd hielt sie inne. "Dar." Ihre Augen fielen auf Kerry. "Entschuldigung, sie kenne ich nicht." Sie einen Augenblick schmoren lassend lehnte sich Dar zurück und schlang ihre Arme um ihr Knie. "Hallo Elana... hab dich seit einer Weile nicht mehr gesehen... hattest du die Stadt verlassen?" "Nein... ich gehe nur nicht mehr so viel aus." Entgegnete die schlanke Frau grinsend. "Wir haben gerade zwei weitere Kliniken übernommen... leider ist kein Kunde von euch dabei." "Ich hab davon gehört... doch du solltest vorsichtig sein." Bemerkte Dar. "Man spricht darüber, dass sie nur deshalb den Lieferanten wechseln, weil sie vorm Bankrott stehen, und ihr ihnen eine Zahlungsfrist von 120 Tagen einräumt... IBM wollte ihnen gerade den Hahn abdrehen." "Lass das meine Sache sein, Dar." Entgegnete Elana lachend. "Deine Tricks funktionieren bei mir nicht, weißt du noch?" Tatsache war, dass es stimmte. Dar zuckte mit ihren Schultern. "Mach, was du willst." Sie ließ ihren Blick schweifen. "Also, was hast du so getrieben? Immer die Gleiche? Immer das Gleiche?" Erkundigte sie sich kichernd. "Ich liebe es, wenn die Leute auf Cocktailparties über dich reden... es sind übrigens tolle Geschichten." Bemerkte sie süß lächelnd. "Und wer ist das?" Sie wandte ihren Blick zu Kerry. "Kerry Stuart." Antwortete die blonde Frau und reichte ihr freundlich die Hand. "Ich arbeite für Dar." "Davon bin ich überzeugt, Schätzchen." Erwiderte Elana lachend. "Sie müssen neu in dieser Runde sein." "Oh ja... das bin ich." Entgegnete Kerry, während sie sie durchdringend mit ihren grünen Augen fixierte. "Und zudem noch neu in dieser Gegend... sag mal, Dar? Ist das einer von diesen Palmenkäfern, die du mir beschrieben hast? Oh mein Gott, sind die hässlich..." Rief sie aus und heftete ihren Blick, mit weit aufgerissen Augen, auf Elana's Schulter. Die Frau machte einen Satz. "Wo...?" Rief sie, und etwas aus ihrem Augenwinkel erspähend schlug sie danach und schrie dann. "Oh mein Gott..." Panisch mit ihren Händen an ihren Kopf klatschend stolperte sie rückwärts. "Oh... Hilfe... nehmt das da weg!!" Kerry sprang auf ihre Füße und ihr zu Hilfe rennend kollidierte sie mit einem vorbeieilenden Kellner, gerade in dem Augenblick, als sie die aufgelöste Frau erreichte. Sein Tablett wurde in die Luft katapultiert und überschüttete bei seinem Niedergang den Boden, die Tische und Elana mit einer zusammengewürfelten Mischung aus Speisen. "Oh Scheiße!" Schrie Elana als sie in der Schweinerei ausrutschte und, immer noch an ihren Haaren rubbelnd, zu Boden stürzte. "Oh Gott... ist es weg?" Sie blickte sich zu den hemmungslos starren Gästen des Restaurants um, die nun anfingen zu lachen. Sie bekam ein rotes Gesicht, und ein Klecks Currysoße lief an ihrer Wange herunter. Kerry schritt zu ihr und hockte sich vor ihr hin um in Augenhöhe mit der Frau zu sein und ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. "Sie haben Glück, dass ich keine Zeit hatte meine Stiefel zu holen..." Sie reichte der Frau eine Serviette. "Viel Spaß noch." Dann stand sie auf und ging wieder zum Tisch zurück, wobei sie darauf achtete, nicht in dem Mischmasch aus Nudeln und Soße auszurutschen. Als sie sich näherte, nahmen Dar's blaue Augen ihre gefangen und da sie bei ihren letzten Schritten zurückstarrte, schätzte sie sich glücklich, dass sie nicht geradewegs in den Tisch krachte. Während die Menge ihr Gelächter fortsetzte setzte sie sich wieder auf ihren Platz und ihre Serviette nehmend blickte sie in die neugierigen Gesichter. "Also gut... es war ihre Schulterklappe... es war braun... woher sollte ich das wissen." Das brachte sie alle zum Lachen und endete schließlich damit, dass sich Dar krampfhaft am Tisch festhielt und nach Luft keuchte während sie Kerry's Handgelenk umfasste und liebevoll drückte. "Das war unbezahlbar." "Miststück." Murmelte Kerry ganz leise während ihre immer noch wütenden grünen Augen auf die besudelte Gestalt auf dem Boden starrten, der jetzt von ihren beiden Freundinnen geholfen wurde. "Der werd ich eine Cocktailparty-Story besorgen... ich werde eine Mail an alle Benutzer schicken, in der alle sehen können wie sie das macht." Bemerkte sie und wackelte mit ihren Fingern neben ihrem Kopf, so als ob es Antennen wären. Dann wurde ihr klar, was sie da gerade von sich gab und wie es für Duks und Mari klingen musste, und einen entschuldigenden Blick zu Dar werfend biss sie sich auf ihre Lippe. Der Gesichtsausdruck der größeren Frau war eine interessante Mischung aus Ärger, Vergnügen und Verlegenheit mit einer großen Portion warmer Zuneigung. Zaghaft kichernd überquerte ein ironisches Lächeln ihr Gesicht. "Mir ist da gerade ein grober Schnitzer unterlaufen, oder?" Murmelte Kerry. Dar konnte nicht anders, Kerry's bestürzter Gesichtsausdruck war so komisch, das sie einfach lachen musste. "Oh ja, das glaube ich auch." Bestätigte sie und sah, nachdem sie ausgeatmet hatte zu Mariana hinüber, deren haselnussbraune Augen sie wissend anblickten. "Es sieht so aus Mari, als ob du eine Personalangelegenheit in deinen Händen hast." Bemerkte sie gelassen und schaffte es irgendwie, nicht rot zu werden. "So sehe ich das auch." Bemerkte die kleinere Frau leise. "Glücklicherweise bin ich nicht im Dienst." Fügte sie freundlich lächelnd hinzu. Um ehrlich zu sein, war ihre hauptsächliche Sorge, dass Kerry in etwas hineingezogen wurde, aus dem sie sich nicht mehr befreien konnte... das sie sich zu etwas verpflichtet fühlte. Doch zu sehen, wie die junge Frau Dar so wild entschlossen verteidigte... Nein. Bei Kerry Stuart musste sie sich darüber keine Sorgen machen. Das Kind hatte eine Wesensart, die der ihrer Begleiterin gleich kam. "Und was nach Dienstschluss geschieht geht niemandem etwas an." Mit einem verschmitzten Grinsen tätschelte sie Duks Hand. "Stimmt's?" Leicht errötend kicherte Duks. "Da hast du vollkommen recht." "Obwohl ich mir wünschte, ich hätte von dieser hormongebeutelten Hexe auf Rädern ein paar Fotos dieser Szene." Seufzte Mari bedauernd. "Ich hätte zu gerne einen Schnappschuss im nächsten Rundschreiben der Gesellschaft veröffentlicht." Duks räusperte sich und hielt eine winzige Digitalkamera hoch, die klein genug war, um sich perfekt in seine Handfläche zu schmiegen. "Und was würdest du dafür bezahlen, gnädige Frau?" Alle lachten und Mariana's Lungen entwich ein erleichterter Seufzer. Sie schielte zu Dar, die mit einem gelassenen Gesichtsausdruck eingehend das Tischtuch betrachtete und ließ dann ihre Augen zu Kerry schnellen. Sich unbeobachtet fühlend richtete die blonde Frau ihre Aufmerksamkeit zu Dar und betrachtete mit einem liebevollen Blick Dar's Profil. Mari erkannte, das dies keine weitere Elana war. Das war kein Büro-Techtelmechtel oder eine lockere Affäre. Spürend das sie beobachtet wurde blickte Kerry über ihre Schultern zurück, die sich während sie tief einatmete bewegten. Ein beruhigendes Lächeln überquerte Mariana's Gesicht als sie den Blick erwiderte. Als Kerry eine Weile den Blick hielt fragte sich die Personaldirektorin, wie jemand so junges eine solche Tiefe ausstrahlen konnte. Dann hob Kerry leicht stolz herausfordernd ihr Kinn. "Kerry, das war ohne Frage einfach brillant... Herzlichen Glückwunsch." Ein schüchternes Lächeln. "Es war nicht geplant... es ist irgendwie geschehen." Gab sie zu. "Ich wurde so sauer, das es entweder das war, oder ich hätte sie verdreschen müssen... und ich glaube nicht, dass dies eine gute Idee gewesen wäre." "Wahrscheinlich nicht." Meldete sich schließlich Dar zu Wort, die einige Minuten gebraucht hatte um sich zu sammeln. Kerry's plötzliches und spektakuläres Eintreten für sie, hatte beinahe dazu geführt, das ihr Gehirn aus purer Verwunderung überlastet war. Und sobald die blonde Frau losgelegt hatte, wusste sie, dass es kein Zurück gab. Es gab keine Möglichkeit Kerry's furiose Verteidigung als etwas anderes vorzugeben, als das was es offenkundig war, eine Revierverteidigung. Ach, was soll's. Mariana hatte es sowieso gewusst... und ihre Bemerkung, das sie nicht im Dienst sei bedeutete, dass sie nicht vorhatte etwas dagegen zu unternehmen, solange sie und Kerry es aus dem Büro raushielten. In Ordnung. Fein. Sie hatte sowieso vor mit der Personaldirektorin zu reden. Und außerdem war der Anblick von Elana, mit eingelegtem Tintenfisch über ihrem Ohr hängend, jede einzelne Minute davon wert. "Dar, stimmte das mit IBM?" Erkundigte sich Duks und zog sie damit taktvoll aus ihren Gedanken. "Über die Kliniken?" Dar nickte. "Oh ja... es stimmt... ich hatte mit einem ihrer leitenden Kundenbetreuer gesprochen, der mir erzählt hat, das es gut war, dass wir kein Angebot gemacht haben." Sie sah auf als ihre Vorspeisen gebracht wurden und war sich plötzlich bewusst, dass sie am verhungern war. "Entschuldigung wegen des Unfalls vorhin." Sagte sie zu dem Kellner. "Kein Problem... kein Problem... die Dame kommt rein, veranstaltet ein Gedöns und zahlt kein Trinkgeld." Vertraute ihr der Kellner an. "Das war der verdorbene Fisch wert." Er stellte einen Teller mit gebackenen Wonton in Form eines Schwans vor Kerry. Der Körper des Schwans enthielt eine köstlich duftende Mischung aus Hühnchen, Erdnüssen und Gewürzen. "Der Küchenchef hat dies extra für sie gemacht." Mit errötetem Gesicht blickte Kerry zu ihm auf und lächelte ihn an. "Danke." Sie probierte davon und grinste dann. "Das ist wirklich gut." Dar beschnupperte es interessiert. "Es sieht auch so aus." "Oh ha..." Schelmisch legte Kerry ihre Hand schützend um den Schwan. "Meins." Dar hob eine Augenbraue. "Ich hab nicht gesagt, das ich etwas davon wollte." Erwiderte sie und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder ihrem eigenen Teller zu. Es herrschte kurz Schweigen, dann sahen sich blaue und grüne Augen gleichzeitig an und beide fingen an zu lachen. "Das ist so süß, das ich singen könnte." Meldete sich Duks während er seinen Bissen herunterschluckte. "Oh Gott Kerry, verhindere das." Sagte Dar postwendend. "Du willst nicht, das er damit anfängt." "Nein?" Erkundigte sich Kerry neugierig. "Er glaubt, er sei Placido Domingo." Erwiderte die dunkelhaarige Frau und fuchtelte mit ihrer Gabel zu ihm. Ein weiteres Gelächter, in dem auch Duks fröhlich einstimmte, brach aus. Es gestaltete sich zu einem erinnerungswürdigen Abend.
Etwas später verabschiedeten sie sich auf dem Parkplatz unter den leuchtenden Sternen einer kühlen Nacht. Während sie und Dar zu ihrem Parkplatz schlenderten, bemerkte Kerry, dass sie sogar von hier aus den Ozean riechen konnte und nahm einen tiefen Atemzug. "Nun ja." Sie räusperte sich und sah zu ihrer größeren Begleiterin. "Das... ist nicht ganz so gelaufen wie erwartet." Dar lachte. "Nein... das ist es mit Sicherheit nicht." Stimmte sie zu. "Aber es ist in Ordnung... ich habe über das was du gesagt hast nachgedacht... du verstehst, die Sache, das ich Maria sage was los ist, und ich hatte mich schon halbwegs entschieden es zu tun... vielleicht war es Schicksal." "Demnach... bist du mir nicht böse?" Fragte Kerry leise. "Ich wollte nicht... Jesus, Dar... das war nicht geplant... ich weiß nicht was über mich gekommen ist." Dar sah sie an. "Böse auf dich?" Erkundigte sie sich ungläubig. "Kerry... das war... danke, das hat ein paar alte, wirklich heftige Schmerzen in meinem Inneren gelindert, wenn du verstehst was ich meine." Nach unten blickend schüttelte sie ihren Kopf. "Das hat mit Sicherheit das Bild das ich von ihr hatte verändert." Als sie bei ihren Wagen ankamen sahen sie sich an. "Danke." Sagte Dar schlicht. "Gern geschehen." Kam die einfache Erwiderung. "Dafür sind schließlich Freunde da, richtig?" Dar legte ihre Hand auf ihre Wange und lächelte. "Da hast du vollkommen recht." Ein leises Piepsen erschrak beide und Dar griff nach ihrem Handy, nur um festzustellen das es ausgeschaltet war. "Meins ist es nicht." "Es ist meins." Kerry zog ihr Handy heraus und klappte es auf. "Hallo?" Ihr Gesicht spannte sich an und dann sah sie schockiert aus. "Okay... okay... ich mach mich sofort auf den Rückweg... in ungefähr... vierzig Minuten bin ich da... in Ordnung. Tschüss." Sie klappte das Handy zusammen und sah grimmig zu Dar. "Bei mir ist eingebrochen worden." Dar verengte ihre Augen. "Fahren wir los." Sich der tröstenden Gegenwart von Dar's Wagen direkt hinter bewusst, hielt Kerry den ganzen Heimweg tapfer ihre Hände auf dem Lenkrad. Sie zog auf einen Parkplatz voller Streifenwagen und erspähte Colleen's aufgeregte Gestalt in der Nähe ihrer Wohnung. "Scheiße." Sie war sich nicht sicher ob sie bestürzt, wütend, erschrocken oder alles zusammen sein sollte, doch sie stieg aus ihrem Wagen und war noch keine zwei Schritte gegangen, da war auch schon Dar neben ihr und legte eine Hand auf ihre Schulter. Colleen entdeckte sie und rannte sofort zu ihnen. "Gott sei Dank, das du da bist... ich kam gerade nach Hause, und bin los um zu sehen ob du schon zurück bist, und als ich sah das deine Tür sperrangelweit offen stand... da hab ich die Polizei angerufen." Zu spät um jetzt etwas dagegen zu unternehmen, stöhnte Kerry innerlich. "Prima... einfach großartig." Sie schüttelte ihren Kopf. "Danke, Col..." "Kein Problem... sie wollten mich nicht reinlassen, doch ich habe meinen Kopf reingestreckt und deine Wohnung sieht ziemlich durchwühlt aus." Sie hielt inne um Luft zu holen. "Hallo Dar." "Hallo." Entgegnete die große Frau knapp. "Hat irgend jemand etwas gesehen?" Colleen schnaufte. "Diese selbstsüchtigen Yuppies? Sie hätten nichts mitbekommen, selbst wenn Fox Mulder mit einem verdammten UFO auf dem Parkplatz gelandet wäre und Hula getanzt hätte." Bei dieser Beschreibung musste sich Dar ein Kichern verkneifen. "Auf geht's... lasst uns sehen was Sache ist." Sie gab Kerry einen unmerklichen Stupser. "Hast du eine Hausratversicherung?" Kerry musste über Dar's Frage nachdenken. "Ja... bei der State Farm." Antwortete sie abwesend, während sie über den Parkplatz zu ihrer Haustür gingen und sie hineinspähte. Sie bekam vage mit, das Dar in ihr Handy murmelte, als sie versuchte sich einzureden das es nur... Colleen hatte recht. Es war ein Chaos. Die Sachen waren überall verstreut und durcheinandergeworfen. Ihre Augen wanderten zum Fernseher und dann zum Computer, beides war noch da. Ein Polizist kam auf sie zu. "Ma'am?" "Das ist meine Wohnung." Sagte Kerry leise. "Was ist passiert?" Der Polizist schüttelte seinen Kopf. "Ich bin mir nicht sicher... aber es sieht so aus, als ob jemand eifrig nach etwas gesucht hat... bewahren sie Bargeld in ihrer Wohnung auf?" Sie schüttelte ihren Kopf. "Nein... nun ja sicher, fünf oder sechs Dollar Kleingeld... in der Kommode. So was halt." Er nickte. "Ja... verstehe... irgendwelchen Schmuck?" Sie griff an ihren Hals und zog ihre einzige Goldkette hervor. "Das, ein paar Ohrringe und ein Ring sind alles was ich habe." Sie sah sich um. "Es scheint nichts zu fehlen." Der Polizist machte emsig Notizen auf seinem Block. "Wahrscheinlich waren des Drogenabhängige, die nach Bargeld gesucht haben um sich Stoff zu kaufen, Ms....." Er sah sie fragend an. "Stuart." Antwortete sie. "Glauben sie? Ich vermute sie sind leer ausgegangen, wie?" Sie ging in den Raum und sah sich um. Die Couchkissen lagen überall verstreut herum und den Raum durchquerend ging sie zu ihrem Schlafzimmer und stieß die Tür auf. Jede Schublade war geleert und das Bettzeug war von Bett gerissen. Pooh, den man gegen die Wand geschmissen hatte hob sie auf und reflexartig umarmte sie ihn. Kerry ging ins Wohnzimmer zurück. "Es sieht ganz danach aus, als ob noch alles da ist." Sagte sie leise zu dem Polizisten. Er sah zu ihr, dann zu Pooh und gab ihr einen Klaps auf die Schulter. "Hören sie... es tut mir wegen ihren Fischen leid... es sieht so aus, als ob ein Behälter mit Chemikalien ins Aquarium gefallen ist..." Kerry's Augen wanderten zu dem Glasbehälter, und sah die an der Oberfläche schwimmenden Körper. Dar blickte in die gleiche Richtung und sah dann in stiller Teilnahme zu ihr. Die blonde Frau ging zum Becken und starrte auf die leblos treibenden Köper an der Oberfläche. Ein halbvoller Behälter mit Küchenreiniger schwamm neben ihnen. Sich bewusst, dass Dar direkt hinter ihr stand, zog sie übertrieben vorsichtig den Behälter heraus und schloss ihn. "Der Reiniger steht immer im Küchenschrank." Bemerkte sie leise. Dar legte ihre Hände um ihre Schultern. "Setz dich hin. Ich werde mich darum kümmern." "Dar, jemand hat meine Fische getötet." Flüsterte sie niedergedrückt." "Ich weiß." Kam die tiefe, vibrierende Antwort. "Zuerst bringen wir deine Wohnung wieder auf Vordermann, und dann legen wir uns schlafen. Morgen früh geh ich mit dir neue Fische kaufen." Kerry atmete aus. "Das ist vielleicht keine so gute Idee." "Doch, das ist es." Beharrte Dar leise. "Lass sie nicht gewinnen, Kerry." Sie drückte ihre Schultern. "Setz dich, ich werde mich um das hier kümmern und das Wasser ausschütten." Sie hielt inne. " Übrigens... wie ist Kyle's Nachname?" Kerry hätte fragen sollen warum. Sie wusste, das sie es tun sollte. Sie wusste, das sie Dar da heraushalten sollte... ganz besonders aus dieser Sache. "Lewis." Hörte sie trotzdem ihre Stimme sagen. "Horch, Dar... ich..." "Es ist in Ordnung." Versicherte ihr die Direktorin. "Nur zu Informationszwecken... setzt dich, okay?" Erschöpft willigte Kerry ein, und bevor sie sich gegenüber dem Polizisten, der noch einige Einzelheiten wissen wollte, hinsetze legte sie mechanisch die Kissen an ihren Platz zurück. Sie versuchte nicht zuzusehen was Dar machte und konzentrierte sich stattdessen auf die Fragen. Als Colleen herüberkam und sich neben sie setzte, schenkte sie der Rothaarigen ein dankbares Lächeln. Dar schöpfte die toten Fische aus dem Wasser und legte sie in einen kleinen Behälter. Sie achtete peinlichst auf ihre Atmung und konzentrierte sich darauf ruhig zubleiben, um nicht ihrem ersten Instinkt nachzugeben und wie eine Wahnsinnige ihre Wut laut herauszuschreien. Das die Wohnung verwüstest wurde, störte sie nicht weiter. Doch diese bösartige Grausamkeit an hilflosen Kreaturen machte sie so wütend, das es kein Wunder war, das ihre Hände von der Intensität vibrierten. Scheißkerl. Sie entsorgte die toten Fische, dann entnahm sie einen großen Anteil des Wassers, bevor sie das Aquarium hochhob und den Rest ausschüttete, zum Schluss nahm sie den Kies und die Dekoration heraus und ließ sauberes Leitungswasser darüber laufen. Dann mischte sie eine Salzlösung und reinigte das Aquarium, wobei ihr die Betätigung half, sich zu beruhigen. Sie schrubbte gründlich die Innenseiten um sämtliche Restbestände der Chemikalie zu entfernen. Bastard. Sie spülte die Wasserpflanzen aus und ließ dann Wasser durch den Filter laufen. Hurensohn. Dann trug sie das Aquarium zurück und füllte es zu Dreiviertel mit reinem Leitungswasser, füllte den gereinigten Kies wieder ein und fügte dann das Wasseraufbereitungsmittel zu, das Kerry neben dem Aquarium stehen hatte. An dem sie, nur für den Fall, zuerst roch. Als sie alles zu ihrer Zufriedenheit erledigt hatte drehte sie sich zu Kerry und sah wie sie dem Polizisten die Hand schüttelte und beobachtete wie er mit seinem Kollegen ging, wobei beide Kerry ihren professionell mitleidigen Blick zuwarfen. Die Tür wurde geschlossen, und sich umdrehend blickten Kerry's bedrückte, grüne Augen sie flehentlich an. Dar ging sofort zu ihr. "Komm her." Sie zog Kerry in eine Umarmung und spürte wie ihr ganzer Körper vor Schluchzen bebte. "Sschh... ich hab dich." Über die Schulter der blonden Frau traf sie auf Colleen's Augen und die Rothaarige senkte ihren Blick, dann sah sie schwach lächelnd wieder auf, als Kerry ihr Gesicht an Dar's Shirt vergrub und sich verzweifelt an sie klammerte. "Hilfst du uns die Wohnung aufzuräumen?" Fragte sie Colleen. "Darauf kannst du deinen... oh... entschuldige, ich wollte sagen..." Colleen errötete. "Das hab ich gehört." Erwiderte Dar trocken. Sie spürte das Kerry einen tiefen, zitternden Atemzug nahm und öffnete ihren Griff ein wenig, damit sie sich zurückzuziehen und sie ansehen konnte. "Tut mir leid." Entschuldigte sich die blonde Frau leicht schniefend und rieb sich mit einer Hand die Augen. "Ich vermute, es liegt an der späten Stunde." Dar zog ein Taschentuch aus der Innentasche ihrer Jacke und reichte es Kerry. "Hier..." Sie tätschelte ihr den Rücken und ließ ihren Arm über den Schultern der blonden Frau liegen. "In Ordnung... lasst uns in der Küche anfangen... ich glaube, dort ist die geringste Unordnung, dann machen wir hier weiter, und dann das Schlafzimmer." Sie begannen die Sachen aufzusammeln und arbeiteten größtenteils schweigend bis Colleen hinüberschlenderte und die CS's aufhob, die überall verstreut auf dem Boden lagen, und legte eine in den CD-Wechsler. Die sanften Töne von Disney's Circle of Life durchströmten den Raum... "Ich weiß, das du das magst." Bemerkte die Rothaarige ihre Freundin anlächelnd, welches diese halbherzig erwiderte. Die Wohnung in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen, dauerte nicht so lange wie sie befürchtet hatte, nur die Stille des Aquariums war ein eklatantes Zeugnis der Invasion. Nachdem sie fertig waren stand sie mit verschränkten Armen mitten im Raum und hörte Dar's Geschäftigkeit in der Küche zu. Aus dem Schlafzimmer kommend ging Colleen zu ihr und gab ihr einen leichten Klaps auf den Rücken. "Alles fertig... habe ein neues Laken aufgezogen."Bemerkte sie und blinzelte liebevoll zu Kerry, die herabblickte und errötete. "Ach komm schon, Ker... meiner Meinung nach, hast du das große Los gezogen." Das brachte ihr ein Lächeln von Kerry ein, die zur Küchentür sah und dann wieder zu ihr blickte. "Denkst du das, ja?" "Jawohl... jemand der weiß, wann eine Umarmung nötig ist." Bestätigte Colleen mit einem heftigen Nicken. "Das ist ein sehr gutes Zeichen." Sie freute sich zu sehen, wie Dar vorbehaltlos ihrer Freundin half, was sie allerdings ein wenig überraschte, wenn sie an den Ruf der Direktorin dachte. Mit drei dampfenden Tassen erscheinend unterbrach die dunkelhaarige Frau ihre Unterhaltung, jedem eine Tasse reichte und dann andeutete, das sie sich setzen sollten. Sie nahm am Ende der Couch platz und ihre Füße ausstreckend klopfte sie auf das Kissen neben sich, und Kerry nahm diese Einladung gerne an. Die blonde Frau zog ihre Beine unter sich und schlürfte seufzend an der Schokolade. "Also, das war vielleicht eine Nacht." Dar legte eine Hand auf ihr Knie und streichelte es zärtlich. "Es ist vorbei." Bemerkte sie schlicht, nahm dann ihr Handy heraus und wählte eine Nummer. "Mark?" Eine Pause. "Ich weiß wie spät es ist. Mach das Licht an und setzt deine Brille auf, du musst etwas aufschreiben." Während Dar wartete, begannen ihre Vorstellungen und Pläne Gestalt anzunehmen. "In Ordnung... du musst mir ein vollständiges Profil erstellen... ich brauch alles... von einem Kyle Lewis... er ist ein Angestellter von Senator Roger Stuart aus Michigan." Sie wartete. "Du wirst wahrscheinlich Milnet anzapfen müssen." Eine weitere Pause. "Kurz gesagt, ich hab da so eine Vermutung über ihn, okay? Schick die Ergebnisse in meine Eingangsbox." Mark verließ für einen Augenblick das Telefon und während sie wartete, trommelte sie mit ihren Fingern gegen ihren Schenkel. "Hast du's? Danke... oh, noch was... klink dich in den Ausgangsrouter von Miami Dade ein und filter alle Datenpakete aus, die folgende Kennzeichnung tragen." Sie las sie vor. "Sorg nur dafür das sie nicht... bundesstaatlich weitergeleitet werden." Sie wartete. "Ich weiß... wenn es dir weiterhilft, es müsste von dem IP-Nebenstellenanschluss in Kendall kommen." Eine weitere Pause. "Gut... danke Mark... ich erklär dir alles morgen." Sie legte auf und sah zu ihren Zuschauern, die sie interessiert beobachteten. Sie lächelte. "Willkommen im Informationszeitalter." "Jesus... kannst du das machen?" Platzte Colleen heraus. "Ich meine... warum hast du... das war das Aktenzeichen, das die Polizisten uns gegeben haben." Kerry nickte verstehend. "Es wird nur hier im Lokalbereich bleiben und nicht an das bundesstaatliche System weitergeleitet werden... das war wirklich clever von dir, Dar... danke." Dar lächelte kurz. "Wenn du die Daten bewegst, dann kontrollierst du sie." Erklärte sie Colleen gelassen. "Oh Mann." Erwiderte Colleen und sah sie respektvoll an. "Erinnre mich, dich niemals zu verärgern... unsere Gehaltsüberweisungen laufen über euch." Das brachte ihr ein Kichern von Dar, und ein Lächeln von Kerry ein. "Gewöhnlich mach ich so was nicht... doch ich dachte, das es für Kerry besser wäre... und es schadet Niemandem, da die Bundesdatenbank nur Fingerabdrücke oder gentechnische Beweise untersucht und keins von beidem haben sie gefunden." Kerry legte ihren Kopf gegen Dar's Schulter. "Meine Heldin."Sie riskierte es, das Dar sich in Gegenwart von Colleen zurückziehen würde, und war erfreut, als die größere Frau ihre Hand ausstreckte und ihr in die Nase zwickte. "Glaubst du wirklich, das es dieses Stinktier Kyle war?" Fragte Colleen während sie die beiden liebvoll lächelnd beobachtete. Kerry seufzte. "Die Fische... außerdem wurde die Tür nicht aufgebrochen... hast du das bemerkt? Jemand hat die Tür normal geöffnet und als ich das Schloss kontrollierte war dort mein Code eingegeben." "Auweia... ändre ihn sofort." Schlug ihr Colleen vor. Die blonde Frau nickte müde. "Das hab ich... doch die einzigen die den Code kennen, sind der Gebäudemanager, du und meine Familie." Innehaltend sah sie nach oben. "Und Dar... aber sie war den ganzen Abend mit mir zusammen und ist somit nicht verdächtig." "Nur deswegen?" Bemerkte Dar und zog schelmisch ihre Augenbrauen hoch. "Nun, das und paar andere Dinge." Gab Kerry lächelnd zu. "Aber... nun ja, ich habe gestern abend meiner Mutter erzählt, das ich nicht nach Hause zurückkomme... es passt einfach alles zu gut zusammen." "Mm." Colleen zog an ihrer Lippe. "Kerry, das ist ätzend." Ein Seufzer. "Im Ernst?" Kerry nippte an ihrer Schokolade und genoss den milden Geschmack, der ihr Innerstes wärmte. "Das ist das einzige was du kochen kannst, oder?" Fragte sie Dar, die leise lachte. "Ich hab's doch gewusst... das, Kaffee und was sonst noch?" "Eier." Erwiderte Dar knapp. "Und Eiscreme." Kerry lächelte. "Dar, Eiscreme muss man nicht kochen." Sie schüttelte ungläubig den Kopf und schaltete den Fernseher an. "Oh... seht mal... der Krokodil-Bursche!" "Jesses... was macht er mit dem Fisch??" Schrie Colleen. Sich nun wesentlich besser fühlend, machte es sich Kerry bequem und sah zum Fernseher. Als sie spürte wie Dar's Arm um ihre Taille glitt und näher an sich heranzog, beschloss sie, das es gut war Freunde um sich zu haben. Sie lehnte sich zurück und blickte zu der dunkelhaarigen Frau. "Danke." Bemerkte sie seufzend. "Danke, das du hier bist... und hilfst... und mich aufmunterst." Ein strahlendblaues Auge blinzelte. "Dafür sind Freunde da, richtig?" Erwiderte Dar zärtlich. "Worauf du dich verlassen kannst." Entgegnete Kerry und zögerte dann. "Hör zu Dar... du musst dich nicht auf all das einlassen... es ist wirklich nicht deine Angelegenheit." "Aber klar, ist es das." Erwiderte Dar, deren Stimme von dem Hauptdarsteller im Fernseher gedämpft wurde. "Du bist meine Angelegenheit." Kerry spürte ein sanftes Frösteln an ihre Wirbelsäule herunterlaufen. "Bin ich das?" Hellblaue Augen versanken in ihren. "Ich liebe dich..." Stellte Dar mit gelassener Ehrlichkeit fest. "Das macht dich zu meiner Angelegenheit." Für einen langen Augenblick saß Kerry einfach nur keuchend da. "Oh." Erwiderte sie schließlich. "Stört dich das?" Wollte Dar wissen. Kerry schüttelte ihren Kopf. "Nein..." Sie betrachtete eingehend Dar's Gesicht. "Ich denke das bedeutet, das auch du eindeutig meine Angelegenheit bist." Sie atmete aus und lehnte sich dann in Dar's Armbeuge, während der Krokodil-Mann seine Show abzog. Es war Kyle... sie wusste es. Sie konnte seine schleimigen Finger überall spüren... und sie wusste, dass er zurückkommen würde. Sie hob ihren Blick, um in das scharfe Profil über sich zu sehen und lächelte grimmig. Doch diesmal hatte er keine Ahnung auf was er sich da einließ, und sie war froh darüber. Er hatte verloren Dieses Mal.
Sie rannte durch einen Wald. Drohend standen dunkle Bäume auf beiden Seiten und über ihrem Kopf konnte sie es donnern hören. Der Boden unter ihren Füßen war dunkel und bemoost und sie spürte das ihre Stiefel ein wenig wegrutschten als sie über den feuchten Untergrund schlitterte. Schreie erklangen hinter ihr. Trotz ihrer bereits kurzen Atmung verdoppelte sie ihre Anstrengungen, und hoffte das ihre Beine durchhielten. Genau vor sich erspähte sie ein Versteck und sie rannte unter einer Baumgruppe hindurch in diese Richtung. Als sie unter dem ersten Baum war, wurde sie plötzlich den Baum hinaufgezogen, und mit zappelnden Beinen schrie sie überrascht auf. Der Schrei wurde durch eine kräftige Hand und eine ihr bekannte, leise tiefe Stimme unterdrück. Erleichterung breitete sich in ihr aus und sie kletterte auf den Ast, wo sie von starken Armen festgehalten wurde, während sie die sie verfolgenden Männer beobachtete. Sie war außer Atem, und als sie sich gegen den Baumstamm lehnte spürte sie durch den Griff der tröstenden Gestalt hinter sich, einen dünnen Schweißfilm auf dem nackten Mittelteil ihres Körpers. Sie sahen zu, wie die Männer Zeter und Mordio schreiend herumschwirrten, und schließlich bekam sie wieder soviel Luft, das sie leise lachen konnte. Hinter ihr antwortete ein Brummen, und sich halb umdrehend warf sie den durchdringenden blauen Augen einen entschuldigenden Blick zu. Der dunkle Kopf schüttelte sich, doch ein großzügiges Grinsen verzog ihre Lippen und sie bekam einen Klaps auf den Bauch, was ihr sagte, das ihr für die Schwierigkeiten, in die sie sie gebracht hatte, vergeben wurde. Wieder einmal. Kerry wachte mit dem gleichen sicheren und behaglichen Griff um sich auf, und mit geschlossenen Augen schwelgte sie in den Empfindungen, nackt und von Dar's Armen umschlungen aufzuwachen. Es war warm und dort, wo Dar gegen ihren Rücken gepresst lag, konnte sie den stetigen Atemrhythmus der größeren Frau spüren. Sie dachte über ihren Traum nach. Er war seltsam... in letzter Zeit hatte sie öfters solch unheimliche Träume, wo sie anscheinend durch die Augen eines anderen, völlig unbekannte Situationen erlebte, die jedoch genauso behaglich waren und soviel Zufriedenheit verliehen wie sie gerade im Augenblick empfand. Eigenartig. Ausatmend spürte sie, wie sich Dar's Griff leicht straffte und streichelte träge mit einer Hand den kräftigen Schenkel, der angekuschelt hinter ihrem lag. Es war ein schönes Gefühl... die Haut über den starken Muskeln, die sich bei ihrer Berührung ein winziges bisschen bewegten, fühlte sich weich und samtig an. Langsam ihre Augen öffnend wurde Kerry von der Morgensonne geblendet, die den Raum in Sonnenlicht badete und schätzte, das es ungefähr neun Uhr sein musste. Sich daran erinnernd, wie der Raum den vergangenen Abend ausgesehen hatte, sah sie sich um und schaffte es ihr gutes Gefühl aufrecht zu erhalten, als sie sich daran erinnerte, wie ihre Freundinnen alles wieder in seinen Originalzustand versetzt hatten. Sogar die aus den Schubladen herausgerissene Kleidung war ordentlich zusammengelegt, wieder eingeräumt worden... wahrscheinlich ordentlicher als vorher, gab sie ironisch zu. Dar hatte verschmitzt lächelnd persönlich die Verantwortung für die Schublade mit ihrer Unterwäsche übernommen, worauf sie zögernd zurückgelächelt hatte. Sie wusste, dass sie sich eigentlich schrecklich fühlen sollte. Und ihre armen Fische. Bei der Vorstellung, wie es gewesen wäre, wenn sie alleine nach Haue gekommen wäre musste Kerry zittern, und war froh über Dar's vertraute Gegenwart. Es war schön jemanden zu haben mit dem man Dinge teilen konnte. Ein winziges Kitzeln um ihr Ohr ließ sie aufgeschreckt kichern. Dem ein tiefes, beinahe tonloses Kichern folgte, das dem in ihrem Traum perfekt ähnelte. "Das kitzelt." Beschwerte sie sich, während sie das Gefühl gründlich genoss. "Ich weiß." Entgegnete Dar und knabberte weiter. "Wie fühlst du dich?" Kerry summte tief in ihrer Kehle. "Gut." Erwiderte sie verträumt. "Ich mag es, so aufzuwachen." Seufzte sie zufrieden. "Insbesondere nach gestern abend." "Ich bin froh, dass du deinen Tauchkurs verschoben hast." Bemerkte Dar, während sie sich an ihrem Hals hinunter arbeitete und leicht lächelte als der Körper der blonden Frau sich gegen ihren wölbte. "Wir müssen heute Fische kaufen." Sich herüberrollend kuschelte sich Kerry enger heran, und ungezwungen mit ihren Händen über Dar's Körper streifend erkundete sie neugierig die Rundungen. "Woher ist das?" Erkundigte sie sich, als sie über eine lange, dünne Narbe fuhr, die direkt unter der Brust der größeren Frau anfing und in Hüfthöhe endete. "Ich war auf einen Baum geklettert." Gestand Dar ein und senkte ironisch ihren Blick. "Ich wollte auf einen Ast springen und ihn verfehlend bin ich gegen den Stamm geknallt... dort war ein alter Nagel und ich hab mir eine recht böse Wunde gerissen." "Oh." Kerry beugte ihren Kopf und küsste den Fleck. "Ich wette, das hat wehgetan." "Oh ja, ich hab geschrieen wie eine Banshee." Kicherte Dar. "Ich habe Krankenhäuser nie gemocht... es musste genäht werden, und sie haben mir eine Tetanusspritze von der Größe einer Harpune verpasst." "Autsch." Bemerkte die blonde Frau zusammenzuckend und fuhr dann mit ihrer Erkundung fort. "Darf ich dir eine persönliche Frage stellen?" Sie schielte zu ihrer Begleiterin hinauf, die eine Augenbraue hochzog. "Nun?" "Klar." Erwiderte Dar grinsend. "Wieviel persönlicher können wir denn noch werden?" Sie fuhr eine Linie an Kerry's Kehle entlang und kitzelte die Stelle wo ihr Puls zu fühlen war. "Wie alt bist du?" Ihren Kopf auf Dar's Bauch legend blinzelte Kerry sie an. Ein schüchternes Grinsen zog sich über das Gesicht der dunkelhaarigen Frau. "In ungefähr anderthalb Monaten werde ich dreißig." "Sohn einer räudigen Hündin." Lachte Kerry. "Ich wusste es... du tust nur so, als ob du wesentlich älter wärst." Sie hielt inne. "Wann ist dein Geburtstag?" Umschmeichelte sie Dar. "Oh nein... meinen Geburtstag verrate ich niemandem." Entgegnete Dar kopfschüttelnd. "Warum?" "Darum." Die hellblauen Augen funkelten. "Ich mag das Gedöns darum nicht." "Mm." Kerry zeichnete auf der weichen Oberfläche auf der sie lag Kreise. "Bitte, sag es mir." Bat sie leise. "Das ist nicht fair... du kennst meinen." Das Leben ist nicht fair. Hätte Dar beinahe geantwortet und seufzte dann. Was würde es letztendlich ausmachen, wenn Kerry es wusste? Der Unterschied wäre, dass sie von Kerry wahrscheinlich eine Karte oder so bekommen würde. "Am ersten Weihnachtstag." Die blonde Frau blinzelte überrascht. "Wirklich?" Dar nickte. "Jawohl... also kann man sagen, das ich niemals richtig Geburtstag hatte... weil es keine Möglichkeit gibt das Ganze zu trennen, verstehst du?" Vor vielen Jahren war sie darüber hinweggekommen. Richtig? "Hmm." Kerry zog einen weiteren Kreis und betrachtete dann ihre Hand, die träge Muster auf die gebräunte Haut zeichnete. "Wärst du sehr sauer, wenn ich eine Party für dich veranstalten würde?" Für eine kurze Weile schwieg Dar und fuhr dann mit ihren Fingern durch Kerry's helle Haare. "Das würde eine verdammt kleine Party." Erzählte sie ihrer Freundin. "Ich glaube, ich würde lieber Weihnachten feiern." Für's erste ließ Kerry es gut sein. "In Ordnung... nun gut... ich vermute wir sollten frühstücken... ich glaube, ich habe noch etwas Zimttoast übrig." Sie rieb über Dar's Haut. "Mm... wir könnten das Abenteuer wagen und ich koche." Erwiderte Dar verspielt. "Und du wirst erkennen, warum ich zum Frühstück immer Cornflakes esse." "Das..." Kerry piekste sie. "...sind keine..." Ein weiterer Piekser. "...Cornflakes... das sind Frosties, und die sind für dich ungesund." "Oh ja... aber sie schmecken grrroßartig." Schoss Dar augenblicklich zurück, wobei sie die R's genauso wie in der Werbung rollte. "Und außerdem... esse ich sie schon seit meiner Kindheit und es hat mit Sicherheit nicht mein Wachstum behindert." Erklärte sie und streckte dabei ihre Arme aus um ihre Größe zu zeigen. "Doch du... andererseits..." "Oh nein... fang nicht damit an!" Warnte Kerry sie lachend. "Man hatte mir immer gesagt, das Alkohol mein Wachstum behindern würde... bis ich zur Uni ging hab ich keinen verdammten Tropfen angerührt, und nun sieh was es mir gebracht hat?" Dar grinste zurück und verfolgte eine Linie ihren Arm herunter. "Ich denke, dass du die perfekte Größe hast." Ein Schnaufen. "Für was? Einen Türstopper?" Dar glitt mit ihren Armen um die kleinere Gestalt ihrer Gefährtin und sie hochhebend rollte sie sie über und platzierte sie ausgebreitet über sich, wobei sie Kerry's Kopf gegen ihre Schulter lehnte. "Dafür." Sie schloss ihre Augen und sie umarmend zog sie die blonde Frau zu sich und spürte wie Kerry's Körper schlaff wurde und sich entspannte. "Siehst du? Passt perfekt." Kerry spürte das plötzliche Verlangen sich in der weichen Haut der größeren Frau zu vergraben und niemals loszulassen. "Ja, aber kannst du noch atmen?" Murmelte sie leise und durch die gleichmäßige Bewegung unter ihr wusste sie die Antwort bereits. "Kein Problem." Versicherte ihr Dar und rieb mit einer Hand zärtlich über Kerry's Rücken. Sie verstummte als sie ein Frieden durchströmte, der sich vollkommen von dem unterschied was sie bisher gekannt hatte. Sie hatte kein Verlangen etwas zu tun, außer mit der blonden Frau hier zu liegen, Berührungen auszutauschen und die erforschenden Küsse zu genießen, die Kerry auf ihrer Brust verteilte. Da gab es kein ruheloses Bedürfnis sich zu bewegen, kein Verlangen aufzustehen und zu gehen... nur eine warmer, sinnlicher Ort, den sie keinesfalls verlassen wollte. Langsam wanderte sie mit ihren Händen an Kerry's Seiten hoch und fuhr an den Rundungen entlang. Kerry seufzte glücklich. Ohne Frage liebte sie es, so aufzuwachen.
"Hier... ich fühl mich wesentlich besser, wenn du etwas Orangensaft trinkst." Bemerkte Kerry und stellte ein Glas des aromatischen Getränkes vor sie. "Das kann ich nicht trinken, Kerry." Klärte sie Dar an ihrem Toast knabbernd auf. "Es ist nicht Florida-Like... das überlassen wir den Touristen und dem Export. Warum glaubst du wohl, das dieses Zeug hier so verdammt teuer ist?" "Dar." Grüne Augen warfen ihr einen amüsiert aufgebrachten Blick zu. "Trink den verdammten Saft." Das brachte ihr ein strahlendes Grinsen ein. "Du bist heute morgen streitlustig." Kommentierte die dunkelhaarige Frau. "Es ist nicht mehr morgen." Stellte Kerry ironisch fest. "Nicht das ich mich beschwere... es hatte eine Weile gedauert, bis ich eingeschlafen war." Dar trank von ihrem Saft und nickte. "Mir ging's ebenso." Gab sie zu, und war überrascht wie ausgeruht sie sich fühlte. "Warum nimmst du nicht eine Dusche, und ich logge mich ein, um zu sehen ob es etwas gibt um das ich mich kümmern muss." Sich zurücklehnend streckte sie sich und spürte wie ihre Schultern knackten. Kerry beugte sich über sie und genoss es, wie straff sich der Baumwollstoff über Dar's Körper spannte. Ihre Lippen fanden die der größeren Frau und dort verweilend schmeckte sie den Zimt von dem Toast, und die Säure des Orangensaftes. Bevor sie es wusste, glitten Dar's Arme um sie und zogen sie auf ihren Schoss, woraufhin ihre Hände zielbewusst unter die dünne Baumwolle schlüpften. Inmitten der Berührungen brachen sie atemlos ab. "Oh Mann." Stöhnte Kerry und lehnte sich mit ihrer Stirn gegen Dar's. "Irgendwie kommen wir heute nicht sehr weit, oder?" Bemerkte sie und während sie Luft holte, wanderten ihre Hände wieder zu der warmen Haut, bei der sie anscheinend den Drang verspürte sie ständig berühren zu müssen. "Entschuldige." Durch müde, halbgeschlossene Augenlider lächelte Dar sie an. "Entschuldige dich nicht... es fühlt sich großartig an." Sie kuschelte sich an Kerry's Hals und knabberte dann zärtlich an ihren, durch den weichen Stoff fein umrissenen Brüsten, und rief damit einen leisen unzusammenhängenden Ton bei der blonden Frau hervor. "Aaahh... ich liebe dieses Geräusch." Schnurrte sie, dann hatte sie Mitleid und hielt ihre Geliebte nur noch in ihren Armen. "In Ordnung... okay... wie haben eine Menge Zeit dem nachzugehen... lass uns erst unsere Arbeiten erledigen." Kerry war kurz davor ihr zu sagen, dass sie die Arbeit vergessen solle, doch dann seufzte sie und erwiderte Dar's Umarmung. "Richtig... in Ordnung... ich wollte duschen gehen." Widerwillig schlängelte sie sich aus Dar's Armen und stand auf. "Bin gleich wieder da." Sie wollte gerade gehen, da bemerkte sie, dass sie von hinten an ihrem Shirt festgehalten wurde. "Hmm?" "Brauchst du etwas Hilfe?" Erkundigte sich Dar und hob eine Augenbraue. "Gut, dass ich für das heiße Wasser nichts zahlen muss, glaube ich zumindest." Seufzte Kerry und hielt ihr grinsend eine Hand hin. "Komm schon." Nun ja, dachte sie sich. Zumindest kommen wir dem Fischladen irgendwie näher.
Sie waren in einem Petsmart und Dar sah sich anerkennend um. Sie mochte Petsmart, weil dort keine Welpen verschachert wurden, es dort eine Vermittlungsstelle für verwaiste Tiere gab, und sie hatten Hundehalsbänder in zweiundfünfzig unterschiedlichen Farben. Sie hatte keine Ahnung warum das wichtig war, außer dass sie es hasste zu etwas gezwungen zu werden, und diese große Auswahl erlaubte es einem herauszusuchen was man haben wollte. Die Leute durften ihre Tiere auch mitnehmen und es war interessant zu sehen, das sich die Leute für gewöhnlich Hunderassen aussuchten, die ihnen glichen. Sie sah, wie Kerry den Gang mit den Aquarien durchsuchte, als eine Frau mit einem Afghanen vorbeiging, die nervöse Art des Hundes passte mit unheimlicher Genauigkeit zu seiner Eigentümerin. Als nächstes kam ein Mann ohne Hals mit einer nicht angezündeten Zigarre, der eine Bulldogge mit sich führte. Es war verblüffend. Dann erspähte sie eine Frau, die mit einem kleinen goldenen Cockerspaniel den Gang mit dem Hundefutter entlang schlenderte. Sie betrachtete den Hund, dann warf sie einen Blick zu ihrer Begleiterin und glitt dann schweigend hinter die Frau. Vor- und zurückschreitend linste Kerry in die Aquarien und versuchte zu entscheiden welche Fische sie sich heraussuchen sollte. "Haben sie Gouramies?" Fragte sie den geduldig wartenden Jungen mit roter Weste, der einen kleinen Behälter mit Wasser und ein Netz in der Hand hielt. "Sicher... hier drüben." Er zeigte zu zwei großen Aquarien auf der rechten Seite. "Da sind ein paar recht große drin." "Mm." Kerry betrachtete die Fische eingehend. "In Ordnung... okay... diesen da." Sie zeigte zu dem Fisch und bemerkte dann, das Dar hinter ihr stand. "Der ist schön, oder?" "Jawohl." Bestätigte Dar und legte ihre Hände nach hinten. "Der dort ist auch nett." Sie zeigte zu einem hellgestreiften Gouramie neben dem Aquariumfilter." "In Ordnung... und diesen da." Kerry lächelte sie an. "Danke..." Sie sah in das Aquarium daneben. "Soll ich wieder Guppys nehmen?" "Sie sind leicht zu halten." Schlug ihr Dar vor. "Goldfische sind auch nett." Die blonde Frau sah sie an, dann blickte sie nach oben. "Oh... hey... Siamesische Kampffische." Sie blinzelte respektvoll zu den grell gefärbten Einzelgängern, die in getrennten Becken gehalten wurden. Es kam ihr eine Idee. "Dar, du solltest dir einen von diesen Fischen zulegen." "Nein." Dar schüttelte ihren Kopf. "Ich halte keine Haustiere." "Das ist kein Haustier." Kerry drehte sich herum und gab sich die größte Mühe sie zu überzeugen. "Sieh es als... eine... ähm... Geschäftsstrategie... du kannst ein Becken auf deinen Schreibtisch stellen." "Kerry, ich halte keine Haustiere. Und ich halte schon gar keine Haustiere auf meinem Schreibtisch." Erwiderte die größere Frau ernst. "Komm schon..." Kerry erspähte ein Doppelbecken. "Oh... nein, dies hier..." Sie holte es herunter. Es war eine clevere Konstruktion mit einem gemeinsamen Versorgungssystem und einer Trennscheibe wodurch sich die Insassen zwar sehen, jedoch nicht miteinander in Berührung kamen. "Sie mal... du kannst dir zwei holen... Dar, ich denke, dass es gut für dich wäre... etwas nettes und entspannendes auf deinem Schreibtisch stehen zu haben, das du betrachten kannst." "Kerry." Dar's Stimme senkte sich bedenklich. "Hör zu... ich werde sie füttern... sie würden sich in deinem Büro einfach hübsch machen.... Du kannst dir einen Blauen und einen Roten kaufen... denk daran wie entspannend es sein würde, sie zu betrachten." Die größere Frau wandte sich an den aufmerksamen Angestellten. "Fressen diese Fische Menschenfleisch?" Die Augen des Jungen traten hervor. " Ähm... ich... sie fressen... ähm... Salzwasser-Garnelen, doch ich glaube... ich meine, wenn sie es ihnen in winzigen Stückchen füttern..." Er schluckte. "Ich meine, wenn sie es malen oder so." Dar wollte ablehnend reagieren, sie wollte es wirklich. Sie hatte keine Zeit für Fische, oder Haustiere, oder... Die grünen Augen blinzelten sie flehend an. Nein, nein... Fische hatten in ihrem Leben keinen Platz... nicht auf diese Art... Ihren Kopf leicht nach oben kippend setzte Kerry ein hoffnungsvolles Lächeln auf. Oh Scheiße. "Na schön." Sie gab auf. "Setzen sie sie in einen Beutel oder so." Sie warf der erfreuten, verschmitzt grinsenden Kerry einen mürrischen Blick zu. "Ich warne dich... ich werde sie letztendlich umbringen. Ich habe kein Glück mit Haustieren." Als sie sich vorstellte wie die Kommentare der restlichen Mitarbeiter ausfallen würden, zuckte sie zusammen. Dann dachte sie darüber nach. Siamesische Kampffische. Sie trommelte mit ihren Fingern gegen ihren Schenkel. Vielleicht war es alles in allen gar nicht so übel. Kommen sie Jose... geben sie mir ihren Finger... oh je... hab ich sie gestochen? Entschuldigung... ich hatte nicht mehr an die Nadel in meiner Hand gedacht... oh, kommen sie her und stecken einfach ihren Finger hier rein und waschen es ab. "Heh heh." "Was ist so komisch?" Erkundigte sich Kerry während sie eifrig dabei war zwei von den größten und hübschesten Kampffischen herauszusuchen. "Ach... nichts." Dar griff sich an ihr Kinn. "Hast du, wenn wir hier fertig sind, Lust etwas zu Mittag zu essen? Ich bin am verhungern." Kerry sah zu ihr, dann sammelte sie ihre ausgewählten Artikel zusammen und machte sich auf den Weg zur Kasse. "Sicher... was schwebt dir vor?" "Ich weiß nicht." Dar kicherte still in sich hinein. "Wie wär's mit ein paar Hamburgern?" "Mm... in Ordnung..." Stimmte die blonde Frau zu. "Hast du an ein paar Garnelen für deine Fische gedacht?" Dar schüttelte die Schachtel. "Klar... weißt du was das in Wirklichkeit ist?" Fragte sie schelmisch. Kerry schielte auf die Schachtel. "Ja... Salzwasser-Garnelen." Sie ging zur Theke und stellte ihre Sachen ab." "Nee... das sind Seepferdchen." Dar nahm ihre Fische und Aquarium an sich, zog ihre Kreditkarte heraus und gab sie der Frau an der Kasse. Da Kerry noch immer auf ihr Futter starrte, nahm Dar die Gelegenheit wahr und machte, die Kassierein anlächelnd, eine kreisende, einbeziehende Bewegung über Kerry's Fische. "Seepferdchen?" Wimmerte Kerry. "Diese niedlichen kleinen Dinger, die Familien haben und Kunststücke machen?" Sie schnappte sich die Futterschachtel. "Dar, du kannst deinen Fischen keine Seepferdchen füttern!!" Dar holte sich die Schachtel zurück. "Doch, das kann ich." Beharrte sie und grinste ihre Begleiterin piratenhaft an. "Ich bin nur froh, dass du mich nicht zu einer Python überredet hast." Kerry starrte sie an. "Was fressen die?" "Häschen." Erzählte ihr Dar, während sie den Beleg nahm und ihn unterschrieb. "Nette kleine, flauschige Häschen." "Iiiiiiigittt!!!!!" Schrie ihre kleinere Begleiterin. Dann wandte sie sich an die Kassiererin. "Stimmt das?" Die Kassiererin nickte betrübt. "Oh ja, Ma'am... und sie fangen beim Schwanz an... das letzte was man sieht, sind ihre zuckenden kleinen Näschen." "Jetzt reicht's." Bemerkte Kerry und schlug mit ihrer Hand auf die Theke. "Ich muss hier raus." Sie sah erwartungsvoll zu der Kassiererin. "Wieviel?" Die Kassiererin blickte zu ihr und dann zu Dar. " Ähm..." Sie räusperte sich. "Ich habe mich darum gekümmert." Bemerkte Dar leise. "Du warst zu sehr mit Schreien beschäftigt." Kerry stemmte ihre Hände auf ihre Hüfte und sah zuerst zu der Kassiererin und dann zu ihrer Chefin. "Das wirst du mir büßen." Warnte sie und schüttelte dann ihren Kopf. "Danke." Fügte sie hinzu und nahm ihre Sachen. "Jetzt... lass uns hier verschwinden, bevor du mir noch erzählst, das man Papageien mit lebenden Mäusen füttert." Herausstapfend ließ sie Dar zurück, die amüsierte Blicke mit der Kassiererin wechselte während sie ihre Sachen zu sich nahm. Recht zufrieden mit sich, schlenderte Dar hinter ihr her. Aus mehreren Gründen.
Als sie bei Kerry's Wohnung ankamen hatte es sich bewölkt, und während sie zur Tür gingen legte Dar ihren Kopf zurück um die Wolken zu betrachten. "Sieht so aus, als ob eine Schlechtwetterfront aufzieht..." Der heftiger werdende Wind wehte durch ihre Haare. "Gut, dass wir nicht draußen auf dem Wasser sind... das hätte unangenehm werden können." "Brrr." Kerry hüpfte auf den Bürgersteig. "Ich muss mich an das warme Wetter hier gewöhnt haben... der Wind ist kühl." Dar konnte sich nur mühsam zurückhalten liebevoll einen Arm um die kleinere Frau zu legen. Jesus, Dar... ermahnte sie sich. Was zum Teufel ist mit der, Fass mich nicht an, Frau geschehen, die du früher mal warst? War eine 1,65 Meter große Blondine mit schönen Augen alles was es brauchte, um dich in ein gewaltiges Häufchen Rührseligkeit zu verwandeln? "Ja." Erwiderte sie einfach. "Nun..." Kerry gab ihren neuen Code ein, öffnete die Tür und trat zurück um Dar eintreten zu lassen. "Ich... ähm..." Plötzlich wollte sie nicht, das Dar nach Hause ging. "Hey... um ein neues Rezept auszuprobieren... habe ich neulich abends einige Sachen eingekauft. Hast du Lust?" Dar dachte daran, wieviel Arbeit sie zu Hause liegen hatte. Arbeitslisten und Projekte um die sie sich kümmern musste... Doch sie konnte die, nicht vollkommen verborgene, Hoffnung in Kerry's Augen sehen und lächelte in sich hinein. "Das würde ich gerne... doch ich muss mich einloggen und um einige Sachen kümmern." Kerry lächelte glücklich. "Der Computer gehört dir... ich werde die Fische einsetzen." Sie zeigte zu ihrem Schreibtisch und ging zum Esszimmertisch um die Pakete dort abzustellen. "Hör zu... ich habe eine Kopie von dem Film X-Files... den könnten wir uns danach anschauen." Dar ließ sich auf dem bequemen Schreibtischstuhl nieder und mit ihren Knöcheln knackend schaltete sie den Computer ein. Zur Abwechslung fühlte es sich gut an, ein Teil in der Planung von jemandem zu sein. "Hmm... das gefällt mir..." Sie wartete bis sich die Verbindung aufgebaut hatte, loggte sich dann ein, und lud ihre E-Mails herunter während sie eine Verbindung auf dem Hauptrechner startete. "Oh... Mist." Sie entdeckte eine dringende Nachricht. "Autsch." Kerry hatte die geschlossenen Beutel mit den Fischen ins Aquarium gelegt, damit sie sich an die Temperatur gewöhnen konnten und ging nun zu Dar hinüber und schielte auf den Monitor. "Was ist los?" "Die verdammte Fluggesellschaft hat versucht ein Backup von den Druckern zu machen... und hat einen Server abgeschossen..." Seufzte Dar. "Ihre gesamten inländischen Drucker sind ausgefallen." "Was bedeutet das?" Erkundigte sich Kerry neugierig. "Hast du jemals an einem Flugschalter eingecheckt?" Fragte Dar während sie durch den Bericht blätterte. "Sicher." Lachte Kerry. "Schon sehr oft... warum?" "Hast du jemals eine Bordkarte gebraucht?" "Ja..." "Hast du jemals Gepäckscheine gebraucht?" "Sicher..." "Hast du all diese Listen gesehen mit denen die Stuarts die Passagiere checken?" "Ähm..." "Hast du jemals ein Ticket am Schalter kaufen müssen?" "Ich hab's kapiert, Dar." Kerry klopfte ihr auf die Schulter. "Was tun sie, wenn sämtliche Drucker ausgefallen sind?" "Sie schreiben alles mit der Hand." Kerry blinzelte. "Oh mein Gott... ich bin froh, dass ich nicht in Newark bin." Dar drehte ihren Kopf und küsste zärtlich die Hand auf ihrer Schulter. "Ich auch... das wird eine lausige Nacht zum Fliegen." Gefühlsdusel. Sie streichelte ihre Wange. "Zudem ist es kurz vor den Feiertagen." "Kannst du irgendetwas tun?" Fragte Kerry während sie das Gefühl ihrer weichen Haut genoss. Wogegen? Fragte sich Dar. Ach... richtig... die Drucker. "Nun ja... es ist ihr Server... wir übertragen nur die Daten." "Haben sie keinen Ersatz?" Erkundigte sich die blonde Frau. "Wo stehen diese Server?" "In Charlotte... sie halten sie über eine Fernverbindung instand." Dar lehnte sich gegen sie zurück. "Haben wir einen passenden, den wir ihnen leihen könnten?" Die dunkelhaarige Frau verschränkte ihre Arme und dachte nach. "Hm... das verdammte Ding ist riesig... ein Quad Pentium II... 128 MB RAM... sie haben ein Raid 5 Array in dem Ding und normalerweise stecken sie einfach das Array in den Ersatzserver, doch sie haben ein Update über dem Primary-Bus ihres Betriebssystem laufen lassen und vorher kein Backup gemacht... und zudem haben sie unterschiedliche Kontrollerkarten. "Keine Kompatibilität?" Fragte Kerry zusammenzuckend. "Nein." Dar schüttelte ihren Kopf. "Sie brauchen eine Kopie ihres bestehenden Servers." Ihre Augen schließend konzentrierte sie sich. "Lass mich nachdenken." Kerry gehorchte und massierte zärtlich ihr Genick. "Als wir an diesem Disney-Projekt gearbeitet haben... war ich der Meinung, das wir dort einige recht große Ressourcen haben... zum Beispiel diesen Alpha Server, in den ich mich eingeklinkt hatte." Dar hob ihren Kopf. "Ich frage mich..." Sie reichte hinüber und tippte eine Anfrage in die Datenbank. "Nein... das sind Dual-Prozessoren... aber... warte einen Augenblick." Sie trommelte mit ihren Fingern auf den Schreibtisch, dann nahm sie ihr Handy vom Gürtel und wählte eine Nummer. "Brent? Hier ist Dar Roberts." Sie sah auf den Monitor. "Hören sie... sie haben doch diesen Ersatzserver, den wir für den Sprint Bericht verwenden... richtig?" "Nun also, ja Ma'am... den haben wir." Antwortete der Mann zögernd. "Wir haben ihn seit einer Ewigkeit nicht mehr benutzt... doch er steht immer noch hier." "Gut... stauben sie ihn ab und bringen ihn in den Server-Raum." Sagte ihm Dar. "Ich erteile ihnen die Berechtigung, ihn vom Netz abzuklemmen." "In Ordnung." Der Mann war mehr als glücklich, dem Auftrag nachkommen zu können. Dar legte auf und wählte erneut eine Nummer. "Isis? Hier ist Dar Roberts. Wenn ich es richtig verstehe, haben sie ein kleines Problem." "Ein kleines Problem?" Erkundigte sich die Frau ungläubig. "Ich habe keinen einzigen funktionierenden Drucker in den Vereinigten Staaten... das ist kein Problem... das ist eine hochgradige Katastrophe, Dar." "Wie lautet die Prognose?" Fragte die Direktorin während sie einen Arm um die lauschende Kerry legte. "Fragen sie lieber nicht... sie versuchen ein Duplikat zu erstellen, doch HP braucht sechs Stunden um die Kontrollerkarte von Washington zum Standort des Servers zu fliegen." Seufzte die Frau. "Was ist ihnen ein einsatzbereites System in zehn Minuten wert?" Bemerkte Dar pathetisch. "Dar, wenn sie mich verulken wollen... dann fliege ich nach Miami und prügle sie windelweich." Erwiderte sie. "Was es mir Wert ist? Meine ewige Dankbarkeit." "Ich habe einen Ersatz-Server in Charlotte bereitstellen lassen... sie brauchen nur ihr Array einzustecken... es ist die gleiche Bauart wie ihr Alter." "Gott segne sie, Dar... Tschüss, Dar..." Ratterte die Frau schnell herunter und legte auf. Dar kicherte und wandte sich dann ihrer Begleiterin zu. "Sehr guter Vorschlag, Kerry... danke." Sie sah sie liebevoll an. "Die reisende Bevölkerung dankt dir." Kerry grinste. "Hey... ich tu mein Bestes." Nachdem sie Dar kurz umarmt hatte, wandte sich wieder den Fischen zu und richtete Dar's Aquarium ein, während Dar fortfuhr ihre E-Mails zu kontrollieren. Als sie das Becken reinigte und frisches Wasser einfüllte, wurde sie von den Kampffischen, die in ihren kleinen Beuteln herumschwammen, argwöhnisch beobachtet und sie winkte ihnen zu. "Denkst du, das dieses Zeug das Wasser aufbereitet?" Erkundigte sie sich und hielt den Behälter mit den Bakterien hoch. "Hm?" Dar drehte sich um und schielte sie an. "Das fragst du mich?" Sie kicherte leise. "Ich nehme an, das es okay ist... der Bursche sagte, das es recht robuste Fische wären." Sie drehte sich wieder um und zögerte kurz, bevor sie die Datei öffnete, die Mark ihr geschickt hatte. Es war ein vollständiger... ein äußerst ausführlicher Bericht über Kyle Lewis. "Wusstest du, dass Kyle bei den Marines unehrenhaft entlassen wurde?" Kerry blickte wiederstrebend auf. "Oh... das hatte ich ganz vergessen... ähm... ja, das wusste ich... darüber war er wirklich sauer... doch ich habe nie erfahren warum. Er sagte nur, dass er reingelegt worden wäre." Sie legte die Abdeckung auf Dar's Aquarium und lächelte die Fische an. "Erledigt..." Die zwei Fische erkundeten argwöhnisch ihr neues Zuhause und schwammen augenblicklich zu der Trennscheibe, wo sie sich gegenseitig im Auge behalten konnten. Kerry wanderte wieder zu Dar hinüber und setzte sich auf die Kante des Schreibtischs. "Jawohl, das ist er." Das von Mark beigefügte Bild zeigte einen gut aussehenden Mann mit scharf geschnittenen Gesichtszügen, silbergrauem Haar und intelligent dreinblickenden haselnussbraunen Augen. Dar blätterte durch seine Akte und ließ ihre Augen zu Kerry's kühlem und ausdruckslosem Gesicht wandern. "Er hatte den Befehl über eine Trainingsübung, die böse geendet hat... sechs Männer sind gestorben, und drei wurden verwundet." Kerry nickte kurz. "Glaubst du, das er als Sündenbock herhalten musste? Das hat er immer behauptet." Sie schüttelte ihren Kopf. "Ich weiß es nicht... laut dieser Akte... scheint es recht eindeutig zu sein. Er befahl der Gruppe in ein Gebiet zu marschieren, das wegen aktiver Sprengübungen gesperrt war."Äußerte Dar leise. "Zwei von den drei Verwundeten wurden die Beine abgerissen." Die blonde Frau erwiderte darauf nichts, und dann sahen beide auf als es an der Tür klopfte. "Erwartest du jemanden?" Erkundigte sich Dar leise. "Colleen ist einkaufen... sie nimmt an, dass ich heute nicht zu Hause bin." Erwiderte Kerry genauso leise, während sie zur Tür ging und durch den Spion sah. Ihre Augen weiteten sich. "Es ist Kyle." Flüsterte sie zu Dar. Ein weiteres Klopfen. Ihr gestikulierend still zu sein, kam Dar an ihre Seite. "Sag ihm, dass du gleich kommst." Flüsterte Dar. Nach Kyle's Anblick hämmerte ihr Herz und Kerry leckte sich über ihre Lippen. "Einen Moment." Rief sie. "Ich komme gleich!" Dar schloss alle Anwendungen auf dem Computer und ergriff Kerry an den Schultern. "In Ordnung... bleib einfach gelassen. Ich versteck mich hinter dieser Tür, und du lässt ihn jetzt rein und tust so, als ob gestern Abend nichts geschehen wäre." Kerry holte tief Luft. "Ich vermute, das schaff ich." Hauchte sie nickend. "Wahrscheinlich ist er gekommen um für seine Rückmeldung eine Bestandsaufnahme zu machen." "Wahrscheinlich... bleib ganz ruhig... ich bin in deiner Nähe. Vertrau mir Kerry... falls er dich anfassen sollte..." Erwiderte Dar ohne ihre Androhung zu Ende zu führen. Die blonde Frau gab ihr einen hauchzarten Kuss. "Meine Heldin." Sagte sie entschlossen. "Okay... versteck dich, damit ich den Schleimball reinlassen kann." Dar's Gegenwart verlieh ihr Mut und während sie zur Haustür schlenderte sah sie zu, wie sich ihre Begleiterin hinter der Badezimmertür verbarg und nachdem sie tief Luft geholt hatte öffnete sie die Tür. Sofort wurde sie von haselnussbraunen Augen in Augenschein genommen, die sie abtasteten, als ob sie ein Rennpferd wäre. Reflexartig versteifte sich Kerry. "Oh... hallo Kyle... dich, hatte ich nicht erwartet." "Das glaub ich dir." Erwiderte er lächelnd. "Darf ich reinkommen?" "Gewiss." Zurücktretend beobachtete Kerry wie er hineinging und bekam dabei einen Hauch von dem ausgeprägten Duft seines Aftershave ab. Wie immer trug er ein makelloses Sakko und die passende Hose dazu. "Was führt dich nach Miami?" "Ach... wie gewöhnlich... dies und jenes für deinen Vater." Sich einmal im Kreis drehend, betrachtete er leicht verwundert den Raum. "Ich dachte, ich komm mal vorbei und schau wie es dir geht." Nun konzentrierten sich seine Augen auf sie. "Du siehst gut aus... hast jedoch ein wenig zugenommen, oder nicht?" Bemerkte er lächelnd. "Deine Mutter wird einen Anfall bekommen." Sich der verborgenen Gegenwart in ihrem Rücken sehr bewusst setzte sich Kerry auf die Couchecke. "Tatsächlich fühle ich mich so gut, wie schon lange nicht mehr... ich glaube, dass ich vorher etwas zu dünn war." Entgegnete sie entschlossen. "Tsss... nicht, wenn es nach deiner Mutter geht..." Bemerkte er kopfschüttelnd. "Du willst sie doch nicht enttäuschen, Kerry... du weißt, wie wichtig ihr das Erscheinungsbild ist." Es war merkwürdig, sinnierte Kerry. Dar gab keinen einzigen Ton von sich, doch sie konnte schwören, das sie hören konnte wie die größere Frau mit ihren Zähnen knirschte. Ihre taten es. "Nun ja, ich vermute, das sie einfach damit leben muss... ich fliege am Mittwoch hin." "Ach ja... ich hörte, das du deiner Mutter sagtest, du hättest die Absicht hier zubleiben..." Kyle sah sich wieder um. "Hübsche Wohnung... ich kann es dir nicht verübeln." Es sah wieder zu ihr. "Doch dir ist klar, dass dies nicht geschehen wird, richtig?" Bemerkte er mit leutseliger, charmanter Stimme. "Kerry, es wird Zeit, das du wieder nach Hause kommst und dich niederlässt... sie haben die Hochzeit für April geplant." Kerry sah ihn direkt an. "Kyle, diese Sache geht nur mich und meine Eltern etwas an." Erklärte sie leise. "Und vermutlich werde ich nächste Woche mit ihnen darüber reden." Unvermittelt, und erschreckend schnell ging er auf sie zu. "Du wirst ein braves Mädchen sein, oder?" Fragte er leise. "Du hast doch nicht etwa vor, deinen Vater zu verärgern, hmm?" Mit dem Gefühl, als ob ihr Leben voller Konzessionen wie ein Laken über ihr lag, musste Kerry schlucken. "Ich hoffe es nicht... doch wie ich bereits sagte, das geht nur mich und sie etwas an." Besonnen sitzen bleibend, verschränkte sie ihre Arme über ihrer Brust. Seine Augen bohrten sich in ihre und Kerry wusste, wenn Dar nicht hier wäre, dann würde sie sich jetzt in großen Schwierigkeiten befinden. Eine Fingerspitze tippte an ihr Kinn. "Sei brav." Warnte er sie leise. "Ich habe nicht gerne mit deinem Vater zu tun, wenn er sauer ist. Das macht mir... Angst." Seinen Augen ausweichend sah Kerry auf, und blickte in ein paar hellblaue Eissplitter, die von einem aufgebrachten Gesicht umrahmt wurden, das so nah war, das es ein Wunder war, dass er sie nicht atmen hörte. "Kyle... geh nach Hause." Sagte sie ruhig. "Ich bin kein Kind mehr, und du bist nicht mein Aufpasser." Er zögerte einen Augenblick und sie konnte seinen Atem spüren. "Nun ja, ich weiß das du nach Hause kommen wirst... dieser Ort ist nicht gut für dich, Kerry." Mit einer überraschend heftigen Bewegung langte er nach vorne, um sie an ihrer Wange zu packen. Er konnte sein Vorhaben nicht beenden, da sein Handgelenk von kräftigen Fingern festgehalten wurde. Langsam drehte er seinen Kopf und seine Augen wurden von den unglaublich blauen Augen einer Fremden gefangengenommen. "Wer zum Teufel sind sie?" Dar lächelte ohne eine Spur Humor. "Eine Freundin." Seine Hand loslassend ging sie einen Schritt näher zu Kerry. "Die es gar nicht gerne sieht, wenn andere Freunde belästigt werden." "Verdammt Lady, ich weiß nicht wer sie sind, aber sie halten sich besser aus meinen Angelegenheiten heraus." Erwiderte Kyle. Er senkte drohend seine Stimme. "Kapiert?" "Wissen sie... mein Vater hatte für Leute wie sie einen Ausdruck." Entgegnete Dar im Plauderton. "Doch sie wollen ihn wahrscheinlich nicht hören." Sie warf ihm einen vergnügten Blick zu, was klarstellte, das sie sich von seiner Drohung keineswegs einschüchtern ließ. Er betrachtete sie eingehend. "Oh... warten sie... sie sind Kerry's... besondere... Freundin?" Bemerkte er höhnisch seinen Mund verziehend. "Nein... ich bin etwas viel schlimmeres." Erwiderte Dar lächelnd. "Ich bin ihre Chefin." Sie reichte ihm ihre Visitenkarte. "Hier... sorgen sie dafür, das sie den Namen richtig buchstabieren." Sie ging einen Schritt auf ihn zu. "Nun... sind sie jetzt mit dem belästigen, tyrannisieren und beleidigen meiner Angestellten fertig?" Kyle wandte seinen Blick auf die Visitenkarte und dann wieder zu ihr. "Sein sie vorsichtig, Ms. Roberts... dies ist eine Familienangelegenheit, und sie sind dabei nicht erwünscht." Ohne mit der Wimper zu zucken erwiderten eisblaue Augen seinen Blick. "Sein sie vorsichtig, Mr. Lewis... sie wären überrascht an welchen Angelegenheiten ich interessiert bin." Entgegnete Dar leise. "Oder was geschieht, wenn ich es tue." Er gab ihr darauf keine Antwort. Stattdessen wandte er sich an die schweigende blonde Frau an Dar's Seite. "Nun... es freut mich immer dich zu sehen, Kerry." Bemerkte er gezwungen lächelnd. "Schön, das du am Mittwoch zu Hause bist... vielleicht können wir dort unser Gespräch fortsetzen." Gegen Dar's Visitenkarte klopfend drehte er sich um und ging zur Tür, riss sie auf und knallte sie hinter sich zu. Einen Moment lang herrschte Schweigen, dann seufzte Kerry. "Nun ja. Das verlief erfreulich." Sie drehte sich um und sah ihre Begleiterin an. "Doch es hätte wesentlich schlimmer sein können... danke." "Widerlicher kleiner Hurensohn..." Fluchte Dar angeekelt. "Kleines Stück..." Sie atmete aus. "Was für ein riesiges Arschloch." Kerry lehnte sich an sie. "Ja." Seufzte sie. "Das ist er mit Sicherheit... dieses bevorstehende Wochenende wird kein Zuckerschlecken." Einen Augenblick dachte sie daran nicht zu gehen, und war erschrocken wie verführerisch dieser Gedanke war. "Ich würde lieber hier, Truthahn-Roulade auf Weißbrot essen und diesen Festredenmarathon im Kabel-TV ansehen. "Nun." Dar küsste ihre Stirn. "Wenn du dich dazu entschließen solltest... dann lass es mich wissen... ich komm dann vorbei und wir essen die Truthahn-Roulade zusammen... okay?" Die kleinere Frau schlang ihre Arme um sie. "Du hast keine Ahnung wie verlockend das ist... doch ich muss dorthin... ich muss das hinter mich bringen." Seufzte sie. "Und ihnen sagen, dass ich an Weihnachten nicht kommen werde." Dar erwiderte die Umarmung. "Ich werde im Geiste bei dir sein, das weißt du doch, oder?" Kerry sah zu ihr auf. "Das weiß ich." Murmelte sie erstaunt. "Es... hilft... ansonsten hätte ich ihm nie so gegenübertreten können." Die dunkelhaarige Frau strich ihr zärtlich die Haare aus der Stirn. "Das hast du großartig gemacht." Erklärte sie Kerry. "Er wollte dich provozieren." "Mm." Kerry legte ihren Kopf gegen Dar's Schulter. Und das hat er auch getan... es war nur so, als ob eine, von Wärme erfüllte Barriere zwischen ihr und seinen Worten lag, die sogar die gemeinsten Worte nicht durchdringen konnten. "Überall muss er seine Finger drin haben." Sich eine Strategie ausdenkend sah Dar über ihre Schulter. "Vielleicht ist es an der Zeit sich ein weinig bei ihm einzumischen." Bemerkte sie. "Auf geht's... ärgern wir ihn ein wenig." Sie führte Kerry zum Schreibtisch und setzte sich hin. "Hat er eine bevorzugte Fluggesellschaft?" "Delta, aber..." Kerry schielte auf den Monitor als Dar eine Verbindung aktivierte. "Delta... heute... von hier nach DC... sein Name... aha." Sie tippte einen Befehl ein und öffnete einen weiteren Bildschirm. "Da haben wir's... da ist seine Flugreservierung für den Rückflug." Sie blickte schelmisch zu Kerry. "Weißt du, was man damit machen kann?" Ein Schütteln des blonden Kopfes. "Das hier." Dar tippte sechs Buchstaben ein und der Bildschirm war dunkel. "Puff. Nun hat er keine Flugreservierung mehr." Sie lächelte den Bildschirm an. "Willkommen im Informationszeitalter, Mr. Lewis." Kerry hielt sich ihre Augen zu.
~~~ ENDE - Kapitel 12 ~~~
Wie es weiter geht könnt ihr in Kapitel 13 lesen.
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