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A Present Under The Tree - Kapitel 2 |
A Present Under The Tree Kapitel 2
Während sie langsam aufwachte drangen leise Töne von Weihnachtsmusik in Dar's dösenden Verstand und verschlafen erkannte sie das Lied als Oh Tannenbaum. Was ihr noch bewusst wurde, war der Duft von Pfannkuchen und Plätzchen. "Mm." Ihre Augen öffnend bemerkte sie Kerry's auffallende Abwesenheit, dass die köstlichen Gerüche erklärte die ihren Magen nun knurren ließen. Sich auf die Seite rollend räkelte sie sich, streckte ihre Arme aus und gähnte, während die morgendliche Sonne durch die Jalousien linste und Streifen auf ihren nackten Körper zeichnete. An ihrem Körper herunterblickend fuhr sie träge mit einem Finger über ihre wiedererstarkten Bauchmuskeln. Das Training mit Ken, und das viele Schwimmen, Tauchen und Klettern mit Kerry hatte eine unbeabsichtigte Nebenwirkung, doch darüber beklagte sie sich nun wirklich nicht. Tief Luft holend drang der angenehme Geruch des Tannenbaums im Wohnzimmer an ihre Nase, was sie an die vielen, schön verpackten Geschenke unter ihm erinnerte. Gott, was für einen riesigen Spaß es ihr gemacht hatte Kerry's einzupacken… seit Jahren hatte sie nicht mehr mit Rauschgold und Geschenkbändern gespielt, und sie hatte sich bei diesen kleinen farbenprächtigen Löckchen und Schleifchen geradezu verkünstelt. Grinsend erhob sie sich vom Wasserbett, schlenderte zum Kleiderschrank und zog ein T-Shirt und ihre Flanellboxers an. Nach einem kurzen Gang zum Badezimmer, um sich die Zähne zu putzen und ein wenig Wasser ins Gesicht zu spritzen, streckte sie ihren Kopf ins Wohnzimmer und hörte ein leises Summen in der Nähe. Dem Geräusch folgend endete sie in der Küche neben Kerry, die ihr Lieblings-Tweetyschlafshirt an hatte und mit zurückgeschoben Haaren eifrig dabei war Pfannkuchen zu wenden. "Guten Morgen." Begrüßte Dar sie lächelnd, wobei sie es schwer fand sich vorzustellen, wie es vor nur zwei Monaten war, wo alles was sie beim Aufstehen vorgefunden hätte, nur völlige Stille und sterile Einsamkeit gewesen wäre. Kerry lehnte sich gegen sie zurück, kippte ihren Kopf zurück und erwiderte ihr Lächeln. "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag." Sie küsste Dar zärtlich. "Fröhliche Weihnacht." Dar blickte über ihre Schulter auf das Backblech. "Ist das mein Geschenk? In dem Fall habe ich jede Woche Geburtstag." "Pfannkuchen mit Schokostreuseln, Eier Benedict, Brötchen, und diese schrecklich pappige Paste, von der du einfach nicht lassen kannst." Bestätigte Kerry. "Es ist fast fertig… geh auf die Veranda und lass es mich rausbringen." Sie hatte erst vor kurzem eine Diskussion verloren, in der sie darauf bestand Dar das Frühstück ans Bett zu bringen, war dann aber von der größeren Frau durch eine Demonstration davon überzeugt worden, dass es unmöglich sei in einem Wasserbett zu essen. "Grütze." Erwiderte Dar an ihrem Ohr knabbernd. "Keine pappige Paste… du musst nur genug dazugeben, damit etwas Geschmack dazukommt." Protestierte sie. "Das ist das gleiche wie mit Kartoffeln… sie sind die ideale Grundlage für Butter, Salz und Ahornsirup." "Klar." Kerry gab ihr einen Schubs. "Vorwärts… hier, nehm etwas Kaffee mit… ich hab ihn gerade in die Kanne gefüllt." Dar nahm die Kanne, zwei Tassen und schlenderte auf die Veranda, welche vom Sonnenlicht und einer erfrischenden, kühlen Brise aus Nordosten durchflutet war. Es war gerade frisch genug, das die Sonne ihre Haut erwärmte, sich hinsetzend legte Dar ihre nackten Füße auf das steinerne Geländer und betrachtete das blaue Wasser, das sich vor dem Horizont ausbreitete. Auf der Suche nach einer leckeren Mahlzeit stieg über dem Strand eine Möwe mit ausgebreiteten schmalen Flügeln auf. Die Brise zerzauste Dar's Haare, und sie lächelte in reiner animalischer Zufriedenheit über die Schönheit des Tages und wie gut es sie fühlen ließ. Die Schiebetür öffnete sich und Kerry manövrierte mit einem großen Tablett zum Tisch, setzte es ab und schaute lächelnd auf das Wasser hinaus. "Boah … was für ein schöner Tag." "Oh ja." Stimmte ihre dunkelhaarige Begleiterin prompt zu. "Bist du dir mit dieser Schneesache sicher?" Kerry schob eine Strähne hinter ihr Ohr und goss puren Orangensaft in zwei Gläser. "Nun…" Sie reicht ein Glas ihrer Geliebten. "Ich fange an, über Alternativen nachzudenken." Sie teilten sich das Frühstück, außer dass sich Kerry, trotzt Dar's hartnäckigen Überredungsversuchen, weigerte die Grütze zu berühren. "Tut mir leid… entschuldige… ich kann einfach nicht Dar… das sieht zu schrecklich aus." Lehnte sie lachend ab und nahm sich stattdessen eine weitere Portion von den Eiern. "Lass mich bitte bei meiner Sauce Hollandaise." "Du könntest das auf die Grütze tun." Konterte Dar unverdrossen. "Nein." Lehnte Kerry mit ihrer Gabel winkend ab. "Wie wär's, wenn ich Schokolade drauf tu?" "NEIN… igitt… sieh mal, ich zwing dich doch auch nicht Brokkoli zu essen, oder?" Beklagte sich Kerry. "Doch, das tust du." Erwiderte Dar. "Tatsache ist, dass du ihn letzte Woche in die Suppe geschmuggelt hast, und dachtest ich würde es nicht merken." Die Blonde grinste. "Oha." Rief sie aus. "Okay… einen winzigen Bissen." Dar häufte eine Gabel mit der Frühstückszeralie und platzierte ihn, begleitet von einem frechen Kichern, auf die Zunge ihrer Begleiterin. Kerry kostete die Substanz und hielt dann nachdenklich inne. "Dar, alles was ich schmecken kann ist Butter, Salz und Ahornsirup." "Richtig, Danke." Bemerkte Dar lächelnd. "Also, was ist mit diesen Dingen nicht in Ordnung?" "Nichts." Kerry beugte sich hinüber und nahm eine weitere Gabel. "Teile mit mir." Nach dem Frühstück schlenderten sie nach drinnen und ließen sich im Wohnzimmer nieder, wo der Baum friedlich in einer Ecke stand, und mit seinen funkelnden weißen Lichtern und den glitzernden Ornamenten dem Raum eine viel lebendigere Atmosphäre gab. Kerry streckte sich auf der Couch aus und benutzte Dar's Schoss als Kopfkissen während diese eine neue CD mit Weihnachtsmusik startete. "Das ist ein riesiger Unterschied." Bemerkte die blonde Frau, träge mit einem Daumen über Dar's Haut streichelnd. "Bei meinen Eltern zuhause war das Erste am Weihnachtsmorgen, das sich die ganze Familie im Wohnzimmer niederließ und mein Vater die Verteilung der Geschenke leitete." Dar tätschelte liebevoll ihren Arm, sagte aber nichts. Kerry hatte seit dem Erntedankfest einmal mit ihrer Familie einige Minuten lang voller Wut und bitterer Konfrontation gesprochen, nach dem Gespräch hatte die blonde Frau gezittert, war aber entschlossen ihren Part dazu beizutragen die Taten ihres Vater zu enthüllen. Sie wusste, dass es kein zurück mehr gab, und Kerry akzeptierte traurig die Entfremdung, doch Dar wusste, dass durch die angeborene Liebe für ihre Familie, es für ihre Geliebte dennoch sehr hart war, trotz allem was geschehen war. Und es war noch nicht vorbei – Kerry wurde gefragt, ob sie nach Neujahr bei der Untersuchung aussagen würde, und das war etwas über das sie gar nicht glücklich war. Ihr Part bei der Veröffentlichung der Informationen war der Öffentlichkeit nicht bekannt, doch es gab Fragen bezüglich ihres Vorteils bei den Verbrechen ihres Vaters. "Wir… hatten nie eine echte Tradition." Sagte Dar leise. "Es war… einfach das was angesagt war an dem Ort wo wir uns gerade aufhielten… Dad hatte immer ein Geschenk für mich, doch wir hatten selten eine Weihnachtsdekoration, oder einen Baum…" Sie blickte zu dem farbenprächtigen Baum, der sie auf eine sonderbare Weise ansprach. "Wirklich schade… sie sind irgendwie schön." "Oh ja." Erwiderte Kerry leicht lächelnd. "Also… willst du die Sachen jetzt auspacken, oder erst später?" Dar grinste wie ein kleines Kind. "Ich denke, dass beantwortet die Frage." Lachte die blonde Frau, ihre Arme über ihrem Bauch verschränkend und zu Dar hochblickend. "Außerdem müssen wir etwas Platz freiräumen… ich hab da so ein Gefühl, dass während der Party einige Sachen dazukommen könnten." Bemerkte sie mit funkelnden Augen. "Urgh." Stöhnte Dar und zuckte zusammen. "In Ordnung, wenn ich es tun muss…" Sie kitzelte Kerry's Rippen durch den Baumwollstoff ihres T-Shirts. "Auf geht's… lass uns anfangen." Sie ließen sich zwischen den kleinen Stapeln von eingewickeltem Päckchen vor dem Baum nieder. "Ich denke, dass wir es ein bisschen übertrieben haben." Bemerkte Dar trocken, während sie die Päckchen betrachtete. "Wenn man bedenkt, dass nur wir beide hier sind." Kerry rieb sich ihre Nase. "Nun ja… vielleicht… klar… aber…" Sie hielt inne und holte Luft. "Ich hatte dieses Jahr nicht sehr viele Leute für die ich einkaufen ging, somit vermute ich… dass ich es mit dir wieder wettgemacht habe." Dar blickte hinunter und zupfte an dem Saum ihres T-Shirts herum. "Also… was ist meine Ausrede?" Erwiderte sie leise, wobei sie nicht an das eine, winzige Päckchen dachte, das noch in ihrer Kommode versteckt lag, unsicher ob sie schon bereit dafür waren. Unsicher, ob sie das jemals würden, und war über sich selbst erschrocken als sie damit Mayors Laden verlassen hatte. "Bis jetzt verlief mein Weihnachten für gewöhnlich mit einem Schokocroissant, Videos auf VH1 ansehen und am Strand joggen." "Ich weiß nicht…" Kerry schob ihr Haar zurück. "Vielleicht können wir ein paar neue Traditionen einführen… Für mich waren die Weihnachtseinkäufe immer irgendwie lästig, besonders für meine Eltern, doch bei denen für dich war es anders." "Oh ja." Bemerkte die dunkelhaarige Frau, schwach lächelnd, während sie auf den Fliessenboden blickte auf dem sie saßen. "Als ich letzte Woche das Einkaufszentrum verlassen hatte, konnte ich nicht glauben wie viele Sachen ich hatte." Sie schaute auf. "Fühlst du dich dadurch unbehaglich?" Sie wusste wie sehr Kerry auf ihre Unabhängigkeit bestand und darauf beharrte all ihre Kosten zu teilen, egal wie oft Dar ihr erzählte, das sie mehr Geld hatte als sie ausgeben konnte. "Nun ja…" Kerry spähte über den riesigen Berg von Päckchen. "Ich würde wahrscheinlich ausflippen wenn du mir ein Pony oder ähnliches gekauft hättest… doch ich denke, dass ich das hier überleben werde." Erwiderte sie, bezaubernd ihre Begleiterin angrinsend. "Außerdem… glaube ich, dass ich mit dir Schritt gehalten habe… aber ich denke dass du weißt, dass wenn du mir eine Packung Papiertaschentücher zu Weihnachten geschenkt hättest, ich darüber glücklich gewesen wäre." Sie beugte sich hinüber und verschränkte ihre Finger mit Dar's. "Du bist das einzige Geschenk, das mir wirklich etwas bedeutet." Dar lächelte. "Gleichfalls." Sie blickte sich um. "Doch wir öffnen jetzt besser die Sachen." Sie drückte Kerry's Hand. "Hey… um zehn läuft die Disney Parade… lass es mich anschalten." Kerry lachte und begann die Päckchen zu sortieren, als ihr Handy klingelte. "Oh Mist…" Sie blickte sich um. "Kannst du es mir herüberreichen?" Sie hatte es so eingerichtet, dass die Telefonnummer von ihrer Wohnung auf ihr Handy weitergeleitet wurde, und als Dar es ihr nun reichte klappte sie es auf. "Hallo?" "Fröhliche Weihnachten, Chica." Erschallte Colleen's fröhliche Stimme. "Ich wusste, dass ich dich vor der Party hier nicht sehen würde, also dachte ich, ich rufe an." Kerry lächelte. "Danke… dir auch Fröhliche Weihnachten, Col… wie war es gestern Abend bei deiner Mom?" Colleen's Familie öffnete ihre Geschenke an Heiligabend, bevor sie alle geschlossen zur Mitternachtsmesse gingen. "Oh mein Gott…" Stöhnte Colleen. "Ich brauche einen Lastwagen um all das Zeug hierher zu bekommen… meine Mutter, gesegnet sei ihr kleines irisches Herz, ist dieses Jahr durchgedreht und hat mir alles von neuen Handtüchern bis zur Unterwäsche geschenkt." "Hey… das ist so süß." Lachte die blonde Frau. "Sind all deine Brüder und Schwestern erschienen?" "Oh ja… es war ein richtiger irischer Zirkus, eins kann ich dir sagen, die Schmeicheleinen flogen nur so durch den Raum… wir hatten eine großartige Zeit, außer dass sich meine Brüder wie gewöhnlich prügeln mussten und es damit endete, dass Mike nach der Messe in die Notaufnahme musste, um sich seine Lippe nähen zu lassen. "Herrje." Kerry verzog ihr Gesicht. "Wie war Dein Abend?" Erkundigte sich Colleen. "Also, wir haben gestern tagsüber getaucht… danach haben wir den Ozean überblickend zu Abend gegessen und gingen dann zu einem Gottesdienst hier am Strand… es war richtig schön." Erzählte ihr Kerry, beobachtend wie Dar, während sie wartete, an einer Ecke des Geschenkpapieres zupfte. "Wir sind gerade mit dem Frühstück fertig und sind dabei uns ins Geschenkeauspacken zu stürzen." "Ich tausche mit dir." Seufzte Colleen. "Ich habe mir den ganzen Abend von meinen Tanten und Onkeln anhören müssen, wie es in den guten alten Zeiten war, und wann ich endlich heiraten würde, und wie pummelig ich bin." Interessante Perspektive, dachte Kerry. "Komisch… das ist genau das was ich an deiner Stelle auch tun würde." Erwiderte sie. "Kein Tausch." Sie sah wie ein kleines fast schüchternes Lächeln Dar's Gesicht verzog, als diese die Fetzen der Unterhaltung zusammensetzte. "Also, wann kommst hierher?" "Nuuun… du sagtest das die Party um sieben anfängt… doch ich dachte, dass wenn ich etwas früher erscheine, du mich ein wenig herumführst, ja?" Blödelte Colleen. "Ich will etwas von eurem berühmten Fantasy-Island sehen." "Alles klar!" Lachte Kerry. "Bis später." Sie legte auf und klappte leise kichernd das Handy zusammen, dann blickte sie zu ihrer Begleiterin auf. "Sie ist eine echte Frohnatur." Dar lächelte. "Ja… sie scheint sehr nett zu sein… obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass sie mir gegenüber bedenken hat." Sie reichte Kerry ein Päckchen. Kerry nahm es. "Treibt dich diese Invasion langsam in den Wahnsinn?" Vorsichtig entfernte sie die Schleife von dem Geschenkband und legte sie zur Seite, dann begann sie den Klebestreifen an einem Ende des Päckchens zu lösen. "Übrigens… Colleen mag dich… sie brauchte nur ein bisschen mit deinem Ruf zurechtzukommen." "Du kannst das einfach aufreißen." Bemerkte Dar, sie beobachtend. "Und… nein, ich komme mit der Party zurecht. Ich bin ein großes Mädchen." Geduldig entfernte Kerry das Geschenkpapier und legte es zur Seite, zum Vorschein kam eine große Schachtel aus goldener Folie. "Ich zerreiße niemals das Geschenkpapier." Informierte sie ihre Begleiterin entschlossen. "Nun mach schon und öffne eins deiner Päckchen, damit ich mich nicht so verlegen fühle." Sie blickte zu Dar bis die dunkelhaarige Frau ihre Augen verrollte und ein Päckchen nahm, dann hob sie den Deckel von ihrem und lugte hinein. "Oohhh." Eine herrlich bestickte Bluse blickte auf sie zurück. Sie beschlich das Gefühl, dass dies ein sehr interessanter Morgen werden würde. Sie waren halb durch, eine Ansammlung von Kleidung und verschiedenen Zubehörteilen für den Computer enthüllend, als ihr Handy wieder klingelte. Sie nahm es, als sie gerade eine Schachtel mit herrlich duftenden Badeperlen und Ölen öffnete und drückte die Sprechtaste. "Hallo?" "Kerry?" Die Stimme klang angespannt. "Angela?" Sie legte die Schachtel beiseite und konzentrierte sich auf das Gespräch. "Bist du das?" "Ja…" Seufzte ihre Schwester. "Michael ist auch hier… wir sind in einer etwas blöden Lage." Kerry blickte zu Dar, die, den Namen ihrer Schwester hörend, den Kopf aufmerksam aufgerichtet hatte. "Was ist los?" "Nun…" Angela räusperte sich. "Es ist hier… irgendwie nicht sehr schön dieses Jahr… Ich bin mir sicher, dass du dir das vorstellen kannst." "Das tut mir Leid." Erwiderte Kerry leise. "Nein… tu das nicht… ich meine…" Ihre Schwester zögerte. "Du hast getan was du tun musstest, verstehst du? Aber trotzdem… alles was wir in den letzten beiden Tagen zu hören bekamen war, wie du unser Leben ruiniert hast… und irgendwie hatten Michael und ich heute Morgen genug davon." Kerry spürte wie warme Arme sie umschlungen, und sie lehnte sich gegen Dar's beruhigende Anwesenheit zurück. "Angela, es tut mir Leid… ich weiß, in was für eine unangenehme Lage ich euch beide gebracht habe… ich…" "Nein… hör auf damit." Angela's Stimme war ein wenig verschwommen zu hören und kam dann wieder zurück. "Michael sagt, dass du es nicht wagen sollst, dir die Schuld dafür zuzuweisen… du hast nichts von dem getan was er getan hat, und es ist seine Schuld, nicht deine." Sie räusperte sich erneut. "Jedenfalls… haben wir heute morgen darüber geredet… wessen Schuld es war und so, es war seine, und er ist ausgerastet." Kerry holte Luft. "Ausgerastet?" "Oh ja… er hat uns aus dem Haus geworfen." Antwortete Angela, schwach lachend. "Richard ist auf Geschäftsreise… Sally ist bei seiner Mutter, weil ich nicht wollte, dass sie an Weihnachten diese giftige Atmosphäre mitbekommt… sie ist zu jung dafür und würde es nicht verstehen." "Oh Mann." Kerry spürte wie der Halt um sie fester wurde und sie verzog ihre Lippen. "Nun, du kannst auf jeden Fall dort hingehen, richtig?" "Ähm… tatsächlich…" Angela's Stimme verschwamm wieder und Kerry konnte im Hintergrund eine Lautsprecherstimme hören. "Nun ja … Michael hatte diese verrückte Idee… und bevor ich ihn stoppen konnte, hatte er sie schon in die Tat umgesetzt… also sind wir… ähm…" Ein leises Lachen. "Gerade dabei in ein Flugzeug nach Miami einzusteigen… um stattdessen ein wenig Zeit mit unserer Lieblingsschwester zu verbringen." Für einen Augenblick war sie sprachlos. "Angela, das ist verrückt." Keuchte Kerry schließlich. "Jaaa… ich weiß… aber wir steigen gleich ins Flugzeug… ich hoffe es kommt dir nicht ungelegen." Lachte ihre Schwester. "Ehrlich, wir möchten dich sehen… wir haben Rückflugtickets für morgen… es war leichter als ich dachte, weil heute praktisch keiner fliegt." "Nein… es ist in Ordnung." Versicherte ihr Kerry. "Wir haben heute eine große Party hier… es ist toll euch beide dabeizuhaben… ich werde kommen und euch abholen… wir können ein wenig Zeit zusammen verbringen bevor die…" Sie blickte hilflos zu Dar. Die dunkelhaarige Frau grinste nur. "Ich liebe Spontanität." Sagte sie gelassen, im Geheimen sehr froh, dass Kerry zumindest einen Teil ihrer Familie sehen konnte. "Je mehr desto lustiger." "Großartig… wir müssen los." Angela klang nun sehr viel fröhlicher. "Ich seh' dich in ein paar Stunden." Sie legte auf und Kerry atmete schwer aus. "Nun, das war eine Überraschung." Dar kicherte leise. "Komm schon… wir werden besser mit dem Öffnen der Sachen fertig." Sie hatte sich halb herumgedreht und bekam einen mürrischen Gesichtsausdruck, als ihr eigenes Handy klingelte. "Hallo?" "Fröhliche Weihnachten, Dar!" Dröhnte Gerald Easton's Stimme durch die Leitung. "Ich hoffe du hast das kleine Päckchen, das ich dir geschickt habe, bekommen." Dar hielt das Telefon ein wenig von ihrem Ohr weg. "Oh ja… und ich hoffe meins kam bei euch heil und pünktlich an." "Es liegt unterm Baum, meine Freundin… wir fangen mit dem Öffnen an, und ich dachte ich ruf dich an, um dir ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen… oh, mach halblang, reiß mir das verdammte Ding nicht aus den Händen, du…" "Hey Dar!" "Fröhliche Weihnachten, Jack." Erwiderte Dar lächelnd. "Wie ich sehe, hast du Heimaturlaub bekommen." "Oh ja, einen verflixten Tag…" Schnaubte der Pilot. "Wie geht es dir? - Wie geht's Kerry?" "Fein und fein, Danke." Versicherte ihm die dunkelhaarige Frau. "Und dir?" Ein kaum merkliches Zögern. "Geschäftig… hektisch… das Übliche." Antwortete Jack. "Hey… Alabaster sagt Hallo und möchte wissen, ob sie dir auch ein Geschenk schicken darf?" Kerry schielte über ihre Schulter blickend zu ihr. "Alabaster?" "Gerry's Labrador." Flüsterte Dar. "Sie hat Welpen." "Ooooooooh…" Quiekte Kerry. "Oh Dar… das sind SO niedliche Welpen… hast du sie sehen können?" Dar betrachtete sie mit einem feierlichen Zwinkern. "Tatsächlich krabbelten elf Stück auf mir herum." Versicherte sie ihrer Geliebten. "Jaaa." Sprach sie schließlich ins Telefon. "Entschuldige, was war das Jack?" Sein Stimme war kaum zu hören. "Oh… nichts." Erwiderte Jack unschuldig. "Also… wie ist das Wetter?" "Gut… warum?" Erkundigte sich Dar misstrauisch. "Einfach Neugierde… auf meinem Rückflug heute Abend muss ich über Homestead fliegen… ich dachte, das ich vielleicht einen Halt machen, bei dir vorbeikommen und Hallo sagen könnte." Entgegnete Jack fröhlich. Diese Party entwickelte sich rasend schnell auf die Größe eines Eröffnungsballes, grübelte Dar. "Klar… warum nicht… wir haben hier ein Stelldichein… ich werde deinen Namen auf die Liste setzen." "Großartig… bis dann!" Antwortete Jack mit einem deutlich hörbaren Grinsen in seiner Stimme, während er das Telefon zurückgab. "Nun, das ist wunderbar." Erklang Gerald's Stimme zufrieden. "Ihr zwei kommt so gut miteinander aus." Dar seufzte innerlich. "Jaja, sicher tun wir das… hör zu, sag Mom Fröhliche Weihnachten von mir… und ich hoffe, dass euch die Geschenke gefallen." "Mach dir keine Sorgen, Hosenscheißer… die Sachen, die du schickst, sind immer gut." Kicherte Gerald. "Bis dann." Er legte auf und Dar ließ das Handy auf ihr Knie fallen. "Hosenscheißer?" Bemerkte Kerry mit einem spitzbübischen Grinsen. "Hör bloß auf." Warnte Dar scherzhaft. "Er nennt mich so, seit ich zwölf war." "Hosenscheißer… das ist so süß." Sie lehnte ihren Kopf gegen Dar's Arm. "Er ist nett." "Das ist er… er versucht mir eine Familie zu sein." Erwiderte Dar leise. "Seine Frau ist sehr süß… und eine fantastische Köchin… was mich an etwas erinnert." Nun hob sich eine dunkle Augenbraue. "Ich hörte, dass ich einen Spion in meinem Lager habe." Grüne Augen blinzelten. "Ups… hey, du dankst mir besser, weil du ansonsten zum Erntedankfest hättest Rosenkohl mampfen müssen." Dar lehnte sich hinüber und küsste sie. "Danke." Murmelte sie freimütig. "Dafür, dass du in mein Leben gekommen bist und es zum besseren verwandelt hast." Das hatte Kerry nicht erwartet, sie musste schlucken und brauchte eine Minute um wieder Luft zu bekommen, bevor sie antworten konnte. "Das hab ich getan?" Sprach sie. "Komisch… und ich dachte, dass du das für mich getan hast." Sie küssten sich wieder, dann schob Dar die Geschenke, die um sie herumlagen, vorsichtig zur Seite, rutsche näher heran und zog Kerry auf ihren Schoß, damit sie sich ihr besser widmen konnte. "Verdammt." Sie blickte nach oben. "Ich hab vergessen den Mistelzweig aufzuhängen." Kerry erforschte ihre Lippen. "Ich denke, dass wäre zu viel des Guten." Bemerkte sie leise, eine Hand an Dar's Seite legend und zu der warmen Haut unter den weichen Stoff ihrer Bluse schlüpfend. Ihre Finger fuhren vertrauten Rundungen nach und kitzelte Dar's Nabel, was die größere Frau gedämpft lachen lies. "Das war vielleicht ein Monat, was?" Dar nickte, während sie sie liebevoll wiegte. "Ist es… ähm…" Ein Schulterzucken. "In Ordnung für dich?" Sie hielt ihre Stimme unbeschwert und beiläufig. Doch der Herzschlag unter ihrem Ohr erhöhte sich und Kerry zuckte innerlich zusammen, als ihr klar wurde, dass es noch lange dauern würde bis Dar ihre innersten Unsicherheiten verlieren würde. "Ja, abgesehen von einer Sache." Antwortete Kerry verschmitzt zu ihr hochblickend. Dunkle Wimpern blinzelten. "Was für eine Sache?" Kerry kratzte sich an der Nase. "Ähm… diese Dienstag und Donnerstag Sache… ich…, nun ich werde echt deprimiert, wenn ich aufwache und mir klar wird, dass ich dich in dieser Nacht nicht sehen werde." Dar's Augen begannen zu strahlen. "Wirklich?" Sie verzog ihr Gesicht zu einem Lächeln. "Nun ja, das könnten wir ändern." Erwiderte sie scharfsinnig. "Eine Fahrgemeinschaft wäre wesentlich kostengünstiger… wir könnten uns abwechseln, einfach um die Leute zu verwirren." Kerry nickte bedächtig. "Das könnten wir tun." Dar griff nach oben in den Baum, zog etwas von ihm herunter und betrachtete es, bevor sie es ihrer blonden Begleiterin reichte. "Was ist das?" Kerry schielte auf das durchsichtige Teil aus Plastik. "Dein Anwohnerausweis." Bekannte die Geschäftsführerin. "Wenn du nicht hier warst, bin auch ich irgendwie verrückt geworden." "Also… demnach treibe ich dich dann nicht in den Wahnsinn?" "Nee." "Gut." Seufzte Kerry erleichtert, ihren Kopf an Dar's Schulter lehnend. "Weil ich dich so sehr liebe, dass es beinahe verboten ist." Gestand sie leise ein. "Ich frage mich, ob es für jeden so ist." "Ich weiß nicht." Dar bemerkte wie es ihr schwer fiel zu schlucken. "Doch es war niemals so gewesen wie jetzt… zudem bezweifel ich, dass es jemals wieder so sein wird, also hoffe ich, dass dies eine lange Zeit andauert." Das war mehr als sie jemals vorhatte zuzugestehen, und nun konnte sie nur warten eine Antwort auf eine Frage zu hören, die sie selbst zu stellen nicht in der Lage war. "Mm… ich hasse dir das zu sagen, Dar…" Kerry's Augen nahmen einen sanften Ausdruck an. "Doch als ich… ähm… ich glaube acht war, beschloss ich, dass wenn ich mich jemals verlieben würde, dann wäre es eine von diesen für immer und ewig Dingen." Sie holte Luft, als sie spürte das Dar die Luft anhielt. "Ich weiß, das klingt echt… ähm…" "Perfekt." Platze Dar heraus. "Es klingt… ausgezeichnet… für immer und ewig… ist für mich vollkommen in Ordnung." Für immer. Etwas im Innern Kerry's lächelte zufrieden. "Ich denke, dass das somit geklärt ist." Erwiderte sie, sich glücklich in Dar's Arme kuschelnd. Willkommen zu Hause. Kerry blickte hoch. "Hast du etwas gesagt?" Die blauen Augen schienen eine Nuance dunkler zu werden und zeigten einen Hauch von Vergnügtheit. "Nichts was du nicht schon vorher gehört hättest… einfach, dass ich dich liebe." Kerry's Brauen zogen sich zusammen. "Ich dachte…" Dann zog sie an ihrem Ohr. "Hörte etwas… ich liebe dich auch."
Die Sonne ließ Kerry blinzeln, als sie westwärts auf die Dammstraße abbog und Richtung Flughafen fuhr. Sie schnappte sich ihre Sonnenbrille aus dem Handschuhfach des Mustang's, setzte sie auf und war erleichtert nicht mehr dem grellen Sonnenlicht ausgesetzt zu sein. Eine CD mit Weihnachtsmusik spielte fröhlich in ihrem CD-Player und sie summte mit, während sie auf die I395 fuhr und an der 836 zum Flughafen abbog. Der Verkehr war überraschend schwach, und sie dachte, dass sie eine Zeit erwischt hatte, in der alle entweder das große Weihnachtsessen hinter sich hatten und sich nun komatös das Footballspiel ansahen, oder denen, die gerade beim Essen waren und noch letzte Vorbereitungen trafen. Jene Leute die sich weigerten den ganzen Tag zusammen zu verbringen waren wahrscheinlich am Strand, da alles außer Walgreens geschlossen war. Auf dem Flughafen dagegen herrsche ein gewaltiges Durcheinander. Seufzend wich Kerry mehreren Taxis aus, als sie auf den Ankunftszubringer fuhr, und fand das bei einigen durch die Hitze das Temperament durchging. In der Hoffnung Glück zu haben fuhr sie auf die Spur für Kurzzeitpaker und zog sich einen Parkschein. Und natürlich hatte sie kein Glück, sie endete so weit weg vom Nordwestterminal wie man nur konnte, um trotzdem noch auf dem MIA zu sein, doch sie dachte sich, dass sie sie früh dran war, und ihr der Spaziergang, besonders nach diesem Frühstück, auf keinen Fall schaden konnte. Kerry fuhr sich mit einer Hand durch ihr helles Haar, stieg aus, schloss den Mustang ab und straffte ihre Schultern. Kerry freute sich wirklich das sie kamen, doch das Schuldgefühl, einen großen Teil ihres Lebens zerstört zu haben, lastete schwer auf ihr. Letztendlich gab es niemanden, dem man die Verantwortung dafür zuschieben konnte. Sogar Dar war schockiert gewesen, als sie die Information herausgeschickt hatte, und nur die Tatsache, dass der Server die Dokumente anonym gesendet hatte, rettete ihren Hintern, als sie bei den Empfängern ankamen und die Kacke zu Dampfen begann. Sie wusste, dass Dar hinter ihr gestanden hätte. Doch ihre einzige wirkliche Option wäre die Kündigung gewesen - die Gesellschaft in eine derartige Sache zu verwickeln wäre etwas gewesen, vor dem nicht einmal ihre mächtige Chefin sie hätte retten können. Es war schon übel genug, das der in dieser Sache ermittelnde Unterausschuss des Gerichts sie zu einer Aussage bestellt hat. Das hatte ein heftiges Getuschel auf der Arbeit verursacht, doch wenn sie nun darüber nachdachte, gab es mehr versteckte Bewunderung als alles andere, und Eleanor Anastasia kam sogar in ihr Büro geschlichen, um ihr mitzuteilen, wie sehr sie Kerry dafür respektierte, dass sie für eine Gesellschaft arbeitete, die ihr Vater so sehr hasste. Zumindest brauchte sie sich keine Sorgen machen, dass sie herausfinden würden, das sie, auf welche Weise auch immer, irgendwelchen Nutzen aus der scheußlichen Sache gezogen hatte. Seit der Uni hatte sie auf eigenen Füßen gestanden, und sie hatte Mark nachforschen lassen, ob es irgendwelche versteckten Bankkonten mit verdächtigen Dollars unter ihrem Namen gab. Dessen ungeachtet hatte die Presse herumgeschnüffelt, und sie war mehr als einmal froh darüber gewesen in einem abgesicherten Gebäude zu arbeiten, und die meiste Zeit in dem Eigentum eines anderen auf einer schönen, unzugänglichen Insel zu verbringen. Kerry schritt flott über den Parkplatz, und als sie anfing die Hitze zu spüren war sie froh darüber, dass sie für den Trip ein dünnes T-Shirt gewählt hatte, das in ihren ausgebleichten Jeans steckte. In der Eingangshalle war es einladend kühl und sie ging erleichtert hinein, dann blieb sie, erschrocken über das scheinbar unbeachtete Chaos vor ihr, stehen. Das schlechte Wetter im Rest des Landes hatte hunderte, wenn nicht tausende von Leuten gezwungen im Flughafen ihr Lager aufzuschlagen, und überall lagen Körper herum um etwas Ruhe zu bekommen. Die Restaurants machten Überstunden und im Innern sah es wie bei einer multinationalen Tagung aus. "Wow!" Sie ging in Richtung des Terminals G, wo die Flüge von Nordwesten ankamen, schlenderte zu einem Display und suchte nach dem Flug. Sie war froh das es einer von den wenigen war die ohne Verspätung ankamen und in ungefähr zehn Minuten landete. Kerry stellte sicher, dass sie am richtigen Flugsteig war, ging dann in eine Cappuccino-Bar und bestellte sich einen doppelten, während sie sich hinsetzte, um zu warten. An ihrem Kaffee nippend genoss sie den kräftigen Geschmack, als er in ihren Kreislauf eindrang und sie in Gang kommen ließ. Im Gegensatz zu Angela, die sie am Erntedankfest gesehen hatte, hatte sie ihren Bruder seit den vorhergehenden Feiertagen nicht mehr gesehen und sie fragte sich, ob er sich verändert hatte. Für sich wusste sie, dass sie es hatte, ihr Haar war kürzer, sie hatte wesentlich mehr Sonnenbräune und sieben Kilo, überwiegend Muskelmasse, zugelegt, was ihrer schlanken Figur breitere Schultern und einen völlig andren Gang und Bewegungsablauf bescherte. Das war das Ergebnis des Schwimmens, Tauchens, Laufens und Kletterns mit Dar, was eine unglaubliche Energie abverlangte, doch durch ihr Aussehen und ihr Selbstbewusstsein gab es ihr ein richtig gutes Gefühl. Jeder schaute sich nach ihr um, wenn sie einen Raum betrat, und sie bemerkte, dass es ihr gefiel, auch wenn sie dachte das es unglaublich egoistisch war, was sie niemals vor jemand anderem außer sich selbst zugeben würde. Ah. Eine Schar Leute, Mäntel, Schäle, Halstücher und schwere Winterpullover tragend, kam von dem Flugsteig der Nordwestflüge. Kerry hoffte aufrichtig, dass sie all das ausziehen würden bevor sie aus den Hauteingangstüren des Flughafens hinaustraten, damit sie keinen Hitzeschlag erlitten und einen Verkehrsstau verursachten. Sie entdeckte ihre Schwester und ihren Bruder die in Richtung des Ausgangs gingen, ihren Cappuccino austrinkend stand sie auf und in ihre Richtung gehend fing sie Angelas Blick, als sie sich ihnen näherte. Ihre Schwester zog an Michaels Ärmel und zeigte zu ihr. Kerry musste ein Lächeln unterdrücken, als ihr Bruder sie erblickte, seine dunklen Augenbrauen hochschossen und seine Augen sich weiteten. Ich denke mal, dass ich mich verändert habe, entschied sie, als sie zu ihnen aufschloss. "Hallo…" Michael umarmte sie, dann trat er zurück und hielt in Armeslänge von sich. "Heiliger Bimbam… kenn ich dich?" Ihr Bruder war ein wenig kleiner als sie, hatte verstrubbelte braune Haare und haselnussbraune Augen. Er hatte eine schlanke Statur und einen überaus verwunderten Gesichtsausdruck. "Lass dich ansehen." "Hier ist keine Bibliothek." Antwortete Kerry trocken, löste sich dann von seinem Griff und umarmte Angela. "Schön euch Burschen zu sehen… auch wenn der Grund recht übel ist." Bemerkte sie und tauschte Blicke mit ihnen aus. "Wie war der Flug?" "In Anbetracht des schlechten Wetters überall sonst, war es nicht schlecht." Erzählte ihr Angela. "Der Anschluss in Detroit war diesmal pünktlich, und auch wenn der größte Teil des Fluges recht holprig war, so war es herrlich als wir Florida überflogen." Sie schaute sich um. "Dieser Ort ist ein Irrenhaus." "Nein das ist weiter südlich." Entgegnete Kerry feierlich. "Im Ernst, durch das schlechte Wetter im Nordosten und Mittleren Westen stecken hier alle fest." Sie zog an ihren Ärmeln. "Auf geht's… habt ihr Burschen irgendwelches Gepäck? Ich hoffe nicht." Michael schüttelte seinen Kopf. "Nee… nur dieses Bordgepäck… wir dachten uns, dass wir bis morgen mit einem Kleiderwechsel auskommen würden… unser Rückflug ist morgen Mittag. Angela holt Sally um fünf ab und mein Flug zur Schule geht um sieben." Kerry dirigierte sie geschickt durch die Menge zu den Ausgangstüren. "Zuallererst zieht eure Wintersachen aus." Warnte sie. "Wir werden zurechtkommen." Lachte Angela. "In Ordnung." Kerry trat auf die Bodenplatte um die Türen zu öffnen, und sie traten von einem klimatisierten Raum mit 22°C in eine Umgebung von 31°C und 98% Luftfeuchtigkeit. "Oha!" Angela blieb stehen. "Ich hab's kapiert… die Klamotten müssen runter." Sie zog ihre schwere Jacke aus und legte sie über ihren Arm, während Michael das Gleiche tat und seinen warmen Sweater auszog. "Ach du meine Güte, ist das grün hier." Bemerkte sie, sich umblickend. "Das ist echt befremdend." Kerry lächelte. "Nach einer Weile gewöhnst du dich daran… kommt schon. Ich parke weit draußen im Süden." Sie begann, ihre Geschwister im Schlepptau, über den Parkplatz zu marschieren, wobei Angela schnell zu ihr aufholte. "Wie viel weiß er?" Fragte Kerry leise. "Nun… er weiß über… ähm… dich bescheid." Flüsterte Angela. "Und über Dar." "Verdammt gute Sache… da wir zu ihr gehen." Erwiderte Kerry süßsauer. "Oh ja… aber er weiß nichts über mich und Brian… und er… ähm… er glaubt sicherstellen zu müssen, das Dar… ähm… wie er es nannte für meine Schwester sorgen kann." "Au Backe." Kerry brach in Gelächter aus, das sie schnell erstickte. "Nun, da gibt es keine Probleme… warte bis er ihr Haus sieht." Sie schoss einen Blick zu ihrem Bruder, der interessiert auf das dichte Blattwerk starrte. "Übrigens, wie geht es Dar? Ich hatte ganz vergessen dich danach zu fragen." Fragte Angela beiläufig. Kerry lächelte. "Es geht ihr gut… wir hatten gerade vorhin unsere Geschenke ausgepackt… Jesus, ich denke wir haben es übertrieben." Gab sie zu. "Und zudem hat sie Geburtstag, also…" Angela nickte und atmete aus. "In der kurzen Zeit, die ich sie gesehen habe, schien sie wirklich nett zu sein… und du hast mir nie genau erzählt, wie sie mit deinem ganzen Zeugs involviert wurde." "Das ist eine lange Geschichte." Murmelte Kerry als Michael zu ihnen getrottet kam. "Also… wie läuft's in der Schule?" "Absolut schrecklich." Erwiderte Michael missvergnügt. "Vor kurzem musste ich meinem Statistikprofessor einen Vortrag halten." Er kickte einen Stein weg, in Anbetracht seines Alters ein seltsam jugendliches Verhalten. "Es half nichts… er ließ mich jedenfalls durchfallen." Kerry seufzte. "Uh oh… bist du in Schwierigkeiten?" Sie warf ihm einen wissenden Blick zu. Schule war nie Michael's Stärke gewesen. Tatsächlich war sie sich nicht sicher, was seine Stärke war. "Oh ja." Er schielte verlegen zu ihr. "Um die Wahrheit zu sagen, hast du eine ganze Menge bei mir gut, Schwesterchen… wenn du nicht die Welt erschüttert hättest, hätte ich ihnen sagen müssen, dass ich in diesem Semester wieder durchgefallen bin, und das hätte Ärger gegeben." Gestand er ein, als sie sich Kerry's Auto näherten. "Hey… gehört dieser heiße Schlitten dir?" "Ja… und nein, du darfst ihn nicht fahren." Kerry betätigte die automatische Verriegelung und öffnete den Kofferraum für ihre Reisetaschen. "Ich mag meine niedrige Versicherungsrate, danke." Sie wartete, dass sie ihre Sachen hineinlegten, dann schloss sie die Klappe und öffnete die Türen. "Heute Abend werdet ihr ein paar meiner Freunde und Mitarbeiter kennen lernen… wir haben eine Party vorbereitet, also…" "Prima." Sich galant verhaltend setzte sich Michael auf den Rücksitz, und gewährte Angela das Privileg vorne zu sitzen. "Ich will diese Dar kennen lernen, obwohl… du hören solltest wie Dad über sie spricht." Kerry startete den Wagen und führ los. "Keine Sorge… das wirst du." Versprach sie, vorsichtig vom Parkplatz fahrend und auf das Kassenhäuschen zusteuernd. "Und Mike… versuch nichts bei ihr, okay? Sie ist eine Nummer zu groß für dich." Ihr Bruder schnaubte. "Ja sicher, ich bin verletzt… als ob ich den Schatz meiner Schwester anmachen würde!" Er grinste sie spitzbübisch an. "Ich kann nichts dafür, das die Mädchen mich reizend finden, übrigens… was meinst du genau mit, sie wäre eine Nummer zu groß für mich?" Kerry antwortete nicht, da sie gerade damit beschäftigt war, an der Kasse ihre Parkgebühr zu zahlen, und sich dann auf die Abzweigungen konzentrierte, um die richtige Ausfahrt vom Flughafen auf die Schnellstraße nehmen. Auf der Rückfahrt sprachen sie über belanglose Dinge, und Kerry zeigte auf ein paar Sehenswürdigkeiten einschließlich des Hafens von Miami, als sie auf die Dammstraße fuhr. "Von dort fahren die Kreuzfahrtschiffe ab… Sonntags in der Frühe ist es ein beeindruckender Anblick." Sie bog auf das Fährterminal ab. "Man muss ein Schiff nehmen, um zu Dar's Wohnsitz zu gelangen." "Woauuu… nun, das ist Privatsphäre." Bemerkte Michael anerkennend. Kerry fuhr beinahe in die Spur für Gäste, doch im letzten Moment fiel es ihr ein und sie wechselte auf die spezielle Spur für Anwohner, was ihr ein Lächeln und Winken von dem Sicherheitsbeamten einbrachte. Angela schaute auf die Beschilderung und dann zu ihr. "Anwohnerspur, wie?" Fragte sie, eine Augenbraue hebend. "Sieht so aus, als ob sie dich hier recht gut kennen." "Hallo Carlos." Begrüßte Kerry den Deckbediensteten. "Frohe Weihnachten." "Feliz Navidad, Ms. Kerry." Der Mann winkte, zeigte auf ihren neuen Aufkleber und hob den Daumen, während er das Deck der Fähre überquerte und die Rampe sicherte. Kerry war sich der Blicke, die sie von ihren Geschwistern bekam, bewusst, doch sie wartete, bis die Fähre ablegte, und begann die Fahrrinne zu durchqueren, bevor sie zu ihnen blickte. "Also… wohnst du auch hier?" Fragte Michael neugierig. "Sehr oft, ja." Entgegnete Kerry. "Dar hat ein großes Haus… fünf Schlafzimmer… da ist eine Menge Luft zum Atmen. Nach dem Erntedankfest fragte sie mich, ob ich Lust hätte zeitweise zu ihr zu ziehen… und ich sagte ja." Sie war sich der verlegenen Stille bewusst. "Sie hat das Haus von ihrer Tante geerbt… und zahlt keine Miete. Dessen ungeachtet teilen wir uns die restlichen Kosten." "Oh… wie eine Wohngemeinschaft." Bemerkte Angela gedehnt. "Kommt es dadurch nicht zu Komplikationen bei der Arbeit?" "Nicht wirklich." Erwiderte Kerry, sich zurücklegend und ihr Knie am Lenkrad abstützend. "Wir erwähnen es bei der Arbeit nicht… und wir haben dort ziemlich viel mit unseren Jobs zu tun." Ein Schulterzucken. "Dann gehen wir einfach nachhause… ich war den größten Teil der Woche in meiner Wohnung, doch das wird immer sinnloser." Ein weiteres betretenes Schweigen. "Also… dies ist wie... es ist wirklich ernst, oder?" Fragte Michael schließlich schleppend. "Ihr zwei seid wie… ihr lebt zusammen, richtig?" Kerry dreht sich, um ihn anzublicken. "Ja… das ist nicht so wie deine wöchentlichen Anbändeleien, Mike." Sie spürte wie ihr Temperament ein wenig hochstieg. "Oder dachtest du, dass ich einfach nur den Hintern meiner Chefin küsse?" Sie hielt kurz inne. "Wortwörtlich." Sie konnte sehen, dass sie beide schockiert hatte, und lachte fast über ihren Gesichtsausdruck. "Tut mir Leid… das war ziemlich derb." Michael kratze sich am Kopf. "Ähm… es dauert ein wenig um sich daran zu gewöhnen, verstehst du… ich meine, Jesus Kerry… natürlich dachte ich nicht, dass du nur herumspielst, oder so was… es geschah nur so schnell." Sie schnaubte. "Ich erinner mich, dass du letztes Jahr innerhalb von vier Monaten sechs Freundinnen hattest… Nun mach mal halblang." Sie warf ihm einen Blick zu. "Doppelmoral, wie?" "Nun ja… nein… das ist es nicht…" Protestierte er. "Ich meine… das bin ich, Ker… was Flirts betrifft war ich schon immer ein ausgeflippter Typ… wir alle wissen das… um Himmelwillen, bei meinem Hochschulabschlussball hatte ich drei Verabredungen…" Er lehnte sich an den Sitz und legte eine Hand auf ihre Schulter. "Doch du sagtest immer, dass du dich nur einmal in deinem Leben verlieben würdest, erinnerst du dich?" Ein Lächeln. "Also…" Kerry blickte zu ihm und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. "Das ist dieses eine Mal." Antwortete sie ruhig. Sie starrten sie beide an. "Wirklich?" Fragte Michael. "Oh ja." Erwiderte Kerry lächelnd. Er verdaute das innerlich. "Nun gut… alles, was ich sagen kann, ist, dass sie es dann besser wert ist." Kampflustig verzog er seine Lippe. "Sie ist besser gut genug für meine Schwester." Kerry verbiss sich ein schelmisches Grinsen, und ließ den Wagen an, als sie anlegten. "In einigen Minuten kannst du dir ein eigenes Urteil bilden." Sie steuerte den Mustang auf die Rampe und durch den reinigenden Süßwasserstrahl, bog nach links ab und fuhr in Richtung des Apartments. Während der Fahrt, und nun als sie neben Dar's Lexus einparkte, waren beide still. "Okay… wir sind da." Sie öffnete den Kofferraum, stieg aus und hörte, wie sich die Tür des Apartments öffnete, während sie um den Wagen gingen, um das Gepäck herauszunehmen. "Hey." Erschallte Dar's leicht vergnügte Stimme über ihnen. "Clemente ruft gerade an und möchte wissen, ob du das Mousse mit dunkler Schokolade oder Milchschokolade möchtest?" Kerry blickte nach oben um ihre Geliebte über den Balkon gelehnt zu sehen, die lässig mit einer ausgebleichten, abgeschnittenen Denim-Shorts und einem hellroten Poloshirt, das in der Shorts steckte, gekleidet war. "Ah." Sie grinste. "Ich ruf ihn zurück." Sie bemerkte die Blicke ihrer Geschwister. "Du kennst Angela… das hier ist mein Bruder Michael." Sie gab ihm einen Stupser. "Mike, das ist Dar. Sag Hallo und hör auf wie ein Tourist zu starren." "Ich bin ein Tourist." Protestierte ihr Bruder, dann verzog sich sein Gesicht zu einem breiten Lächeln. "Hallo Dar… schön dich kennen zu lernen." Dar's zog eine dunkle Augenbraue zusammen mit ihrem Mundwinkel in die Höhe. "Schön auch dich kennen zu lernen." Entgegnete sie höflich. "Hallo Angela… willkommen in Miami." Die Frau mit den kastanienbraunen Haaren erwiderte das höfliche Nicken. "Schön dich wiederzusehen, Dar." Sie blickte sich um. "Schön ist es hier." "Danke… kommt hoch." Dar winkte sie nach oben. Leicht schiebend führte Kerry sie die Stufen hinauf in die Wohnung und atmete aus, als sie spürte wie Dar's Hand ermutigend ihren Rücken tätschelte, während die dunkelhaarige Frau ihnen hinein folgte. "Lasst mich Clemente anrufen… möchtet ihr Burschen etwas trinken?" Die beiden blickten sich in der Wohnung um. "Das wäre großartig." Erwiderte Angela mit fester Stimme. "Fliegen macht mich immer durstig." Kerry verschwand in die Küche und ließ die Drei allein. Schließlich räusperte sich Dar. "Möchtet ihr euch setzen?" Fragte sie höflich und zeigte zur Couch. Familien, überlegte sie, waren schwierig. "Hattet ihr einen angenehmen Flug?" Angela stellte ihre Tasche ab, setzte sich hin und starte zu Michael, bis dieser verlegen blickend das Gleiche tat. Er hatte fasziniert das Gemälde über der Couch betrachtet. "Ähm… ja, der Flug war gut…" Bemerkte die Frau. Das Wetter verursacht einen Andrang auf den Flughäfen, doch wir hatten keinerlei Probleme." Dar wollte gerade antworten, als sie das Klirren von Gläsern in der Küche hörte. "Entschuldigt mich eine Minute." Ein kurzes Lächeln aufsetzend verschwand zu Kerry, die gerade ein umgestoßenes Glas aufstellte. "Hi." "Hi." Die blonde Frau stellte das Glas auf die Anrichte, und holte einen Krug Eistee mit Pfirsichgeschmack aus dem Kühlschrank. "Bist du okay?" Fragte Dar liebevoll, während sie hinter ihre Geliebte trat, und ihre Schultern massierend spürte wie verspant sie waren. Kerry goss zwei Gläser ein, dann stellte sie den Krug ab und seufzte. "Sie verhalten sich seltsam." Sie drehte sich herum und blickte zu Dar hinauf. "Es ist so ungewohnt… die Hälfte der Zeit habe ich das Gefühl mich entschuldigen zu müssen, und in der anderen Hälfte bin ich sauer, weil ich mich von ihnen beurteilt fühle." "Nun." Dar knabberte an ihrer Unterlippe. "Ich habe keine Erfahrung mit Geschwistern, doch ich denke, dass sie tatsächlich mich beurteilen und nicht dich." Sie fuhr zärtlich mit ihrer Hand durch Kerry's Haare. "Gib ihnen etwas Zeit… sie werden lockerer werden, und wenn nicht, dann nehm ich sie mit auf eine Tour und rüttle sie ein wenig auf." Das brachte ihr ein Lachen ihrer Begleiterin ein. "Jesus… sie sind nur mein Bruder und meine Schwester… ich fühl mich wie eine unerfahrene Rednerin beim nationalen Diskussionswettbewerb." Sie nahm die Gläser. "Auf geht's… lass uns der Inquisition ins Auge sehen."
"Ich kümmer mich darum." Dar erhob sich von ihrem Sitzplatz und schlenderte zur Tür, nach zwei Stunden verzweifelt intelligenten Gesprächen mit der Familie ihrer Geliebten freute sie sich über die Ablenkung. Sie öffnete die Tür und schenkte Colleen ein liebenswürdiges Grinsen. "Hallo Colleen." Die Rothaarige nickte zurück. "Frohe Weihnachten, Dar… eine schöne Insel hast du hier." Die größere Frau kicherte. "Danke… komm rein… Kerry's Bruder und Schwester sind hergekommen… wir sind gerade dabei uns gegenseitig kennen zu lernen." Bei dem Kurs, den sie im Sportstudio gab, hatte sie seit ungefähr einer Woche ein freundschaftlicheres Verhältnis mit Colleen. "Oha…" Colleen verzog innerlich ihr Gesicht. "Verwandtschaft… ich liebe sie… bin froh, dass es nicht meine ist." Sie trat hinein und ging an Dar vorbei, die die Tür offen hielt, als sie die Leute des Partyservices kommen sah. "Hallo Clemente… Frohe Weihnachten." "Feliz Navidad, Ms. Roberts." Der schwitzende Servicemanager wischte sich über seine Braue. "Meine Leute möchten nun die Tische hineinbringen und alles aufbauen, wenn es ihnen recht ist." "Großartig… machen sie nur." Dar richte ihre Ohren nach drinnen, wo Colleen's kräftige Stimme zu der Unterhaltung hinzukam, und die Dinge sich ein wenig aufzulockern schienen. Es war befremdend erschöpfend mit Leuten dieser Art auf einem emotionalen Level zurechtzukommen, grübelte sie, während sie sich auf das Geländer setzte und zusah wie die uniformierten Kellner und Gepäckträger Klapptische, Tischtücher und Warmhalteplatten hineintrugen. Es war wesentlich einfacher in einem Sitzungssaal Geschäftsgegnern gegenüberzustehen, da es einen nicht berührte, zumindest nicht innerlich wo es zählte. Oh mein Gott. Sie hatte eine verdammte Geburtstagsfeier, realisierte Dar plötzlich. Und es kamen Leute dazu. Dar beobachtete wie ein Kellner, einen herrlichen Tafelschmuck tragend, der sie in einen süßen Blumenduft einhüllte, an ihr vorbeiging. Sie streckte ihre Hand aus, pflückte eine kräftige Rosenknospe von dem Arrangement und drehte sie zwischen ihren Fingern, bedächtig daran schnuppernd richtete sie sich auf und ging ins Wohnzimmer zurück. Kerry saß auf dem Zweisitzersofa gegenüber der Couch, wo ihre Schwester und ihr Bruder saßen. Colleen hatte den Sessel neben ihr in Beschlag genommen. Dar schritt um den Zweisitzer herum, setzte sich neben ihre Geliebte und ihren Blick erhaschend reichte sie ihr die Rose. Das brachte Kerry aus ihrem Gleichgewicht, und sie warf Dar einen beinahe atemlosen, erschrockenen Blich zu, als sie die Blüte in purem Reflex an ihre Nase hob, während die größere Frau entspannt ihre langen Beine ausstreckte und an den Fußgelenken verschränkte. "Danke." Bemerkte Kerry lächelnd, für einen langen Moment ihre Gäste vergessend. Dar blinzelte sie an und wandte dann ihre Aufmerksamkeit dem gespannt zusehenden Trio zu. "Gibt es ein Problem?" Fragte sie, mit einer fragend erhobenen Augenbraue, in ihrer besten, kühlen Sitzungsraum Stimme. "Ähm…" Colleen rang nach Worten. "Weißt du." Michael verschränkte die Arme vor seiner Brust und packte den Stier bei den Hörnern. "Außer in Kinofilmen, habe ich niemals vorher gesehen, wie ein Mensch einem Anderen eine Rose überreicht." Er blickte mit hocherhobenem Kopf zu Dar. "Das ist entsetzlich romantisch." Jeder erstarrte in Erwartung wie Dar reagieren würde. Sie ließ sie ein Herzschlag lang warten, dann lächelte sie salopp. "Mein Vater hat mich das gelehrt." Erwiderte sie einfach. "Was… Leuten Blumen zu geben?" Fragte Colleen neugierig. "Meine Taten lauter sprechen zu lassen als Worte." Entgegnete Dar trocken, und spürte, wie das Eis ein wenig brach, als jeder im Raum anfing zu grinsen. Kerry rückte näher an sie heran, lehnte sich an ihre Schulter und ihre Beine hochnehmend und unter sich ziehend entspannte sie. "Nun… erklärt mir bittejemand was es mit den Kerzen in den kleinen Papiertüten auf sich hat, die ich das letzte Mal, als ich oben im Norden war, überall gesehen habe." "Nun ja…" Michael rieb seine Hände. "Da gibt es diese Tradition…" Kerry betrachtete das Profil ihrer Geliebten, und eine warme Zuneigung überspülte sie, als sie über Dar's unauffälliges Opfer, ein bisschen ihrer kühlen Reserviertheit aufzugeben, um den Weg zu ebnen und es Kerry leichter zu machen, nachdachte. Sie atmete leicht aus, als sie an das eine Geschenk dachte, dass sie oben versteckte und noch zurückhielt, darauf wartend genug Mut zusammen zu nehmen es ihr zu geben. Vielleicht heute Abend. Jawohl.
Dar lehnte sich gegen die Glasschiebetüren zurück, nippte an einem Glas mit einem großen Schuss Eierlikör und hörte Duks Erzählung von seinem letzten Urlaub in Deutschland zu. Die Party war in vollem Gange und nach dem anfänglichen Schock so viele Leute in ihrem gewöhnlich ruhigen Haus zu haben, begann es ihr tatsächlich zu gefallen. Kerry saß auf der Couch, ihr Bruder und ihre Schwester auf dem Zweisitzer, Mariana und Mark saßen neben ihr, und alle fünf Leute diskutierten über die Angemessenheit der Einkommen von Sportlern. Dar kicherte als Mark voraussehbar seine Ansicht kundtat bezahl ihnen jede Summe, solange sie Leistung bringen, und Mariana bestand darauf, dass das Geld besser für die Ernährung der Waisen in den Dritten Welt Ländern verwendet werden sollte. Jeder hatte Geschenke mitgebracht und Dar hatte, verbal und mit beinahe körperlichem Einsatz, darauf bestanden, dass sie unter den Baum gelegt wurden und irgendwann später geöffnet wurden. "Verdammt, seit meinem fünften Lebensjahr habe ich keine Geschenke an einer Geburtstagsparty geöffnet…" Erzählte sie Kerry. "Ich werde mit 30 nicht wieder damit anfangen." Colleen saß bei Duks, Ray, Barbara und einer interessierten, jedoch größtenteils stillen Maria. Dar war überrascht, dass Kerry sie eingeladen hatte und noch überraschter war sie, dass ihre Sekretärin der Einladung nachgekommen war, doch sie war froh und nahm sich ein paar Minuten, die Frau in der Wohnung herumzuführen, überwiegend, um sie davon zu überzeugen, dass sie ganz ehrlich nicht in ihrem Lexus wohnte. "Dar?" "Hmm?" Erschrocken blickte sie nach unten, als ihr Name gerufen wurde. "Entschuldigung… ich war in Gedanken." "Du warst in den Niederlanden, richtig?" Fragte Duks. "Erzähl ihnen… das in Europa die Dinge nicht wesentlich entspannter gesehen werden." "Nun…" Dar glitt in den Sessel, gegen den sie sich gelehnt hatte und überlegte. "Ja und nein… sie haben verschiedene Kulturen und sie alle haben Dinge bei denen sie sehr pedantisch sind… die Franzosen z. B. bei ihrer Sprache. Sie hassen es, wenn sich Amerikanismus in ihre Sprache einschleicht… und dadurch kommen wir oft in Schwierigkeiten, weil es so verdammt schwer ist, eine Menge technologischer Begriffe zu übersetzen." "Si…" Warf Maria schüchtern ein. "Es ist schwer, wenn ich Sachen für sie bestellen muss." Erklärte sie. "Ich spreche spanisch, und unser Verkäufer spricht spanisch, und wir müssen jedes dritte Wort für Buses und Gigapets in englisch übersetzen." "Gigabytes." Korrigierten Ray und Duks gleichzeitig. Dar nickte. "Richtig… und man muss vorsichtig bei den kulturellen Eigenarten sein… besonders als Frau in den pazifischen Randländern… ich würde sagen, dass sie in Europa wesentlich entspannter beim Sex sind." Alle lachten und Maria errötete. "Ähm…" Dar lachte selber. "Das kam falsch raus… was ich meinte ist z. B. der Clinton Skandal. Die Franzosen sehen auf uns und sagen - Ihr macht wohl Scherze… ihr verschleudert so viel Zeit auf WAS?" Sie wartete bis das Gelächter sich legte. "Weil es dort ganz selbstverständlich ist, dass von der Regierung gewisse Damen bezahlt werden… keiner schert sich darum. Für sie ist es wichtig, ob die Person ihre Arbeit tut, also denken sie, dass wir sehr verklemmt sind, und ehrlich, es ergibt für sie keinen Sinn." "Richtig… das ist wahr." Stimmte Duks zu. "Und Amerikaner können die größten…" Seine Augen schnellten zu Maria. "Ah… als die meisten anstößigen Leute in Übersee… die meiste Zeit tun wir uns selbst keinen Gefallen, und das lässt die Menschen das ganze Land auf eine bestimmte Weise sehen." Lächelnd nippte Dar an ihrem Eierlikör. "Es gibt Orte in Übersee, wo ich mich weigere englisch zu sprechen, wenn ich gelegentlich dort bin." Duks ratterte eine Frage in Deutsch runter und sie beantwortete sie mit einem toleranten Lächeln. "Nicht schlecht." Kicherte er. "Du hast sogar die Betonung richtig rausgebracht." Alle lachten. Kerry schielte zu Dar hinüber und lächelte, als sie sah wie diese zurückgelehnt an ihrem Getränk nippte. Die Party lief besser als sie gedacht hatte, es machte ihr Spaß mit ihrem Bruder und ihrer Schwester aufzuholen, und mit Mark technische Horrorstorys auszutauschen. Die Leute vom Partyservice hatten acht warme Platten mit allem, was Dar gerne mochte, hereingebracht, zusammen mit einem höflichen Barmann, der hinter einer gut sortierten Minibar stand, die sie für die Party hereingerollt hatten. Sie hatten sich schon alle am Büfett erfreut und nun musste nur noch der Kuchen anklang finden und sie konnte einen Erfolg für sich verbuchen. Ein leises Klopfen an der Tür ließ sie aufblicken und sie sah, wie sie sich öffnete und Jack seinen kurzgeschorenen Kopf hereinstreckte und zu ihr blickte. Grinsend streckte er eine Hand aus, gab ihr mit einem Finger ein Zeichen, und führte den Finger dann an seine Lippen. Kerry warf einen Blick zu Dar, die nichts bemerkt hatte, und stand dann, über ihre Hose streichend, auf und ging um den Kaffeetisch herum. "Entschuldigt mich eine Minute." Durch den Raum schlendernd erreichte sie die Tür. "Hallo Jack… komm rein." "Psst… komm her." Er zog sie nach Außen. "Ich habe ein Geschenk… doch wenn ich es ihr gebe, wird sie nein sagen. "Flüsterte er. "Aber ich wette, wenn du es hältst, dann wird sie es annehmen." Kerry's Augenbrauen zogen sich zusammen. "Was??" Sie erstickte ein Lachen. "Ach, komm schon Jack… ich weiß, dass sie lieben wird was…" Sie verstummte, als er ihr das Geschenk zeigte, ein cremefarbener Welpe, der ein winziges Navyshirt trug. "Oh… mein… Gott." "Ist sie nicht süß?" Flüsterte Jack. "Sie saß den ganzen Weg hierher auf meinem Rücksitz und war ein solch braves Mädchen…" Er streckte den Welpen zu ihr. "Sag Hallo…" Kerry nahm das Tierchen, dass sich windend, an ihrem Haar schnupperte und dabei leise winselte. "Jack… sie wird ausrasten… du weißt das." Sie streichelte das weiche Fell des Welpen und befühlte seine seidigen Ohren. "Ich weiß nicht, ob sie davon begeistert sein wird." "Hör zu… ich hab von ihr ein vielleicht bekommen, als sie bei uns war… und sie mag Alabaster wirklich." Er hielt inne. "Das ist die Mutter des Welpen… es sind tolle Hunde." "Oh… ich weiß… ich weiß." Kerry streichelte die Brust des Welpen und dieser leckte sie, nachdem er etwas verirrte Soße an ihrem Kinn gefunden hatte und nun begeistert nach mehr suchte. "Aber es ist eine große Verantwortung, und sie ist den größten Teil des Tages nicht zu Hause… ich weiß nicht, ob das fair ist." Jack ließ seine Schultern hängen. "Du hättest ihr Gesicht sehen sollen, als sie mit ihnen gespielt hat… ich weiß, dass sie wirkliche einen will… sie sind großartige Gefährten… weißt du, sie könnte morgens mit Dar laufen und solche Dinge…" Er blickte Kerry ins Gesicht. "Nein, wie?" Seufzend blickte Kerry in die warmen braunen Augen, die Liebe auszustrahlen schienen. "Ich kann das nicht entscheiden." Sie erinnerte sich an Susie, die sie mit dem gleichen vertrauenden Blick angesehen hatte. "Hei Süße…" Flüsterte sie, sich an den letzten Morgen erinnernd, als sie sich von ihrer Freundin verabschiedet hatte, und nun den ganzen Schmerz noch einmal durchlebte. Seit dieser Zeit hatte sie kein Haustier mehr, was für sie, so dachte sie, das Beste war. "Ich kann nicht…" Die Veranda wurde von Licht erhellt als sich die Tür offnete und ein paar scharfe, blaue Augen nahm die Beiden gefangen. "Was in aller Welt geht hier draußen vor sich?" Erkundigte sich Dar, zu Jack blickend, während sich Kerry zu ihr umdrehte. "Was macht ihr Zwei …" Sie hielt inne. "Oh. Ich sehe." Ihre Augen wanderten von dem Welpen zu ihrer Geliebten, dann wieder zurück zu dem Welpen. "Was haben wir denn hier?" Jack setzte seine unschuldigste Miene auf. "Du hast gesagt ich könnte sie mitbringen." "Ich habe was?" Dar's Augenbrauen schossen in die Höhe. "Wann soll das gewesen sein?" "Als ich heute morgen mit dir gesprochen habe… ich hatte dich gefragt, ob ich ein spezielles Geschenk mitbringen könnte, und du hast Ja gesagt." Seine Hände hinter seinen Rücken verschränkend schaukelte Jack auf seinen Absätzen. "Also hab' ich es getan." "Ähm…" Den Welpen verlagernd, versuchte Kerry ihn davon abzuhalten an ihrem Ohrläppchen zu knabbern. "Ich… er hat mich herausgerufen… und ich ähm… oooh… hör damit auf…" Mit einem appellierenden Blick sah sie zu Dar hoch. "Ich sagte ihm, dass es ein wenig schwierig sein würde." "Aha." Dar starrte sie beide an. "Ich verstehe… er hat dich herausgerufen, um zu versuchen dich auf seine Seite zu ziehen, weil er wusste… dass wenn du mich fragen würdest, wir den Welpen behalten könnten, da ich wahrscheinlich ja sagen würde." Sie schwieg kurz. "Richtig?" Jack betrachtete eingehend seine Flugstiefel, dann blickte er durch blonde Wimpern nach oben. "Das war der Plan." "Ah ja… und was hältst du von diesem Plan, Kerry?" Erkundigte sich Dar, mit einem liebevollen Funkeln in ihren Augen. "Oh… nun ja… ich ähm…" Kerry sah zu, wie der Welpe gähnte, und dann seinen Kopf auf die Schulter der blonden Frau legte. "Ich meine, ich sagte ihm, dass ich nicht denke, dass du zustimmen würdest… ich meine, du bist nicht oft hier, und ein Hund ist eine große Verantwortung und all das." Sie streichelte über das Fell des Tierchens. "Obwohl sie echt süß ist, was?" Der Welpe rieb seine Nase an ihr. "Vielleicht könnte ich… ähm…" Sie brach den Gedankengang ab. "Einen Platz finden… oder… vielleicht könnte ich… ähm…" Eine kleine Zunge leckte an ihrer Wange. "Uh… oh…" Der Welpe drehte seinen Kopf und blickte zu ihr. Kerry blickte zu ihr. Jack blickte zu ihr. Dar brach in Gelächter aus. "Nun ja, um ehrlich zu sein, hast du mich gerade überredet, Jack." Informierte sie ihren Pilotenfreund. "Tatsächlich wollte ich einen Welpen holen…" Ihre Augen drifteten zu Kerry's überraschten Blick. "Eigentlich sollte es ein Cockerspaniel sein… aber ich denke ein Labrador wird es auch tun." Sie blickte zu Jack und blinzelte. Er blinzelte zurück. Kerry's Kiefer klappte nach unten, als sie Dar's schelmisches Grinsen sah. "Warte mal… du meinst er ist für mich? Ich bin reingelegt worden, oder?" Fragte sie zaghaft. "Du verflixte …" Sie drehte sich zu Jack. "Du…" Er kicherte. "Fröhliche Weihnacht, Kerry." Sein Gesicht verzog sich zu einem Lächeln. "Als Alabaster hörte, was dir als Kind widerfahren ist… bestand sie persönlich darauf, dir dieses Geschenk zu senden." Kerry musste innehalten und eine Minute nachdenken. Ihr Herz schlug so schnell, dass sie die Schläge kaum unterscheiden konnte. Das war mehr als ein Welpe. Das war eine Verpflichtung von Dar an sie. Zu ihnen. Kerry nahm einen tiefen Atemzug und blickte zu ihrer Geliebten hinauf. "Ich denke… mit zwei Leuten… wird es vielleicht nicht so übel sein." Sie umarmte zärtlich den Welpen und dieser leckte ihren Hals. "Uh… das kitzelt." Ihre Augen hoben sich zu Dar's. "Danke schön." Dar sah außerordentlich zufrieden mit sich selbst aus. "Gern geschehen." Sie drehte ihren Kopf. "Jack… hast du Hunger? Wir haben genug Essen, um halb Miami zu füttern." Sie öffnete die Tür und trat auf die Seite um ihn eintreten zu lassen. "Vorwärts… im hinteren Bereich ist eine Bar… du kannst bis morgen bleiben und hier übernachten, richtig?" Jack umarmte sie. "Jawohl … ansonsten müsste ich bei Mineralwasser bleiben, und was für eine Verschwendung würde das auf deiner Geburtstagsparty sein." Er ging an sie vorbei und ließ die beiden alleine auf der Veranda. Dar schloss die Tür hinter ihm, dann lehnte sie sich gegen das Geländer und nahm einen tiefen Zug von der kühlen Luft und blies sie wieder aus. "Hast du schon einen Namen für sie?" Kerry schritt hinüber und setzte sich neben sie. "Machst du Witze, Dar…? In meinem Kopf dreht sich noch alles." Sie streichelte den Welpen. "Ich weiß nicht was ich sagen soll… ich hätte nie gedacht, dass du… daran denken, geschweige denn etwas machen würdest, was so viel Probleme in dein alltägliches Leben bringt." Dar kraulte das Kinn des Welpen, dann verschränkte sie ihre Arme vor ihrer Brust und lehnte sich zurück. "Ich wollte seit Langem einen Hund." Entgegnete sie leise. "Meine Mutter hatte eine schwere Fellallergie und somit hatte ich keinen, als ich aufwuchs… doch als ich zur Uni ging habe ich diese Promenadenmischung gefunden und ihn adoptiert. Der verdammte Kerl folgte mir überall hin… er warte auf mich vor den Klassenzimmern… ich war seine ganze Welt." Kerry blieb still und wartete einfach. "Einen Tag nach meinem Abschlussexamen wurde er von einem Wagen angefahren." Dar's Stimme blieb gleichmäßig, beinahe so, als ob sie sich dem Schicksal ergab. "Ich verbrachte den ganzen Tag beim Tierarzt, doch letztendlich konnten sie nichts mehr für ihn tun… ich hielt ihn einfach, als sie ihn erlösten." Sie schüttelte ihren Kopf. "Es ist unglaublich, wie viel einem ein Tier bedeuten kann… es fühlte sich an, als ob ein Bruder oder eine Schwester stirbt." "Dar…" Sagte Kerry mitfühlend. "Mein Vater sagte, das wäre so, weil Tiere dir etwas geben was Menschen niemals tun… bedingungslose Liebe." Fuhr die dunkelhaarige Frau leise fort. "Es ist ihnen egal, ob du reich bist, oder wer deine Eltern sind, oder was du machst… es spielt für sie keine Rolle." Sie blickte zu Kerry hinauf. "Es bereitet keine Probleme, Kerry… wir werden einen Weg finden, dass es funktioniert… das größte Problem wird sein, jemanden zu anzuheuern der all die kleinen, winzigen Labradorhärchen aufsaugt… oder wir enden damit, jede Menge Sachen im Tweedlook während der Arbeit zu tragen." "Hm." Kerry betrachtete den Welpen, der gähnte und erneut ihr Gesicht leckte. "Ich mag Tweed." "Ich hasse es." Erwiderte Dar fröhlich. "Komm schon… lass uns unsere neue Freundin der Menge vorstellen." Sie griff nach der Tür und schlang ihren anderen Arm um Kerry's Schultern. "Wie werden wir sie nennen?" "Du wirst mir ein wenig Zeit geben müssen, um darüber nachzudenken, Dar." Entgegnete die blonde Frau, während sie das Apartment betraten. "Warte… sie hat eine so cremige Farbe… wie wär's mit Cappuccino?" Dar lachte. "Cappuccino ist es… Hallo…" Sie erhob ihre Stimme. "Kommt her und begrüßt Kerry's Weihnachtsgeschenk… Cappuccino." "Oh… Calinde…" Maria kam schnell heran und koste den Welpen, der aufwachte und sich, bei dem plötzlichen Meer an Gesichtern, verschreckt umsah. Dar trat zurück, schnappte sich einen Miniaturkebab von einer der warmen Platten und knabberte daran, während sie zusah, wie alle um ihre Geliebte und den Welpen herumturnten. Kerry wurde immer lebhafter und es dauerte nicht lange, bis sie auf dem Boden saß, den Welpen herumlaufen ließ und über seine Kapriolen lachte. Der kleine Hund beschloss, dass ihre Schnürsenkel eine angemessene Beute waren, und zog knurrend an ihnen, wobei seine Krallen über den glatten Boden kratzten. "Ich denke, dass ich Alabaster berichten kann, dass ihre Tochter ein gutes zu Hause hat." Bemerkte Jack, seinen vollen Teller in einer Hand balancierend, während er mit einer Gabel in der anderen dessen Inhalt attackierte. "Sie wird sich tierisch darüber freuen." "Oh ja." Dar stibitzte sich einen Kokosnussshrimp und biss ihn entzwei. "Danke Jack… Du hast nun noch etwas bei mir gut." In ruhiger Dankbarkeit schaute sie zu ihrem Freund. "Kein Problem." Erklärte der Flieger grinsend. "Das hat mir einen guten Teller zu Essen, eine recht komfortabel aussehende Couch für die Nacht, die Gesellschaft von zwei reizenden Damen und ein verdammt feines Zuhause für einen von Alabasters Welpen eingebracht. Ich kann mir nichts besseres wünschen." Dar beobachte, wie der Welpe Duks Faust fing, die dieser über den Boden huschen ließ. "Wie laufen die Dinge ansonsten bei dir?" Er zuckte mit seiner Schulter. "Ich könnte morgen einen Rat von dir gebrauchen, falls du ein paar Minuten Zeit hast." "Klar doch." Dar tätschelte seinen Arm und beobachtete dann wieder das Beste ihrer Geburtstagsgeschenke.
"Schließ die Tür." Kerry sah sich schnell noch einmal in dem nun ruhigen und größtenteils dunklen Apartment um. Jack hatte es sich unten auf der Couch gemütlich gemacht, Angela und Michael hatte sie oben untergebracht, ihre Schwester in ihrem Zimmer, und ihren Bruder in dem Gästezimmer gegenüber ihrem neu eingerichteten Büro. Sie schloss die Tür zu Dar's Schlafzimmer, dann drehte sie sich um und betrachtete ihre Geliebte, die mit geschlossenen Augen ausgebreitet auf dem Wasserbett lag. "Puhh." Gähnend rieb Kerry ihre Augen. "Ich kann nicht glauben, dass es 3 Uhr ist… Seit dem Finale des Debattierwettbewerbs an der Uni habe ich nicht mehr so viel geredet." "Mm." Dar nickte. "Doch es war schön… eine gute Party." Kerry ließ sich auf der Kante des Wasserbetts nieder. "Ja? Hat es dir gefallen?" Ein blaues Auge öffnete sich. "Ja, das hat es." Dar klang leicht überrascht. "Ich denke das trifft auf alle zu… und das Bild, dass du von Duks gemacht hast, als er mit dem Welpen auf dem Sessel eingeschlafen war, ist eines der besten Druckmittel, das ich seit Jahren gesehen habe." Bemerkte sie, ihre Arme über den Kopf hebend und sich streckend. "Exzellentes Dessert." Die Augen der blonden Frau begannen zu strahlen. Sie hatte es selbst kreiert, ein Kuchen mit einer Schicht dunkler Schokoladenmousse, und einer zweiten mit Quark und Schokostückchen, beide wurden durch eine Schicht zerbröselter Oreokekse getrennt und das Ganze war mit einer knusprigen Schokoladenglasur überzogen. "Du solltest es beurteilen können… du hattest vier Stücke." Scherzte sie. "Und ich habe dir etwas davon im Kühlschrank gerettet." Dar's Augen erstrahlten. "Wirklich?" Sie begann sich zu erheben, doch Kerry schnappte ihre Schulter und stoppte sie. "Nun komm schon Dar… du wirst dir deinen Magen verderben." Lachte sie. "Und du wirst Jack und den Welpen aufwecken." Die dunkelhaarige Frau legte sich wieder zurück. "Ja… du hast recht." Stimmte sie widerwillig zu. "Frühstück ist ja bald." "Autsch." Zusammenzuckend bedeckte Kerry ihre Augen. "Was… wenn es dich glücklich macht werde ich Orangensaft dazu trinken." Blödelte Dar und tätschelte ihr Bein. "Ich mach nur Spaß… wir werden es morgen Abend essen, nachdem alle abgereist sind." Lenkte Dar ein. "Hast du für jeden das Rezept aufgeschrieben? Ich denke, dass Maria es im Schwarzen Brett in der Firma veröffentlichen wird." Dar hielt inne. "Obwohl ich hoffe, dass sie es nicht Dar's Geburtstagskuchen nennen wird." Kerry lachte, dann ließ sie sich selbst ins Wasserbett gleiten, und ihren Kopf auf Dar's Bauch legend blickte sie zur Decke. "Ich denke, dass sich mein Bruder in dich verknallt hat." "Aha… darum hat er soviel geschwatzt." Überlegte die Geschäftsführerin. "Hat er eine Veranlagung dazu?" "OH ja." Schnaubte die blonde Frau. "Ohne dir nahetreten zu wollen oder so… aber bei jeder hübschen Frau, die er sieht, gerät er in Verzückung…" Sie drehte ihren Kopf und blickte zu Dar. "Und du bist definitiv qualifiziert." Die blauen Augen nahmen einen warmen Ton an, als sie das Lächeln erwiderte. "Irgendwie ist er süß… und deine Schwester und ich schaften es ein nettes Gespräch über Miami's Umgebung zu führen… sie ist amüsant." "Mm… sie mag dich." Kerry war selbst ein wenig überrascht darüber. "Ich war mir nicht sicher ob… Angie neigt dazu ein kleines bisschen konservativ zu sein." Dar rollte ihren Kopf zur Seite. "Aber du sagtest, sie wüsste über dich bescheid… richtig?" "Ich sagte konservativ, nicht blind oder blöde." Entgegnete die blonde Frau schelmisch. "Viele Leute machen den Fehler… nur weil jemand etwas nicht sehen will, bedeutet nicht, dass sie es nicht sehen können." "Aha." Dar senkte eine Hand und rieb zärtlich über Kerry's Bauch und entlockte ihr ein zufriedenes Murmeln. "Danke für die Party." Ein grünes Auge rollte nach oben und blickte zu ihr. "Heißt das, dass ich es wieder tun kann?" Fragte Kerry. "So oft, wie du möchtest." Versicherte ihr die dunkelhaarige Frau. Kerry rollte sich so herum, dass sie zu Dar aufblicken konnte. "Das sind eine Menge Geburtstagspartys." Das brachte ihr ein zufriedenes Lächeln von ihrer Geliebten ein. Für ein oder zwei Minuten betrachteten sie sich einträchtig schweigend. "Ich glaube, dass Maria über uns bescheid weiß." Bemerkte Kerry und war überrascht, als Dar zu lachen anfing. "Maria wusste über uns bescheid, bevor ich es tat." Gestand die größere Frau ein. "Ich hätte es merken sollen als Maria mich fragte, ob ich ein oder zwei Tickets für das Erntedankfest wolle, und ob sie uns in Disney in getrennten Zimmern unterbringen soll." "Wirklich?" Vor Überraschung setzte sich Kerry beinahe auf. "Das hat sie getan? Kein Wunder, dass sie mir geholfen hat… oh…" Ein tiefes, sinnliches Kichern. "Im Park zu übernachten?" Dar's Augen funkelten verschmitzt. "Komm schon Kerry… Das hatte ich gleich durchschaut." Sie gab der kleineren Frau einen leichten Stupser. Kerry errötete. "Ich wollte, dass du dich entspannst." Beschwerte sie sich schwach. "Wenn du es wusstest, warum hast du dann mitgemacht?" Sie blickte zu Dar empor. "Du hättest es stoppen können." Sanfte blaue Augen betrachteten sie. "Ich weiß. Aber ich wollte nicht." "Oh." Murmelte Kerry. "Nun ja, ich bin froh, dass du es nicht getan hast." Sie lächelte zu Dar. "Weil ich nämlich wirklich mag wohin es uns gebracht hat." "Tust du das, ja?" Beiläufig fuhr die dunkelhaarige Frau mit einem Finger über Kerry's Gesicht. "Du weißt, dass du das Beste bist, was mir jemals widerfahren ist, richtig?" Plötzlich die beinah vibrierende Intensität zwischen ihnen fühlend holte Kerry langsam Luft und stieß sie wieder aus. "Mir geht es auch so." Sie ließ die Worte auströpfeln. "Ich kenne dich erst seit zwei Monaten… doch wenn es legal wäre würde ich dich bitten, mich zu heiraten." Mit einem Blick zurückgehaltener Freude hielt Dar für einen langen Moment den Atem an. "Das würdest du?" "Jawohl." Kerry legte ihren Kopf auf die warme Oberfläche und atmete aus. "Das würde ich mit Sicherheit." "Ich würde ja sagen." Erwiderte Dar mit einem offenherzigen Grinsen, während sie mit ihren Fingern durch die über ihrer Brust ausgebreiteten blonde Haare kämmte. "Würdest du?" Kerry spürte ein Glücksgefühl in ihr explodieren. "Klar… sicher würde ich das." Versicherte ihr die dunkelhaarige Frau. "Weißt du, eines Tages wird es legal sein." Sie spürte, wie eine Idee in ihr aufkeimte, und legte sie für eine spätere Durchführung bei Seite. "Ich weiß… es ist nur eine Frage der Zeit." Entgegnete ihre Geliebte leise. "Und wir haben alle Zeit dieser Welt." Sie schlang ihre Finger um Dar's, hob ihre verschlungenen Hände, presste ihre Lippen auf Dar's Handrücken und legte sie dann auf ihr Herz. Ich hatte nie erwartet in einem Märchen zu leben. Dar blinzelte verträumt. Genauso fühlt es sich an… keiner sagt so etwas im wirklichen Leben, oder? Doch sie konnte das echte und reale Schlagen von Kerry's Herz hören. Sie hob ihren anderen Arm, streichelte das Gesicht der kleineren Frau und konnte sehen, wie sich bei dem Kontakt Kerry's Augen im Gleichklang mit ihrem deutlich schneller schlagenden Herzschlag, schlossen. Sogar bei den leichtesten Berührungen… staunte Dar. Es ist, als ob jeder von uns ein Teil des anderen ist. Sie fand, dass dies ein sehr reizvoller Gedanke war, und ein warmherziges, spekulatives Lächeln überzog ihr Gesicht. "Glaubst du an… Schicksal?" "Ozeangrüne Augen öffneten sich und betrachteten sie. "Wie meinst du das?" Dar zögerte. " Beispielsweise … dass es Dinge gibt, die einfach geschehen müssen… das manche Menschen dazu bestimmt sind sich zu begegnen, etwas Derartiges." Während Kerry nachdachte, bewegte sie leicht ihre Kiefermuskeln. "Ich weiß nicht." Erwiderte sie leise. "Der Gedanke, dass wir keine Wahl in unserem Leben haben, gefällt mir gar nicht… das Dinge einfach geschehen und wir keinen Einfluss darauf haben." Für einen langen Moment schwieg sie. "Aber ich bin ziemlich altmodisch… ich denke… und würde gerne daran glauben, dass Gott für jeden von uns… irgendwo da draußen eine… ähm… zweite Hälfte hat, ich meine… jemand der uns ergänzt und vollständig macht." Sie überlegte ihre Worte sorgfältig. "Ich denke, dass die meisten Menschen nie diese Person finden… doch manchmal… wenn du Glück hast, oder… nun ja, wenn es einem bestimmt ist geschieht es, nun da ich darüber nachdenke, bin ich davon überzeugt." "Das ist eine interessante Theorie." Grübelte Dar. "Es kling so ähnlich, wie das was mein Vater zu sagen pflegte… wenn er jemandem zu erklären versuchte, wie er und meine Mutter zusammengefunden hatten." "Wirklich?" "Ja… wirklich." Erwiderte Dar mit nachdenklicher Stimme. "Glaubst du das er recht hatte?" Kerry rutschte zu Dar's Kopf hinauf und stützte sich auf ihren Ellbogen ab, wobei sich das Wasserbett unter ihr bewegte. Sie schauten sich an. "Ich bin gerade dabei, es zu glauben." Antwortete die dunkelhaarige Frau sanft. "Was denkst du?" Kerry spürte, wie eine Welle völliger Erleichterung durch sie zog, und ihren Kopf senkend atmete sie den reinen Leinengeruch der Steppdecke ein. "Ich denke, dass ich eine von den wenigen Glücklichen bin." Sie blickte auf und sah in lächelnde, auf sie gerichtete, blaue Augen. "Ich denke, dass ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war." Dar strubbelte liebevoll durch ihr Haar. "Auch wenn es zu der Zeit nicht so ausgesehen hat." Entgegnete sie ironisch. "Oh ja." Kerry schob sich gemächlich nach vorne und küsste sie. "Ich denke wir ziehen uns besser aus." "Oh… sicher." Erwiderte Dar erfreut, ihre Hände über Kerry's Hüfte gleiten lassend und dann den dünnen Ledergürtel um ihre Taille öffnend. "Kein Problem." "Nun ja… so war das nicht gemeint, aber…" Mit ihren Zähnen öffnete Kerry den obersten Knopf von Dar's Baumwollbluse. "Doch ich denke, dass es den richtigen Zweck erfüllen wird." Sie spürte die kühle Luft der Klimaanlage auf ihrer Haut, als ihre Hose von Dar's vertrauten Berührungen ihren Schenkeln entlang ausgezogen wurde und dann nach oben wanderten, um ihre Bluse zu aufzuknöpfen. "Mm." Sie hatte nun Dar's Bluse geöffnet, und die größere Frau erhob ein bisschen ihren Körper und ließ sie den Stoff über ihre gebräunten Schultern ziehen. Kerry legte ihre Hände flach gegen die angespannten Bauchmuskeln und lehnte sich dagegen, als sie an Dar's nacktem Hals knabberte, dann als die größere Frau sich hinlegte tat sie es auch und ihre beiden Körper berührend glitten sie gegeneinander. Die kühle Luft traf nun ihren Rücken und sich aus ihrer Bluse schälend, spürte sie, wie auf ihrer Haut eine warme Spur Dar's Händen folgte, die über ihre Schulterblätter und an ihren Seiten hinunterglitten und dann sanft ihre Hüfte ergriffen, als sie hinüberrollend ihre Position wechselten und ihre Glieder verschlungen. Das beharrliche Knabbern an ihrem Hals entlang bis zu ihrem Schlüsselbein und darüber hinaus ließ sie den langen Tag vergessen und die Erschöpfung verblassen. Kerry beschloss, dass dies das perfekte Ende für einen nahezu vollkommenen Tag war.
Das Problem mit dem Aufwachen an Werktagen vor Sonnenaufgang war, grübelte Dar. Das du an den Wochenenden nicht länger schlafen konntest. Sie wachte langsam auf, als die Morgendämmerung gerade die Fenster in ihrem Raum verfärbte, perlenähnliches hellgraues Licht über dem Bett verteilte und die blauen Schattierungen der Steppdecke, in der sie beide eingehüllt waren, betonte. Kerry, mit ihrem Rücken gegen Dar's Brust kuschelnd und den Armen der größeren Frau um sie geschlungen schlief tief und fest, und Dar wusste, dass die blonde Frau, wenn es ihr möglich war, viel länger schlafen würde, als sie selber es konnte. Sie vermutete nicht, dass einer ihrer Gäste ebenfalls bei Sonnenaufgang wach sein würde, also blieb es ihr überlassen, was sie tun sollte. Natürlich könnte sie einfach ihre Augen schließen und wieder einschlafen. Oder sie könnte aufstehen, in ihr Büro gehen und ihre E-Mails durchsehen. Doch Dar wusste, dass die Chancen wieder einzuschlafen recht gering waren, und sie hatte wirklich keine Lust ihre endlose Eingangsbox durchzusehen. Jedoch, sie blickte zum Fenster, Laufen war keine schlechte Idee… es sah nach einem schönen Morgen aus, und ihr gewöhnliches Morgenritual ermöglichte es ihr, ihre Gedanken zu ordnen. Dar schlüpfte vorsichtig aus dem Bett, zog die Decke um Kerry's warmen Körper und schlenderte zu den Schubladen, zog eine kurze Sporthose und ein abgeschnittenes Shirt heraus und zog die Sachen an. Dann ging sie ins Badezimmer und schloss die Tür hinter sich, ließ ein wenig Wasser ins Waschbecken laufen, während sie sich ihre Zähne putzte, und als sie ihre Haare bürstete blickte sie kurz zu ihrem Spiegelbild. Ihr Ebenbild blickte auf sie zurück und ihren Kopf aufrichtend bemerkte sie, dass die Schatten unter ihren Augen und die Falten der Anspannung, die ihr Gesicht seit langer Zeit charakterisiert hatten, nun auf mysteriöse Art verschwunden waren. Sie lächelte und erkannte beinahe die Person, die auf sie zurückblickte, nicht mehr. Gut. Sie wusch sich fertig und löschte das Licht, bevor sie aus der Tür schlüpfte und durch das schwach beleuchtete Schlafzimmer schlenderte, ging in den dunklen Hauptbereich ihres Apartments und hielt an, um ihre Laufschuhe anzuziehen. Sie schaffte es aus der Eingangstür hinauszukommen, ohne jemanden zu wecken, und einen tiefen Atemzug der taufeuchten Morgenluft nehmend, blieb sie kurz auf der Veranda stehen. Es war ein schöner Morgen, mit nur wenigen, bauschigen Wolken am Himmel, die tief am Horizont hingen und die anbrechende Morgendämmerung in eine Mischung von Rosa- und Korallentönen über das wechselnde Grau des Wassers tauchten. Die Temperatur hatte erfrischende 20°C und Dar lächelte in tierischer Zufriedenheit, als sie sich in Richtung des Wassers auf den Weg machte. Ihre Schritte auf dem rauen Betonboden hoben sich leicht von dem sanften Brausen der Wellen und einem vereinzelten Schrei der Seemöven über ihrem Kopf, ab. Sie steigerte langsam ihre Geschwindigkeit, um ihren Muskeln die Möglichkeit zu geben, warm zu werden. Als sie den Jachthafen passierte, winkte sie zu den Hafenarbeitern, die zurückwinkten, während sie sich ihren morgendlichen Arbeiten zuwandten, das Abspritzen der Boote und reinigen des Dockbereichs. Verdammt. Eine Elastizität in ihrem Schritt fühlend, wie schon lange nicht mehr, fiel Dar in einen leichten Rhythmus. Es fühlte sich großartig an. Sie war sich nicht sicher, ob es nur die neuerlichen Änderungen in ihrem Leben waren, oder das neu erweckte Interesse, das sie in den Trainingseinheiten mit Ken gefunden hatte, doch es war beinahe so, als ob sie einige Jahre jünger geworden wäre. Sechs Runden und sie spürte nicht einmal etwas, ihr Gesicht verzog sich zu einem vergnügten Grinsen, weiterlaufend fügte sie noch mehrere Runden hinzu und hörte erst auf, als die Sonne hell strahlend die Luft erwärmte und eine gesunde Schweißschicht ihre Haut bedeckte. Auf dem Kai blieb sie stehen und blickte über den Atlantik, die Strahlen der Morgensonne verschmolzen die grauen Wellen in Wirbel von grünen und blauen Farben, als der Nordwestwind gegen ihren Rücken blies und den Schweiß und ihre Haut abkühlte. Mit einem zufriedenen Seufzer setzte sie sich auf die Kaimauer, ihre Fersen gegen den Beton trommelnd fühlte sie den unsteten Sprühregen der Wellen, die gegen die Ufermauer schlugen. Das leichte knirschen von Reifen veranlasste sie sich umzudrehen, und sie lächelte als Carlos seine Sachen zusammenpackte und dann aus dem Klubwägelchen sprang. "Guten Morgen." Begrüßte sie den Servicemann. "Guten Morgen, Ms. Roberts… seit kurzem habe ich sie hier draußen nicht oft gesehen." Erwiderte er höflich lächelnd. "Möchten sie das Übliche?" Dar überlegte. "Klar…" Sie sie dachte kurz nach. "Und ein Glas Orangensaft, wenn es ihnen nichts ausmacht." Ein schelmisches Grinsen verzog ihre Lippen. "Valencia oder Navel?" Fragte Carlos unverzüglich. "Valencia, bitte… wenn möglich mit Fruchtfleisch." Erwiderte Dar, feststellend, dass sie durch Kerry's nicht sehr spitzfindiges Anstacheln, immer mehr Gefallen an diesen Sachen fand. Sie hatte es auch geschafft Dar zu etwas gesünderen Snacks zu überreden und tatsächlich mochte sie die getrockneten Früchte und Nüsse mehr als sie gedacht hatte. Ebenso schien es neuerdings Äpfel in ihrem Apartment zu geben. "Und wahrscheinlich komme ich in ungefähr einer Stunde mit vier bis fünf Leuten zum Frühstück runter." "Sehr wohl." Carlos stieg wieder in seinen Elektrowagen und löste die Bremse. "Bin gleich zurück." Dar wandte ihren Blick wieder zum Horizont und sich gähnend zurücklehnend, streckte sie ihre Beine aus und spannte ihre Oberschenkelmuskeln an, als sie Schritte näherkommen hörte, drehte sie sich um. "Hey… Guten Morgen Jack." Der Pilot, bekleidet mit einer dunkelblauen Jogginghose und einem Tank-Top mit dem goldfarbenen Schriftzug Navy, beschleunigte seinen Gang, und gesellte sich zur ihr auf die Kaimauer. "Dir auch einen schönen Guten Morgen." Mit seiner Hand durch seine kurz geschorenen Haare fahrend blickte er auf die See hinaus. "Ich habe Cappuccino ein bisschen Trockenfutter gegeben… ich warne dich, die Morgenstunden sind Welpenspielzeit." Dar grinste. "Danke… ich wollte nach meiner Rückkehr nach ihr sehen… ich hatte nicht damit gerechnet solange hier draußen zu bleiben." Sie blickte auf, als Carlos zurückkam, der in einem Korb ihren Orangensaft und eine Thermoskanne Kaffee mitbrachte, den er nun abstellte. "Ich habe eine Tasse für den Herrn mitgebracht." Erklärte der Serviceangestellte zuvorkommend. "Und einen Korb mit Gebäckstücken ganz frisch aus dem Ofen." Dar kicherte. "Danke, für beides." Sie unterschrieb die Rechnung und blickte ihm nach als er ging, dann untersuchte sie den Korb. "Hier… versuch eins von diesen… sie sind gut." Jack folgte ihr, und biss in das Honig-Nuss-Gebäck. "Mm… das ist gut." Bemerkte er kauend und goss sich eine Tasse Kaffee ein. "Es ist schön hier draußen." Die dunkelhaarige Frau nickte. "Die Eingewöhnung fiel mir ein bisschen schwer." Gab sie zu. "Ich war so an mein spartanisches Leben gewöhnt… du weißt, wie es in meiner Wohnung in Grove ausgesehen hat." Sie warf einen ironischen Blick zu Jack. Ein Stuhl, ein Tisch und ein Futon zum Schlafen. Der vollkommene unkomplizierte Haushalt. "Oh ja…" Lachte Jack. "Das hier ist mit Sicherheit etwas völlig anderes… ehrlich gesagt hatte ich Schwierigkeiten mir vorzustellen, wie du hier lebst." Ein Schulterzucken. "Am Anfang war es schwer… doch ich habe mich daran gewöhnt." Erwiderte Dar. "Nun glaube ich, dass ich einen ausgeprägten Hang für das unbeschwerte, leichte Leben entwickelt habe." Informierte sie ihn, mit einem Hauch Reue in der Stimme. "Weißt du… dieser Ort hat zudem seine Vorteile… Privatsphäre, Sicherheit… einen schönen Joggingpfad." "Das trifft mit Sicherheit zu." Er biss in ein weiteres Gebäckstückchen und nippte, das Fruchtfleisch nachdenklich kauend, an ihrem Orangensaft. "Wenn ich nicht vollkommen auf den Kopf gefallen bin, scheinst du hier recht glücklich zu sein, Dar… wesentlich mehr, als noch vor einer Weile." Die hellblauen Augen starrten für einen langen Moment auf das Wasser, dann richtete sie ihren Blick auf ihn. "Das trifft es ziemlich genau." Gestand sie zögernd ein. "Kerry ist ein echter Schatz." Fuhr Jack fort. "Wie geht es ihr nach all diesem Mist?" Dar atmete aus und legte ihre Hände auf ihre Knie. "Es ist hart." Gab sie zu. "Doch sie kommt damit zurecht… ich freu mich, dass ihre Geschwister gekommen sind, da ich denke, dass es ihr eine Menge ausgemacht hat an den Feiertagen ihre Familie nicht zu sehen." "Mmm." Stimmte Jack zu. "Das ist hart." "Ja." Bemerkte Dar leise, ihren Blick senkend. "Also, was ist mit dir?" Wechselte sie diplomatisch das Thema. "Du sagtest, dass du einen Rat bräuchtest." Jack schwieg einen Moment, zog ein Knie hoch und schlang seine Arme darum. "Robbie… nach diesem Einsatz hört er auf." Der Pilot hielt kurz inne. "Er beschloss die Navy zu verlassen… sein Onkel ist Projektmanager bei Grumman, und ihm ist dort ein Job angeboten worden." Dar hörte einfach nur zu. "Er hat sie überredet, mir auch ein Angebot zu machen… er möchte, dass ich auch aufhöre, und…" Jack zögerte. "Er möchte, dass ich mit ihm dorthin gehe." Die dunkelhaarige Frau dachte über das Problem nach. "Ich dachte, dass du bei der Navy Karriere machen wolltest." Er blickte auf seine Hände hinab. "Das dachte ich auch… du weißt wie den Dienst liebe, Dar… so bekloppt es klingt, ich liebe die Reglementierung, die Kameradschaft… ich liebe es zum Hangar zu gehen und mein Flugzeug zu sehen… ich liebe sogar die Furcht einflößenden Teile, die nächtlichen Landungen und die Flüge ins Gefecht…" "Aber?" "Aber." Seufzte Jack. "Egal was für ein guter Pilot ich bin, egal was für ein guter Soldat ich bin… egal wie viele Streifen ich trage, oder wie vergoldet meine Flügel sind… wenn ich ihnen sage wie ich über Robbie fühle, werden sie mich rausschmeißen wie alten Müll." Er betrachtete den Horizont. "Sie zwingen mich eine Wahl zu treffen." Dar nahm einen Schluck von ihrem Kaffee. "Du musst es ihnen nicht sagen." Schlug sie ihm leise vor. "Eine Menge Leute tun das nicht." Er nickte zögernd. "Ich weiß… aber Toni will gehen, und ich…" "Jack… das… kling für mich verdammt kalt." Bemerkte Dar, leise einatmend. "Doch du musst in dein Herz schauen und entscheiden, was das Beste für dich ist, nicht was das Beste für ihn ist." Sie dachte kurz nach. "Er ist Radar-Überwachungs-Offizier… wird er in die Forschung und Entwicklung gehen?" Jack nickte. "Und dein Angebot… ist es das Gleiche?" Ein weiteres Nicken. Würdest du das gerne machen?" Erkundigte sich die Geschäftsführerin feinfühlig. Jack starrte auf seine Knie. "Ich bin ein Pilot." War das leise, traurige Geständnis. "Ich könnte in die Forschung und Entwicklung gehen, aber…" Er blickte hoch, in Dar's Augen. "Ich würde etwas aufgeben, das ich wirklich liebe." Er schwieg kurz. "Was würdest du tun, Dar? Würdest du deinen Job für Kerry aufgeben? Alles hinwerfen und etwas anderes tun… das dir nicht wirklich liegt… wenn sie dich darum bitten würde?" Dar dachte eine Zeit lang darüber nach, während sie beobachtete wie eine Möwe nach einer Mahlzeit suchend in die Wellen hinab stieß, dann atmete sie aus und drehte ihren Kopf zu ihm. "Ja." Antwortete sie kurz. "Aber… Jack, sie ist die erste Person, mit der ich involviert bin, bei der ich das sagen kann… normalerweise wäre meine Antwort nein gewesen." Sie räusperte sich. "Ich denke, dass es wirklich davon abhängt, ob du Tony so sehr liebst… dass du alles an was dein Herz hängt aufgeben könntest." Sie blickte ihn an. "Tust du das?" Nun wandte Jack für einen längeren Zeitraum seinen Blick ab, während Dar an ihrem Kaffee nippte und an einem weiteren Pecannuss-Gebäckstück knabberte. Letztendlich senkte sich der blonde Kopf. "Nein." Gestand er mit schwerer Stimme ein. "Ich mag ihn, wir haben Spaß miteinander, er ist mein bester Freund… aber… nein." Dar legte einen Arm um seine muskulösen Schultern. "Du hast mich um Rat gefragt… ganz ehrlich denke ich, dass du bleiben solltest wo du bist, bis du jemanden triffst, den du mehr liebst als das Fliegen." Er sah seltsam erleichtert aus. "Wie werde ich das wissen?" Dar lächelte sanft. "Du wirst es wissen." Sie blickte ihn verlegen an. "Glaub mir, du wirst es wissen." Sie saßen für einen Moment einfach nur da, dann blickte sie in den Himmel hinauf. "Jetzt sollten alle wach sein… lass sie uns holen und hinunter zum Frühstücken gehen." Sie kam auf ihre Füße und bot ihm eine Hand an, die er auch nahm. "Klingt gut." Er staubte seine Jogginghose ab und seine Hände auf seine Hüften legend, betrachtete er sie eingehend. "Darf ich eine nicht Computerbezogene, vollkommen sexistische und sehr chauvinistische Bemerkung machen?" Dar's Brauen zogen sich zusammen. "Sicher… ich bin nicht dein Obermaat." "Für jemanden, der in all dem weichen Luxus lebt, siehst du mit Sicherheit heiß aus." Jack schüttelte seinen Kopf und schnalzte mit seiner Zunge. "Verdammt, Dar… woher nimmst du die Zeit, so verdammt durchtrainiert auszusehen?" Erschrocken blickte sie an sich herunter und blinzelte dann. "Ähm… einfach eine Gewohnheit, denke ich…" Entgegnete sie. "Es ist schwer damit aufzuhören… du weißt wie das ist." Sie deutete ihm an, dass es Zeit war aufzubrechen.
Das sanfte Sonnenlicht des Nachmittages warf seine Strahlen in das Apartment, als endlich Ruhe eingekehrt war. Dar hatte ein Bein über die Sessellehne gelegt auf dem sie ausgebreitet lag und lehnte sich zurück als Kerry, ihren neuen Welpen tragend, hereinkam. "Jeder ist sicher auf seinem Heimweg… endlich." Bemerkte sie, als sich die blonde Frau auf der Sessellehne setzte und Cappuccino an ihren Fingern kauen ließ. "Endlich." Stimmte Kerry zu. "Ich dachte, ich kriege meinen Bruder nie dazu seinen Mund zu schließen… musstest du diesen Morgen praktisch nur in deiner Unterwäsche bekleidet hereingeschlendert kommen?" Dar warf ihr einen Blick zu. "Das ist keine Unterwäsche… darin laufe ich." Protestierte sie. "Wir leben in Miami, erinnerst du dich? In einem Trainingsanzug zu rennen ist eine Einladung für einen Hitzeschlag." Sie lehnte ihren Kopf gegen die Rückenlehne. "Verdammt… ich habe sechzehn Seiten E-Mails, die ich bis morgen Früh durchgehen muss." "Erinnere mich nicht daran." Seufzte Kerry. "Ich muss bis morgen 9:00 Uhr zur Personalversammlung Positionsstatusberichte für zwei verschiedene Verträge fertig haben, und ich habe noch nicht einmal damit angefangen." Sie kuschelte den Welpen näher an sich heran. "Ich denke, wir fangen besser damit an… wir haben eine Tonne von Resten zum Abendessen, außer du die Nase davon voll." "Nee. Das ist schon in Ordnung." Dar hob eine Hand und strich mit den Knöcheln ihres Handrückens über Kerry's nackte Schenkel. Die blonde Frau trug eine abgeschnittene Jeansshorts und ein T-Shirt, und Dar konnte die Reste von Sonnenlotion auf ihrer Haut riechen. "Ich hab echt keine Lust diese gottverdammten Mails durchzusehen." Gestand sie schließlich ein. "Mm… nun ja, ich hab auch keine Lust diese Berichte zu machen, also denke ich das wir in diesem Punkt quitt sind." Erzählte ihr Kerry. "Wir könnten es machen, wie alle anderen auch und unsere Arbeit während der regulären Arbeitszeit erledigen." Bemerkte sie. "Tatsächlich kann ich nicht glauben, dass wir dieses Wochenende kein großes Problem hatten… das ist ein Novum." "Psst…" Flehte Dar. "Bitte… ich habe heute Abend keine Lust Leute anschreien zu müssen." Sie kitzelte den schläfrigen Welpen. "Hallo Mädchen." Ein Lächeln überzog ihr Gesicht. "Sie ist wirklich süß, wie?" "Oh ja…" Bestätigte Kerry lächelnd. "Sie hat vorhin vehement die Küche vor dem Besen verteidigt." Bemerkte sie kichernd. "Ich sag dir was… lass uns eine Weile mit ihr spielen und dann zu Abend essen, danach sind wir vielleicht in der Stimmung zu arbeiten." "Okay." Stimmte Dar schnell zu und rutschte zur Seite. "Hier… quetsch dich da rein." Sie entfernte ein Kissen vom Sessel, zog Kerry herunter und grinste, als die blonde Frau zur Hälfte auf dem Sessel und zur anderen über Dar ausgebreitet lag und der Welpe in ihren Schoß fiel. Cappuccino schüttelte ihren Kopf, wobei ihre winzigen Öhrchen wedelten und nun gähnend eine u-förmige sehr rosafarbene Zunge zeigte. Sie kletterte Dar's Brust hinauf und ihre Pfoten auf die Schultern der dunkelhaarigen Frau legend kaute sie enthusiastisch an ihrem Kinn. "Hier…" Kerry bot ihr eine Socke an, welche sie schnappte und beim Ziehen ein zierliches Welpenknurren von sich gab. "Das ist es… gutes Mädchen… wir werden dir beibringen, dass du morgens Mami Dar die Socken bringst." Mami Dar? Das versetzte ihrem Gehirn einen irrationalen Stoß. "Oh… das wird sie wahrscheinlich dazu bringen sie AUSZUZIEHEN, Kerry." Protestierte Dar. "Nun ja, das ist auch okay." Bemerkte die blonde Frau grinsend und kicherte dann, als Cappuccino sich Dar's Bluse zuwandte und eifrig mit ihren Zähnen einen Knopf öffnete. "Hey… das ist mein Mädchen!!!" Sie gab dem Welpen einen Kuss auf den Kopf. "Willkommen in der Familie, Süße." Familie. Dar lehnte sich zurück und schlang einen Arm um Kerry und den anderen um Cappuccino. Ihre Familie. Sie liebte diesen Gedanken. Sie sah zu, wie Kerry, die winzigen Schwimmfüßchen darbietend, mit den Welpenpfötchen spielte. Zum Teufel mit ihren Mails. "Hey… lass uns mit ihr einen Spaziergang um die Insel machen." Schlug sie vor. "Wir könnten sie allen vorstellen… hmm?" Kerry vergaß ohne Reue ihre Berichte. "Okay… das gefällt mir… und wir könnten ein oder zwei Dinge vom Lebensmittelgeschäft gebrauchen." Beschloss sie. "Falls ich dich da reinschleifen kann." "Aber ja doch." Erwiderte Dar selbstzufrieden. "Lass uns gehen." Kerry starrte sie an. "Du hast nichts dagegen ins Lebensmittelgeschäft zu gehen?" Erkundigte sie sich leicht überrascht, Dar's Abneigung kennend, Lebensmittel einzukaufen. Ein Grinsen. "Es liegt direkt neben dem Eiscafé." Dar stand auf und trug ohne darüber nachzudenken Kerry mit sich und stellte sie auf ihre Füße, als sie sich auf den Weg zur Tür machte. Kerry blickte erstaunt auf ihren entschwindenden Rücken, dann klemmte sie den Welpen unter ihren Arm und folgte ihr in den goldenen Sonnenuntergang, darüber nachdenkend, dass von all dem was man ihr hätte schenken können, dies mit Sicherheit das Beste war.
~~~ Okay, das ist nun wirklich der Schluss... vorerst. ~~~
Wenn ihr wissen wollt wie es weitergeht dann lest Hurricane Watch. Demnächst hier zu lesen.
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