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Hinweis 1: Xena und Gabrielle sind
das Eigentum von Renpic. Außerdem ist dies eine Überstory bei der
die Hauptcharaktere den beiden physisch ähneln, aber das war's auch schon.
Oh, und zwei weitere Charaktere sind nach ihnen benannt. Doch es war ausschließlich
als Huldigung gemeint, mehr nicht. Hinweis 2: Im Verlauf der Geschichte wird es hin und wieder zu ein bisschen Gewalt kommen, einschließlich einem Vorfall von häuslicher Gewalt und einer versuchten Vergewaltigung. Doch nichts wirklich dramatisches. Desweiteren wird, während des Verlaufs der Story ab und zu geflucht. Hinweis 3: Dies ist eine alternative Romanze für Erwachsene, was bedeutet, dass es im Verlauf der Story zu Sex zwischen zwei erwachsenen Frauen kommen wird. Wenn Euch das stören, oder an Eurem Wohnort illegal sein sollte, dann lest jetzt bitte nicht weiter. Ich habe Euch gewarnt! Copyrighthinweis: Alle in dieser Story erwähnten Charaktere sind mein Eigentum. Bitte verwendet sie, oder irgendwelche Teile dieser Story nicht ohne vorher mit mir gesprochen zu haben. Der Song Like We Never Had a Broken Heart ist das Eigentum von MCA Nashville, Garth Fandis und Trisha Yearwood. Danke: Ich möchte meinen aufrichtigen und tief empfundenen Dank der besten
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Snowbound
Kapitel 1 "Mmmm, jaaaa," Sie hatte einen wunderbaren Traum. Es war ein ziemlich gutes Gefühl als eine warme, feuchte Zunge zärtlich ihr Ohr berührte. Dann tauchte etwas sehr kaltes und weniger feuchtes in ihr Ohr und atmete mit einem lauten Schnuff aus. "Yaahhh!" Ihr Kopf schoss vom Kissen hoch und mit hämmerndem Herzen sah sie sich hektisch um. Dann konzentrierten sich ihre Augen auf eine, neben ihrem Bett sitzende, dunkle Gestalt. Der schwarze, dreieckige Kopf neigte sich leicht zur Seite, und blaue Augen betrachteten sie mit schelmischer Neugier. Sich wieder zurückfallen lassend drehte sie sich bis sie Nase an Nase voneinander entfernt waren, und starrte das unverbesserliche Tier wütend an. "Du kannst jederzeit durch einen Goldfisch ersetzt werden, weißt du." Als Antwort bekam sie ein streitlustiges Knurren und ein leises Wuff. Ihre Augen zusammen kneifend war sie im Begriff eine entsprechende Erwiderung abzugeben, als ihr der Hund seinen Rücken zukehrte und zur Schlafzimmertür trottete, wo er stehen blieb und sie erwartungsvoll ansah. Auf das dämmernde Sonnenlicht starrend, das sich durch die Vorhänge des Fensters stahl, ließ sie sich seufzend auf den Rücken plumpsen. Eine leichte Bewegung an ihren Füssen spürend, blickte sie auf den kleinen gelbgoldenen Hund hinunter, der sich an ihren Füssen eingerollt hatte. Das Tier sah mit verschlafenen Augen zu ihr, legte dann ihren Kopf auf ihre Pfoten und schloss ihre Augen. Randi setzte sich auf und das Tier sanft an seinem Rücken anstupsend kraulte sie zärtlich ihren Bauch. "Oh Nein, das machst du nicht. Wenn ich mit der Drachenlady aufstehen muss, dann du auch," klärte sie, das sich windende und ausstreckende Tier auf, das zu dem Schluss kam, das wenn sie schon aufstehen musste, das dies jedenfalls die vergnüglichste Art war. Randi stieg aus dem Bett und trottete, von ihren beiden pelzigen Begleitern flankiert, den Flur hinunter. In der Küche machte sie einen Halt, um sich eine Tasse frischgebrühten Kaffee einzugießen und dankte schweigend dem Gott, der auch immer zuhören möge, für Kaffeemaschinen mit einer Zeitschaltuhr. Dann setzte sie ihren Weg durch das große Wohnzimmer bis zum Foyer fort, wo sie für ihre vierbeinigen Freunde die Haustür öffnete. Die beiden schossen durch die Tür, dann die Stufen der Veranda hinunter und rasten in den Wald um ihr Geschäft zu erledigen. Sobald sie damit fertig waren begannen sie ausgiebig zu Spielen. Randi sah zu, wie das verspielte Paar in der kühlen, frühmorgendlichen Herbstluft herumtollte und miteinander balgte, und fragte sich wieder einmal, woher dieses ungleiche Paar gekommen war. Sie waren eines Tages urplötzlich auf ihrem Grundstück aufgetaucht. Die Kleine war verletzt... Blut bedeckte ihr Fell von der Schulter bis zur Brust. Von ihrer mitternachtsschwarzen Begleiterin angestupst, aufgemuntert und beinahe gezerrt kam sie tapfer angehinkt. Sie hatten es halbwegs bis zur Veranda geschafft als das kleinere Tier aufgab und sich einfach hinlegte. Das größere Tier setzte sich neben sie und blickte abwechselnd zu Randi und leckte aufmunternd ihre erschöpfte Begleiterin. Randi verstand die Andeutung, und um sie nicht zu erschrecken näherte sich langsam dem Paar. Sanftmütige zimtfarbene Augen blickten zu ihr auf, als sie vorsichtig die blutige Schulter des kleineren Tieres untersuchte. Die große Frau zuckte zusammen als sie die lange, tiefklaffende Wunde in dem seidigen Pelz sah. "Nun ja, das ist schlimm," sagte sie zu sich, als auch dem tiefschwarzen Hund, der sie aufmerksam beobachtete. "Doch es kann geheilt werden. Wenn ich ihr helfen soll, musst du mir erlauben, sie reinzutragen." Und als ob das größere Tier sie verstehen würde, trat es zurück und ließ die Frau die Kleine hochheben und ins Haus bringen. Randi nähte die Wunden des kleinen Hundes und machte in der Küche ein Lager für sie, wo sie sich erholen und ausheilen konnte. Das größere Tier verließ, außer dem Ruf der Natur zu folgen und ein wenig von dem Futter und Wasser zu sich zu nehmen, das Randi für sie hinstellte, nie ihre Seite. Die Kleine erholte sich ziemlich schnell, und als ob sie einen unausgesprochenen Pakt geschlossen hätten, sind sie seitdem bei der einsamen Frau geblieben. Ihre Zuneigung war, genau wie ihr plötzliches Erscheinen, ein Rätsel für Randi, doch sie musste zugeben, das sie es genoss. Randi löste sich aus ihren Träumereien und hochblickend sah sie, wie schwere, graue Wolken schnell dahinziehend die Sonne verhüllten. Das sieht nicht gut aus, grübelte sie. Ins Haus zurückgehend schaltete sie auf dem Weg zur Küche das Radio an. Das Radio war auf einen lokalen Countrymusic-Sender eingestellt, und während sie sich ein Brötchen toastete und im Kühlschrank nach Frischkäse suchte, hörte sie zu, wie Wynona zu The Rhythm Of The Rain rockte. Träge kauend hörte sie die Nachrichten und Sportmeldungen und horchte aufmerksam zu, als die etwas zu fröhliche Stimme von Kip Kilbourne die Wettervorhersage durchgab. "Nun gut Leute, es ist an der Zeit eure Vorratskammern aufzustocken und die Schneeschuhe hervorzuholen. Es wird ganz schön heftig werden. Ein Hochdrucksystem vom großen weißen Norden ist auf dem Weg zu uns, und stößt mit einer weiteren sich schnell bewegenden Front aus dem Osten zusammen. Und ihr dürft dreimal raten, wo sie aufeinandertreffen werden. Richtig! Cutters Gap, Pike Mountain und die umliegenden Gebiete wird es schwer treffen. Ungefähr ab heute Mittag werden die Schneefälle beginnen und es sieht nicht so aus, als ob sie bis spät in den Freitag aufhören. Heute ist Dienstag Leute. Denkt daran während ihr euch darauf vorbereitet. Besonders ihr Leute auf dem Bergrücken, weil es wahrscheinlich eine Weile dauern wird bis ihr wieder hier herunter könnt. Wir werden euch über den Verlauf der Dinge auf dem Laufenden halten." Sich seufzend durch ihre schwarzen verstrubbelten Haare fahrend, machte sich Randi eine geistige Inventurliste der Dinge, die sie brauchte, um für mindestens fünf Wochen über die Runden zu kommen. Solange würde es wahrscheinlich dauern bis die Strasse, die zu ihrem einsam gelegenen Haus auf der Bergspitze führte, wieder frei war. Die Liste würde nicht groß sein da ihre Vorratskammer gefüllt war und genügend Fleisch befand sich in der Gefriertruhe in der Garage. Vielleicht etwas zusätzliches Kerosin für den Notstromgenerator und noch 20 Kilo Hundefutter für meine pelzigen Freunde, grübelte sie. Ooohh, vielleicht hat Toby eine neue Lieferung Taschenbücher erhalten. Fanfiction im Internet zu lesen ist fein, doch es ist nicht sehr bequem wenn ich im Bett liege, auch wenn es ein Laptop ist. Verdammt, ich denke ich komme jetzt besser in Gang und bringe das hinter mich. Mit einem Schluck ihren Kaffee austrinkend ging sie in ihr Zimmer zurück, um sich zu duschen und sich für die gefürchtete Fahrt nach Cutters Gab anzuziehen.
Kapitel 2 "Scheiße, Scheiße, Scheiße!" Megan Gallagher hatte sich verfahren. Und darüber war sie gar nicht glücklich. Was eigentlich eine landschaftlich schöne Reise von ihrer Buchsignierung in Manchester, New Hampshire zurück nach ihrem Wohnhort in New York sein sollte, entwickelte sich zu einem Höllentrip. An der letzten Tankstelle, an der sie vor 50 Kilometern gehalten hatte, hatte ihr der Angestellte versprochen, dass diese Strasse sie innerhalb 30 Kilometer zur Interstate führen würde. Zum Teufel noch mal, offensichtlich wusste er nicht wovon er sprach. Ärgerte sie sich. Nun fahr ich hier auf einer beschissen engen Gebirgsstrasse, auf der jede Minute eine Lawine losbrechen könnte, und ich habe keine Ahnung wohin ich fahre, und nirgends gibt es irgendwelche Hinweisschilder zur die Interstate. AARRGGHHH! Sie sah ein Hinweisschild auf dem, Cutters Gap 5 Kilometer, stand und stieß einen erleichterten Seufzer aus. Gott sei Dank. Vielleicht können sie mir dort einen Hinweis geben, wie ich zur Interstate komme, oder ich kann dort zumindest ein Telefon benutzen, von wo aus ich den Autoklub anrufen und mir die Richtung geben lassen kann, danach rufe ich meine Agentin an und teile ihr mit, das ich noch lebe. In diesen verdammten Bergen ist mein Handy nutzlos. Ein wenig beschwingter atmend drückte sie etwas härter aufs Gaspedal ihres Lexus und fuhr in Richtung Cutters Gap.
Randi steuerte durch die kurvenreiche Strasse mit einer höllischen Angst im Bauch. Seitdem sie hier lebte, hatte sie diese Strasse mit ihren vielen scharfen Kurven und 45 Grad Steigungen schon zigmal befahren. Die Privatstrasse, die von und zu ihrer Ranch auf der Bergspitze führte, war größtenteils von Bäumen umsäumt, doch es gab Stellen, wo die Strasse unmittelbar an kleine Schluchten angrenzte, und wenn man nicht vorsichtig war, konnte man sehr schnell von der Strasse abkommen und in die Schlucht stürzen. Die Todesangst der Frau hatte jedoch weniger mit der Strasse zu tun, als mit der Fahrt nach Cutters Gab. Die Menschen dort waren ihre Freunde, die die große Frau beinahe ihr ganzes Leben kannten, doch sie wussten bescheid. Sie wussten von ihrer Scham. Und nach all dieser Zeit sah sie noch immer die mitleidigen Blicke und hörte die gutgemeinten Ratschläge mit ihrem Leben fortzufahren. Doch sie konnte nicht vergessen, konnte nicht fortfahren, und konnte die Zuneigung, von der sie dachte sie nicht zu verdienen, nicht ertragen. So wurde sie zu einer Einsiedlerin. Sie lebte ein einsames Leben in ihrem Haus hoch oben auf einem Hügel, der mehr einem Berg ähnelte. In die Stadt zu fahren riskierte sie nur, wenn sie unbedingt etwas brauchte. Ich kann das, versprach sie sich. Schnell rein... schnell raus... kein Problem. "Warum fühle ich mich dann, als ob ich in eine Alligatorgrube springe?" Grübelte sie laut.
Megan fuhr ihren Lexus ES300 zur Hälfte einer Strasse entlang, die stark an die 50er Jahre erinnerte. Kleine Geschäfte reihten sich an der einen Seite der Strasse, und Bürogebäude auf der anderen mit diagonal versetzen Parkmöglichkeiten. Die vorbeiziehenden Geschäftsfassaden betrachtend suchte die Erdbeerblonde nach etwas vertrautem. Jesus, keine Einkaufszentren, keine Warenhäuser, kein Starbucks, noch nicht mal ein McDonald's. In was für einen Abschnitt des Niemandslandes bin ich hineingeraten? Ich seh nicht mal einen verflixten Münzfernsprecher! Die neugierigen Blicke der Leute ignorierend fuhr Megan mit sinkender Hoffnung weiter. Eine Tankstelle... ich würde mich mit einer verdammten Tankstelle abfinden. Als Antwort auf ihre Bitte erspähte die Schriftstellerin am Stadtrand eine Reihe fröhlich grüner Zapfsäulen. Direkt hinter den Säulen befand sich, sehr zur Freude von Megan's dankbaren Augen, ein anscheinend recht großer Laden. Die großen Lettern über dem Eingang sagten einfach: TOBY'S BENZIN & LEBENSMITTELGESCHÄFT. "Ich danke dir Gott!" Seufzte Megan. Vielleicht kann ich mir zumindest etwas zu Essen holen und ihr Telefon benutzen. Sich umsehend, während sie auf den Parkplatz fuhr, erspähte Megan die vertraute blauweiße Kabine. Auf einen Abstellplatz zwischen dem Geschäftseingang und dem Telefon parkend, schnappte sich Megan ihren Terminkalender und stieg aus dem Wagen. Vor dem Wagen stehen bleibend nahm die zierliche Autorin einen tiefen Atemzug von der frischen, kalten Luft und gönnte sich einen Augenblick um sich umzusehen. So sehr sie es auch hasste, sich mitten im Nirgendwo verirrt zu haben, musste sie doch den rustikalen Eindruck der kleinen Stadt und die Schönheit der bewaldeten Hügellandschaft mit seinen schneebedeckten Kiefern bewundern. Hochblickend beschloss Megan, dass ihr der Anblick des schnell dunkler werdenden Himmels gar nicht gefiel. In Ordnung Meg, die Besichtigungstour kann warten... jetzt kümmer dich um das Wichtige. Zum Telefon gehend zog Megan ihre Telefonkarte aus dem Terminkalender und nahm den Hörer ab.
Kapitel 3 Charlotte Grayson gab sich die größte Mühe nicht zu explodieren als sie dem jungen Schriftsteller am Telefon zum wiederholten Male erklärte, dass sie ihm für seinen in Arbeit stehenden Liebesroman keine junge Frau für Studienzwecke zur Verfügung stellen konnte. Gütiger Gott! Was ist nur mit dem Besuchen von Bars für eine Verabredung geschehen? Das Piepen ihres Privattelefons unterbrach ihre Grübeleien. Gott sei Dank! "Hören sie Jonny, es kommt ein wichtiger Anruf herein. Ich kann ihnen bei ihren Studien nicht helfen, sie werden sich auf die altmodische Art ein Mädchen suchen müssen... gehen sie in Bars." Schnell auflegend hob sie ihr anderes Telefon ab, "Grayson" bellte sie. "Was ist nur dem Hallo zugestoßen?" Erkundigte sich die tadelnde Stimme am anderen Ende. "Gallagher!" Brüllte die Rothaarige. "Wo auf Gaia's grüner Erde bist du? Ich war krank vor Sorge, du kleiner Unruhestifter. Seit du Manchester verlassen hast, habe ich nichts mehr von dir gehört. Dein Handy erzählt mir andauernd das du nicht erreichbar bist, und der Meteorologe bepisst sich beinahe, über die große Sturmfront die über New Hampshire und Vermont herüber zieht. Nicht zu erwähnen der Termin für die Buchsignierung bei Barnes & Noble nächste Woche." Beendete die aufgebrachte Frau, schließlich Luft holend. "Es geht mir gut Charly, danke der Nachfrage." Kicherte die Erdbeerblonde ins Telefon. "Erstens, ich bin ungefähr einhundertsechzig Kilometer von Manchester entfernt, in einer Stadt namens Cutters Gap. Ich bin von Bergen umgeben, weshalb du mich auch nicht auf meinem Handy erreichen kannst. Ich hab mich ein wenig verfahren während ich nach der Interstate gesucht habe, also habe hier angehalten um dich von ihrem Telefon aus anzurufen und dann den Autoklub, um eine zuverlässige Wegbeschreibung zur Interstate zu bekommen. Und ja, ich habe bemerkt, dass das Wetter recht scheußlich aussieht, doch bevor es zu schneien anfängt sollte ich es schaffen, eine Wegbeschreibung zu bekommen, mir etwas zum Essen zu schnappen und rechtzeitig die Interstate erreichen. Ist damit alles geklärt?" "Ja, nun gut," antwortete die Verlegerin etwas beruhigter, "du hättest mich früher anrufen sollen. Ich war besorgt... Ich meine, ich kann es nicht brauchen, das mein Star-Schreibtalent in der Landschaft herumzieht und ihre Termine versäumt." Megan lächelte über den schwachen Versuch ihrer Verlegerin, ihre Besorgnis zu verschleiern. "Ich liebe dich auch, Charly." Kicherte die Schriftstellerin. "Aber mir geht es gut und ich werde bald zu Hause sein. Wie geht es Eric?" Erkundigte sich Megan über ihren Freund mit dem sie zusammen lebte, was bei der rothaarigen Verlegerin ein Verziehen ihres Gesichtes und ein Schnauben verursachte. "Oh, er vermisst dich schrecklich, Meg... er spielt anstatt fünf, nur vier Nächte in der Woche den Lebemann," entgegnete sie recht sarkastisch. Megan verrollte ihre Augen. Sie kannte sehr genau die Abneigung ihrer Verlegerfreundin gegenüber ihrem Geliebten. "Sei nett, Charly. Wahrscheinlich ist er nur einsam. Ich erwarte von ihm nicht, das er sich in der Wohnung einschließt, bis ich nach Hause komme." "Wenn du es sagst," grollte die Verlegerin. Es entstand eine bedeutungsvolle Stille, bevor die zierliche Blondine sagte, "hör mal Charly, ich muss Schluss machen. Bevor es anfäng zu schneien will ich mir etwas zu Essen holen und die Wegbeschreibung bekommen. Ich ruf dich an, wenn ich aus diesen Bergen raus bin." "Klar Meg," erwiderte die Rothaarige. "Pass auf dich auf." Megan legte den Hörer auf, zog ihr Autoklubkarte heraus und wählte die gebührenfreie Telefonnummer.
Charlotte Grayson seufzte schwer als sie auf das nun stumme Telefon starrte. Sie machte sich über die junge Schriftstellerin Sorgen, wie Megan sie oft rügte waren sie wahrscheinlich unbegründet, doch sie sorgte sich trotzdem. Seit Charlotte zum ersten Mal eine von den Geschichten der jungen Frau in einer unabhängigen Frauenzeitschrift sah, hatte Megan Gallagher es in den drei Jahren weit gebracht. Die Verlegerin hatte in dieser kurzen Geschichte das natürliche Talent erkannt und sich sofort nach der Autorin erkundigt. Sie hatten sich zum Mittagessen in einem der vielen kleinen Delikatessenläden Manhattans getroffen und Megan hatte ihr gestattet das Manuskript eines Rohentwurfs über eine schöne, gescheite und tollkühne Privatdetektivin namens Samantha Steele zu lesen. Und der Rest war, wie man sagt, Geschichte. Die tollkühne Detektivin wurde die Heldin mehrerer Bestsellerkrimis, und Megan das Goldkind der Buchwelt. Die ältere Frau wurde ihre Agentin, Freundin, Vertraute und Ersatzmutter. Das Letztere war eine Rolle, die Charlotte gerne ihrer wirklichen Mutter überlassen hätte, doch Megan wollte nicht. Die Freundschaft zwischen den Frauen war angenehm. Trotz eines Altersunterschiedes von zwanzig Jahren teilten sie eine Menge gleicher Interessen und hatten bei fast allen Dingen die gleiche Ansicht... Außer bei Eric. Seit sie ihn zum ersten Mal sah, hatte Charlotte dem gutaussehenden, arroganten und entschieden zu aalglatten jungen Blonden nicht getraut. Der junge Mann war einfach eine rote Rose tragend auf einer von Megan's Buchsignierungen erschienen und versprühte eine Menge bescheidenen Charme. Megan war vollkommen darauf hereingefallen. Und in kürzester Zeit wechselte der arbeitslose Müßiggänger von seinen Freunden zu einem Leben in einem Hochhaus in New York, fuhr seinen eigenen SUV, und erforschte mit einer schönen jungen Autorin an seinem Arm das New Yorker Nachtleben. Charlotte verbarg nie ihre Abneigung oder ihr Misstrauen über Megan's Begleiter, doch die Schriftstellerin verteidigte ihn hartnäckig und sagte der älteren Frau das sie es einfach nicht Verstand. In diesem Fall kamen die beiden Frauen zu der Übereinstimmung, nicht Übereinzustimmen. Bevor Megan sich auf den Weg zu ihrer neuesten Buchsignierung machte, hoffte die Verlegerin, dass er mit ihr gehen würde. Er wäre wahrscheinlich nicht von nutzen gewesen, doch zumindest hätte sie Gesellschaft gehabt. Loverboy jedoch, kam mit der Ausrede das ihm bei langen Autofahrten übel würde und lehnte ab. Nun hatte sich Megan verfahren und war allein, und trotzt der optimistischen Stimmung der Schriftstellerin, hatte Charlotte ein schlechtes Gefühl.
Kapitel 4 Megan seufzte aufgebracht, als sie der übertrieben fröhlichen Stimme der automatischen Ansage zuhörte. "Danke für ihren Anruf beim Premier Autoklub, ihrem 24 Stunden Autobahn-Hilfsdienst. Wegen des starken Anrufaufkommens beträgt die wahrscheinliche Wartezeit für ihre Anfrage 45 Minuten. Bitte legen sie nicht auf und rufen erneut an. Dies würde ihre Wartezeit nur verlängern. Danke für ihre Geduld" "45 Minuten, verdammt!" Grollte die frustrierte Blondine als sie den Hörer aufknallte. "Na ja, vielleicht weiß hier jemand, wie ich in die Zivilisation zukomme."
Es fing leicht an zu schneien als Randi die Abzweigung erreichte, die von ihrer Strasse zu der zweispurigen Schnellstrasse nach Cutters Gab führte. Puh, es fängt früher an, als sie vorhergesagt haben. Macht nichts, bevor es matschig wird reicht es mir noch hinzufahren und wieder zum Hügel hinauf. Nach ankommenden Fahrzeugen Ausschau haltend und keine sehend, trat Randi aufs Gaspedal und zog auf die Strasse, die zur Stadt führte.
Als Megan Toby's Tankstelle & Lebensmittelgeschäft betrat war sie angenehm überrascht. Die Einrichtung des Geschäftes war geräumig, gut beleuchtet und schien von allem ein bisschen zu haben. Zu ihrer Linken befanden sich mehrere mittelgroße Inseln mit dem gewöhnlichen Sortiment von Dosenkonserven und verschiedener andere Dinge. An der Rückwand standen zwei Kühlbehälter. In dem Hohen befand sich eine eindrucksvolle Vielfältigkeit verschiedener kalter Getränke und in dem anderen Milchprodukte und Aufschnitt. Direkt zu ihrer Linken stand ein Kühlbehälter mit Fleisch und Geflügel aus der Gegend. Direkt vor ihr stand ein geräumiges Zeitschriftenregal mit einer ordentlichen Zeitschriftenauswahl. Es gab sogar einen Abschnitt der die neuesten Taschenbücher anpries. Zu ihrer Rechten befand sich letztendlich eine lange, über die ganze Breite des Geschäftes reichende Theke. Deren eine Hälfte frische gemachte Sandwichs mit Aufschnitt und Mineralwasser anbot, während sich auf der anderen die Kassen befanden. Oh ja, das sieht gut aus, grinste Megan in sich hinein. Megan schlenderte zu der Theke mit den belegten Sandwichs und sah sich auf dem handgeschriebenen Schild die Auswahl an. "Guten Morgen, junge Dame! Wie geht es ihnen heute Morgen?" Erschallte eine tiefe männliche Stimme. Megan drehte sich bei dieser Begrüßung um und sah, wie ein Berg von einem Mann von der Rückseite des Geschäftes auf sie zuschlenderte. Er musste mindestens 2,07 Meter groß sein und hatte breite Schultern mit kräftigen muskulösen Armen. Seine gewaltige Brust verschmälerte sich nur geringfügig an der Taille und seine Schenkel ähnelten kleinen Baumstämmen. Oh Gott! Ich hab kleinere Berge gesehen. Sein schulterlanges scheckiges, helles Haar war zu einem Pferdeschwanz zurückgebunden und sein vom Alter zerfurchtes kantiges Gesicht war auf markante Art gut aussehend. Als er auf sie zuging kam es Megan in den Sinn, dass sie diesem Mann auf keinen Fall in einer dunklen Gasse begegnen wollte, doch sein warmes, offenes Lächeln und seine sanften grauen Augen ließen diesen Gedanken sofort verschwinden. Plötzlich erkannte Megan, dass sie gaffte und mit einem geistigen Schlag gegen ihren Kopf antwortete sie. "Oh! Ähm, mir geht es gut. Ich habe mir nur ihre Auswahl an Sandwichs angesehen und mich daran erinnert noch nicht gefrühstückt zu haben." "Nun ja," antwortete er, " ein kleines Ding wie sie sollte keine Mahlzeit versäumen, junge Dame." Er ging an ihr vorbei und hinter die Theke greifend zog er einen hohen Holzstuhl hervor. Ein Handtuch aus seiner Gesäßtasche ziehend wischte er die bereits saubere Sitzfläche ab und stellte ihn vor die Theke. "Warum setzen sie sich nicht hin und lassen mich für sie meine berühmte Truthahnbrust und Bacon Spezial zaubern?" Bevor Megan antworten konnte, reagierte ihr leerer Magen mit einem lauten Knurren. Bei dem amüsierten Blinzeln in seinen Augen errötete die zierliche Blondine heftig. "Ich verstehe das als ein Ja," kicherte er. Während er ihr Sandwich zubereitete siegte ihre Neugierde und sie schlenderte zu dem Regal mit den Taschenbüchern. "Übrigens, ich heiße Toby," rief der große Mann hinter der Theke. "Und ich bin mir sicher, dass sie das schon öfters gehört haben, aber ich schwöre, das sie mir bekannt vorkommen. Waren sie schon mal in Cutters Gap?" "Nein, ich war noch nie in dieser Gegend," erwiderte Megan. Sie blinzelte mit ihren Augen als sie ein bestimmtes Buch in dem Regal erblickte. Sie nahm es heraus und ging zur Theke zurück, wo sie es leicht auf die Theke plumpsen ließ. "Doch sie könnten mich schon mal gesehen haben." Verkündete sie geheimnisvoll. Toby drehte sich herum und schaute auf die Theke hinunter. Seine Augen wurden so groß wie Untertassen, als er auf das Bild der hübschen, zierlichen blonden Frau schaute, die den Einband des Buches zierte, und dann zurück in die wiesengrünen Augen der lebendigen Ausgabe. "Also, ich lass mich prügeln," rief er aus, als er schnell seine Hände abwischte. "Wenn das nicht Megan Gallagher in Fleisch und Blut ist." Eine große Hand ausstreckend fuhr er fort. "Warte, bis ich meiner Frau sage, das ich die Hand von der Frau geschüttelt habe, die hinter der Privatdetektivin Samantha Steel steckt. Ein immens guter Lesestoff, wenn ich so sagen darf." Megan lächelte und nahm die Hand in einen warmherzigen Händedruck. "Danke. Es freut mich, das sie sie mögen. Über Sam lässt sich recht einfach schreiben. Sie hat eine Vorliebe für Mordfälle, Geheimnisse und Chaos, doch sie wächst damit. "Heh, sie wächst auch damit, den bösen Buben in den Hintern zu treten," kicherte Toby. "Schwarze Haare, graue Augen, 1,80 Meter Muskeln und Lebensauffassung.... Das ist eine Frau nach meinem Geschmack," gab der Ladenbesitzer mit einem vorgetäuschten Grollen von sich. Die zierliche Blondine schüttelte lachend ihren Kopf. "Also, was führt sie nach Cutters Gap?" Erkundigte sich der große Mann, als er der Schriftstellerin ihr Sandwich und Mineralwasser reichte. "Nichts für ungut, aber ich hatte keine andere Wahl," gab die Blondine zu, als sie das Sandwich ergriff, einen Bissen nahm und bei dem himmlischen Geschmack vor Vergnügen summte. Was den großen Mann stolz grinsen ließ. "Der Angestellte an der letzten Tankstelle wo ich hielt, erzählte mir, dass wenn ich, ungefähr dreißig Kilometer den Highway 41 stur geradeaus fahren würde, direkt zur Interstate gelangen würde. Das war vor fünfzig Kilometern." Schloss die Schriftstellerin geknickt. Der ältere Mann blies seine Backen auf und zog seine Stirn in Falten. "Diese letzte Tankstelle an der sie anhielten, das war in Knox City, richtig?" Megan nickte und er fuhr fort. "Und nach ungefähr 16 Kilometern teilte sich der Highway 41, richtig?" Ein weiteres Nicken. "Ich vermute, das er ihnen nicht gesagt hat, dass sie dort die linke Abzweigung hätten nehmen müssen, oder?" Megan seufzte. "Nein, das hat er mit Sicherheit nicht." Der große Mann tätschelte ermutigend ihre Hand. "Nun machen sie sich keine Sorgen, junge Lady. Sie sind nicht so weit von der Interstate entfernt... nachdem sie gegessen haben wird ihnen Old Toby genau beschreiben wie dort hinkommen." Durch das Spiegelglasfenster auf den fallenden Schnee herausschauend fügte er hinzu. "Sie sollten auf dem Weg sein, bevor der Schneefall zu heftig wird." Beruhigt und genussvoll widmete sich die junge Frau wieder ihrem Sandwich, und die zwei sprachen noch einige Zeit über die wagemutige Detektivin.
Randi stampfte mit ihren Stiefeln um den Schnee abzuschütteln. Sie war gerade damit fertig den Doppelkanister mit je 20 Litern, der am Heck ihres Jeep Cherokee befestig war, von dem Petroleum-Tank hinter Toby's Laden zu befüllen. Es hatte heftiger angefangen zu schneien und die Schneedecke wurde immer dichter. Die große Frau wollte die Besorgung ihrer Vorräte schnell erledigen, bevor die Fahrt zum Hügel hinauf gefährlich wurde. Sie öffnete die Tür und trat sie in die angenehme Wärme. Sich umsehend erspähte sie den großen Mann, der mit einer zierlichen, Erdbeerblonden redete. Toby bemerkte die statuenhafte Brünette sofort und ein gewaltiges Grinsen verzog sein Gesicht. "Randi," brüllte er. Sich bei der jungen Frau entschuldigend, kam er hinter der Theke hervor, ging zu der großen Frau und zog sie in eine bärenartige Umarmung. "Es freut mich dich zu sehen, Mädchen. Ich habe mich gefragt, ob ich dich sehen würde, bevor Väterchen Winter uns heimsucht." Sich diese kleine Vertrautheit von einem alten Freund erlaubend, erwiderte Randi die Umarmung. Zurückschreitend, als er sie losließ, zuckte sie mit ihren Schultern, "ich dachte es wäre besser, etwas zusätzliches Petroleum und Futter für meine pelzigen Schmarotzer zu haben." Beinahe beiläufig fügte sie hinzu, "ich wollte auch sehen, ob du irgendwelche neuen Bücher hast. Ich habe das Gefühl etwas zu brauchen, das mich davon abhält wahnsinnig zu werden." "Komisch das du das erwähnst," entgegnete der Ladenbesitzer mit einem Funkeln in seinen Augen. "Wir haben letzte Woche ein gutes Sortiment hereingekriegt und diese Woche sogar einen der Schriftsteller." Bei Randi's seltsamen Blick kicherte er. "Komm schon, lass mich dir jemanden vorstellen." Eine große Hand unter ihren Ellbogen schiebend, führte er sie zu der sitzenden Frau.
Megan drehte sich in ihrem Sitz, um einen besseren Blick auf die Frau werfen zu können, die gerade den Laden betrat und schnell von den Armen des großen Mannes verschlungen wurde... als die Frau zurücktrat, hätte sie beinahe laut gekeucht. Die Vision vor ihr war 1,80 groß, wenn nicht noch größer, und hatte seidiges, rabenschwarzes Haar, das anmutig über ihre breiten Schultern fiel. Ihre schwarze Fliegerjacke konnte ihre gut gebaute Brust und schlanke Taille nicht verhehlen. Muskulöse, jeansbekleidete Beine schienen kein Ende zu nehmen, bis sie an ihren schwarzen Wanderstiefeln aufhörten. Ihre Augen weiter schweifen lassend, wurde Megan von den kristallblauen Augen gefangen, die noch durch dichte, dunkle Wimpern und hohen Wangenknochen hervorgehoben wurden. Du lieber Gott! Außer den blauen Augen, könnte das Samantha Steele in Fleisch und Blut sein. Megan zog sich aus ihren Träumereien und stand auf als das Paar auf sie zukam. "Dr. Randi Oakes, darf ich dir Ms. Megan Gallagher vorstellen." Der Berg von einem Mann grinste als sich die beiden Frauen die Hand schüttelten. "Die reizende Ms. Gallagher ist die Schöpferin von..." "Samantha Steele," beendete die große Frau, und ließ mit einem Zucken um ihre Mundwinkel die Hand der kleineren Frau los. "Es freut mich sie kennen zu lernen, Ms. Gallagher. Samantha Steele ist eine recht populäre Detektivin." Randi war höflich, doch Toby spürte Reserviertheit bei der ruhigen doch normalerweise freundlichen Frau. "Es freut mich sie kennen zu lernen, Dr. Oakes," erwiderte Megan lächelnd. "Und danke. Es ist immer nett einen weiteren Samantha Stelle Fan zu treffen." "Ich sagte, dass sie eine recht populäre Detektivin ist, Ms. Gallagher... ich sagte nicht, das ich ein Fan bin," entgegnete Randi spröde. Die verwirrten Gesichter vor sich bemerkend gab Randi eine Erklärung. "Für meinen Geschmack, gibt es in ihren Stories ein bisschen zu viele Vorurteile." "Entschuldigung, Dr. Oakes, ich kann ihnen nicht ganz folgen." Megan war verwirrt und durch diese Beschuldigung mehr als ein wenig aus der Fassung gebracht. Randi betrachte die beiden Gesichter vor sich und erkannte die Verwirrung auf dem einen, und die Besorgnis auf dem anderen. Ich bin nicht in der Stimmung dafür. Ich bin hergekommen um Vorräte zu holen und nicht zum debattieren. "Hören sie... vergessen sie es. Lassen sie mich nur sagen, das Samantha Steele nicht mein Fall ist und belassen es dabei." Mit dieser Erklärung drehte sich die große Frau um und wollte gehen. Sie wurde durch eine leichte Berührung ihres Armes aufgehalten. "Bitte, Dr. Oakes," bat die kleine Blondine. "Ich würde wirklich gerne wissen über was sie reden. Ich versuche wirklich hart, keine ethnische oder religiöse Gruppierung zu verletzen." Seufzend drehte sich Randi um, und sah zuerst zu ihrem Freund, der mit seinen Armen über seiner massiven Brust verschränkt und seine buschigen Augenbrauen konsterniert runzelnd dastand, und dann zu dem beunruhigten Gesichtsausdruck der kleinen Frau vor ihr. "Ms. Gallagher, ich habe recht viele ihrer Storys gelesen. Und auch wenn es fesselnde Kriminalromane sind, haben sie doch alle einen immer wiederkehrenden beunruhigenden Trend. In allen kommen schwule und lesbische Charaktere vor. Und diese Charaktere werden immer als krank, verdreht und unmoralisch dargestellt. Das ist ein böswilliges, unwahres und aufrührerisches Klischee, Ms. Gallagher, und ich finde es abscheulich." Von der größeren Frau zurücktretend verwandelte sich Megan's Verwirrung in kühle Gefühllosigkeit. "Ich beschreibe sie so, wie ich sie sehe, Dr. Oakes. Diese Art Leute sind eine Beleidigung für die Gesellschaft und haben in dieser Welt absolut nichts verloren. Es tut mir leid, wenn meine Beschreibung dieser Individuen ihre Gefühle verletzt." Toby war über die vor Gift triefenden Worte der jüngeren Frau sprachlos. Als Randi näher auf die Erdbeerblonde zuschritt trat er zurück. Ihre zu Schlitzen verengten Augen waren Eissplitter. "Diese Menschen wie sie sie bezeichnen sind genau das... nämlich Menschen. Außer, das sie in Bezug wen sie lieben eine andere Wahl getroffen haben, sind sie nicht anders als sie, oder ihre Leser. Sie sind ihre Ärzte, ihre Rechtsanwälte, ihre Freunde und ihre Familie. Sie haben es schon schwer genug mit einer Gesellschaft die sie nicht akzeptiert und Gesetzen die sie nicht beschützen. Sie müssen nicht auch noch das Aushängeschild für ihre engstirnigen Vorurteile zu sein." "Nun ja, engstirnige Vorurteile scheinen den überwiegenden Teil der Allgemeinheit nicht zu stören, Dr. Oakes," entgegnete die Schriftstellerin mit selbstgefälliger Bösartigkeit. "Was meine Buchverkäufe bestätigen. Wenn die Schwulen ein Problem damit haben, dann brauchen sie es nicht zu lesen." "Na ja, Ms. Gallagher, die Allgemeinheit verschlingt auch Boulevardblätter die Frauen zeigen, die dreiköpfige Babys zur Welt bringen," konterte die große Frau grinsend und zuckte mit ihren Schultern. "Stellen sie sich das mal vor." Hab ich dich! Dachte die große Frau herablassend, als sie sah wie der Hals der kleineren Frau vor Wut errötete. "Und glauben sie mir, die Schwulen, lesen ihre Bücher nicht... eher lesen wir eine Einkaufsliste." Einen Moment lang starrte Megan verdutzt, bis die Worte in ihren Verstand drangen. Grüne Augen sprühten Funken und volle, rosa Lippen verzogen sich voller Abscheu. "Eine gottverdammte Lesbe," grollte sie. "Ich hätte es wissen sollen." Auf dem Absatz kehrtmachend schnappte sie sich ihren Kalender von der Theke und sagte zum Ladenbesitzer. "Ich schätze ihre Gastfreundlichkeit Toby, aber ich denke es ist besser wenn ich jetzt gehe. Je weniger Zeit ich in ihrer Gegenwart verbringe," sie warf einen bösen Blick zu dem versteinerten Gesichtausdruck der Ärztin, "desto reiner werde ich mich fühlen." Toby wollte nicht, das es so endete. Er begann zu protestieren. "Ach, Ms. Megan, bitte..." Mit flehenden grünen Augen unterbrach ihn Megan. "Bitte Toby, lassen sie mich einfach mein Essen bezahlen und erklären mir wie ich zum Highway komme." Der große Mann schüttelte seufzend seinen Kopf. "Das Essen ist umsonst." Erklärte er, ihren Einwand abwinkend. "Es ist umsonst! Also, um zum Highway zu kommen fahren sie, wenn sie hier rausfahren einfach nach rechts und folgen der Strasse ungefähr 5 Kilometer. Dann sehen sie ein..." "Der Schnee wird zu tief." Unterbrach ihn Randi, die aus dem Fenster starrend auf den starken Schneefall blickte. "Wenn das ihr Auto da draußen ist, dann wird sie es nicht schaffen. Sie wartet besser ab." "Den Teufel werd ich tun!" Fauchte die kleine Blondine. "Ich bleib lieber kopfüber in einer Schneewehe stecken als einen weiteren Augenblick hier mit ihnen zu verbringen." Mit diesen Worten stürmte sie aus der Tür hinaus und rannte zu ihrem Wagen. Die Ärztin und der Ladenbesitzer standen da und sahen zu wie der Lexus beschleunigte und schlingernd auf die Hauptstrasse fuhr. Graue Augen richteten sich auf Blaue und hielten dort einem Moment, bis die große Frau mit ihren Schultern zuckte. "Sie wird zurückkommen," äußerte Randi mit mehr Zuversicht als sie fühlte. "Ich hoffe es," murmelte der ältere Mann leicht besorgt. Er betrachtete kurz den Boden und sah dann wieder in ihre Augen. "Du warst ein bisschen hart zu ihr... oder?" Bemerkte er freundschaftlich. "Nicht so hart, wie sie mit den Menschen umgeht, die sie noch nicht mal kennt," schoss Randi bissig zurück. Sofort ihre Reaktion dem älteren Mann gegenüber bedauernd fuhr Randi mit ihren Fingern durch ihre Haare und seufzte. "Toby, was sie macht ist falsch. Es gibt da draußen Menschen, die glauben, das um die Gesellschaft zu verbessern, die Bürgersteige mit dem Blut von Homosexuellen gefärbt werden sollten... und das Bild, das sie von homosexuellen Menschen zeichnet nährt diese Theorie auch noch." Der große Mann dachte über ihre Worte nach. "Daran habe ich nie gedacht," bemerkte der ältere Mann. "Um die Wahrheit zu sagen, ist mir der teuflische homosexuelle Charakter nie aufgefallen." Gestand er, entschuldigend grinsend. "Ich vermute, dass ich zu sehr von der Handlung gefesselt war." Die große Frau schüttelte lächelnd ihren Kopf. "Sie schreibt packende Storys... das gestehe ich ihr zu." Das Thema über die Schriftstellerin fallen lassend, wussten beide nicht was sie sagen sollten. Schließlich brach der ältere Mann das Schweigen. "Wann kommst du mal wieder zum Essen?" Erkundigte er sich liebevoll. "Kate vermisst ihre kulinarische Testperson, sie sagt, das sie es nicht mehr hören kann wenn ich sage, es fehlt Pfeffer," blödelte er erwartungsvoll. Randi senkte ihren Kopf und seufzte. Ich wusste, das das kommt. "Ich weiß nicht, Toby," murmelte sie. "Ich bin im Augenblick noch nicht bereit Menschen gegenüber zu treten." "Kate und ich sind nicht einfach Menschen, Randi... wir sind deine Freunde. Das waren wir, seit du nach Cutters Gap gekommen bist," konterte der ältere Mann sie leicht zurechweisend, und legte freundschaftlich eine Hand auf ihre Schulter. "Und wann wirst du bereit sein, Randi? Es ist fast ein verdammtes Jahr her! Ich kann beinahe... beinahe verstehen, das du die Klinik wegen den Erinnerungen verlassen hast. Aber Liebes, ich kann beim besten Willen nicht verstehen, dass du einer brillanten Kariere den Rücken kehrst, und dich von jedem, der um dich besorgt ist, zurückziehst." Einen massigen Finger unter ihr Kinn schiebend, hob er ihren Kopf bis sich ihre Augen trafen. "Es war nicht deine Schuld, Kind." Randi spürte, wie sich der vertraute Schmerz um ihre Brust schlang und anfing fester zuzuziehen. Ihre Augen und Kehle begannen zu brennen und sie wusste, dass sie zusammenbrechen würde, wenn sie nicht bald ging... wieder mal. Ihre schwindende Selbstbeherrschung zusammennehmend, tätschelte sie seine Hand und lächelte spröde. "Ich schaff das, Toby," log sie. "Um damit fertig zu werden, brauch ich nur etwas mehr Zeit. Kannst du mir die geben?" Der Ladenbesitzer wusste, dass sie nicht völlig ehrlich mit ihm war, doch mit dem Wissen wie verletzbar sie im Augenblick war, wollte er sie nicht drängen. "Okay," sagte er beruhigend lächelnd. "Das kann ich machen." Randi stieß den Atem aus, von dem sie nicht wusste, das sie ihn angehalten hatte. "Prima! Nun gut, ich denke es ist besser, wenn ich meine Besorgungen erledige und hier verschwinde, bevor Ms. Gift-Griffel zurückkommt," erklärte sie mit einem vorgetäuschten Zittern und ging dann zu den Büchern.
Verdammt noch mal, ich glaub es einfach nicht! Regte sich Megan auf, während sie die schneebedeckte Strasse entlangfegte. Sie, deren ganzes Leben eine Beleidigung ist, hat den Nerv sich durch meinen Schreibstil verletzt zu fühlen. Oh ha, warte bis sie meine nächste Story sieht... ich werde ihr etwas geben, über das sie sich aufregen kann. Sinnierte die kleine Blondine und grinste teuflisch. Doch sie runzelte ihre Stirn als ihr ein weiterer... wesentlich ärgerlicherer Gedanke kam. Pah!... Ich kann nicht glauben wie sehr sie Samantha Steel ähnelt! "Nun gut, Sam," grübelte sie laut, "du bekommst eine völlige Umgestaltung, meine Freundin." Als sie an die Abzweigung kam, die Randi's Zufahrt vom Highway trennte, bremste Megan ab. "VerdammteScheiße!" Fluchte die Schriftstellerin laut, "Toby hat das in seiner Wegbeschreibung nicht erwähnt." Er war mit seiner Erklärung noch nicht fertig als Dr. Lesbe sich einmischte... erinnerte sie eine leise Stimme. "Sie hätte sich um ihren eigenen Kram kümmern sollen," grummelte Megan. Nach irgendwelchen Anzeichen Ausschau haltend, die ihr einen Hinweis geben würden welchen Weg sie nehmen sollte, betrachtete sie die Strasse. Keine findend versöhnte sie sich mit dem Umstand umzukehren um sich eine genaue Wegbeschreibung geben zu lassen. Sie hielt, als sie die schwachen Reifenspuren auf der Strasse zu ihrer Rechten bemerkte. "Nun, irgendjemand hat diesen Weg genommen," schloss die Schriftstellerin, ohne zu wissen, das es die Reifenspuren von Randi auf ihrem Weg zur Stadt waren. Zufrieden mit ihrer Entscheidung trat die Schriftstellerin aufs Gas. Megan wurde die kurvenreiche Strasse immer unbehaglicher. Der Schnee wurde tiefer... was es schwerer machte den Wagen unter Kontrolle zu halten, und die Schriftstellerin fing an sich Sorgen zu machen. "Das kann nicht gut gehen. Ich muss umkehren," grübelte die Schriftstellerin laut. "Gott, ich hoffe nur, das sie nicht da ist." Sie war so darin vertieft eine Stelle zu finden an der sie umdrehen konnte, dass die Schriftstellerin das kleine scheckige Rehkitz nicht sah, das aus den Bäumen hervorkam, bis es beinahe vor ihr war. Einen Fluch schreiend trat die Blondine in die Bremsen und zog auf die rechte Seite während das erschrockene Tier nach rechts ausbrach. Mit dem verzweifelten Versuch wieder die Krontrolle zu erlangen riss die Schriftstellerin das Lenkrad nach links und brachte den vorderen Teil ihres Wagens wieder auf die Strasse zurück, doch verlor dabei die Kontrolle über das Heck als es auf dem Seitenstreifen zu schlingern anfing. Das Hinterrad gab bei dem Aufprall auf einen tiefliegenden Baumstumpf nach und dem Gesetz der Schwerkraft folgend spannten sich ihre Muskeln an, als sich der Lexus dreimal über das schneebedeckte Gebüsch überschlug, bevor er mit den Rädern nach unten von einem unversöhnlichen Ahorn gestoppt wurde.
~~~ ENDE - Teil 1 ~~~
Wie es weitergeht könnt Ihr in Teil 2 lesen.
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