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Freiheit

By Tala Storm 2007 / 2008

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Freiheit
by Tala Storm

2007 / 2008

 

Müde ließ sie sich neben Tamira auf den Stuhl sinken. Ihre Augen schweiften durch die Taverne. Sie hasste den Geruch in diesen Absteigen. Verächtlich rümpfte die junge Kriegerin die Nase.

"Was ist los?" beißend kamen die Worte über die Lippen von Tamira.

"Nichts", wehrte sie ab und wich dem Blick ihrer Begleiterin aus.

"Ich weiß, dass dem nicht so ist", stieß die dunkelhaarige Kriegerin hervor. Sie winkte dem Wirt zu. "Einen Krug Wein!" schrie sie durch die Taverne.

Es war plötzlich leise geworden im Schankraum. Die Augen der jungen Kriegerin sahen zu den Männern, die unter sich tuschelten. Sie kannte dieses Verhalten nur zu gut. Egal wo sie auftauchten, immer geschah dasselbe. Sie seufzte innerlich.

"Anuket", riss die kalte Stimme von Tamira sie auf.

"Was?" unsicher sah die junge Frau die Kriegerin an.

"Du magst Tavernen nicht", begann sie versöhnlicher. "Aber es muss sein. Wenn du lieber draußen wartest", Tamira machte eine Kopfbewegung Richtung Tür.

Anuket schüttelte leicht den Kopf. "Nein, schon gut." Sie wusste nur zu gut, dass Tamira nicht meinte was sie sagte. Sie wollte nicht, dass sie sich von ihr entfernte. Anuket schloss kurz die Augen und starrte wieder auf den Tisch. Das Holz war abgewetzt und wies grobe Kerben auf. Schien so, als hätten sich hier noch andere gelangweilt.

"Ich werde das Geschäft schnell abwickeln und dann bist du erlöst", hörte sie die Stimme neben sich. Sie gab keine Antwort darauf.

Aus den Augenwinkeln sah sie zu ihrer Begleiterin. Sie schien die junge Bedienung mit den Augen zu verschlingen. Anuket bemerkte, wie ihr Herz sich zusammenzog. Wie lange noch, würde sie all dies aushalten? Fragte sie sich in Gedanken.

Ihre Erinnerung schweifte zurück, zu der Zeit, als sie Tamira begegnete. Wie sie von der Kriegerin fasziniert war. Es war nicht schwierig für sie gewesen, den Entscheid zu fällen bei ihr zu bleiben. Das war nun schon viele Monde her.

In all dieser Zeit hatte sich alles in ihrem Leben verändert. Auch die Kriegerin, die sie liebte. Anuket sah auf die Frau, die neben ihr saß. Sie schien die Bedienung nicht mehr aus den Augen zu lassen. Anuket erinnerte sich, wie Tamira sie mit den gleichen Blicken angesehen hatte. Wie einfühlsam sie in der ersten Zeit gewesen war. Die Augen von Anuket strichen über den Körper der Frau neben sich. Ihr kurzes dunkelbraunes Haar, ihr durchtrainierter Körper, ihre gebräunte Haut, all dies und vieles mehr hatte sie in den Bann gezogen. Und jetzt? Anuket seufzte kaum hörbar. Sie wusste es nicht mehr. Liebte sie Tamira überhaupt noch? Oder was hielt sie? Immer mehr schien alles in ihr sich gegen die Kriegerin aufzulehnen. Aber noch immer schaffte sie es nicht, sich ihr zu widersetzen, geschweige denn, sie zu verlassen. War das Leid das entstand, wenn sie bei Tamira war, der einfachere Weg? Damit sie sich nicht dem Leid in sich stellen musste?

Tamira sah plötzlich zu Anuket. "Ist was?"

Die junge Kriegerin schüttelte leicht ihren Kopf und wand den Blick ab.

Der Wirt stellte einen Krug Wein auf den Tisch, dazu zwei Becher. Er füllte beide randvoll und zog sich schnell zurück. Einmal mehr schien der Ruf von Tamira ihr vorauszueilen. Anuket starrte in den Becher. Der Wein schwappte leicht darin herum. Es roch eklig.

"Wenn es dir nicht passt", keifte Tamira unerwartet. "Dann lass es."

Anuket schwieg. Dies schien ihr der beste Weg zu sein, nicht mit ihrer Gefährtin zu streiten. In Gedanken versunken sah sie in den Becher. Sie nahm nichts mehr um sich wahr. Ihre Art zu flüchten, vor dem was war, was sie lebte. Immer öfter geschah dies. Keinen Sinn mehr zu sehen, in all dem was ihr Leben ausmachte. Warum sonst hoffte sie in jedem Kampf, dass ein Krieger sie besiegen würde? Damit ihr Leid im Tod ein Ende finden konnte. Anuket schüttelte kaum merklich den Kopf. Es gab keinen ersichtlichen Grund, im Leben zu verweilen. Kein Mensch der auf sie wartete, der sie liebte. Sie wusste nur zu gut, dass Tamira sie nicht liebte. Die Kriegerin sah sie als ihren Besitz an. Ihre anfänglichen Gefühle hatten sich schnell verändert. Nachdem sie Anuket für sich gewonnen hatte, schien es ihr nicht mehr nötig zu sein, Gefühle zu haben oder zu zeigen. Schmerzlich erinnerte Anuket sich an den Tag, als sie dies bemerkte. Sie schluckte schwer und ihre Gedanken schweiften zu ihrer Familie. Auch diese Erinnerung lastete schwer auf ihrem Herzen. Ihre ganze Familie lebte schon lange nicht mehr. Das Amazonendorf in dem sie aufgewachsen war, wurde vor langer Zeit von Römern überfallen. Alles ausgelöscht, die Menschen, das Vieh, die Hütten. Einige die das Massaker überlebt hatten, wurden als Sklavinnen verschleppt. Sie war dem nur durch Zufall entgangen. Wie alle Teenager hatte sie mit ihrer Mutter oft gestritten. So auch an diesem verhängnisvollen Tag. Sie war wütend in den Wald gerannt. Zu spät bemerkte sie, was im Dorf geschah. Aus ihrem Versteck sah sie, wie alles zerstört wurde. Wie die Menschen, die sie liebte, starben. Unfähig zu helfen, musste sie das Geschehen mit ansehen. Und war feige im Wald geblieben. Ihre Angst war zu groß gewesen. Sie sah, wie ihre Mutter durch die Hand eines Römers starb. Anuket seufzte leise. Die letzten Worte, die sie ihrer Mutter gesagt hatte, waren: "Ich hasse dich." Aber das tat sie nicht, weder damals noch jetzt. Nichts hatte ihr in den vergangen Jahren geholfen zu vergessen. Es quälte sie. Sie lernte schnell, sich durch das Leben zu schlagen. Genau so schnell lernte sie zu kämpfen, gut zu kämpfen. Aber wozu? Um an der Seite von Tamira weiter zu leiden? Anuket schloss kurz die Augen. War das ihre Art, sich selber zu bestrafen? Selber zu leiden, für das Leid, dass sie vor so vielen Jahren nicht aufhalten konnte? Zu viel Traurigkeit und Schmerz in ihrer Seele. Unmerklich lief eine Träne über ihre Wange. Die Erinnerungen zogen sie tief in die Dunkelheit in sich.

Etwas um sie schien anders zu sein. Obwohl Anuket tief in sich abgesunken war, spürte sie eine Veränderung in ihrer Nähe. Sie sah von ihrem Becher auf und ihre Augen blieben an ein paar braunen Augen hängen. Wie gebannt starrte sie in diese Augen.

"Hier", Tamira stieß sie unsanft an.

Anuket löste erschrocken ihren Blick von den Augen und sah auf den Becher, den Tamira ihr hingestellt hatte. "Danke."

"Tut mir leid", kam brummig von der Kriegerin. "Aber ich bin hier um das Geschäft abzuschließen. Du weißt, wie wichtig das ist."

"Ja, sicher", Anuket wusste und kannte die Wege die Tamira einschlug, wenn sie merkte, dass sie sich zurückzog. Damit hatte sie es bis jetzt immer geschafft, dass Anuket nicht gegangen war. Ein leichter Schauer lief über die gesamte Haut von Anuket. Die Augen schienen sie noch immer anzusehen. Automatisch ging ihr Blick zurück. Die blonde Kriegerin stand locker angelehnt an der Theke und nippte an ihrem Becher mit Wein. Über den Rand sahen ihre Augen unaufhörlich zu Anuket. Diese konnte nur einen Teil von der blonden Kriegerin sehen, der Rest wurde durch die Theke verdeckt. Sie trug eine schwarze Rüstung aus Leder, mit vielen Verziehrungen. Aber ihre Kleidung verdeckte nicht sehr viel Haut. Das Schwert trug sie, genau wie Anuket und Tamira auf dem Rücken. Ihr langes blondes Haar fiel wild über die Schultern. Die Augen von Anuket nahmen alles, was sie von der Fremden sehen konnte, auf. Bis sie bei den Augen der blonden Kriegerin hängen blieb. Ertappt sah sie weg und starrte auf den Tisch. Sie spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Wie eine Wärme ihren ganzen Körper durchzog. Was war nur mit ihr?

Das Rücken des Stuhles neben sich schreckte sie aus ihren Gedanken auf. Tamira stand vor ihr und sah auf sie hinunter. "Ich werde mein Geschäft erledigen. Warte hier", befahl sie klar.

Anuket nickte nur und sah ihr nach. Bei der jungen Bedienung blieb Tamira stehen und sprach kurz mit ihr. Dabei tätschelte sie ihr den Hintern und lachte auf. Anuket schüttelte müde und traurig den Kopf. Einmal mehr würde sie wohl die Nacht alleine verbringen. Wie so viele Nächte, dachte sie. Tamira ging weiter um die Theke und begrüßte die blonde Kriegerin. Anuket sah auf die beiden Frauen, die sich angeregt unterhielten. Es erstaunte sie, dass die blonde Kriegerin Geschäfte mit Tamira machte. Hatte sie sich getäuscht, in dem was sie in ihren Augen gesehen hatte? Anuket holte tief Luft. Das würde sie nicht mehr erstaunen. Sie verfolgte, wie die beiden vertieft in ihr Gespräch anstießen. Sah so aus, als würden sie sich einigen, bei was auch immer. Anuket verzog ihr Gesicht. Sie wusste wenig über die Geschäfte die Tamira abwickelte. Meistens ging es um Waffen oder Sklaven. Ein Schauer lief über ihren Rücken. Alles, was Tamira machte, wiederstrebte ihr. Anuket nahm einen Schluck aus dem Becher vor sich. Tamira hatte ihr Milch bestellt. Immerhin besser als Wein. Etwas in ihr zwang sie aufzustehen. Sie stellte den Becher langsam zur Seite und erhob sich. Sie musste gehen, endlich gehen. Das war nicht ihr Leben, das war nicht das was sie fühlte, gelehrt hatte. Traurigkeit erfüllte ihr Herz. Obwohl sie wusste, dass sie gehen musste. Etwas in ihr wehrte sich dagegen. Wütend auf sich selber stieß sie die Luft hörbar aus. Es gab nichts, dass sich in ihr wehren musste, befand sie. Tamira benutzte sie, spielte mit ihr. Sie blieb viele Nächte bei anderen Frauen. In den anderen forderte sie bei Anuket ein, was sie glaubte würde ihr zustehen. Und sie war jedes Mal so dumm gewesen, es ihr zu geben. Gerne zu geben. Angewidert verzog sie ihr Gesicht. Sie war selber Schuld und musste dies alles auch selber verändern. Die Zeit war gekommen, um endlich zu tun was sie schon lange im Kopf hatte. Sie würde zu den südlichen Amazonen gehen. Viel hatte sie in ihrem Dorf von ihnen und über sie gehört. Einmal, als sie noch klein gewesen war, hatten sie die südlichen Amazonen besucht. Aber in all der Zeit seit der Vernichtung ihres Dorfes und damit ihres Lebens, hatte sie den Weg nicht geschafft. Anuket nickte. Sie würde jetzt gehen. Bei den südlichen Amazonen versuchen ihr Leben wieder zu finden, sich zu finden. Wo sonst, als bei ihrem Volk sollte das gelingen? Sie wusste, die Amazonen würden ihr eine Heimat geben, halt und Sicherheit. Und irgendwann, würde sie da vielleicht auch ihr zu Hause finden. Sie drehte sich und prallte gegen Tamira. Erschrocken sah sie hoch in die Augen der Kriegerin, die sie anfunkelten. "Oh sieh an", grinste sie süffisant. "Wolltest du doch bei den Pferden warten?"

Anuket schüttelte den Kopf. Aber sie kam nicht dazu etwas zu sagen.

Tamira trat einen Schritt zur Seite. "Das ist Anuket", hörte die junge Kriegerin die Worte. Sie blickte wie gebannt auf die blonde Kriegerin, die nun neben Tamira stand und sie musterte.

"Callisto wird dich mitnehmen", kam ungerührt von Tamira.

Anuket sah sie unsicher an. "Mitnehmen?"

"Ja, das war ein Teil unseres Geschäftes", lachte Tamira. "Sagen wir so, der Bonus", sie zwinkerte Callisto zu.

Anuket glaubte sich verhört zu haben. "Wie bitte?" presste sie hervor.

"Stell dich nicht so an, sie wird dich schon an einem Stück an mich zurückgeben", ironisch grinste sie und winkte dem Wirt zu. Dieser verstand sofort und füllte einen Krug Wein ab.

Tamira wandte sich wieder an Anuket, die fassungslos dastand. Sie wollte wegrennen. Aber wie erstarrt verharrte sie am selben Ort, nicht fähig sich zu bewegen.

"Ich habe hervorragende Waffen von ihr gekauft", erklärte Tamira. "Und weil sie mir einen so guten Preis gemacht hat, hab ich ihr ihren Wunsch erfüllt."

Noch immer kam kein Wort über die Lippen von Anuket. Sie stand nur da und sah von einer zur anderen.

"Du wirst diese Nacht bei ihr verbringen. Sei anständig", Tamira trat nah an Anuket heran und beugte sich tiefer. Sie hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen und zischte nur für sie hörbar. "Enttäusch mich nicht. Tu, was immer sie will." Sie sah Anuket mit funkelnd drohenden Augen an.

"So", wandte sich Tamira an Callisto. "Dann holen wir morgen Mittag die Waffen, wie vereinbart. Viel vergnügen", grinste sie hämisch und sah kurz zu Anuket. Ohne weiter auf die beiden zu achten, ging sie auf die Theke zu. Da griff sie nach dem Krug Wein und nahm die Hand der Bedienung. Zusammen verschwanden sie über die Treppe nach oben. Anuket atmete schneller und schien kaum aus ihrer Starre zu erwachen. Keinen klaren Gedanken konnte sie mehr fassen. Alles in ihr war aufgewühlt.

Bis eine Stimme sie aufriss. "Können wir?" auffordernd sah Callisto sie an.

Anuket nickte nur, zu mehr war sie nicht fähig. Aber ihr Körper bewegte sich nicht. Nach einigen Schritten blieb Callisto stehen und sah zurück zu ihr. Langsam kam sie auf sie zu und strich ihr sanft über die Wange. "Keine Angst, es wird dir nichts geschehen. Komm jetzt." Ihre Hand umfasste den Oberarm von Anuket. Sie zog sie einfach mit aus der Taverne. Anuket stolperte neben der Kriegerin zum Stall. "Hast du ein eigenes Pferd?"

Anuket nickte zaghaft.

"Welches?"

Die junge Kriegerin zeigte auf das schwarze Pferd in der Ecke.

"Sag mal?" Callisto ließ endlich ihren Arm los. "Kannst du plötzlich nicht mehr reden?"

"Doch", kam zögerlich von Anuket.

"Das beruhigt mich", lächelte Callisto. "Sattle dein Pferd", befahl sie der jungen Frau neben sich.

Ohne etwas einzuwenden, tat Anuket, was die Kriegerin von ihr wollte. Beim Aufsatteln sah sie immer wieder in die Box neben sich. Sie beobachtete Callisto genau. Keine ihrer Bewegungen entging ihr. Als sie bemerkte, dass Callisto zu ihr sah, wandte sie den Blick schnell ab.

"Callisto", flüsterte Anuket leise den Namen der Kriegerin.

"Ja?"

Erschrocken schoss Anuket herum. Die Kriegerin stand vor ihr. Sie hatte nicht bemerkt, wie diese sich ihr genähert hatte. "Ich ... das ... ich", stotterte Anuket verlegen herum.

"Schon gut", grinse Callisto. "Lass uns gehen."

Kurz darauf ritten die beiden aus dem Dorf.

Anuket sah traurig zur Taverne. Callisto war dies nicht entgangen. Aber sie ging nicht darauf ein. Schweigend ritten sie Wege, die Anuket nicht kannte. Sie folgte der fremden Kriegerin. In ihrem Kopf rasten die Gedanken und Fragen umher.

"Wir sind bald da", unterbrach Callisto das Schweigen.

Die Augen von Anuket schweiften über die Landschaft. Sie kannte nichts, was sie erblickte. Sie nahm auf, wie nah die Sonne dem Horizont schon gekommen war. Es war Anuket egal, wie alles was gerade mit ihr geschah. Sie konnte nicht wirklich fassen, was Tamira mit ihr gemacht hatte. Es tat weh und zeigte ihr, wie richtig es gewesen wäre, wegzugehen. "Zu spät", sprach sie in Gedanken.

"Was ist zu spät?" Callisto sah zu der Frau, die gedankenverloren neben ihr ritt.

Anuket hatte nicht bemerkt, dass sie die Worte laut ausgesprochen hatte. "Nichts, entschuldige", murmelte sie.

Callisto sah sie skeptisch an. "Du brauchst dich nicht zu entschuldigen", sie trieb ihr Pferd in den Galopp. Anuket sah ihr erstaunt nach. Dann schweifte ihr Blick über die Landschaft. Jetzt hatte sie die Möglichkeit umzudrehen und allem zu entfliehen. Ihren neuen Weg einzuschlagen und zu den südlichen Amazonen zu reiten. Sie sah, wie die blonde Kriegerin sich immer weiter von ihr entfernte. "Scheiße", murmelte sie zu sich selber und trieb ihr Pferd an. Sie konnte nicht sagen warum sie es tat, aber sie tat es und folgte Callisto.

Mit einem zufriedenen Lächeln erwartete Callisto sie auf einer kleinen Anhöhe. "Da unten ist es", sie zeigte auf eine Baumgruppe.

Anuket sah auf die Baumgruppe. "Da unten?" sie konnte nichts entdecken, schon gar kein Lager.

Callisto lachte auf. "Lass dich überraschen." Sie raste mit ihrem Pferd über den Hügel auf die Baumgruppe zu. Anuket folgte ihr. Vor den Bäumen parierte Callisto ihr Pferd und ritt langsam zwischen einigen Bäumen hindurch. Die junge Kriegerin folgte ihr genau so langsam. Alles um sich genau aufnehmend ritt sie hinter Callisto. Nach einigen Metern wurden die Bäume weniger und ein Weg auf eine Lichtung war zu sehen. Erstaunt sah Anuket sich um. Auf der Lichtung sah man die großen Felsen, die ein Tal in sich einschlossen. Also, hier war ihr Lager versteckt. Gut getarnt, musste Anuket anerkennen. Sie ritten nicht mehr lange, bis sie das Lager erreichten. Ihre Pferde wurden von einem Krieger sofort in Empfang genommen. Anuket hatte die neugierigen Blicke all der Männer bemerkt. Callisto schien ein ansehnliches Heer zu haben. Sah so aus, als wäre sie die weit größere Kriegsherrin als Tamira.

Schweigend folgte Anuket der Kriegerin in die Höhle. Sie liefen einen Gang entlang. Die Gedanken von Anuket suchten nach Erinnerungen, wo hatte sie den Namen von Callisto schon gehört? Sie schien wirklich eine große Kriegerin zu sein. Die Stimme von Callisto riss sie auf: "Hier sind alle Vorräte verstaut", die Kriegerin zeigte in einen Nebenraum. Die Höhle bot viele dieser kleinen Felsräume. Im nächsten lagerten die Waffen. Anuket verzog ihr Gesicht.

Callisto grinste. "Das passt dir nicht, oder?" herausfordernd sah sie die junge Kriegerin an.

"Was?" tat Anuket unwissend.

"Das ich Tamira Waffen verkaufe."

Anuket zuckte mit den Schultern. "Es geht mich nichts an", murmelte sie.

"Ich habe dich nicht gefragt, ob es dich was angeht", stellte Callisto klar.

Anuket sah beschämt zu Boden. Sie konnte mit dieser Frau nicht umgehen. Immer wieder verunsicherte sie, was Callisto sagte oder tat. Die ganze Frau verunsicherte sie. "Tut mir leid", murmelte sie gegen den Boden.

Callisto trat ganz nah vor sie und hob mit zwei Fingern ihr Kinn. "Muss es nicht", Callisto blieb an den Augen der jungen Kriegerin hängen. Wie gebannt sahen sie sich an. Beide schienen den Atem anzuhalten. Callisto räusperte sich: "Also? Du hast mir noch keine Antwort gegeben", lenkte Callisto ab.

"Das ... ich ..." Anuket schaffte es nicht, in diesem Tempo das Thema zu wechseln. Noch immer glaubte sie, ihre Haut würde brennen, da wo Callisto sie berührt hatte. Ihr Blut raste in Windeseile durch ihren Körper und schien alles zum Kribbeln zu bringen.

"Ja?", grinste Callisto über das ganze Gesicht. Ihr war nicht entgangen, wie die junge Kriegerin auf sie reagierte. Sie musste sich eingestehen, dass es ihr nicht anders erging. Warum sonst, hätte sie diesen ausgefallen Wunsch an ihr Geschäft mit Tamira angehängt. Unmerklich schüttelte sie ihren Kopf. Was sie wollte nahm sie sich. Aber hier. Es fühlte sich anders an und sie wollte es anders.

Anuket holte hörbar Luft. "Ich mag es nicht, wenn sie Waffen kauft", begann sie sich zu retten. "Und schon gar nicht, was sie damit tut." Sie drehte ab und wollte losgehen. Eine Hand umschloss ihren Oberarm und hielt sie auf.

"Wir sind mit der Besichtigung noch nicht fertig", befehlend und tief klag die Stimme von Callisto.

Erschrocken sah Anuket sie an. "Sicher", murmelte sie und sah auf den Boden. Sie hatte beinahe vergessen, dass Callisto sie von Tamira für diese Nacht bekommen hatte. Aber musste sie deswegen tun, was die Kriegerin wollte? Sie konnte selber bestimmen über sich. Konnte sie das? Anuket wusste gar nichts mehr. Sie hatte in der Taverne beschlossen, endlich von Tamira wegzugehen. Und nun? Sie hatte zugelassen, dass Tamira sie Callisto übergab. Oder wie sollte man dies nennen? Ihr war klar, was die Kriegerin von ihr wollte. Trotzdem war sie mitgegangen und nicht geflohen, als sie die Möglichkeit hatte. Anuket sah hoch und direkt in die Augen von Callisto. Die Kriegerin stand immer noch nah vor ihr und beobachtete sie. Sie wollte nicht fliehen, gestand sich die junge Kriegerin. Diese Frau zog sie magisch an. Somit war sie das Risiko, dass es ihr gleich oder noch schlechter erging als bei Tamira, einfach eingegangen.

"Komm", beendete Callisto das Schweigen.

Anuket folgte ihr. Die Kriegerin zeigte ihr all die Räume in der Höhle. Sogar ein Verlies gab es, was Anuket einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Callisto war eine Kriegerin, nein ... sie war eine Kriegsherrin, wie konnte sie annehmen, dass sie anders war als Tamira? Traurig ging sie hinter Callisto aus der Höhle. Draußen war die Nacht dabei den Tag abzulösen. Die Krieger hatten verschiedene Feuer entfacht. Callisto rief einen der Krieger zu sich: "Bringt heißes Wasser für ein Bad. Zu Essen und zu trinken. Und dann will ich nicht mehr gestört werden, ist das klar?" ihre Augen funkelten wild.

Der Krieger nickte ergeben und zog sich sofort zurück.

Callisto zog Anuket am Arm hinter sich her in ein großes Zelt. Es schien riesig zu sein. Mit einem kleineren Teil, der durch leichte Tücher abgetrennt war. Durch einen Spalt konnte Anuket eine große Wanne dahinter erkennen. Im großen Zelt war gleich rechts neben dem Eingang ein großer Tisch mit einem Stuhl. Darauf lagen viele Pläne, eine Schale mit Früchten und ein Krug. Anuket ging davon aus, dass darin Wein war. Links waren viele große Kissen, die eine Sitzecke bildeten. Und an der Zeltwand gegenüber vom Eingang stand ein riesiges Bett. Abgedeckt mit Fellen. Callisto zog sie plötzlich neben sich. Anuket schreckte zusammen und bemerkte erst da, dass zwei Krieger mit heißem Wasser an ihr vorbei gingen. Ein anderer brachte das Essen und stellte es auf den kleinen Hocker, der in den Sitzkissen stand. Mit gesenktem Kopf verschwanden die Krieger schnell wieder.

Callisto zeigte auf die Kissen. "Mach es dir gemütlich", wies sie Anuket an.

Die junge Kriegerin setzte sich in die vielen Kissen und versuchte sich zu beruhigen. Alles in ihr war aufgewühlt und durcheinander. Sie wusste nicht mehr was sie hier tat, geschweige denn warum. Sie beobachtete Callisto, die sich auf den Stuhl setzte und eine Liste durchging. Erschlagen ließ sie sich nach hinten in die Kissen sinken. Dies nutzte Callisto, um die junge Frau zu beobachten. Sie war fasziniert von ihr und versuchte, eine Erklärung dafür zu finden. Anuket verstand nicht, warum Callisto am Tisch saß. Das Essen stand bei ihr und das Wasser war auch da. Sie war verunsichert vom Verhalten der Kriegerin und von sich selber.

Da kamen erneut zwei Krieger. Anuket sah auf und merkte, dass sie noch mehr Wasser brachten. Nun war ihr klar, warum Callisto sich noch immer von ihr fern hielt. Würde das danach auch noch sein? Unmerklich schüttelte Anuket den Kopf. Wohl kaum. Callisto hatte sie als Beigabe zum Handel von Tamira bekommen. Müde schloss sie die Augen und verfluchte sich erneut, nicht geflüchtet zu sein.

Die Krieger kamen noch einmal. Als Callisto sich erhob und auf die Sitzkissen zukam, wusste Anuket, dass die Krieger nicht noch einmal kommen würden.

"Willst du ein Bad nehmen oder erst essen?" die Kriegerin stand vor Anuket.

"Das ... ich ... was du gerne willst", sprach sie leise.

Callisto’s Augen fixierten Anuket. "Gut, dann gehen wir erst in die Wanne", bestimmte sie und drehte sich ab.

Ohne ein Widerwort folgte Anuket. Ihr Herz schlug schnell und laut, als würde es gleich zerspringen. Sie hatte heiß und kalt zugleich. Angst, vor dem was kommen konnte. Sie wusste kaum wohin mit sich. Wie gebannt starrte sie auf Callisto, die schon beinahe ausgezogen war. Sie war schön, nein, wunderschön. Ihr Körper war durchtrainiert und geschmeidig. Anuket konnte ihren Blick nicht mehr lösen. Bis Callisto sie lachend ansah. "Und? Gefällt dir was du siehst?"

Anuket nickte nur. Sie brachte kein Wort über die Lippen. Die Kehle schien wie ausgetrocknet zu sein.

Callisto grinste fröhlich. "Was ist? Willst du in den Kleidern in die Wanne?" foppte sie die junge Kriegerin.

"Nein ... nein", stotterte Anuket und wand endlich ihre Augen ab. Sie atmete schnell und kurz. Langsam begann sie ihre Lederhose zu öffnen. Gefangen in all ihren Gedanken und Gefühlen, bemerkte sie nicht, dass Callisto nun sie beobachtete. Sie hatte die Stiefel und die Lederhosen ausgezogen, fein säuberlich auf die Bank an der Zeltwand gelegt. Sie stand mit dem Rücken zur Wanne und zog ihr Lederoberteil langsam nach oben. Es verkeilte sich bei den Armen und sie schimpfte leise vor sich. In der Annahme, Callisto würde dies nicht bemerken. Wie vom Blitz getroffen fuhr Anuket zusammen, als sie zwei Hände auf ihren Armen fühlte, einen warmen Körper ganz nah an ihrem.

"Ich helfe dir", hörte sie die leisen, sanften Worte von Callisto.

Der Herzschlag von Anuket hatte sich schlagartig noch einmal erhöht.

"Lass los, ich mache das", sprach die sanfte Stimme hinter ihr weiter. Sie konnte den Atem der Kriegerin dabei auf der Haut ihres Nackens fühlen. Warm und sanft berührte er ihre Haut. Ließ einen wohligen Schauer über den Rücken von Anuket rieseln. Sie ließ schnell das Lederoberteil los und streckte die Arme nach oben. Ganz vorsichtig zog Callisto das Lederoberteil über ihren Kopf und befreite sie davon.

Anuket holte tief Luft und drehte sich langsam um. Aber sie fand Callisto nicht hinter sich. Die Kriegerin war bereits dabei in die Wanne zu steigen. Unsicher folgte Anuket ihr und stieg ebenfalls in das warme, dämpfende Wasser. Sie setzte sich Callisto gegenüber hin und glaubte, dass die Kriegerin ihren pulsierenden Herzschlag hören musste. Callisto sah Anuket unverfroren an. Ihr schien diese Situation weder peinlich noch sonst was zu sein. Sie griff nach einem Schwamm und winkte Anuket zu sich. "Komm her. Dreh dich, ich wasche dir den Rücken", bot sie an.

Anuket bewegte sich langsam zu Callisto. Sie wusste kaum, wohin sie sehen sollte. Mit gesenktem Kopf setzte sie sich vor Callisto. Sie merkte, wie die Kriegerin näher an sie heranrückte, ihre Beine sich an die Seiten von ihr legten. Anuket hielt den Atem an. Sie rührte sich nicht. Ganz sanft begann Callisto ihren Rücken mit dem Schwamm zu waschen. Die Zeit schien endlos lange zu sein. Bevor der Schwamm aufhörte über ihren Rücken zu wandern. Anuket hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Sie nahm nur noch die Nähe von Callisto war. Wie angenehm es sich anfühlte, da wo ihre Haut aufeinander traf.

Callisto hatte sich lange Zeit genommen. Sie genoss es, den Rücken zu erkunden. Auch wenn ihr der Schwamm hinderlich war, zwang sie sich, diesen zu benutzen. Es lag ihr viel daran, von dieser jungen Kriegerin etwas zu bekommen. Aber sie wollte es sich nicht nehmen, sie wollte, dass Anuket es ihr schenkte. Sie schüttelte über ihre eigenen Gedanken den Kopf. Was war nur los mit ihr? Dies kannte sie nicht. Normalerweise nahm sie sich, was sie wollte. Aber hier und jetzt, mit dieser jungen Frau, wollte sie es anders. Sie wollte Anuket, und wie sie wollte. Aber dieses Mal, wollte sie viel mehr. Sie wollte geben und erhalten.

Sie ließ den Schwamm achtlos im Wasser treiben. Ihre Hand ersetzte den Schwamm. Sie schloss die Augen, als die Hand ganz still auf der Haut von Anuket lag. Sie hörte ein leises Seufzen vor sich. Oder war es von ihr?

Ihre Sinne spielten verrückt, schienen ihr Streiche vorzugaukeln.

Sanft begann die Hand über den Rücken zu streichen. Die zweite gesellte sich ganz automatisch dazu. Anuket holte tief und hörbar Luft. Ihr ganzer Körper saugte diese sanften Berührungen in sich auf. Wie lange hatte sie dies nicht mehr gefühlt? Hatte sie es je so empfunden? Nein, das hatte sie nicht. Diese Intensität kannte sie nicht. Es zog sie mit, unaufhaltsam schien sie zu fallen.

Es blieb ihr keine Zeit nachzudenken, etwas aufzuhalten oder gar die Flucht zu ergreifen. Nichts mehr schien real zu sein. Wie aus weiter Ferne hörte sie ihr eigenes stöhnen.

Callisto erkundete ihren Körper. Ihre Hände hatten längst den Rücken verlassen. Automatisch zog sie die junge Frau noch näher an sich. Sie stöhnten laut auf, als ihre Körper sich berührten. Ihre harten Brustwarzen drückten sich in den Rücken von Anuket und wurden sofort noch härter. Callisto brannte, ihre Blut raste wild durch den Körper. Sie holte tief Luft und stoppte plötzlich ihre Hände. Ruhig lagen sie auf dem Bauch von Anuket. Sie musste sich zusammenreißen. Nichts überstürzen oder die junge Kriegerin überrennen mit ihrer Begierde. Sie löste ihre Arme und stand auf. Ohne ein Wort verließ sie die Wanne und begann sich abzutrocknen. Anuket sah sie verwirrt an. Sie verstand nichts mehr.

Langsam und unsicher verließ auch sie das warme Wasser und griff nach dem Handtuch, dass Callisto ihr reichte.

"Hab .. hab ich was falsch gemacht?" Irritiert sah sie die Kriegerin vor sich an.

Callisto schüttelte den Kopf. "Nein, ich wollte nur endlich aus dem Wasser."

Ihre Stimme klang gleichgültig.

Anuket trocknete sich weiter ab und versuchte sich zu beruhigen. Ihre Erregung war noch keineswegs abgeklungen. Heiß fühlte sich die Haut an, die sie abtrocknete. Ihre Gedanken spielten verrückt, überschlugen sich. Sie musste gehen, weg. Nur weg von dieser Kriegerin, die so vieles in ihr auslöste. Sie würde ihr das Herz brechen, schlimmer als Tamira dies je geschafft und getan hatte. Sie wollte das nicht erleben. Die Vorstellung, wie dies sein würde, ließ die junge Amazone innerlich erzittern. Versunken in ihre Gedanken, bemerkte sie nicht, wie sehnsüchtig Callisto sie fixierte.

Die Kriegerin verließ vor ihr das Badezelt. Anuket beeilte sich. Sie wollte Callisto nicht verärgern. Kurz nach ihr betrat sie das große Hauptzelt. Sie hatte den seidigen Umhang angezogen, den Callisto auf ihre Kleider gelegt hatte. Sie ging davon aus, dass sie das so wollte. Und war sie nicht hier, um ihr all ihre Wünsche zu erfüllen? So hatte Tamira es ihr aufgetragen.

Anuket sah in die Augen der wartenden Callisto. Sie wusste, dass sie die Wünsche der Kriegerin aus einem anderen Grund erfüllen würde. Nicht weil Tamira es ihr befohlen hatte. Nein, sie würde es tun, weil sie es wollte. Weil sie sich nach dieser Frau sehnte.

Sie setzte sich neben Callisto in die Kissen und kaute lustlos an dem Essen herum. Sie hatte keinen Hunger. Zu aufgewühlt war sie.

Callisto ließ sie die ganze Zeit nicht aus den Augen. In ihr sah es nicht viel anders aus als in der jungen Kriegerin. Erneut tasteten ihre Augen den ganzen Körper der Frau neben sich ab. Sie war einen halben Kopf kleiner als sie. Ihr Körper war genau so durchtrainiert. Schien der Kriegerin aber viel weicher zu sein, als ihr eigener. Ihr blondes, kurzes Haar stand so halbnass in alle Richtungen. Süß, dachte Callisto und lächelte vor sich hin. Sie zwang sich den Blick abzuwenden. Was war los mit ihr? Wurde sie auf ihre alten Tage noch sentimental? Sie erhob sich und ging an den großen Tisch. Schnell war der Becher mit Wein gefüllt. In einem Zug trank sie in leer. Es brannte leicht in der Kehle und rann warm hinunter. Sie schloss die Augen. Es wurde Zeit, einzulösen, warum die junge Kriegerin bei ihr war. Es war ein Geschäft, nichts weiter. Sprach sie in Gedanken mit sich selber. Sie drehte sich abrupt um. "Komm", rief sie die junge Kriegerin barsch zu sich. Anuket stand auf und näherte sich Callisto, langsam ... Schritt für Schritt. Ihr war die Veränderung von Callisto’s Augen nicht entgangen. Sie hatten alles warme, alles Licht verloren. Nun waren sie dunkel und sahen den Körper, der auf sie zukam, gierig an. Anuket konnte nur noch Lust darin entdecken. Weg war, was sie die letzten Stunden darin gesehen hatte.

Sie schluckte schwer und blieb einen Schritt vor Callisto stehen.

Deren Augen fuhren von oben nach unten über ihren Körper. "Ich hoffe", begann sie mit heiserer Stimme und schob Anuket rückwärts zum Bett. "Du hältst, was Tamira mir versprochen hat", ihre Augen blitzten auf.

Anuket blieb der Atem stehen. Sie wagte nicht mehr, sich zu rühren.

"Zieh das aus", befahl die Kriegerin mit rauer Stimme und zeigte auf den Umhang.

"Ich ... ich, bitte", sprach Anuket leise und sah Callisto flehend an. Sie wollte mit dieser Frau schlafen, sie lieben, sie erkunden, sie erregen und befriedigen. Aber nicht so. Sie wollte nicht dazu gezwungen werden. Das hatte sie zu oft über sich ergehen lassen.

"Was?" Keifte Callisto drohend und trat nah an sie heran.

Anuket blickte auf den Boden. Was sollte sie sagen? Callisto wollte wohl kaum von ihr hören, was sie empfand und sich wünschte.

"Ich bekomme immer, was ich will", zischte sie nah an ihrem Gesicht.

Ihr warmer Atem streifte die Haut. Anuket holte tief Luft und ein Zittern raste durch ihren Körper.

"Ich weiß", Callisto begann den Umhang von Anuket zu öffnen. "Dass du es auch willst, ich sehe es", kam zufrieden von ihr.

"Ja ... nein", stieß Anuket hervor. Sie fühlte wie der Umhang über ihren nackten Körper auf den Boden glitt. Sie schloss verzweifelt die Augen. Wehr dich, schrie es in ihr.

Callisto zog sie an sich und küsste sie wild und stürmisch auf die Lippen. Wie erstarrt lag die junge Frau in ihren Armen. Sie reagierte nicht. Ihre Augen sahen ins Leere.

Callisto gab sie frei und sah sie erstaunt an. Was sie sah, erschreckte sie. Was tat sie hier? Sie schloss kurz ihre Augen und bückte sich. Sanft legte sie Anuket den Umhang über die Schultern und band ihn zusammen.

Anuket sah ihr verwirrt zu. Ihr Atem kam schnell und ihr Körper zitterte noch immer. Und wie schon die ganzen Stunden zuvor, verstand sie nicht was geschah. Aber sie sah, wie die Augen von Callisto sich verändert hatten. Sanft sahen sie auf sie herab. "Tut mir leid", murmelte sie. "Leg dich schlafen, ich muss noch eine Liste zu ende schreiben." Sie wartete nicht auf eine Antwort. Schnell zog sie sich an den Tisch zurück und schien vertief in die Liste zu sein.

Unbeweglich stand Anuket vor dem Bett. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Sie warf einen Blick auf das Bett hinter sich und beschloss zu tun, was sie sollte. Sie überlegte kurz, streifte den Umhang ab und legte sich nackt unter die Decke. Lange lag sie wach. Sie fand keine Ruhe. Immer wieder schielte sie zu Callisto. Die rief einige Zeit später einen der Krieger zu sich. Sie erklärte ihm, was zu tun war und er verschwand schnell.

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Anuket konnte den Schlaf nicht aufhalten. Er holte sie ein. Aber er erlöste sie nicht. Unruhig drehte sie sich von einer Seite auf die andere. Callisto sah ununterbrochen auf die junge Frau in ihrem Bett. Leise trat sie zu ihr, streifte ihren Umhang ab und kroch unter die Decke. Ganz vorsichtig legte sie sich hinter Anuket und redete sanft auf sie ein. Ihr Arm umschloss den zitternden Körper. Beruhigend sprach sie weiter. Anuket schoss abrupt auf. "Was ... ich", sie sah sich um und bemerkte Callisto, die an ihr lag und hoch sah. "Du hast geträumt", erklärte sie.

"Oh", stieß Anuket schwer atmend hervor. Ihr Blick schweifte durch das Zelt, als müsste sie sich erinnern wo sie war.

"Komm, leg dich wieder zu mir", bat Callisto.

Anuket legte sich unsicher zurück an Callisto. Die Kriegerin rückte ganz an sie heran, legte den Arm wieder um sie. Ihre Hand lag auf Anuket's Bauch. Ihr Atem strich über den Nacken der jungen Amazone.

Diese versuchte sich zu beruhigen. Was nicht einfach war. Callisto war zu nah, viel zu nah. Unruhig fing die junge Kriegerin an sich zu bewegen.

"Was ist?" Kam leicht gereizt von Callisto. "Kannst du nicht ruhig liegen?"

"Tut mir leid", Anuket wollte sich von ihr wegdrehen. Aber der Arm hielt sie zurück.

"Wenn ich ... wenn ich nicht so nah bei dir liege, störe ich dich nicht", versuchte sie zu erklären.

"Das muss auch so gehen", kam ungerührt von Callisto. "Dreh dich", forderte sie.

Sofort beschleunigte sich der Herzschlag von Anuket noch einmal. Sie drehte sich vorsichtig. Unsicher, nicht wissend was Callisto von ihr erwartete, sah sie diese an.

"Leg dich zu mir", Callisto drehte sich auf den Rücken und zog sie an sich. Sie streichelte zärtlich die warme Haut von Anuket.

Diese lag streif an ihr. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie schloss die Augen, genoss das Streicheln. Nur zögerlich entspannte sich ihr Körper. Sie sog die sanften, zärtlichen Berührungen von Callisto in sich auf. Es fühlte sich so gut an, ließ sie abtauchen. Ihr Körper reagierte immer stärker auf Callisto. Anuket glaubte zu glühen. Sie hielt das still liegen auf Callisto kaum noch aus. Ganz langsam drückte sie sich hoch. Ihre Augen hingen an denen von Callisto, die sie gespannt und neugierig ansah. Langsam, ganz langsam, als würde die Zeit in Zeitlupe vergehen, näherten sich ihre Lippen denen von Callisto. Sanft berührten sie sich. Weich, sie waren so weich. Anuket stöhnte leise auf. Ihre Zunge begann sanft den Lippen von Callisto nachzufahren. Bis diese sie für Anuket öffnete. Neugierig drang die Zunge der jungen Kriegerin in den Mund vor. Erkundete ihn und streichelte die Zunge von Callisto. Sie stöhnten beide in den Mund der anderen. Sanft und leidenschaftlich zugleich küssten sie sich. Die Hände von Callisto strichen erkunden über den Rücken von Anuket. Sie genoss was sie tat, was sie empfand. Das musste es sein, was sie immer wieder von anderen gehört hatte. Dieses Gefühl, dass sie nie erlebt hatte, wenn sie küsste. Es war für sie, als würde die Zeit stehen bleiben, das Leben. Als würde ab nun etwas anderes sein, ein anderes Leben, eine andere Zeit. Es fühlte sie aus, warm durchdrangen diese Gefühle ihren Körper. Jede Faser ihres Seins reckte sich der jungen Kriegerin entgegen, dem was sie ihr schenkte. Ganz sanft schien ein Hauch ihre Seele, ihr Herzen und ihren Geist zu berühren. Es auszufüllen und zu überfluten. Sie atmete schnell und löste sich um Luft zu holen. Mit geschlossenen Augen lag sie halb unter Anuket. Sie fühlte, wie zärtliche Finger ihr Gesicht erkundeten. Alles entdeckten. Langsam öffnete sie die Augen, sah in tiefe, grüne Augen. Sie waren wie Bergseen, klar und hell. Überwältigt sah sie in diese Augen. Es zog sie mit, tief schien sie abzutauchen. Bis Anuket den Augenkontakt unterbrach und sie erneut küsste. Ihre Hände über den heißen Körper von Callisto wanderten. Die Haut kaum berührend, strichen sie an der Seite hoch und runter. Der ganze Körper von Callisto bog sich ihr entgegen. Schwer atmend lagen sie zusammen. Das Küssen und Berühren war umwerfend. Sie lagen eng umschlungen da und genossen das Erlebte. Sanft streichelten sie sich. Die junge Kriegerin folgte mit ihrem Blick den Bahnen, die ihre Finger über die heiße Haut von Callisto zogen. Zärtlich hauchte sie einen Kuss auf die Schulter, auf der sie lag. Sie hielt es nicht mehr aus und drückte sich hoch, wollte fortsetzen, was sie begonnen hatte.

Callisto lächelte sie an und hielt sie auf. "Nicht, lass uns schlafen. Die Nacht ist beinahe um."

Irritiert sah Anuket sie an. "Willst du nicht ... ich meine ... deswegen bin ich doch hier?"

Callisto sah sie ernst an. "Das mag sein Anuket. Aber ich will es nicht, nicht jetzt. Und du", sie sah ihr tief in die Augen. "Willst es auch nicht", hängte sie an.

"Aber ich ... es ist in Ordnung", stammelte Anuket.

"Nein, schlaf jetzt", damit beendete Callisto jegliche weitere Diskussion.

Sie drehte sich weg von Anuket und versuchte zu schlafen. Es gelang ihr nicht. Zu aufgewühlt war sie. Und der Frau neben ihr ging es nicht anders.

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Am Morgen wachte Anuket müde und gerädert auf. Sie wusste, dass sie nur kurz geschlafen hatte. Erschlagen öffnete sie die Augen. Ihr Kopf schoss herum. Aber sie lag alleine im Bett. Im ganzen Zelt konnte sie Callisto nicht entdecken. Langsam setzte sie sich auf, ihre Beine baumelten über die Kante. Sie fühlte sich elend.

"Auch endlich wach", schreckte die kalte Stimme von Callisto sie auf.

"Ja", murmelte Anuket. Ihre Augen suchten verstohlen nach den Kleidern. Sie fühlte sich unwohl in ihrer Nacktheit.

"Sie liegen unten am Bett", Callisto stand mit dem Rücken zu ihr am Tisch. "Beeil dich, wir müssen los."

"Sicher", Anuket stand auf und zog sich an. Callisto war abweisend und kühl. Es tat ihr weh, unglaublich weh. Aber warum? Wie konnte sie annehmen, dass der Kriegerin etwas an ihr lag. Geschweige denn mehr? Du bist dumm, so schrecklich dumm, dachte sie traurig. Nur schwer gelang es ihr, die Tränen zurück zu halten. Einmal mehr glaubte sie, sich getäuscht zu haben. Das was sie in den Augen gesehen hatte, in der Taverne. Immer wieder sah sie es in den Stunden die sie nun hier gewesen war. Aber Callisto wollte sie nicht. Weder in der Nacht noch sonst. Mit hängendem Kopf folgte sie Callisto, die drängend nach ihr rief.

Draußen sah sie wie Callisto die Krieger antrieb. Sie schien gereizt und duldete keine Verzögerung. Ihre Pferde standen bereit.

Wenig später ritten sie aus dem Tal. Der schwere Karren zwang sie, langsam zu reiten. Schweigend ritten sie zum Treffpunkt, den sie kurz vor dem Mittag erreichten.

"Lasst die Pferde ausruhen", rief sie den Kriegern zu. Es waren nur einige wenige mitgekommen. "Marcos", sie winkte ihren Hauptmann zu sich. "Sieh dir die Umgebung an, aber gut", drohend blitzen ihre Augen auf. Er nickte und ritt los. Anuket war abgestiegen und hatte ihrem Pferd den Sattelgurt gelöst. Sie setzte sich auf einen großen Stein und ließ den Hengst am langen Zügel grasen. Ihre Augen wanderten über die Landschaft. Sie empfand es friedlich und ruhig. Aber nichts das sie aufnahm, konnte ihr Herz erleichtern. Sie wollte nur noch weg, weit weg. Dies wollte sie nicht nur von Callisto, auch von Tamira. Sie würde es Tamira sagen und gehen, endlich gehen und frei sein. Keinen Schmerz mehr, weder am Körper noch im Herzen oder der Seele. Vielleicht würde sie dann endlich Frieden finden. Das finden, was ihre Seele so sehr suchte.

Callisto stand in einiger Entfernung von Anuket und studierte die junge Kriegerin. Sie sah und fühlte die unendliche Traurigkeit, die Anuket umgab. Es gab ihrem Herzen einen Stich, dies aufzunehmen. Was war es nur, dass sie so anzog? Warum hatte sie sich in der Nacht so verhalten? Sie wollte diese junge Frau, und wie sie wollte. Aber es schien ihr falsch zu sein. Sie hatte ihre Lust gezügelt und sich zurück gezogen. Sie spürte, dass sie Anuket lieben wollte, von ihr geliebt werden wollte. Sie wollte sie nicht besitzen, sie wollte geben und bekommen. Callisto schüttelte erstaunt über sich den Kopf.

Pferdegetrampel riss beide Kriegerinnen aus ihren schweren Gedanken. Sie sahen, wie fünf Krieger von Tamira auf sie zuritten.

Callisto trat neben den Wagen. Sie musterte die Männer. "Wo ist Tamira?"

Kirga, der Hauptmann von Tamira grinste. "Die ist noch beschäftigt", er sah überheblich zu Anuket. "Wir sollen die Ware abholen."

"Das Geld?" Callisto war angespannt und übellaunig.

Kirga schmiss ihr einen Beutel zu. Sie reichte ihn Marcos, der den Inhalt zählte und ihr zunickte. "Da ist die Ware", Callisto zeigte auf den Wagen. "Lasst den Wagen und die Pferde im Dorf beim Schmid. Er weiß bescheid."

Kirga nickte und wies zwei der Männer an, den Wagen zu übernehmen. "Hey", schrie er zu Anuket. "Komm schon, du weißt sie wartet nicht gerne", er grinste auf.

Anuket sah unsicher zu Callisto. Aber sie konnte in den Augen nichts erkennen. Nichts, dass ihr zeigt, was Callisto wollte. Sie wandte sich ab und zog den Sattelgurt nach. Mürrisch wischte sie eine Träne weg, die über ihre Wange lief. Sie stieg auf und ritt zu den Kriegern von Tamira. Callisto’s Augen blieben unaufhörlich auf ihr. Sie war hin und her gerissen. Was sollte sie tun? Diese junge Frau aufhalten? Sie bitten bei ihr zu bleiben? Nein, das konnte sie nicht.

Was wenn Anuket dies nicht wollte? Wenn sie die Zeichen falsch deutete?

"Hat mich gefreut mit euch Geschäfte zu machen", sie sah Kirga kalt an.

"Uns auch", er sah kurz zu Anuket, die neben den Wagen geritten war. "Hat sie erfüllt was sie sollte? Tamira möchte es wissen."

Callisto nickte. "Hat sie. Richte ihr aus, dass ich zufrieden bin."

Er nickte und winkte seinen Männer zu. Sie brachen auf. Anuket hatte die Worte gehört. Tief verletzten sie die junge Frau. Sie sah noch einmal kurz zurück. Dann trieb sie den Hengst an und ritt weg von der Frau, die sie begehrte. Ihr Herz tat weh. Bei jedem Schritt, den ihr Pferd sie weiter von Callisto wegtrug, wurde der Schmerz größer. Tief in ihr schrie es laut. Ihr Körper zitterte. Sie war traurig und konnte die Tränen nicht aufhalten, die über ihr Gesicht liefen.

Die Krieger von Tamira mieden es, sie anzusprechen. Sie wussten nur zu gut, warum Anuket bei Callisto gewesen war.

"So schlimm kann es kaum gewesen sein", riss die tiefe Stimme von Kirga sie nach einiger Zeit auf.

"Was?" Anuket hatte nicht bemerkt, das Kirga neben sie geritten war.

"War sie schlimmer als Tamira?" fragte er unverhohlen.

Erstaunt sah Anuket ihn an und wischte die Tränen von ihrem Gesicht. "Nein, war sie nicht."

Kirga studierte sie. "Dann erstaunt es mich, dass du weinst", er schien zu grübeln. "Noch mehr erstaunt mich, dass du mit uns zurückkommst." Er trieb sein Pferd an und ritt zu den anderen. "Macht schon, treibt die Pferde an", schrie er den beiden Männern auf dem Wagen zu. "Ich will nicht hier draußen übernachten."

Anuket seufzte leise und murmelte vor sich hin. "Das erstaunt mich auch." Sie wusste selber nicht, warum sie es Tamira sagen wollte, erklären wollte, dass sie ging. In ihrem Kopf rasten all die Gedanken nur so umher. Ganz zu schweigen von all den Gefühlen, die sie noch mehr aufwühlten.

Sie erreichten im Laufe des Mittages das Lager. Die Waffen wurden auf den eigenen Wagen umgeladen. Einer der Krieger fuhr mit Callisto’s Wagen ins Dorf.

Anuket zog sich schnell in das Zelt von Tamira zurück. Sie sah sich um. Es wirkte so kalt auf sie. Wie immer, dachte sie niedergeschlagen. Sie lief unruhig umher. Die innere Unruhe trieb sie an. Es war bereits dabei dunkel zu werden. Sah so aus, als würde Tamira noch eine Nacht nicht da sein. Zeit aufzubrechen, dachte Anuket. Dann würde sie eben gehen, ohne es Tamira zu sagen und sich von ihr zu verabschieden. "Vielleicht besser so", sprach sie mit sich selber. Sie legte ihr Schwert um und ging in schnellen Schritten aus dem Zelt. Mit voller Wucht prallte sie gegen Tamira und stolperte zurück. "Hey, hey ... nicht so stürmisch", ein abschätziges Grinsen begrüßte sie. Die Arme von Tamira griffen nach ihr und zogen sie an sich. Wild küsste sie die junge Kriegerin. "Hast du mich so sehr vermisst?" spöttelte sie.

Anuket sah sie mit großen Augen an. Sie fand keine Worte und beschloss lieber still zu sein. Was sie in den Augen von Tamira sah, erschreckte sie noch mehr. Zu gut kannte sie diesen Ausdruck. Tamira schob sie zurück in das Zelt. Sie machte keinen Hehl daraus, was sie wollte. Ohne langes Zögern begann sie Anuket auszuziehen, sie zu küssen. Einmal mehr nahm sie sich, was sie wollte und wie sie es wollte. Und einmal mehr ließ Anuket es geschehen.

Danach setzte Tamira sich auf und holte einen Becher Wein. "Sieht so aus, als hätte sie ihr Versprechen gehalten", sprach sie vor sich hin. "Dich an einem Stück zurück zu geben", sie lachte hämisch auf.

Anuket lag auf der Seite im Bett, die Beine angezogen. Tränen liefen unaufhörlich aus ihren Augen. Sie fühlte sich so elend und schmutzig. Es musste aufhören, endlich aufhören. Ihre leise Hoffnung, dass es nicht so sein würde, hatte Tamira zerstört. Ihr noch deutlicher gezeigt, was sie eigentlich wusste. Sie sprach in Gedanken mit sich. "Ich hätte es gar nicht so weit kommen lassen dürfen, ich wusste es, verdammt ich wusste es", schrie es in ihr. Die Tränen rannen unaufhörlich aus ihren Augen. Aber auch sie konnten ihr den Schmerz nicht nehmen.

Tamira kroch zurück auf das Bett. "Was ist los?" Keifte sie. Sie zog Anuket am Arm und drehte sie. Mit zusammengekniffenen Augen sah sie auf die Frau. "Was heulst du? Bekommst du nicht, was du willst?" Sie lachte ironisch. "Oder war sie besser? Ist es das?"

Anuket sah, wie die Augen sich veränderten. Wie die Wut in Tamira anstieg. "Du gehörst mir", schrie sie und riss Anuket an den Armen hoch. Sie küsste sie wild und biss in die Lippe der jungen Kriegerin.

"Au", stieß diese hervor und versuchte Tamira von sich wegzuschieben. "Hör auf", schrie sie die Kriegerin an.

Wütend sah Tamira sie an. "Ach sieh an, Madame will nicht?"

Sie wollte nach Anuket greifen. Aber diese wich ihr aus und schlug zu. Tamira kippte auf das Bett. Dies gab Anuket die Zeit aufzustehen. Sie griff nach ihren Hosen und schlüpfte hinein. Das Oberteil folgte. Ihre Augen sahen gehetzt auf Tamira, die sich leicht bewegte. Sie schnappte ihre Stiefel und das Schwert. Weiter kam sie nicht. Tamira hatte sie angesprungen. Zusammen fielen sie auf den Boden. Hart schlugen sie auf. Es nahm Anuket den Atem. Dies nutzte Tamira. Sie saß auf Anuket und ihre Hände drückten die Arme der jungen Kriegerin über dem Kopf auf den Boden. "Hast du wirklich geglaubt, du kannst vor mir weglaufen?"

Anuket versuchte sich zu wehren. Aber sie war eindeutig in der schlechteren Position. Je mehr sie sich wehrte, um so mehr drückten Tamira sie runter. Es tat weh. Tamira beugte sich tiefer, bis ihr Atem die Haut von Anuket Gesicht berührte. "Ich bestimme, hörst du. Nur ich. Egal was, wann und wo. Du hast zu tun was ich will", keifte sie bitter. "Hast du das verstanden?"

Anuket war dies egal. Ihr war alles egal. Nichts mehr ergab für sie einen Sinn, nichts das sich lohnte dies zu ertragen. Geschweige denn, dieses Leben zu ertragen. Dies wusste sie nun endlich ganz klar und deutlich. Sie bäumte sich auf und brachte Tamira ins Schwanken. Die Kriegerin hatte nicht damit gerechnet. Anuket schaffte es, sich halbwegs zu befreien. Sie schlug wild um sich. Erst musste sie Tamira von sich weg haben, bevor sie kämpfen konnten. Anuket sprang auf, als Tamira neben sie fiel. Genau so schnell sprang Tamira auf. In derselben Bewegung schlug sie zu. Anuket fühlte das Blut, dass aus ihrer Lippe über das Kinn lief. Wütend griff Tamira sie an. Anuket wehrte sich und beide Frauen trafen die andere immer wieder. Anuket war ein wenig zu langsam ausgewichen, als sie spürte wie ein Schlag ihre Schläfe traf. Mit einem lauten Stöhnen sank sie in die Knie. Viele Sterne tanzten vor ihren Augen, immer wieder wurde es schwarz. Durchhalten, schrie es in ihr. Sie wollte sich aufrappeln, als sie die Hände spürte, die sie auf den Boden drückten. Sie riss mit letzter Kraft die Augen auf. Sah die funkelnden Augen von Tamira. "Hast du geglaubt, du kannst mich besiegen?" sie lachte auf. "Niemals lasse ich zu, dass du dich mir verweigerst. Und niemals, wirst du einer anderen gehören", zischte sie und riss Anuket auf. Schwer atmend stand sie vor der Kriegerin die begann sie auszuziehen. Achtlos schmiss Tamira das Oberteil der jungen Kriegerin zur Seite. Anuket schaffte es nicht, sich zu wehren. Ihr Körper war wie gelähmt. Da sah sie das Bild von Callisto vor sich. Nein! Schrie es in ihr. Ein letztes Aufbäumen durchzog sie, als Tamira dabei war, ihre Hosen nach unten zu schieben. Sie schlug erneut zu. Tamira taumelte ein wenig, sah sie erstaunt an und griff nach dem kleinen Dolch auf dem Tisch neben ihnen. In einer schnellen Bewegung trat sie auf die junge Kriegerin zu. Anuket fühlte, wie kalter Stahl sie traf. Sie schrie auf vor Schmerz. Warmes Blut lief über ihren Bauch. Sie sah nach unten. Der Dolch hatte einen Schnitt über ihren linke Bauchseite gezogen. Sie gab ein schreckliches Bild ab. Halb angezogen, ein blutiges Gesicht, überall rote Flecken von den Schlägen. Eine Schnittwunde am Bauch. Ihr Atem kam kurz und schnell. Wie gebannt folgte ihr Blick dem Blut, das warm über ihren Bauch nach unten floss.

Sie hatte nicht mehr auf Tamira geachtet, die ihre Hand um ihren Hals legte. "Was fällt dir ein!" Schrie sie und zog Anuket nah an sich. Wieder versuchte die junge Kriegerin sich aus dem Griff zu befreien. Unkoordiniert schlug sie auf Tamira ein. Die lachte hämisch auf und schmiss Anuket rückwärts auf das Bett.

"Du hast keine große Auswahl mein Engel", kam ironisch von ihr. "Entweder ich bekomme weiterhin was ich will", sie kroch über die junge Frau. "Oder", sie fuhr langsam mit der Klinge des Dolches über den Hals von Anuket. "Du kannst sterben", lachte sie auf und schob in einer schnellen Bewegung die Hosen der jungen Kriegerin bis an die Knöchel.

Anuket sah sie mit leeren Augen an. Diese Wahl würde ihr leicht fallen. Sie würde das Sterben vorziehen. Es gab wirklich keinen Grund, das Leben so zu ertragen.

"Na, was ist mein Engel?" Tamira beugte sich vor und küsste sie hart. "Du weißt was ich will, gib es mir. Und ich rate dir", ihre Augen blitzten auf. "Es mir überzeugend zu geben."

Anuket schüttelte den Kopf. "Nein", presste sie hervor. "Nein, nie wieder", schrie sie verzweifelt auf.

Tamira studierte ihr Gesicht und verzog ihre Mundwinkel. "Oh doch, du wirst es mir geben .. jetzt. Ob du willst oder nicht, und dann meine Süße", sie schob ihr Bein zwischen die Beine von Anuket, die gepeinigt aufstöhnte. "Überlege ich mir in Ruhe, was ich mit dir anstelle", sie lachte hämisch auf.

Alles in Anuket spannte sich an. Sie konnte nicht mehr unterscheiden, was mehr schmerzte, ihr Körper oder ihre Seele. Ihr wurde übel, unsagbar übel. Während Tamira sie hart und wild küsste.

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Callisto stand mit ihrem Pferd da und sah den Reitern nach, die sich langsam entfernten. Ihr Inneres war zerrissen. Sie hätte am liebsten laut nach Anuket gerufen.

"Reiten wir ins Lager?" Riss die Stimme ihres Hauptmannes sie auf.

Callisto wandte den Blick zu ihm. Sie zögerte kurz. "Ja", gab sie knapp zur Antwort. Sie stieg auf und ohne einen weiteren Blick zurück ritt sie mit ihren Männern los.

Im Lager angekommen, lief sie wie ein eingesperrtes Tier umher. Sie durchstreifte das Tal, das Lager, die Höhle.

Marcos, ihr Hauptmann beobachtete sie. Als sie im Laufe des Mittages in ihr Zelt ging, folgte er ihr.

"Callisto?"

Die Kriegerin saß in ihrem Stuhl und hob den Kopf. "Was ist?"

Marcos trat vor den Tisch. Er druckste herum. "Ich weiß, dass es mich nichts angeht", begann er zögerlich. "Aber willst du sie nicht zurückholen?"

Mit großen Augen sah Callisto auf ihren Hauptmann. Sie hatte in all den Jahren, seit er sie begleitete, immer auf ihn zählen können. Er war ihr treu ergeben und loyal. Was selten vorkam. "Sie zurück holen?" Tat Callisto erstaunt.

"Ja", Marcos nickte. "Ich sehe es in deinen Augen und ich sah es in ihren. So etwas geschieht im Leben nicht sehr oft, wenn überhaupt", redete er weiter. "Ihre Gefühle waren nicht zu übersehen", er sah Callisto an. "Du solltest sie holen."

"So, so ... sollte ich", langsam stand Callisto auf. Marcos machte sich darauf gefasst, eine Abreibung zu bekommen. "Glaubst du wirklich, sie will das auch?"

Keine Abreibung, schoss es Marcos durch den Kopf. "Ja, das glaube ich. Ihre Augen haben es gezeigt."

"Dann hätte sie es sagen können, oder einfach bleiben", winkte Callisto ab.

"Hast du ihr irgendwie zu verstehen gegeben, dass du das auch willst?" Wandt Marcos ein.

"Sicher", keifte Callisto. Sie sah in nachdenklich an. "Nein", kam leise. "Ich glaube, das habe ich nicht", gestand sie zerknirscht.

"Darum ihre Unsicherheit", folgerte Marcos.

Callisto griff nach ihrem Schwert. "Ich habe was zu erledigen", murmelte sie.

"Ich werde dich begleiten", Marcos folgte ihr aus dem Zelt.

"Nein, wirst du nicht. Das kann ich alleine", bestimmte die Kriegerin.

"Es wäre doch von Vorteil, mich als Rückendeckung zu haben", versuchte er Callisto zu überzeugen.

Diese winkte lachend ab. "Tamira hat nur 10 Männer, die sollte ich doch schaffen, oder?" forderte sie Marcos heraus.

"Daran zweifle ich nicht. Aber wenn du Anuket da rausholst, wäre es doch gut, wenn ich auf die Männer aufpasse, hm?" Marcos gab nicht auf.

Callisto sah in grübelnd an. "Da könntest du recht haben. Also gut, komm."

Die beiden ritten kurz drauf aus dem versteckten Tal. Sie trieben ihre Pferde immer wieder an. Gegen Abend hatten sie das Lager von Tamira vor sich. Sie standen im Schutz einer Baumgruppe. "Was meinst du?" Callisto sah zur Seite.

Marcos grinste. "Die schaffen wir. Ich kümmere mich um die Männer. Du das Zelt?" Fragend sah er Callisto an.

Sie nickte und stieg von ihrem Pferd. Die Zügel reichte sie Marcos. Er ritt gemächlich auf das Lager zu und Callisto schlich sich an das Zelt. Angespannt sah sie, wie Marcos mit den Männern plauderte und lauschte, auf das, was sie aus dem Zelt vernahm. Ihr Atem stockte, bei all dem was sie hörte.

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Anuket hatte die Augen geschlossen. Tränen rannen aus ihren Seiten.

"Es reicht", durchschnitt eine eisige Stimme das Zelt.

Callisto, schoss es Anuket durch den Kopf. Sie merkte, wie Tamira aufsprang.

"Du? Was willst du hier?" Erstaunt sah Tamira die Kriegerin an. Dabei griff sie nach einem der Laken und band es um ihren nackten Köper.

"Etwas abholen", bemerkte Callisto kalt.

Tamira verstand sofort. Ihre Augen gingen kurz zu Anuket, die sich stöhnend aufgesetzt hatte und dann zurück zu Callisto. "Ach sieh an. So ist das also", brummte Tamira.

"Es ist wohl kaum so, wie du denkst. Aber mir ist egal was du denkst." Callisto trat vor Tamira. "Ich werde sie mitnehmen. Du kannst es einfach oder schwer haben", drohend blitzten ihre Augen auf.

Tamira hob abwehrend die Arme. "Nimm sie", winkte sie ab. "Ich habe nicht vor, wegen ihr zu sterben."

"Eine weise Entscheidung", zischte Callisto. Ohne Tamira aus den Augen zu lassen, trat sie zu Anuket. "Komm, ich helfe dir", sie schluckte schwer, als sie den zerschundenen Körper der jungen Kriegerin sah. Sie sank in die Knie und zog ihr die Hosen hoch, so weit es ging. Schnell hatte sie das Oberteil und die Stiefel gefunden und Anuket angezogen. Die dabei immer wieder aufstöhnte vor Schmerzen. Callisto half ihr aufzustehen und zog ihr die Hosen ganz hoch. "Wo ist dein Schwert?"

Anuket zeigte auf den Tisch. Callisto setzte Anuket zurück auf das Bett und holte ihr Schwert. Sie legte es sich um und half der jungen Kriegerin auf, die wieder leise aufstöhnte. Sie legte den Arm von ihr um die eigene Schulter und stützte sie. Noch einmal warf sie Tamira einen bösen Blick zu. Beim Ausgang blieb sie kurz stehen und sah zurück. "Solltest du je wieder meinen Weg kreuzen, dann töte ich dich", die Worte kamen kalt und überzeugend. Callisto meinte, was sie sagte.

Tamira sah dies sofort. Sie stand nur da und sagte kein Wort, als die beiden das Zelt verließen. Marcos entdeckte die beiden Frauen. Er wies einen der Männer von Tamira an, das Pferd von Anuket zu holen. Dann trat er zu Callisto. Er sah sofort, wie schlecht es der jungen Frau ging. "Hilf mir", bat Callisto.

Er nickte und wartete, bis sie auf ihrem Pferd saß. Dann hob er Anuket hoch. Sie verzog ihr Gesicht vor Schmerzen. Erschlagen sank sie an Callisto, deren Arm sie umfing. Marcos stieg ebenfalls auf und nahm die Zügel von Anuket’s Pferd. Die drei ritten aus dem fremden Lager. Keiner von Tamira's Männer hatte auch nur den Versuch gemacht, sie aufzuhalten. Oben auf dem Hügel sprach Callisto: "Wir reiten ins Dorf, sie muss dringend zur Heilerin."

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Viel bekam Anuket nicht mehr mit. Immer wieder fiel sie in die Dunkelheit. Sie hatte wage wahrgenommen, dass sie versorgt wurde.

"Nein", schrie sie und schreckte mit aufgerissenen Augen aus einem Traum auf.

"Ruhig, alles ist gut", nahm sie die leise Stimme wahr. Sie sah zur Seite. Callisto saß neben ihr auf dem Bett und wischte ihr mit einem nassen, kühlen Lappen über die Stirn. "Du hast nur schlecht geträumt."

Anuket legte sich zurück und entspannte sich wieder. Sie fühlte sich sicher bei Callisto. Obwohl sie diese Kriegerin nicht wirklich kannte, wusste sie, dass Callisto sie beschützen würde. Hatte sie ja schon. Sie hatte sie befreit, bevor Tamira noch Schlimmeres mit ihr tat. Noch schlimmer? Traurig sah sie zur Seite.

"Es geht dir bald wieder besser", begann Callisto zu reden. "Die Heilerin hat deine Wunden gut versorgt. Das Fieber ist beinahe weg", zufrieden lächelte sie.

"Danke", murmelte Anuket.

"Schon gut", winkte Callisto ab und tränkte den Lappen im kalten Wasser.

"Sie wollte ... sie hat", stotterte Anuket.

"Schhht", Callisto legte sich zu ihr und zog sie an sich. "Nicht reden, es ist vorbei. Sie wird dir nie wieder etwas tun, das verspreche ich", sie zog die junge Frau fest an sich. Sie spürte, wie sie zusammenzuckte. "Tut mir leid", sie löste ihre Arme sofort und wollte sich wegdrehen.

"Nein, bleib hier, bitte", Anuket sah sie flehend an.

"Ich dachte", Callisto sah sie unsicher an. "Du erträgst meine Nähe nicht", murmelte sie. "Und ich will dir nicht weh tun."

"Doch ... das ... das ist es nicht ... keines von beidem", beschämt sah Anuket auf die Decke. "Deine Rüstung hat gekratzt."

"Oh", Callisto sah an sich herunter. "Verstehe." Sie suchte die Augen von Anuket. "Willst du denn, dass ich bei dir liege ... ich meine ... ohne die Rüstung?"

Anuket nickte. "Ja", flüsterte sie. "Wie lange bin ich denn schon hier?" lenkte die junge Frau ab.

Callisto stand auf und begann sich auszuziehen. "Drei Tage."

"Oh", Anuket sah zum Eingang des Zeltes. Sie konnte erkennen, dass es dunkel war draußen. "Drei Tage", sprach sie abwesend.

"Ja", Callisto kroch zu ihr unter die Decke. Sie legte sich auf den Rücken und hielt auffordern den Arm nach oben. Anuket legte sich zu ihr, bettete den Kopf an ihre Schulter und schloss die Augen. Es war ein gutes Gefühl, die Haut von Callisto zu spüren. Ihre Stärke und Sicherheit ließ die junge Frau loslassen und einschlafen.

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Als sie erwachte, hatte Anuket kalt. Der warme Körper an ihrem fehlte. Sie lag auf dem Bauch, suchend strich ihre Hand über das Bett. Es war kalt und leer. Sie seufzte leise.

"So schlimm?" Kicherte die Stimme von Callisto.

Anuket drehte sich auf den Rücken. "Ja", lächelte sie die Kriegerin an, die auf der Bettkante saß.

Callisto gab das Lächeln zurück. "Versuchen wir mal, ob du aufstehen kannst. Du musst dringend essen."

Anuket nickte. Sie setzte sich langsam auf. Ihr Körper tat weh. Aber es ging und war auszuhalten. Callisto half ihr, legte ihr den seidigen Umhang um und führte sie zu den Kissen.

Gemeinsam aßen sie. Anuket brachte kaum etwas hinunter. Aber sie gab sich Mühe.

"Hast du schon genug?"

"Ja, mehr geht nicht", Anuket trank von ihrem Wasser.

"Willst du dich wieder hinlegen?"

Anuket schüttelte den Kopf. "Nein."

"Dann versorge ich hier deine Wunden", Callisto stand auf und kam beladen mit Salbe und Verbandszeug zurück. Anuket sah sie irritiert an.

"Lass mal sehen", Callisto sank neben ihr in die Kissen. "Entspann dich", wies sie die junge Frau an. Ihr war nicht entgangen, wie ängstlich Anuket verfolgte, was sie tat. Sie öffnete den Umhang und schob den seidigen Stoff über die Schultern. Er glitt auf die Kissen und entblößte ihren Oberkörper. Anuket schluckte schwer. Sie sah, wie die Augen von Callisto über ihre Haut strichen. Es fühlte sich an, als würde die Kriegerin sie berühren. Callisto atmete tief durch und begann den Verband um den Bauch zu lösen. Sie riss in einer schnellen Bewegung den Lappen von der Wunde.

Anuket schrie auf: "Autsch!"

"Tut mir leid. Aber so ist es besser, glaub mir", versicherte Callisto. Sie begann die Wunde zu reinigen. "Die Heilerin hat sie gut versorgt", sprach Callisto. "Die Fäden wird sie bald ziehen." Sie trug eine Salbe auf und legte einen frischen Lappen über die Wunde. Der Verband folgte und sie widmete sich den blauen Flecken. Auch diese rieb sie mit einer kühlenden Salbe ein. "So", kam zufrieden von ihr. "Fertig. War doch gar nicht so schlimm, oder?"

"Nein, danke", sprach Anuket leise und zog schnell den Umhang hoch. Callisto schmunzelte und stand mit den ganzen Utensilien auf.

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Die Tage schienen wie im Flug zu vergehen. Die Heilerin hatte die Fäden gezogen und Callisto eine neue Salbe für die Wunde gegeben. Sie gab ihr genaue Anweisungen. In all den Tagen hatte Callisto gut für sie gesorgt. War in ihrer Nähe geblieben. Sie hatten kaum geredet. Auch nicht über das, was vorgefallen war. Bis an diesem Abend.

Callisto stellte den Becher mit dem Wein auf den Tisch und setzte sich zu Anuket in die Kissen. "Fühlst du dich besser?" fing sie eine Unterhaltung an.

Anuket lächelte. "Ja. Dank deiner guten Pflege", hängte sie an.

"Das war nichts", winkte Callisto ab.

"Danke", sprach Anuket leise und sah Callisto tief in die Augen.

"Wofür?" Unsicher über das Danke, hielt Callisto den Blick der jungen Frau.

"Dafür, dass du mich befreit hast", Anuket senkte den Blick. "Warum ... warum hast du das getan? Ich dachte ... ich meine ... du wolltest mich doch nicht", stotterte sie hervor.

Callisto seufzte leise. "Wie kommst du darauf, dass ich dich nicht wollte?"Callisto seufzte leise. "Wie kommst du darauf, dass ich dich nicht wollte?"

"Du hast ... du hast mich in der Nacht abgewiesen", kam schnell über die Lippen von Anuket. "Und du hast mich gehen lassen", hängte sie noch schneller an.

"Du hast mich verunsichert", begann Callisto ruhig. "Was du in mir ausgelöst hast, kenne ich nicht. Ich habe mich dumm verhalten, na eben so, wie ich es immer tat. Aber als wir dann küssend zusammen lagen", Callisto schloss kurz die Augen. "Was du in mir ausgelöst hast, hat mir den Atem genommen. Und da wusste ich, dass ich es nicht tun kann. Nicht damals in dieser Nacht. Ich konnte es nicht tun, nicht so. Du hast angenommen, dass ich es tue, weil ich Lust hatte dich zu bekommen. Weil ich dich als Bonus für das Geschäft mit Tamira haben wollte", sie verzog ihr Gesicht. "Aber ich wollte dich damals schon aus einem anderen Grund. Vom ersten Moment an, als wir uns in die Augen sahen in der Taverne. Damit umgehen konnte ich nur nicht. Aber ich kann dir versprechen, ich wollte dich, und wie ich dich wollte. Und", sie stockte kurz. "Ich will dich noch immer. Aber ich will dich nicht besitzen, ich will", sie seufzte leise. "Ich will, dass du mich liebst, weil du es auch willst. Freiwillig und aus dir heraus."

Sprachlos saß Anuket ihr gegenüber. Die Worte hallten in ihr nach. Sie holte hörbar Luft und beugte sich zu Callisto. "Ich wollte es damals schon aus freiem Willen tun ... und das will ich jetzt noch", murmelte sie an die Lippen von Callisto. Sanft berührten sich ihre Lippen. Sie küssten sich zärtlich und vorsichtig. Callisto schob Anuket ein wenig zurück und sah ihr tief in die Augen. "Du wolltest es wirklich da schon?"

"Ja, wollte ich."

"Ich hatte nicht den Eindruck", Callisto suchte nach Worten. "Die ganze Absprache mit Tamira. Versteh das nicht falsch, aber ich nahm an, dass du es darum ... na ja, sagen wir erfüllen wolltest. Ich war nicht sicher, ob ich das in deinen Augen richtig deute", gab die Kriegerin zu.

"Ich konnte mit all dem auch nicht umgehen. Das gebe ich zu", Anuket setzte sich gerade hin. "Es passierte mit mir etwas, als sich unsere Augen das erste Mal in der Taverne trafen. Etwas ... das ich nicht kenne. Es war also genau wie bei dir." Sie seufzte leise. "Und als Tamira mir sagt, du würdest mich mitnehmen, weil ich sozusagen der Bonus für das Geschäft bin ... da ... das hat mich tief getroffen. Ich nahm immer noch an, selbst da, dass ich sie liebe. Obwohl sie", Anuket unterbrach sich abrupt. "Mir ist viel durch den Kopf gegangen. Über mich, mein Leben, einfach alles." Callisto hörte ihr aufmerksam zu, ohne sie zu unterbrechen. Anuket sah auf ihre Finger. "Ich wusste plötzlich, dass ich das alles nicht mehr wollte. Das ich Tamira nicht mehr wollte. Aber ich konnte nicht weg, nicht weg von dir", nur mühsam konnte sie weitersprechen. "Ich nahm an, in deinen Augen etwas gesehen zu haben ... das du mich, wirklich mich willst. In mir stieg eine Hoffnung auf, etwas gefunden zu haben, etwas das ich unbewusst suchte. Aber ich sah auch deine dunkle Seite, sah dein Heer, sah wie groß die Angst deiner Männer vor dir ist. Ich erinnerte mich an Geschichten, die über dich erzählt werden", die junge Kriegerin hob leicht den Kopf und sah Callisto von unten an. Keine Regung war in ihrem Gesicht zu sehen. Anuket seufzte innerlich. War sie gerade dabei, sich um Kopf und Kragen zu reden? Sie wusste es nicht. Aber sie wusste, dass sie es tun musste. "Ich war mir nicht mehr sicher, ob ich alles richtig aufgenommen hatte. Oder ob ich ... ob ich von einer Qual in die nächste laufe", beschämt sah die junge Kriegerin auf die Kissen neben sich. "Ich konnte mit all dem nicht umgehen. Es verunsicherte mich und ich war völlig durcheinander. Deine Reaktionen haben so schnell gewechselt, dass ich wirklich Angst bekam. Und annahm, mich getäuscht zu haben. Aber als wir dann im Bett lagen, später ... da ... da sah ich es unerwartet wieder. Ich konnte nicht anders, als dich zu küssen. Und es war so ... so", sie suchte nach Worten. "Das Gefühl kann ich kaum beschreiben. Es war wunderschön, rann durch meinen ganzen Körper. Was diese Küsse auslösten, das kannte ich nicht. Es war, als wäre ich endlich angekommen ... da wo ich sein wollte, wo meine Seele, mein Herz sich wohl fühlen ... endlich ein Ganzes. Und es ist ... weißt du, es ist immer noch so. Es war eben genau das Gleiche ... ich ... ich weiß auch nicht", Anuket sah Callisto an. Noch immer zeigte ihr Gesicht keine Regung. Es schien wie eine Maske. Verloren schoss es Anuket durch den Kopf. Ich hab alles falsch gemacht. Langsam stand sie auf. Traurig sah sie auf Callisto, die unbeweglich in den Kissen saß. "Es tut mir leid", flüsterte Anuket traurig. "Ich ... wollte dir nicht weh tun, oder Dinge sagen, die du nicht hören willst ... das war dumm von mir ... und ich will dir nicht zur Last fallen", sie drehte sich ab und wollte weggehen. Da griff eine Hand um ihr Handgelenk und hielt sie auf. In der gleichen Bewegung war Callisto aufgestanden. Anuket konnte sich nicht umdrehen. Sie wollte nicht, dass Callisto ihre Tränen sah.

"Wohin willst du?" Sprach Callisto ruhig.

"Ich ... ich gehe", murmelte Anuket.

"Dreh dich um, bitte", flüsterte sie beinahe. Sie sah das Kopfschütteln von Anuket. "Bitte", wiederholte sie.

Anuket drehte sich langsam um und stand mit hängen Schultern vor der Kriegerin. Ihre Augen trafen sich. In diesem Moment wusste sie, dass sie ihr Herz und ihre Seele an diese Frau verloren hatte. Das, was sie nicht wahrhaben wollte. Es war im ersten Moment geschehen. Sie hatte nie die Wahl gehabt.

Sanft strich Callisto die Tränen von ihren Wangen. "Ich ... ich möchte nicht das du gehst", sprach sie leise. Das erste Mal in ihrem Leben wollte Callisto, dass ein anderer Mensch an ihrer Seite blieb. Ein Gefühl, das sie nicht kannte. Worte, die sie nie ausgesprochen hatte.

"Nicht?" Unsicher sah Anuket die Kriegerin an.

"Nein. Was du gesagt hast ... es geht mir genau wie dir", fuhr sie fort. "Und es macht mir Angst ... mir", sie lachte auf. "Callisto der Zerstörerin macht etwas Angst."

Mit großen Augen sah Anuket sie an. Sie glaubte kaum, was sie da hörte. Aber sie sah es in den Augen von Callisto. Die Worte, die sie gesprochen hatte, waren das, was in ihr war.

Aus einem Impuls heraus rutschten die Worte über die Lippen von Anuket: "Ich liebe dich."

Callisto lächelte sie an. Sie sah, dass Anuket über sich selber erstaunt war. Sie sah auch, wie unsicher sie war. "Ich weiß nicht genau, was Liebe bedeutet", gestand die Kriegerin. "Ich habe sie noch nie erlebt. Aber ich glaube, dass was ich in mir trage, was ich für dich fühle ... das muss Liebe sein." Sie zog Anuket an sich und küsste sie leidenschaftlich. Sie wollte nicht mehr reden. Sie wollte diese Frau fühlen. Sie lieben und von ihr geliebt werden. Anuket stöhnte auf.

Callisto löste sofort ihre Arme und Lippen. "Hab ich dir weh getan?" Erschrocken sah sie auf Anuket.

"Nein ... nein", winkte diese ab.

Unsicher glitt der Blick von Callisto über den immer noch angeschlagenen Körper. "Bist du sicher?"

"Ich ... ein wenig", gab Anuket zu. "Aber wirklich nur ein wenig", sprach sie schnell. "Es war vor allem schön, darum musste ich stöhnen."

Callisto grinste erleichtert. "Dann sollten wir das wohl besser noch ein wenig aufschieben", schlug sie vor.

Wild schüttelte Anuket den Kopf. "Nein, bitte nicht aufschieben. Das halte ich nicht aus", seufzte sie. "Es tut kaum weh, wirklich."

Callisto lachte gelöst. "Gut, aber wir werden sehr vorsichtig sein. Hast du mich verstanden?" Sie zwinkerte Anuket zu.

"Ja", kam schnell als Antwort.

"Gut, komm mit", Callisto führt sie zum Bett. "Ich will, dass du dich so wenig als möglich bewegst. Das werde ich übernehmen." Ihre Augen sahen Anuket mahnend an.

"Ja", brummte diese. "Ich werde es versuchen. Aber bitte, tu was", bettelte sie.

Callisto grinste zufrieden. "Ich werde schon sehen", sie beugte sich vor. "Das du dich daran hältst", wisperte sie an die Lippen von Anuket. Sie küssten sich sanft, dann wieder leidenschaftlich. Gebend und nehmend zugleich. Callisto öffnete ohne den Kuss zu unterbrechen ihren Umhang und den ihrer Geliebten. Sanft schob sie den seidigen Stoff von Anuket’s Schultern. Sie löste ihre Lippen und sah fasziniert auf den Körper vor sich, als der Stoff zu Boden sank. Anuket war verlegen. Die Augen von Callisto fühlten sich an wie Berührungen. Ihr Körper reagierte darauf. Sie atmete schwer, das Herz raste und schoss das Blut schnell durch den Körper. Ihre Haut kribbelte und sie spürte, wie es feucht wurde, zwischen ihren Beinen. Sie seufzte auf. "Bitte", flüsterte sie.

Callisto räusperte sich. "Klar", sie schob ihren Umhang achtlos von ihrem Körper und trat an die junge Frau heran. Sie nahmen sich in die Arme und ihre Körper berührten sich ein erstes Mal. Es war atemberaubend, die warme Haut der anderen zu fühlen. Beide stöhnten auf und Callisto küsste sie wild und verlangend. Sie konnte sich kaum noch bremsen. Die Lust stieg unaufhörlich in ihr an. Sie wollte diese Frau fühlen, sie lieben, sie schreien hören. Jetzt, sofort. Sie zwang sich, langsam vorzugehen. Dies kostete sie große Überwindung. Sie löste die Lippen und stöhnte auf. Anuket wusste, was in ihr vorging. Sie konnte es fühlen. Die Kriegerin brannte, sie brannte lichterloh.

"Du musst dich nicht zurückhalten", sprach sie leise.

"Doch", kam ungehalten von Callisto. "Ich will, dass es besonders ist. Das es dir nicht weh tut."

"Das wird es nicht", versicherte Anuket. "Bitte Callisto, lass es los."

"Du weißt nicht, was du da von mir verlangst", kam bitter von Callisto.

Anuket stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste sie leidenschaftlich. Sie wusste, was zu tun war. Als sie sich kurz löste: "Zeig es mir", sprach sie an die Lippen von Callisto und eroberte diese wieder. Dabei drängte sie Callisto ganz auf das Bett und legte sich in voller Länge auf sie. "Bitte, zeig es mir." Wiederholte sie.

Callisto versuchte noch immer, gegen all die Begierde in sich anzukämpfen. Sie wollte der jungen Frau nicht weh tun, oder sie überfordern. Ganz zu schweigen davon, dass der Körper von Anuket noch immer angeschlagen war. "Verlang ... verlang das nicht", presste sie stöhnend hervor, als Anuket sich über ihren Hals küsste. Sie hinterließ eine heiße, feuchte Spur. Beim Ohr angelangt biss sie sanft in das Ohrläppchen und raunte. "Doch, tu es."

Callisto konnte nichts mehr aufhalten. Sie hatte die Kraft nicht mehr, all das, was sich in ihr aufgebaut hatte, zurückzuhalten. Sie drehte sich in einer schnellen Bewegung und lag oben. Ihre Küsse waren wild und verlangend. Tief drang ihre Zunge in den Mund der jungen Geliebten. Sie erkundete jeden Winkel, dabei strichen ihre Hände über die heiße Haut. Sie glaubte zu verglühen. Die Wärme ihres Körpers schien sich mit der von Anuket’s Köper zu vereinen. Sie hob den Kopf an und stöhnte auf. "Ich ... ich verbrenne", keuchte sie heiser.

"Schhht", flüsterte Anuket und nutzte die Schwäche von Callisto aus. Sie drehte sich mit ihr und lag ganz auf ihr. "Ich werde dir helfen", raunte sie an die Lippen und küsste sie sanft und begierig zugleich. Nur schwer schaffte sie es, sich von Callisto’s Lippen zu lösen. Genüsslich wanderte sie mit ihren Lippen tiefer. Das Stöhnen von Callisto wurde immer lauter. Ihre Hände griffen in die Felldecke. Die Knöchel standen weiß hervor. Der Körper wand sich der jungen Frau entgegen. Schweiß bildete sich auf der Haut. Anuket genoss, was sie machte. Akribisch erkundete sie alles von Callisto. Sie wollte sich jedes Stück einprägen, nie wieder vergessen. Bei den Brüsten verweilte sie und konnte nicht genug davon bekommen, mit den harten Brustwarzen zu spielen. Callisto griff an ihre Schultern und drücke sie tiefer. "Bitte ... bitte tu was ... ich ... ich halte es nicht mehr aus", keuchte sie gepresst.

Anuket folgte der Bitte ihrer Kriegerin und küsste sich über den Bauch, über die Leisten. Der Körper von Callisto bäumte sich immer wieder auf, gefolgt von einem Zittern, dass ihn durchlief. Sie schrie spitz auf, als Anuket ihren Liebespunkt ein erstes Mal sanft küsste. "Oh ihr Götter", drang heiser aus ihrer Kehle.

Langsam erkundete Anuket ihren Schoss. Sie war ganz versunken, in das, was sie tat. Ausgefüllt von ihren Gefühlen und denen von Callisto. Sie merkte, dass Callisto es nicht mehr lange ertragen konnte. Langsam küsste sie sich über die Schamlippen zu ihrem Liebespunkt. Der sich ihr entgegenreckte. Verträumt blickte sie darauf und seufzte leise.

"Anuket", schrie Callisto. "Tu endlich was."

"Tschuldige", grinste die junge Kriegerin und legte ihre Lippen um den Liebespunkt. Das Becken von Callisto flog ihr entgegen und sie hatte alle Mühe, es auf das Bett zu drücken. Sie spürte, dass ihre Kraft noch nicht da war. Aber das war ihr egal. Ohne Rücksicht auf die Schmerzen machten sie weiter. Sie legte zwei Finger an die Öffnung und strich damit ein wenig hoch, nahm die süße Feuchtigkeit auf und führte sie sanft zurück. Dabei hörte sie nie auf, den Liebespunkt zu küssen, damit zu spielen. Sanft drang sie in die Kriegerin ein. Sie sog tief die Luft ein, es war ein berauschendes Gefühl, in ihr zu sein. Sie merkte, wie ihre Erregung mit der von Callisto anstieg. Ganz zärtlich fuhr sie in der Kriegerin hoch und runter. Streichelte die inneren, warmen Wände und leckte mit der Zunge über den Liebespunkt. Sie erhöhte das Tempo und legte die freie Hand auf die eine Brust, die sie leicht massierte. Callisto explodierte so schnell, dass Anuket es beinahe verpasst hätte. Sie verstärkte ihre Bemühungen und schoss die Kriegerin von einer Welle auf die nächste. Dabei stieg ihre eigene Erregung mit an. Und sie hob bei einer Welle von Callisto mit ab. Dabei unterdrückte sie ihr Stöhnen und küsste sanft die Schamlippen von Callisto. Dann wieder ihren Liebespunkt, der rot und geschwollen hervorstand. Noch einmal schrie die Kriegerin auf. Ihr Körper bog sich durch und sie sank erschöpft zusammen. Sie griff in die kurzen Haare von Anuket und drückte den Kopf weg. "Nicht ... ich ... ich", sie schnappte verzweifelt nach Luft. "Kann nicht mehr", stieß sie hervor.

Anuket sah hoch und ein Strahlen legte sich auf ihr Gesicht. Es war so schön zu sehen und zu fühlen, wie Callisto sich hatte fallen lassen. Sie hatte sie erregt und befriedigt. Sie geliebt, wie sie noch keine zuvor geliebt hatte. Und sie hatte selber eine Welle erlebt. Dies wurde ihr schlagartig bewusst und das Strahlen wurde noch größer.

"Sag mal?" Kam immer noch schwer atmend über ihr.

Anuket sah hoch zu Callisto, die ihren Kopf ein wenig angehoben hatte. "Was?"

Sie kroch an Callisto hoch.

Diese zog sie ganz auf sich. "Du strahlst, als wenn du abgehoben wärst", grinste Callisto. Sie sah wie verlegen Anuket sich an sie drückte. "Du bist?" kam lächelnd von Callisto. Diese zog sie ganz auf sich. "Du strahlst, als wenn du abgehoben wärst", grinste Callisto. Sie sah wie verlegen Anuket sich an sie drückte. "Du bist?" kam lächelnd von Callisto.

"Bin ich wohl irgendwie", murmelte sie.

"Ach ja?" neugierig sah Callisto sie an. "Und deswegen schämst du dich?"

"Ja", brummte Anuket an ihren Hals. "Es ging um dich."

"Ach mein Engel", Callisto zog sie hoch und küsste die erstaunte Anuket. "Es ist schön, dass dem so ist. Verstehst du nicht? Das ist etwas ganz besonderes, wie alles was mit uns geschieht. Dafür musst du dich nicht schämen. Es soll dich glücklich machen."

"Tut es auch", Anuket seufzte. "Es ist nur so ungewohnt. So viel neues auf einmal."

"Ich weiß", Callisto küsste sie kurz. "Das ist es auch für mich. Wir werden es langsam angehen. Warte mal kurz, ich brauche dringend was zu trinken", grinste die Kriegerin und zog sich unter Anuket hervor. Erschlagen ließ die junge Amazone sich auf den Rücken rollen. Sie war geschafft, obwohl sie sich kaum bewegt hatte. Sie lächelte vor sich hin und fühlte all dem in sich nach.

Callisto kam mit einem Krug Wasser zurück und blieb unvermittelt vor dem Bett stehen. "Ich hätte es wissen müssen", schimpfte sie plötzlich.Callisto kam mit einem Krug Wasser zurück und blieb unvermittelt vor dem Bett stehen. "Ich hätte es wissen müssen", schimpfte sie plötzlich.

Erschrocken riss Anuket die Augen auf. "Was?" Sie folgte dem Blick von Callisto und sah den blutverschmierten Verband an ihrem Bauch. "Oh."

Callisto stellte den Wasserkrug ab und zog sich den Umhang an. Anuket kam nicht dazu, etwas zu sagen. Schon schrie Callisto nach Marcos. Dieser verschwand sofort.

"Ich könnte mich", schimpfte sie vor sich hin und setzte sich auf die Bettkante. "Tut mir leid."

"Was? Dass wir uns geliebt haben?" Anuket grinste anzüglich.

"Hör auf damit", ernst sah Callisto sie an. "Ich hätte warten sollen, wie ich das vorhatte. Aber nein", sie fuchtelte mit den Armen durch die Luft.

Anuket setzte sich zu ihr und hielt ihre Arme fest. "Es ist nicht schlimm Callisto, ehrlich", versicherte sie ihr. "Ich wollte es so sehr, mach dir deswegen doch keine Vorwürfe, bitte."

"Nicht schlimm", stieß Callisto hervor.

"Ja, nicht schlimm. Es tut nicht weh", Anuket wollte sie küssen. Aber Callisto hielt sie auf. "Lass das", wies sie Anuket zurück.

Betroffen zog sich Anuket zurück. Sie setzte sich ein wenig weg von Callisto. "Ich wollte es wirklich", flüsterte sie leise. "Egal was ist."

Callisto holt tief Luft. "Ich ja auch", sie rutschte zu Anuket. "Aber das hätte nicht passieren sollen. Sieh mal, es ist ganz voll Blut."

"Ich weiß", Anuket strich ihr sanft über die Wange. "So was kommt sicher noch oft vor. Du wirst dich verletzen oder ich. Wir müssen damit umgehen. Denn ehrlich, ich habe nicht vor dauernd die Finger von dir zu lassen, wenn du einen Kratzer hast."

Callisto musste lachen. "Ach nein?" Sie küsste Anuket. "Du bist durchtrieben", grinste sie. "Aber egal, Marcos holt die Heilerin."

"Oh nein", Anuket verdrehte die Augen. "Ich wollte mit dir alleine sein."

"Das muss sein, und sie geht ja wieder", grinste Callisto beim Aufstehen. "Zieh dir was an."

"So schnell kommt sie ja nicht", kam verführerisch von Anuket. "Komm wieder zurück ins Bett, bitte."

Callisto verdrehte die Augen. "Wie soll das bloß enden?" Tat sie leidend.

"Mit einem Orgasmus vielleicht?" Foppte Anuket.

Callisto sah sie mit großen Augen an. "Du bist ja ... ja...", sie winkte ab.

"Was bin ich?" Süß sah sie Callisto an.

"Du bist", Callisto ließ ihren Umhang fallen und kroch nackt auf sie zu. "Süß, zum Anbeißen süß ... frech ... unverfroren ...", sie küsste sanft die Nasenspitze, dann die Augen, den Mund. Zärtlich sah sie auf das Gesicht der jungen Kriegerin. "Sanft ... zärtlich ... ausdauernd", grinste sie schelmisch. "Unersättlich, wie mir scheint ... dazu noch ... hm, lass mich überlegen", sie tat grüblerisch.

"Kannst du nicht später grübeln?" drängte Anuket. Nun brannte ihr Körper.

Callisto beugte sich zu ihr. "Doch ... könnte ich, wenn ich wollte", sie lachte frech und legte sich auf Anuket. Diese schloss genießerisch die Augen und ließ sich treiben, in dem, was Callisto in ihr auslöste.

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Erschlagen lag sie da, als die Heilerin kam. Diese grinste auffällig und machte sich daran, ihre Wunde zu versorgen. Sie war an einem Ende etwas aufgebrochen. Mit schnellen geübten Handgriffen half sie ihr und stand dann auf. "Sie braucht ein wenig ruhe", sie sah Callisto mahnend an. "Ansonsten wird es länger dauern, bis es ganz heilt. Mach weiter mit dem, was ich dir gezeigt habe", erklärte sie weiter. "Und bald ist sie wie neu."

Callisto bedankte sich und Marcos brachte die Heilerin zurück.

"So, nun hast du es gehört", meinte Callisto zufrieden.

"Ja, ja", äffte Anuket.

"Du musst gar nicht Grimassen schneiden", Callisto sah sie ernst an. "Und jetzt essen wir, los auf."

"Ich bin verletzt. Wir sollten im Bett essen", grinste Anuket frech.

"Ach sieh an. Plötzlich ist Madam doch verletzt", Callisto grinste zurück und holte das Essen zum Bett. Sie sah auf den nackten Körper von Anuket, die sich zu ihr setzte.

"Was ist?" Anuket sah genau, was war. "Kann es sein meine Kriegerin, dass du nach was ganz anderem Hunger hast?"

"Wie? Nein", winkte Callisto ab.

"Um es fair zu gestalten", begann Anuket. "Könntest du den Umhang ebenfalls ausziehen", schlug sie so ernst als möglich vor.

Callisto sah sie kopfschüttelnd an. Aber ohne ein Wort zog sie den Umhang aus und schmiss ihn achtlos neben das Bett. "Besser?"

"Oh ja, vieeeel besser", lächelte Anuket.

Irgendwie kamen sie nicht wirklich zum Essen. Ihre Körper und ihre Seelen hatten einen ganz anderen Hunger.

Müde lagen sie nach Stunden zusammen. "Was meinst du?" Begann Anuket. "Wird das immer so sein? Auch in ein paar Jahren noch?"

Erstaunt sah Callisto auf die Frau, die halb auf ihr lag. Sie überlegte kurz. "Ja, ich denke das wird immer so sein."

Zufrieden lächelte Anuket. "Ich wusste nicht, wie schön es ist ... befreit zu sein."

Callisto lächelte sie an. "Das wusste ich auch nicht ... aber du hast es geschafft ... ich bin frei."

"Und du hast mich befreit", Anuket strich sanft über den Bauch von Callisto. "Meine Seele hat so laut geschrien, ich dachte, das würde nie aufhören."

"Wie meine ... und nun", Callisto zog sie ganz auf sich. "Sind sie vereint und frei ... zusammen frei. Keine Schreie mehr."

Callisto studierte die Frau, die alles in ihr in Bewegung gesetzt hatte. "Was grübelst du so angestrengt?"

"Hm", Anuket holte tief Luft. "Da ist noch viel, dass wir voneinander nicht wissen. Viel das wir angehen müssen," sie sah hoch in das Gesicht ihrer Geliebten. Skeptisch sahen sie die braunen Augen an. Anuket lächelte. "Na ja", begann sie erneut. "Es wird sich doch jetzt vieles verändern. Oder findest du nicht?"

Callisto seufzte. "Wie kannst du jetzt darüber nachdenken?" Sie schüttelte den Kopf und grinste. "Aber ja, du hast recht, vieles wird sich verändern. Für uns beide."

"Sag ich doch", kam zufrieden von Anuket. "Und weißt du, das macht mir auch ein wenig Angst. Was wenn du bemerkst, dass ... na ja, dass du mich vielleicht gar nicht liebst oder willst, wenn du mich besser kennst?"

Callisto lachte auf. "Das wird nicht passieren mein Engel", sie sah tief in die Augen von Anuket. "Denn wenn dem so wäre, hätte ich mich nie auf diese Weise auf dich eingelassen, verstehst du? Ich habe mich ganz und gar auf dich eingelassen", sie küsste Anuket sanft. "Bis in den Tod", murmelte sie an die Lippen der jungen Kriegerin.

Anuket löste sich kurz. Sie strahlte. "Bis in den Tod", wiederholte sie und küsste die Kriegerin ihres Herzens, mit all der Liebe, die in ihr war.

 

~~~ ENDE ~~~

 

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