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Copyrighthinweis der Autorin: Gewalt:
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| What if...
Die Sonne senkte sich langsam und warf Schatten über den kleinen Pfad der nach Epidavros führte. Eine blonde Frau, anscheinend tief in Gedanken versunken, schritt schweigen neben einer dunkelhaarigen Kriegerin, die die Zügel einer Palomino-Stute hielt. "Hey Xena?" Wissend was auf sie zukam, seufzte die Kriegerin. Nach einem Tag wie heute, der außer den gewöhnlichen Überfällen und Kriegsherren, recht ereignislos war, kam ihre Begleiterin gewöhnlich mit seltsamen Theorien, von denen die Kriegerin nichts verstand. "Weißt du, an was ich gerade dachte?" Jawohl, da war's. "Was, wenn wir alle nicht real sind?" "Wie?" Xena sah ihre Freundin verblüfft an. "Über was redest du?" "Nun... was wenn... was wäre wenn uns jemand einfach erfunden hätte? Was wenn wir nicht wirklich leben, sondern nur Marionetten im Verstand von jemandem wären, nur eine Fantasie?" Xena schüttelte ihren Kopf. "Wie kommst du auf solche Sachen?" Stöhnte sie mürrisch. "Nun komm schon, es ich denkbar, oder nicht?" Die Kriegerin zog eine Augenbraue in die Höhe und stieß dann Gabrielle in die Schulter. "Für mich fühlst du dich real an..." Gabrielle verrollte ihre Augen. "Natürlich tu ich das... aber... stell dir es dir so vor, als wäre es eine Traumwelt. Wenn du träumst scheint auch alles real zu sein, und du glaubst wach zu sein, doch in Wirklichkeit bist du es nicht... Verstehst du was ich meine?" "Hmmm." Murmelte die Kriegerin mit zusammengezogenen Augenbrauen. "Also willst du damit sagen, dass wir in Wirklichkeit schlafen?" Gabrielle seufzte. "Nicht direkt, aber du kommst der Sache schon näher. Was ich sagen wollte ist, das jemand über uns träumt... und Geschichten erfindet in denen wir vorkommen... so ungefähr." "In Ordnung." Brummte Xena. "Also, du glaubst, dass es jemanden da draußen gibt, der uns erschaffen hat, und wir sind nicht wirklich in Griechenland, sondern in einer Art eingebildeter Welt, in die uns diese Person gesetzt hat?" Gabrielle lächelte glücklich. "Genau!" "Gabrielle, was für ein Verrückter sollte so was tun! Worin liegt der Spaß, Geschichten über eine ehemalige Kriegsherrin und ihrer Bardenkumpanin zu erfinden?" "Hey, wie du weißt, schreibe ich ab und zu auch Fiktion. Es ist nicht so weithergeholt." "Aber was sollten sie über uns schreiben?" Für einen Moment dachte Gabrielle darüber nach. "Nun, tatsächlich über alles... Sie könnten darüber schreiben wie wir einfach die Strasse entlanggehen, und diskutieren. So wie jetzt." Xena warf ihrer Freundin einen komischen Blick zu. "Du machst Witze..." "Nein, mach ich nicht... warum sollten sie das nicht? Es ist interessant darüber zu schreiben..." "Du bezeichnest deine seltsamen Theorien als interessant?" Die Bardin blickte ihre Freundin finster an. "Das sind keine seltsamen Theorien!" Seufzend warf sie ihre Hände in die Luft. "Du bist nur nicht so philosophisch orientiert." "Du bringst da eine Sache auf, die nicht möglich sein kann. Die Welt ist rund, alles mögliche kommt von etwas kleineren Leuten, die über das Meer kamen, und nun sagst du, das es da draußen tatsächlich Leute geben soll, die Geschichten über dich und mich schreiben? Komm schon Gabrielle, bleib in der Realität... Warum behauptest du nicht einfach, dass es hunderte von Leuten gibt, die das machen? Oder Eintausend?" Gabrielle grübelte darüber einen Augenblick nach. "Ja, warum nicht! Das wäre beeindruckend..." Seufzend schüttelte Xena ihren Kopf. "Ich kann es nicht glauben." Flüsterte sie zu sich selbst. "Nein wirklich, denk mal darüber nach... Was, wenn es da draußen tausende von Menschen gibt, die alle über uns schreiben... Was wenn..." Gabrielle's Augen leuchteten. "Was, wenn es mehrere Xena's und Gabrielle's gibt? Was, wenn es hunderte von uns in all den anderen Geschichten gibt?" Xena ging näher an sie heran und legte eine Hand auf die Stirn der Bardin. "Bist du sicher, dass du dich gut fühlst? Das du nicht eine Art Fieber hast, das Wahnvorstellungen hervorruft oder so?" Gabrielle fegte verärgert die Hand ihrer Freundin beiseite. "Xena! Wie du weißt, hast du damit angefangen." "Ich meinte das als Scherz!" Rief die Kriegerin wütend. "Du kannst doch nicht wirklich annehmen, das ich so was im Ernst glauben würde!" "Warum nicht?" "Weil... weil es absurd ist!" Brachte Xena heraus. "Du sagst, dass da draußen Hunderte, vielleicht sogar Tausende von Menschen ihre Tage damit verbringen um Geschichten über dich und mich zu schreiben oder auszudenken, und das da tatsächlich jemand über einer Schriftrolle sitzt und eine Geschichte darüber schreibt, wie wir zwei eine lächerliche Diskussion führen..." Die Kriegerin schwieg und starrte zu ihrer Partnerin. Gabrielle blieb für einen Moment still, dann sah sie zu ihrer Freundin und grinste. "Das ist alles ein wenig idiotisch, oder nicht?" Xena holte tief Luft, dann blickte sie ehrerbietig zum Himmel und murmelte ein, den Göttern sei Dank. Gabrielle kicherte, dann schüttelte sie über sich selbst den Kopf. "Manchmal geht meine Fantasie ein bisschen mit mir durch. Es ist eine Bardenangewohnheit." Die Kriegerin schüttelte nur ihren Kopf. "Dafür schuldest du mir was, verstehst du?" "Ich schulde dir was?" "Ja, seit der Dauer einer viertel Kerze langweilst du mich sinnlos mit diesem wahnsinnigen Gerede ... du schuldest mir was." "Ich werde heute abend kochen." Xena sah zu ihrer Freundin. "Gabrielle, du kochst doch immer." "Also?" "Was?" "Willst du kochen?" Xena blinzelte. "Nein, aber..." "Dann beklag dich nicht, wenn ich es anbiete." Erklärte ihr die Bardin. Die Kriegerin sah ihre Freundin für einen Augenblick an, doch Gabrielle blickte nur unschuldig zurück. Kopfschüttelnd brummte Xena etwas unverständliches. "Gabrielle?" "Ja?" "Falls es da draußen tatsächlich jemanden gibt, der diese Unterhaltung erfunden hat, und wir dieser Person jemals begegnen... dann werde ich sie mit Sicherheit töten, OK?" Gabrielle kicherte. "Darauf wette ich." "Gut." Brummte Xena, während sie Argo zu einer Lichtung zog und anfing das Lager aufzustellen, als die Sonne langsam am Horizont verschwand.
~~~ ENDE ~~~ |